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<36605279020010
<36605279020010
Bayer. Staatsbibliothek
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ANATOMIE
u n d
NAT URGES Gl UCHTE
der
Vögel
von
- /
•i »
D. Friedrich Tiedemann,
Professor der Anatomie und Zoologie an der Universität zu Landshut,
correspondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften
zu München und zu Berlin, so wie einiger anderen
gelehrten Gesellschaften Mitglied.
—
Zweiter B a n d.
Heidelberg,
bei Mohr und Zimmer.
1814.
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Inhaltsanzei
g e<
Sechster Abschnitt
Zeugungs - und Bildung* - Geschichte der Vögel.
Zweites —
wu" "^««lun«. . . aeire
Von dem Neste. . .
i
-24
Drittes —
Von der Zahl, Gestalt, Grö'fse und
Farbe der Eyer.
6t
Viertes —
Von dem Bau, der Eyer vor der Bebrütung
83
Fünftes —
Von der Bildung des Eycs in den
weiblichen Genitalien —
Sechstes —
Von abnorm oder niifsgebildeten Evern —
"5
Siebentes —
Von jlero Brüten ... —
»31
Achtes —
Von der Bildung des Foetus ,
M8
Neuntes —
Von den Mifsgeburten der Vögel —
265
ä
vi •
»
Siebenter Abschnitt.
Metamorphose der VögeL
Erstes Capitel. Von der Metamorphose des gesamm-
ten Lebens, von dem Austritt aus dem Eye an
hin mm Tod Seite 2fift
Zweit« Capitel. Von der jährlichen Metamorphose — 309
Drittes —» Von der täglichen Metamorphose — 317
Viertes — Von der Metamorphose der Vögel, in
Beiufi auf die Erd - Revolutionen — $2Z
Ach tei A b f c h n i t U
*
Aufenthalt und Verbreitung der Vögel.
Erstes Capitel. Von der physischen Verbreitung der
Vögel Seile 327
Zweites — Von der geographischen Verbreitung
der Vögel
33*
I. Vögel,
welche Europa eigentümlich sind.
337
II. —
Asien — —
35°
HL —
Afrika — - -r
37 1
IV, —
Amerika — —
386
V. -
Australien — —
426
VI. —
Europa und Asien eigenthüml ich sind
436
V1L —
Europa und Afrika —
440
VIII, —
Europa und Amerika —
442
IX. —
Asien und Afrika
443
X —
Asien und Amerika
445
XI. —
Asien und Australien —
446
XII. —
Afrika und Amerika —
447
XIII. —
Afrika und Australien —
448
xiv. —
Amerika und Australien
448
VII
XV. Vögel, welche Europa, Asien n. Amerika eigenth. sind Seite 449
Europa, Asien und Afrika — • — — 455
Europa, Afrika u. Aroerika — — — 458
Europa, Asien u- Australien-*- ■ — — 459
Asien, Afrika u. Australien — — — 459
Afrika, Amerika o. Australien *— — 459
Europa, Asien, Amerika und Austra-
— 460
XVI. — —
XVII. — —
XVIII. —
XIX. — —
X3L — —
XXI. — —
YYIf -
A All — —
£>uropa, ^vsicn , i\irii&a uuu /\mcnKa
angehören -j—
Aßo
XXIII. — —
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Asien, Afrika, Amerika und Austra-
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A AI V . —
in aiicn w ciiiiieiicn vorKornrrien •
40 2
Drittes Capitel.
Von der Verbreitung der von Vege»
IdUJllCll ICUvllUCU V UgCt 1
4&S
ff ^ m fr A
v lerrcs
von oer veroreitung acr von inscKtcn
lebenden vogcl
493
Fi ! n fV<>6
v un ucr t c i ui c i tu ii v uci voriuFiicn
von animalischen und vegetabilischen
•
Snrutan7pn n^c T^cf^n I.anri#»c lr»K»«i
den Vogel —
5«4
oecnstes —
Von der verDreitung der vorzüglich
von Würmern, Mollusken, Crustace-
•.
rn iinn Wa«pr. Insfkf^n l#»h#»nrl*n
Cll UIIU Tf«JJtl'HlätlVltH lCUt.ll LI C II
Vögel • —
516
Siebentes —
Von der Verbreitung der vorzüglich
von Amphibien und Fischen leben-
den Vögeln —
Achtes —
Von der Verbreitung der Vögel, wcl-
che sich vorzüglich vonThieren und
Pflanzen des süfsen Wassers nähren —
530
Neuntts —
Von der Verbreitung der Vögel, welche
Zehntes —
sich vorzüglich von Meerthicren nähren —
539
Von der Verbreitung der von animali-
schen Substanzen , von Saugethieren ,
Vögeln, Amphibien, Fischen und In-
fekten lebenden Vögel —
^55«
VIII
I
Eilfres Capitel. Einige Fclge^tte enthaltend Seite 561
Zwölftes — - Von dem Einflüsse des Aufenthalts und
der Verbreitung aul die Bildung der Vogel — 567
Neunter Abschnitt.
Wanderungen der lrögel.
Erstes Capitel. Von dem Verschwinden vieler Vogel
im Herbste, und von dem Wiedererschei«
nen derselben im Frühling Seite 580
Zweites Capitel. Von den Wanderungen der Vogel in
Europa und im nördlichen Afrika — 603
Drittes Capitel* Von den Wanderungen der Vogel in
Asien — 62s
Viertes Capitel. Von den Wanderungen der Vogel in
Nord Amerika — 633
Fünftes Capitel. Von den Wanderungen der Vögel auf
der südlichen Heamplutrc — 639
Zuiätte — 643
■ - ■
Sechstex Abschnitt.
§
Zeugungt - und Bildungs - Geschichte dir V$ge\;
fitstes Capitel.
Po n der Begattung,
Der Trieb zur Begattung, oder das Bemüheii
die in erhöhte Thätigkeit Versetzten Zeugungs-
organe zu gebrauchen , äüsfeert fcich bei den Vö-
geln in seiner ganzen Stärke in der Periode der
vollkommensten Ausbildung ihres Körpers. Die
mehresteii, besonders die kleineren Vogels wel-
che diese Periode schon am Ende ihres ersten
Lebensjahres erreichen, pflanzen sich nach lein-
mal überlebtem Winter fort. Die Raubvögel,
die gröfsfcren Hühner - artigen Vögel, die Sumpf-
und Wasser - Vögel* welche erst nach zwei,
ja sogar einige nach drei Jahren vollkommen
ausgebildet sind, begatten sich nach zwei oder
drei überlebten Wintern» Der Begauungstrieb
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äussert sich bei den Vögeln zwar in der Perio-
de der höchsten Ausbildung ihres Körpers, al-
lein nicht beständig, die Vögel sind nicht im- ,
mer zeugungsfähig, sondern er tritt nur in der
Periode der höchsten Tbätigkeit ihres jährli-
chen Lebens ein, in welcher alle Theile des
Körpers, namentlich das Gefieder, ihre höchste
Ausbildung erreicht haben. Diese letztere Pe-
riode hängt bei den meisten Vögeln von dem
Stande der Erde gegen die Sonne, oder von
den Jahreszeiten ab. Jedoch hat auch die Men-
ge der Nahrung, einen grofsen Einflufs, deren
leichte Erhaltung zwar meistens wieder von
dem Stande der Erde gegen die Sonne bedingt
ist. Die Vögel, welche die Länder der gemäs-
sigten Klimaten der nördlichen Hemisphäre der
Erde bewohnen , begatten sich gröfstentheils jm
Frühjahr a) , in den Monaten Alärtz , Apni und
May. Der Reitz der eintretenden Wärme, Jie
leichte Erhaltung der Nahrung, die hiervon ab-
hängende gröfsere Thätigkeit des Gefäfssystems
und die nun eintretende Absonderung der Zeu-
gungsflüssigkeiten sind die Hauptursachen des
eintretenden Begattungstriebs. Der Kreuzschna-
bel macht eine Ausnahme von der Regel, denn
er .begattet sich im Winter b)> in den Monaten
d) Aristoteles Hist. Animal. Lib. 5. Cap. 8« Genus avium
parte plurima vere, ac ineunte aestate coit, et parit, ex«
cepta alcyone, quac circa brumam parcre solita est.
In nördlichen Gegenden begattet sich der Eisvogel im März,
in südlichen aber im Januar oder Februar.
b) Nach Bechsteins Beobachtungen waren im Thüringer Wal«
de im Januar des Jahres 1195, °*ie meisten Gehecke des
■
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3
December, Januar oder Februar, seltener im
Märtz. Der Grund hievon scheint in der Nah-
jung dieses Vogels zu liegen, welche vorzüg-
lich aus Fichtensaamen besteht, den er in Men-
ge gerade im Winter erhalten kann a). Im
Märtz begatten sich die Rabenarten, die Elster,
die Sing - und Mistel - Drossel, der Wasser-
schwätzer ^Cinclus aquaticüs), die Spechtarten,
der Baumläufer, der Citronenfink, die Krickente
u.a.; im April der Schreiadler (Aquila naevia),
der Baumfalke (Talco subbuteoj, der rauhfüfsi-
ge Bufsard (Falco lagopus), die Schleiereule
(Strix flammea), der Staar, die Nachtigall, die
schwarzköpfige Grasmücke, die meisten Fin-
kenarten, die Meisen, die Lerchen, die Am-
mern, der Auerhahn, der Birkhahn, die Regen-
pfeifer, Brachvögel, Meerbühner, Steifsfüfse u. a.;
im May pflanzen sich die meisten Adlerarten
fort, der Sperber, der Thurmfalke, der Wen-
dehals, der Kuckuk, das Laubvögelchen (Mo-
tacilla trochilus), die Fliegenfänger, die oold-j.
drossel, die Trappen, die Schnepfen, die Was-
serläufer, der Kampfhabn, der Kranich, die
Meerschwalben, die Meven u. a. Im Allgemei-
nen findet man, dafs sich die eben genannten
Vögel in Italien, Spanien, und Griechenland
früher fortpflanzen, als in Schottland, Schwe-
Kreuzschnabels schon ausgeflogen, und da es viel Pich*
tensaamen gab, so wimmelte es von solchen jungen Vö*
geln in den Wäldern, obgleich das Thermometer zwischen
29 und 31 Grad unter dem Gefrierpunkt stand. Natur-
geschichte Deutschlands B. 3. S. 14. Ausg. 2.
t
«) Dies ist auch die Meinung Hanow's: in den Seltenheiten
der Natur B, 1. S. 2-]-].
I *
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4
den" und Noiftvegen. Nach eiiiem länge daü*
erndeh und strengen Winter begatten sich die '
Vögel später, und umgekehrt nach einem ge-
linden Winter und bei früh eintretendem Früh*
jähr begatten sie sich früher. Die alten Vögel
begatten sich eher als die jungen Vögel.
Die gezähmten Vögel, die Tauben, Hüb*
net, Kanarienvögel, Enten u. a. begatten sich
fast das ganze Jahr hindurch, (während der
strengsten Winterkälte und während der Zeit
des Maüserns ausgenommen) wenn sie an ei*
iiem warmen Ort gehalten werden und reichliche
Nahrung erhalten. Man kann den Begattungs-
trieb dieser Vögel dadurch beschleunigen und
erhöhen, wenn man ihnen ein sehr nahrhaftes
und stimulierendes Futter gibt, z. B. Waizen»
Hanfsaamen, Brod in Wein eingeweicht u. s. w*
Die Täuben werden besonders durch den Ge-
nuß der Fizebohnen (Vicia setiva nigra) zur
Begattung gereizt*
4
■
Die Vögel, welche die Länder des nördli*
chen karten Erdstrichs oder dessen Nähe be*
wohnen, pflanzen sich im May oder im Juny
fort. In Island, Lappland und Grönland a) bea
gattet sich die Schneeammer (Emberiza nivalis)
und der Leinfink (Fringilla linaria) im Mayj
der Lappländische Fink (Fring. lapponica), der
Weifsschwanz (Motacilla oenanthe), der ge-
streifte Strandläufer (Tringa striata), die Win*
r
■■' i i
«) Fabricius Fauna ÜrÖnlandtci*
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terent^ (Atias iriemalis), die verschiedenen Me*
venarten, die Alken, die Lummen und die See-
taucher begatten sich im Juni, An der Hud-
sonsbay ß) begaben sich die Schnee - und Win-
ter - Ammer, (Emberiza nivalis et fiiemalis),
der Lappländische Fink, der Hudsonische Fink*
die Uferlerche (Alauda alp<e$tris), den Eisvogel
prit <kin Halsbande (Alcedojalcyon) und die mei-
sten üi^igen; Vogel im May oder Juni. In Kamt-
schatka b) feeggtten sich die Bachstelzen im M*yr
wd die brüten erst im Ju&/.
» ,4 1 . . . * f.
•» » I •
I
» • * in« ■ - .... .
In d^ii Baadern zwischen den Wendekreis
$en, zum Beispiel in Cayenrie, sollen sich die
Vögel nach (Jer Angab«? Ba,]pn's c)^ in der Re*
. ' t v iJi Jj?,.l L. ,/UJ • I
m) I- R. Forster An Accourvl ^öt jthe Birds seift from Hud-
lon'j. Bay; with Observations relative to their ^aturtl
. Histqry Philos. Tiaitfactions Vol. $2, p. .382.
£) Stellet Beschreibung tyarats$atkaf. $. 196.
e) Cest dans la saison des pluies, que tous les oiseaux pon-
dent et couveiU. Pendant les grandes sechercsses", feurs
amour* paroifsent suspenduts; et cn- effef,! la naturc dans
cette saison semble ctre peu vivantc et peu reproduktive.
Le renpuvellement des pluics est le vrai tcms qui repond
au- prinfems d'Europe, et c'est aussi celui dans lequel la
nature paroit reprendre tous ses droits. Les quadrupedes
(Je toute espece se rechcxchcnt*. et les ojses*ux. 9,ui pen-
dant l'e'te restent caches dans les forets, reparoissent et
annoncent par leurs ramages, et leurs eris continuels, que
ccst la, le vrai tcms- de leurs amours. Mein, sur Cay-
. ww T- a. p- 35*
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I
1
6
genzelt fortpflanzen, z» B. der Mafail' (Penelo-
pe marail L.) begattet sich im December oder
Januar, der Kam ich i (Palemedea cornuta) im Ja-
nuar oder Februar! In Paraguay fangt die Zeit
der Fortpflanzung der Vögel, nach den Beobach-
tungen von Don Felix de Azara'a)> im August
an und dauert bis Ende Februars, jedoch wählt
jede Art von 'Vögeln vorzüglich einen Monat,
in welchem sie sich fortpflanzt. Dife meisten
Vögel dieser Länder, z. B. die Raubvögel, die
Papageien, die Tängaras, die Schwälb^ die
Eisvögel, die Nachtschwalben, die Reiher, die
Spornflügel u. a. begatten sich im October und
November. Im August Ttegattet sich der Nan-
du oder amerikanische Straufs (Rhea america-
na) £); im September "begattet sich der Kuruku
(Trogon); und im December der fylaguari (Ar-
dea magüari L.) c). Der afrikanische' Straufs
begattet sich im südlichen Afrika, nach den
Beobachtungen Lieh tensteins d), meistens in den
Wintefrmörfatt*n y ilSnillcrf im Julius^ August und
September, doch ftät'ltüri auch zu andern Zei-
ten Eyer von diesem Vogel gefunden. Der A 1-
batrofs < Diomedea J?^ul^Rg) pflanzt sich auf den
Falklands - Inseln im October fort e). Die Pin-
™— "^^™— "™^™— ^™
a) II est certain , que le tems de la ponte se prolonge au
Paraguay depuis le comroencement d'aout jusqu'a la fin du
Fevrier, mais chaque cspe'ce choisit le möis, qtri lui con-
vient le micux dans cet espace de tems. Voyages dans
l'Ame'rique Me'ridionale T. 3. p. II. .
b) Azara a. a. O. T. 4. p. 172.
c) ebenda*. T. 4. p. 184.
d) Reise ins südliche Afrika B. 2. S. 43.
#) Pennant Thiergeschichte der nördlichen Polarländer B. 2.
S. 4"jo.
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7
■ ■
guins begatten sich gegen den Monat Deeember,
denn Anderson a) fand in diesem Monat ihre
Ejer auf dem Lande Kerguelem (40 Gr. südl.
Breite). Seefahrer fanden im Monat December
eine grofse Menge von Skuameven fLarus ca-
tarractes L.), welche von den Schiffern auch
Pontegmontshüner genannt werden, in den
Christmas -Sund auf Terra del Fuego, die gerade
mit der Brut beschäftigt waren, b)
■
»
Viele Vogel pflanzen sich in den Ländern
der gemafsigten und kalten Klimaten nur ein-
mal im Jahr fort, namentlich die Raubvögel c),
der Schwarz - und Grünspecht, der Wendehals,
der Kuckuk, die Nachtigall, der schwarzköpfige
Sänger, der Wiedehopf, die Golddrossel, der
Kreuzschnabel, die Thurmschwalbe, die Schne-
pfen, die Regenpfeifer, der Kampf hahn, der
weifse Storch, und alle sogenannten Arctischen
Vögel, die Lummen, Alken, Eistaucher u. a»
Zu den Vögeln, welche sich zweimal im Jahr
fortpflanzen, gehören die Rabenarten, die Wür- ^
ger, die Drosseln, die meisten Finken und Mo-
tacillen, die Ammern, die Lerchen, die Meisen, ^
die Hausschwalbe, die Tauben, die Kibitze, die
Meerhühner, die Eidergans u, a» Die alten
ä) Cook Trois. Voy. T. i. p. Ii 2.
b) Pennant Thiergeschichte der nördlichen PolarlUnder B. 2.
S. 494.
c) Aristoteles Hist. Anim. Lib. 6. Volatilia, quae carne
vcfcuntur, non plus quam scmel anno pareie exploratum est.
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Haussperlinge pflanzen sich selbst drei Bis vier-
mal im Jahre fort; die jungen hingegen nur.
zweimal. Die wiederholte Begattungszeit im
Jahr hängt immer von der günstigen Witterung
uncl von der Menge der Nahrung ab» In den
Ländern der warmen Zone, z. B. in Cayenne,
VO das ganze Jahr hindurch eine warme Tem-
peratur herrscht und Ueberflufs an Nahrung
vorhanden ist, pflanzen sich die kleinen Vqße\
nach dem Zeugnisse Bajon's d), vier - bis fünf-
mal im Jahr fort; die grofsen Vögel aber pflanzen
sich nur ein - oder zweimal fort. Zu den Vö-
geln, welche sich nur einmal im Jahr fortpflan-
zen, gehören die Adler, der Touyouyou oder
JVIaguari (Ardea maguari L.)> der Kamichi, der
Flamingo, die Hocko's u. a. Zu denen, weU
che sich zwei bis dreimal im Jahr fortpflan-
zen, werden die Papageien, die Tangaras* die
wilden Tauben, die Feldhühner, die Wachteln,,
die Marails (Penelope), die Parraquas (Phasia-
ims.parraqua Lath.), <Jie Agamis (Psophia crepi-.
■
a) a, a. O. T. 2. p. 347. L'unifonnrte de hi temperature.
de cctte eontre'e, est sans doute cause que la plupart de*
oiseaux pondent et couvcnt plusieurs fois par an, et que;
quelques especes n'ont aueun tems regle' pour leurs amours,
ainsi qu'on l'obserye dans presque tous les petits oiseaux,
qui nichent assez indistinetement pendant toute Tannee.
II n'en est eependant pas de meine des grands, Hs fbnt
beaueoup moins de pontes par an,, et la saison de* pluj«
est la seule ou ils couvcnt. II suit de - la, que le nom-
ine des couve'e* que fbnt les oiseaux de la Curane , varie
a leuc grosseur. Les plus petits font quatre et cinq cou-
yees par an, ceux d'uije ipqycnne grosseur deux ou trpis^
et Ics plus grands n'en font coromunement qu'unc.
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tans) *)* die Schnepfen, die Enten, Tauche*
u. a. gezählt. Der Puter brütet auf den Antil-
len b) drei bis viermal.
■ ■»
i
* * Im'
$•5*
Vögel, welche sich ursprünglich in den Lan-
dern zwischen den Wendekreisen oder in deren
Nähe aufhalten, verlieren in der Regel in den
Ländern der kalten Klimaten, so wie ähnliche
Säugthiere, ihre Zeugungskraft. [Man hat nur
wenige Beispiele, dafs sich Papageien in Europa
fortgepflanzt haben. Buffon r) erzählt, dafs sich
ein rapageien - Pärchen zu Marmande fünf bis
sechs Jahre hindurch jeden Frühling begattet
habe, und dafs das Weibchen jedesmal vier Eyer
legte und ausbrütete; die Jungen wurden von
beiden Eltern aufgezogen. Auch Labat d) gibt
an, dafs ein Papageien - Pärchen zu Paris eini-
gemal Eyer gezeigt und ausgebrütet habe* Ben-
galis, Senegali's und andere Indische und Afri-
kanische Vogel sollen zuweilen in Frankreich
bei gunstigen äufsera Umständen Junge gezeugt
haben r). In England begatteten sich , nach dem
Zeugnisse Harveys /), zwei Afrikanische Strayfse,
a) Buffon Ausgabe von Sannini T. i. p. 19.
b) Du Tertre Histoire generale des Antillcs T. 2. p. 2.66-
c) Edition par Sonnini T. 63. p. 105.
d) Nouvcjlle Voy. aux Ües 4« l'Amerique X- 2. p- ^Q.
e) Daudin Ornithologie T. \. p. 155.
f) Excrc. de generatione p. 14.
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}
10
Sie brachten aber keine Eyer zur Welt. In Pa-
ris a) haben die Afrikanischen Straufsen biswei-
len Eyer gelegt, allein sie waren unfruchtbar und
konnten nicht ausgebrütet werden. Aehnliche
Beispiele hat man auch von Papageien und an-
deren Vögeln b).
> ' . - . - • ■ < «•
§. 6»
T
I
* , . • J S- v
Zur Zeit der Begattung sind die Vögel in
ihrem schönsten Federschmuck; ja mehrere Vö-
gelmännchen erhalten in dieser Zeit ein beson-
deres Gefieder, welches sie nach der Begattung
verlieren. So zeichnet sich nach Barrow c) das
Männchen des Cardinais (Loxia orix) am Gap,
den Frühling und Sommer hindurch während
der Fortpflanzungs- Zeit; durch sein, schönes Ge-
fieder aus, der Hals, die Brust, und der Rücken
sind schön carmoisinroth , die Kehle und der
Unterleib sind glänzend schwarz; nach dieser
Zeit verlieren sich die schönen Farben, und es
nimmt die braune Farbe des Weibchens an.
Auch das Männchen des langgeschwänzten
Dickschnabels (Loxia, caffra} hat, nach dem
Zeugnisse Barrow's d), zur Zeit der Liebe fünf-
a) Buffon cd. de Sonnini T. 23. p. 253.
Mera. pour servir a l'hiit. de« animaux P. 2. p. 133*
b) Hill hi story of animals p. 360.
Bomarc Dict. de l'hist. natur. T. p. 368«
Book. Naturgeschichte von Preufscn B. 2. S. 292.
c) Reise ins südliche Afrika S. 237.
d) a. a. O. S. 238.
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II
zehn Zoll lange Schwanzfedern, welche senk-
recht auf dem nur fünf Zoll langen Körper ste-
hen; im Winter sind die Schwanzfedern kurz
und liegen wie beim Weibchen horizontal. Den
hühnerartigen Vögeln schwellen zur Begattungs-
zeit die Kämme, Kehllappen und Gesichtswar-
zen an, wie schon Karvey a) angibt. Der
Kropfgans wächst im Frühjahr zur Begattungs-
zeit ein grofser runder Höcker an der Wurzel
des Schnabels empor, welcher schwammig, weich
und fleischfarbig ist, und der sich im Sommer
nach der Begattungszeit wieder verliert b). Der
weifse oder bräunliche Schnabel der Kernbeis-
ser, der Finken, der Emmerlinge, der Hänf-
linge u. a. nimmt im Frühling zur Begattungs-
zeit eine blaue Farbe an, die zur Mauserzeit
wieder verschwindet c).
* ■ »
i
$♦ 7-
Zur Begattungszeit nehmen die Hoden, wel-
che man im Winter bei vielen Vögeln kaum er-
»
a) Exerc. de Generat. p. 16. Ornamenta, ut apex, crista,
palearia et similia, quib.us fastuosa animalia superbiunt,
maribus potius ut plurimum tribuuntur, quam foeminis:
uti etiam artna; puta dentes, cornua, calcaria etc., quibus
ad praclia utuntur. Suntque haec in maribus eo potissi-
in um tempore conspicua, quo foenellarum venustas, gene-
randique dcsiderium eos primum urit.
p
b) Bechsreins Naturgeschichte der Vögel Deutschlands B. 4.
Abthl. 2. S. 747.
e). Zorns Petinotheologic Th. 2. S. 31.
-
>
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12
kennen kann, ungemein an Grofse zu a), vor-
züglich bei denen Vögeln , welche in Polygamie
leben. Bei den Weibchen schwellen die Kyer-.
Stöcke an, sie werden blutreicher, und die an*
fangs kaum merklichen Dotter wachsen und
nehmen eine gelbliche Farbe an. Auch der By>
crleiter und die Gebärmutter wird gefäfsreieber,
und die Absonderung des Kyweifses beginnet.
Alle diese Erscheinungen sind Aeufserungan ei*
Ties erhöhten Vegetationsprozesses. In dieseft
Periode nimmt auch die Stimme der Vögel an
Stärke und Melodie zu. Die Zeit der Liebe
ist die eigentliche Periode des Gesanges für die
Singvögel. Die stärkere Stimme und der melo*
dienreichere Gesang sind offenbar die Folge ei-
nes erhöhten Lebens der Vögel. Sobald die Pe-»
riode der Fortpflanzung vorüber ist hört der
Gesang auf, der dann bei einer etwaigen zwei-
ten Fortpflanzung im Jahr von neuem, doch
schwächer, beginnt. Merkwürdig ist, was Oli-
na b) von den in Käfigen gehaltenen Nachti-
gallen anführet, nämlich man könne sie dadurch
zum Singen reizen,, dafs man Zibeth in ihre«
Käfig legt. Vielleicht reizt dieses Mittel die
[Nachtigallen zur Liebe, und bringt dadurch
den Gesang hervor.
& fr ' " "\ '
Mit dem Eintritt des Fortpflanzungstriebs
suchen die Männchen die Weibchen auf, sie
4z) Aristoteles de Generat-ione sagt: Galforum testes tempore
eoitus magis conspkui sunt. Hist. Animal. Lib. 3. G. I.
$) UtceHicra, c vero discorso dclla natura di diverse uccelli.
Roma 1^22. in 4. p. 3.
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13
bemühen sich dieselben durch Liebkosungen
und durch anhaltendes Begleiten und Verfolgen
•zu gewinnen. Sehr häufig entstehen zwischen
den Männchen Kämpfe um den Besitz der Weib-
chen, wie diefs von den Kampfhähnen (TringA
pugnax), den Haushähnen, den Birkhähnen, den
Wachteln, den Trappen, den Meerhähnen (Gal-
linula) u. a* bekannt ist. Diese Kämpfe, welche
auch bei sehr vielen Säugthieren statt finden ,
scheinen für die Erhaltung einer kräftigen Nach*
kommenschaft sehr wichtig zu sejn, denn nur
die stärksten und kräftigsten Männchen pflanzen
das Geschlecht fort, die schwachen jungen und
zu alten, zur Zeugung nicht so tüchtigen Mann*
chen werden überwunden und vom Zeugungs-
geschäft entfernt. Die Männchen der meisten
Vögel erwählen oder erkämpfen sich nur ein
Weibchen, z. B. die Raubvögel, die Klettervö-
gel, die Singvögel, die Tauben, die Wachteln,
und die meisten Sumpf - und Schwimmvögel; sie
leben in Monogamie. Die hühnerartigen Vögel
Und der Strauft a) leben, wie die Wiederkäuer
aus der Klasse der Säugthiere, in Polygamie. Der
Grund hiervon mag wohl theils darin liegen,
dafs sich diese von vegetabilischen Substanzen
lebenden Vtgel leicht eine grofse Menge von
Nahrung verschaffen können und dafs sie folg-
lich viel Blut Und viel Saamen erzeugen; theils
mag er darin liegen, dafs sie wenig oder gar
nicht fliegen, und dafs folglich eine geringe Men-
ge von Krnährüngs - Flüssigkeiten durch die Be-
wegung consumirt wird. Die in Polygamie le-
benden Vögel haben kleine Lunge und wenig
■
«) Barrow a. a. O. S« £)t. und Lidtsenstein a. a. O. B. 2.
S. 42*
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14
verbreitete Luftsäcke, auch halten sie sich in
den niederen Luftschichten auf, die wenig Oxy-
gen enthalten, folglich ist ihr Blut wenip öxy-
dirt und sehr reich an combustiblen Bestandtei-
len, an Kohlenstoff und Stickstoff, und daher ist
es vielleicht zur Absonderung des, vorzüglich
aus lezterem Stoffe bestehenden, Saamens ge-
schickter. Diese Ursache bewirkt vielleicht auch
die grofse Fruchtbarkeit der Amphibien, der Fi-
sche, der Crustaceen und Mollusken. Mehrere
Vögel welche im Naturzustande in Monogamie
leben z. B. die Enten und Gänse leben gezähmt
in Polygamie; eine reichliche Nahrung scheint
die Ursache hiervon zu seyn.
■
Die Männchen und Weibchen erzeugen sich
wechselseitig vor dem Begattungsact mancherlei
Liebkosungen. Die Tauben a)9 die Blutfinken
u. a. schnäbeln sich. Die Schwane umschlingen
sich mit ihrem schlangenförmigen Hals und sto-
fsen helle Töne aus. Der Haussperling bläht
sich auf, läfst die Flügel herabhängen, hüpft
um das Weibchen herum und läfst oft seine Stim-
me hören. Der Spottvogel (Turdus polyglot-
tus) b) hüpft tanzend um das Weibchen herum.
a) Arist. H. A. Lib. 6. C. 2.
Peculiare columbis illud etiam ett, ut in coitu, nisi
ante mutuo osculentur, mas non ascendat. Sed junior sit,
an senior interest: senior enim primum coitum osculo ex«
orditur: sequentem et sine osculo agat. At junior quo«
tius übet coire, toties osculatur.
b) Descourtilz Voy. a St. Dominque T. 2. p. 411. Nous sur-
primes un couplc de moqueurs (merlc cendre de St. Do-
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15
Die Schnepfe a) geht mit vielen Verbeugungen
um das Weibchen, schlägt mit ihrem kur-
zen Schwänze ein Rad, läfst die Flügel auf dem
Boden schleifen, bläht sich auf, legt den Schna-
bel am Hals herunter und stöfst zärtliche Töne
au*. Der Puter und der Pfau sträubt die Fe-
dern, schlägt ein Rad und geht gravitätisch um
das Weibchen herum. Die Waldhühner, z. B.
der Auerhahn , der Birkhahn und der Kragenhahn
(Tetrao umbellus) in Nordamerika, lassen in der
Frühe vor Tagesanbruch ihre Stimme hören,
schlagen mit ihrem Schwänze ein Rad, und ma-
chen mancherlei sonderbare Gebährden, ja sie
sind oft so hitzig, dafs man sie im Walde, wenn
man sie in ihrer Stellung zur Paarung antrifft,
wegnehmen kann b). Der Begattungsact selbst
wird auf der Erde, oder auf einem Baum, voll-
zogen. Das Männchen springt auf den Rücken
des Weibchens c), welches sich gewöhnlich auf \
die Erde niedersenkt. Die Weibchen der Stör-
che, der Kraniche d) und der Reiher sollen sich
minque) dans leg preludet de leurs amours; Iis semblent
damer un menoet, et ne s'approcbent lun de i'autre qu*a*
pTes avoir fait plusieures figures.
a) Bechstein Naturg. der Vögel Deutschlands B. 4. S. 166.
b) Bechstein a. a. O. B. 3. S. 1307.
0) Arisoteles Hist. Anim. Lib. 5. C $. Genus avium omne
eodem illo ac simplici moie conjungitur, nempe foerainam
mare supergrediente.
4> Aristoteles ib. Ca. Conus avibus duobus modis, foemi-
«a hnjoi consideate uf i° gaUina, aut stante ut in grui-
bus; et quae ita coeuat rem quam ceierrime peragunt ut
passeres. . - • ?b 1 .
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bei der Begattung nickt niederbeugen , söndern
aufrecht stehen bleiben. Das Männchen sucht
«sich durchs Schwingen der Flügel im Gleichge-
wicht zu erhalten, oder es hält sich mit dem
Schnabel an den Kopffedern fest. Das Weib-
chen bewegt die Schwanzfedern zur Seite und
öffnet die Kloake, üm die aus der etwas nach
aufsen umgestülpten Kloake des Männchens her-
vortretende Warzen oder die Ruthe a) aufzu-
nehmen. Der Act selbst dauert nur einige Se-
kunden b) , wird aber meistens mehrmals hinter
ä) Harvey de Generat. p. iß. in Struthione mare, intra
pudendi orifictum, tanquam in equi praeputio, praegran-
dem glandem, et nervum rubicundura, forma et magnitu-
dine linguae cervinae, aut bobulae minoris, reperi; quem
in coitu rigidum et aliquantulum aduneum vibrare saepiüs
vidi; et in fotminae vulvam imroissura, sine subagitatione
ulla, diutius tenere: perinde ac st davo aliquo ambo in
cofcu coiligati essent: dum interea tempori», capitis colli*
que gesticulationibus mire perstreperant, (quasi Hymenaeo
annuissent), ingentemque voluptatis sensum exprimerent.
tiarrey a. a. O. p. 17. Gallo, (cui penis deest) idera,
credo contingit, quod avibus minoribur; quae celeriter, et
affrictu duntaxat coitum perficiunr. Junctis nempe saepius
utriusque (galli et gallinae) pudendorum orificii;, (quae foras
eversa protuberans rigent, glandisque in morem tendun-
tur; praeeipue vero maris, qüod foeminam interius dunta-
xat lambit, rton autem, ut arbitror ingreditur; ) vere
repetitis suaviis, non uno longiore initu, coitum cele-
brant.
I) Haller Physiolog. in 4 T. 8- P- -T Aves celerrime ve-
nereo rhu defunguntur, ut v\xi nisi in majoribuf, penem
corpus foeminae videas subire. Issident vero dorsift fc*
minarum, quae uropygium deteguntt ut mari fiivtant.
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einander ödef an einem Tag wiederholt. Der .
Auerhahn tritt die Henne acht bis zehnmal hin- ■
tereinandef ; die weifse Bachstelze gegen zwölf-
mal; der Sperling wohl zwanzigmal. Der Haus-
hahn, exerciert den Coitus wohl fünfzig mal an > ^
einem Tag. Sowohl die Männchen als die Weib-
chen der Vögel sind sehr wohllüstig a\ Nach
der Begattung bewegen die Vögel ihre Haut nebst
den Federn, oder sie schütteln sich b), und brin-
gen die Federn wieder mit dem Schnabel in Ord-
nung ; die Ganse Und Enten baden sieb*
§. io.
In der Regel begatten sich nur Mannchen
und Weibchen einer Art, selbst nur einer Varie-
«) Harvey a. a. 0. p. 24. Phasianus mas , in aviario deten-
tus, adeo flagranti libidine aestuat, ut nisi complures fot»
niellas, (ad minimom sex) habnerit, eas i terato saepius cok*
tu male mutetet; et fbecurrditatem impediat potius, quam
prorooveat. Vidi aliquando foemeUam phasianum, a gallo
simul concltiso (quem nee occuldando sese, neque aufu*
giendo, evitare poterat) adeo delassatam, dorsoque ob Irc-
quenttores ejus insultos deplumem, ut tandem miserii mo*
dis exagitata, prae nioerore deficeret. In eadem tarnen
dissecta, ovotuio ne rudimenta quidem inveni. p. 25. Si 01 Hit er
. ibemeHae alfquae in libidinem adeo proclives sunt, ut
mares suos morsiuneulis vcllicent (quasi in au rein veneria
gaudia insusursarent) supersiliant, aliisque artibus ad coi-
tum invitent: in quo numero sunt columbae et pafseres.
t
b) Aristoteles Hist. Anim. Lib. 6. C. Ct. Inhorrescunt (aves)
a coitu, ac se excutiont, laepe ctiam festuca aliqua se se
lustrant : quod idem edito ovo interdom faciunt. Colum-
bae caudam distendunt, änsercs sese aquis ingurgitant.
»
■r
■
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>8
tat. Wenn man mehrere Tauben - Varietäten
mit einander halt, so paaren sich gewöhnlich
die Männchen und Weibchen einer Varietät a).
Nach Bechstein's b) Beobachtungen halten sich
selbst immer die Varietäten der weifsen Sägetau-
cher (Mergus albellus) zu einander und paaren
sich zusammen. Wenn Männchen einer Art keine
Weibeben derselben Art finden, mit denen sie sich
begatten können, so begatten sie sich mit Weib-
chen anderer Arten, jedoch gewöhnlich von
derselben Gattung oder von demselben Ge-
schlechte. Im freien oder wilden Zustande sind
Beispiele von solcher Vermischung verschiede-
ner Arten selten, doch fehlen sie nicht; so sah
Bechstein c) die Begattung der Rabenkrähe (Cor-
vus corone) mit der Nebelkrähe (Corvus cor-
nix). Sehr häufig kommen Vermischungen ver-
schiedener Arten bei den gezähmten Vögeln
vor. Der zahme Kanarienvogel begattet sich
mit dem Buchfink (Fringilla coelebs), mit dem
Hänfling (Fr. cannabina) d), mit dem Citronen-
zeisig (Fr* serinus), mit dem Bergzeisig (Fr. Ii-
naria), mit dem Erlenzeisig (Fr. spinus), mit dem
Distelfink (Fr. carduelis) e), mit dem Haussper-
ling, selbst mit dem Grünling (Loxia chloris)
m) Gravenhorst über Bastarderzeugung in Voigt** Magazin
für den neuesten Zustand der Naturkunde B. n. St. 3.
S. 193-
*) Naturgeschichte der Vögel B. 4. Abthl. 2.
■ *
#) a. a. O. B. 2. S. 1194.
d) Sprenger, Opuscula physico - snathematica p. 38*
e) Willoughby Ornithologia p. 10.
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*9
und mit dem Gimpel (Loxia pyrrhula) a). Bech-
stein b) sah sogar die Begattung eines Nachtigal-
len Männchen mit einem Canarienvogel - Weib-
chen. Die Haustaube begattet sich mit anderen
Taubenarten c); die Turteltaube mit der Lach-
taube d). Der Haushahn begattet sich mit der
Fasanenhenne und mit dem Perlhuhn (Numida
meleagris) e). Der gemeine Fasan begattet sich
mit dem Gold - und Silber - Fasan f). Der Pu-
ter begattet sich mit der Haushenne g) , mit dem
Pfauenweibchen, ja sogar mit Enten h). Die
Auerhenne soll sich auch, nach Bechsteins An-
gabe, vom Birkhahn, vom Haushahn und Trut-
hahn treten lassen. Die Knäkente (Anas quer-
quedala) begattet sich mit der Spatelente (Anas
glaucion) i). Die Bisamente begattet sich mit
der gemeinen zahmen Ente. Fr. Cuvier k) sah
die Begattung eines männlichen Singschwans mit
ä) Bcchsteiit a. a. O. B. 3. S. 187* und Harvicux du Serin
de Canarie p. 2.
b) a a. O. B. 3. S. 187.
e) De Serre im Theatre d'Agriculture p. 468« 479*
d) Gravenhorst a. a, O.
e) Harvey de Gener. p. 142.
f) Gravenhorst a. a. O.
g) Sperling, Zoolog, physic. p. 367,
h) Physic. Belustig. B. 1. St. 5. S. 392.
i) Geoffroy in d. Annal. du Mus. T. 7. p. 220.
Kr) Observations sur l'accouplement d*un eigne chanteur male
et d*une oie domestique fcmclle Descriptkm du mulet
qui en est provenu in d. Annal. du Museum d'hist. natur.
T. 12, p. 119.
2 *
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20
einer weiblichen zahmen Gans. Harvey d) sah
die Begattung einer männlichen Fnte mit einer
Henne.
*
§. in .
Die Vermischung der Arten einer Gattung*
oder doch sehr verwandter Gattungen, sind in
der Regel fruchtbar, und es werden Bastarde
gezeugt, welche theils den Männchen theils den
Weibchen der sich mit einander begattet haben-
den Vögel ähnlich sind b). Dies ist der Fall
bei der Vermischung der Kanarienvögel mit dem
Hänfling und den übrigen zuvor angegebenen
Arten. Sprenger c) liefs ein Weibchen des Ka-
narienvogels und eift Männchen des Hänflings
sich miteinander begatten, das Weibchen ltgte
drei Eyer, nach dreizehn Tagen erhielt er aus
diesen bebrüteten Eyern zwei Junge, ein Männ-
chen und ein Weibchen. Beide waren ein Mit-
telschlag zwischen dem Kanarienvogel und dem
Hänfling, sie hatten den Schnabel des Hänflings,
uad waren von dunkelgrauer Farbe; das Männ-
chen hatte auf der Brust einen schwach gelben
ä) De Generat. p. £4. ObffcrVavi etiam anatem marem,
conjuge carcntem, et cum gallina commoranten, tanta li-
bidine aestuare ut gallinam juvenculam quoquo versum
per boras aliquot insectaretur, rostro vellicaret, tandemque
in defatigatam inrilierit, stuprnmque pati coegerit.
i) Gmelin in s. Oratio inaug. de speeiebus plantar, p. 24.
nimmt irrig an, dafs die Bastarde der Xbiere immer den-
jenigen Eitern gleichen, dessen Geschlecht sie erhalten
haben,
#) a. a. O.
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Flecke», das Weibchen' aber nicht Die Ba-
starde, welche aus der Vermischung des Haus-
sperlings mit dem Kanarienvogel hervorgehen,
haben von beiden Eltern die Farbe. Die Ba-
starde, welche von dem Weibchen des Kana-
rienvogels und von dem Männchen des Distel-
finks erzeugt werden;, ha&en den Schnabel, den
Kopf, die Füfse und den Schwanz wie der Di-
stelfink, der Leib aber gleicht mehr dem des
Kanarienvogels. . Die Begattung der Haustaube
mit andern Taubenarten 'i so wie die Begattung
des Haushahns mit dem gemeinen Fasan, mit
dem Gold * und Silber Fasan sind in der Re*
gel fruchtbar, und die erzeugten Bastarde glei-
chen beiden Eltern« Auch die zuvor angeführte
Begattung des männlichem Singschwans mit der
Gans war fruchtbar; der erzeugte Bäatartl glich
der Mutter mehr als dem Vater, jedoch war
er gröfser als die Mutten Die Vermischung
der Vögel aus verschiedenen Gattungen und
Ordnungen sind in der Regel unfruchtbar 4 so
waren JJ. die nach der Begattung eines, Naqh-*
tigallen - Männchens mit einem Kanarienvogel-
Weibchens gelegten IJyer Windeyei; 0,). Ed-
wards b) wiU zwar einen Bastard von einem
Puter und einem Fasan gesehen haben. Es sol-
len sogar Bastarde von einer Ente und einem
HauÄhahn gezeugt worden seyn; Taube c)%
a) Bechstein a. a. Q.
h) Q. Edwards An account of a bird nippotod to be bet
ween a turk*y ani phasant in o\ Phil. Transact. V. iq6o
*) Beytrage 2«r Naturkunde de« Hcraogthumi Lüneburg.
Halle 1768. 8- & S. 2*n. der Bastard von einer Ente
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22
Bechstein a) u. ä. führen solche Beispiele an-
Endlich will man auch Bastarde von einem Pu-
ter und einer Ente gesehen haben b). Solche
Bastarde bezweifele ich sehr.
- * *
§•12*
• -
Die Bastarde der Vögel sind in der Regel
unfruchtbar c), nämlich dann, wenn sie sich
unter sich -begatten. - Begatten sie sich aber mit
einer der beiden Hauptarten, von denen sie er-
zeugt worden sind, so zeugen sie fruchtbare
Nachkommen, welche nach einigen Generatio«
tien wieder in diejenige Hauptart zurück gehen,
mit der sie sich immer von neuem begattet ha-
ben d). Nach der Angabe Bechsteins e) zeugen
und einem Hahn toll Hahnenfüße und zum Theil einen
Hahnenschnabel gehabt haben.
«) a. a. O. B. 4/ Abthl. 2. S. 1093 führt unter Nro. 4,
Bastarde von einer Ente und dem Haushahn an, und ci*
tirt Pallas Naturg. merkw. Thiere XI. 3*7. Er sagt: ihre
hauptsächlichsten Abweichungen bestehen im Schnabel und
in den Füfsen. Der Unterschnabel ist von einer Ente,
der Oberkiefer von einem Hahn. Stellung und Gestalt
an den Füfsen ist von der Ente, doch sind die Hühner«
krallen da und die Schwimmhaut fehlt. Die übrige Gt-
stalt ist der Ente gleich u. s. w.
J) Physika!. Belustig, a. a. O. S. 392.
e) Klein Prodrom« de avjbus p. 88-
d) Gravenhorst a. a. O. Sprenger a. a. O.
Arnauld de Nobleville et Salerne Histoire natur. det
animaux T. 3. p. 449. '
e) a. a. O. B. 3. S. 188-
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die Bastarde vom Kanarienvogel und Stieglitz,
so wie auch vom ersteren und vom Zeisig un-
tereinander fruchtbare Junge; doch bemerkt
man, dafs die Bastarde im ersten Jahre ganz
kleine erbsengrofse Eyer legen und schwächli-
che Junge bekommen, im folgenden Jahre aber
bringen sie gröfsere und stärkere Junge aus.
Der Begattungstrieb ist bei den Vögeln so
stark, dafs sich selbst Männchen mit Männ-
chen und Weibchen mit Weibchen zu begatteil
suchen. Wenn ein Hahn keine Henne hat, so
sucht er andere Hahne zu treten a\ Die Tau- j
benweibchen bemühen sich andere Taubenweib- 4
chen zu treten b). Wenn die Pfauenhennen
m) Aristoteles Hist Animal. L. 9. C. g. sagt von den Hah-
*
nen die in den Tempeln gehalten wurden: Ubi sine foc-
minis munerarii, dicatique versantur Galünacei, non te-
mere eum qui nuper dicatus accesserit, omnes subigunt.
Nach Plutarch, Lib. num bruta rattone utuntur, gab ei
ein Gesetz, welchem zufolge solche Hähne lebendig ver-
brannt wurden.
* t ■
Harvey de Gener. p. 24. Gallus gallinaceus in prae.
lio victor, non modo in superati eonjuges, sed in ipsum
victum quoque libidinem suam exercet.
b) Aristoteles H. A. L. 6. C. 2. Igitur hic ritus cojumba-
rum proprius est, atque ctiam ille, ut foeminae saliant,
ac supergressu mutuo agunt, si mas non sit, et cum oscu-
lo, ut mar es: et qdamvis nihil altera emittat itr alteram,
tarnen plura ova, quam ex maris coitu pariunt. Verum
nullus hic enascitur pullus, sed sunt omnia irrita.
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24
keine Marmchen haben, so treten sie sich zuweilen
unter einander und legen alsdann Windeyer a)i
Wenn sich die Vögel nicht begatten können*
so erkranken sie leicht und sterben h)*
Zweites Capitel.
■
Von dem Nette
*
JL'ie Männchen und Weibchen der in Mono»*
garoie lebenden« Vögel halten sich nach des
♦
ä) Bechstcin. a. a. O. H. 3. S. uo£.
* .
h) Aristoteles de Gene/at. Anim, Ljb. 3. Aves morbo labo~
rare, et intcrire nisi pariunt.
Harvieux Tcaitc du serin des Canaries p. 130.
«) AU>y. Ferd. Graf Marsigli beschreibt und bildet viele
Nester und Eyer ab in seiner Schrift: Danubius Panonico»
Mysicus. Hagae Com it. 1*726. gr. fok T. 5. p. 133.
Albert Seba liefert die Beschreibung und Abbildung der
Nester einiger ausländischen Vögel in s. Locupletissimus
Kerum natuiak Jhesaurus Amsterd 1*734. jp. fot Ti
Tab. 68-
Co rite Giuseppe Zinaivn* Deila uova e dei nidi degli
ucelli. Vcnczia 1737. 4.
Job. Heinr. Zorn beschreibt die Nester mehrerer Vogel
sehr gut, in seiner Petmothcplogie. Pappeuhcim 1742. ^
■
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Begattung zusammen, sie bauen das Nest, brü-
ten und ziehen die Jungen auf. Sie beweisen
sich während dieser Zeit sehr viel Anhänglich-
keit und Zuneigung ö). Gewöhnlich bleiben
sie nur dasselbe Jahr vereint, so lange die Zeit
der Begattung und der Brut dauert. Einige
Vögel* z. B. die Sehwalben, scheinen sich für
ihr ganzes Leben. zu verbinden, '$der doch we-
nigstens für einige Jahre. Zu dieser Vermuthung
berechtigen die Versuche Spallanzani's b), wel-
cher dem Männchen ux\d Weibchen eines Schwal-
«» *
— " : ■ T , , ,
G. W. Steiler Observat Jones quacdam nidos et ova avium
concernentes in d. ^ov. Qommentas. A«u|. PctropoJ. T. 4.
Wem. p. 411.
Sammlung von Nestern und Evern unterschiedener Vo-
gel, gestochen und herausgegeben von Adam ^.udwig
Wirsing, beschrieben von D. Frid. Chr. Günther. Nürn-
berg 1772 — 77. fol.
Max. Mari Difs. de Qvis,, Nidis $t Pullis Avium. Landis«
huti i-8 12.' 8-
4) Buffbn Hist. naturelle edit, de Sonnini T. 37. p. 405.
Dans les oiseaux il y a plus de tendrefse, plus d'attache«
ment, phis de moralc en amour, c^uoique les fonds phy-
siques en font peut - etre encore plus grands que dans
les quadrupedes; k peine peut - on citer, dans, ceux ci,
quelques excmples de chastete*. conjugate, et encore moins
des so ins des peres pour leur progehiture; au lieu qu$
dans les oiseaux, ce sont les exemples contra i res qui sont
jarcs, jusqu'a l'acception de ceux de nos pafse - cours et
de quelques autres especes , y tous paroifsent s'unir par un
pacte constant, et qu't dure au moins aussi long - tems
qnc ledocation de leur petits«.
*) Voyag. dans les deux Sicilcs T. 6. p. 5.
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26
ben - Pärchens, das in seiner Wohnung brütete,
Faden an die Füfse band, um sie zu erkennen,
zwei Jahre lang kehrte das Pärchen regelmäfsig
in seine Wohnung zurück um wieder im al-
ten Neste zu brüten. Die Weibchen der in Po-
lygamie lebenden Vögel verlassen nach der Be-
gattungszeit die Männchen um das Nest zu bauen
und zu brüten» Die Männchen irren dann al-
lein herum.
w
§• 15.
— — r \ +
Es ist nur ein Vogel bekannt, welcher kein
Nest baut, sondern seine Eyer in das Nest In-
sectenfressender Vögel legt, dies ist der. in den
Ländern der kalten und gemäfsrgten Klimaten
lebende Kuckuk au Keineswegs ist dies aber
eine allen Arten dieser Gattung zukommende
Eigentümlichkeit, denn diejenigen Arten, wel-
che sich in den Ländern der wärmern Klima-
ten aufhalten, bauen Nester und brüten, z. B.
der Carolinische Kuckuk (Cucul. americanus)
baut sein Nest gewöhnlich im Junius auf Apfel-
bäumen; das Nest besteht aus kleinen Reisern
und zarten Wurzeln b). Die in Südamerika le-
benden Kuckuksarten bauen Nester und brüten,
z. B der Tingazu - Kuckuk (Cuc. cayanus Lat.),
und der punktirte Kuckuk (C. punetulatus) c);
so auch der Huhu oder Aegyptische Kuckuk
ä) Wie schon Aristoteles angibt: Hist. An. Lib. 19. Cap.
20. ed. Schneiden: Cucfilus ut alibi dictum est, nidum
non aedificat, sed in alrents parit:
2) Pennant Thicrgeschithte der nördlichen Polarländer B. 2.
S. 252.
*
c) Don Felix de Azara Voy. T. 4»,p. 32.
s
s
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27
(C. aegypticus Lat.) et), und der Honig -Kuckuk
(C. indicator) b). Die Ursache, warum der in
Europa vorkommende Kuckuk nicht brütet,
glaubte Herissant c) in der Lage des grofsen
Magens auf den dünnen Bedeckungen des Bau-
ches zu finden, welcher die Byer bei der Brut
zerdrücken sollte. Bloch d) verwarf mit Recht
diese Meinung, weil er bei vielen andern Vö-
geln dieselbe Lage de« Magens fand, z. B. bei
dem Käuzchen, bei der Mandelkrähe, bei dem
Ziegenmelker, bei dem Wasserhuhn u. a., wel-
che aber dennoch ihre Byer selbst ausbrüten»
Eduard Jenner e) zeigte durch eine Berechnung
der Zeit, binnen welcher sich der Kuckuk in
Europa aufhält, dafs dieser Vogel nur aus dem
Grunde kein Nest baue, weil er sich zu kurze
Zeit in Europa aufhalte. Eine Meinung, wel-
che auch Bechstein f) angenommen hat.
N
t
•
a) Sonnini Voyagc tn Egypte T. l. p. 341.
^
■
b) Le Vaillant Voy. dam lintericui de l'Afrique p. 360.
e) Observ. anatom. sur les organes de la digestion du Cou-
cou in de Mem. de l'Ac des Sc. de Paris Ann.
Mem p. 41*7.
rf) Ornithologische Rhapsodien in d. Beschäftig, d. Berlin.
Gesell*, naturforschender Freunde B. 4. S. 582.
e) Observations on the naturel history of the Cuckoc in d.
Philos. Transact. Y. 1*788* P* &*9> übers, in Roiler's Jour*
nal de Physiche.
/) Von den Kuckuken in Deutschland in Lichtenbergs Ma-
gazin f. d. Neuesten aus. d. Physik B. 6. St. 1. p. tfo.
u. in s. Natnrg. B. 2. S. 1126.
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J
28
Die Nester bieten ungemein viele Verschie-
denheiten dar, theils in Hinsicht des Orts, wo
die Vögel die Nester bauen, theils in der Form
welche sie ihnen geben, und theils in der Be*
schaffenheit der Materialien, welche sie zu dem
Bau der Nester auswählen. Die Auswahl des
Ortes, an dem jede Art ihr Nest baut, ist ih-
ren Bedürfnissen und ihrer ganzen Lebensart
angemessen. Im Allgemeinen findet man, dafs
die Vögel an den Orten bauen, wo sie ihre
Nahrung am leichtesten erhalten können und
wo sie sich daher am öftersten aufhalten, und
zwar scheint es, dafs sie da wieder denjenigen *
Ort wählen, wo sie gewöhnlich in der Nacht
verborgen sind um zu schlafen. Sehr viele Vö-
gel, welche schon einmal gebrütet haben, ni-
eten wieder an demselben Ort, wo sie im
vorhergehenden Jahre gebrütet haben. Linne a)
sah einen Staar acht Jahr hindurch jedesmal in
demselben Baumloche nisten. Die Finken su-
chen gewöhnlich denselben Baum und dasselbe
Nest wieder auf, welches sie einmal bewohnt
haben ^ ich habe namentlich ein Distelfinken-
Pärchen beobachtet, welches drei Jahre hin-
durch auf demselben Birnbaum und in demsel-
ben Neste brütete. Auch die Habichte, Enten,
Spechte, Sperlinge, Schwalben, Raben, Elstern» .
Dohlen, Tauben, Reiher und Störche suchen
ihr altes Nest wieder auf, welches sie reini-
gen und ausbesseru.
■
*) Amoenit. Acad. T. 4. p. 563. 574.
1
\
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39
§. 1?. ■ ' '
Die meisten Raubvögel, die Geier, Adler,
Falken und Habichte, bauen ihr Nest, Horst
genannt, auf hohe Felsen oder Bäume, von
welchen herab sie eine weite Aussicht haben
und leicht ihr Wild ausspähen können. Die
Weihen z. B. die rostfarbige Weihe (Falco aeru-
ginosa), und die Kornweihe (F. cyaneus) u. a-
nisten in sumpfigen Gegenden nicht hoch über
die Erde ins Schilf oder in niedriges Gesträuch.
Die Eulenarten nisten in dunkle und verborge-
ne Klüfte, in Höhlen, Felsen und in alten Mau*«
ren, auch in hohle Bäume; einige Arten
wählen die alten verlassenen Nester der Ra-
benkrähen, der Elstern, und die Reiserhaufen
der Eichhörnchen zürn Brutort. Die Rabenar-
ten und Paradiesvögel bauen ihr Nest ebenfalls
auf hohen Bäumen. Ferner errichten auch noch
einige hoch fliegende Sumpf - und Wasservögel ihr
Nest auf Bäumen, in der Nähe der Sümpfe a), der
Flüsse und des Meeres, z. B. der graue Reiher,
der blauköpfige Reiher (Ard. cyanocephala L.),
der Maguari (Ardea maguari) b)9 der LöfFel-
reiher (Platalea), der Jabiru (Mjcteria amtri-
cana) c)f der schwarze Storch, der Kamiclii (Pa-
lamedea cornutaj d)9 der Anhinga (Plotus an-
hingaL.) /), und die Scharbe (Pelecanus carbo),
a) Azara a. a. O. T. 4. p. 208 .
*) Azara T. 4. p. 181«
4'Bajon T. 2. p. 285-
*) Azara T. 4*
j
b) Bajon Mem lur Cayennc T. 2. p. 263.
1
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3°
jedoch baut diese in Grönland, wo sie keine
hohe Baume findet, auf Felsen a). Selbst meh-
rere hühnerartige Vögel Südamerikas bauen ihr
Nest auf niederen, mit vielen Zweigen verse-
henen Bäumen» z. B. der Hocko fCrax alector),
der Marail 'Penelope marail) b), der Sovi (Ti-
namug sovi Lath.) c), derParragua (Phasianus
Sarragua) d) u. a. Zu den auf Bäumen nisten-
en Vögeln gehören noch die Papageien der
alten Welt, die Anis, die Trupials, die Dros-
seln und die Tauben. Die meisten kleinen Sing-
vögel, die Würger, die Motacillen, die Sänger,
die Ammern, die Finken, die Tanagras, die
Kernbeifser und viele andere bauen auf niede-
ren Bäumen, in Sträucher und ins Gebüsch. Fast
eine jede Art zieht wieder eine Art von Bäu-
men den übrigen vor, z. B. der Kreuzschnabel
wählt die oberen Zweige der Nadelbäume zum
Ort des Nestes, der Distelfink die £irn - und
Apfelbäume.
4
§. 18.
Bei weitem die gröfste Anzahl der Kletter-
vogel nistet in Baumlöchern; namentlich die
Papageien Amerikas e)f die Tukans (Rham-
*) Fabricius Fauna Grönlandica.
l) Bajon a. a. O. T. i. p. 393.
e) Buffon hitt. natur. des oii. ed. de Sonnini T. 50. p. 45.
d) Bajon a. a. O. T. 1. p. 379.
e) Du Tertre Hist. dei Antilles T« 2. p. 251. Aza» Voy.
T. 4.
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I
phastos) a), cjie Kurukus (Trogon) b), die Spech-
te aller Wektheile, der Wendehals, der Hon ig -
kuckuk (Cuculus indicator) c) und der- Wiede-
hopf. Auch mehrere andere Vögel brüten in
Baumlöchern, z. B* die Kalaos oder Nashorn*
vögel (Buceros) d), die Atzein (Gracula sub-
cinerea et calva Leth.) vorzüglich in die Löcher
der Kokosbäume, der Staar, die Baumläufer,
die Spechtmeisen und viele Arten von Meisen«
§. *9«
Die meisten Arten von Lerchen, die Zie-
genmelker, sowohl die Europäischen als Arne*
rikanischen e), die gröfste Anzahl der hüner-
artigen Vögel, die Wachteln, die Feldhüner,
die Waldhüner, die Fasanen, die Pfauen, die
Perlhüner, die Puter und die Trappen nisten
auf der Erde an trocknen und schattigen Or-
ten. Auch die Straufsenartigen Vögel, der Afri-
kanische und Amerikanische Straufs, die Ka-
suars und der Dudü /) brüten auf der Erde»
Mehrere Vögel nisten in Erdlöchern, z. B> die
■
«) Aiara T. 3. p. 137.
h) — T. 4. p. 43.
1
9) Le Vaillant Voy. dans l'interieur de l'Afrique p. 360.
d) — — Hiit. naturelle d'uoe partie d'oiscaux nouveaux
et rares de l'Ame'rique et des Indes p. 23.
t) Azara Voy. X. 4. p. 114. 116. 119.
/) Leguat Voy. T. 1. p. 100.
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33
I
Eule von Coquimbo (Strix cunkntlaria) a) baut
ihr Nest in ziemlich tiefe Hohlen in der Erde;
auch die Habichtseule (Strix accipitrina) baut
ihr Nest auf die Erde in den Wüsten am Ca-
spischen Meer b)9 so wie die Eule mit kurzen
Ohren (Strix crachyotos) c) in Nordamerika.
Der Brasilianische Momot (Momotus brasilien-
sis) d) nistet in Erdlöchern , vorzüglich in den
Höhlen» welche Gürtelthiere oder andere Thiere
gegraben und verlassen haben» Auch der grü-
ne Plattschnabel (Todus viridis) baut sein Ne3t
in die Erde. Ferner das Rothkelchen, der Zaun-
könig, das Laubvögelchen und die schwarze
Meise nisten in Erdklüften, in hohlen Wurzeln,
oder in Moos. Der in Südamerika vorkom-
mende Psittacus cyanalyseos e) baut sein Nest
in Löcher an jähen Abgründen. Die Eisvögel,
sowohl die Europäischen, als die ausländischen
Arten, z. B. der Taparara (Alcyon cayensen-
sis /), der Surinamische Eisvogel (A, surina-
d) Fcuillee Journal des observ. phys. et mathemat. Paris
1714. T. 1. p. 36a.
Molina Naturgeschichte von Chili S. 233.
AiaTa Voy. T. 3. p. 124.
b) Pallas Voy. en Rufre T. 1. p. 465.
«) Pennant Thiergeschichte det nördlichen Polarländcr B. X
S. 219.
d) Molina ». a. Ö. S. 233.
9) — a. a. ö. S. 227.
f ^
*) Nach de la Borde in BufTon Hift. natur. def oiscaux cd.
de Sonnini T. 56. p. afo
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33
mensis) ä), die Eisvogel am La Plata Strom in
Paraguay b) nisten in hohlen Gängen und Lö-
chern der abschüfsigen Ufer. Ebenso die Ufer-
schwalben.
§. 20.
♦ ■ *
Die grofste Anzahl der Sumpf - und
Schwimm - Vögel hauen auf die Erde in der
Nähe von Sumpfen, Flüfsen oder Seen \ auf
Wiesen z. R der WiesenschrtaTrer (Crex); in
Brüchen und Mooren die Schnepfen, die Brach-
vögel (Numenii), die Kiebitze (Vanelli) und
die Regenpfeifer (Charadrii) ;< an das Gestade
der Flüfse und des Meeres die Austerfiscber
(Haematopi), die. Strandreker (Hiroantopi), die
Säbelschnabler (Recurvirostrae), die Wassertre-
ter (Phalaropi), und die Wasserläufer (Totani);
ins Rohr, Schilf oder in Binsengesträuch die
Kraniche, viele Reiherqrten, x^ie Rallen, die
Rohrhühner (Gallinulae) , die Wasserhühner (Fu-
licae>, die Steifsfüfse, die Seetaucher {Colym-
bi), die Spornflügel (Parrae) c) und der Agami
(Psophia crepitans) d). In der Nähe der Seen
und Flüfse nisten ebenfalls die Schwäne, die
Pelikane, die Gänse, die Enten und die Säge-
taucher (Mergi). In den Särid und auf Felsen
brüten die Seeschwalben (Sternae) und die Me-
d) Fermin Hilf, de Surinam T. 2. p. 18«.
b) Azara T. 4. p. 310.
c) Azara Voy. T. 4. p. 250. 254.
d) Buffon Hist. nat. des oi«. ed. de Sonnini T. 50. p. 19.
3
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vcn (Latty Auf Klippen , in Felsenkläffen und
in Steinritzen brüten die Lummen (Uriae) a), die
Alken, die Sturmvögel (Pocellariae) b)± die
Tölpel (Sulae), die Albatrofse c) und die Pin-
guine d).
§. 2U
! ' • ' ; ' «» • >•
Die Stoffe oder Materialien, woraus Öie
Vögel ihre Nester bauen, sind ungemein ver-
schieden. Im Allgemeinen wählen sie vorzüg-
lich solche Materialien , welche schlechte Wär-
meleiter sind, z. B. Reiser, zarte Rinden, Bast,
feine Wurzeln , faules Holz , Stroh , Grashalmen,
Schilf, Binsen, Rohr, Blätter, Laubmoose, Flech-
ten, -Wolle von Pflanzen und Thieren, Spinn-
* ^ ■* * ■
4) Clusiut Exottc. aactuir. p. 36"/.
Steller a. a. O. p. 417.
t
h) Foriter in second Voyage de Cook T. a. p. 110. Auf
Neuseeland sah Forstet die blauen Sturmvogel in Erdlö-
eher nisten, unter Baumwurzeln ib. p. 174.
m
Auf Kcrguelen sahen die Engländer diese Vögel ttf Lo-
chern nisten, wie die Kaninchen. Cook Trois. Voy. T. 1.
p. 109. ed. in 4.
9) Bemerkungen auf einer Reise der Herren Baß und Flin-
ders. Aus einem Berichte Uber die Colonie von Neu -Wal-
lis gezogen. London I8Q3. in Voigts Magaz. B. 5. p. ig8-
d) Francois Gauche Voy. a Madagascar. Paris 165 1.
Recueil des Voy. qui ont servi a ietablissement de la
compagnie des Indes Orientales T. 1. p. 581. Amst 1*703.
Anderson in Trois. Voy. de Cook T. 1. p. n4-
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gewebe, Haare und Federn. Die Wahl der Ma-
terialien steht höchst wahrscheinlich bei den
Vögeln in einem genauen Verhältnifs mit dem
Grade ihrer thierischen Wärme* Es scheint,
dafs die Singvögel den geringsten Grad von
Wärme besitzen» diese sind es daher» welche
die wärmsten und am meisten geschlossenen
Nester bauen. Jede Vogelart wählt besondere
Materialien zum Bau ihres Nestes und gibt dem-
selben eine eigen thümliche Form, welche sich
theils nach dem Orte, wo das Nest gebaut wird,
richtet; theils aber auch nach der Form des Vo-
gels , nach der Zahl der Eyer und nach dem zur
Ausbreitung der Eyer nothwendigen Wärmegrad.
Es gibt flache, napfförmige, halbkugelformige,
cylindriscbe , beuteiförmige und runde, voll-
kommen gedeckte Nester» Bei der gröfsten An-
zahl der in Monogamie lebenden Vögel trägt
das Männchen die Materialien herzu, das Weib-
chen aber baut das Nest; dies ist namentlich
der Fall bei den Finken, Lerchen, Kolibris a)
und Tauben, Bei den Schwalben baut jedoch
das Männchen und das Weibchen. Die Weib-
chen der in Polygamie lebenden Vögel besorgen
den Nestbau allein. Die Materialien werden im
Schnabel herzugetragen und mittelst desselben
künstlich zum Neste verflochten. Die Form
der innern Aushöhlung des Nestes bilden die
Vögel theils mit den Füfsen , theils durch öfte-
res Hineinsetzin und durch das Drehen und
Wenden des Körpers nach allen Seiten.
a) Du Tertrc a. a. O. T. 2. p. 2Ü%. Peniwnt a. a. O
B. 2. S. 211.
\
3 •
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I
*
Wir wollen jetzt den Bau und die Form
der Nester der verschiedenen Vögel nach dem
Grade ihrer allmäh Ii gen Zusammensetzung und
Bildung betrachten. Mehrere Vögel bauen ei-
gentlich kein Nest, sondern sie suchen nur ei-
nen Ort auf, wo sie ihre Eyer legen und aus*-
brüten; dahin gehören die Pinguine a), dieLum-
men (Uria) b) und die Alken c), welche ihre
Eyer in eine Vertiefung auf nackte Felsen und
Klüfte legen* Sehr selten tragen diese Vögel
a) Anderson in troisieme Voy. de Cook T. I. "p. 114«
b) Steller a. a. €). p. 417. Lommia nidum nulluni $truit>
sed ova praeruptis «udii extantibus saxis, vix palmare
saepc latis, imponit, rtec ea, avolans et ad volans, quod
maximc mir/irn, e rupibus m mare dejicit, imo cum per-
tica loco movere tentarem, vix obtinui, ob id, quod ovo*
xum vertici convexo respond entern coRcavum quaerant lapi-
dem, in quo, veluti in theca, recondita jacent.
#) Willoughbey Ornithol. p. 226. Fabricius Fauna Grön-
land, p. 84* Harvey de Generat. p. 47. Inter avium
tarn diveTia genera (quae ad Insulum Bafse generandi caus-
sa advolarft) tamque varios nidorum modos, in quibus
ova ineubant; una mihi roonstratur avif, quae Ovum dun-
taxat singulare, live unicum parit, idemque super cujus«
dam lapidis acuti festigium collocat (nullo nidoY aut con«
quisita strue topposita) idque tarn firmiter, ut matec
abire, et redire, salvo ovo, possit. Hoc autem si quis
loco dimoveat, nulla arte poitca stabiliri potest; quin in-
de devolutum, praeeeps in mare ruat. Locus nempe (ut
dixi) caemento albo inefustatur, ovumque cum nascirur,
lenta et viscosa madet humiditate, quae cito concrescente 9
tanquam ferruminc quodam, substrato saxo agglutinatur.
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37
etwas Gras, oder Moos, zur Unterlage zusam-
men. Die Seesch.walben (Sternae) a) , die Me-
ven b) und die Fregatt - Vögel (Fregattae) legen
ihre Eyer meistens auf Felsen, oder in eine
blofse v ertiefung des Sandes und Kieses an den
Ufern cks Meeres und der Flüfse. Die Ajuster-
fischer, (Haematopi) , die Strandreiter. (Himan-
topi), die Säbelschnabler (Recurvirostrate)>. die
Wassertreter (Pbalayopi), die Wasserläufer (To-
tani;, die Regenpfeifer (Charadrii) und die Strand-
läufer (Tringae) legen ihre Eyer in eine kleine
Vertiefung in den Sand , welche mit; etwas Gras,
Schilf oder Binsen umgeben oder bewachsen ist,
und füttern dieselbe bisweilen mit etwas trock-
nem Gras aus* Die Schnepfen, die Brach vö-
§el, die Ballen und die Kiebitze suchen einen
l£inen Hügel, oft einen Maulwurfshaufen, ei-
nen Gras-, Binsen - oder Schilf - Busch auf,
den sie etwas vertiefen, und mit einer Unter-
lage yon trocknen* Gras oder Einsen ausfüttern*
Die Seetaucher (Colymbi) c) bauen ihr Nest
aus Moos und trocknen Kräutern» Die Kropf-
gans (Pelecanus onocrotalus) d) verfertigt an
a) Der Noddy, Stoma stolida, legt auP den Baharaainseln
seine Eyer auf den nackten Fehen. Catesby Natur. Histo-
ry of Carolina T, I, p. 88- .
$) Larus fuscus fegt in Grönland die Eyer int Gras auf
Klippen. Fabricius Fauna Grtfnl. p. 100.
c) Fabricius Fäuna Grönl. p> 97. und Steiler a. a. O. p. 424.
d) Labat npuv, Voy. aux. lies de L'Ameriq. T. p. 394.
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38
den Ufern der Flüfse und Seen ein tiefes mit
weichen Kräutern ausgefüttertes Nest» Das Nest
des Albatrofs (Diomedea exulans) a) ist aus
Gras , Binsen und Koth gebaut, es hat fast die
Form eines Heuhaufens, und ist gegen drei bis
vier Fufs hoch. Oben hat es eine Vertiefung
worin das Ey liegt* Die Schwäne, Gänse, En-
ten b) und Sägetaucher (Mergi) bauen ihr Nest
ins Schilf, Rohr, Gras oder Gesträuch auf eine
kleine Erhabenheit; sie tragen Reiser, trocknes
Rohr, Schilf, Binsen, Moos, Gras oder Blätter
zusammen; die in der Mitte befindliche Vertie-
fung füttern sie mit Federn und Dunen aus,
welche sie sich aus der Brust ausraufen» Die
Eidergans (Anas molissima) baut ihr Nest in
ausgehöhlte Klippen» Einige Arten von Enten
und Sägetauchern legen auch bisweilen ihr Nest
auf Bäumen an,
4
i
■ f
4 - '
$• 24.
Mehrere Sumpf - und Wasser - Vögel bil-
den schwimmende Nester, dahin gehören die
Rohrhühner, die Wasserhuhner, die Spornflügel e)
ä) Pennant Thiergeschichte der nördl. Polarländ. B, a. S. 470.
Bafs und Hindert a. a. O. x
b) Steiler a, a. O. p. 419. In genere notandum, cygnoi,
ameres et anates una rattone nid um struere, limilja loca
eligere, materiamque pro nidis struendis similem.
c) Namentlich Parra indica Button a. a. O. T. 59. p. 219.
Die Parra chilensis aber soll ihre Eyer auf die grünen
Blatter einer Wasserpflanze legen , Axara V. T. 4. p. 250.
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39
und die Steifsfüfse ä). Sie bauen das Nest aus
Rohr, Binsen, Schilf und anderen Wa$serkräu-
tern; alle diese Materialien sind in eine grofse
JHafse, wie in einen Korb zusammengeflochten,
der an einem Schilf - oder Rohrstengei befestigt
ist. In der Mitte dieser schwimmenden Massei
befindet sich eine Vertiefung, in welche die
Eyer gelegt werden. Die Flamingos b) bauen
ihr Nest in seichte Sümpfe, sie bilden einen
grofsen Hügel, der anderthalb Fufs über dem
Wasser hervorragt, eine breite Grundfläche hat*
und sich gegen den Gipfel hin verdünnt. Oben
befindet sich ein Loch» in welchem die Ejer
liegen. Höchst sonderbar ist die Stellung des
Körpers beim Brüten, der Vogel nämlich sitzt
auf dem Hügel, bedeckt mit dem Rumpfe die
Byer und lälst seine sehr langen Füfse ins Was-
Nestes des Flamingos ist offenbar eine Folge
•einer sonderbaren Körperform.
Das Nest der meisten hühnerartigen Vögel
Fasanen, der Puter, der Perlhuhner, de
a) Bcchstcin a. a. O.
ser herab hän
Diese besondere Bildung des
$. 25.
•1
*) Dampier Voy. T. l. p. 93.
Labat Voy. T. 4. p. 425.
Catesby Natur. Hiitory of Carolina and the Bahama
Islands.
Compendio della Storia geografica , naturale e eivile di
1
Descourtih. Voy. T. 2. p. 21 8«
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40
Waldhühner, der Feldhühner und der Trappen,
ist seht einfach , sie wählen eine natürliche oder
mittelst der Füfse ausgehöhlte Vertiefung in
Waldungen, im Gesträuch oder im hohen Gras,
welche sie mit einigen Strohhalmen oder Blät-
tern ausfüttern. Der Afrikanische Straufs a)r
der Nandu b), und der Kasuar legt seine Eyer
in eine blofse Vertiefung auf der Erde oder im
Sande. Künstlicher ist das Nest der Dronte
(Didus) nach der Angabe von Leguat c), denn
sie bildet ihr Nest aus Palmblättern und Erde-
■
Die Raubvogel bauen ihr Nest ocfer ihren
Horst aus einer starken Unterlage von Reisern,
Welche sie flach mit Stroh, Schilf, Heidekraut,
bisweilen auch mit Wolle und' Thierfallen be-
legen. Das Nest ist oft so grofs und fest, dlafs
es beide Gatten und bisweilen noch ein Stück
Wild tragen kann. Das Nest der hochfliegen-
^ den und auf Bäumen nistenden Sumpf - und
Wasser - Vögel, der Reiher, der Störche* der
Löffelreiher, der Jabiru& der Scharben und
—
a) Nach Sparrman», Barrow, Lichtenitein u. a.
i) Nach Aiara.
r 1 * ♦ * "•
e) Voy. T. 1. p. 100. Le Sofitaire. Quand ces oiseatnc
veulcnt batir teure nids, ils choisicnt un Heu net, et ils
r«tevcm a pied et demi de terre tur un tas de feuillcs de
palmier, qu'ils ont remasse'es pour cc desscin.
rf) Azara V* T. 4* p* I87* Je trouvai un nid dans in pf>
tit bois, au bord «Tun c'tahg, tur un arbre elcve, abran*
; ■ .♦»■♦.
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4*
der Anhing» besteht ans einer Unterlage von
Reisern, und aus Schilf, Rohr und Stroh, zu-
weilen auch aus Federn und Wolle. Da* Nest
der auf Baumen brütenden hühnerartigen Vögel
der Marails, Söuls und Hockos ist aus Reisern
gebildet und mit trocknen Kräutern und Blät-
tern ausgefüttert» Das Nest der Raben „ Heher
\md Paradiesvögel besteht äufserlich aus Rei-
sern, und inwendig aus zarten Wurzeln, aus
Heidekraut, auch wohl ans Wolle und Thier-
haaren. Die Taubenarten bauen aus dürren
Reisern ein ziemlich grofses. und flaches Nest.
I
Sehr viele von denen in Baumlöchern brü-
tenden Vögel, z. B. der Drehhals, die Spechte
und Kuruku& legen ihre Byer auf das blofse
Holz - oder Wtirm - Mehl. Andere jedoch, z.
B. die Papageien, die Tukans, die Meisen, die
Baumläufer u* a. machen eine Unterlage von
Moos, Wolle, Federn und Haaren*
> • .
A - * \ , ■ 1
Das Nest der Amsel und der Singdrossel
hat die Form einer Halbkugel, es besteht aus-
wendig aus Erdmoos und einigen zarten Reisern
von Heidekraut, inwendig ist es mit fetter Er-
de, Thon oder Lehm* die oft mit faulem Holz
vermischt sind, ausgekleidet. Die meisten Sän-
ger (Sylviae;, Motacillen, Ammern, Lerchen,
Steinschmetzer (Saxicolae), Fliegenfänger (Mu-
che et tec ; le nid spacieux etoit soutenu sur deux bouts
des brauchet fatsant la föurche ; et il e'toit forme de ra«
meaux assez long* et gros, eatreiacet avec so in.
1 •
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Aoscapan) , Tanagras und Würger bauen ein
halbkugelförmiges Nest, welches von aufsen aus
trocknen Grashalmen und zarten Wurzeln ge-
bildet ist, im Innern aber mit zarten Grashai-»
men, Pferdehaaren, bisweilen auch mit Federn,
Moos oder Thierbaaren ausgefüttert ist Die
Stieglitze und Finken ä) bauen sehr künstliche
fast halbkugelförmige Nester. Sie errichten das
Nest zwischen Aesten und Zweigen , an wel-
chen sie es befestigen. Der Grund des Nestes
besteht aus Baummoos und Haaren» welche mit
Spinnengewebe vermischt und aufs genaueste
verbunden sind ; den äufseren Ueberzug des Ne-
stes machen sie von solchem Baummoos, wel-
ches dem» so an dem Baume» auf welchen das
Nest gebaut wird, wächst» oder der Rinde des
Baumes ähnlich ist. Wenn die äufsere Wand
des Nestes fertig ist, so belegen sie es von in-
nen mit Moos, Gras oder Federn, die nochmals
mit Thierhaaren, Pflanzenwolle oder zarten Fe-
dern ausgefüttert werden. Alle diese Materia-
lien sind aufs genaueste zusammengefügt und
wie in einander gefilzt.
«
#
Das sehr kleine, gewöhnlich halbkugelför-
mige Nest der Colibris b) steht in der Gabel
i
di) Zorns Petinotheologie B. i. S. 320.
Ii) Brown bat es beschrieben in s. Natural History of Ja*
tnaica p. 4*|6.
Feuillee Observ. physiq. et mathem. etc. T. 1. p. 4*5»
Seba gibt a. a. O. Tab. fig. 12. 1$.. Abbildungen sol-
cher Nester.
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43
eines dünnen Zweiges eines Orangen-, Zitro-
nen - oder Kaffee - JBäums, bisweilen auch, zwi*
sehen den Blättern der wilden Ananas oder der
Zwerg - Aloe. Es besteht auswendig aus zar-
tem Moos, und ist inwendig mit der Wolle des
Wollkrauts (Verbascum thapsus L.)> mit Baum«
wolle , mit zarten Federn oder Haaren, odefr an-
dern weichen Materialien ausgefüttert« Das gan*
ze Nest hat oft kaum die Gröfse einer halben
Ey - oder grofsen Nufs - Schale, und ist unter
den Blättern der genannten Bäume verborgen^
* •
§. 29.
Mehrere Vögel, die Elster, der Annumbi,
der Cotorra - Papagei, die Bachamsel (Cinclus
aquaticus), der Zaunkönig, das Goldhänchen,
der Fitisfänger und die Schwanzmeise baueiji
ganz gedeckte fast kugelförmige Nester, welche
an der Seite eine kleine Oeffnung haben , durch
welche die Vögel aus und ein gehen. Das Nest
der Elster ist aus Dornen und Reisern gebildet,
welche sehr künstlich zusammengelegt und ver-
flochten sind. Das Nest des Annumbi, ein in
Dutertre a. a. O. T. 2. p. 262.
Pennant Thiergeschichte der nördlichen Polarlander
B. 1. p. 2*71.
Stedmann Voy. a Surinam et 1 dans l'inte'rieur de la
Guiane traduit par Henri T. 3. p. 6.
J. B Audebert et L. P. Vieillot Hist. natur. et generale
des Colibrif etc. Paris Ißp2^ gr. fol. mit einer schönen
Abbildung des Nestes von Trochilus cramineus p. 23.
Descotirtih Voy. T. t. p. 288-
Digitized
4 +
Paraguay vorkommender, zuerst von Azara fl)
beschriebener Vogel, baut sein Nest auf einem
seiner Blätter beraubten Baume; es ist zwei
Fufs hoch und hält anderthalb Fufe im Durch-
messer, obgleich der Vogel nur sieben und ei-
nen halben Zoll lang ist. Das Nest besteht
aus dornigen Reisern und ist inwendig mit Blät-
tern und Haaren ausgefüttert ; von oben ist es
mit * vielen K eisern bedeckt Der Cotorra Pa-
pagei, eine in Buenos Ayres vorkommende und
ebenfalls von Azara b) zuerst beschriebene Art,
baut das Nest nicht in Baumlöcher wie die
übrigen Papagei - Arten Amerikas > sondern er
baut es auf Bäumen aus Reisern. Es hat die
Gestalt einer stacheligen Kugel, welche drei
und einen halben Fufs im Durchmesser hält;
der Eingang befindet sich an der Seite, im In-
nern ist es mit Kräutern ausgelegt. Ganze Ban-
den dieser Vögel errichten ihre Nester auf ei-
nem Baum, welche oft dicht neben einander
stehen. Zorn c) hat das sehr grpfsä , fast ku-
gelförmige Nest einer Bachamsel (Cinchiy aqua-
ticus) beschrieben, welches auf einem. dicken
Pfahl unter oder hinter dem Wasserfall einer
Mühle stand; von aufsen bestand es aus Baum-
moos und im Inneren war es mit weichem Gras
und dürrem Laub gebildet; der Eingang befand
sich an der einen Seite in Gestalt eines Tunden
Lochs. Das Ne$t dies Zaunkönigs d) und der
ä) Voy. T. 3. p. 43T. . , , . . . .j
l) Voy. T. 4 p. 65. .
«) Petinothcoiogic B. 2. S. 44*.
«fl'Auch gut beschriebe* von Zorn in ferner Petinotheologie
B. 1. S. 324.
■
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45
Schwanzmeise a) hat im Verhältnis zur Grö&e
des Vogels einen beträchtlichen Umfang» .und
stellt eine runde, fast kugelförmige hohle Mafse
dar, fast in Form eines Bäckofens, in welchen
sich seitwärts ein kleines Loch, als Eitigang ,
befindet. Das Nest des Zaunkönigs ist von aus-
sen aus grünem Moos gebildet, das der Schwanz-
meise aber aus grauem Baummoos, Spinnenge-
webe und Wolle ; im Innern sind beide init Fe-
ldern und Haaren bekleidet, alle diese Materia-
lien sind sehr künstlich in einander geschlungen
und verwebt; Das Nest des- Goldhänchens (Syl-
via regulus) und des Ffcissängers (Sylvia fitis)
hat auch eine kugelförmige Gestalt; besteht von
aussen aus dürrem Gras und Moos, und ist in-
wendig mit Federn ausgefuttert. Nur durch diese
Bildung des Nestes sind die eben genannten Vö-
gel in den Stand gesetzt, eine grofse Menge
von Byem auszubrüten, welche sie bei einem
offenen Nest mit ihrem kleinen Körper nicht ge-
hörig bedecken könnten. ■
Asien, Afrika und Amerika vorkommenden
Schwalbenarten, bauen ihr Nest gewöhnlich in
oder an die Wohnungen der Menschen, an Bal-
ken, Gesimse, Mauren, Dachrinnen, in Schorn-
steine u. s. w. Dies ist namentlich der Fall
bei der in Europa, in Asien, in Afrika und im
nördlichen Amerika vorkommenden Rauchsch wal-
Die meisten sowohl in Euro
als in
d) Von Derham und Bechstein beschrieben in s. Naturge-
schichte der Vögel B. 31 $. 885*
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be (Hir. rustica), ßo' wie auch bei der Haus-
schwalbe (H. urbica), bei der in Nordamerika
vorkommenden purpurfarbenen Schwalbe (H.
purpurea) und bei der Schwalbe mit dem Sta-
chelschwanz (H. pelasgica) a), so wie auch
•bei der in West - Indien und in Süd - Amerika
lebenden rothbäuchigen Schwalbe cH- rufa) urtd
bei der stahlschwarzen Schwalbe (Hirundo cbaly-
beaj L.) b), desgleichen bei der Capschen
Schwalbe (H* capensis). Die in grofser Menge
in der Nähe der Wohnungen vorkommenden*
Insekten scheinen die Schwalben zu der Wahl
dieses Brutorts bestimmt zu haben- Der ur-
sprüngliche Ort, wo die Schwalben ihre Nester
bauten, ehe es noch von Menschen aufgeführte
Wohnungen gab, sind überhängende Felsen und
Abhänge, welche den an denselben befestigten
Nestern einigen Schutz gewähren. So baut
auch noch die in Neuland und am lrkufck vor-
kommende JRauchschwalbe ihr Nest an hohen
Felsen; eben so die Daurische Schwalbe (H. dau-
rica) an den hohen Felsen der Altaischen Berg-
kette. Die so eben genannten Schwalbenarten
bauen ihr Nest aus nafser Erde oder Koth und
aus Stroh und Grashalmen; sowohl das Männ-
chen als das Weibchen trägt wiederholt sehr em-
sig im Schnabel eine kleine Portion Koth und eini-
fe Stroh - oder Gras - Halmen zum Orte wo das
fest gebaut wird, und klebt diese fest. Wenn
•die äufsere Wand des Nestes fast in Form einer
halben Kugel gebildet ist, so wird es im Innern
mit Federn ausgefüttert. Die Uferschwalbe (H.
a) Pcnnant Thiergeschichte der tiö'rdl. Polarlander B. 2. S. 405.
k) Azara a. a. O. T. 4. p, 97.*
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47
riparia), die Mauerschwalbe (H. apus) und die
Alpenschwalbe (H. melba s. albina) nisten in
Brd - oder Felsen - Löchern und Klüften, so
wie auch in den Ritzen und Löchern von Woh-
nungen und alten Mauern; sie tragen blofs eine
Unterlage von Stroh» Heu und Federn zusam-
men. Die im südlichen Amerika vorkommende
Schwalbe mit weifsen Hintertheil a) nistet in
Baumlöchern und bildet das Nest aus Blättern
und Haaren; am La Plata Flufs aber, wo es
keine Bäume gibt, nistet sie in Erdlöcher, Die
Salangane (H. esculenta), welche sich auf den
Sundaischen Inseln, auf Java und auf mehre-
ren Inseln de» Indischen Archipels bis Neu-
Guinea aufhält, baut ihr Nest b) in Höhlen und
unter überhängenden Felsen, wo es gegen die
Einwirkung des Regens geschützt ist. Bs hat
a) Azara Voy. T. 4. p. 103. L'htrondelle a groupion blanc
eine neue Art.
}) Redl Experimenta circa varias res naturales ipeciatim il-
las, quae ex Indiis afferunrur in s. Opusc. T. 2. p. 131.
Amstcrd. i682* 12. mit einer Abbildung dei Nestes.
Potvre in Button Hirt. Natur, des Ois. ed. de Sonnint
T. 55. p. 184-
Marsden Hist. de Samatra. T. 1. p. 26t.
G. Staunton Voy. de Lord Macartney a la Chine T. 1.
p. 381.
Eine ausführliche Beschreibung der esbareu Vogelnester
rindet man auch in den Verhandlungen van hat Bate-
viaasch Genootschap der Kunst un Wetenschappen. T. 3.
übers, in Lichtenbergs Magaz. f. d. Neueste aus der Phys.
und Naturgesch. B. 2. St. 3. S. I-
MehrcTfc andere Schriften nicht zu gedenken.
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4*
die Form meines kleinen flächen Napfs, 'der an
der einen Seite, wö es an dem Felsen anhängt»
plattgedrückt ist« Seine Substanz ist weifslich.
gelb und halb durchsichtig, bei alten Nestern
aber schwärzlich. Es besteht dem äußeren nach
aus mehreren, fast concentrisch auf einander
liegenden Lamellen ; von innen zeigen $ich meh-
rere Lagen von unregehnafsigen Netzen ' und
Maschen, ausfielen sich kreutzenden Faden ge-
bildet; auch sind oft Fedem-hinehrverwebt. Die
Höhle des Nestes ist mit Federn belegt, worauf
'der Vogel die Eyer legt. Die Substanz des Ne-
stes löst sich im warmen Wasser auf und hat
einen faden , etwas salzigen Geschmack; höchst
wahrscheinlich besteht sie aus Fisch - und Mol-
lusken - Rochen, der häufig auf dem Meere
schwimmt. Die Nester werden von den Chine-
sen und Malaien als eine kräftige restauriren-
de Speise genossen a).
» ■ . » * ■ ,
Mehrere Vögel bauen Tingemein künstliche,
an Baumzweigen hängende Nester; dahin ge-
hören die Papageien der alten Welt, die Tru-
pials, die Pirols, mehrere Arten von Kernbeis-
sern, Meisen und Sängern» Da der Bau und
die Form der hängenden Nester bei den ver-
schiedenen Vögeln viel eigentümliches darbie-
tet, so will ich hier einige solcher Nester be-
schreiben. Die Papageien verfertigen aus dün-
nen Reisern, Binsen, Palm - und andern Blät-
ä) Musaeum Wormianum L. 3. C. 21. Comedunr in pri-
mis ii, qui in castris vener eis »trenue se exerecre volunt.
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lern ein kugelförmiges Nest ß) mit einem Ein-
gang, welches sie an den äufsersten Enden der
schwächsten Zweige vermittelst eines Geflecht
tes derselben Materialien aufhängen. Der Eur
ropäische Pirol oder die Gold - Amsel (Oriolus
galbula) baut in die Gabel eines Astes ein ban-
gendes beuteiförmiges Nest b); es ist vermittelst
Bastfaden, Grashalmen und Wolle an die Zwei-
ge befestigt. Das äufsere Gewebe besteht aus
Werch, Wolle, Bast, Stroh und Grasbahnen,
welches inwendig mit Moos, zarter Baumrinde,
Baumflechten und Spinnengewebe bekkijdet ist.
Der in Carolina und Canada lebende Baitimor
(Oriolus baltimore Lat.) hängt sein Nest an die
horizontalen Aeste eines Tulpenbaums oder ei-
ner Pappel, Das Nest c) selbst ist aus zähen
Pflanzen -Fasern gemacht, schön geflochten, mit
Wolle vermischt ,und mit Haaren ausgefüttert.
Es hat eine birnförraige Gestalt und ist an der
Spitze offene an den §eiten befindet sich noch ein
Loch, durch welches die Jungen gefüttert wer-:
den. Der Bastard - Baitimor (Driolus spurius
Lat.), der gemeine Trupial (OrioL icterus Lat.
flavoaurantius Daudin), der Cayennische Tru-
«pial (Oriol. americanus) u« a. bauen ein ähnli-
ches hängendes Nest. Der in Jamaika vorkom-
mende Pisangpirol (OrioL bonana Lat.) baut
sein Nest aus Pflanzen - Fasern und Blättern, es
gleicht vollkommen dem vierten Theü einer:
a) Cada Mosto in d. AHgem. Histor. d. Reisen. B. 2. S. 88«
b) Zorn's Petinotheoiogie B. i. S. 334. Bechstein a. a. O.
B. 2. S. 1301.
e) Pennant Thiergcschichte der nördlichen Polarländer B. 2.
S. 246. Tat 12.
4
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I
■ *
I
5°
Kugel tittd ist mit grofser Geschicklichkeit untef
-einem Pisangblatte befestigt, so dafs das Blatt
eine1 Seite des Nestes bildet. Der in Südameri-
ka leheiide Yapu oder gehäubte Pirol (Oriol.
cristatus Lat.) hängt sein Nest a) an das Ende
eines Zweiges; sowohl das Männchen als das
Weibeben befestigen es vermittelst der Faden
und Fasern einer Aloe und mittelst anderen
Pflanzenfasern, welche Pferdehaaren ähnlich sind*
Au* diesen Materialien weben sie auch das betu
telförrfiige Nest sehr künstlich zusammen, dag
36 Zoll lang ist, und unten, wo es hemisphä-
risch ist, 10 Zoll im Durchmesser hat. Der
Eingang ist oben; im Innern ist es mit trock-
nen Blättern ausgefüttert. Die rothbrüstige Merle
(Tanagra jacapa Lat ) baut ein Nest von cy-
lindrischer Form b), welches ein wenig gekrümmt
und sechs Zoll lang ist. Es besteht aus trock-
nen Fasern und Blättern und ist an einem ho-
rizontalen Zweig eines Baumes befestigt; seine
Oeffnung ist nach unten gerichtet»
r \
« *
Sehr viele der in den Ländern der wärme-
ren Kliniaten lebenden Kernbeifser - Arten (Lo-
xiae) verfertigen sehr sonderbar gebildete hän-
gende Nester. Der Abyssinische Kernbeifser
(L. abyssinica) bildet fast ein pyramidenförmi-
ges Nest c), welches er an die Spitze eines
a) Aiara a. a. O. T. 3. ,p. 161.
b) Latham allgem. Uebers. der Vögel B. % Tb. 1. S. Ä14.
c) Buffon Hift. natur. des ois. ed. de Sonnini T. 47. p. 57*
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5i
über einen Flufs hängenden Baumzweigs hängt.
Der Eingang ins Nest befindet sich an der ei-
nen Seite, gewöhnlich an der, welche gegen
Osten gerichtet ist. Die Höhle des Nestes ist
durch eine Scheidewand in zwei Abtheilungen
oder Kammern getbeilt; die erste, in welche
der Eingang führt, stellt eine Art von Vor-
kammer vor. Der Vogel steigt aus der ersten
Kammer an der Scheidewand herauf und begibt
sich auf den Grund der zweiten Kammer, wo
die Eyer liegen. Durch diese sehr künstliche
Bauart des Nestes wirxt die Brut gegen den Re-
gen geschützt, welcher in Abyssinien zuweilen
sechs Monate lang anhaltend fortdauert. Der
am Kap der guten Hoffnung vorkommende Kern-
beifser (Loxia cäffra) baut sein Nest a) aus Gras,
welches sehr geschickt in eine Kugel zusammen-
geflochten, und ^wischert zwei Schilfrohren be-
festigt ist» Def Eingailg ist nach unten gegen
das Wasser gekehrt und führt durch eine Röhre
zu dem in der Kugel befindlichen Brutort. Der
Olamari, Baya oder Bengalische Kernbeifser
(L. bengalensis) hängt sein Nest b) an einen ho-
hen Baum , gewöhnlich an einen Palmbaum oder
Indianischen Feigenbaum, der etwas über einen
Bach überhängt. Er verfertigt es aus langen Pflan-
zenfasern oder dürren Grashalmen, welche er
genau in einander webt, und hängt es vermit-
. . -
»
m) Barrow Reise ins südl. Afrika S. 233.
*) Sur le Baya ou gros - bec indien par A'trrer A'Iy Khan
de Dehly, in den Recherche? asiatiques pu Mein, de la
Societc etablie en Bengale träd. de l'anglais par A. La-
bauine. Pajris 1895. 4. T. % p.i 16 u ^
Fra Paolino Reise S. 228-
4 •
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telst c einer SchnuT von denselben Stoffen , die
beinahe eine Elle lang ist, an die äufsersfe Spitze
eines ganz dünnen Zweiges, so_dafs.es vom *
Winde hin und ber bewegt wird. Es hat die
Gestalt einer Flasche. Der enge cylindrische
Eingang führt zu dem weiten Theil des Nestes,
der aus zwei bis drei Abteilungen besteht; in
der ersten Abtbeilung sitzt das Männchen, und
in der zweiten brütet das. Weibchen die Eyer
aus. Ein eben so künstliches Nest bildet der
Philippinische Kernbeifser (L. philippina L*) a)*
Der Nelicouri oder Hängnest - Kernbeifser (L.
pensilis) auf Madagascar baut , sein Nest b) am
Ufer der Bache und .hangt es gewöhnlich an die
Blatter und Zweige eines Baums, welchen man
Kaldier nennt. Das Nest besteht aus kunstlich
in einander gewebten Strohhalmen und Binsen,
und bildet oben einen Beutel, worin sich der
Vogel aufhält; auf einer Seite dieses Beutels ist
eine lange Röhre von eben den Stoffen schick-
lieh angepafst, w;elche sich nach unten herab-
zieht, und in welcher sicB der Eingang befin-
det. Im zweiten Jabr bauen diese Vögel ihr
neues Nest an das alte an, und so findet man oft ge-
gen fünf solcher an einander hängender Nester.
Auch sollen nicht selten mehrere hundert Vö-
gel auf einem Baume nisten. Es ist nicht zu
bezweifeln, dafs diese hängende und gedeckte
Nester nicht allein den Regen abhalten, sondern
dafs sie auch die Vögel gegen die Affen, Raub-
vögel und Schlangen schützen.
m) Brisson Ornithol. T. 3. p. 234. m .
i) Sonnerat Voy. aux Injles Orient, et a la Chine X 3.
p. aoo.
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53
$• 33-
Auch mehrere Meisen - Arten bauen sehr
Mnstlich verfertigte, hängende Nester, z. B.
der Pendulin oder Remiz (Parus pendiflinus) be-
festigt sein oval beuteiförmiges Nest a) an die
Spitze von Weidenäste öder an Rohrstengel. Iis
besteht aus Grashalmen, Bästfäden, Hanfladen,
Wolle von Teich kolben (Typha), Weiden, Di-
steln und Pappeln, welche sehr dicht und fast
zusammenhängend gewebt oder gefilzt sind. In-
wendig ist es mit vieler WoHe belegt. Der en-
ge Eingang ist gewöhnlich dn der Seite, doch
auch bisweilen unten in Gestalt einer sich an
den Seiten des Nestes heraufziehenden Röhre.
Das beuteiförmige Nest b) der BarUncise steht
in Rohr - Gebüsch und ist aus in einander ge-
flochtenen Rohrhalmen, Grashalmen und der
Wolle von den Teichkolben, Zitterpappeln u.
s. w. gebildet. Eine kleine am Vorgebirg der
guten Hoffnung sich aufhaltende Meise (Parus
capensis) baut ihr Nest c) ins dickste Gesträuch,
aus der Wolle einer Art Asclepias. Das Ge-
webe ist wie Flanell verfertigt und fühlt sich so
weich wie $eidenhaseuhaar an. J?a.s Nest hat die
• ■*
«) Cajetan Monti in 6, Coramcntar. Bonon'tcus. T. 2. P. 2.
p. 5*7. auch im Leipi. Allgem. Magaz. B. 2. 1753. p, 238
I. D. Titius Parus miniraus, Polonorum Rcmizv Booo-
nicnsium Pcndulinus descriptus Lips. 1*756. 4. tab.
^)«Bcch$ttin a. a. O. B. 3. S. 89*.
-
c) Sonnerat Yoy. aux Indes Orientale* et a la Chine T. 2.
p. 206.
Barrow a. a. Q. S. 317.
*
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54
Form einer Flasche, die kleine Rohre oder der
Hals geht von oben in die Höhle des Nestes
über, wo das Weibchen brütet. Dicht unter
der Röhre seitwärts ist eine kleine Höhlung,
worin das Männchen in der Nacht sitzt. End-
lich will ich noch des Nestes a) vom Schnei-
dervogel (Motacilla sartoria) in Ostindien er-
wähnen. Der kleine Vogel, welcher nur drei
Zoll lang ist und kaum neunzig Gran wiegt,
befestigt ein welkes Blatt an ein grünes Blatt
des Schellenbaums, welcher in Indien Mangho
heifst« Mit seinem kleinen dünnen Schnabel
heftet oder näht er das welke Blatt vermittelst
einiger feinen Pflanzenfasern an das lebende
Blatt. Das Nest ist inwendig mit Federn, Du-
nen und der feinsten Pflanzenwolle ausgefüttert*
.»
• i
§• 34.'
Mehrere Vögel bauen gemeinschaftliche Ne-
ster, z. B. die in Südamerika lebenden Anis
oder Madenfresser. Mehrere Weibchen oft sechs
bis zehn errichten ihr grofses gemeinschaftliches
und plattes Nest b) auf einen hohen und dichten
<•) J. R. Förster Zoologia Indica. Halac 1795. fol. p. 19.
Tab. 8-
b) Azara Voy. T. 4. p. 23. L'anno et pirrigua sont si amies,
que leurs troupes se me'lent friquemment , et quelles ira-
vaillcnt et couvent comroe si eile* etaient de la meine fa-
mille. Ce nVt pas toiit: ccs memes bandes, compose'es
d'especes diffe'rcntcs, travaillent souvent ensemhlc a la con.
struetion d'un grand nid, ou toutes les femelles deposent
leurs oeufs, les couvent jusqu'a ce .qu'ils soient eclos;
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55
Strauch, aus Reisern und trocknen Blättern a).
Die am Kap der guten Hoffnung lebenden Heu-
schrecken - Fresser (Lanius gryllivorusr/.. bauen
gemeinschaftliche Nester b). X)as Nest besteht
aus einer Menge von Zellen, deren jede ein
besonderes Nest macht und einen besondern
Eingang hat. Alle Zellen, fast gegen zwanzig,
sind mit einem gemeinschaftlichen, aus Reisern
gebildeten Gewölbe, bedeckt. Der ebenfalls am
Kap im Lande der Nimaquois sich aufhaltende
gesellige Kernbeifser (Loxia socia) nistet heer-
denweise zwischen den gröfsten Zweigen der
Mimosen c). Das allgemeine Nest besteht aus
I
noumfscnr et elevcnt fes pehrs, corome s'ils etaient de la
meme espece. J'ai vu plusteurs de ces nids, dans lesquels
etaient des oeufs des dcux especes. Ccpendant il arrive
plus ordinairement que chaque troupe de pirriguas et
d'annos fait un nid assez spacieux pour contenir les ocufs
de toutes ics temellcs de sa bände (quelques fois dix tc-
melles).
• i«. ,i
a) Aiara a. a. O. T. 4. p. 25. Le ptrrigua (eine Art von
Crotophaga) place son nid sur des butssons baut« et e'pais;
et il compose de icameaux, et il en garmt l'interieur de
feuilles se'ches; la forme de ce nid est assex. aplatic.
Azara T. 4. p. 26. L'anno batit son nid avec des pe-
tits lianes flexibles, et il'le tapifse en dedans, avec des
feuilles de difFefcns arbres; et prirtcipalemcnt d'orangcrs;
et le place de meme que le pitriguas, et quelqucfois ce
nid cohtient jnsqu'a vingt et trent oeufs.
b) Barrow a. a. O. S. 251.
c) Will. Paterson Voy. dans le pays, des Hottentots et la
Cafrerie en 177"] — 1*779 tr. de l'anglais p. Castera Pa-
ris 1*791. 4. eine Abbildung einer Mimose mit solchen
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I
56
t
vielen ^Schern, die verschiedene Eingänge atemur
ein grofses gemeinschaftliches Dach haben. Der
Afrikanische Straufs lebt in Polygamie, zur
Brutzeit gesellt sich ein Männchen zu vier bis
fünf Weibchen. Alle Weibchen legen ihre Ej-
er in ein gemeinschaftliches Nest, welches aus
einer runden Vertiefung auf der Erde oder int
Sande besteht. Nach Lichtenstein a) findet man
Nestern p. 123. L'ndustcie des Loxias egale cell* des
Abeilles. Ob les voit toute la journce occupes a cbarrier
une espece d'herbe particulie're et tres fine, qui leur sert
a batir leur nid, et a y faire les reparations et les aug*
mentations necefsaires. Ouoique je n'aie pas sejourne assez
long teros dans le pays pour m'assurer par moi Dieme
s'ils aggrandifsent leur logement a mesure que leur famille
augraentoit, je n'en puis douter, d'apr^s la quantite' d'ar-
bres que j'ai vu renverses par le poids des nids^ ou dont
les branches etaient entierement couvertes par ccs nids. —
J'eus la curioSite' de defaire un de ces nids abandonne's»
pour examiner la strueture Interieure, et je la trouvai
tout aussi Higenteuse que cclk du dchors. II y avoit plu-v
sieurs entrees conduisant diacune dans une rue tres - regu-
liere, de chaque cote de laquelle ctoient des logemens i
environ desix pouces de distance Tun de l'autre. — L'bcrbe
dont les Loxias sc servent pour construire leurs nids s'ap-
pclle Therbe des Bochmans. Je crois que ces oiseaux
mangent la graine de lette herbe.. Cependant j« trouvai
beaueoup de debris d'insectes dans le nid que j'cxarainai.
Ce nid paroissoit avoir häbite' plusicurs anne'es, et il y
avoit des parties plus parfaites que d'autre; ce que me
prouve que les Loxias travaillent £ leurs logement et l'ag-
grandifsent 4 mesure qu'ils voient croitre leur famille ou
plutot leur rcpublique.
a) Reis« ins südliche Afrika B. 2. S. 42.
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57
* 1
oft 30 Eyer in einem Nest; nach Barröw a)
aber 60 bis 70. Auch der Nandu b) oder Ame-
rikanische Sträufs baut ein gemeinschaftliches
Nest, in welches mehrere Weibchen ihre Eyer
legen, denn man findet bisweilen 70 bis 80
Eyer in einem Nest. Das Nest ist eine Ver-
tiefung in der Erde, welche zUweilen etwas Stroh
enthält. "
■
$• 35-
» «
Nachdem wir jetzt die grofse Mannichfal-
tigkeit in der Form und Bildung der Nester der
.Vögel gesehen, und dabei auch die gröfste Re-
gelmäfsigkeit, Beständigkeit und Zweckmäfsig-
Keit bemerkt haben, so entsteht die Frage als
was die Nester zu betrachte^ sind und was die
Vögel zum Nestbau bestimmt? Das Nest ist als
ein der Gebärmuter der Saugthiere analoges
Gebilde zu betrachten, denn die Embryonen der
Vögel bilden sich nicht wie die Embryonen der
Saugthiere in dem, Leibe der Mutter, in einem
besonderen Organ« der Gebärmutter, sondern
die Bildung der Embryoiieu geschieht außer-
halb dem Leibe der Mutter, in dem Neste, und
die Mutter trägt nichts weiter zur Bildung der^
selben bei, als dafs sie den Eyern die zur Eil-
a) Reise in das südliche Afrika S. 91. •
b) Azara Voy* T. 1. p. 387. II y a quelques oiseaux sin-
guliers qui paroi&ent ne pas connaitre la jalousie puis-
qu'ils se reumfsent par bandes pour feire un nid, ou toute?
les fem eil es font en meine tems, lenrs couvees. De et
nombre est le Nandu ou TAutruchc. Auch cbend. T. 4.
' • -
P- H3-
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♦
düng der Embryonen notwendige Brutwärme
ertheilt. Den Vögeln fehlt daher auch, genau
genommen, dasjenige Organ, in welchem die
Bildung der Embryonen bei den Säugthieren
vor sich geht, nämlich die Gebärmutter. In
den weiblichen Zeugungsorganen der Vögel wer-
den nur die Eyer oder die Stoffe erzeugt, wor-
aus sich die Embryonen bilden. Der Eyerstock
bringt den Dotter mit der sogenannten Narbe
(Cicatricula) hervor; der Eyerleiter sondert das
Byweifs ab, welches sich an den Dotter anlegt
und anbildet; und die untere eyförmige Erwei-
terung des Eyerleiters, die unrichtigerweise so-
genannte Gebärmutter, produzirt die kalkartige
Masse, woraus sich die Eyschale bildet. Dem-
nach also fehlt den Vögeln die Gebärmutter.
Die Stelle dieses Organs vertritt bei den Vö-
geln das Nest, in wie ferne es cter Ort ist, in
welchem sich die Embryonen in den Eyern bil-
den. Das Nest ist ein wahrhaftes organisches
Produkt, welches jedoch nur die Form nicht
aber die Lebensäufserungcn von einem organi-
schen Gebilde hat, es ist wie jeder organischer
Körper in seiner Art vollkommen und vollen-
det. Die Form und die Eigenschaften des 'Ne-
stes stehen bei den verschiedenen Arten von
Vögeln in einem so cohstanten und regelmässi-
gen Zusammenhang mit der Zahl der Eyer und
x mit dem Grade der zur Bildung der Embryo-
nen noth wendigen Brutwärme, wie die Gestalt
der Gebärmutter bei den verschiedenen Arten
von Säugthieren mit der Zahl der sich in einer
Schwangerschaft bildenden Embryonen, und
mit dem Grade und der Dauer ihrer Täntwicke-
lung. Die Bildung der Embryonen in dem
Leibe der Mutter, würde bei den Vögeln, bei
der ihnen ganz eigenthümlichen und auf den
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59
Flug berechneten Ofrgahi&ation, sehr grofse Stö-
rungen in ihren . Löbens f- Actionen Hervorbrin-
gen. Man denke sich nur einen . mit zehn bis
zwölf Embryonen schwangeren Vogel; dieser
könnte bei der vermehrten Schwere und bei der
durch die Schwangerschaft verursachten Veren-
gerung und Zusammendrückung der in dem
Unterleibe befindlichen Luftsäcke, deren Anfül-
lung mit erwärmter und verdünnter Luft zum
Fluge absolut nothwendig ist, sicherlich nicht
fliegen, er müfste also in dieser Zeit aufhören
Vogel zu seyn.
Das Vermögen ein Nest zu bauen erwer-
ben oder erlernen die Vögel nicht, auf mensch-
liche Art, durch Erfahrung und Reflexion, durch
Verknüpfung und Vergleichung von Begriffen,
wie mehrere Philosophen a) angenommen ha-
ben, sondern dieses Vermögen, diese Kunstfer-
tigkeit, ist ihnen angeboren b), denn die jun-
gen und zuerst brütenden Vögel bauen ihre
Nester eben so regelmäTsig und vollkommen,
als die alten Vögel, auch selbst dann, wenn
sie gar nicht in dem Neste ihrer Eltern, son-
dern in dem Neste eines andern Vogels ausge-
brütet worden sind. Das Nest so wie alle tbie-
rische sogenannte Kunstprodukte, haben das
Eigene, dafs sie in ihrer Art vollkommen und
ä) Unter meiern Condillac in Traite* des aniitieaux. Amsterd.
H52- P- l2- welcher alle Kunstfertigkeiten der Thierc
für erworben ansah.
b) A. H. S. Reimarus Allgemeine Betrachtungen über die
Triebe der Thierc, hauptsächlich über ihre Kunsttriebc.
Hamburg i"l*]3. 8« dritte Ausgabe.
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6o
lauter Meisterwerke sind. Dieses eine Kenn-
zeichen ist schon hinreichend, wie F. W. J.
Schelling a) trefflich angibt, allen Antheil eines
Analogons, eines Grades oder einer Art von
Vernunft in diesen Produkten zu verwerfen.
Wir müssen annehmen, dafs die Vögel durch
eine blinde in ihnen liegende Nöthigung und'
Determination zum Nestbau getrieben werden,
welche zu erklären bis jetzt aufserhalb der Sphä-
re unseres Wissens liegt by
a) Erster Entwurf eines Systems der Naturphilosophie. Jena
und Leipzig 1799 8- worin er ausführlich die Kunsttrie-
be abhandelt. S. 199. Dafs in der thierischen Kunstpro*
' dueten etwas der Vernünftigkeit Analoges ist, wird gar
nicht gelaugnet, denn das sieht jedes Auge. Aber daraus
auf ein Analogon von Vernunft in dem Thierc selbst zu
schltefsen, ist allzurasch geschlossen. Denn dieselbe Ana-
logie erblicken wir auch in den regelmäßigen Bewcgun.
gen der Weltkörper, und in aller organischen Production,
und müfsten mit demselben Grunde den Planeten eine
vernünftige Seele zuschreiben, die sie um die Sonne
treibt, oder glauben, dafs jede Thier - und Pflanzen.
Seele auch sich selbst ihr Organ baue.
b) Harvey de Generat. Aniro. Exerc. 2, Profecto res ad«
miratione digna est, animalcula illa locum hunc (nidum)
tanta providentia eligere, eundemque arte et ingenio haud
imitabtli, fingere, fabricare, munire et abscondere, adeo,
u.t inesse iis divinae aurae particulam confiicri necesse Sit,
et indoctam cor um artem atque sapientiam, mirari nobis
potius, quam assequi concedatur.
F * • • -' »
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s Caprtel.
* Von der Zahl, Gestalt, Gröfse und Farhe der
Eyer ä).
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i . 1 1 *
"I'! , « ■ | » ■
» - I ' * r
S. w. ■ \ j • ■ -j ■ 4* ■ * « ■
obald der Bau. des Nestes vollendet ist, fangt
das Weibchen an Eyer zu legen« Die Weib-
chen der kleineren Vögel - Arten , 2. B. der
Finken, Hänflinge, Drosseln, Amseln u, a., le-
gen gewöhnlich jeden Tag ein Eyv Die Weib-
chen der gröfseren Vögel, z. B. der Pfauen b),
der;Sphwäne, der Gänse u*ia.y aber legen enU
r »
, , I 1 1 I
«) Aüfser den schon zuvor bei tJeo Nestern angeführten
Schriften geKören hieher: ' , *'
' r1 . - ' > - f r f • +
Aristoteles Histor. Animal. Lib. 6. Cap.^i. Aves om-
nes ova parere, diversis tarnen temporibus, -nec in ovo-
tum numero omnes convenire. Cap. 2. De natura et di-
versitate ovorum oxnnium avium etc.
, [ Zorn Petinotheologie Th. 2. S. 139. .■ .
Jo. Th. Klein Ova avium plurimarum ad naturalem
, magnitutinem deltneata et genuinisi coloribns picta (mit
lateinischer und deutscher Beschreibung) Königsberg 1*766. 4.
Prosp. Daliinger Grundrifs eines Verzeichnisses von Vo-
geleyern, für Nester* und Eyersammler, in Schranks litte«
" mischen Ephemeriden für das Jahr i"]QO. B. x. St. 1. S. 28.
»)■ Aristoteles H. A. L. G. a. a. O. - Seroel tantum modo Pa-
vo'ova parit duodecitn- aot paulo paüciora, nec continua«
tes diebus sed binis, tcxnisve inte* poiitif.
Digitized by Google
6ä
weder zwei Tage hintereinander fort, und set-
zen den dritten Tag äüs, o*ter sie legen nur ei-
nen um den andern Tag. Das Legen dauert
so lange fort bis die jeder Vogelart eigcnthüni-
liche Anzahl von Eyern gelegt ist. Diese ist bei
den verschiedenen Vögeln ungemein verschie-
den ß), nicht allein bei den Gattungen und Ar-
ten, sondern auch bei deir Individuen einer Art,
so dafs oft ein Individuum ein oder zwei E#er
mehr oder, weniger legt als ein anderes Indivi-
duum. ,Hie Zahl der Eyer scheint nach dem
•Klima verschieden zu seyn, so gibt Azara b)
an, dafs die kleineren Vögel in Südamerika bei
weitem Weniger Eyer legen als die in Euröp4,
indem sie gewöhnlich nur zwei höchstens vier
JSyer legem Im. .allgemeinen findet man, dafs
die zum erstenmal brütenden, so wie die alten
Weibchen , weniger Eyer legen als die ~W3b-
chen des Äut^eriu Lebensalter. ;, Vögel, welche
mehrmal im Jahr brüten., , legen das .zweitemal
weniger Eyer als das erstemal. Wenn man aus
*■>■■■■ Ii r ■ . I ' ' *
m) Steiler a. a. 0. p. ^12. Numerus et magnitudo ovorura
pro 'aetatc, climate et foecunditate plurimum variat,
quod non taQtum €x domesticarüiu , sed et sylvestrium,
observatione darum,
b) Voy. T. 3. p. 11. J'ai vu une grande quantife' de nids
^ de petitr {Otteaux, dam le&quels il n'y avait que:deux
oeufs, jainais plus de quatrp, et, dans le nombre de ces
oeufs, j'en ai trouve' beaucoup de clairs; tandis que les
oiseaux de Tannen continent, qui ont le meme genre de
vie, ne pondent pas moins de quatre oeufs, en ont sou-
vent beaucoup plus, et fonj fcu* pontes par an. Hpa-
rait e'galement que les especes < coimnunes aux dewxconti-
nens produisent 4ho*as dans 1% nquveau que dans l ancicn.
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63
dem Neste eines Vogels zwei oder mehrere £y-
er wegnimmt, und der Vogel das Nest nicht
verläfst, welches sehr oft zu geschehen pflegt,
so legt er nochmals Eyer nach a). Vögel de-
ren Nest zerstört worden ist, oder denen man
alle Eyer genommen hatr bauen ein neues Nest
und legen abermals Eyer , jedoch eine gerin-
gere Anzahl als das erstemal; dies geschieht
aber erst dann, wenn das Weibchen von neuem
' vom Männchen getreten worden ist» Bei den
zahmen Hühnern irft das Eyerlegen habituell
gewordenji^sie legen fast das ganze Jahr hin-
durch, wenn man ihnen eine reichliche Nah-
rung gibt, und sie an einem warmen Orte hält.
Jedoch muis man die Eyer, eines oder zwei
ausgenommen , wegnehmen, denn läfst man sie
im Neste liegen, so fangen die Hennen an zu
brüten. Ich setze biet eine, Tabelle bin über
die Anzahl der Eyer bei s verschiedenen. Vögeln,
aus. der nachher einige Resultate ziehen
wollen*
Tabelle über dit Zahl der Eyer.
y
Na men Zahl der Eyer.
Grofser Alk, Alca impennis l b)
Arctischer Alk, Alca arctica ' - " I
Papagey - Alk, Alca pstttacula I C)
Troil - Lamme ^ Urea trotte r - x
Gemeiner Sturmvogel, Pwellari* puffinus i d)
■
m) Raji Sapientia Dei. p. 137.
h) Pcnnant Thiergeschichte der nö'rdl. Polarl B, 2. S. 471.
•) — — ebend. B. .a. S. 477.
d) WÜloughbcy OrnithoL p. 25X v
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64
Namvn : * - / Zahl der Ey er.
Capscher Sturmvogel, Procellaria capensi«< i »)
Albatrofs, Diomedea exuians 1 I b)
Weifser Tölpel, Sola alba , I
Tord - Alk, Aica torda . i bis 2 e)
Schwarzer Fregatt - VogeJ , Carbo niger 1 — 2
Die Pinguine , Aptenody tes 1 — 2
Gryli- Lumme, Uria grylie 2 d)
Kleiner Alk, Alca alle' ' *
Schwarzkebliger Seetaucher, Colymbus glacialis 2 e)
Rothkehliger Seetaucher, Colymbus septentrionalis 2
Gesprenkelter Seetaucher , Colymbus stellatus : 2 /)
Arctischer Seetaucher, Colymbus areticus . 2 g)
Mäntel - Meve, Laras marinus \, s . 2
Schmarotzer - Meve, Laras parasiticus 2
Brasilianisch er SpornflCigel , Patra brasiliensis ^ 2 k)
Rother Flamingo, Phoenicopterus ruber ' 2 i)
Gehörnter Katnichi, Rttlamedea cornuta ü: «" 2 k)
Jabirä, Mycteria atriericana > > i ' " 2 t)
Blaufufsiger ^Säbelgchni|ler Recurvirostra ätfosetta %
' d) Anderson fand ein ^Jest dieses Vogels mif einem Ey auf
dem Lande. Rerguelen: Cook Trois. v Ifoyl *T; 1. p. 109.
i) Pennaot,*. a. O. B. 2. S. 469.
*) Fabricius Fauna Grönlandita. fh
*)t — — «bcnd- P- 93-
«), — — ebend. p. 97r \ .
/)iJ>ennant a. a. O. £. 2. S. 491. und -Steiler a.a* O, p. 224.
£) -Anderson Voy. cn fslande T. 2. p. $21 ™- !
h) Axara Voy. T, 3. p. 32.
7) Penuant a. a. O. B. 2.
k) Bajon Mem. sur Cayenne T. 2. p. 285.
l) Azara Voy. T. 4. p. 18T On dh que Ia ponte n'eit qur
de deux oeuis. c ■>
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$5
. tfämcti Zahl der Eyer*
Kaaköpfiger Reiher, Ardeä cyantodepbik ■ . i 2 ä}
Aschgrauer Kranich, Gras cinerea . a
Sibirischer Kranich, Grus leucogeranos ■ X> h}
Kondur, Vultur gryphus a r)
Ringeltaube, Columba palumbus ' « . & 4)
Holztaube, Columba oenas , S:: .i
. Turteltaube, Columba turtur a
Wandertaube, Columba migratofia-. : a /)
Picui - Taube 4. ) • ■ 2 jf)
Tukan, Rhampastos ... .; 2 g)
Brasilianischer Momot, Jlflratll* ibrasüiens* a , ,
Rother Aras, Paittacus macao . . 2 h)
Blauhalabandiger Papagay, 4 Bairta&us cyauptyseos 2 j)
Jacarini Merle, Tanagra jacarina : 2 k)
Rotfabrüstige Merle, Tanagra jacapad - r. a /)
Die KoKbri- Arten , ^ ^L , , ^ju)
Europäische NachtschwdbeyCaprimua©« fRrqpaeus,a ( -
'•'••> tf.« • • ■ , ■ >*■ <
^) Azaxa.Voy. T. 4- P. ;, .. . .J,;irü/l
*> Wlaa-Vcy. App. p. 45- . 4*" r: /f
c) Molina Natarg. v. Chili S; 231. • : OrU i \ )
d) Aristoteles Hitt. An. Lib. 6. Gap. 4. CeiitiJ Co4ombt»
rum oVa bina vel terna ad summ um parere/ ' : > *
e) J. R. Forster In d. Philoa. franstet. W>l. tfx p. 398*. '
/) Azara Voy. T. 4. p. 136.
8) 3 P- *3T , . t
Ä) — — — i. p. 50.
i) Molina a. a. O. S. 22T ' : 1
A) Latham atlgem. Uebers. d. Vögel, deut* Utbtn. B. 2.
Th. 1. S. 234. •* • l' " - —
I) — abend. S. 214. '
m) FcuiUee Obssrv. pbyt. T. I. #. 4«5- P*nnaflt Thferg.
d. n. PolarL B. a, S, a^l. Axara Vey, T. 4. p. 84 -%
-
0
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öd
■> ' y &rirf il Zakl-den Eyer,
Uratau - NaritKhwalb* a *)
Dreifcehige Meve, Larus. tridaotylu« . ; 3
Lach- Meve, Lato* ridibniufts ' .2 -**3
Kleine Meerschwalbe, Sterna minuta . 2 ~ 3
Caspkche Meerschwalbe > .Sterna caspia 8 — 3
Lercfeengrauer Regenpfeifer, Charadriu* oedk-
"nemus 1 -2 ~ 3 -
froftfer Trappe, Otis tarda 2 — 3
Canadische Rabe, Corvos canadensis 2 — £
Salangane, Hirnndo esculenta Ar-T.3
weifskopfiger Bartadler, Gypaetos barbatus '2.^3
Steinadler, Aqoila fulva . 2 — 3
Weifsk&f>figer Adler, AqoMa leacocephala 3 — 3
Flufsadler, Aquila haliaetos , 2 — 3
Rotbfufsige MeerscbwaÄe, Sjerna hirnndo 2 — 4
Graner Reiher, Ardea cinerea 2 — 4
Nacbtfelrieii; Ardea'trystf^rax • ■* a — 4
Weifser Loffler, Platalea leucorodia 2 — 4
Wiedehopf, Üpopa epop« 2 — 4
Kuruku, Trogon curuicui 7 a ~ 4 d)
Kleiner Kauz, Strix ptfsserinä ; - ,2 — 4
Grofse Ohreule, Strix >pbo .... 2. — 4
Weiftier Storch , Cico^ia^alb* ; 2 — 5
Hocko, Crax-alector , 2 — 6 e)
Kormoran Scharbe, Carbo cormoranus , 3
*).Aiara Voy. T. 4. p. 114*
5) J. R. Forster a. a. O. V. 62. p. 387-
« > »ii
•) Poivre in R>ftn Hist nat. dci oiseaux ed. de Sonnini
T. 55. p. 185- Staunton Voy. de Macartoy en Chine
T. 1. p. 38«. * ^ 1
d) Aiara Voy. T. 4. p. 43. . - > ..
0) Buffon cd de Sonnini T. 4«. p. 279.
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«7
Kamen Zahl der Eyet.
Spornflttgel aus Chili, Parra ehilensis 3 a)
Kleiner Kuckuk, Cuculus minor 3 b)
.Amazonen - Papagei, Psittacus ochrocephalus 3 c)
Gelbflügeliger Sittich, Psittacus virescens 3 d)
Gelbspecht, Picus exalbidus 3 e)
Gehäubter Steifsfufs , Podiceps cristatus 3 — 4
Kleiner Regenpfeifer, Charadrius fluviatilis 3 — 4
Gehäubter Kiebitz, Vanellus cristatus 3~4
Waldschnepfe, Scolopax rusticola 3 — 4
Mittelachnepfe, Scolopax media 3 — 4
Rothfufsiger Wasserläufer, Totanus calidris 3 — 4
Streit - Strandläufer, Tripga pugnax 3 — 4
Thurmschwalbe, Hirundo apus 3 — 4
Kleiner Kernbeifser, Loxia minuta 3 — 4
Bart - Meise, Parus biarmicus 3 — 4
Schwarzspecht , Picus martius 3 — 4
Cotora - Papagey 3 — 4 /;
Mäusebussard, Falco buteo 3 — 4
Rauhfufsiger Bussard , Falco lagopus 3 — 4
Hühnerhabicht, Falco palumbarius 3 — 4
Wanderfalk, Falco peregrmus 3 — 4
Baumfalk, Falco subbutep 3 — 4
Thurmfalk , Falko tinnunculus 3 — 4
Eule von Coquimbo, Strix cunicularia 3 — 4 g)
a) Mojina a. a. O. S. 230.
b) Azara a. a. O. T. 4. p. 36*.
c) — — T. 4. p. *]2.
d) — — T. 4 p. 68.
e) Barre're France equinoxiale p. 143.
/) Aiara a. a. O. T. 4. p. 66.
g) — Voy. X 3. p. 124. Feuillee Journal de pbyi. X 1
p. 562. Molina Hisfc ,nat. da CJiiü p. 334.
5 *
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68
Na min Zahl der Ey*rt
Geehrter Steifsfufs, Podiceps aurltus 3 — 5
Kothfiifsiger Austemii scher, Haematopus
osfralegus 3 — 5
Rohrdommel, Ardea stellaris . 3 — 5
Kleiner Trappe, Otis tetrax 3 — 5
Kolkrabe, Corvus corax 3 — 5
Misteldrossel, Turdüs viscivorus 3 — 5
Kreuzschnabel, Loxia curvirostra 3 — 5
Kirsch - Kernbeifser, Loxia coccothraustes 3 — 5
Feldlerche, Alauda arvensis 3—5
Goldammer, Emberiza citrmella 3 — 5
* Finkenhabicht , Falco nisus 3 — 5
'C * ^ ^ Grankehliger Steifefufs, Podiceps auboistatus 3 — 6
Marail , Penelope maffail 3 — 6 a)
Soul , Tinamus sovi Lath. 3 — 6 b)
Wander - Drossel, Tutdua migratoriüs 3 — 6 c)
Sing - Drossel» Turdos musicus 3 — 6
Blutfink, Loxia pyrrbula 3 — 6
Sümpfweihe , Falco aeruginosa* 3 — 6
Kornweihe, Falco cyaneus 3 — 6
Spornflügel von Chili 4
Goldregenpfeifer, Charadrius auratus 4
Punktirter Strandläufer, Tringa ochropus 4
Halsband * Strandlaufer, Tringa interpres 4 d)
Halsband- Giarol, Glareola torquata 4
Gelber Pirol, Oriolus galbula 4
Eisvogel mit dem Halsband, Alcedo alcyon 4 e)
— — •— —
1
«) Bajon a. a. O. T. 1. p. 343.
}) Buffon cd. de Sonnini T. 50. p. 44.
#) J. R. Förster a. a. O. p. 400.
d) — — — p. 412.
e) Pennant a. a. O. B. % S. 264.
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Nrnmea Zahl der Eye,.
Malabarischer Hortivogel, Bqceros malabaricus 4 ay
Amerikanischer Kuckuk , CucuJus americanus 4 ly
Sperlings - Papagei, Pslfltacus pafserinas 4 C)
Halsband -Regenpfeifer, Charadrius blaticula, 4 -"—5.
Heerscbnepfe, Scolopax gailinagp 4 5
Woorschnepfe, Scolopax gaüinuJa. 4 S
Grofser Brachvogel, Numenius arquatus 4 — -5
Schwalbe vom Cap, Hirondo capensis 4 — 5
Rotbb'auchige Schwalbe, Hirundo rufa 4~5 d}
Grüner Plattschnabel , Todus viridis 4 5
Gefleckter Fliegenfänger, Muscicapa grisol* 4—5
Buchfink , Fringilla coelebs 4 — 5
Schwarze Ente, Anas perspicillata 4 — 6
Parraka ,. Phasianus parraqua * 4 — .5 r\
Ranchschwalbe, Hirundo rustic* 4 — - <J
Hausschwalbe, Hirundo urbica 4— -fr
Amsel, Turdus merula 4 — 5
Wasserschwätzer, Cinclus aquaticus . 4 —6
Haubenlerche , Alauda cristata 4 — (J
Kohlmeise, Parus major 4 — r <$
Weifse Bachstelze, Motacilla alba 4 , — (5
Nachtigall, Sylva luscinia: 4 —6
SchwarzkDpfige Grasmücke*. Sylvia atricapilla 4 — r 6
Graue Grasmücke, Sylvia hortensis 4 — 5
Rothbrusüger Sänger, Sylvia rubecula 4-— 6
4) Levaitlant Hiit. natur» d'nne partie öVoiieattx aouv, et
rare« de l'Amerique et des Indes M. 9.
*) Pennant a. a. O. B. % $. 353,
9) Aiara Voy. T. 4. p. «yg,
• • • ■
d) Bajon a.. a. O. X. 3» p. 375.
-
t) Pennant a. a. O B. a. S. $17.
/) Bajon a. a. O. T. 1. p. 319. ,
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I
Namem Zahl der Eyer.
Hanffink, Fringilla cannabina 4 — 6
Distelfink, Fringilla carduelis 4 — 6
Haussperling, Fringilla domestica 4 — 6
Dreizehiger Specht, Picns tridactylus 4 — 6 a)
Bunter Staar, Sturmis varius * 4 — 7
Blaue Racke, Coracias garrula 4 ; — 7
Eiterente, Anas molissima 5
Eisente , Anas hiemalis 5 °)
Krammetsvogel mit der rothen Brust, Tufdus
migratorius 5
Hudsonische Meise;, Parus hudsonicus %' 1 5 O
Federbuscb Falk, Falco tharus ' 5 rf)
Surinamiscber Eisvogel, Alcedo suriua- 5 — 6
mensfs 5~ 0 ')
Blaue Krabe, Corvus Cristatus 5 — 6
Azeldohle von Jamaika, Gracula quiscula 5 — ^
Uferschwalbe, Hirundo riparia 5 — '6
Weifsschwanz , Saxicola oenanthe 5 — 6
Grünspecht, Picus viridis 5 — 6
Singscbwäti f Cygnus musicus 5 7
Grauer Würger, Lanius excubitor 5 — 7
Schwarzkehliger Sänger, Sylvia phönicurus 5 — 7
Chilischer Trappe , Otis chilensis 6 f)
Canadische Ente, Anas canadensis 6 — 7 g)
Holzhebet, Corvus glandarius 6 — 7
a) ]. R. Förster a. a, O. p. 388*
b) Pennant a. a. Ö. S. 528-
c) J. R. Förster a. a. O. p. 408.
d) Molina a. a. O. S. 233.
e) Fermin Hist. nat. de Surinam T. 2. p. 181«
f) Molina a. a. O. S. 231.
g) Pcnnant a. a. O. B. 2. S. 506.
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7*
Namen ZßhlderEyer.
Bläutfehter ,Kleilw«iiSttfb«fl«|i%c.i/, : ^^rr;7 ,
Höcker -S^iwan , Cygnus gibhqj. , ^..«^6-
Wilde GariÄ, Anser feros tfulgan , -Gl ^ 0r^8 -
Grönf&fsiges Rphijhilbn /^aUinuia cMoropOfr£;--K$ .
Europäischer Eisvogel, Alcedo ispida #
Tannenmeise, Parus ater as- 'v fr*-r 8 ^
Grauijanter>Baumläufer, forÖötr/amiUari^c. ri^^:; ;
Schwarbe Wasserhuhn, FuKqiijaJöc*:- ?.5.<tA6 -nlfc
Kleines Robthuhn, Gallinolii.pwflillii/ : q tJI ; ^ i
Zaunkönig v< Sylvia troglodytes :- r.H:: :7J— p"8
Punktirtes Rphrhubn, GalKnul* jKOTana^/A^ ,-rrni*>- -
Wendehals, Yunx tOf^5911at :] ;^ r ;( • C?T 17^*9. f ^
Wasser -Raüe, Rallus aquaticus " 7 rr?r»
Löffelente Anas clypeata r v r ? :» ^ "7* t*t { 4 >
Sammtente, Alias jftaactd rcr^:^.. ' r iT r>8;-rr<*& 0)
Schneehuhn, Tetrao lagoput *7 o&imr '
Blanc Metsei Parus coeruleu*bTrt -;.;<.; . -Är?-7iÄ :
Haubenmeise, Parus cristatöa^^. l^a LtixuZ 7mÄä::v
Weifser Sagetaucher s Mergus albellus 8 — 12
Spiefsente, Anas acuta g — 12
Gehäubter Pfau, Pavo crfatatui g — 12
Wiesenschnarrer, Crex pratensis 8 — *s
SnpijLifeeUe, tarus palustris r: . T 1$ *#£z
Gektfönteto Sange!?, Sylvia rejgulns imh,
Tafelente , Ana* 'ferlnai r ( j j *: i 1 r » ■■ » ■ .fr jrä Y 3 r ^ :
J.angsch^äbÖigerSag^tBufchet^ Mergus serWb ilvl 1
KobÄnelse^ Parus major ; y;h j 36-^4
Birkhuhn, Tetrao tetrix g — 16
Auerhuhn, Tetrao urogallus
Kragen - Waldhuhn , Tetrao togatus , ,■ { .. . 9
0) Pennant a. a. O. B. X S. if v ?
b) J. R. Forster a. a. Qr- *. 394.
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7«
tarnen ' Zahl der Ey er.
Weifcaugige Ente, Aöa^j|Ä*o|>klÄlm!id 9 —
Saatgans, Anser segetotn ' 9 — ■
Knäkente P Anas qaerquedula ■ - : 9- — ia
Lang^chWanaiges' Waiaboho, Tetrtiö f h*^ ^ «
isianeflus i'f "' ■ ot-y,:L "4^'— »ig,
Krickente«; Anas crecca rs:z . 13 >
Sch^nzmeise^^ania cfoftitoi . 9:^15 i
Schellente»^ Anas clltogulfcw;J * < : - \jo -~ «4 f '
Goldfasan, PhasiantÄ il^tUÄ r r . tfbv~ «51
Agami r P*opbia crepitans1 v ^ . *o ^ i6 i)
Stockente, ^AnaJ Döscbas ni; ;J .is.l r 1* 16 '
Schwan-zkehügea Waldhuhn Tstrao bö- '
Puter; Meleagris gallopavo > ^."42,^1^-'
^rasiikmscher Tinamu, Tinamus brasiliensis-i 2 w flsVnr)
Tetra* -omßellus &Ä"J 12
Grofter-Trappe , Otis tard*^ lf moo ? jg«i4fl2eL»r<rT
Perlhrfhnv Sumida wleagris^ai^ ^> ' <*6^a4«/:-H
i.t(. »e ,1;.-.: .ai^ '
Am dieser Tabelle *rhell$t* d&fs, jm AUga*
meißeiv^fe von arrizh$}ischen Substanzen; ieb*^
den,* Vögel, am wenigsten fimiehtbar siftd,
mentlich die^AU^Br/ die rllmramen, die Pmgui*
die Seetaucher, die Albatrofse, die Sturm-
vögpl,-die Meven, die Schatten^ uffd iUe Meei>
f .1 . /i'ii • » 1 1 , r-' ■ ■..
*) J. R. Forster 1. * Q. f. 1396*. / . ,r . L
s) Buffon ed. de Sonnini T. 50. p. t<fr — - -
r) — — S. 5a p. 3$. <.zfif--* — ...
d) Pennanr a. a. O. 0. dt. S. ig»? '
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TS
schwalben unter den seil wimmenden Yögelnj
die Reiher, die Jabirus, die Störehe, die Kra-
niche und' die Flamingos unter den Sumpfvögeln;
und endlich alle Raubvogel. Dagegen sind die
vorzüglich von vegetabilischen Substanzen le-
benden Vögel am meisten fruchtbar, nament-
lich alle hünnerartigen Vögel, die Rohrhühner,
die Rallen und di.e Wie&enscbnarrer unter den
Sumpfvögeln, und die Enten, die Ganse, die
Schwähe-una die Wasserhühner unter den
Schwihimvögdn. In der Mitte zwischen -diesen
beiden Extremen stehen die von öligten und
mehlig ten Saarn en lebenden Sing - und Klet-
tervögel, aind die von Insekten und Würmern
labenden Sumpfvögel , Klettervügel und Singvo-
gel. Der Grund hiervon scheint darin zu lie-,
geh), daCs die von animalisch: u Substanzen le-
benden Vögel, eine wenig reichliche Nahrung
finden, und dafs die Erhaltung der Nahrung
ist, man betrachte nur die emsig herumfliegen-
den und Nahrung aufsuchenden Raubvogel ,. die
zuvor genannten Sumpfvögel und.« dien Schar-
ben, die Albatrofae, die Meven uuds $e See-
schwalbdn unter den Schwimmvögeln^ ,^o , wie
auch die eifrig herumschwimmende^ .nAUcen ,
Luramen und Scetaucher ; während die von Ve-
getabilien lebenden Vogel eine reichliche Nah-
rung mit weniger Anstrengung und Kraftauf-
wand finden. Die fruchtbaren rflan zen fressen-
den Vögel, ' so wie die kleinen Klettervögel,
Singvögel und Sumpfvögel, sind auch als Er-
nährung« - Masse produzirend anzusehen , i in-
dem ein gTofser Theil derselben von Raubvö-
geln und anderen Raubthieren verzehrt wird;
sie müfsten also bald vertilgt seyn , wenn sie
durch eine grofise Fruchtbarkeit nicht erhalten
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würden ä)* Ith "Allgemeinen' findet man ferner*
däfs die kleineren Vögel einer und derselbe»
Gattung fruchtbarer sind als die* gröfseren~ Ll-i /
1"> i *ü . > ♦ . ■ •» :
■ I • ( » " I : I
«..♦»_ ... * , ' • 1 ' t . -* . . • . « « . 4
Die GrSfse der -Eißer . ist in: Bezug :aüf diö
Gröfse der Vögel;, welche sie legen* j sehr :vcr3
schieden. Folgendes scheint das Gesetz rfur die
relative Gröfee de* Ryat zü sejii : dierGrörse
iler' Byer steht im Verhältnife • mife dem Grade
dbr £ntw ckelung, welcberi dier-Vogeli-- Fdtus
im Eye' 'erreichen, und mit diesem um ufst jiotb-*
wendig wieder die Merige der im E^e: enth*H
tenert Materie gleicfa laufemp ajusjiteelcbcär sich
L. . . '■■ '* ; '» ■;-<,?> . f, \>{\-, fir>h.-? .
'<») Ovorirai naraerut ondem üliliftfero pne»itv jftwn com
< ceptinlia capia ia tfviparfk tfolet. Quippe beie 'pacta ipe*
' ? - * ' ct*T consulitiir pereatfitatL U tfatara enjm: r ür'icine aniaaati*
- » j ■ idr numcrosoi foctw largittir,: qdae viribus animisve imbex
' cilttaV abaliorum injuri« aegre «e tutantur; adeoque vi;
tae^revität^B* capto* ptole compenttt^ — t ;Tdoui>, Hui«
• avitim geritri 4Ut«» iiiquit Pliniui (Lib. io. $ap. 53.) tit
föfccundiorei * timnt fugacci carum, quam fort«/ ..■ Cum
eniaf ^•aeratio quaäßlibe^ pwrp^tuitahs gratta a a^türa ia.
ttituitttr , Ifrequens ; iis contiagitV qaae brevioris iaevi *untt
et entcrnifiinjurüs öbnoaiiai, ,«b ipecics dtfcwti : Mcoqut
, ares , • qaW robora polleBt»' et «x rapto v^uat , fdeoquj
drurtiräiore ac lecuripte yita fraantur, raro ptüs qua^
bifA öva ethiot. Columbae quidem, turtures, et pälumr
" bei; t)ioa dunta^at oya simul , ineu^ant , . aed numeri de?
fettuBü fiiequeBtia compwant; deciet enira qootannia paj
rioot. Multum itaque ^eaeraat, licet aoa laulta.
Harvey de Genef ationt a. 0. . :
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15
|
jenigen Vögel relativ am kleinsten, deren Fetus
am wenigsten entwickelt das Ey verlassen, und
umgekehrt die Eyer derjenigen Vö^el sind re-
lativ am gröfsten, deren Fetus am meisten ent-
wickelt und ausgebildet aus dem Eye hervor-
treten. Der Grad der Entwickelung der Vögel
steht wieder im Zusammenhange mit der Le-
bensart und mit dem Aufenthalte der- Vögel.
Im Allgemeinen findet man, dafs die Fetus der
auf Bäumen nistenden Singvögel, Klettervögel
und Raubvögel das Ey am wertigsten entwi-
ckelt verlassen, denn sie sind sehr' klein und
nackt, kommen blind zur Welt , und ihre Glied-
mafsen sind so schwach, dafs sie sich derselben
noch nicht zur Bewegung bedienen können.
Diese Vöcel legen im Verhaltnifs zur Gröfse
des Körpers die kleinsten Eyer. Die Fetus der
bühnerarligen Vögel, der meisten Sumpf - und
Wasser - Vögel, welche auf die Erde nisten,
kommen sehr entwickelt und ausgebildet aus
dem Eye, indem sie beträchtlich grofs und zum
Theil mit Federn bedeckt sind; sie werden se-
hend geboren, und ihre Gliediiräfsen* vorzüg-
lich die Eüfse, sind $o stark und, abgebildet,
dafs sie sehr bald oder gleich nach der , Geburt
das Nest verlassen und der Mutter folgen kön-
nen. Diese Vögel legen im Verhaltnifs zur Grö-
fse des Körpers die gröfsten Eyer, Ganz vor-
züglich ist dies der Fall bei den meisten See-
vögeln, a); so legt die Gry 11 - Lumme (Uria
grylle; Eyer, welche die Gröfse von Hüh-
«) Steiler a. a. O. p. 413. Marinaruni, divoi maritimoi ,
insuias desertas, incolentium avium ova maxima ecie, et
pro resptetiva avis magnitudine solitam magnitudinem ex-
cedentia , observavi.
v
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nereyem haben; obgleich der Vogel niebi gjrö-
fser als eine Taube ist tf).
• \ . ! f .. ' .* ' > r. *• y [ '
. * ' ' •♦»' • 8JhIM:v ; L.
: Die Form der Eyer bietet auch mehre V er-
gehiedenbeiten dar , nicht aljeiij ^eii verschiede-
nen Arten vpn Vögeln, sondern auch bei ver-
schiedenen Individuen, ^ner Act, vorzüglich bei
den zahmen Hühnern , 4i$ hald rundliche , bald
längliche Eyer legenM X>ie alten Naturhistori-
ker glaubten, dafs man au$ dqr>(Je^#lt des Eyea,
das Geschlecht des fld^ch im Eye beenden Vo-
gels erkennen könne, tsa gibl Aristoteles an,
dafs steh in den langen und zugespitzten Hüh-
ner «> Eyern Weibchen bildeten, und in den
mehr- rundlichen oder stumpfen Eyern Männ-
chen. PUniu*-:0 uud Golmnella d) hatten die
*
1 » • r !••'( •> * r •
- *) Fabrfciui Fauna Gröniandica p. 9$. Nach Steiler a. a.
O. p. 417 die Eyer 3 Zoll 3 r— ,8 Linien lang.
• l) Hfrt. Anim. L. 6. C a. Ex oblong» *t »cutis »ovis fbe-
minie generanhir: ex iii qKae mucroBera ©btusum habent
Dieser Meinung nähert sich auch Steller a. a. O. p, 420.
Observavi generatim de ovis avium, ea bifariam dirTcrre,
aha qrassiora e§xe> uiajoremque obtinere latitudincr» dia-
metralem,' altera vertice minus acuto, c quibus masculos
excludi puto; alia autem ambitu angusttora.
e) Hist. nat. Lib. 10. Cap. 5a* Foeminam edunt, quac ro-
tUTidiora gignuntur, reliqua marem.
d) De rust. Lib. 9. C. 5. Cum qais. veiit quam plurimos
mar es exdudi , longissima quaeque et acutissima ova sub- -
jiciat; et rursus, cum foeminas quam rotundissiooa.
I
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J M
% w
entgegengesetzte Meinung. Sowohl die vbn Ari-
stoteles als die von Plinius und < Colümella* auf-
gestellte Meinung ist unrichtig,: tvie «iie Erfah-
rung sattsam beweist a)* ick will hier die Form
von einigen Vögel Eyem angaben. . Die
Eyer der Eülen b) sind «fast ganz rundH Die
Eyer des Milans c)t des Bussards d)9 des Thurm*
falken e)> der Papageien f) des Gelbapechts g)t
der Feldlerche, der Blaumeise, h); der? Tkpnen-
meise, der gehäubten Meise i) , des Fitissangers,
des Tinamus k) und des Agamis haben eine rund-
liche Gestalt. Die Eyer. der Schnepfen /), der
Brachvögel m), der Kiebitze n), der Strandläu-
fer, der Regenpfeifer, der Rallen, der Rohr«,
bühner und der Lumraen ü) sind länglich, aii
dem einen Ende sebr zugespitzt und am an-
dern ganz stumpf, sie haben eine birnformige
Gestalt. Die Eyer der Elster , der Nacht-
«) Beckstein Gcmeinn. Kahirg. Deutschlands B. 3. S.t 1249.
i) K&in Ova Av. Tab. > £ 1 — 5.
e) — — Tab. 6. f. I. Zinnani Tab, 13. f. 73.
— — — 6. f. 2.
0 — ~ —
y> Zinnani a. a. O. Tab. 15. f. 83. Kitin Tab. 4. f. A.
g) Barrere France equinoxtale p. 143.
h) Klein Tab. 4. fig. 10.
j) — — . fig. u, ...
k) BufFon ed. de Sonnini T. 5. p. 19. 45.
0 Klein Tab. Ii. f. 1 — 4. . -..<»
m) — — 11. f. 5. i . * -
n) — — 3. f. 23. .-**"''
o) Steiler a. a. O. p. 4x4. Tab. I. f. t
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<
75
jchwalbe a), der Beutelmeise b), der Schwanz*
meise <), der Thurmschwalbe, der Hausschwal-
be, de* Wiedehopfs d)f des Goldfaffians^ des
Kranichs, des'weifsen Storchs, des grauen Rei-
hers, der $teifsfüfse, der Alken und der mei-
sten Enten haben eine längliche Gestalt. Die
•Eyer des Straufses e)9 des Kasuars /), der Spech-
te und des Wendehals sind oval, an beiden En-
den gleich stumpf. Es läfst sich wohl nicht
läugnen, dafs die Form der Eyer in einiger Be-
ziehung mit der Form der sich in den Evern
bildenden Vögel steht, namentlich mit der Län-
ge ihres Rumpfs, mit der Gröfse des Kopfe und
mit der Lange und Stärke der Füfse. So ist es
höchst auffallend, dafs die Eyer der Eulen fast
rund sind, deren Körper gleichfalls eine rund-
liche Gestalt hat Der Körper der zuvor ge-
kannten Vögel, welche längliche Eyer legen,
hat ebenfalls eine längliche Gestalt. Bcchstein g)
sagt: es ist eine geprüfte Erfahrung, dais aus
den Evern derjeniger Hühner, welche längliche,
an beiden Enden sehr zugespitzte 'Eyer legen,
auch langgestreckte und besonders -mit langen
Hälsen versehene Junge zum Vorschein kommen;
ich habe diese Erfahrung selbst gemacht. Die
Gestalt der Eyer hängt übrigens, wie wir sj>ä-
a) Klein Tab. 10. f. f.
*) f. 8-
*) ~ — — f. 7-
d) — — ii. f. 6.
e) — — I. f. i.
/) — — a. f. i.
g) Bechstcift. a. a. .0. B. X p. no.
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terhin seben werden, von 'der Gestalt des Tinte-
ren Endes des Byerleiters, der sogenannten Ge-
bärmutter ab, welche selbst wieder in den ver-
schiedenen Vögeln nach .der Gestalt ihres Kör*
pers verschieden isU . ;
" : M ' b ■ • jr r. • ■ ... ,* ...
*■ • r
< ? '''-it;' * '
► ' 1 - 4,0^ ■ ■ . .
— I '
Die Fkrbfc der Eyer ist ungemein verschie-
den, nicht allein bei den Gattungen und Arten,
sondert* sfelbst oft bei de» Individuen einer Art.
Auch das Alter, die Nahrung und die Dauer
der Bcbrikung haben Binilufs auf die* Farbe.
Die Schwanzmeise und der Zaunkönig legt bis-
Wetl&ti gäftz Weifst By er, bisweilen weifse Eyer
mit rortien Punkten. Die Eyer des europäischen
Kuckuk -sind nach den Beobachtungen Bech-
stein's ö) sehr vierschieden gefärbt; man findet
nämlich welche, die gelblich weifs sind und asch-
graue Flecken und rünkffe1 haben; andere, die
grünlich weifs sind und Flecken und Punkte wie
die vorhergehenden haben; noch andere sind
bläulich weifs und haben olivengrüne Flecken;
und endlich findet man auch schmutzig weifse
mit tielläSchgrauen Flecken, Noch sonderbarer
ist es , dafi die Hauptfarben sich auf einen gan-
ten Jahrgang beziehen, so.dafs man z. B. in
einem Jahr nur bläulich weifse mit olivengrünen
Flecken besetzte Eyer findet, und in einem an-
dern Jahr nur gelblich weifse Eyer mit asch-
grauen Flecken. Die crofse Seeschwalbe (Ster-
na hirundo) legt bald braune/ bald grüne, bald
m) a. tu O. B. 2. p. 1130.
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grauliche ßyer ä)> Die" Lumihen' 6) I^*en zu-
weilen dunkelgrüne oder bellgrüne Eyer mit
schwarzbraunen Flecken ; zuweilen schmutzig
weifse Eyer mit kleinen graulichen Fleckchen
oder mit rothfarbenen Fleckens zuweilen endlich
ganz ungefleckte Eyer. Auch die Eyer der
Scharben, der Meven und mehrerer anderen
Wasservögel variiren ungemein in der Farbe.
Pennant 0 glaubt dafs diese Vögel, welche oft
in großen Schaaren zusammen auf Felsen und
Klippen ihre Eyer legen, nu^r an den verschie-
denen Farben ihre Eyer erkennen uncj von den
anderen unterscheiden. Die Eyer derje-
nigen Vögel, welche schon mehrmals gebrütet
haben, sind in der Regel dunkler gefärbt, als die
Eyer der jungen, zum erstenmal brütenden Vö-
gel Bei ganz alten Vögeln sind die Eyer oft
mattfarbig. Die Nahrung bringt Veränderungen
in der Farbe hervor, z. B. Hühner, welche
man mit Waizen füttert, legen röthliche Eyer.
Wenn man dem Futter Farberöthe beimischt, so
werden die Eyer roth. Die Farbe der Eyer
wird oft durch die Brut verändert, so werden
z. B» die grünlich weifsen Eyer des Steinschmät-
zers (Saxioola oenanthe) bei der Bebrütung grün-
lich blau; die hellaschgrauen oder grünlichen
Eyer des.. Staars werden bräunlich grün ; . die
grünlichen Eyer des kleinen Reihers werden
nach und nach weifs. : ,,T . ^
a) Buffon ed. de SonDini T. 6o. p. 9t.
l) Steiler a. a. O. p. 414.
r
r) Genera of Birds Edinb. 1775.
t:p. ■»
1
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8i
r
»•
' Die fi^fer der ttdÄ^V^rihi* geferbt
Die Farbe ist als ein düfirier Ueberitig auf • die
aufsere Fläche Eyschäl^ !atrfgeträgen , oft : so
leicht, daß «tan sie Wegwische« katth, vor-
züglich bei fristh' gdegten Eyern. tKe' Ursa-
che der Färbung der^ EVe^' Ist noch unbekannt,
Fabricius ab Aijuapfctyfe ft) glaubte, <lie Farbe
der Eyer hänge vom Temperament der VBfcrt
ab, Darwin b) hatte die^ebr sonderbare Mei-
nung, dafs die Färbte der Eyer Vöh jder Ein-
bildung de* Mutter herrtrhrfc Däudin *j glaubte,
■ ■um i. ■ ■■ ' Hi.fU J l'JVlU'
* r *" * r •
" <,) Oper, omni* ex ed. Bonnti^ 5&. 'Stfd proptet quam
causam albus cörtcx est? nbn proprer aliqüam utilitatem»
sed quatenus consequitut .temperamentoin frigidum etc.
1 Quod si alios cortice* alio toldre mreettw^fderis , *jt put»
vcl pallidos , vel luteos , vel ruttor, vel maculatos , et
j punetis distmetos; dieas, bartc 'varretatem varium sequi
ternperamentum , quod varios prbducit httuorts, qui in
ovi cortice efflorescunt. Vidi emm *ltquando Gallinarn
in totum nigram fuscb quoque cortice oVa parere.
b) Xoonomie aus d.t Engl, übers, von J. D. Brandis B. %
c) Tratte elementfaire et tömpret dt)rnithologie Ou Hiftolr*
naturelle des oiseaux. Paris xgoo. 4. T. 1. p. 157. II est
un point qui me paroit pouvoir ctre appuye' par un grand
nombre de faits conduetits, c*est que la cbtileur des oeufs
des oiseaux conside're's dans l^tat sauvage paroit indiquer
en quelque sorte celle de l'olseau qui doit en provenir.
Par exemple, je suis pörte' a croire, 1) que les oeufs uni-
colores proviennent d'oiseaüx a plumage d'one seule. leinte,
ou dont les teintes sont peu tranche'es; %) que les oeufs
biancs, gri», verts, bruns ou blancbatres sont pondus or-
« 1 '
Di
82
dafs eine Uebereinstimiöung der Farbe der Eyer
mit der Ruber des rG^fieders sUtt fände. Diese
Meinung ist offenbar .unrichtig, denn vieljs Vö-.
gel .'mit st-br buntem jind mannigfaltigem Gefie-
der legen, ^auz >veilie Eyer, z. B. die Papa-
geien; die Cohbri$; und viele Vöglet, mit
ganz ^nf^igem. Gefieder legen buine oder
mehrfarbige Ejfr, z. B* die Rabenarteii.' Das
was ic Ii ppU Gewifsheit «über di£ tarbe der Eyer
angeben kann ist folgendes: die Eyer werdeit
in dem, Endstück des Byerleiters, der sogenann-
ten; Gt*ärn>utter, woran sich die ty§cbale .bil-
det, nicht gefärbt, sondern sie erhalten erst
den farbigen Ueberzug in der Kloake. _ .Sehr
wahrscheinlich sind es die färbenden Theile der
Excreiuen,te und die, dem Harn beigemischten
Bestandteile, welche (Jen Eyern in der Kloake
ihre Farbe extheileiü Die Eyer sind entweder
gaptz weife und ungefärbt» oder sie sind ge-
färbt, Ipa letzteren Falle sind sie entweder ein-
farbig, grau, blau, grün u. s. w., oder sie sind
mehrfarbig, z. B. grau und braun gefleckt, grün
und scbwarz punktirt u. s. w. Da es mir bis
jetzt ohnmöglich gewesen ist, einige allgemeine
Gesetze üb^r die Farbe der Eyer aufzufinden,
so Werde ich die Farbe der Eyer bei verschie-
denen Vögeln in dem speciellen Theil der Or-
nithologie angeben.
dinairement par des oiseaux a plumage plus ou moins
fonce en couleur; 3) quc lcs oeufs macules indiquent des
oiseaux parsemes de plusicurs teintes. Au reste je laifse
aux observateurs a verifier certe opinion, et a exaroioer
jusqu'a quel point eile est exaetc. II est convenable de
remarquer ici que Ies oiseaux, dont le plumage ne de«
vi cm tres - colore qu'au bout de quelque mois, pondent
des oeufs tirants sur le blanc, teil sont les Colibris, lcs
oiseaux Mouches etc.
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SS
Viertes Capitel.
Von dem Bau der Ryer vor der Beir&tung.
ie normal gebildeten Eyer aller Vögel be-
stehen vor der Bebrütung aus folgenden Thei-
len: i) aus der £y schale, 2) aus der Ey scha-
lenhaut, 3) aus dem Eyweifs mit seinen Hau-
ten, 4) aus dem Dotter mit seiner Haut, 5) aus
den Hageln, 6) aus dem sogenannten Hahnen-
tritt, der Narbe oder dem Flecken, und 7) kann
man hieher noch den am stumpfen Ende des
Eyes befindlichen und mit Luft angefüllten
Raum zählen.
Die Ey schale d) ist hart, zerbrechlich und
porös. Gewöhnlich ist sie am oberen oder stum-
pfen Ende des Eyes dicker und fester als am
untern oder spitzen Ende« Im Allgemeinen
steht ihre Dicke im Verhaltnifs mit der Gröfse
der Eyer, so dafa also grofse Eyer eine dickere
Schale als kleine Eyer haben. Sie ist jedoch
auch verschieden bei verschiedenen Vögeln. Die
Eyer der Wasservögel haben nach den Beob-
a) to neXvfOf und TO Xixvpov bei Hippocrates, to
Sv4*.
§• 43-
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1
H
arhtungen Andersons a) und Steileres b) dickere
Schalen als die Eyer der Landvögel. Zu den
Vögeln, deren Eyschale vorzüglich dünn ist,
gehören z. B* die Schwalben» der Staar u. a«.
Die Poren der Byschale Jcann man an gröfsern
Eyern. z. B. am Straufseney, mit unbewaffne-
tem Auge erkennen. An kleinen Eyern er-
kennt man sie leicht mit Hülfe eines Vergrö-
fserungsglases. Durch die Poren können die
dünneren und wässerigen Theile des Eyweifses
ausdünsten, und die atmosphärische Luft kann
durch dieselbe eindringen. Alte Eyer sind leich-
ter als frisch gelegte Eyer, weil ein Theil des
Eyweifses bereits verdunstet ist. Wenn rfüan
ein Ey in ein Gefäfs mit Wasser legt, dieses
unter die Glocke der Luftpumpe bringt und dann
die Luft entfernt, so erblickt man an der gan-
zen Oberfläche des Eyes viele kleine Luftblas-
chen, welche durch die Poren des Eyes her-
vordringen. Alte Eyer zeigen mehr Luftbläs-
chen als frisch gelegte* Die durch die Poren
der Eyschale eindringende Luft bringt in der
Substanz des Eyes Fäulnifs hervor. Ein be-
kanntes Mittel die Eyer vor Fäulnifs zu schüt-
a) Hist. naturelle de l'lsland, de Grönland, du detroit de
Davis tt d'autres payi situes dans le Nord. Paris 1*750. 8*
T. 1. p. 96, Les oiseaux aquatiques ont la coquille bcau-
coup plus cpaise que n'ett celle des oeufs des oiseaux ter-
restres, vraisenblemeni tant a cause de la rigueur du cK-
mat et du voisinage de la mer, que pour mieux conserver
la chaleur peiidant qu*ils sont couverts, dans l'intervalle
qu'ils rcstent dccouvcrts, la femelle etant obligc'c d'aller
cherchcr sa nourriture.
N
*) a, a. O. p. 2,24.
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85
zen, ist das Umhüllen derselben mit einer fetti-
gen Masse,, welche die Poren der Eyer ver-
schliefst, und dadurch die Ausdünstung des was.
serigen Theils. des Eyweifses und das Eindrin-
gen der Luft hindert. Die Eyschale besteht nach /
der chemischen Analyse Fourcroy's a)f HaU
chett's b) , Trommsdorf V c) und Thomson s <f)f
aus kohlensaurer Kalkerde, und einer geringen
Quantität phosphorsaurer Kalkerde, welche durch
thierische Gallerte verbunden sind. Vauquelin ei
will auch eine geringe Quantität kohlensaurer
Magnesia, etwas Eisen und Schwefel iti~den Ey-
schalen entdeckt haben. Die Eyschale, tat die
meiste Aehnlichkeit mit den Schalen der Jjjebse,
der Seesterne und der Seeigel, welche gleichfalls
aus kohlensaurer und etwas pbosphors^urer
Ralkerde bestehen,
> » •
* * *
Die innere Fläche der Eyschale ist mit ei-
ser dünnen, weifsen, aus zwei Platten oder
Schichten bestehenden Haut, der sogenannten
Eyschalenhaut /) überzogen, welche an ihrer
*) Systeme des Connaissancei chim. T. 10. p. 310. ,
b) In den Philos. Transact. for the Ycar 1799» p. $17.
c) Handbuch der gesammten Chemie ß. '3. p. 207.
d) Systeme de Chimje trad. de l'anglois par J. RifTauft. Pa-
ris 1809. 8. T. 9. p. 125.
11 u . .IL*. '
<) Analyse des Qoquilles d'Oeuf in d. Annates du Museum
d*hist. natur. Paris 1311. T. 10. p.
/) Membrana ovi propria, Membrana succingens, Pcllicula,
Membrana ovi liquotes amplectens Harvei, Membrana fe-
st ae Scenonis, Membrana putaminis Bellini.
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86
äufseren Flache etwas rauh ist und an der Ey-
schale adhärirt. Ihre innere Fläche ist glatt und
umgibt das in seiner Haut enthaltene Eyweifs*
Sie besitzt mehrere Poren und Kanälchen a)%
durch welche das Eyweifs ausdünsten und die
atmosphärische Luft eindringen kann. Die bei-
den Platten oder Schichten der Eyschalenhaut
sind am stumpfen Ende des Eyes etwas von
einander getrennt und haben einen mit athmos-
phärischej: Luft gefüllten Raum b) zwischen sich.
Li membrane de la eoqoille paroit etre de natore alba«
mineuse, au moini eile se difsout facilement dans la po«
tafse caostique, sans produire d'ammoniaque. Les acidet
la preeipitent de sa dinolution ious la forme de floecon*
blanci a la miniere de Falbumine et en developpent l'odenr
du gaz bydrogene fulfure. Vaaquclin a. a. O. p. 167.
•
a) L. Bellinius Oigrctiio de ovo, ovi ae're et reipiratione in
genere in g. Schrift Opuscula aliquot ad Arcbibaldum Pi-
tearnium. Pittorii 1695. Leidae 1^34. p. 55. Indumenta
(ovi) sunt duae pelliculae sibi statim post putamen in con«
tactum pofitae; singula runt admirabilis fabricae, ad mit-
tönt enim aerem intra Ovum, ted artificio vere divino;
in utraque illarum pellicularum sunt collocati canalet aerit ;
quorum radieet dueuntur per totam crassitiem pulaminia
ad iiique superficiem externem ejui, et biant in exte r mim
aerem, quo circum fundimur; sunt Uli lucidi, et docti
per membranat illas variii duetibus, et pulcherrimi sunt
spectaculi in Ovo anatis, in Ovo anscris, in Ovo attage-
nae, leu Galli indiet, quamquara visu jueundissimi 1 in
omnibus.
b) Umbtlicus, i^upilia ovi, Folliculus aeris. Aristoteles, Pli-
nius, Coiter, Fabrtcius ab Aquapendenre , Harvey, Aldes,
Bellini ü. a. baben ihn beschrieben. Harvey gibt irrig
an, daü sich dieser Raum t wischen der Eyschale und Ey-
■ »1, .-. .„ ,3;;; . .,' . „ » ,
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welcher cfie Form eine? kleinen Kugelabschnitts
hat. Meistens befindet Sich der RaW gerade
in der Mitte des stumpfen' Endes,' doch biswei-
len liegt er etwas seitwärts^ 'Mari' faill auch
schon zwei bis drei solcher R^umi feemirtt. .ha-
ben a). In Evern, yvelche nocfti Jfirn unteren
Ende des Eyerleiters enthalten rind', stt^i* iii
ganz frisch gelegten Eyerh fand Ich den ^aum
nicht b), bei alten Eyera aber ist er imintr Jsehr
, ; ■; j li-v* - D >.,<;;•..!/ i:t\ t?.b
schalenbaut befinde: Exerc. de Gener. p. 26,: fit enirn
cavttat isthacc inter testam , . membrana su«cingciite tbj.dc,
stitutam, et exteriorta* .«?niw»9t öVj Itquores . *mp lect<jr*
fem. Joh. Mayow in f. Tractatus de respiratione foctus
in utero et ovo, in s. Schrift, Tractatus quinque medico-
physici. Bononiae 3674. auch in sein» Oper. 00a pbys.
Hagae 168 !• p. 285. bat diesen Irrthum Harveys zuerst
berichtigt, und hat den Rium am genauesten geschrieben.
J. C S. Hehl praes. W. GT Ploucquet- Pbsen'ata' qiiae*
dam physiologtca de natura et usu aens avis avium in-
c I n ('s Tübing. 1*796. 4. enthält die chemische Analyse
der eingeschlossenen Luft.
•) Fabrictus ab Aquap. de formarione ovi - p». 7fXi' u Fcrc Sem-
per unica vi-itur caviras, semel tarnen in cocto ovo tri-
plicem invcni» unam.alteei conliguam, omnes sane m cacu-
mine positas duas tarne» «equaJcs, tertiam minorem.
b) Harvey a. a. O. will jedoch diesen ^a um schon in Ey-
ern gesehen haben, die sich hoch im teibe der Henne
befanden. Omnibus ovis inest; imo vero utero adhuc
remanente ovo: quam pnmum cortice obtcgitur, inveni.
Belltat sagt hingegen sehr richtig a. a. O. p. $l:V\\jum
autem cxcluditur ovum, et quousque intra ovi da et um de-
tinetur, nihil acris intra obtusum Ovi verticem contingtur
et nullum spatiura formatum est intcr duas expositas mrm-
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88
grofs. Der Raum bildet sich dadurch in den
gelegten fiyeru, dafs der dünnere Theil des
Ejweifses dmch die Eyschalenhaut uud durch
die Poren ^er Eyachale ausdünstet, und zwar
täglicfc um ejjiige Gran; dagegen dringt die at-
mosphärische Luffc durch die Poren des Eyes
ein und bildet den Raum zwischen den beiden
Platten Jer EyschalenhauL Bei bebrüteten Ey-
ern wird der Raum immer gröfser a), indem
die Ausdünstung des Eyweifses durch die JBrut-
wärme vermehrt wird. Die in dem Raum ent-»
hakene Luft oxydirt das in den fivhäuten cir-
culir ende Blut des sich bildenden Foetus; wo-
von später die Rede seyn wird. '
a*:j . , -jnc;. u* •** * tu \" ■
' 4 ftÜf mxtfs' hier noch eute Erscheinung anfahren,
welche man an den Eyenj wahrnimmt. Wenn man
nämlich den spitzen TheU " eines Eyes an die Zunge
v$fa&.l^'i$-.^l$n&. man al?er danB
■ j.', , ., ■ .L ■ ■■■ i .r. • ,•'
.Iii»** . . ~ ' • i
branas putaminis; sed utraeque membranac sicuti intra
utc ruin. sunt ad contactum «I quameunque partem ovi,
•I.i >»e rpst» c/uidem obtuso ovi vertice cxcepto : ita eaedem
mmbranae ad mutuum contactum persutunt etiara ad ob-
tusum ovi ivtrticcm pott brave aliquod tempons spatium
ab cxclusione: eo aqtem brevi temporis ipatio traasacto,
forman lhc^pif ad ipsum obtusum ovi verticem spatium
fllud, quod pupiUam ovi. nuncupant, quod nihil aliud est»
quam spatium, quod producitur intcr utramque exposita-
rum membranarum ; quarum altera persistit ad contactum
, putaminis altera verq ab cod«m comactu truditur per ia-
>l «fW»«? «cfiü etc. ,
• • •
m) Vixt V. Coiter, Fabricius ab Aquap., Harvey, Bclhni,
n Aldcs , Mahre • Jean u. a. richtig angegeben haben.
Digitized by
I
den stumpfen Theil an die Zange, so flShlfc dieser sich'
warm an. Diese Erscheinung rührt wahrscheinlich da-
her, dafs das. den sf>it*en Theil des Eyes austollende
Eyweifs ein besserer Wärmeleiter ist, als die in dem
stumpfen *f heil befindliche Luft , jenes entzieht der Zun-
ge mehr Warme, -als üeäe, und daher mag das Gefahr
von Kälte und Wärme an den entgegengesetzten Enden
des Eyes henuhren. \ ' ,
...... .».i . . . . . • ■ i 1
$ 45-
» j
Jv* Hl»
.j
An der innefcn Fläche der EyschaJenhanfc
liegt das durchsichtig^, etwas gelblich weifse,
klebrige und zähe Jlyweifs a), welches den Dot-
ter umgibt Mari unterscheidet zwei Lagen
von Eyweifs, das äufsere und das innere Ey*
weife b), welche rrian , an frischen Eyefn leicht
unterscheiden kann. Deutlicher noch erkennt
man sie in hartgesottenen Eyern, wo- sie zwei
das Eygelb umgebende* Rinden bilden. Das äu-
ßere Eyweifs ist flüfsiger und wasserreicher als
das innere Eyweifs; es bildet, in einer zarten,
durchsichtigen Haut eingeschlossen, eine "dünne
Lage um das innert Eyweifs. Wenn maii ein
Ey öffnet so fliefst1 es -zuerst aus. In frisch ge-
i) to Xtvnov oder to T» e*v \ev*Ofita bei Aristoteles .
OpvCjos yaAa; Qvji albus liquor, ovi albitudo bot Pli-
nius; ovi candidum; ovi albor; ovi albura: albamentuin ;
Aldrovand Albuinen.
hat zuerst Harvey angegeben, de
Generat. p. 41. Ego vefo in ovo gallinaceo, aon modo
varium albumen observavi, sed etiam duplex; utrumque
propria mcmbiaju involotum.
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«
legten Byern ist es in größerer Menge vorhan-
den als in alten Eyern, weil bei letzteren schon
ein Theil durch die Poren der Eischale ver-
dunstet ist. Das innere Eyweifs ist viel con-
sistenter und in gröfserer Menge vorhanden,
als das äufsere; in frisch gelegten Byern ver-r
hält es sich zu dem äufsern ohngefähr wie vier
bis fünf zu eins. Auch das innere Eyweifs wird
von einer dünnen und durchsichtigen Haut
(Membrana albuminis) umgeben, welche gegen
das spitze Ende* des Eyes eine Verlängerung
bildet, die ziemlich fest an der Eyscbalenhaut
anhängt* Man kann diese Verlängerung, wel-
che ich in frischen Eyern sehr constant gefun-
den habe, das Band des Eyweifses (Ligamen-
tum albuminis) a) nennen. Das Eyweifs, wel-
ches dem Blutwasser ähnlich ist b), besteht nach
den chemischen Untersuchungen Fourcroy's c)9
Parmentiers d), Bostock's e) und Thomson's /)
aus 80 Theilen Wasser, 15 Theilen Eyweifs-
»toff und 4 Theilen Schleim. Auch enthält es
etwas kohlensaures Natrum, denn das frische
. J. \ ■ ,
M«) S. Graf von Tredcrn hat dieses Band zuerst beschrie-
ben, in f. Diiiertatio sistens ovi avium historiae et ineu-
bationis Prodromum. Jenae 1808. 4 P- 5- ei ist gut ab*
gebildet fig. 2. * 7
■
.tat) C. W Poerner Experiment» de albuminis ovorum et seri
i sanguinis convenientia. Lipi. 1754- 4« ' »>t 4 0
• tu"«- / i... .vc ; - «- . > »re
e) a. su O. T. 10. p. 307. .rr };j
d) Im Journal de Phpique T. 38- f- „,., {h
e) In Nicholson'« Journ. T. 11. p. 246. T. 14. p. *!*
/) t, a. O. T. 9. p. 214* . v rr ... \< .
V
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Byweifs färbt die blauen Pffanzensafte grün.
Ausserdem enthält es .noch eine ganz geringe
Quantität Schwefel, der .aber ein Bestandteil
des eigentlichen EyweifsstofFes zu sey n scheint;
ein Theil desselben entbindet sich beim Kochen
der Byer mit etwas Wasserstoffgas und ent-
weicht als Hydrothionsäure , die sich durch den
Geruch verräth. Auch will man endlich Ben«
zoesaure in dem Ey weifs gefunden haben*
Der Dotter oder das Eygelb a), welches
die Gestalt einer Kugel hät, liegt innerhalb des
zweiten Byweifses b)9 jedoch nicht ganz in der
Mitte des Eyes, sondern gewöhnlich dem stum-
pfen Ende des Eyes näher ab dem spitapen. *£*
es vermittelst zweier, nachher zu beschrei-
benden Stränge, Hagel genannt, an das Ey weift
befestigt ist Die eigentliche mehr oder weniger
gelb gefärbte Substanz des Dotters ist in der
zarten, weichen und etwas durchsichtigen Dot-
terhaut c) enthalten. Im ganz frischen Zustand
Innern des Eyes, weil
vor; bei Aristoteles ro x^wPov > TO <*>XP°v> T0 Acku-
$ör; bei Ptinius Vitellus genannt.
jori, terra in centro posita, aqua et aere circumdatur,
ita pariter vitellus, ovi pars terrestrior, duobus albumini»
bus, crassiore et tenuiore ambitür.
•) Membrana vitetti. U capsüle sk jaune vori, Vicq d'Alyr
genannt.
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9*
erblickt man auf de/* Ddtterhaut einen milch-
weißen schmalen Streifen a), welcher sich von
der Insertion des einen Hagels bis zu der des
andern. Hagels fortsetzt, und so eine Art von
Giirtel^ um das Eygelb bildet. Die* Eyer der
Wasservögel sind dadurch von denen der Land-
vögel verschieden, dafs sie mehr Eygelb als
Byweifs enthalten b). Der Dotter besteht aus
Wasser, Oel, Byweifsstoff und etwas Gallerte.:
Wenn man das Eygelb verbrennt, so bleibt ein
kleines Residuum von phQsphorsaurer Kalkerde
und Sode«
» • ' ,i
« • M ' I
• ' 5-47-
t _
An den beiden gegen die Enden des Eyes
gekehrten Flächen des Dotters, jedoch nicht
ganz in der Mitte oder an den Bolen, sind
zwei weifsliche, gallertartige, beträchtlich con->
sistente Stränge befestigt, welche man Hagel c)
nennt. Die beiden Hagel sind nicht gleich dick,
Bondern derjenige Hagel, welcher gegen die
«) Von Vicq - d'Azyr Zone ou bände circulaire genannt.
h) Wie Aristoteles sejion richtig angegeben hat. Hist. Anim.
L. p. Li. 2.
r.i . : , : . t
s) xa^a^ai hei Aristoteles genannt. Gramkes von Pli-
niiis. Chalazao, Tractus albuoiinosi, Columnae albumino-
sae, Appendices albuminis. Lei ligamem suspenseurs du
jauoe, bei Vicq - d'Azyr. L'alburocn centrale ob le troi-
sieme Albuinen von Lc'veille" genannt; in t. Schrift:, Dis-
sertation physiologique sur la Nutrition des Foetus con-
ftidpeY dans ics Mammifcw et. dafts Jcs : Öiseaux. Paris
an 7. in 8» * "n
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»3
Spitze dei Ryei sieht, ist dicker al$ der,
welcher gegen den stumpfen Theil.dei fiyes
gerichtet ist» Beide Hagel sind durch den zu-
vor genannten, feinen , weifslichen Streifen, wel-
cher den Dotter in Form eines Gürtels umgibt,»
mit einander Verbunden. Dieser Gürtel, wel-
chen man nur" an ganz frischen Byem erken>
nen kaniiy theilt den Dotter von aufsen in zwei
ungleiche Hälbkugeln, die sich ohngefähr wie
»go zu ibo verhalten» Auf der kleineren Halb-
kugel befindet sich, der späterhin zu bfschrei-
bende Flecken, der sogenannte Hahnentritt (Ci-
catricula). Die Hagel, welche man so wobt in
befruchteten ,als nicht befruchteten Eyern fin-
det, scheinen der äufseren Form nach aus ei-
ner Reihe oder Kette von mehreren gallertarti-
gen Körnern zu bestehen, welche fast die Ge-
stalt von Hagelkörnern haben, daher auch ihr
Name» Alkin, wenn man die Hagel genauer
betrachtet, so findet man, dafs sie eigentlich
nicht aus einer Reihe von Körnern bestehen,
sondern dafs sie spiralförmig gewundene Stran-
ge sind , welche an der Dotterhaut befestigt ßind,
und allmählig dünjier werdend in mehrere feine
•*♦» • ■ < . ' , ' ,
ä) Harvey a. a. O. p. 45* fagt irrig« Earum altera major
est, et longius a viteUo versus obtusum ovi cacumen pro-
tendituf: altera minor, a viteUo inferius venös parte m •
ovi acutam porrigitur.
Bellini a. a. O. p. 52. sagt: Chalaia longtor pertinet
ad verticem acutum ovi , et partem ejus acuto vertici rc-
spondentem; chalaza Vero brevior pertinet ad angulum \
obtusum, et partem ovi respondentem eidem.
Die Hagel sind gut abgebildet in des Grafen Tredern
angeführter Dissertation Tab. 1. f. 2. .
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94 '
JFa den r oäer Rohrcheri ausstrahlen, die sich so-
wohl in das innere als in das äussere Byweifs
•verbreiten. Die Stränge sind hohl ü) und mün-
den mit ein£r kleinen Oeffnung in die Höhle
«ler Dotterhaut ein«. Ich habe mehrmals diese
kleine Oeffnung an der inneren Flache der Dot-
•terhaut gesehen, auch ist es mir einigemal ge-
glückt eine feine Sonde in den Kanal der ent-
wickelten Stränge einzubringen. Die Punktion
der Hagel, worüber verschiedene Meinungen
aufgestellt worden sind b) , scheint nicht blofs
~ • • • * ■ <* i. i *
a) Leveille a. a. O. mafst sich, die Entdeckung 2u, dafs die
Hagel hohl sind, indem er sägt: Chaque rjörtion de 1*AI-
bumen troisieme est traversc'e par uii cordon auquel on
n'a pas encore fait attention, et qui, jusqu'alors n'a cn*
core ecrit que par noui. Hierin irrt er, denn schon Bei«
lini kannte diesen Kanal , er hat ihn a. a. O. beschrieben.
b) Aristoteles Hiit. Anim. L. ß. C 2. tagt: Grandines au-
fem dictae, quae initio vitelli a<ibaerent, nil ad generatio-
riem conlerunt Quamquam aliqui ita non existitnant.
: . . - . .
Ui. Aldrovand hielt die Hagel für den männlichen Saa-
men, Ornithologia edit. Francof. p. 99. Hanc (grandi-
nem) autem Aristoteles putat nihil conferre ad generatio*
nem: quae res veritati refragari videtur, cum ova quae
ca careot, omnia infoecunda sind, quare ego eam cum
spermate eandem esse credo.
Fabricius ab Aquapendente verwirft mit Recht die Meinung
Aldrovands a. a. O. p. 16. Neque vero illud esse galli
Semen opinandum est, quod vulgares homines, potissimum
autem mulierculae in ovo passim, la galladura, appelli*
tant, quae in ovi summitate consistit, propterea quod haec
corpora chalazae sunt, quae in ovis gallum tum expertis,
tum non cxpertU iniunt.
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SS
die Befestigung des Dotters in deiner Lage zu
seyn, sondern es scheint, dafs das Ryweifs
durch sie, während der Bebrütun^und Bildung
des Foetus, in die Dotterbaut geleitet und der
Substanz d£s Dotters beigemischt werde a)y denn
wir werdien späterhin sehen, dafs die Masse des
Eyweifses während der Bebrütung und Bildung
des Foetus abnimmt, die Masse dt» Doltefis aber
zunimmt Diese Erscheinung ist 'nur dadurch
erklärbar, dafs das Eyweifs 'durch die hohlen
Fad^n und Kanälehen d£r Hagel aufgesogen und
in die Höhle der Dotterhaut geführt wird.
*
- :' '•' < $• 4«. , , .
V ' ■ - • • »J
Endlich erblickt man auf der Haut des Dot-
ters, fast in der Mitte der kleinen Hemisphäre,
einen kleinen runden , fast milchweifsen Flecken,
bei Hübnereyern meistens von der Gröfse einer
Linse. Dies ist der sogenannte Hahnentritt >lf)>
Harvdy a. a. O. p* 6b. tagt: Ego vero gestio, nulluni
esse alium chalazarum uium, praeter cum, quem dixi:
nempc ut.sint, tanquam poli istiuf microcosmi, et con-
ttcxiones omnium mcmbranarum convolutae, et contortae,
qutbus liquores non modo suis quique locis conservantur,
sed dftbitam quoque invicem positioncm retineant.
Needham, de formato foetu p. 38* *agt: Chalazas con-
sulto omitto, qnae revera humores non sunt, multo mi-
nus galli lernen, aut puili exonjium, sed vitelli in oti
centro suspensi sustentacula.
■ t i
«) Diese Meinung hat auch Leveille a, a. O. aufgestellt.
h) Punctum s. Orbiculus V. Coiteri, Cicatricula s. macula
Fabricii ab Aquapendente , Cicatricula s. Circulus albus
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9«
oder die Narbe. Er ist sowohl in bebrüteten
als nicht bebrüteten Byern mit einigen weifsli-
,chett Kreisen- a) umgeben. Man w3l zuweilen
auf einem Dotter zwei b) Narben beobachtet
haben. Die Narbe findet sich auf dem Dotier
•aller Bjcr, auch selbst in den nicht befruchte-
ten c). Ja sie ist schon auf den noch, an.
dem Byersfocke hängenden Dottern d) zu er-
kennen, und ich habe sie wiederholt, selbst auf
den kleinsten Dottern, mit Hülfe eines gufeeij
Microscops erblickt. Sie hat die Form eines
kleinen zusammengedruckten, mit einer weife*
Harvaei, Cicatricula s. circuJaris macula Malpighii, Macu-
h la albicans Vcslingii. La cicatricule ou le germe de Vicq-
" " «TAiy'r. . "
• - «) Halonct ». chrculL ■ »-.'i . i, , u t
» . . . *
h) Fabricius ab Aquap. a. a. Ö. p. 13« Eam (cicatrieulam)
in magno vitcllo duplicem aliquando observavimus , alte-
ram ahcri satis piopinquam , et alteram altera- minorem etc.
. <) Härvey fand "die Cicatricula an dem Eye eines Kasuars,
der sich nicht begattet hatte a. a. O. p. 19. Ex his
ovis, unum peperit integrum, quod aperui, et perfectum
inveni; albumen nempe lureo circumfusum , cum chalazis
sive grandinibus utrinque annexis, et cavitate exigua in
obtuso cacumine; aderat ctiam cicatricula, sive macula
albicans.
d) Harvey a. a. O. p. 46. Macula omnibus ovis inest,
ctiam a prima cor um origine in vitellario.
• ' • •
Graf Tredern hat die Narbe an einem Dotter abgebil-
det, welchtr sich noch im Eyerstocke befand, a. a. O.
T. 1. f. 1. und auf dem Dotter eines geöffneten Eys
fi8. a.
• /
/
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97
liehen Flüssigkeit angefüllten Bläschens» Ich
halte sie a) tür das eigentliche Bychen (Ovu-
lum), aus dessen Substanz sich der Foetus bildet,
wenn nämlich das By befruchtet ist. 'Alle andere
Flüssigkeiten desByes sind blofs als Ernährungs-
substanzen zu betrachten, die während der Bil-
dung und dem Wachsthum des Foetus verzehrt
und in die Masse des sich bildenden Foetus auf-
genommen und verwandelt werden. Hiefür
spricht namentlich:
1) das constante Vorhanden seyn der Narbe in
allen, auch selbst in den frühesten Eyern,
während sie noch am Eyerstocke hängen;
2) dafs ich wiederholt in der Narbe, sowohl in
bebrüteten Hühner - als Enten-Eyern, die ersten
«) Fabricius ab Aquap. a. a, Ö. p. 1$. sagt: Cicatriculam
existitnavimus esse ipsius pedunculi separationis vestigium.
Harvey a. a. O. p. 45. tadelt ihn defs wegen mit Recht:
Fallitur Fabricius dum putat, hanc maculam esse dunta-
xat abrupti pedunculi vestigium, quo, in ovario, ipsi ra-
cemo appendebatur vitellus. Pedunculus enim (ut ipse
agnoscit) cavas est et vitcllo appropinquans dilatatur, ut
ipsum totum ambiat et tanquam in sacculo contineat; non
autem Uli (ut pedioli pomorum aliörumque fruetuum) in-
figitur ut ita abruptus vestigium sui relinquat. Quöd si
aliquando in magno virello {ut Fabrictus refert) duplicem
maculam conspexeris: causa monstrf forsitam fuerit, et du-
plicati foetus, (ot postea dicetur) non autem duplicts pe-
dunculi inirium. Plurimum vero hallucinatur, dum cica-
triculam hanc nuUi usui inservire credit: est enim praeci-
pua totius ovi pars, cujus gratia reliquae omnes efforman*
tur, et ex qua pullus origincm suam ducit. Parisanus
quidem perperam hanc esse galli semen contendit.
7
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98
Spuren des Embryos bemerkt habe. Eine Be-
obachtung welche mit den früheren Untersu-
chungen eines Caspar Friedrich Wolff a) über-
einstimmt, den icn hier allein, als hinlängli-
che Autorität, anfuhren kann.
Mehrere Naturforscher, welche Untersu-
chungen über die Bildung des Foetus im Eye
angestellt haben, besonders Malpighi b), wollen
0) Theoria GeneraUonis Halae l*7"J$. 8- cd* n°va p. 100
und p. 102 : Centro (areac maculae) innascitur embryo.
abgebild. Tab. 1. f. 1. macula ex ovo nondum ineubato
lit. c Centrum cui innascitur embryo, roateria alba re-
pleta , ex mineribus globulis refertum.
De Formatione Intestinorum Obf ervatioocs , in ovit
ineubaris intistutae. in d. Nov. Commentar. Petropol. T.
12. p. 421 : Nunquam primo ineubationis tempore embryo
apparet, quin baec «mul circa cum immediate areola ob-
longa pellocida quoque appareat et a reliqua area vascu-
losa se distinguaf. Haec eo tempore vasa nondum habet,
sed sub specie maculae albae apparet, unde macula quo-
que optimo jure hoc tempore vcl cicatricula ab autoribus
vocari soler ; sed colbr ejui albus* facile tarnen discrimen
reddit inter aream vasculosam, seu maculam, et areolam
pellucidam, inferiorem illiua partem, et embryonem imme-
diate continentem, utpote quae ob pellucidatem obscurior
potius apparet, et quasi innane spatium.
Auch Harvcy a. a. O. und Malpighi de formatione
pulli in d. Oper. omn. T. 2. p. 54* stimmen darin über-
ein, dafs sie sagen: Inter partes, quibus Ovum integra-
tur, Cicatricula seu circularis macula, primum locum ob-
tinet, in cujus enim gratiam reliqua coroprodueta videntur.
*) De format. pulli a. a. O. p. 54. f. 1. 2. und in Append.
de ovo ineubato ebend. p. 76, f. 1.
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39
in dem Centro der Narbe befruchteter, jedoch
noch nicht bebrüteter Eyer, die Spuren des klei-
nen Embryos gefunden haben. Ja Haller und
Bonnet, diese eifrigen Vertheidiger der Evolu-
tions - Theorie, versichern sogar, dafs man die
Spuren des Embryos ebensowohl in der Narbe
der befruchteten als nicht befruchteten Eyer be-
merken könne; welches jedoch nach den Un-
tersuchungen aller neueren Naturforscher durch-
aus unrichtig ist. ■ v
i
Anmerkung.
Bellini glaubte , durch mehrere Versuche oder yiek
mehr durch die Folgerungen, welche er aus denselben
z°g» getäuscht, dafs die Cicatricuia in gekochten fri-
schen Eyern die Oberfläche des Dotters verlasse und
sich in dessen Mittelpunkt begäbe; in gekochten bebrü-
teten Eyern aber bleibe sie auf der Oberfläche. Meh-
rere Naturforscher a) haben versucht diese Erschei-
nung zu erklären. Endlich haben sich die Turiner 4ka-
demisten b) durch öftere Wiederholung der BeJlinisohen
Versuche überzeugt, dafs die Cicatricuia eben so we-
nig in den gekochten frischen Eyern wie in den be-
brüteten Eyern die Oberfläche des Dotters verlasse,
und dafs der weifsliche Korper, welchen Bellini im Mit-
telpunkt des Dotters gefunden und für die Cicatricuia
gehalten hatte, nichts weniger als die Cicatricuia sey,
sondern eine blofse geronnene eyweifsartige Masse.
«) Unter andern Paul. Bapt. Balbi De Bellineano problemare
circa ovi cicatriculam , in d. Commcnt. Bononiero. T. 2.
P. I. O. p. 85- P. 2. O. p. 369.
i) De Belliniano problemare, seu de ovorum elixatorum Cr
catricula in den Mise. Soc. Taurinensii T. 1. O. p. 3.
2 *
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loa
Fünftes Capitel.
Von der Bildung des Eye* in den weiblichen Gs-
A-^ie ersten Spuren der Dotter findet man in
dem Everstock in Form von sehr kleinen Körn-
eben oder Kügelchen. Sie sind in einer gefäfs-
reichen Haut (Calix) enthalten, welche mittelst
eines Stielchens am Eyerstock hängt, wie ich
schon im Capitel von den weiblichen Genitalien
(§- 5^9-) angegeben habe. Jeder Dotter bildet
eine kleine Blase, in welcher eine milchige Flüs-
sigkeit enthalten ist, die nach und nach eine
gelbe Farbe annimmt, so wie der Dotter gröfser
wird. Die Narbe (Cicatricula) fand ich immer
an den noch sehr kleinen Dottern, in Form ei-
nes weifsen Fleckens oder zusammengedrückten
Bläschens, an derjenigen Stelle, wo def Dotter
zunächst mittelst des Stielchens am Ovario hing.
Ich vermuthe, dafs die Cicatricula den Ovulis
Graafianis bei den Säugthieren analog ist, dafs
sie der zuerst gebildete Theil des Byes ist, und
dafs der Dotter mit der Dotterhaut von den Ge-
fallen des Eyerstocks gebildet wird. Die Dotter
wachsen zur Legezeit ungemein schnell. Ich fand
in einer Henne, welche regelmässig einen um
den anderen Tag legte, am folgenden Tag nach-
dem sie zuletzt gelegt hatte, ein fast ganz aus-
gebildetes Ey im unteren erweiterten Ende des
Kyerleiters und drei schon beträchtlich grofse
Dotter am Umfange des Eyerstocks ansitzend.
nitalie tu
§. 49.
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101
Der grofste Dotter wog, wie der* im ausgebil-
deten Eye enthaltene, 160 Gran, er war also
vollkommen reif; der darauf folgende Dotter
wog 85 Gran und der dritte wog nur 30 Gran.
Demnach also mufste der zweite Dotter, um die
Gröfse des ersten reifen Dotters zu erhalten,
binnen ohngefähr 36 Stunden um 75 Gran an
Gewicht zunehmen; und der dritte um die Grö-
fse des zweiten zu erreichen um 55 Gran. Das
gleiche Gewicht des in dem Eye enthaltenen und
des gröfsten am Eyerstock hängenden Dotters
beweist r dafs der Dotter im Eyerstock seine
vollkommene Ausbildung erreicht und dafs er
während seines Durchgangs durch den Eyerlei-
ter nicht weiter an Gewicht zunimmt
An dem Kelch des vollkommen reifen* Dot-
ters erblickt man einen weifsen glänzenden Strei-
fen. Dies ist die Stelle wo der Kelch zerreifst,
tim den Dotter in die weite trichterförmige Mün-
dung des Eyerleiters übergehen zu lassen. Wahr-
scheinlich richtet sich die Mündung des Eyer-
leiters durch eine Art von Turgescenz gegen
den Eyerstock auf, um den aus dem Kelch her-
vortretenden Dotter aufzunehmen a). Es ereig-
net sich bisweilen, dafs der Dotter nicht von
dem Oviductus aufgenommen wird, und dafs er
dann in die Bauchhöhle gelangt. Ich habe zwei
Fälle der Art beobachtet, in welchen sich um '
ä) AI. Monro der altere sagt in s. Versuch einer Abhand-
jung über vergleichende Anatomie, deutsche ücbers. Ger-
fingen 1790. p. §<>: Die Ocffnung der Mutter ist vom
Eyerstock abgekehrt. Aber dem ohngeachtet kehrt sie siel»
durch die Macht des Orgasmus venereus um, und fingt
den Dotter auf u. s. vr.
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den in die Bauchhöhle gelangten Dotter eine
grofse Menge einer gallertartigen, dem Eyweifse
ähnlichen Flüssigkeit gebildet hatte. Die Hen-
nen, in welchen diese Art von ßauchsjch wanger-
schaft vorkam, waren beide äusserst mager und
an einem Zebrfieber gestorben. Die leeren Kel-
che welken und schrumpfen zusammen. Sie
scheinen gröfstentheils resorbiert zu werden,
wenigstens fand ich in einer Henne, welche
schon seit vier Wochen einen um den andern
Tag gelegt hatte, nur fünf verschieden grofse
de^licbe Stellen, an denen Dotter befestigt ge-
wesen waren, die übrigen Stellen waren be-
reits verschwunden.
• §. 50.
Der an den beiden grofsen Luftbehältern des
Bauchs liegende Byerleiter ist während der Le-
gezeit ungemein blutreich» Die in den oben ge-
nannten Luftbehältern enthaltene eingeathmete
Luft scheint zur höheren Oxydation des in den
Gefäfsen des Eyerleiters circulierenden Blutes
vieles beitragen, und es dadurch zur Absonde-
rung des am Faserstoff so reichen Byweifses ge-
schickt zu machen. Die Gefäfse der an der in-
neren Fläche des Eyerleiters befindlichen ge-
schlängelten und etwas spiralförmig gewundeneil
Falten sondern das fiyweifs ab. Dies ist aber
nicht bereits abgesondert in so grofser Menge
vorhanden, dafs es sich nur an den im Durch-
gang begriffenen Dotter anlegt, sondern es
scheint, dafs der Dotter erst die Gefäfse zur Ab-
sonderung des Byweifses reizt. Die Bildung und
Anlegung des Byweifses an den Dotter geschieht
wahrscheinlich nicht durch eine blofse mecha-
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nische Juxtaposition, wie Fabricius ab Aqua-
pendente a) annimmt, sondern der Dotter scheint
«ich hierbei selbstthätig zu verhalten, es kommt
ihm eine Art von Vegetations - Vermögen zu,
wie Harvey b) meint, welches das Wach$thum
a) a. a. iO. p. 6". Vitelli primo in virelloruro ovario, seil
racemo minimi, ut sinapis, miliique g ran um expullulant;
inde majores, grandioresque, et denique ad just am mag-
nitudinem perducti, a proprio pedunculo, membranaque
ab ipso producta, separantur, caduntque in infundibulum ;
et ab eo in tecundi uteri principium devolutiv atque in
prima spira derenti, chalazas acquirunt. (Quod persuadet,
quia chalazae vitello valide nectuntur.) Inde seroim des-
cendentes dum per secundi uteri spiras volurantur, jarn
undique albumen, quod in intern is plicis reservatür, iiiist
apponitur, adhaerescit, et quodammodo incrustatur; nam
hoc modo fieri albuminis circa vitellum appdstlionem , et
applicationem, adhaerentiamve, ovum coctum durum, in.
dicio est; in quo ejus modi laminas, seu orbes* seu cru-
stas apparere omnibus pateK
»
b) De Generat. p. 33: Vitellus, in racemo, exigua dunta-
xat papula est; sensimque auctus, colorcm et magnitudt-
nem vitclli adipiscitar; indequc abruptus, per infundibu-
lum descendit, et per spiras cellulasquc processus devolu-
tus, albumen induit: licet nullibi (quod recte contra Art«
stotelem Fabricius observavit) utero adbaereat, ncc per
vasa umbilicalia augeatur; sed, ut piscium, vel ranarum
ova, foris ex aqua albumina sibi parant, et circum vol-
vunt; vel, ut fabae, ciceres, caeteraque legumina, et fru-
menta, humore macerata intumescunt, indeque alimentum
pullulanti ex sese germini acquirunt: ita similiter ex dictis
uteri plicis (tanquam ex ubere, aut placentae uterinae) al-
bugine a humiditate promanante, vitellus sibi (vegetatior,
et innato, quo pollct, calore, et facultate) albumen quac-
rit, et concoquit.
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104
und die Bildung des Eyes bestimmt. Nach mei-
nen hierüber angestellten Beobachtungen wach-
sen zuerst die beiden Hagel aus der Dotterhaut
hervor, und an diese legt sich nach und nach
das Ey weifs an , so wie der Dotter allmählig in
dem Eyerleiter herabsteigt. Die Bildung des Ey-
weifses ist gewöhnlich binnen achtzehn oder
vier und zwanzig Stunden vollendet. Die Fort-
bewegung des Dotters mit dem Ey weils geschieht
durch eine Art von peristaltischer Bewegung des
contractüen Byerleiters.
bestehende Ey gelangt in die untere Erweite-
rung des ßyerleiters, in den. sogenannten Ute-
rus, und erhält in demselben seine eigen thiimli-
-che Form, auch wird es hiej von der Eyscha-
lenhaut und von der talkartigen Schale umge-
ben a). Von der Form des unteren Endes des
Eyerleiters hängt die Gestalt des Eyes ab; diese
aber ist in verschiedenen Vögeln verschieden ,
z. B. in den Eulen ist der sogenannte Uterus
rundlich, in den meisten Schwimmvögeln ist er
länglich, daher legen auch die ersteren rundliche
Das
a) Fabricius ab Aquapendente a. a. O. p. 5. Ubi autrra
jam albuminis jusra quantitas ovo porrccta est, quod in
ultima spira contingit, tunc natura mcbranas hunioces ob«
volvcntes, continentcsque crcat , primoque interiorcm mol-
liorem, tcnuiorcmque ; roox illi proximam crassiorcm, et
firmiorem desupcr iuiponit: ultimo cortice obducit,
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los
Uterus die Form des Eyes, und diese selbst in-
iluirt wieder auf die Gestalt des sich im Eye bil-
denden Foetus. Die von den Wänden des so-
genannten Uterus abgesonderte kohlensaure und "
phosphorsaure Kalkerde, woraus sich die Ey-
schale bildet, ist anfangs weich, breyig und kle-
brig d); sie legt sich in Schichten auf die By-
schalenhaut an, und erhärtet nach ünd nach b).
J}ie ganze Bildung der Eyschalenbaufc und der
Eyschale ist binnen zwölf, höchstens achtzehn
Stunden vollendet. Die Menge der Kalkerde,
welche sich in dem Uterus legender Hennen bil-
det, ist ungemein grofs> und erfolgt sehr schnell c)*
a) So fand lic auch Monti; Commcntar Bononicns. T. 4.
Opus. p. 334.
$) Aristoteles glaubte irrig, dafs die Eyer erst erhärteten
nachdem sie gelegt wären; Hist. Anim. Lib. 6. Cap. 2.
Cum vejo perfectum fuerit evum, absolvitur atque ita
exit, tempore procedente e molli mutatum in durum.
Cum enim egreditur, nondum induruit: simul atque pro»
dit, spissatur ac durescit, nisi morbo quopiam praeven*
tum sit. — De Generat. Lib. 3. C 2. Quod enim cir-
citer ambit, testa perfecro jam ovo efFicifur: recte igitur
hoc ita quaeritur, »cd Tatet primo, membranarm möllern
id esse, quod postremo testa crTicitur : perfecto enim ovo,
durum* ac rigidum evädit ita modicc, ut exeat adhuc molle.
Dolorem enim moveret, nisi ita exiret. Egressum statim
refrigeratum durarur: evaporato humore, quam primum
qut exigerus inest, relictaque portione terrena.
Harvey a. a. O. p. 47. bemerkt dagegen sehr richtig :
In hac Aristotelis sententia diu hacseram, donec me ceita
experientia contsarium doeuit. Quippe compertum habeot
ovum in utero, fere Semper diu cortice obduetum esse.
#) Vauquelin Experienccs sur les exeremens des poules, com -
pare's a la nourriture qu'ellcs prennent; et reflexions sur
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Irrig ist die Meinung derjenigen Naturforscher,
dafs sich die Eyschale zum Theil aus der in
den Nieren erzeugten Kalkerde bilde a).
la formation de la cequille de Poeuf, in d. Annales de
Chemie T. 29. N. 85. p. 3 — 26; auch im Bulletin de
la Societe' philomat. Nro. 21. p. 164* Ucbersetzt in Sche-
rers Journal der Chemie B 3. p. 199. Das Gewicht der
Eyer ist nach Verhältnifs der Hühnerart, des langsameren
oder schnelleren Legens und einer Menge anderer Umstan-
de sehr verschieden. Doch glaube ich zufolge einer ziem*
lieh grofsen Anzahl von Versuchen die mittlere Bestim-
mung auf 58>l'l Grammen sitzen zu können. Hat so«
nach eine Henne in 6 Monaten, wie es ziemlich häufig
geschieht, 130 Eyer gelegt, so hat sie in diesem Zeitraum
*]4g6,2z6 Grammen Stoff zur Bildung dieser Eyer her-
vorgebracht, wovon man für die Schalen 641,635 Gram-
men abrechnen mufs; es bleiben daher fijr die Eysubstanz
selbst 1333,193 Grammen übrig, welches 14 Pfund 15
Unzen, 1 Drachmen, 8 Gran beträgt.
#
a) Harvey de Generat. p. 42: Qucmadmodum igitur, in
omnibus ferc liquoribus terreni aliquid inest (ex - gr. in
vino, tartarum; in aquis limus, aut sabulum; in lixivio,
sal; qui, humido magnam partem exhalante, concrescit et
subsidit) ita pariter sedimentum album avium, una cum
urina, e renibus in doacam descendere arbitrarbar, ovum-
que ibidem eodem oblini, et incrustari, ut pavimenta a
falconibus, et praedictae Insulae totum clivum gypsari di-
ximus: et perinde atque vasa, locaque alia ubi crebro
mtngitur, flavo cortice tegi solent; materia illa scilicet
concrescente , ex qua calculi in renibus, vesica, aliisque
corporis partibus generantur. Crcdebam, inquam, (prae-
sertim Aristotelis et Plinii autoritate duetus) ex hujusmodi
albo sedimento, quod in omnibus oviparis, (quorum ova
duro cortice integuntur) copiose adest, ovi gallinacei Jcor-
r
»
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io7
Das mit der erhärteten Eyschale umgebene
und den Uterus bis zum Magen bin ausdehnende
ticcm fieri, et ab ambicnte frigore (dorn exdudirur) con-
crescere: Eandemque mcam sententiam, aliac quoque plu-
Timae Observation es adeo confirmarunt; ut vix mihi tem-
-
per cm, quin credam, aliquam saltcm testac partem inde
product.
Vcrumtamcn (ut recte monet Fabricius) ratio omnis con-
ricescat oportet, ubi experientia refragatur. Vitiumque hu*
jus seculi est nimis familiäre; phantasmata, ex conjectura,
levique ratiocinio (sine oculorum testimonio) nata, pro
manifesta veritate obtrudere.
Ein wahres "Wort, welches leider auch auf unser Zeit«
alter pafst!
Auch Vicq- d'Azyr muthmafste, dafs die Masse der Ey-
schale durch die HarngefaTse in den Eyerleiter gebracht
werde, im Esprit des Journaux. Aug. 1*793.
Vauquelin hat in den Annales du Museum d'hist. natur.
T. 18' p. l68* diese irrige Meinung durch chemische Veit
suche sattsam widerlegt. Mon intention n'avoit pas e'te*
d'abord de faire l'analyse des coquilles d'oeufs, j'avots eu
seulement pour objet d'y rechercher la pre'sence de l'acide
urique, parce que dans l'opinion oü j'erois que le carbo-
nate de chaux des coquilles d'oeufs provenoit de l'urine des
oiseaux, il me paroistoit propable que l'acide urique qui
est bien certainement forme par l'action des reins, s'y
trouveroit aussi. L'cxistence d'une petite quantite de car-
bonate de chaux dans les exeremens des oiseaux avoit en-
core rendu cette opinion plus vraisemblable. Mais toutes
ces probabilites se sont ' trouvees eu defaut, car quels
qu'aient e'te' les moyens embloyes, il m'a e'te' impossible de
demontrer la moindre trace d'aeide urique dans les co-
quilles d'oeufs.
1
4
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loß
Ey ist mit seinem stumpfen Ende gegen den
Byerleiter und das Orarium gekehrt, mit dem
spitzen Ende aber gegen die Mündung der Schei-
de und gegen die Kloake. So habe ich es bei
wiederholter Zergliederung von Hühnern gefun-
den. Durch die Contractionen der in dem Ute-
rus befindlichen Fleischfasern wird das ausge-
bildete Ey durch die kurze Scheide in die Kloa-
ke forkbewegt, wo es noch eine kurze Zeit ver-
weilt, bei mehreren Vögeln seine ei^enthünili-
cben Farben erhält, und dann durch die After-
Mündung, mit dem spitzen Theil voran, ge-
legt wird a). Dafs der Durchgang des Eyes
für die Vögel schmerzhaft ist, kann wohl nicht
bezweifelt werden, und dies scheint auch das
freudige Geschrey mehrerer Vögel nach dem
Eyerlegen zu beweisen.
■
-
m
§• 53.
\ Es entsteht die Frage, wo die Befruchtung
des Eyes geschehen mag, ob im Eyerstock,
oder im Eyerleiter oder im Uterus. Ich glaube
dafs sie im Eyerstock geschieht, denn es ist satt-
sam durch wiederholte Versuche bestätigt, dafs
Hennen, nachdem sie nur einigemal von einem
Hahn getreten worden sind, Wochen, ja Monate
lang fruchtbare Eyer legen by Offenbar müssen
d) Fabricius a Aquap. a. a. O. p. 10. gibt an, dafs das Ey
mit dem stumpfen Ende voran gelegt wird. Hiegegcn
spricht aber die luvor angegebene Lage des Eyes im
Uterus.
b) Wie schon Aristoteles de Generatione Lib. 3. Cap. 1.
angibt, und Fabricius ab Aquap. a. a. O. p. 20. Sed
*
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109
daher die Byer irar Eierstock selbst befruchtet
werden a). Die Befruchtung der Eyer im Eyer-
stock wird durch die dem männlichen Samen
inhaerirende Tbatigkeit oder Kraft, man mag
sie nun Vis prolifica, genetrix, vegetativa, for-
quod omnino vej;um sie, virtutem foecundandi rota ova,
et quoque uterum e temine Galli provenire, patet ex eo,
quod mulicres agunt, quae gallinam omni gallo destiru«
tarn habeotes, eam per unun, atqut . alterum diem alibi
gallo committunt; ex hoc enim exiguo tempore succedit
ovo r um omniura foecunditas per totum illud anni tempus.
Harvey de Generat. p. 25. Non videtur veri simile,
paucas aliquot coi'tiones, prineipio anni celebratas, ovo-
rum omnium, per integrum ejus decursum, subsequentium
foecunditati sufficere. Ego tarnen aliquando verna tempe-
state (de coitos foecundantis tempore, et neeesiitate aliquid
certi indagaturus) galiinas duas a gallo seclusas per qua-
triduum detinui, quae interea fingulae tria ova pepere-
rant, non minus aliii prolifica. Iterumque aliam galli-
nam scclusi,' quae deeimb' inde die ovum peperit; aliud-
que die vicesimo, et utrumque foecundum. Ut videatur,
posse unum atque alterum coitum, integrum racemum»
omniaque illius anni ova foccunda redderc.
Auch Reaumur gibt in «einer Art dt faire edore les
oeufs T. 2. p. 259. an, dafs eine Henne, nachdem sie
von einem Hahn getreten war, 35 Tage lang fruchtbare
Eyer legte. : ''
' a) Irrig ist die Meinung von Fabricius a, a. O. p. 20. , dafs
der männliche Samen« längere Zeit in einem besondern
Beutel (Bursa Fab riet«) aufbewahrt werde, und die nach
und nach sich bildenden Eyer befruchte. Ich habe sie
schon im vorhergehenden Bande S. 46I* widerlegt.
-
1
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HO
matrix oder plastica nennen, bewirkt a). Je-
doch findet keine gröbliche Vermischung des
männlichen Samens mit den Substanzen der im
Byerstocke enthaltenen Byer statt, weil diese'
in ihren besondern Häuten eingeschlossen , eine
solche Vermischung nicht zulassen. Der Zeu-
gungs - oder Befruchtungs - Act geschieht auf
eine dynamische Art b), die den männlichen
Samen inhaerirende Thätigkeit oder Kräfte schei-
» ■
ä) Aristoteles de Generat. L. 3. C. 2. Mas Semper perficit
generationein, facitque ut sensittva anima insit, et ex ovo
animal gignafcur.
und L. 1. C. 2. Generationis principia potissimum quii
statuerit, raarera et foeminam: marera, quod motus et
generationis originera teneat; foeminam, quod mäteriam.
b) Harvey de Gener. p. 102. A mare procedit dumtaxat
vis proereativa sive plastica, quae ovum foecundura reddit ;
nullam vero ejus partem constitutt.
Ebend. p. 133. Uterque, tarn gallus, quam gallina,
pulli parens dicendui est: sunt enim ambo principia ovi
necessaria; et utrumque pariter efficientem ejus probavi-
mus. Gallina nempe ovum facit; gallus, ut foecundum
sit, efficit. Sunt itaque ambo plasticac virtutis instrumen-
ta, quibus ista species perpetuatur.
Ebend. p. 137. Sicut scintilla c silice excussa, aut ful-
gure e nube aliqua emicante, res subito accendi, et st
derart cernimut; ita pariter genitura maris, foeminam ,
quam fetigerit, eontagio protinus affteit, eidemque vim
prolificara transfert; qua non modo ova, sed uterum
ctiam , et gallinam ipsam , momento temporii foecunda red-
dit. Haud citiui enim inflammabile quid a contactu ig-
nis accenditur, quam gallina a galii coitu praegnani cf-
ficitur.
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III
nen den Bildung« - und Vegetation« - Procefs der
im Eye» namentlich in der Cicatricula enthalte-
nen Flüfsigkeit anzuregen oder hervor zu ru-
fen, so dafs dieser bei hinzukommender Brut-
warme oder künstlicher Wärme, nach und nach
von einer niederen zu einer höheren Stufe des
Organisirens und Bildens fortschreitet« Der
männliche Samen scheint den weiblichen Zeu-
gungsstoff zur Bildung und Gestaltung zu be-
stimmen, er ist daher den kosmischen Einflüs-
sen gleich zu setzen, welche die faulenden und
aufgelöfsten animalischen und vegetabilischen
Substanzen bestimmen und anregen, sich zu
neuen Thier - oder Pflanzen - Formen, als Infu-
sorien oder Schimmel, zu gestalten. Dafs eine
jede Vogelart ihr ähnliche Junge zeugt und her-
vorbringt, hängt vielleicht von den, jeder Vo-
gelart eigen thümlichen Qualitäten des Samens
und der Eyer ab, welche nach der Verschieden-
heit der Lebensäusserungen der Arten verschie-
den seyn mo »en. Unbekannt sind uns freilich
bis jetzt noch die Differenzen in dem Samen
und in den Byern der verschiedenen Arten von
Vögel, doch glaubeich, dafs es nicht absurd ist,
sie zu vermuthen. Endlich wird durch die Be-
fruchtung - Art der Eyer der Vögel, die Mei-
nung derjenigen Physiologen zur Evidenz wider-
legt, dafs sich nämlich die in dem männlichen Sa-
men enthaltenen Samenthiereben zum Foetus bil-
den; da es hier doch unmöglich ist, dafs diese
in die in den Häuten eingeschlossenen Substan-
zen des Eyes eindringen können.
§•54-
Die Weibchen vieler Vögel legen Eyer, ob-
gleich sie sich niemals begattet haben, z. B. die
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IIS
-
Haushüliner, Fasanen, Puter, Pfauen, Tauben,
Eisten, Gänse a), Kanarienvögel b)+ Papagey-
en 0> Straufse d), Kasuare e)f u. a. Diese un-
befruchteten Eyer haben zwar denselben Bau
wie die befruchteten, aber dennoch verderben
sie leicht und geben in fräulnifs über, wenn sie
bebrütet werden. Man nennt sie Windeyer /)
wahrscheinlich daher, weil die alten Griechen g)
glaubten , dafs die Hühner und andere Vögel zu-
weilen durch den Südwind befruchtet werden
könnten. Die Windeyer sind weniger schmack-
haft als die befruchteten Eyer, wie schon Ari-
a) Aristotelct Hist. Anrm. Lil>. 6. C. 2. Hill History of
aniraals p. 360.
i>) Harvieux Tratte da Scrin des Ccnaries p. 130.
#) Harvey Excr. de Generat. 19. Button Hist. nat. T.
63. p. 105. Danty d'Isnard de psittaco, certo virgine,
qui ova posuit m d. Mein, de l'Ac. des Sciens. 1726.
d) In der Menageric zu Versailles haben Straufscnweibchcn
einigemal Eyer gelegt ; S. Me'ra. pour servir a l'hist. des
animaux P. 2. p. 138. Auch im Jahr 1799 *cglc €*n
Straufsen weibchen in der Menagerie zu Paris ein Ey,
Button Hist. Nat. T. 40. p. 253. Note von Sonnini.
> •
*) Harvey a. a. O. p. 20.
/) Ova hypeneraia, subventamea, Zephyria, irrita, automata.
■
g) Aristoteles Hist. An. Lib. 6. C. 2. Vocantur etiam a
non nullis hypozephyrit ea, quae hypenemia diximus,
propterea, quod verno tempore excipete auras aves solent.
At hoc ipsum faciunt etiam, si certo tempore attrectentur.
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"3
sloteles a\ auch Beton <Ju Mans b) angibt.
"Wohlgenährte und sehr wollüstige Vögel schei-
nen am häufigsten Windeyer zu legen, beson-
ders dann, wenn die Wollust nöch durch me-
chanische Reizungen der Geburtstheile c)9 oder
— i ■ ■ i >
«) a. a. O. L. 6. C. 2. Qhi ajunt hypenemia (irrita ova)
reliquias corum esse, Nquae antea a coitu gen c rata sunt,
haud recte sentiunt. Nam compertum fuit, in gallinarum
et anserum genere ejusmodi ova edka esse a novellis sine
ullo coitu. Eorum ovorura magnitudo minor, roinusque
suavia et liquidiora quam ea, quae apta sunt ad genera-
tionem, sed plura numero. Si avi «ubjiciantur, liquor
ille non crassescit, neque aut luteum aut candidum a pri
stina mutatur natura.
*
b) Hisc. nat. des oise ux Ltb. i. Q. 2g, Les oeufi des poules
vierges sont moins agrea>les au gout, que ccux qui ont
c'te' fecondc's.
*
«) Harvcy a. a. O f>. ig. fmo vero usque adeo libidinosae
interdum aves sunt ; ut, si dorsüm earum manu solum le-
vitcr langas, statim procum ballt, orificiutnque uterinum
nudent, et exporrigant: quod si blande digito demuiseris,
Vago murmure alarumque gesricülatione, gratam venerix
duicedincm exprimtmt. Quin etiam foemellas ova inde
concipere, et Aristoteles auctor est, et ipseract in turdo,
merula, aliisque expertus sum: idque olim primum for
tuito , mcoque damno dcdici.
Psittatum nempe insignem, docteque garrulum, uxor
mea diu in letitiis habuit. Erat is adeo familiaris ur,
quocunque vellet, liberc per aedes vagaretur; — Saej e
ludibundus et lascivus sedcntis gremium adibat; ubi capu;
sibi attreetari, dorsumque demulceri gesttebat; quassatisquc
alis, et blando strepitu summam änimi sui laetitiam te&ta
batur. Ego haec omnia ab usitata ptidem famUiaritate ei
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durch den Anblick der Begattung anderer Vo-
gel a) erhöht wird» Aristoteles vergleicht
« ...
obsequio proficiici, interpretabar: marem enim nun arbi-
trato, ob loquelae, et cantui eximiam praestantiam.
Non diu autem post blandas has contrectatioiies Pshta-
cus, qui multos jam annos sanus vixerat, aegrotavit; cre*
brisque taodcm convulsionibus obortit, in Dominae suae
gremio, ubi tottes luserat, animam plurimum desideratus
exspiravit. Dissecto itaque cadavere , (ut mortis causam in-
quirerem) ovum fere perfectum in utero feßeri; sedt ob
defectum maris, corruptum. Quem admod uro aviculis in
eaveis reclusii saepe accidit, quae maris consortium de*
siderant.
a) Harvey a. a. O. p. 2a. Postca autem, cum in rundem
löcum struthioncs duo, mas et foemina, concedissent;
cosque avis baec Cassovvare in proximis daustris (ubi se-
paratio! ajebantur) saepenumero coeuntet audivisset, vi-
dissetque; inopinato prorsos (sympathia, credo9 cognati
gencris extimulata) ova coneepit Ex his Ovis, unum pe-
perit integrum, quod aperui, et perfectum inveni; — Ma*
tri vero, eodem tempore, quo ovum pepererat, mortem
praedixt; idque ex sententia Aristotelis, qui ait, Avct
morbo laborare, et interire, nisi pariant. Quod etiam
non multo post evenit; dissectoque cadavere, ovum imper-
fectum et corruptum in superiore uteri parte, mortem
praematuram (ut prius in psittaco, aliisque avibus obser-
vaveram) attulisse comperi.
Aristoteles de Gener. L. 3. C. 1. Satis conspectum est
in novella, tum gallina, tum anserc, gigni sine coitu:
tum etiam perdicis foeminae, et quae nondum coi'erint,
et quae coi'erint, quarum usus in aueupiis, cum olfaciunt
marem, vocemque ejus audiunt, alteiae implcntur, altctae
statim pariunt.
■
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t
115
das Legen der Windeyer nicht ganz unpassend
mit der Menstruation <*)•.
Sechstes Capitel.
<
Von abnorm oder mifsg ebildeCe n Eyern b).
■
& 55-
Es kommen sehr häufig Abweichungen von
dem normalen Bau des Byes vor, weiche in
den früheren Zeiten Veranlassung m mancher.
ä) De Cenerat. Ltb. 3. C. 1. Subventanca ova fiunt, ut
ante retulimus, quoniam materia teminalis in foemina est,
nee menstruorum decesiio fit avibu's, ut viviparit tanguinc
praeditis, in üi enim omnibui fit, aliit magis, aliis mi-
nus, altit quantum rem indicat. Decessio igitur menstruo-
rum quae viviparis fit, eadem contiitit in avibus per de«
bita exerementi tempora. — Occenus aut menitruorum ,
et genitura, exerementum sunt.
b) Ch. Fr. Garmann Oologia curioia. Cygneae (1691). 4.
G. F. Franci de Frankenau. Varius naturae in ovis
gallinaceis luiui. in d. Epb. A. N. Cur. Vol. 1. p. 243.
Jo. Jac. Stolterfoth de ovis monstrosis in Nov. Liter.
Maris Balthict. i*|02. p. 151. cum fig.
Poverjani beschreibt mehrere mißgestaltete Eyer, im
Giornale di Medicina Vol. 5.
Alb. v. Haller. De Monstris. Cap. 35. p. 12 1. Ova
monstrosa in s. Oper, minor. T. 3.
8 •
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ll6
lei wunderlichen Sagen und Fabeln in der Na-
turgeschichte gegeben haben. Die vorzüglichen
Abnormitäten werde ich hier der Reihe nach
angeben. Zuerst dringt sich mir die Bemer-
kung auf, dafs mißgestaltete und abnorm gebil-
dete Eyer fast allein bei den seit längerer Zeit
in Domesticität lebenden Vögeln vorkommen,
wenigstens ist es .mir niemals geglückt, bei der
grofsen Anzahl von Eyern, die ich in den Ne-
stern fast aller deutschen Vogelarten aufgesucht
habe, auch nur einmal ein mifsgestaltetes Ey
zu finden. Demnach scheint es, dafs die Ursa-
chen der Mifsgestaltung der Eyer vorzüglich in
Einflüssen: liegen mögen, welche die Domestici-
* tat mit 6ich bringt, namentlich m -einer ztt
reichlichen oder zu spärlichen Nahrung. Es
ist eine bekannte Thatsache, dafs auch bei den
gezähmten Saugthieren die Mifsgeburten sehr
häufig vorkomm«».
* ■
Nicht, selten legen die gezähmten Vögel,
besonders die Hühner, Eyer ohne Schale a),
ir»an nennt sie Fliefseyer (Ova mollia, Ova. sine
p utamine). Sie komnien am häufigsten bei gut
genährten und schnell hintereinander legenden
Hühnerji vor. Die. Eyer scheinen in diesem
Fall durch die in den Eyerleiter gelangten und
«) Aristoteles Hist. Anjm- Lib. 6. Cap. 2, Gallinae non
nullae pariunt ova mollia vitio.
Commerc. litterar. Norimb. Ann. 1*713. hebd. 39.
Valiincri Rilaz. di mottri No. 13.
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schnell nachfolgenden Eyer gleichsam fortgetrie-
ben zu werben ehe sich noch die Eyschale ge-
bildet hat. Doch mag bisweilen die Ursache in
Einflüssen liegen, welphe die gehörige Erzeu-
gung der Kalkerde in dem sogenannten Uterus
hindern. Vielleicht ereignet es sich auch durch
krampfhafte Zusammenziehungen des Uterus,
$o dais das By ausgetrieben, wird, ehe es noch
seine Schale erhalten hat.
§- 57-
Junge und zum erstenmale legende VogeT, am
häufigsten Hühner, legen bisweilen ungemein klei-
ne Eyer, welche mit allen innern Theilen und
Flüssigkeiten regelmäfsig versehen sind, nur sind
sie alle sehr klein und in geringer Quantität
vorhanden. Diese Eyer pflegt man Spureyer a)
oder Z\Vergeyer 'Ovorum pumihones* zu nen-
nen. Nicht selten mögen solche Eyer auch
von Hühnern gelegt werden, welche eine zu
schlechte Nahrung erhalten. Von diesen Eyern
müssen aber die ebenfals sehr kleinen Eyer un-
terschieden werden, welche gar keinen Dotter
enthalten, sondern blofaes Eyweifs b), das oft
sehr zäh und etwas erhärtet ist, und die Gestalt
eines Wurms oder einer kleinen Schlange hat.
Diese Eyer werden, von den Landleuten He-
xeneyer, auch wohl Hahneneyer genannt, weil
sie glauben, dafs alte Hähne Eyer legen, die
im Mist , oder von Kröten oder Schlangen aus-
ä) Betrachtung der Spureyer in den Oeconomisch Physicali-
sehen Abhandlungen Th. *]. p. 566. Leipzig. 1154 8-
b) Mem. de l'Acad* des- Sc. 1^15. Hkt. p. 24.
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"8
i
gebrütet wurden , und da& aus ihnen Basiliske
zum Vorschein kämen a). Solche Eyer werden
von sehr alten Hennen gelegt, oder aber sie
sind die lezten Eyer, weldie Hennen in dem
Jahr von sich geben b). Es scheinen gleichsam
m) In Blancardt Coli. Med. Physic. P. I. p. 469. Obs. 90.
ist ein solches Ey beschrieben, der in demselben gefunde-
ne und abgebildete längliche Körper wird ftir einen Basi-
lisk ausgegeben. In Cypriani Comment. ad Franzii histo*
riam an i mal. p. 3399. sind diejenigen Schriftsteller ange-
führt, welche diese und ähnliche Fabeln widerlegt haben.
Harvey a. a. O. p. 53. Sunt etiam quaedam ova, ma-
jora; alia, tninora; aliqua, etiam minima, quae vulgo in
Italia centenina dicuntur, et mulieres nostrae hodie (ut et
olim) a gallo edita, et Basiliscos produetura fabulantur.
Th. Bartholin Basiliscum ex ovo galli non excludi, et
de modo impraegnationis ovi; in d. Exercitat. Miscellan.
Nro. 2. p. X\.
b) Fabricius ab Aquapendente a. a. O. p. 6. Fieri autem
in hoc secundo utero omnia jam memorata corpora con-
firmari potest, per exigoum ovum, quadruplo caeterif
minus, quod vulgus putat esse ultimum gallinarum, cum
jam centum ova gallina pepererit et emiserit, (unde cente-
nino vulgo dicitur, et a rusticis disperso) quod sine vi-
tello est, habet tarnen caetera, ut chalazas, albumen , niem-
branas, et^corticem; Veri simile enim est, tuoc generari,
tunc vitelli omnes jam in ova m ig rar um, neque ampliut
in vitellarto aliquis superest vitellus, qui in ovum evadere
possit: ex altera tarnen parte, albuminis adhuc modicum
superest« Ex hoc enim medico credibile est, Ovulum pro-
positum creari> et quod in medio rotundum corpus prae
le fert vitcJlum, sed tarnen est ex albuminis substantia
conflatum; quod non inepte effoctum ovulum appellart
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M9
*
noch die Reste des in den» Eyerleiter abgeson-
derten Byweifses und der Kalkerde zu seyn.
Die von mehreren Naturforschern und Aerzten
beschriebenen Hahneneyer a)f sind zuverlässig
potest. Quo loco ignorare non oportet ovum vulgo cen-
teninum appellatum duplex reperiri, alrerum tine virello,
et hoc vere centeninum dicitur, quod est ultimum a galli-
na emissum, cum quo gallina omnino cessat eo anni rem.
pore ab ovis pariendis; atterum est timilitcr pusillum
ovum quo vitellum habet, et non est ultimum a gallina
edirum, sed intermedium est, et post tllud gallina adhuc
sequitur ova parere justae magnitudinis, ticuti antea; sed
deficit in magnitudine propter diminutam facultaiem vege-
talem, sicuti accidit persico et aliis planus, quac modo
quidem plurima justae magnitudinis^ non null« autem per-
pusilla efficiuntnr, et remanent.
i
m) Henr. Screta de Gallo galjinaceo ova ponente in Jen Mise.
Ac. Nat. Cur. Dec. i. Ann. 3. 16*72. Obs. 17*7. p. 332.
Ann. 4. 5. 1673. ^14- P y>°-
Sam. Ledel de gallo gaüinaceo oviparo. Ib. Dec. 2.
Ann. 1. i6$2. p. 359.
J. B. Gründcl de gallo gallinaceo oviparo. Ib. Dec 2.
Ann. 5. 1686. p. 435-
Marc. Gerbeiius de ovo galli gallinacei semicircularis
figurae in d. Ephem. Nat. Cur. Dec. 3. Ann. 5. 6. Obs.
>38 p *18.
Laur. Strauß Diss. de Ovo galli. Gifi. 1669. 4.
Der eyerlegende Hahn sampt seinem jüngst - gelegten
Hahnen - oder Basilisken - Ey. Verfasset von Eberlurdo
Gockelio. Ulm 1697. &. eine Sammlung aller albernen
Mührchen der Art.
Th. Bartholin Galli ovipari Anatome in s. Histor.
Anat. rarior. Cent. 1. jdist. 99. p. 162.
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120
nichts anderes als solche von alten, oft krähen-
den und Hahnengefieder besitzenden Hennen ge-
legte Ejer, wie unter andern La Peyronie a)
gezeigt hat.
Ova Galli et Serpentum in s. Actis Med. et Phifot.
Hafn. T. 2. p. 14. An vera sinr haec, et quac pro tati-
bus vulgo aestimantur ova gallorum, valde dubito, cum
ovarium in gallo, olim in Arce coram August. Regt Di-
vo Fridcrico Tertio a me diisecto, oviparo, sicut crede*
batur, prorsus nulluni invenerim, et plerumque effoetae
gallinae hujusmodi ova pariunf.
Ovum galli gallinacet ex Mui. J. J. Stolferfobti in Nov*
Litter. Maris Balthici 1*702. p. 210.
i
Von den Eyern, so die Hähne sollen gelegt haben; in
d. neuen Gefells. Erzähl. Th. 1. S. 103.
Vielleicht sind auch zuweilen kalkartige Concretionen,
die sich aus dem Urin in der Kloake des Hahns erzeugt
hatten, für Hahneneyer gehalten worden.
m) Observation« sur tes petita oeufs de poule sans jaune
que l'on appelle vulgairement oeufs de coeq. in d. Mem.
de la Soc. roy. des Sc. a Montpellier T. 1. p. 393. auch
in d. Mem. de PAc. des Sc. de Paris. Enthalt zugleich
folgende interessante Beobachtung: eine alte Henne, wel-
che wie ein Hahn krähte, legte Eyer ohne Dotter, und
von Zeit zu Zeit ging eine dem Dotter ähnliche Flüssig-
keit durch die Kloake ab. Bei der Oeffnung der Henne
fand sich in dem Eyerleiter eine grofse mit Wasser ange-
füllte Blase, welche den Eyerleiter sehr beträchtlich ver^
engte, und dadurch die normale Bildung des Eyes in dem
Eyerleiter hinderte.
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121
$. 58-
E.9 ereignet sich sehr oft, dafs man in
Ejern des Hausgeflügels zwey a) ja sogar drei
Dotter findet, welche von einem gemeinschaft-
lichen Eyweifs und einer Schale umgeben sind.
Nicht selten hat jedoch jeder Potter sein eige-
nes Eyweifs, Gewöhnlich sind solche Eyer sehr
grofs* Sie entstehen dadurch, dafs sich zwei
a) Aristoteles Hist. Anim. Lib. 6. Cap. 3. Cemellifica ova
binis vitellii praedita sunt, quae in aliquibus tenui albu-
minis dessepimento separantur, quo minus inter se confu-
ta sint. In aliis null um est, $cd inter sc contingunt. Ac
gallinae quidem nonnullae sunt, quae omnia gcmclliCcrm
pariunt.
Fabriciui ab Aquap. a. a. O. p. 24.
Harvey a. a. O. p. 52. Hu< quoque referri possunt
ova geraellifica, quae duobus vitellis praedita sunt; quäle
nuper in utero gallinae perfectum, testaque obtectum se*
peri, cum vitellis, cicatrieujis, atque albuminibus crastio-
ribus, omnibus geminis; aderant etiam quatuor chalazae;
albumen tenuius unicum duntaxat praedicta omnia circum
ambiebat; quod item roembranae duae commune* solum
investiebant , et singulari cortice integebatur.
El. Hagendorn, ova dupplici vitcllo praedita in d. Mis.
Ac. N. C. Dec. 1. Ann. 2. 1671. p. 342*
G. Seget de ovis vitelio duptici donatis. Ib. Dec 1.
A. 3. 1672. p. 29g.
Comment. Boerhaav. T. 5. P. 2. p. 559. 560. 561.
i) Pet. BorcUi in s. Hist. et Observat. Medic. pbys. Art. 3.
p. 230. Vidi tres vitcHos in unico ovo.
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Dotter zugleich oder doch binnen kurzer Zeit
vom Byerstock losreifsen und in den Byerleiter
gelangen, wo sie dann zusammen vom Eyweifs
und von der By schale umhüllt werden. Dieser
Fall kommt am häufigsten bei jungen wohlge-
nährten Hühnern vor»
i < •
y
■ »
§- 59*
4
Bisweilen findet man in einem grofsen Rjr
noch ein anderes kleines By eingeschlossen a>9
lezteres ist entweder vollkommen ausgebildet
und enthält einen Dotter mit dem Eyweifs, oder
aber es besteht blofs aus dem Eyweifs und der
Ey schale. Zuweilen fehlt dem gröfseren Ey
der Dotter, und das Eyweifs umgibt das klei-
nere Ey. Ich will einige Beobachtungen anfüh-
ren: Jung b) fand in einem grofsen Hühnerey
innerhalb des Eyweifses und neben dem Dotter
ein anderes kleines Ev, welches von aussen
mit einer weifsen und harten Schale umgeben
war, und einen kleinen mit den Hageln verse-
henen Dotter und das Eyweifs enthielt* Aehn-
m) Harvey a. a. O. p. 37. El hoc fidenter astero, corticem
intut, sive in utero, ex materia Ibidem oblata confici ; et
non aliter, quam rcliquas ovi partes, a formatrice ejus
facultate plasrnari :y eoque magis , quod vi der im ovum
perexiguum crusta tectum, intra aliud gallinae ovum ma-
jus, perfectum, er cortice circumcirca obduetum, contineri.
G H. Welsch de lapidibus praegnantibus, gemmis in
gemmis, ovis in ovis. Ib. Dec. 2. A. 3. 1672. p. 50.
i) G. Jung, Ovum ovo praegnans, in d. Mise Ac. N. C.
Dec. 1. Ann. 2. 1671. p. 348-
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u$
liebe Falle erzählen Th. Bartholin a), Blan-
card b)9 A. Cleyer c), J. G. Sommer d), J. C.
Kundmann e), Stolterfoth /), G. H. Behr g),
F. E. Briickmann h), J. J. Amelot i), Wei-
fcard Q il a.
Hannow /) untersuchte ein ungewöhnlich
grofses Gänseey, welches fast die Gröfse eines
m) Th. Bartholin et P. J. Sacht a Leewenheimb De ovo in
ovo icq alio praegnante, in d. Mise. A. N. C. Dec. I. A. i.
1670. p. I20. Ovum gallinae praegnans in d. Act. Med.
Hafn. T. 5. p. 72. Ferner einige Falle in s. Epist. Cent.
3. ep. 42. Cent. 4. ep. 63.
•
h) In d. Collect. Medie. Phys. P. 2. p. 2*77.
4) Ovum gallinaceum praegnans, in d. Mis. A. N. C. Dec. 2.
A. 1. 1682. p. 38*
4) De Ovo in Ovo ab Dec. 2. A. I. i6*82. Obs. 44. p. 122.
C. Detharding addenda ad. ]. G. Sommer Observ. de ovo
in ovo gallinae Judicae ob Cent. I. 2. Append. p. 198.
#) De ovo in ovo Gallinaceo , in d. Brefslajier Sammlung.
Ven. 21. S. 173. Vert. 22. S. 414.
/) Ovum praegnans. Nov. Lit. Maris Balthici 1699. p. 26.
g) De ovo gemello minori in alio majori incluso, in d. Act.
Phys. Med. A. N. C. Vol. 6. Obs. 8*. p. 295.
h) De ovis in ovis. Commerc. Noriberg. 1742. p. 383. c f.
\ 1744. p. 72.
i) Observ. sur un oeuf de ponle renferme dans un autre
oeuf. in d. Mcm. de l'Ac. des Sc. de Paris. A. 1775.
bist. p. 28.
h) Vermischte mediz. Schriften B. 2. S. 501. Frankf. 1793 g.
I) Seltenheiten der Natur B. 1. S. 265.
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124
Straufseneys hatte, und worin ein anderes roll-
kommenes By befindlich war.
Cl. Perrault a) fand in einem Ey ein klei-
nes Ey von der Gröfse und Gestalt einer Olive.
Es hatte keine Schale, sondern es war mit ei-
ner harten und dicken Haut bedeckt, welche
eine weifse seröse Flüssigkeit enthielt.
Mery b) fand in einem Hiihnerey innerhalb
des Evweifses ein anderes kleines Ey, mit sei-
ner Schale umgeben. Es enthielt blofs Eyweifs
aber keinen Dotter. Aehnliche Fälle erzählen
Petit c) und Rivaliez d).
Lichtenberg e) fand in einem drei Pariser
Zoll langen Hiihnerey innerhalb des Byweifses
statt des Dotters ein anderes vollkommen zeiti-
ges und ausgebildetes Ey, mit seiner harten
Schale, mit dem Eyweifs und mit dem Dotter»
• _
m) Observation! touchant deux choses reniarquables qui ont
ere trouve'ea dans des oeufs. in d. Me'm. de l'Ac des Sc.
depuis 1666 — 1699. T. 10. p. 388
*) Observat. sur un oeuf de poule que renfermoit un autre
oeuf, mais sans jaune., Me'm. de l'Ac. des Sc. de Paris.
A. 1706. bist. p. 23.
c) Corps oviforme trouve dans un oeuf. ebend. Ann. 1*742.
hist. p. 42*
d) Ovum ovo praegnans in d. Act. Erud. Ann. 1633. P- 221 •
e) Beschreibung eines sonderbaren Huhne reyes, m s. Magazin
für d. Ncuesrc aus der Physik und Naturgesch. B. 1.
St. 2. p. 83-
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**5
Die Byer in Byern scheinen gröfstentheils
wohl auf folgende Art zu entstehen, nämlich
wenn ein schon gebildetes Ey in seinem Durch-
gang durch die Scheide in die Kloake gehindert
ist, und nun noch ein neues Ey in den soge-
nannten Uterus gelangt, so umhüllt das £y-
weifs dieses Eys das schon gebildete Ey, und
hierauf bildet sich noch eine beiden Eyern ge-
meinschaftliche Schale.
§. 60.
Man hat auch zwei an den Spitzen ver-
wachsene oder verbundene Eyer beobachtet,
von denen jedes seinen Dotter und sein Ey weift
enthielt; die Schalen beider Eyer waren an ei-
nem Ende verwachsen. P. Borelli a , G. Han-
naeus b) und M. C. Hanno w c), haben solche
Eyer beschrieben. Auch ich habe zweimal sol-
che Eyer gesehen. Sie entstehen wahrschein-
lich dadurch, dafs zwei Eyer zugleich in den
sogenannten Uterus gelangen , daft die Eyschale
jedes Ey besonders überzieht und dafs sie nur
an dem einen Ende, mit dem beide Eyer sich
berühren, fehlt, und so sich von einem Ey auf
das andere fortsetzt.
.01 r c <7^j
'9 A * • m t t
*i f\ »<H< u" fll OHlt£b"r »
a) Hiit. et Obscrv. Medlco - Physicae Cent. 4. p. 28<>-
*) De ovo genullo in d. Mise. Ac. N. C. Dcc. 2. Ann. 4.
1685. P- 223.
c) Seltenheiten der Natur und Oekonomie aus d. Danziger
Erfahrungen gezogen von J. D. Titiui. Lcipz. 1153- 8
B. M p. 314.
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«6
§. 6u
. Nicht selten legen die gezähmten Vögel,
besonders die Hübner, mit Anhängen und Aus-
wüchsen versehene Byer. S. Reisel a) hat ein
Hühnerey beschrieben und abgebildet, welches
an einem Ende einen Anhang in Form eines
Turbans hatte. G. F. Frank b) hat ein Ey be-
obachtet, welches an einem Ende einen grofisen
abgerundeten Anhang hatte, und ein anderes
Ey, welches einen aus drei aneinander liegen-
den kalkartigen Stückchen bestehenden Anhang
besafs. C F. Garmann r), P- Rommel d) und
J. F. Henckel f) haben die Beschreibungen und
Abbildungen von Eyern geliefert, an welchen
sich ein langer, hakenförmig umgebogener Fort*
satz befand.
* * • *
Eyer mit langen schwanzförmigen Anhän-
gen haben G. & Polis /), Stolterfoth g), Blan*
a) De ovo mpnstrosp, in d. Mi* A. N. C. Dec 2. Ann. 2.
1683 P- #18*? . ■ .
h) G. F. Francis de Frankenau Varius narurae in ovis gallina-
ccti lusus. in d. Bpb. N. C Vol. i. Obs. 1I7. p. 243.
Tab. 3. f. 7. 10.
#) Ovum insolitae figurae, in d. Mis. A.N. C. Dec. I. Ann. I.
Obs. 140. p. 310.
d) Ovum cum appendice seu caudatum in d. JMts. A. N. C.
Dcc. 2. Ann. 5. i6go. p. 299.
#) Ueber geschwänzte Eyer in d. Breislauer Samml. - Vers. Ä3.
S. 528.
/) De ovo gallinaceo monstroso, in d. Mise. A. N. C Dec 2.
Ann. 4. 1685. P- io5* . w
Ova monstrosa ex Musaco }. J. Stolterfothi, in d^Kov.
Liter. Mar. Balth. Lubccae 1*702. p. 151. c fig.
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•1
/
f
Hl
card ä)9 J. H. Respinger b), H. Deiner c) und
Hannow d) beschrieben. Der schwanzförmige,
acht bis zehn Zoll lange Anhang bestand in
der Regel aus zähem Byweifs, welches nicht
von der kalkarti en Schäle bedeckt war. Sol-
che Eyer kommen am häufigsten von jungen,
zum erstenmal legenden Hühnern. Es scheint,
dafs der anfangs sehr enge Eyerleiter die nor-
male Ausbildung des Eyes bisweilen hindert.
Ferner hat man auch gekrümmte e) und sehr
verlängerte Eyer /) beobachtet. Reaumur g) hat
«) In den Collect. Med. phyt. P. 2. p. 568« cum fig.
h) Observat. duor ovoram monsfrosorum satis tibi similium,
in d. Act Helvetic. Vol. t. p. 51. cum fig
#) Von geschwänzten und Zwerg - Eyern, in d. Brcfslauer
Samml. Vers. 23. S. 526. mit Abbild.
Von einem monströsen doppelt geschwänzten Htlhnerey,
in d. Brefslauer Samml. Vers. & S. 58T Art. 6.
d) Von den geschwänzten Eyern, in t. Seltenheiten der Natnr
und Oekonomie aus d. Dan! ig. Erfahr, gezogen von J. D.
Titius B. I. S. 314.
#) M. Gerbez de ovo galli gallinacei lemicircularis figurae, in
d. Mise. A. N. C. Dcc. 3. A. 5. 6. 1697. 1698- P» 2*78*
fig- 48-
Frank de Frankenau bildet a. a. O. fig. 8* ein gekrümm-
tes Ey ab.
Magenfo'rmiges Htihnerey, in d. Frankischen Sammlung
B. 2. S. 434.
/) F. E. Brückmann Monstrosum galli nae primiparae ovum,
in d. Commerc. Noriberg. i*]22. p. 224 Tab. 2 f. 8«
g) Observation sur un oeuf de poule dont la coque eroit rfiar-
ge'e d'une quantitc de petits corps blaues» in d. Me'm, de
l'Ac da Sc Ann. 1749. Hist. p. 10$.
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128
ein Ey beschrieben, dessen Schale mit vielen
kleinen Erhabenheiten bedeckt war, die eine
schleimige Flüssigkeit enthielten* Burghärt a)
hat die Beschreibung eines Eye« geliefert, das
mit harten, warzenartigen Auswüchsen verse-
hen war*
- ■ «
Man hat in den Eyern fremde Körper ein-
geschlossen gefunden. CL Perrauk b) fand in
einem Hühnerey eine Stecknadel, die mit einer
weifslichen Kruste überzogen war; die Steck-
nadel war unter der Kruste schwarz» W. We-
del c) hat ein Ey beschriebeil, worin ein klei-
ner Kitseistein enthalten war. In den Straufsen-
eyern findet man ofjt> nach dem Zeugnifs Bar-
row's d) und Lichtenatein's t)> kleine Kieselsteine
von der Gröfse einer Erbse, die gelb von Farbe
und sehr hart sind. Einmal fand Barrow neun
und ein andermal zwölf solcher Steinchen« Ich
vermuthe, dafs diese Steinchen zufallig durch
den After in die Kloake und in den Uterus ge-
langen , wenn sich die Straufse in den Sand legen.
a) Ovum verrueosum , in d. Medic. tiletiae Satyr, fpec. 5.
p, 26. c. fig. „ . . _
b) Quelques Observation! touchant deux choses remarqua-
biet qui ont ete* trouVe'es dang des oeufs, in d. Mem. de
l'Ac. des Sc. dtpuis 1666 — 1699. T. 10. p. 388«
#) In d. Ephem. A. N. C. Dec. 1. Ann. 9. 10. Obs. 83- p.fcoa
* . I
ä) Reise in d. südl. Afrika. S. 91.
r) a. a. O. B. 2, S. 43.
■ ■ 1 • .* ■ ■ *
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i 129
■
Hannbw ä) fand zwei kleine Wurmer m dem
Byweifs eines frischgelegten Eys, welche er für
Blutegel hielt. Zu Lavoutte in Frankreich fand
eine Frau in einem frischaelegten Hühnerey einen
achtzehn Linien langen Wurm b). Motiti c) be-
schreibt ein Ey, in welchem ein Spulwurm ent-
halten war, der zwischen der Ey schalenhaut
und der Byschale lag, und an dieser einen ge-
schlängelten Vorspru:ig bildete* Solche Körper
sind offenbar zufällig in den sogenannten Ute-
rus gelangt, die kalkartige Schale hat sich
um dieselben gebildet und sie in das Ey einge-
schlossen.
Kundmann d) fand in einem Ey ein hartes
und pechschwarzes Stückchen Blut. Nie. Ozeu
retskowsky e) untersuchte ein Ey, welches am
stumpfen Ende ein kleines Loch hatte, durch
a) In den Seltenheiten der Natur etc. B. i. S. 31g.
*) Lichtenberg Magazin, f. d. neueste aus der Pbysick und
Naturg. B. 4. St. l. S. 288*'
e) De ovo serpenttnifonni, in d. Comment Bononiens,
T. 4. Op. p. 300. Oviductus quidem orificium in avibut
cum intestino recto conttnens esse nemini est obscurum :
si forte igitur contingat, ut intestinalis lumbricus per ovi-
duetum repens immaturo ovo se circumplicet, ibique in
ipsa crustae formatione sueco aliquo oecupetur lapidescente,
consequens est, ut eodetn situ constrictus, ac imotus ma-
neat, eademque tesracea matcries, quae ovo circuinfundi*
tur, lumbrtcum ipsum obducet.
<I) In d. Brefslauer Samml. Yers, 20. S. 634.
c) De Ovo perforato, in d. Nov. Act. Ac Petropol. T. 12.
Mcm. p. 364.
9
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130
welches ein Gefafs heräushing, das einen halben
Zoll lang war. Nachdem das Ey geöffnet war,
sah man, dafs das Gefäfs zu einem Körper führ«
te, weicher in dem Eye enthalten war. Der
Körper hätte die Gestalt einer* kleinen Birne
oder eines Sackes, und war mit geronnenem
Blut angefüllt. Der Dotter und das Ejweifs
mit den Hageln waren vorhanden« Et vergleicht
diesen Körper mit einer Mole«
— _ — • <
» *■
Endlich hat man auf der Eyschale dey
Hühner zuweilen verschiedene Flecken wahrge-
kommen, welche die sehr lebhafte Einbildungskraft
«iniger Naturforscher für Bilder von Kometen,
Sonnen, Sternen, menschlichen Köpfen, Schlangen
,u. s. .ws a), gehalten hat Manche «glaubten sor
gar, dafs sich diese Flecken durch das Versehen
und durch die Einbildung der Hühner gebildet
a) £ Gockcliuf de Ovis sole signatis, in d. Epb. A. N. C.
Dec. 2. Ann. 6. 168T Obs. I2g. p. 266.
(D. Brander Prof. zu Marbnrg) Dissen, de Ovo Corne-
lia). Marburg. 168Z. c. fig. Hessisches Cometeney. Mar«
bürg. i682. 4.
Blegny will zur Zeit da sich ein Komet sehen lieft,
ein Hühnerey gefunden haben , das äusserlich mit einem
Kometen bezeichnet war. Zodiac. Gallic. Ann. 3. p. 30.
und 107. mit einer Abbildung.
Guisony Relation de la figure humaine trouve'e a Avig.
non dans un oeuf de poüle. Avignon 168 *• Auch im
Journal des Scav. T. 9. p. 331. Mit einer Abbildung.
Cl. Cleyer de ovo gallinaceo cum serprntia imagine in
teira. Eph. A. N. C. Dec. 2. Ann. 1. Obs. 16. p. 36*.
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i3i
Siebentes Capitel.
dem Brütern «).
»
Sobald die Weibchen die normale Anzahl voii
Byern gelegt haben, beginnt das Brüten. Sie
1 1 j
4») Aristoteles De avium incubitu, quove tempore raas, quo
item foemina incubat. in Hist. Anim. Lib. 6. C. 8*
Zinnant gibt a. a. O. die Dauer des Brütens von mchw
rercn Vögeln an.
R. A. F. de Reaumur, l'Art de faire eclorre des oiseaux
domestiques. Paris 1-741. 3 Vol. in 12. 1749. 2 Vol. m
la Haye 1750. 12. 2 Vol.
Rcaumurs Kunst alles Federvieh zu jeder Jahreszeit zu
ziehen, mit Anmerk. Leipzig« 1*750. 8*
Reaumur, The Art of hatching and bringing up do*
mestic fowls etc. London 1*750. 8* E»n Auszug von Abr.
Tremblcy herausgegeben.
mm - "
Reaumur, Pratique de l'Art de faire eclorre et elever
en toute saison des Oiseaux domestiques. Paris 1*751. in 12.
L'art de faice eclorre et d'e'lever etc. avec les preeeptes
de pure pratique de cet art. ed. 2. Paris 1*751. in 12.
2 Vol.
Anweisung wie man zu jeder Jahreszeit zahmes Geflü-
gel ausbriiten und aufziehen soll; übers, v. J. C. Thenn.
Augsb. 1*767. ia ft» 2 B.
9*
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13*
bleiben nun im Neste auf den Eyern sitzen und
crtheilen den Eyern die zur Bildung und Ent-
Wickelung des Foetus nothwendige Wärme. Die
Weibchen scheinen sich zur Brutzeit in einem
aufgereizten, fieberhaften Zustande zu befinden,
denn die Temperatur ihres Körpers ist merklich
erhöht, der Bauch vorzüglich ist sehr heifs, sie
verlieren die Efslust, und werden mager. Bei
Hühnern und andereit gezähmten Vögeln kann
man den Trieb zum Brüten durch Wärme, durch
ein reizendes und erhitzendes Futter, z. B. durch
in W£in oder Bier getauchtes Brod, und durch
den Samen und die Blätter von Brennesseiii,
welche man getrocknet und gepulvert dem Fut-
ter beimischt, erhöhen. Kälte, Mangel an Nah-
rung, so wie das öftere Eintauchen des Steifses in
kaltes Wasser verhindert und erstickt den Trieb
zum Brüten. Vielleicht trägt dieser fieberhafte
Zustand und die stärkere Entwicklung der Wär-
me vieles dazu bei, dafs die Vögel brüten, in-
dem die erhöhte Wärme ihres Körpers durch die
kalten Eyer verringert wird.
S- «5-
Die Weibchen zeigen eine grofse Sorgfalt a)
für ihre Eyer und sind oft so emsig im Brüten,
Ornithothrophie art ifiicielle , ou l'art de. faire eclorre et
d'elever la Velaille par le moycn d'une chaleur arlificiclle
par l'Abbe C. (Copineau). Paris. i8lo.
F. M. Daudin hat in s. Traite* elem. et coroplet d'Or-
ntthologie T. i. p. 161. eine Tabelle über die Dauer dei
Brütens bei verschiedenen Vögeln entworfen.
o) Harvey de Gtner. p. 51. Lubet hic mirari quanta sedu-
litate et patientia, aves foeminae fere omnes, dies «oetes-
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- 133
dafs sie sich auf dem Neste ergreifen lassen ä)9
z. B. die wilden Enten, die Tauben, die Drosseln
1 '
que totas nidis suis ihsideant,* seseque» ratteren t, ac prae
fame propcmodum eneccnt; quantisque periculis scie expo«
«ant, ut ova tueantur; qoac st aliquando coactae tintiUum
rcliqueriitt, bem! qoanto ardore, et festinattone eadcm re>
petunt, et operiunt? Anates et anseres, interea dorn pau-
lisper abfuerint, ova Stramine -tegunt, et occurranr. • Qu«
vero magnanimitatc, im bell es saepe matres ova sua prore»
gunt? quae tarnen fortassis subventanea, aut urina fue»
rint, aut etiam non sua; irao vero artiftcialia inierdum
ova, exereta aut ebore afficta, pari antroi foctitudine de-
fenefanr. Stupendus profecto avium amor ergaovuo* inert
et vita privatum r quod tantae* solieitudfoi nihil eommadi
aut volupratis rttribnat. Quts non admiretur a Rectum iU
him, aut furorem potius glocientis gallinae, qui exrihgui
ncquit, nisi aqua frigida obruatur? Durante hoc aniroi
impetu, cuneta negligit, et ceu furibunda, alas demittit,
dum Kispidae surriguntur plumae, iaquieta. et querula
obambulat; alias gallinas nido deturbat; ova passim quae-
rit, quae ineubat; ntc quiescit, doneca utilla nacta fuerit,
aut pullos quos dedueat; quos sane mir» zelo, et ardore
convocat, iovet, pascit et ttiatuft
a) Zorn's Petinothaqlogie R. I* S. 400. Die eingepflanzte
Liebe zu ihrer Brut ist vermögend die wildesten Vögel 9
um selbige Zeit, ganz zahm zu machen. E& ist nicht
leicht ein Vogel vorsichtiger, aLs eine wilde Ente, und
sie begibt sich bald4n die Flucht, wenn sie einen Men-
schen nor von weitem auf sie zugehend erblickt; aber
wenn sie auf ihren Eyem sitzet so ist sie so zahm , dafs
sie nicht allein die,. so sich ihrem Neste nahen, nicht flieht,
sondern so hartnäckig auf den Eyern sitzen bleibt, dafs
sie öfters kaum mit Ernst davx>n abzubringen, und, wenn
sie weichen mufs, nicht davon fliegt, sondern um denje-
nigen, der bei dem Neste ist, so nahe aut der Erde herum
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und viele andere kleine Singvogel. Ändere Vo-
gel, z. B. die Kiebitze, die Raubvögel u. a, schwe-
ren über dem Neste, wenn sich ein Feind dem-
selben nähert, und suchen diesen durch Flügel-
schläge zu vertreiben. Selbst der kleine Kolibri
soll nach dem Zeugnisse von Fernandez Ovie-
4o a) sein Nest s€hr eifrig vertbeidigen und
demjenigen ins Gesicht fliegen, der sich demselben
nahet Die Weibchen bleiben Tag und Nacht fast
anhaltend im Neste sitzen und verlassen dasselbe
jiui: selten. Mehrere Vögel bedecken alsdann
die Eyer, z. B. wenn das grünfüfsiee Meerhuhn
(Gallinula chloropus) das Nest verlaft um Nah-
rung aufzusuchen, so bedeckt es die Eyer sorg-
faltig mit Kräutern, welche es aus dem Neste
zupft b)> Sa oft die Auerhenne das Nest ver-
lädst* so bedeckt »sie die Eyer jedesmal mit den
neben dem Neste liegenden Blättern, mit Kräutern
flattert , dafs sie leicht getödtet werden könnte. Der Mist-
ler und die Weift • Drossel sind sonst sehr schüchterne
und listige Vögel,* aber wenn sie brüten, bleiben sie so
_ unbeweglich über ihren Eyern, dafs ich selbige selbst,
nicht nur einmal habe mit meiner Hand berühren können.
Ich habe gesehen, dafs eine brütende Hohl - Taube von
p * *
dem, der zu ihrem Nest hinauf geklettert, mit der Hand
ergriffen und mir gebracht worden ; es ist aber fast kein
Vogel, welcher so scheu und vorsichtig, als dieser. Und
solches habe ich beyrtahe 'an allen unsern Land • Vögeln
erfahren; doch sitzen sie nicht gleich im Anfang ihres
Brütens so unbeweglich, sondern wenn es über die Hälfte
oder gegen das Ende der gewöhnlichen Zeit gekommen
u. s. w.
m) Hill, of West Indies, translar. from Richard Eden. p. 199.
«
i) Bechstein a. a. O. B. 4. S. ^98.
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»35
i
und Moos 11). Die Enten, Gänse und Schwäne b)
decken die Eyer mit Stroh i trocknen Kräutern
oder Federn zu, wenn sie das Nest verlassen.
* » I I 4 m
■
Die Weibchen der in Polygamie lebenden
-Vögel, namentlich der hü h nerartigerr > Vögel »
auch mehrerer Sumpf -.und Wasservögel, unter
andern die Strandläufer, die Regenpfeifer» die
Wasserläufer, die Rohrhühner, die Schnepfen ,
die Reiher und die Steifsfüfse besorgen das Brü-
ten allein. Die Weibchen mehrerer Raubvögel
brüten ebenfalls allein, z. .B. die Weibchen der
Milane, der Weihen und der Eulen. Bei den
meisten Singvögeln und Klettervögeln brütet das
Männchen und Weibchen abwechselnd, dies ist
namentlich der Fall bei den Drosseln, Würgern,
Ilernbeifsern, Sperlingen, Finken, Meißen, Bach-
stelzen u. a.; auch bei den Spechten, Momots r)
und Papageien, wenigstens beim rothm Aras
(Ps. macao) d)* Die Tauben- brüten ebenfalls
abwechselnd, wie schon Aristoteles /) angibt;
Endlich sollen auch die Männchen defe Wasser*
hühner, Meven, Seetaucher, umi Alken mit deik
a) Bechstein a. a. O. B. 3. S. 1313. i . .! r
b) Zorn a. a. O B. 1. S. 403.
c) Azara Voy. T. 3. p. -1
♦ ^ f ' i .15 • ' *
^ 1 . T T. 4, p. 5<x ( z , , (
e) a. a. O. L. 6. C. 8. Palumba ab tero dtci incipieiit to*
tarn noctem usque ad jemaculi tempus i neu bat: reliquum
tempus palumbut. * ~ : <
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13* »
Weibchen im Brüten abwechseln. Die Weibchen
brüten die Nacht und den gröfsten Tbeil des Tages
über, gegen die Mittagsstunden aber verlassen sie
das Nest um Nahrung aufzusuchen, und dann
brüten die Männchen , jedoch nur einige Stun-
den lang« Die Weibchen der Raben , der Hänf-
linge, der Distelfinken u. a. brüten zwar ge-
wöhnlich allein, döch bringen ihnen die JMänn-
cheh die Nahrung ins Nest, und lösen sife zu«
weilen Wohl einige Stunden im Brüten ab. Die
Weibehen des Straufses, von denen oft vier big
fünf die Eyer in ein gemeinschaftliches Nest le-
gen, sollen nach dem Zeugnisse Barrow's a)
abwechselnd brüten, und das Männchen 'soll
aüch zuteilen an dem Brüten Theil nehmen,
: * • . 1 • ' ^ $♦ 67. |
.. .
Dauer des Brutens ist sehr verschieden*
Im Allgemeinen findet man, dafs sie im Verhak-
nifs jnk dem Grade der Entwicklung steht, wel-
chen'der Foetus im Eye erreicht, und zwar so,
dals Vögel, deren Foetus das By wenig entwi-
ckelt. Und ausgebildet verlassen, kürzere Zeit
brüten * als sölcfce Vögel, äderen Foetus sehr ent-
wickelt aus dem Eye hervortreten. Zu den Vö-
geln, deren Foetus wenig entwickelt das Ey
verlassen, gehören diec Raubvögel, die Singvö-
gel und die Klettervögel. Die foetus dieser Vö-
gel sind beim Austritt aus den Evern fast ganz
nackt und blind, denn dip Augenlider sind noch
Beschlossen, auch die Extremitäten sind sehr
urz und schwach. Die Foetus der meisten
«) a. a. O. p. 91.
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*37
hühnerartigen Vögel, der Sumpf - und Wasser-
Vögel verlassen sehr entwickelt die Eyer, sie
sina gröfstentheils mit Federn bedeckt, die Au-
gen sind offen, und vdie Füfse sind schon so
stark, dafs sie sich derselben zum Laufen oder
Schwimmen bedienen können, sie verlassen da-
her meistens das Nest, so bald sie aus den Ey~
ern hervorgekommen sind; oft bangt ihnen noch
ein Stück der Ey schale am Steifse.
Uebrigens ist die Dauer des Brütens bei ei-
ner und derselben Vogelart verschieckn nach der
Temperatur der Luft, der Jahreszeit a), der gün-
stigen Witterung und des Klimas. In einem Ital-
ien und nassen Frühling dauert die Brutzeit län-
ger als in einem warmen und trocknen Frühling.
Nach Du Tertre b) soll die Brütezeit der Haus-
hühner auf den Antillen viel kürzer seyn als in
Frankreich. Der Krammetsvogel mit rother
Brust (Turdus migratoriusj soll nach Forster c)
seine Eyer zu Moosefort in vierzehn Tagen aus-
brüten , bei der Severn-Niederlassung aber, wel-
che unter dem 55. Grad nördlicher Breite liegt
.und nur 4 Grad weiter gegen Norden als Moo-
sefort, soll dies erst in 26 Tagen geschehen«
— .
- m) Hisf. An im. L. 6. C. 2. Exclud unt celerius incubante*
aestate, quam hyeme. Idco aestate gaJltnae duodevigeti-
no die* foetum exclud unt, byeme aliquando viguimo
quipto.
h) Hut. da lies Antillcs T..O. p. 266.
t) Philof. Transact. Vol. 62. p. 399^
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I
138
Tabelle über die Dauer des Brutens,.
- - •
; Namen der Vögel. Zahl der Tage.
Die Schwanzmeise und der Zaunkönig n — - 13
Der schwarze Kolibri (Trochilus niger) ä) 12
Das Rothbrusteben, das Rothschwänzchen ,
die Goldammer, die Hausscbwalbe 13
Die Nachtigall, der Mönch, die graue Gras-
mücke, der sebwarzköpfige Sänger, die
weifse Bachstelze, die Feldlerche, der ge-
fleckte Fliegenfänger, die Kohlmeise, die
Bartmeise, der Buchfink, der Sperling, der
Hänfling, der Kreuzschnabel, der Baumläu-
fer, der gemeine Eisvogel, der Staar, der —
Wendehals und der Grasspecht 14
Der kleine Regenpfeifer, der Halsband - Re-
- genpfeifer, der Wasserschwätzer, die roth-
füfsige Meerschwalbe, die kleine Meer-
schwalbe und die Lachmeve 14 — 16
Der Pirol, der Blutfink, die Mistel - Drossel 15
Der graue und der kleine Würger 15 — 16
Der Wiedehopf , die Sing - Drossel , derHolz-
heher, der Kiebitz, der Kampfhahn 16
Die Haustaube und die Turteltaube : 16 — 17
Die Waldschnepfe , die Mittelschnepfe und die * *
Heerscbnepfe 16—18
Die Holztaube 17 — 18
Die Elster 17 — 21
Der Sperber und Wanderfalke 18 —sl<f
Die Krähenrabe, die Nebelrabe und der Zie-
genmelker 18—20
Die Ringeltaube 19 — 20
Die Kolkrabe, die Mandelkrahe, der Goldre-
genpfeifer und das schwarze Wasserhuhn 20
1
1) Audebert Hist. narur. des Colibrii. p. 99.
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139
Namen der FtgeL Zahl der Tage.
Das Schneehuhn ao' — 24
Der rothe Milan, die Sumpfweihe, die Korn-
weihe, die grofse Ohreule, die kleine Ohr-
eule, der kleine Kauz, die Wachtel, das
gabelschwänzige Waldhuhn, das Haselhuhn,
das graue Feldhuhn, der aschgraue Reiher,
J der grofse Brachvogel, der ponktirte Strand-
läufer, der Wachtelkönig, der Austernfi-
scher, das gr'ünfufsige Rohrhuhn, das klei-
ne Rohrhuhn, der gehäubte Steifsfufs, der
geöhrte und der kleine Steifsrufs « — 24
Das rothe Feldhuhn 22 — 24
Die Rohrdommel und der weifse Storch 23
Der Goldfasan 24 — 26
Das Perlhuhn 25
Der Silberfasan , der Puter und der langschnä-
belige Säger 26—28
Der Pfau, die Auerhenne, der grofse Trappe,
der Kranich, die gemeine wilde Ente, die
Löffelente, die Eiterente, die Saatgans,
der grofse Sägetaucher , der grofse Seetau-
cher und die Troil- Lumme a 2 g
Der Pelekan 3°
Der Hockerschwan * 35
Der Straufs a) 36 — 413
«
§♦ 68.
Zur Bildung und Entwickelung des Foetus
im Eye ist eine Brutwärme von 32 Grad des
Reaumurschen oder von 103 bis 104 Grad des
a) Lichte wttin'i Reite B. 2. S, 42.
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14» .
Fahrenheitischen Thermometer« nothwendig a)9
welche der Haut wärme des Vogels so ziemlich
gleich ist. Ist der Wärmegrad höher, so bildet
sich der Foetus schneller, ist er hingegen gerin-
ger, so bildet er sich langsamer aus und verläfst
also später das Ey. Es ist nicht nothwendig,
dafs den Eyern der gehörige Grad der Wärme
von dem Körper der brütenden Vögel mitgeteilt
wird, sondern jede andere natürliche oder künst-
lich hervorgebrachte Wärme von 32 Grad be-
wirkt die Bildung des Foetus. So haben schon
Menschen b), auch Säugethiere c) Eyer aus-
gebrütet. In Aegypten d) hat man eine sehr alte
•_ •
ä) Reaumur a. a. O. T. 1. p. 11. p. i5g.
V) Plinioi Hi$t. natur. Lib. 10. Cap. 55. T. 2. p. 418- «a\
Harduin. Quin et ab nomine perficiuntur (ova") : Julia
Augusta, prima Tiberio Caesare ex herone gravida, cum
parere virilem sexum admoduni cuperet , hoc usa est pueU
lari auguriö ovum in sinu fovcndo, atque cum deponen-
dum haberct, nut riet per sinum tradendo, ne intermitre-
retur tepor.
r
Acbnlicbe Beispiele erzählen Deswig in d. Eph. A. N.
C Dec 2. Ann. 10. Obs. 4., Beguelin, in d. Mem. de
Berlin Ann. 1*749., Reaumur, a. a. O. T. i. p. uM
Hamburger Magazin B. 19. S. 115.
Fr. HofFmann et J. J. Stang, Disq. sistens curiosam
pulli gallinacei in foemina cachectica formati historiam.
#al. 1702.
•) EineHatze brütete ein Enteney ans, Chr. Helwig Cai. et
Obscrvat. p. 73.
« •
d) Aristoteles Hist. Ar» in». Lib. 6» C. 2. /Exduduntur igirur
avium ineubatu; verum etiam sponte iua in terra perfi-
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Methode mehrere tausend Eyer auf einmal iii
besonders gebauten Ofen künstlich auszubrüten.
Auch in China geschieht dies nach dem Zeug-
/
«» ciuntur, quemadmodum in Aegypto« Defodiunt cnim
in fimo. •
Diodorus Sicnlus Bibl. histor. Libi'i. 74. T. 1. p. 35.
Plinius Hist. natur. Lib. 10. C. 54.
Joh. Veslingii Obs. de pullorum in Aegypto exclusione;
in s. Obscrvat. et Epist. p. 1.
Greaves, in d. Philos. Transact. Nro. 137.
Thevenot Voy. au Levant. Liv. 2. C. 2. p. 456.
Pococke Travels T. 1. p. 260.
■
Cranges ou Tourtcchot Voy. en Egypte p. 257.
Monconys Voyigcs T. 1. p. 463.
Savery Lettres sur l'Egypte T. 1. p. 304.
Niebuh r Reise B. 1. S. 145.
Auch Sicard, Radzivil, Lucas, Myller u. a. haben die
Methode beschrieben.
Reaumur a. a. O Th. 1. Taf. 1. 4. hat einen solchen
Ofen beschrieben und adgebildet.
Rozie're und Rouycr handeln ausführlich von dieser
Methode die Eyer auszubrüten, in dem Prachtwerk, De-
scription de TEgypte. Paris 1809. 1810. fol. Etat moderne
Nro. 5. p. 203. 21 6. Die Eyer, oft 30 bis 40,000 an
der Zahl, werden in den Abtheilungen der erbauten Ofen
auf Stroh gelegt, und dann werden die Qfen mit bren-
nendem Thiermist erwärmt. Unrichtigerweise hat man
geglaubt, dafs die Eyer im Miste selbst ausgebrütet wür-
den, welches selbst Reaumur geglaubt und vergebens ver-
sucht hat. Gewisse Familien des Dorfes Berme' jetzt Barn-
bal im Delta, beschäftigen sich mit diesem künstlichen
Ausbrüten der Eyer. Sie bestimmen die nöthige Wairac
blofs durchs Gefühl aufs genaueste. Sie zerstreuen sich
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*4*
nisse Ekeberg's a\ und J. Barrow's b). In Etu
ropa hat man mehrmals Eyer in ähnlichen Ofen
ausgebrütet c)\ desgleichen in besonderen Brut-
Maschinen mit Hülfe des Lampenfeuers d). Auch
in den Brutmonaten Februar, Märtz und April in ganz
Egypten, um in mehr denn 200 Brutofen das Geschäft
zu leiten.
. a) In d. Schwed. Akad. Abhandl. B. 30. 5. 203. Von der
Chincscr Art, Eyer auszubrüten. \
h) Voy. en Chine T. i.
c) Thom. Browni Pscudoxia epidemica. Francof. et Lips.
1680. p. 505. hier ist ein Ofen abgebildet um mehr als
1000 Eyer auf einmal auszubrüten.
Ol. Wormii Epist. Doct. viror. Hafn, 1728. T. 2.
Ep. 96.
Th. Bartholin Hist. Cent. 3. bist. 100. Cent. 6. hist. 11.
*
K. W. Ccderhielm Versuch junge Hühner im Ofen aus-
zubrüten, in d. Schwed. Akad. Abh. 1*748. S. 233.
Kufler in Birch Transact. T. 2. pf 455. *
Ausführlich in Reaumur's angeführter Schrift.
rf) Porta in s. Magia naturalis.
Hooke in Birch Transact. V. 3. p. 247. Ann. 1675.
Beguelin methodc pour faire eclore des poulets au
moyen d un fcu de Lampe. Bibl. Impart. 1*750. T. 2.
P. 1. p. 105.
Im Hannöver, g. Anzeig. 1751. p. 154.
links Leipz. Samml. B. 8. S. 548«
Holl mann in s. Unterricht von Barometern und Ther-
mometern. Gotting. 1783- 8* S* ?5* S. 271* hier ist eine
solche Brutmaschine beschrieben.
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*43
in Lohe a) will man Eyer atis gebrütet haben.
Endlich will Achard b) vermittelst des electri-
schen Fluid ums die Keime des Hühnchens im
Eye .entwickelt haben.
Der gehörige^ Grad der auf die Fyer ein*
wirkenden Wärme ist für sich zur Bildung de*
Foetus nicht hinreichend, sondern es ist auch
der Zutritt der atmosphärischen Luft zu den
Kyern nothwendig, wie unter andern die Ver-
suche Reaumur's c\ beweisen. Er legte sechs be- *
fruchtete Eyer in ein Gefäfs mit laulichtem Wafr
ser und setzte dasselbe in seinen Brutofen, in
welchem dem Wasser und folglich auch den Syr-
ern 32 Grad Wanne ^ertheilt wurde. Nach drrf
Tagen öffnete er ein solches By, allein er fand
keine Spur eines Foetus. Am neunten Tag öff-
nete er zwei Eyer, die auf dem Wasser schwam-
. men, eins derselben war verdorben und das an-
dere war in Hinsicht des Dotters unverändert,
a) Baussaat du Bignon, in d. Mem. de Mathcm. et Phys.
presentes a i'Ac. Roy. de Paris T. 4. p 483.
b) Mem. sur une nouvelle maniere de faire eclore les Ocufir,
au moyen de l'Ectricite, in Rozieres Journ. de Phys. T. 20.
p. 56.
-
Im Auszug in Beckmann*! Ökonom, physik. Biblioth.
B. 8« S. 613.
Vom Ausbrüten der Eyer durch die Eiectricit'at, in d.
Berlin. Samml. B. 10. S. 261.
e) a. a. O. Th. 1. S. 186.
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*4*
das Eyweifs war so flüssig wie Wasser und
von einem Foetus wrjr keine Spur vorhan-
den. Ebenso verhielt es sich mit den übrigen
Evern, die am zehnten und am siebenzehnten
Tag geöffnet wurden. Viborg a) hat durch wie-
derholte Versuche bewiesen, dafs die atmos-
phärische Luft zur Bildung und Entwickelung
des Hühnchens im Eye absolut nothwendig ist,
und dafs sie in irrespirablen Gasarten nicht vor
sich geht. r
§. 70.
Nach Reaurtur* b) Untersuchungen dunstet
während des Bratens der fünfte bis sechste Thefl
der Flüssigkeiten des Eyes aus. Ein Hühnerey,
dessen ganze Schwere anfänglich 1140 Gran be-
trug, wog 990 Gran, da das Hühnchen fast ganz
ausgebildet war, folglich betrug der Verlust des-
' selben durch die Ausdünstung 130 Gran. , I*
gleichem Grad wie das Ey während des Bxü>
tens ausdünstet, tritt die athmosphärische Luft;
in das Ey ein , und der am stumpfen Ende des
Eys zwischen den Platten der Eyschalenhaut
befindliche Raum wird vergröfsert.
• -T
». ...»
§• 71-
Bemerkenswerth ist noch, dafs der Dotter
und das Eyweifs in den befruchteten Eyern
a) Bericht an d. kö'nigl. Dänische Gesellschaft der Wissen
Schäften, über die Versuche, welche er mit dem Ausbrü-
ten von Eyern in Gasarten, die zum Athemholen untaug-
lich sind, angestellt tyrt, in s. Sammlung von Abhandlun-
gen für Thierärzte und Ockonoraen. B. 4. S. 445.
A) a. a. O. Th. t, S. 169.
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145
wahrend der Brut nicht verdirbt, da es doch
während des Brütens einem Wärmegrad von
103 bis 104 Grad des Fahrenheitschen Thermo-
meters ausgesetzt ist, ein Wärmegrad, welcher
nichtbefruchtete Eyer verdirbt und in Fäulnifg
versetzt. Dies beweist, dafs die befruchteten
Eyer als schon belebte Substanzen zu betrach-
ten sind, wie auch J* Hunter a) annimmt, ob-
gleich an ihnen keine animalische Lebensäusse-
rungen , nämlich Empfindung und Bewegung,
wahrzunehmen sind.
Unter den Eyern einer Brut finden sich oft
ein bis zwei Eyer, in welchen sich kein Fötus
bildet Sie sind entweder unbefruchtete Eyer
oder solche, welche während des Brütens abge-
storben sind. Die alten Naturhistoriker b) nann-
ten sie Ova cynosura oder urina.
«
§> 7**
Man hat mehrere Beyspiele, dafs sich Vo-
gel - Foetus in den Eyern innerhalb des Leibes
der Hennen ausgebildet haben» J. Kanold r) er-
zählt folgenden Fall der Art: eine Henne wurde
.ungewöhnlich dick, so dafs sie kaum gehen
a) Mc'm. sur la Chaleur des Animaux et des Vegetaux, aus
d. Philos. Transact. in Rozier's Journal de Phys. T. p. 12.
h) Aristoteles Hist. Anim. Lib. 6. C. 2. Ova quae cyno-
sura et urina ab aliquibus dicuntur, per aestatem magis
oriuntur. Coelo tonante quae foventur ova, corrum-
puntur.
9) Brcfslauer Sammlung, Versuch 2. S. $2$.
IO
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146
konnte, weil ihr Bauch beim Geben die Erde
berührte. Nachdem man die Henne getödtet
und den Bauch geöffnet hatte, flofs eine Menge
Wasser aus und man fand eine grosse Masse,
worin drei ausgebildete mit Federn bedeckte
Hühnchen enthalten waren. Ein jedes der Hühn-
chen befand sich in einer besonderen Haut.
Geifsler a) fand in dem Bauche einer Henne
ein vollkommen ausgebildetes Hühnchen, aus-
serdem war in dem Bauche noch eine Masse
enthalten, welche hartgekochtem Byweifs glich*
Tabarrani b) sah ebenfalls ein Hühnchen, das
in einem mit den Gedärmen der Mutter verbun-
denen Sacke enthalten war ; dem Hühnchen fehl-
te jedoch der Kopf. Rossi c) fand einen wohl-
? gestalteten und ausgebildeten Foetus im Unter-
eibe einer Truthenne* Er will selbst mehrere
Versuche über die Entwickelung der Foetus in
a) Von einem im Bauch einer Henne gebildeten Küchlein ,
in d. Fränkischen Sammlung B. 6. S. 49.
b) In d. Atti di Siena T. 3. p. 125. appcnd.
#) In d. Memorie di Turino. T. 6- p. 266 — 274.
Mehrere andere Fälle der Art sind aufgezeichnet in d.
Philosoph. Transact. No. 50. p. 1019/ in d. Eph. A. N.
C. Dec. 2. Ann. 4. App. Obs. 28- » im Journal des Sca-
vans Ann. 1678- N. 23. Mich. Lyser in s. Observat.
Medic. die s. Schrift, Culter Anatomicus Lugd. Batav.
173 1 angehängt sind, Obs. 6. p. 19s., Gallina ovipara,
wo es also heifst: Dominus Ch. Canuti Pontopidanus Pa.
fror retulit, quod nuperrime in Dioecesi sua gallina foeta,
non more aliarum ovum unum vcl alterum sed sex pullof
bene conformatos vivos. uno partu excluserit. Sed horura
vita matri necem intolit, quae illico a partu extincta est.
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147
«lern Bauche der Hennen angestellt haben, aus
denen sich ergibt, jjlaljs sie leicht zu bewirken'
ist, wenn man den Eyerleiter der Hennen , näm-
lich befruchteter, unterbindet oder verstopft, sie
dann reichlich füttert und dem Futter Wein und
Hanfsamen beimischt. Man bat auch mehrere
Beobachtungen , dafs man Byer in der Bauch-
höhle fand, die wohl bei dem Losreifsen von
dem Byerstock nicht von dem Eyerteiter aufge-
nommen, sondern in die Bauchhöhle gelangt wa-
ren. Morand a) erzählt: eine junge Henne,
welche oft gelegt hatte , verfiel in eine Krank-
heit und hörte auf Byer zu legen ; in der geöff-
neten Bauchhohle der getödeten Henne fand man
am Gekrös eine grofse Geschwulst, die an ei-
nem Stiele hing und ein grofses Ey enthielt,
Welches sein Byweifs und seinen Dotter hatte;
ersteres bestand aus sechsunddreifsig Schichten,
und lezteres war zerflossen, und blasser als ge-
wöhnlich. Auch in dep Fränkischen Sammlung b)
ist ein ähnlicher Fall erzählt: in der Bauchhöhle
einer Henne, welche nicht gelegt hatte, fand
man zwei grofse mit ihren Schalen, Dotter und
Byweifs versehene Eyer, dann ein Ey von der
Gröfse eines Gänseeys ohne Schale, ferner noch
drei kleinere Byer ohne Schale und endlich zwei
Dotter.
a) Observ. tur un oeuf monitraeox tire d'une jetine poule,
in d. Mem. de l'Ac. des Sc. de Parii Ann. 1*718« Hilf*
P- 25.
h) B. 3. S.
10 •
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148
■
f
Achte» Cäpitel.
r
i
-Von der Bildung des Foetus. ä)
$♦ 73-
Ich gehe jetzt zur Bildungs-Geschichte des Foetus
und «einer Hüllen im E je über* Ohnstreitig der
«3) Hippocrates bringt einiges' über das Brüten und die Bil»
dung des Hühnchens im Eye vor, in t. Buch sttpi JüJtftOj
naibtov. ed. Foesii Genev. T657 fol. p. 247.
■
Aristoteles handelt zuerst ausführlich von der Bildung
des Hühnchens im Ey, namentlich des Hertens, in s.
Historia Animalium Lib. 6. Cap. 3. p. 1236, im zweiten
Band der trefflichen Ausgabe von J. C. Schneider. Lips.
181 1. 8* Auch tn der Schrift de Ceneratione Lib. 3.
Cap. i. 3. . . , '
Plinius schrieb die Beobachtungen Aristoteles fast ganz
ab. HistOTia natur. Lib. ro. Cap. 50. 53. 54. 55. ex ed.
Harduini Paris. i685- n- T- 2- P- 444*
■
Albertus Magnus de natura et anatomia et generati-
one ovorum, in s. Schrift De Animalibus, Lib. 6. beson-
ders das vierte Capitel de tempore completionis ovorum et
de anatomia eorum et motatione in fbrmatione pulli. Opera
omnia ex ed. Jammy Lagd. 1651 fol. T. 6. p. 188- P- 19*.
Eine Jblofse Compiktion. x
Voleher Coiter de ovorum gallinaceorum generationis
primo exordio progressuque et pulli gallinacei creatiortis or-
dioe, in s. Schrift Externarum et internarum principaUum
humani corporis partium Tabulae. Nürnberg. 1513* fol« p*
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, 149
schwierigste Theil der ganzen Lehre von den
Vögeln, wegen der Darstellung der vielen und
$2. Ein Auszug "hiervon in O. Blasit Anat. Anrmal. p. 194*
Er stellte seine schätzbaren Beobachtungen zu Bologna im
Jtbr i 564 an, auf Anrathen seines Lehrers AJdrovand.
Ulysses Mdro\>and% Salaciras, Coitus, Partus, Incu-
ba.tio, Generatio, Exclusio Avium, ins. Ornithologie Lib.
14. pag. 205. Bononiae 1600 fol. Fraconf. 161a pag. 97.
Oberflächlich.
i
Hier. Fabricius ad Aquapendente de formatione ovi
et pulli, ins. Opusculis. Patavii 1625 Toi. in der Ausg.
von Bohnius Lips. i6S7 f°l- P* 1 > *n der Ausg. von D. S.
Albin Leid. 173a. fol. p. 1. Im Auszug in G. Blasii Ana-
torae Anim. p. 166. Enthält die ersten Abbildungen über
diesen Gegenstand.
Andreas Libavius resp. Ph. Bavaro Dissert. de ovo
~* *»,».»•
galltnarum et pulli ex eo generatione. Coburgi 1610. 4.
unbedeutend.
* , ■ ► *
Aemilius Fanisanut gibt einige Anmerkungen in s.
Schrift Nobilium Exercitationum Lib. 12. Venct. 1623 fol.
Lib. 5 de proercationis modo et ordine.
Mart, Sc ho oh Dissert. de ovo et pulli formatione. Ur-
recht. 1643. ,a< Beschreibt die Bildung des Foetus ziem-
lich gut nach den verschiedenen Tagen der Bebrütung«
Gull. Harvey Exercitationes de Generatione Animalium
Londin. 1651« 4. Amstcl. 1651. 12* Im Auszug in Blasii
Anat. AnimaL pu 202. und in .Mangeti Bihj. Anat. Ti 1. p.
595* Vortrefflich. Er bediente sich bei seinen Untersuchun-
gen der Vergröfserungsgläser und berichtigte, viele Irrthü*
mer seiner Vorgänger.
Jo. Faber handelt Von dem bebrüteten Ey und liefert
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mancherlei Erscheinungen, die sich hier dem
Beobachter aufdringen* Um diesen Theil genau,
einige Abbildungen , in d. Collcctio nobilium Iihellorum ai
plantas Mexicanas perrinentium Romae 165 1. fol.
Jo, Vesling Observationes philosophicae er mcdicae de
pullorum in Aegypto exclusione medienre cafore elementar!,
in d. Obscrv. Anat et Epistot. Medic. , quas ex schcdis Ves-
lingii a F. Rhodio servatis edidit Th. Bartholin. Hafn. 1664
8- Im Auszug in Blasii Anat. Anim. p. 197. Vesling stellte
als Arzt des Venetianischen Consuls zu Cairo im Jahr 1629
seine genauen Beobachtungen an Eyern an, welche er aui
Aegyptischeii Brutöfen erhielt.
•
Nathan* Highmor theilt einige gute Bemerkungen und
Abbildungen mit in s. History oFgeneration examining the
opinions of divers autors and chiefly of Sir K4 Dighby.
London 1651. 8«
Math. Stade (unter dem fingirten Namen Theodoras
Aldes) Disscrtatio epistolica contra Harvcjum intcrpolara et
tribus observationibus aueta. Amstd. 1667. 12. Observatio-
nes in ovis imritutae. Amsr. \668- 1675. ,a- curaCaroli
Schaeffcri Halae 1614. 12. Im Auszug in Blasii Anat. Anim.
p. 246. und in Mangeti Bibh Anat. T. I. p. 734. Ent.
hält manches cigenthümlichc.
Guil. Croone theilt seine Untersuchungen über die Bit-
dung des Hühnchens im Ey mit, in Birch. histor. Reg. Soc.
Vol. 3. p. 31. mit Abbild. Er berichtigt Harvey.
1
Guath. Necdham beschreibt die Eyhä\ite und mehrere
Theile des Vogelfoetus, besonders seine GePafse, gut, in
s. Schrift Disquisitio Anatomie* de formato foetu. Lond.
1667. 8- Amstd. 1668. 12.
Guil, Langley Ovi foecundi singulit ab ineubatione
diebus facta« inspectiones. Anuterd. 1674. 12. c. fig. im
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I5i
i
fäfslich und ausführlich abhandlen zu können,
so weit es nämlich die ausgesteckten Granzen
Autz. in Btasii Amt. Anira. p. 239. Enthält einige gute
Bemerkungen und Abbildungen.
•
J. Jutti Schräder Observationes et historiae ex G.
Harveji libro de generatione animalium excerptae, in ordi-
nem redactae. "Wilhelm i Langley de Generatione animali-
um observationes quaedam: accedunt ovi fecundi singulis
ab ineubatione diebus factae inspectiones, ut et,observatio*
«um anatomico -medicarum Decades 4. Amsf. 1674.
Nicol.. Steno Observationes in ovo et pullo, in d. Actis
Harn. Vol. 2. Obs. 38. p. gi. im Auszug in BUsii Anat
Anim. p. 29g. auch in Mangeti Bibl. Anat. T. 2. P. 2. p.
314. Schäzbar.
MarcelU ßlalpighii Dissertatio epiitolica de formatione
puIH in ovo. Lond. 16*73. n* c* ^S* Appendix de ovo ineu-
bato c. fig. in s. Oper. Omn. T. 2. p. 19. Batav. 1687. 4-
Im Auszug in Blasti Anat. Anim. p. 253. auch in Mangeti
Bibl. Anat. T. 1. p. 575. Ucbertrifft durch seine gröTsten.
theils genauen Mikroscopischcn Untersuchungen und durch
die beygefügten schönen Abbildungen alle seine Vorginge»
Andr, Snape hat eine Reihe von Eyern untersucht
und seine Beobachtungen mitgetheilt in s. Schrift Anatomy
of a horse containing a füll description of all his parts
with an appendice of two discourses. The one of the< ge»
neration of animals etc. Lond. 1686. fol.
Joh. Paul, Stabe de Caisina de ineubatione gallinarum
Mutin. i687- 8«
/. G, Berger de ovo et pullo. Wittb. 1688- 4-
Gust. Cas. Gahrliep Notabilia quaedam circa forma**-
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dieser Schrift erlauben, halte ich es für not-
wendig, die Bildungs- Geschichte des Foetus und
onem pulli gallinecei, in d. Eph. Ac. Nat. Cur. Dec. 2.
Anm. 10. p 13. Unbedeutend«
Ant. Maitre-Jean Observation* sur la Formation du
poulet. Paris 1*722. 12. avec fig. Schätzbar.
Maria Lancisius handelt von der Bildung des Her-
zens im Hühnchen, in s. Schrift de motu cordis et aneuryt
matib'us. Romae 1728 fol. In den Oper. Omn. Venet.
1139 fol. T. 2. p 176.
•
F. Th. Guideti hat Untersuchungen über verschiedene
Theile des bebrüteten Eys und des Foetus angestellt und
snitgetheilt in s. Schrift Dissertationes physiologicae et me-
dicae. Turin 1747. 8«
■
AI. Monra (der Vater) handelt von der Bildung des
Hühnchens im Eye, in den Essays of a soctety at Edin*
burgh. Vol. 2.
Alb. de Hatttr Deux Memoires sur la formatfbn du
coeur dam; le poulet. Lausanne 1758- I2- verbessert mit.
getheilt in s. Oper, minor. T. 2. p. 54. de formatione cor-
dis in ovo ineubaro. Enthält eine sehr grofse Menge Be-
obachtungen über alle Theile des Foetus.
— Deux Memoires sur la formation des os. Lausanne
'ISS' '2. Auch aufgenommen in den Oper, minor. T. 2.
p. 160, De Ossium formattone. Enthält die Bildungsge«
schichte der Knochen des Hühnchens im Eye.
Casp. Triedr. W&lff gibt trefflich die Bildung meh-
rerer Organe des Hühnchens an in s. Schrift Theoria ge«
»erationis Halae 1759. g. ed. nova Hai. 1774. 8»
■ de formatione intestinorum ptaeeipue, tum et
■
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153
seiner Hüllen iii chrönelogJscher Ordnung nach
Tagen aa*ugeben> - 4alipit der Leser mit Leich-
de amnio spurro,' aliisqtie partibus embryoms gallinacei,
nondum visis , observationes , in ovis ineubatis institutae.
In d. Nov. Commentar. Ac. sc Peferpolit. T. 12. p. 403.
T. 13. p. 418- cum %. Gani vorzüglich.
■ ► «
Casp. Fried. IVolJf über die Bildung des Darmkanalt
im bebrüteten Hühnchen , übersetzt von F. F. Meckel. Halle
t%iX 8? Abbild. Eine sehr gute Uebersctzung.
* • •«< .
Alex, Bunter The State of an Egg on the fourttt day
©f ineubation. Mit einer Abbild. Dieses ohne Druckort er-
schienene Schriftchen ist im CatalogusBibliothecae htstorico-
naturalis Joseph! Banks auetore F. Dryander. London 1^96
T. 2*. p. 404. aufgeführt,
Vtcq. dAzyr% Fragniens sur llAnaromie et la Physiolo-
gie de l'oeuf. Aus dem Vocabulaire Anatomtque wieder ab-
gedruckt in den Oeuvres de Vicq - cTAzyr recueill. par F. h,
Moreau de la Sarthe. Paris 1805. -8- 6, p. 388v
Spallanzani Des phenomenes de la circulahoft observrfe
dans le systecue entitr des vaisseaux du poossin pendant tonte
la couve'e de l'oeuf. in t, Experiences sur la Circulation ob-
servet dans l'uiuversalitc du. r/stcroe- vueulaire. Quvrage
trad. de l'italien par F. Tourdes. Paris An. 8« Seet. 4. p-262
F. S. F. LhtilU Dissertation, physiologique tur la nu~
ttilion des Foetus cQnsideres dans les Mammifercs et dans les.
Oiseaux. Paris An. *j. in 8« Im Auszügen Reils Archiv für
d. Phys. B. 4.. S. 413. Enthält viej unrichtiges undaoaas-
icndes.
Fr. Bhim&nbach von dem bebrtiteten Küchelchen und
den zu seiner Oekonotnie gehörigen Organen des Eyes, in s.
schätzbaren vergleichende* Anatomie. Göttingen 1805. 8«
Absch. a*J. &. 509.
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154
tigkeit die Succession in der Bildung des Foetus
und der sich gleichzeitig gestaltenden- Organe
überschauen könne.
% . Ich Tiefere eigentlich nur die Bildungsge-
Bchichte des Foetus in dem Eyern der Haushen-
ne, theils weil die Naturforscher bisher nur über
diese Beobachtungen angestellt haben, und theils
weil ein jeder diese Beobachtungen leicht wie-
derholen kann , indem man jä immer Gelegenheit
hat, sich Bruthennen zu verschaffen. Einigemal
habe ich die Bildung des Foetus in Enten-Byern
untersucht, habe aber durchaus keine Abwei-
chungen wahrgenommen, ausgenommen, dafs die
Bildung des Foetus erst binnen acht und zwanzig
Tagen voUejwteMst^ " ■ *
In der Angabe der Zeitpunkte in welche die
Naturforscher die Bildung verschiedener Organe
setzen, findet sich eine Menge Von Abweichun-
gen und Widersprüchen, welche gröfsten theils
von der Verschiedenheit des Triebs zum Brüten
in den Hennen, von dem Orte, wa das Nest
stand, von der Lage der Ey er im Neste, von der
Witterung während des Brütens, und von ande-
ren Einflüssen herrühren, wie Harvey a), Hal-
L. S» Corner ab Tredem Dissert. sist. Ovi avium hi-
stortae et incubationis prodromum« Jenae i8<>8- in n. c.
tah. aen. Sehr gut.
«) De Generat. p. 96. Fit tarnen, ut plura simul ova in-
fpicieme, quaedam praecocia, et provectiora, omniaque
ex plicata magis habentia: aÜa tardiora, membrisquc minus
disnncta appareant. Quanquam alias non parum ad hanc
rem faciunr, anai topus , locus, externa fomcnta, deli-
geas iscubatio, e: si quae sunt alia bujusmodi.
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I
ler a) , WolfF b) und andere Naturforscher rich-
tig bemerkt haben. Ich gebe die Zeitpunkte
ä) a. a. 6» p. 58* Aliae gallinac alits ceterius ad maturita-
tem ova sua perducunt, atque adeo ficri potest» ut plurt»
11111 horarum fetus immaruriora sint, quam qui tunt pau-
dor um.
1) Now Comment. Ac. Petrop. T. 12. p. 413. Tempos fa»
cubationes, quo ccrtae in ovis perfectiones obtinentur,
mire variat, adeo, ut non rar um fit, ova aperire, sex v.
gr. dies incobata» quae aliis quinque dies incubatis, vix
aequalia sint, iteramque alia sex dierura ova videre, quae
ova Septem» immo octo dierum alia superent, quamvis,
quod magis mirandum esse censeo, omnia, sive tardiora
fuerint tempore incubaroria, sive praccocia , die vegcsimo
primo absohito» nec facile priusr si paucas horas largiaris,
maturescant tarnen, öctumque exchidant. Situm ovorum sub
gallina incubante multum- huc conferre- puto, maxime cum
inde simul intelligatur, qua ratio ne retardata ova compen-
sari, et praccocia limitari possint ; nam durame incubatione
gallinam saepius dcprehendt totum nidum evertere non sine
strcpitu et aliquo clamore, adeo ut infcriora sursum, su,.
1 periora deorsum commoveantur; saepius hac occasicne ac-
ciditt ut ova nido extrudantur et- frangantur. Heinde vero
plurimum quoque contribuere animadverti, varium gallinae
in suo instinctu fervorem. Aliae enim sunt, quibus nulluni
cubandt Studium est» quae pingues sunt et rubro pectine
ornantur, haec ova deserunt, et si coguntur ea tarnen vix
calefaciunt; aliae autem prae cuptdine cubandi victum nc-
gligunt, et quasi febre ardcnte taborarent, toto corpore
urunt, unde brevi emaciantur, pectineque notantar, quod
vulgo etiam notum est, albo, contracto, exsucco.
Ib. p. 464. Saepius involucra interioribus partibus,
et haec rursum il Iis praeferri, saepius cor cum hepate
prae intestinis, et contra haec prae corde magis, quam so*
litum est, promoveri observatum est mihi.
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156
oder Termine der Bildung so an, wife sie tom
den bewährtesten Naturforschern bemerkt Wor-
den sind, und so wie ieh sie am häufigsten bei
jpeinen eigenen mehrmals wiedcrhohlten Unter-
suchungen beobachtet habe. Ferner mufs ich
Doch angeben, dafs man die früheren- Zustände
des Embryos und seiner Hüllen nur allein, mit
Hülfe guter Vergröfserungsgläser erkennen kaniv
%■ 74.
Er s per Tag^ ,
Bei einwirkender Brutwarme, oder einer
anderen künstlich hervorgebrachten Wärme, wird
der auf der Dotterhaut befindliche Flecken (die
Narbe, der sogenannte Hahnentritt, Cicatricjula)
etwas gröfser. Gegen die zwölfte Stunde der
Bebrütung nimmt er allmählig eine längliche, an
den Enden abgerundete und in der Mitte etwas
schmalere oder eingezogene Gestalt an, die fast
einem Pjstill ähnlich i$t a). Die Kreise (halQnes,
4) Steno a. a. O. p. 83.. hat den Flecken zuerst richtig in
dieser Form abgebildet. Mehrere Abbildungen hiervpn bei
jyialpighi de iarmat pulli f. 7. O, Append. fig. X 4.
Haller a, a Q. p. 318- Ejus nidi $u)> co tempore
figurata Semper camdem esse pewuadeor, nempe. ex ovata
reniformem, q^alis fit^ quando duo circuli duabus lineis
rectis conjunguntur: quae eadem. fere pjstilli figura est. —
Etsi vero ellipsin, aut margarirae fprmam non nunquam
expri mir, ci reut umque, cum q.uadam appendjee: etsi etiara
inacquales saepe circuli sunt, quibus constat, aut diFormis
videtur, aut superior fints ncscro quomodo angulosus ad-
paret, aut inferius lacer, aut alter circulus deest, ut phia-
Tae ftgura sir, tonge tarnen plrracque observationes, et eo
magis quo meliores sunt, nidi figuram factunt, qualem dixi.
\
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I
157
circuli), welche schon vor der Bebrütung den
Flecken umgeben, erweitern sich und nehmen
an Zahl zu. Ihre Zahl, Gestalt und Farbe va-
riirt ungemein a). Gewöhnlich erkennt man drei
bis vier etwas geschlängelte und wellenförmige
Kreisel); der erste oder äufsere ist weHs, der
zweite gelblich weifs, der dritte röthlich gelb und
der vierte ist wieder weifslich oder gelblich. Der
Dotter steigt am ersten Tag gegen das stumpfe
Ende des Eyes, wo sich der mit Luft angefüllte
Raum zwischen-den Platten der Eyschalenhaut be-
findet, und gegen diejenige Fläche des Eyes auf,
welche gegen den Bauch der brütenden Henne
gekehrt ist, und zwar so. <lafs sich der Flecken
am obersten Theile des Dotters befindet c\ Hier-
I
a) Wolff de Generatione f>. IOÖ. Tab. 2. F. t. Circuit du«
plicis generis sunt non nulli enirtl vel ante ineubationera
v ipsam jam, vel tarnen primis statin» temporibus apparere
solent, regulartores fere semper, sed sah* inconstantes.
Alii vero circa diem secundum vel tertium prpdeunt taepc
in macula perfectiori, majores, sed ita irreguläres et in-
constantes, ut nunc plures, nunc paueiorcs, ptus minusve
distinetos, perfeettores vel imperfeetbrts, nunc plane nul-
los, et nunquam fere in duobus subjectis similes depre-
hendas. Unicum perpetuum constans est, ut detur in ma-
cula centrum, cui innascitur embryo, 'et citca hoc posita
area lata, in qua, ut deineeps enarrabo, suo tempore di-
stribumur vasa sanguinea.
h) abgebildet bei Langly f. I. und bei Malpighi de form,
pulli fig. I. 3. 4. 5. 6. *J. 9. Append. 1—6.
c) Wie schon Harvey, Slade, Langly und Steho richtig be-
obachtet haben. Letzterer sagt a. a, 6. pag. g2. Macula
pro vario ovi situ situm mutabat Semper in summo hac-
reus, ac si ilia pars vitelli reliquis partibus intra corticem
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158
durch wird das Eyweifs gegen den spitzen Theil
des Eyes getrieben, und die Hagel nehmen da-
her eine schiefe Lage an a). Bisweilen jedoch
findet man den Dotter mit dem Flecken am spi-
tzen Theile des Eyes b), wenn nämlich dieser
gegen den Bauch der Henne gerichtet war»
Der Flecken in Bnteneyern nimmt ganz die-
selbe Gestalt an, wie der Flecken der Hühner-
eyer. Er wird am zweiten Tag von vier Krei-
sen umgeben; zunächst von einem hellgelben
Kreis , dann folgt eine gelbliche etwas rötbliche
Substanz, hierauf ein weifser geschlängelter Kreis,
und endüch ein weifslicher, wolkiger, allmäh«
lig nach aufsen blasser werdender Kreis»
§• 75-
Zweiter Tag.
Der Flecken ist jetzt etwas grosser gewor-
den und bildet nach aussen einen kleinen Vor*
4
ovi comentis levior esset. Eandem Situs mutationem se-
quentibus diebus ut, 2. 3. 5. 6. *]. 8- etiam observavimus.
1
«) Harvey a% a. 6. p. 61. Interea Chalazas sive grandines,
hinc atque illinc ab utroque ovi cacumine , versus latera
ejus declinasse videas: idque ob permutatum illum (quam
diximus) liquorum situm. Adeo, ut altera chalaza ex ob-
tuso angulo aliquantulum descendat altera vero ex acuto
cacumine tantundem sursum feratur: quemadmodum in
oblique sphaera, quantum alter polus supra horiiontem
. ascendit, tantumdcm alter deprimitur.
}) Steno a. a. O. p. In aliis duobus observavi pullum in parte
acuta ovi. Ut adeoquc certum sit non esse certum macuiae in
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*59
sprung a). Seine blasenartige Höhlung ist mit
einer crystallhellen und durchsichtigen Flüssig-
keit angefüllt, in der man gegen die dreifsigste
Stunde b) einen trüben, wolkichen, länglichen
Körper bemerkt, welcher die erste Spur des sich
bildenden Embryos ist. Bei genauer Untersu-
chung mit dem Mikroscop hat der Embryo die
Gestalt eines kleinen , ausgestreckten gallertarti-
gen Fadens mit einem kolbicbten Ende« Die
obrusi ©vi apice sirum, nee lemper versus partem ejus vj>
cuam ferri.
a) Harvey a. a. O. p. 63. Steno p. 82. Sequente die xna-
cula non modo hesrerna mulro amplior erat, sed etiam
supra rcliquam ovi superficiera eminebat, qua ratione in
oculo corneae pars, quae pellucida est, extra rcliquam oculi
partem protuberat. In centro punctum album inacquaic.
b) Mehrere wollen den Embryo schon früher beobachtet ha*
ben ; namentlich Malpighi sogar vor der Bebrütung im
Monat August bei sehr grofser Warme, de fosm. pulli in
d. Op. omn. pag. 54 f. 1. App. pag. -76 f. 1; und sechs
Stunden nach der Bebrütung eb. f. n. und App. fig. 2.
Lancisius, welcher in Rom seine Beobachtungen an-
stellte, in der *j. Stunde a. a. O. p. %i.
Haller Op. minor, p. 6*9. 70. gegen die 12. Stunde.
Vesling a. a. O. p. 30. nach der 25. Stunde.
"WolfFTheotr. generat. p. 93. T. 2. f. 3 nach der 28. Stunde.
Slade nach der 43. Stunde.
Steno zu Ende des zweiten Tages.
Harvey am fünften Tage>
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* i6o
Stelle, wo sich der Embryo bildet, ist von den
Naturforschern mit verschiedenen Namen d) be-
legt worden.
0) Fabricius ab Aquapcndente lagt der Embryo bilde sich im
Chorion.
' Harvey nennt die in der Cicatricula enthaltene durch-
sichtige Flüfcigkeit, worin steh der Embryo bildet. Colli,
quamentum a. a. O. p. 63 Intra eirculos liquor continc-
tur clatissimc refulgens, quovis crystallino humore purior,
— -> et intertunicam propriam tenuissimam conclusos apparet.
Idcoque liquorem hunc, oculum, sive colliquamentum can-
didum appello. — Atque hic aneeps animi diu haesitabam,
quid de candido hoc eolliquamento statoerem utrom nempe
calidum innatum diecrem; an humidum radicale, vel mate.
riam praeparatum futuro foctui; sive alimentum perfecte
coctum, quäle Ros eensitur inter homores recundarios ? Nam-
que certum erat (ut postea dicetur) in ipsius medio prima
foetus rudimenta jaci, huneque illo nutriri primura, auetum*
que postea in eodem ttquore hospitari. — Die Haut, welche
» das Colliquamentum enthält, nannte er späterhin Amnion.
Langly behielt den Namen Colliquamentum bei , auch
er hielt es für das Amnion.
Malpighi nennt die Stelle Colliquamenti sacculus. Er
hielt sie für das Amnion, de lormar. pulli p. 53. Colli*
quamenti sacculus, seu Amnion (fig. 14) copioso fuscoque
refectus ichore , pullum continebat. In Append. aber p. "79.
f. 22. E. hielt er sie für das Chorion, indem er sagt: Ca*
rina in coüiquamento innatabat, et circa ipsam sacculus pa-
rumdistans, futurus amnion , emergebat, reliqueis amplior,
chorion erat.
Mai tre -Jean nennt sie le lit du poulet.
Haller nennt den Ort, wo sich der Embryo bildet,
Nidus pulli.
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i6i
Wolff-nfennt den nun durchsichtig gewor-
denen Flecken , worin sich der Embryo bildet,
Wolff hat in den Comment. Petrop. T. 12. pag. 43a
zur Evidenz gezeigt, dafs diese Stelle weder Vom Amnioa
noch vom Chorion gebildet werde, indem sich das Amnion
erst gegen den dritten Tag bildet und das Chorion noch
später.
Biumenbach a. a. O. S. 514 sagt: nicht in oder auf dem
Hahnentritt selbst, .sondern dicht neben ihm zeigt sich zu
Ende des ersten Tages, an welchem das Brüten seinen An-
fang genommen, auf der Dotterhaut eine glänzende, ineist
länglich abgerundete, aber in der Mitte etwas schmalere,
kleine Stelle (nidus pulli s colliquemantom s. areola pellu«
cida) die dem künftigen Küchelchen gleichsam vorläufig die
Stätte bereiten soll.
Diese Annahme scheint zwar durch einige frühere,
wenig genaue und bestimmte Untersuchungen Malpighi'f
und Haller's bestätigt zu werden, jedoch ist sie den Be-
obachtungen eines Harvey, Vesling, Langly, Wolff, so
wie auch meinen eignen Beobachtungen zufolge , irrig. Die
Area pellucida ist eine und dieselbe Stelle mit der Cicatricu-
ia. Wolff sagt a. a. O. p. 21. sehr richtig: Figura hu jus
ipatii apparentis valde varia est et inconstans, Semper tarnen
oblonga, et plerumque ejusmodi qualem Hg. 1 et 2. exht*
bui. Nunquam primo ineuhatioois tempore ernbryo apparet,
quin haec simul circa cum immediate areola oblonga pellu«
cida quoque appareat et a rcliqua area vasculosa se distin.
guat. Haec eo tempore vasa nondum habet, sed sub specie
maculae albae apparet, unde macula quoque optimo jure
hoc tempore vcl cicatricula ab autoribus vocari solet; sed
color ejus albus facile tarnen discrimen «cddii inter arcum
vasculosum, seu maculam, et areolam pellucidam, interio.
rem illius partem , et embryonem immediate continentem ,
4 utpote quac ob pellucidatem obicura potius apparet, et quasi
inanc spatium.
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i6a
den durchsichtigen Hof £ Areola pullucida), eine
Benennung, welche ich bey behalten will* Die-
ser durchsichtige Hof hat jetzt folgende Beschaf-
fenheit, nämlich er ist von einem äufseren sehr
dünnen und durchsichtigen Blatte der Dotterhaut
und einem inneren, dickeren Blatte gebildet,
welches, gleichzeitig mit dem Embryo entsteht.
Zwischen beiden Blältern befindet sich eine helle
Flüfsigkeit, worin der Embryo nackt liegt. Wenn
man das äufsere Blatt behutsam einschneidet und
abzieht, so kann man den nun nackt daliegen«
den Embryo mit einer Nadel aus der schwachen
Vertiefung, welche das untere Blatt bildet, her-
ausheben. Der durchsichtige Hof ist demnach
die ursprüngliche Wohnstätte des Embryos, wie
Wolff zuerst bestimmt gezeigt hat. Bemerkens-
werth ist es noch, dafs die längliche Gestalt des
durchsichtigen Hofs in der frühesten Zeit mit
der länglichen Gestalt des Embryos überein
kommt, und sich auch nachher mit der Gestalt
des Embryos umändert, wie ich späterhin an-
geben werde» "
Der längliche und ausgestreckte, mit einem
kolbichten Ende versehene Embryo a), besteht
ä) Hatvey, welcher den Embryo erst am fünften Tag bemer-
ken konnte, beschreibt ihn a. a. O, p. 75 also: Est re-
vera corpus valde exiguum, formaque galbam vulgarem
referens , ex qua musca oritur ; colore etiam candido prae-
ditum est, perinde ac muscae vermiculus, quem in carne
putrescente fovendum atque nutriendum deponit. — Quod
enim primo apparet similare est, et indistinetum ; tanquam
concretum et congelatum quid ipsius colliquamenti foret;
(qualis gelatina apparet, quae ex cornu cervini coctura ef-
ficitur) nempe transparens nubecula, et vix conspicua, nisi
in dual quasi partes divisa distingucretur.
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i6$
in dieser Zeit aus einer durchsichtigen, beweg-
lichen und fast flüfsigen Gallerte, die aus leicht
Yesling besehreibt den Embryo zu der 25 Stunde a.
a. O. p. 10 also: Ovum 25 horarum, maculam exhibc-
pallidius flavam, alio deinde candidiore quasi orbiculo *uc
cinctam. In medio album corpusculum seminis lentis ef-
figie, in medio sinuosum, in quo in longum porrectus
quasi exiguus vermiculus ascaridi parvulo similii .
Slade sah den Embryo nach 4s Stunden. In cicatri-
cula haec poterant obscrvari. In centro sive medio cor-
pusculum erat album araneae aut potius porculo, cut cau>
dula contona, similc.
Malpighi beschreibt den Embryo nach der 6. Stunde
in App. p. 76. f. 2. Pulli carinae et capitis inchoamente
zonae specie eraergcbant, in colliquamento plumbei colorif
innatantia. Nach der 12. Stunde f. n. Observabatur cari-
na quae candidis delineata zonis rotundum capitulum de«
A signabat, et ultra medictatem oibiculares vertebrarum vesi.
culas, hinc inde adstantes, primo exhibebat. — Ebenfalls
nach der 12 Stunde de form, pulli p. 55. f. 5: Foetus
erumpebat insigni capite, et duplici vertebrarum ordine,
carinae inchoamenta excirante: hujusmodi nempe candidi
orbiculares sacculi seu vesiculae, invicem contiguae, deor-
sum excurrebant, spinalisque medullae stamina stipabant
et cerebri pariter primordia subobscure emergebant.
Haller Op. minor, p. 10 gibt den Embryo nach der
12. Stunde also an: Album corpusculum manifestum, al-
tero fine crassius, fetus primordium. Nach der 24 Stunde
p. *74: adparet fetus gracilis, capitatae aciculae similis.
Wolff Theor. generationis p. 135 f. 4. beschreibt den
Embryo zur 28* Stunde folgendermaaften: In primo, qui
apparet, embryone, capiti, quod distinguitur antrorsum
recurvatum , continuum observatur Spinae dorsalis rudimen-
IX *
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x64
zusammenhangenden Kugeichen gebildet -zu seyn,
scheint. Man kann an ihm keine Spur eines
Organs, weder Herz, noch Gefälie, noch Blut
wahrnehmen.
Gegen das Ende dieses Tages erscheinen
innerhalb der noch mehr erweiterten Kreise Jer
Dotterbaut , zwischen dem Üufseren und inneren
Blatt, die ersten Spuren von Blut a). Zuerst
erblickt man gelb rothliche Punkte, dann Strei-
fen oder Linien, die wie in Rinnen oder Fur-
chen zusammen fliefsen , welche von einer Reihe
kleiner Blutstropfen gebildet zu seyn scheinen*
Hierauf vereinigen sich diese Streifen und bü«
tum, 13 vero absque ullo vertebrfirutn vestigio, et absque
tilla ccllulosa substaatia circumfusa corpori embryonts.
a) Malpighi sali Spuren von Blut nach der ifc. Stunde, de
form, pulli p. 55. £5, reticulum genannt. Mit vollkomm-
ner Deutlichkeit erst nach der 30. Stunde an. Q. p. 56".
f. 9. und Append. p. *J8- £ *8-
Lanctsius will Gef alte in der 1 8* Stunde gesehen haben.
Haller a. a. O. p. *J8 t>eobaditete iut 36. Stunde Blut-
punkte.
Coiter sah am zweiten Tag Blutstreifen>
Langly sah die veria circularit nach der 17. Stünde.
Er bildet die Gcfaftc vom dritten und vierten Tag ab. £a 3.
Steno beobachtete GefaTse zu Ende des zweiten Tages,
p. 83- qnaedam lineolae sanguineae retiformes fornuMCf
circulum digiti amplitudinc.
Harvey sah erst am vierten Tag Gefafse.
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*65
ättt> eifr Nfct* > in welchem man dann die ersten
Spuren von Gefafeen bemerkt. Diese Gefä&e
sind anfangs gelbröthlich und endlich roth. Be-
merkenswerth ist -es T dafs die Gefäfce immer im
Umkreise anfangen sichtbar zu werden , folglich
in ihren Zweigen, und dafs die Zweige sich erst
zu Aesten verbinden, welche sich dem Embryo
nähern, und sich mit dem Herzkanal verbinden.
Die Stelle, wo sich die ersten Gefäße, Venen
nämlich, bilden, wird Aderfläche, Gefä&raum*
44erhof (Area vasculosaj genannt^
• • •
# * *
-
-
Briitir^ Tag:
Der Embryo liegt zu Anfang dieses Tages,
wie am , zweiten Tag -in dem durchsichtigen Hof,
der sich mitten, im gröfser gewordenen Gefäfs-
raum befindet b). Dieser besteht aus zwei Blät-
tern, zwischen welchen in der Mitte der Embryo
enthalten ist: Das äufsere, dünne, durchsich-
tige und gefäfslose Blatt-, welches gerade über
den zu dieser Zeit noch nicht von dem Amnion
umhüllten Embryo weggeht, (indem srch das Am-
nion noch gar nicht gebildet bat), und nach aus-
sen einen etwas conyexen Vorsprung bildet, ist
a) Coitet nennt sie sebr scharfsinnig, Secundina.
Malpight nennt sie -Are* umbilicalis»
Haller Figura venosa.
£) Gut. abgebildet von, Wolff* in d» Gommern. Petropol. T.
l% Tab. *]9 f. I. a.
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166
die Dotterhaut selbst a). Das innere Blatt des
Gefäfsraums, welches sich gleichzeitig mit dem
Embryo bildet, hat eine ansehnliche Dicke, es
ist weich, undurchsichtig und gefäfsreich» - Die
Gefäfse des Gefäfsraums schimmern seitwärts ne-
ben dem durchsichtigen Hof durch das äufisere
Blatt, oder die Dotterhaut durch, und sind zwi-
schen beiden Blättern des Gefäfsraums enthalten.
Sie sind jetzt, und bis zum vierten Tag, blofs
Venen b). Es sind drei Arten von Venen vor-
handen, die sich folgendermafsen vertheilen c)\
die Venen der ersten Art, welche vorzüglich
den Namen der Dottervenen (venae vitellariae)
verdienen, treten zu beiden Seiten aus dem Em-
bryo und verbreiten sich in die Seitentheile des
Gefäfsraums, mit auf- und ab -steigenden Zwei-
gen und Reisern, die Netze bilden. Sie sind mit
a) Wie auch Haller erkannt hat, Op. min. p. 125. Ovum
bor. 70. Nidui est pars pellucidae membranae vitcili,
multo quamfetus longior, et laxior.
Slade hat dies auch sehen angegcbrn. Inspectio quar,
ta. Incepimus jam dubttare, an non illnd, quod de colli*
quamento traditur, erroneum sit, nam huc usque, quäle
a raaximo Harveo describitur, observare non potutmus,
nec separatam ac distinetam ejus roembranum invenire. Scd
totum id, quod in colliquamento haerere dicitur, vel sub
vitelli membrana, vel saltem intra ejus duplicaturam est.
b) Hallcr scheint dies auch erkannt zu haben a. a. O. p. 106.
Ovum hör. 54. Vasa sive trunci ex fetu prodeuntes, ve-
nae sunt prineipes vetelti. — Vasa areae omnia sunt vitel-
li, neque hactenus, vera vasa umbilicalia subuate sunt.
e) Sehr gut von Wolff beschrieben und abgebildet a. a. O.
p. 417. Tab. 7. f. 1. 3. 3. *
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l67
<Jer PfoTtäcler des Embryos verbunden. Diezweite
Art von Venen wird durch zwei senkreckte Ge-
fäfse gebildet , von denen das eine aufsteigt und
sich in den obern Theil des Gefäfsraums ver-
breitet, das andere absteigt und sich in den un-
teren Theil desselben Raums verzweiget. End-
lich umgibt noch eine andere .Vene kreisförmig
den ganzen Gefäfsraum, man nennt sie dieEnd-
oder Kreis- Vene (Vena terminalis, Circulus ve-
nosus} a). Sie bildet, streng genommen, keinen
vollkommenen Kreis, sondern sie ist an ihrem
oberen und unteren Theil etwas eingebogen. Es
ist schwer zu bestimmen, wie Wolff richtig be-
merkt b), was an ihr Stamm, Wurzel oder Ast
ist. Wahrscheinlich sammelt sich das Blut, wel-
ches sich in den Theilen des Gefäfsraums, die
sich zwischen den Seitenvenen und der auf-und
absteigenden Vene befinden, gebildet hat, und
bis zu welchen die Zweige der eben genannten
Venen nicht reichen, in der Endvene an, von
wo aus dasselbe durch die Dottervenen in die
auf- und absteigende Vene zur Pfortader ge-
führt wird. Mit der Ausbildung des Gefäfs-
raums sind die Halonen verschwunden.
a) Langly nennt sie Vena circularis. ^
Haller nennt sie Vena peripheriam figurae terminans,
live Circulus venosus.
»
In einem vier Tage lang bebrüteten Enteney fand ich
einmal einige Blutgefässe außerhalb des von der Vena ter-
minalis bekränzten Gefäfsraums, die mit der Vena termina-
lis in Verbindung standen.
h) a. a. O. p. 119. Quisnam ejus truneus sit, quae radices
seu rami, difhxile est dtetu.
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x6$
■
Der Embryo liegt mif seiner vorderen oder
Bauch - Fläche auf dem zugleich mit ihm ent-
standenen unteren Blatt des Gefäfsraums, und
kehrt die hintere oder Rücken - Fläche dem äu-
fseren durchsichtigen Blatte des Gefäfsraums zu.
Anfangs ist das untere Blatt gerade unler dem
Embryo ausgespannt. Zu Ende des zweiten
Tags und vorzüglich zu Anfange dieses Tages
aber zieht sich das untere Blatt von allen Sei-
ten gegen den Embryo hin bis zu dem äufser-
sten Umfang des Embryos, und zieht sich selbst
an demselben herauf gegen den Kopf und Rü-
cken hin, wo es mit dem äufseren Blatte in Be-
rührung kommt Nur eine kleine Stelle an der
oberen oder Rücken - Fläche des Embryos wird
nicht von dem unteren Blatte umhüllt, sondern
diese Stelle wird von der inneren Fläche des
aufseren Blattes des Gefäfsraums bedeckt. Nach-
dem das innere Blatt bis zu dieser Stelle gelangt
ist, schlägt es sich sogleich unter einem spitzen
Winkel um, und wendet sich wieder nach un-
ten» Hierdurch bildet das untere Blatt also eine
Blase, welche den Embryo von unten und von
den Seiten umhüllt* Man kann auch sagen der
Embryo senkt sich tiefer in das untere Blatt
hinein, und dadurch zieht sich dieses von bei-
den Seiten an dem Embryo herauf, bis an seine
obere oder Rückenfläche hin, wo es sich aber
wieder zu beiden Seiten in einem spitzen Win-
kel umschlägt. Dieses merkwürdige Blatt, wel-
ches den Embryo von unten her in Form einer
Blase umgibt, hat WolfF a) zuerst genau be-
a) In den Comment, -Petrop. T. 12. p. 434. Tab. 7. f. 1. 2.
5. 6. 7. Er sagt p. 436: Quicunqoe observator amnium
ipsum in primo tuo ortu, aut diebus saltcm tertio et quarto
» r ' '
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i6<j
schrieben ; er nennt es das fälsche Amnion (am-
nium spurium seu bulla in areae pullucidae stt-
perficie inferiori apparens).
An dem falschen Amnion lassen sich ver-
schiedene Theile unterscheiden. Der ganze tobere
Theä der Amnions -Blase umhüllt den Kopf und
den oberen Tbeil des Embryos. Diesen Theil
nennt Wolff a) die Kopfscheide (Vagina capitis);
er entsteht unter allen Theilen der Blase zuerst
und ist den zweiten Tag überallein vorhanden,
indem die übrige Blase sich dann noch nicht er-
hoben hat. Der untere Thell der Blase umhüllt
das entgegengesetzte- Ende des Embryos, den
Schwanznätnlieh. Wolff nennt ihn die Schwanz-
scheide (Involucrum caudae). Die beiden Sei-
ten theile des falschen Amnions schliefsen die auf-
geworfenen Ränder oder Wulste des Unterleibes
des Embryos ein. Zwischen den beiden Seiten-
theilen erblickt man nach vorn die vordere
Fläche der Wirbelsäule des Embryos nackt und
ohne Bedeckung, irgend einer Ark
non viderit , pro amnio eerte hano buliam aeeiperet, adeo*
videtur i«flata et humore distenta bulla totum embryonem.
qui transpariet, iranoediate includcxe. Amnium enim.ipsuat
ob sui pelluciditatem hac ratione non distinguitur. Qua
proprer amnium spurium fllam vocavry quamvis cum am-
nio proprie null am timitttudinem habet..
ify a* a. O* T. 12. p* 439* fig» a. 6. T»
l) cbend. p. 440 f. 2. 7.
Die von Malpighi in f. Appendix de ovo ineubato ße*
ich ri ebene und abgebildete Blase am Embryo, fig. A. D. fig.
6. Cr fig. 16. F. scheint das falsche Amnion zu seyiu
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Zu Anfange dieses Tages erkennt man auch
•das sich nun gebildet habende Herzchen a) in
a) Artstotefes hat das Herzchen am vierten Tag zuerst be-
obachtet und punctum sanguineum (oriyny aifiaxivi))
genannt. Hist. Animal. Lib. 6. Cap. 3. Corque ipsum ap-
paret in albumine sanguinei punctt: quod punctum salit et
movet sese instar quasi animatum. Seine Nachfolger haben
das Herzchen daher punctum satiens genannt.
Coitcr sah das Herz am dritten Tag. pag. 33. Punctui
live globulus sanguineus manifeste pulsabat.
Vesling beobachtete das Herz in der 36. Stunde p. 24.
Cofculum sutmnae exilitatis, micare subinde et surrigi vix
tarnen evidenter judieahatnr..
Harvey sah das Herz* am 4. Tag, p. 66. Quarto itaque
die si inspexeris, oecurret jam major metamorphosis, et per.
mutatio admirabilior; quae singulis fere illius diei horis ma-
nifestior fit; quo tempore in ovo» de vita plantae, ad ani-
malis vitam fit transitui. Jam enim colliquamenti» limbus
linea exili sanguinea purpurasceits rutilat; ejusque centro fe-
re, punctum sanguineum saliens emicat; exiguum adeo, ut
in sua diastole, ceu minima ignis scintillula, effulgeat; et
mox, in Systole, visum prorsus efTugtat, et dispareat. Tan«
tillum nempe est vitae antmalis exordium, quod tarn incon-
spieuis ihitiis molitur plastica vis Natura.
•
Harvey de Cord, et sanguin. motu p.59. In ovo gal-
linaceo post quatuor, vel quinque dies ab ineubatione^
primum rudimentum pulli instar nubeculae videndum exhi-
bui , in cujus nubeculae medio punctum sanguineum palpi-
tans tarn exiguum erat , ut in contractione dispareret et vi-
sum aufugeret, in laxatione instar summitatis acus aparere*
rubicundum: ita et, inter ipsum videri et non videri quasi
interesse et non esse, palpitationem et vitae prineipiura
ageret.
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Form eines zusamroengeschlangelten Kanals mit
drei Erweiterungen. Die aus dem Gefäfsraum
entspringendem Venen, treten in der Nabeige-
Stade erblickte das Herz nach dem dritten Tag.
Langly sagt : duobus diebus cum tribus horis apparet
media aestate punctum saliens nondum rubrum sed flavum,
ad rubcdinem tendcns. fig. 3. 4. abgebildet.
Schräder und Steno sahen es am dritten Tag.
Malpighi beobachtete das Herz nach dem ersten Tag.
App. p. 78- 6g- 1*7 — 23. fig. 25. 26". 29. und nach der
3$. Stunde De format. pulli p. 56. f. 1 u
Maitre- Jean erblickte es zur 46* Stunde*
Lancisius sah das Herz zur 28» Stunde, p. 1*77. Elap-
sis 28 horis cor ipsum ad Spinae latus deprehendi, specie
quidem, ac figura varicosi, ac semicircularis tubuli, quod
nullum adhuc sensibilem motum edit.
Hallersah die erste. Spur des Herzens zur 38. Stunde;
bestimmter zur 42. und 45. Stunde p. 91» Cor saliens, re-
motae ejus partes auricula , ventriculus et aorrae butbus.
Prima pulsabat auricula % sequebatur ventriculus, ultima
micabat arteria.
Wolff beobachtete das Herz zur 36*. Stunde. Theoria
Generationis p. 94. Figura 5. exhibet embryonem ex ovo
36 horas ineubato. In eo man i fest o conspicitur cor, instar
tertiae partis annuli, ex substantia factum levion, peliucida,
sed nullis continuum vasis, neque arteriosis, per embryo-
nem distributis, neque venosis ullis, aut ex superioribus ad
cor demissis, aut lateratiter embryonem adeuntibus, neque
pereipitur ullo modo aut pulfatorius, aut tremulus motus,
neque sanguinis rubra vestigia.
Spallanzant p. 202 sah das Herz zur 40. Stunde«
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17*
gend zu Sem Einüryo und bilden eine« Stamm.
Hier lauft der Stamm in der -Spalte zwischen1 den
Seitentheilen des falschen Amnions aufwärts, und
bildet an der vorderen Fläche des Embryos, da
wo sich späterhin die Brusthohle bildet/ einen
halbzirkelförmigen- Kanal, (Gkculus s* annulus
JVIalpighii) der sich bald nach seinem Erschei-
nen in drei blasenartige Erweiterungen ab-
schnürt a). Die erste Erweiterung ist länglich ,
liegt am meisten nach oben und erstreckt sich
von der rechten nach der linken Seite. Diefs
v ist der jetzt noch einzige, rechte oder. eigentlich
gemeinschaftliche Venensack. Aus dem enger
werdenden Venensack entspringt ein etwas ab-
steigender Kanal, welcher in eine zweite rund-
liche Erweiterung, dialinke Herzkammer, über-
geht. Der Kanal, welcher den Venensack mit
der Herzkammer verbindet, ist der von Haller
genau beschriebene, sogenannte Ohrkanal" (Ca-
jialis aurifcularis). Aus der Herzkammer ent-
springt die rechts aufsteigende Aorta b), welche
* i
a) Eine schöne Abbildung des Herzens in diesem Zustande
findet man in Blumenbachs Abbildungen naturhistorischcr
Gegenstände. Heft f. Taf. 64.
*) Malpjghi hat irrig die linke Herzkammer dieser Lage we-
gen für den «echten Ventrikel gehalten, und hat angegeben,
dals die Aorte aus der rechten* Herzkammer einspringe. Ab-
gebildet de form, pulli p. 57-fig. 13^
Malpighr hielt kurz darauf den bulbus • aortac für den
linket* Ventrikel und hat ihn. also abgebildet fig. 15. 16.
J>« 58- Valde solicitus eram circa primae vam Cordis appa-
rentem formam , et, quam artingere potui a contenro san.
guine detineatam, hic habebitis. Ex quibus pater, sangu-
. nem perpetuo a venis , a limbo deduetis , deferri in auri-
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*
eine besondere, fast ejformigeSnfeiterung, den
Aorten wulst (bulbus aortatr) bildet , ^der sieb in #
die nach hinten gekrümmte A orte fortsetzt. Auf
diese Art stellt das Herz also einen gebognen,
halbzirkelförmigen oder parabolischen Kanal dar*
Der Herzkanal ist anfangs weifslich und voll-
kommen durchsichtig, auch nimmt man keine
Bewegungen an ihm wahr. So wie nach und.
nach das in den Venen des Gefafsraums erzeugte
Blut, in den Kanal geleitet wird, beginnen all-
mählig 4) seine Contractionen und Expansionen*
Zuerst contrahirt sich der Venensack und be-
wegt das Blut durch den Ohrkanal in 4ea ün-
culam , a qua, i>rcvl inferdum Intermedia canali , in dex- '
trum cordis ventriculum exprimitur, et in sinistrum, et
tandem in arterias, a quibus in Caput, et umbilicalia vasa.
Und in Appendix de 0V0 ineubato auf dieselbe Act ange-
geben p. so. f. 3a. und p. gl. £ 36.
Lancuiuj beschreibt das Herz auf dieselbe Art.
Haller hat diesen Irrthum zuent berichtigt.
«) TVolff Theor. generar. ed. 4. p. 96. Ovum 29 hör. —
Cor rubel lum, igiturque in ipso Ovo visum, immobile
esse videbatur. Scd moveri, adhrbito mict oscopio , mira-
bundus dar. Auetor animadvertebar. 1s verb motui a sueto
omnino recedebat. Ranis enim erat ac tardus, et haud
facile observandus, debiiis etiam adeo, ut gutta ista san"
guinis, in cavo cordis contenta , nec decresceret, nee mo-
vere tu r, sed eiborum instar, motui peristaltico subjectorum,
lern tantum lentaque pressione afBccretür.
Auch Haller a. a. O. p. 81. Ov. hör. 42. sagt: Di-
stinxi cor, et in co sanguinis rubiginosi motum sagittae
simtlem, sursum projecti, dcorsum reUbcntis.
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X74
ken Ventrikel. Hierauf contrahirt sich dieser
« und treibt das Blut in den Aortenwulst. Und
endlich erfolgt die Contraction des Aortenwul-
stes, wodurch das Blut in die Aorta fortbewegt
wird. Die Expensionen erfolgen in derselben
Ordnung. Während dem Zustande der Zusam-
menziehung in früherer Zeit wird das Blut aus
dem Herzkanal ganz ausgetrieben, so dafs sich
der noch weifse und durchsichtige Herzkanal
unserem Blicke entzieht. Erst während des Zu-
standes der Ausdehnung, wobei der Herzkanal
mit dem aus den Dottervenen zuströmenden
Blute angefüllt wird, wird er wieder sichtbar.
Die Bewegungen des Herzens nehmen nach und
nach an Schnelligkeit zu, und das Herz erhält
allmählig eine blafsrothe Farbe.,
Bemerkenswerth ist es, wie auch Haller a)
bereits erinnert hat, dafs an dem aus dem Eye
genommenen Hühnchen der früheren Zeit in dfer
Regel zuerst die Contractionen des Venensacks
aufhören, und dann nach einiger Zeit die der
Herzkammer und des Aortenwulstes. Selten dau-
ern die Contractionen des Venensacks und des
Aortenwulstes langer als die der Herzkammer«
Wenn die Contractionen des Herzens nachlassen
oder aufhören, so kann man sie längere Zeit
hindurch durch mechanische Reize, und durch Wär-
me und Weingeist u. s. w., wieder erneuern,
jedoch hören sie bald auf, wenn man die Rei-
zungen zu stark und zu oft wiederholt«
d) Op. min. T. 2. p. 388- Prima fcre Semper quiescit auri-
cula, diuturnior ventriculi motus est, et nonnunquam bulbi
aortae. Rarum est supcrvixisse auriculam, rarum ultimum
bulbum aortae pulfasse. Non facile ostensu est, cur hie a
quadrapedibus aves adeo evidenter diftcrant.
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■
' Zu dieser Zeit ragt das Herz als dreyfa-
chw Punctum saliens noch aus der vorderea
Fläche des Embryos hervor, und ist nur von
der Kopfscheide des falschen Amnions bedeckt a),
indem sich die Brusthöhle noch nicht gebildet
hat, und der Embryo also an seiner vorderen
Fläche offen ist.
-
■ •
Wenn man die Blase des falschen Amnions
öffnet und zurückschlägt, oder wenn man den
Embryo aus der Blase herauszieht, so erscheint
derselbe in folgendem Zustande b): der schon
bedeutend grofse Kopf ist etwas nach vorn ge-
krümmt und man unterscheidet an ihm den Vor-
der-und den Hinter- Kopf. Der Vorderkopf be-
steht anfangs aus zwei mit einer hellen Flüfsig-
keit angefüllten, durchsichtigen Bläschen. Am
Hinterkopf erblickt man nur ein solches Bläs-
chen. Zu Ende dieses Tages oder zu Anfang
des folgenden Tages erscheinen vier Bläschen,
nämlich zwischen den beiden vorderen Bläschen
a) wie Wolff in den Gommern. Petropol. T. 13. p. 496 zu-
erst gezeigt hat. Sic igitur cor nullo thorace, nullo am-
nio vero, sed solo spurio, et quidem ca ejus parte, quam
vaginam capitis dm, immediatc tegitur. lta ergo omnino
mirum est, cor non modo intra cmbryoncm non existcre,
■cd neque ejus proximo involucro, amnio vero comineri,
sed solo exteriori demum involucro, amnio spurio nempe*
includi. Quod quidem eo magis notandum mihi fuit, cum
perill. Hallerus (in Physiol. T. 8. p. 364), prineeps harum
inquisitionum auetor, cor omni tempore a thorace tectum
esse, adfirmaverir.
*) abgebildet von "Wolff in den Comment. Petropol. p. 490.
T. 13. fig. 5.
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und den hinteren Bläschen erscheint noch eine
einfache Blase, die sich aber bald der Länge
nach in zwei Bläschen tbeilfc Diese Bläschen
nennt »an die Hirnbläseben (Vesiculae cerebra-
les > a) Die beiden vorderen stellen die beiden
Hemisphären tles grofsea Hirn« vor; die beiden
mittleren Bläschen die Sehhügel, und das hin-
tere Bläschen das kleine Hirn. Aus der in den
Bläschen enthaltene» Fliifsigkek gestaltet *kh
a) Coiter beschreibt sie vom sechsten Tag.
Harvey sah sie am fünften Tag p. 82. In vesiculis
«erebri et cerebelli, praeter aquam limpidissinam, nihil
reperias*
Slade nach 6 Tagen.
Langly am vierten Tag.
Steno am fünften Tag.
Malpighi de form, pulfi p. 55. will sie nach 24 Stun»
den gesehen haben, fig. 8*
Von Embryonen des zweiten und dritten Tag» abge-
bildet fig, 16. 17. 18- 19.
Haller sah sie am dritten Tag. Er gibt die Zahl der
Bläschen sehr verschieden an. z. fi. p. 133. hör. 72. Cra-
nii bullae cerebrales duae, rostrales duae, rostralisque alia
media. Occipitalis denique sive cereoelli. p. 140 hör. 82.
Vesicula cerebri vertebralis unica; ante eara media sine
pari vesicula; et duae rostrales. p. 146". hör. 91. In ca-
pite vesicula cerebralis unica, septo divisa, sirteipiratis ter-
tia parva, rostrales duae, pellucidae omnes. p. 1-75. bor.
140. Vesiculae cerebrales duae, grandes conjunetae. Pone
eas exigua occipitalis, tum rostrales duae.
Ich fand niemals mehr als fünf Bläschen.
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177
die Hirnmasse. Gleich unter den vorderen Bläs-
chen erblickt man die grofsen, hervorstehenden»
farbenlosen und nackten Augen, welche aus durch-
sichtigen Häuten bestehen, in. denen eine cry-
stallhelle Flüfsigkeit enthalten ist. Von dem
Hinterhaupte aus zieht sich das langgestreckte
und etwas nach vorn gekrümmte Rückgrat a)9
die sogenannte Carina o) abwärts» welche sich
mit einer rundlichen Anschwellung, dem Steifs-
wulst endigt. Sie besteht aus mehreren paar-
weise neben einander liegenden Bläschen» wel-
ches die Rudimente der Wirbel c) sind. Zwi-
a) Coiter und Harvcy sahen es am fiinften Tag.
i
Vesling zu Ende des dritten Tags.
Slade nach dem vierten Tag.
Langly am vierten Tag.
Steno am fünften Tag.
Malpighi App. p. 78 dreyfsigsten Stunde.
Haller am Ende des tweiten Tages.
I) Harvey a. a. O. p. 76. Corpus, quantum nobis videre
licuit, est exiguum quid venulae adjacens, tanquam carina
naviculae circumflexae, et quasi galba, vel termes, absque
ullo costarum, pedum, alarumque vestigio; cui corpuscu-
lum conglobatum, multoque conspectius appenditur, scili*
cet capitis rudimentum.
#) abgebildet von Malpighi de form pulli fig. g — 14. App.
fig. 18 — 26. Wolff Thcor. Gcncrat. Tab. 3. fig. 5.
Comment. Petrop. T. 12. f. 5.
Haller a. a. O. p. 116 Ov. hör. 64. Spinam dorsi
vidi t cum globulis vcrtcbrarum hinc indc adsidcntibu*.
13
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178
-
sehen diesen Bläschen liegt das durch seine Be-
ideckungen hervorschimmernde Rückenmark a)9
welches einen langgestreckten Kanal mit zwei
parallellaufenden%weifsen Rändern oder Wülsten
bildet In deih Kanal oder in -der Rinne ist eine
durchsichtige Flüfsigkeit enthalten. An zwei Stel-
len ist der Kanal etwas erweitert, und seine
Ränder sind etwas nach aufsen gedrängt; näm-
lich da wo sich am Rückenmark der erwachse-
nen Vögel Anschwellungen befinden, aus denen
die Nerven für die oberen und unteren Extre-
mitäten entspringen. Die Brust, die Rippen, die
Flügel und die Füfse sind jetzt noch nicht vor-
handen.
Das Rudiment des Unterleibs wird zu bei-
den Seiten der Wirbelsäule von einer länglichen,
schmalen , gelind coneaven Platte gebildet, wel-
che Wolff b) die Unterleibsplatte (Tamina abdo-
minalis; nenht. Beide Platten stellen die Len-
dengegend des Unterleibs dar. Von der ganzen
Oberbauchgegend , der Nabelgegend und der Un-
* terbauchgegend ist noch keine Spur vorhanden.
Die so eben angegebenen Unterleibsplatten wer-
den nach oben schmaler und gehen in die Rän-
der desjenigen Theils der Wirbelsäule selbst unmit-
telbar über, welcher den Brusttheil darstellt. Aus
ä) Malpight Append. p. 78. sah das Ruckenmark zur drey-
sigsten Stunde. Abgebild. fig. 18 — 23.
Th. G. J. Nicolai dissertat. de medulla spinali avium,
ejusdemque generatione in ovo ineubato. Halaci8li. Er
will es nach 24 Stunden oeschen haben. Vom dritten Tag
abgebildet fig. 6. Uebersctzt in Reils Archiv B. II. S. 156.
A) abgebildet in den Gommern. Petropol. Tom. 13. f. 5.
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179
diesen Rändern entspringt , wie Wolff a) zuerst
gezeigt hat, die Membran, welche man das
wahre Amnion nennt. Dieses nun schlägt sich
gleich nach seiner Entstehung nach hinten um
den Brusttheil der Wirbelsäule und bildet eine
Scheide oder Hülle, die in ihrer Gestalt mit der
Wirbelsäule übereinkommt. Der obere Theil deg
wahren Amnion, der den Kopf umhüllt, ent-
springt von den Fortsätzen der Wirbel, schlägt
sich darauf sogleich über den Vorderkopf und
geht dann über den Hinterkopf weg in den
Rückentheil des Amnions über. Hieraus nun er-
hellet, dafs jetzt noch keine Seiten theile der
Brust, die im vollkommenen Zustande durch die
Rippen gebildet werden, und eben so wenig der
vordere Theil derselben, den das Brustbein dar-
stellt, vorhanden sind, und folglich dafs noch
keine Brusthöhle gebildet ist. Auch ergibt sich
hieraus, dafs das Herz, welches an der vorde-
ren Flache des Brusttheils der Wirbelsäule liegt,
noch nicht von der Brust bedeckt sejn kann»
Das Herz ist auch nicht von dem wahren Am-
nion bedeckt, sondern es liegt frei nach vorn
zwischen den beiden Seitenplatten des wahren
Amnion, die von den Rändern des Brusttheils
der Wirbelsäule entspringen und sich nach hin-
ten umschlagen. Zu dieser Zeit ist das Herz nur
von dem Theil des falschen Amnion bedeckt,
welchen man Kopfscheide nennt.
Wir wollen jetzt die Beschaffenheit des fal-
schen Amnion zu Ende dieses dritten Tages be- .
trachten, welche Wolff b) so trefflich angegeben
a) Commenr. Pctropol. T. 13. p. 493.
*) Comment. Petropol. T. 13. p. 449. Tab. 12. fig.
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I
hat An der von dem falschen Amnion gebfl*
dcten Blase , befindet sich unmittelbar unter der
Kopfscheide, in der Herzgegend, eine Grube,
welche Wolff a) die Magengrube (Fovea cardia-
ca) genannt hat, weil sie aer erste Anfang des
Magens ist. Sie stellt zu Ende des zweiten Ta-
ges, so wie zu Anfang dieses Tages eine Oeff-
nung oder Spalte dar, durch welche die aufstet-
gende Vene eindringt, um sich zur Hohlvene
und zum Venen sack zu begeben. Zu dieser Zeit
ist die Gestalt der Magengrube fast oval, nach
oben rundlich und mehr breit, nach unten all*
mählig verengt Ihr wulstiger Rand ragt etwas
hervor und ist weifser als die übrige Blase.
Was die Bildung der Magengrube anbetrifft, so
kann man sagen, dafs sie aus der Kopfscheide
entsteht, welche sich an dieser Stelle wie gegen
einen Mittelpunkt zusammenzieht und den Em-
bryo einhüllt. Die Magengrube ist der erste An-
fang des Magens, und der Theil des falschen
Amnions , welcher zur Bildung der Grube bei-
trägt, gehört zum Magen und ist er selbst sei-
ner Form und Substanz nach. Die Grube stellt
jedoch noch nicht den ganzen Magen dar, son-
dern nur den hintern und oberen Theil dessel-
ben, der übrige gröfsere, vordere Theil fehlt
jetzt noch.
In der Mitte der Oberflache der Amniong-
Blase erblickt man eine vertiefte Linie oder
Rinne, die aus dem unteren, allmählig enger
werdenden Ende der Magengrube entspringt,
nach unten verläuft und sich dicht über der
Schwanzjiülle endigt Dieser Linie oder Rinne
•) a. a. O. Tom. 12. p. 449. f. 7» k.
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X8i
kafc Wolff a) den Namen derNafch des falschen
Amnions (Sutura amnii spurii) gegeben. Die
Kinne verlauft zwischen den beiden Seiten thei-
lfcn der, Blase, und ist durch das Zusammentre-
ten der Rander der beiden Seitentheile entstanden.
Zu Ende des zweiten Tages aber sind die Rän-
der, noch von einander getrennt, sie berühren
»ich noch nicht, sie stehen weit von einander,
so dafs die ganze vordere Fläche der Wirbejtaäule
nackt und ohne Bedeckung irgend einer Art durch
die Oeffnung her Vorschein t b). Am. dritten Tag
aber ziehen sich die Ränder der Seitentheile der
Blase allmahlig zusammen, und bilden an der
Wirbelsäule das Gekrös, sie verwachsen endlich
nach vorn und so entsteht. die Rinne, welche
Wolff Nath nennt. Sie hat einen, weifsen wul-
stigen Rand, der sich von dem Rande der Ma-
gengrube fortsetzt So wie die Magengrube von
der Kopf scheide entsteht, so wird die Nath von
den länglichen Seitentheilen der Amnions- Blase,
welche von, den Seiten zusammentreten, gebil-
det. Die Nath nun stellt das Rudiment des Darm-
Jkanals dar* Anfangs bildet sie einen vom Ma-
gen gerade absteigenden, vorn offenen Kanal,
welchen Wolff c) den Urdarm (Intestinum primi-
tivurn) nennt» Die Rinne oder Nath stellt eben
so den Anfang des Darms dar, wie die Magen-
grube den Anfang des Magens. Der Theil des
falschen Amnions, welcher die Nath bildet, ist
die innere oder Zottenhaut des Darms. Der
«) a. a. O. Tom. 12. j>. 456. F. 7. t
h) a» a. 0. — fig. 6. m. n.
#) a. a. O. T. 12. p. 459.
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m
Darm also ist vorn offen; seine Seitentheile
müfsen, damit ein vollständiger Kanal entstehe»
sich erbeben, gegen einarider neigen und zu ei-
nem Rohr verwachsen, welches auch wirklich
erfolgt, wie späterhin angegeben wird.
-
Am unteren Theile der Blase findet sich,
dicht über oder vor der Schwanzscbeide eine
Grube, von Wolffß) untere Grube (Foveola in-
ferior) genannt. Sie hat ganz dieselbe Beschaffen-
heit wie die Magengrube und die Nath» sie ist
eine einfache Grube, deren Wände sich im Grun-
de berühren und zusammenhängen. Zu Ende des
zweiten Tages und zu Anfang des dritten Tags
aber stellt die Grube eine tiefe Höhle dar, indem
sich die Ränder der Schwanzscheide noch nicht
berühren , und folglich das angeschwollene
Schwanzende der Wirbelsäule durch die Oeff-
nung erscheint b). Die Grube nimmt ohngefähr
die Schamgegend und die Aushöhlung des Heili-
genbeins ein, und hat die Gestalt eines gleich-
schenklichen Triangels, dessen Grundflächenach
hinten oder unten gerichtet ist, und durch eine
nach aufsen gewölbte Linie dargestellt wird. Die
Schenkel hingegen laufen nach oben oder vorn
in den Rand der Rinne oder Nath aus, so wie
sich die Höhle der Grube in die Rinne selbst fort-
setzt. Die Grube , welche an ihrem Umfang von
zwei weifsen Wülsten oder Rändern umgeben ist,
wird von denjenigen Theilen des falschen Am-
nions gebildet, welche man die Schwanzscheide
nennt. Diese Grube nun ist der wahre Anfang
des Mastdarms oder der Kloake, und sie stellt
a) a. a. O. T. 12. p. 461 fig. 7. m.
h) a. a. O. fig. 5. v.
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183
diesen Theil des Darmkanals ebenso dar, wie die
Magengrube den Magen, und die Nath oder Rin-
ne den Ur- oder Mittel-Darm. .
Endlich mufs ich noch angeben, dafs das
falsche Amnion Gefäfse besitzt, welche Wolffa)
zuerst beschrieben und abgebildet hat* Die Ge-
fäfse, welche zur Kopfscheide gehen, und wel-
che die zahlreichsten sind, verbinden sich mit
der aufsteigenden Vene an der Stelle, wo diese
in den Embryo tritt, nämlich an der Magen-
grube. Es sind dicht gedrängte Venenzweige,
die in der Kopfscheide verbreitet sind. Andere
in geringerer Menge vorhandene Venenzweige
begeben sich in die Seitentheile der Blase und in
die Schwanzscheide; sie verbinden sich mit der
absteigenden Vene. Alle diese ungemein feinen
Venen des falschen Amnions verbreiten sich
strahlenförmig, und sind in ihrei* Verlaufe ge-
schlängelt.
§. 76.
Vierter Tag»
Der an dem stumpfen Ende des Eyes zwi-
schen den Platten der Eyschalenhaut befindliche,
mit Luft gefüllte Raum hat an Gröfse zugenom-
men , indenv ein Theil des äufseren ftüfsigern By-
weifses ausgedünstet, und statt dessen Luft in
das Ey eingedrungen ist. Das Eywtifs hat an
Volumen abgenommen. Der Dotter ist gröfser
geworden, er ist auch nicht mehr so gelb, wie
zuvor, sondern er hat eine milchige, blafsgelbe
<i) a. a. O. T. ix p. 444. f. 6. *J.
1
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IS4
Farbe, und eine dünnere Consistenz erhalten.
Diese Erscheinung rührt ohne Zweifel daher, dafa
ein Tbeil des Byweifses durch die hohlen Hagel-
stränge eingesaugt und der Dottersubstanz bei-
gemischt worden ist. Auch der Gefäfsraum hat
an Ausdehnung bedeutend zugenommen, und es
haben sich noch mehrere mit Blut gefüllte Ve-
nenzweige gebildet, neben welchen Arterien-
zweige a) laufen , die aus der bereits gebildeten
Gekrösschlagader entspringen. Diese in den Ge-
fäfsraum sich verbreitende Arterien werden Arte-
rien des Gefäfsraums (Vasa omphalo mesenterica)
genannt. Der jetzt schon gegen vier Linien lange
Embryo hat sich gekrümmt, so dafs der Kopf
fast den Schwanz berührt. Er liegt nicht mehr
auf dr m Bauche, sondern er hat sich auf seine
limke Seite gewendet. Durch diese veränderte
Lage des Embryos ist auch die Gestalt des gröf-
ser gewordenen durchsichtigen Nabelhofs verän-
dert, nämlich dieser hat jetzt nicht mehr die Ge-
stalt eines Pistills, sondern eine länglich runde
Gestalt aus zwei gekrümmten Linien gebildet;
die gegen den Rücken des Embryos gekehrte Li-
nie ist convex, und die gegen den Bauch gerich-
tete Linie ist etwas coneav. Endlich hat der Na-
belhof an Durchsichtigkeit verloren, so dafe er
kaum vom Gefäfsraum zu unterscheiden ist*
Wenn man das äufsere Blatt des Gefäfsraums ein-
schneidet und abzieht, so kommt die Blase des
falschen Amnions zum Vorschein, welche den
a) Langley sah sie zur 12. Stunde, f. 3. 4. 5.
Malpighi de form, pulli pag. 69. fig. 16. sah sie zur
62. Stunde.
Haller zur 64. 65. oder 12. Stunde.
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185
nun im wahren Amnion enthaltenen Embryo
eng umhüllt. Wegen der gröfseren Zusammen«
Ziehung des Embryos ist die Anfangs geradli-
nige Nath des falschen Amnions bedeutend ver-
kürzt und gekrümmt Die wulstigen, gröfser ge-
wordenen Ränder der Magengrube haben sich,
nach vorne verbunden, und sind zum Magen ver-
wachsen. Die ebenfalls gröfser gewordenen und
vorspringenden Ränder der Rinne oder Nath aber,
welche den Mittel - oder Ur-Darm darstellen,
haben sich noch nicht zum Darmkanal geschlos-
sen, daher ist der Darm jetzt noch offen* Die
wulstigen Ränder der von der Schwanzscheide
gebildeten untern Grube sind nach vorn ver-
wachsen und stellen die Kloake nebst den Mast-
darm dar.
Wenn man nun den Seitentheil des falschen
Amnions der Länge nach einschneidet und ge-
gen den vordem Theil des Embryos zurück-
schlägt, wodurch, also die Blase des falschen
Amnions zerstört wird, so erscheint das darun-
ter liegende wahre Amnion, in Form einer fei-
nen, ausgedehnten und mit einer durchsichtigen
Flüssigkeit angefüllten Blase d). Es entspringt
von dem Wulste oder Rande des Unterleibs, der
in der Schamgegend anfängt, in der Lendenge-
gend und Brustgegend fortläuft, und dann sich
dicht über der Herzgrubengegend nach vorn
krümmt und sich mit dem der entgegengesetzten
Seite verbindet. Dieser Wulst bildet den auf-
geworfnen Rand der ganzen Höhle, welche Un-
terleib» Becken und Brusthöhle in sich fast» Die
Oeffnung dieser Höhle, welche nach vorn das
ä) Wolff Gommern. Pctrop. T. 13. Tab. X f. I. 2* ,
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IS6
Herz und den sich aus dem falschen Amnion
bildenden Darmkanal enthält, stellt den ersten
Anfang der Nabelöffnung dar, welche sich im-
mer mehr verengt und verkleinert, so wie die
Wände der Höhle sich vergröfsern ; endlich ver-
wandelt sie sich in die Oeffnung des sehr weiten
Unterleibs, welche die Nabelöffnung des Em-
bryos bildet a). Das von dem aufgeworfenen
Rande der Höhle entspringende wahre Amnion
Schlägt sich nach hinten um und umhüllt dea
Kopf, den Rücken, den Schwanz und die aus
der Wirbelsäule hervorwachsenden Rudimente
der Flügel und der Füfse*
Da der Kopf jetzt stark gegen die Brust ge-
krümmt ist, so ist das Herz mehr versteckt als
am vorhergehenden Tage. Es liegt in den Win-
kel, welchen der I^opf mit der Brust bildet, an
der äufseren Fläche des wahren Amnions, ,und
ragt aus demselben hervor. Die untere Höhla-
der, mit welcher sich die Venen des Gefäfsraums
oder die Dottervenen verbinden, so wie die
schon gebildete obere Hohlader, in welche sich
die Drosselvenen b) einsenken, tretea in den
a) Wolff bemerkt sehr richtig Comment. Petrop. T. 12. p.
48i: Ex ipso hoc limbc roembrana aranii veri continua-
tur, sed aliter, quam in quadrupedibus hoc fieri solet. In
bis enim abdominis cutis ad regionem umbilicalem in Jpn-
gum funiculum umbilicalem producitur, qui vasa umbilt-
calia continet, et ex ejus funiculi fine demum membrana
reflexa amnium constituere ineipit. In avibus nullus un-
quam funiculus existit etc.
i) Haller sah sie schon zur 52. Stunde. Oper, minor, p. 404*
Die tarnen tertio in'capite primo puneta adparent rubentia,
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i8?
-
noch gemeinschaftlichen rechten und linken, in
dieQueere gezogenen Venensack ein; aus wel-
chem der etwas kürzer gewordene Ohrkanal in
den kegelförmigen linken Ventrikel eintritt Die
aus dem oberen Theil des linken Ventrikels ent-
springende Aorte ist eng a), bildet aber gleich
darauf den Wulst oder die Zwiebel der Aorte*
die sich nach Art des Ventrikels contraherb.
Nach der Bildung des Wulstes wird die Aorte
wieder enger V) und theilt sich in drei Aeste,
die in spitzen Winkeln zusammentreten, um die
Rückenaorte zu bilden c). Aus dieser entsprin-
gen einige kleine Zweige, die zum Kopf laufen»
Der Stamm steigt sehr deutlich, allmählig enger
werdend, an der vorderen Fläche der Wirbet-
säule herab, und gibt während dieses Verlaufs
die Bauchschlagader CA. coeliaca) und die Ge-
krosarterien ab, welche zwischen den Platten
des falschen Amnions, die hier das Gekrös bil-
den, liegen. Auch schickt sie Zweige ab an
die angeschwollenen Bänder des sich bildenden
Brust -und Bauch -Höhle. Der Stamm gibt end-
lich die Hüft- oder Becken- Arterien ab, aus de-
nen die Nabelarterien entspringen.
tum Striae, qnae non multo tempore interlapso in lineas
coerunt, et in truncum coalescunr, qui per Collum incapiit
adscendit, quae vena jugularis est
d) Hiller nennt diese» Theil Fretum.
Visq-d'Azyr nennt ihn Isthmus aortae.
l) Haller nennt dieses Stück der Aorta Rostrum»
-
c) diese Aeste sind von Malpighi de form, pulli fig. 13. 15.
16. 17. i8* abgebildet. Die Aorten wulst nennt er irrig
linke» Ventrikel.
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t88
Unmittelbar unter dem Venensack vor der
untern Hohlader erscheint die Leber a), in Form
«iner grau gelben etwas in», rötbliche spielenden,
gallertartigen Masse, welche an der mit den Dot-
tervenen in Veibindung stehenden Pfortader an-
liegt. Eigentlich scheint die Leber aus der mit
den Dottervenen in Verbindung stehenden Pfort-
ader hervor zu wachsen, oder ihre Läppchen
und Acini scheinen sich traubenartig an den
.Zweigen der Pfortader zu bilden. Der Stamm
der Dottervenen lauft als Ductus venosus zur
Hohlvene^ Die üi der Leber sich bildenden Ve-
a) Harvey sah die. Leber am & Tag., a. a. Q. p. 84. Jeco-
ris parcnchyma venae umbilicalis qua. parte ingreditur,
super exilia stamina fibrosa adnascitur: simili prorsus mo-
do, quo rudtraen tun* corporis, venae a corde descendenti,
vel vestculae pulsanti accrescere diximut. Quemadmodüm
enim uvae, racemo; germina, vfrgutfis; incipiensque spica,
gramini accrescunt: tta quoque hepar venae umbilicali ad«
hacret, indeque oritur, ut fungi ex arboribus, et super-
crescens in ulceribus caro, vel sarcoses morbosae arterta-
rum ramulis conterminae, a qutbus nutriuntur, et in ma*
ximam intcrdum molem excrescunt.
Das. was hier Harvey, Vena umbilicalis nennt, Ut die
Dottervexie.
Vesling sah die erste Spur der Leber am vierten Tag.
Steno sah die Leber am siebenten Tag.
Malpighi erkannte die Leber nach dem sechsten Tag.
Appen J. p. 6t.
1
Halter sah sie zur 86. Stunde.
Wolff am vierten Tag.
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I
«9
xien verbinden sich dann mit der entern Hohl*
vene.
Dicht zü beiden Seiten neben der Wirbel*
säule hinter den beiden Platten des falschen Am-
nions, welche hier verbunden das Gekrös bil-
den, liegen die langen und schmalen grau weis-
sen* gallertartigen Nieren a). Sie fangen in der
Gegend der Brusthöhle an und steigen bis zum
unteren Ende des Mastdarms herab, in welchen
sie sich von beiden Seiten einsenken. Sie bil-
den jetzt noch eine verbundene Masse. Harn-
leiter und Gefäfseknäuel sind noch nicht zu er-
kennen. Nach Wolffs b) Untersuchungen be-
steht diese Masse aus Platten, welche queer
über einander liegen und ganz von einander ge-
trennt sind; an der vorderen Fläche kann man
dieselben deutlich von einander absondern, wäh-
rend sie hinten an eine Art von Strang befe-
stigt erscheinen. Erst nach dem siebenten oder
achten Tag sollen sich diese Platten in Gefäfs-
bündel verwandeln. Wahrscheinlich bilden sich
auch aus diesen Platten die Genitalien. An der
vorderen Fläche, der Nieren hinter dem Mast-
a) Malpighi sah die Nieren erst am sechsten and siebenten
Tag. App. p. 8*» Form, »pulli p. 61. die *J termiuata. Re«
ncs oblongi cinerei caloris apparebanh
Steno sah sie am *\. Tag.
Halter beobachtete sie tur 95. Stunde.
Wolff am vierten Tag. Theoria Generat. pag* 133.
Historia renum: Tab. 2. fig. 15.
*) Comment. Petropol. T. 13. p. 4$6\ tab. 13. fig. 3. 1.
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*90
dann erhebt sich ein kleines, ovales, gefafsrei-
ches Bläschen a), welches, wenn das falsche
Amnion noch nicht geöffnet und zurückgeschla-
gen ist, von diesem bedeckt wird. Das Blas-
ö) Dies Bläschen ist in «einer Früheren Beschaffenheit den
meisten äUern Anatomen nicht bekannt gewesen. Steno
scheint es zuerst gekannt zn haben; a. a. O. pag. 34. In
alio ovo circa finem quarti diei aperro vesicnla pellucida
quidem sed aliqaantulum flavescero parte corporis anteriore
in vicinia caudae conspiciebatnr. Remo:o amnio vesicula
guum humorem etianmum eontinebat, eratque caudae pro*
xima et magis aquea conspiciebatur , quam antea. In alio
eadem vesicula conspecta humore crystaüino plena.
Malpighi de format. pull. p. 59. sah das Bläschen am
dritten Tag, er hielt es aber irrig für den Magen. Figur 17 ist
es abgebildet. Prope eruptionem umbilicalium vesicula ex«
tra pendebat, sanguineis vasculis irrigata, quem carnosum
ventriculum censeo. — Auch hat er es im Append. p. "79.
fig. 22. und p. 81 fig. 36 beschrieben und abgebildet. Prope
umbilicalia vasa vesicula figebatur ichore pleno.
Haller nannte die Blase anfangs Allanto's, in s. Schrift
Formation du poulet Vol. 2. p. 133. Späterhin nannte er
sie Membrana umbilicalis und Vesicula umbilicalis. Oper,
min. a. a. O. p. 325. Er beobachtete sie zuerst zur 72. Stunde.
"WolffTheor. Generat. Tab. 2. fig. 13 hat den Ursprung
der Blase von den Nieren her abgebildet. Er nennt sie AI-
lantois et Membrana vasorum umbilicalium. ...
Blumenbach nennt die Blase Chorion ; er hat sie abge-
bildet an einem Küchelchen aus einem 100 Stunden bebrüte-
ten Hühnerey, in s. Abbild, naturhistorischer Gegenstände.
Taf. 64.
Auch abgebildet vom Graf Trcdern a. a.O. £3. Ii. 19.
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J9*
eben hangt an einem gefafsreichen Stiel, der von
den beiden aus den Hüftarterien tart. iliacae) •
entspringenden Nabelarterien (art. umbilicales)
gebildet wird. Es besteht aus zwei Platten, ei-
ner äufseren pulpösen und gefafsreichen, und
einer inneren zarten, gefäfsannen Platte, welche
eine durchsichtige Flüfsigkeit enthält. Die in-
nere Platte steht mittelst eines hohlen zwischen
dtn Nabelarterien laufenden Stiels, von Hallera)
Urachus genannt, mit dem Endstück des Mast-
darms oder mit der Kloake in Verbindung. Der
schon früher beschriebene Fabricius Beutel, wel-
cher bei allen erwachsenen Vögeln vorkommt,
scheint ein Ueberbleibsel der ehemaligen Verbin-
dung der Kloake mit dem inneren Platte zu seyn.
Die Nabelarterien bilden Netze und gehen dann in
eine Vene, die Nabelvene (vena umbilicalis) über,
welche sich mit der unteren Hohlader, vor ih-
rem Eintritt in den Venensack, verbindet Dem-
nach ist die äufsere gefäfsreiche Platte der Ge-
fäfshaut (Chorion) analog, die innere Platte aber
a) Haller war ungewifs über die Verbindung der Blase mit
dem Mastdarm, in d. Op. minor, a. a. O. p. 330 sagt er:
Tenerior vesicula de quodam quasi pediculo pendet: is,
quando paulo grandior est, videtur conponi ex arteria um«
bilicali sinistra, exque tenero canali, qui secundum arteri-
am incedit. Neuter autem finis *atis certus est. Hmc enim
is canalis videtur in membranam umbilicalem evanescere,
divisus ut videtur, obscurissimo fine Inde tendit ad in-
testinum rectum , sive cloacam malis vocare , et idem dila-
tatus duobus quasi corniculis ad utrumque latus amplectitur,
aut certe ei adhaerescit. Post exclusum pullum adparet ponc
intestinum rectum vesica ovalis, intus plicata, manifesto
pone intestinum in uropygium aperta, cui et urachui a-dhae-
ret, et qui videtur iila inflata bulla fuisse, etc.
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t
192
ist der Harnhaufc (Allantois) tu vergleichen 0).
Erstere vertritt offenbar, wie wir späterhin se-
hen werden , die Stelle eines Respirationsorgans.
Wenn man nun auch das wahre, eine helle
Fliifsigkeit enthaltene Amnion öffnet und zurück«
schlägt, so kommt der Körper des Embryos oder
die Carina zum Vorschein. Auf den gröfser ge-
wordenen Hirnblasen erscheinen Blutgefäfse. Die
Augen haben an Gröfse zugenommen und sprin-
gen mehr hervor. Die nun schwarz gefärbte Ge-
fafshaut schimmert durch die weifse Haut durch.
Man erblickt an der vorderen Fläche des Auges
einen schwärzlichen, die Pupille umgebenden, ,
Kreis, welcher nach unten einen Einschnitt bat b).
Jetzt sind auch die ersten Spuren der Kiefer zu
erkennen, nämlich zwei kurze Anhänge, die von
dem Hals zu entspringen scheinen. Zu Ende
dieses Tages sind sie verbunden und stellen den
Unterkiefer dar cu Gleich unter den Augen liegt
zu beiden Seiten ein Vorsprung, der erste An-
fang des Oberkiefers. Der grofse zwischen dem
Unterkiefer und den noch nicht verbundenen
r
a) Malpighi hat in den letzten Tagen der Bebrütung das Cbo-
rion und die Allantois richtig erkannt, und hat die Verbin-
dung des letzteren mit der Kloake abgebildet App. p. 83*
fig- 51 58- 59 abgebildet.
b) Diesen Einschnitt scheint Steno zuerst beobachtet zu haben ,
am sechsten Tag nämlich, a. a. O. pag. 36 In oculo nigra
tunica praeter pupillae foramen lineam apertam habebat, a
pupilla dcorsum pergentem.
Abgebildet von Malpighi App. fig. ig. 19, 20. 21»
e) Gut abgebildet von Graf Tredern. fig. 3.
1
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I9J
Anfangen des Oberkiefer bis zwischen die Augen
heraufsteigende Kaum stellt die jetzt noch gemein-
schaftliche Mund - und Nasen - Höhle dar. An
dem wulstig angeschwollenen Rande der Brust
und Bauch -Höhle zeigen sich nun auch die Ru-
dimente der Flügel und Füfse ö). Bei ihrem er-
sten Erscheinen am dritten Tag sind es nur ver-
dickte Stellen des Randes selbst Zu Ende die-
ses Tages aber sind es stark vorspringende Hö-
cker, an denen man jedoch die einzelnen Regionen
noch nicht unterscheiden kann. Die Höcker sind
aus einer durchsichtigen gallertartigen Substanz
gebildet. In den Flügelhöckern bilden sich Ge-
fäfse, die mit den Schlüsselbein - Arterien und
Venen in Verbindung stehen ; und in den Sehen«
a) Harvey a. a. O. p. 82. die 5: alae et pedes egalba aliquan-
tulum protuberant.
Vctling die 4 pedes et alae adparent.
Langly und Steno beobachteten die Anfange der Ex«
rremitäten am fünften Tag.
Malptghi will die Flügel schon nach 24 Stunden ge
Sehen haben. De form, pulli p. 59 alae crucis in modum
erumpebanr. fig. 8- p» 59 die 3 Crurum et alarum inchoa-
menta patebant. fig. 1*7.
Haller a. a. O. p. 119 Ov. hör. 65. Initia alarum et
pedum p. 136. Ov. hör. *J2* Alarum et pedum initia ut
informia tubercula adparent.
Wolff will die ersten Spuren der Extremitäten zur 36
Stunde gesehen haben. Theor. generat. pag. 135. Historia
extremitatum fig. 5. 11. In den Comment. Petropol. T. 13
p. 514. Üe pedibus et alis.
Graf Tredern hat sie gut abgebildet fig. 3.
13
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*94
kelhöckefn zeigen sich Gefäfse, welche die Schen-
kelarterien sind.
$• 77«
Fünfter Tag.
An diesem Tage beginnt allmählig die Auf-
lösung der Blase des falschen Amnions ß). Das
untere Blatt des Gefäfsraums nämlich, oder die
innere Dotterhaut, welche auf die zuvor ange-
gebene Art die Blase des falschen Amnions bil-
dete, fängt an sich von dem oberen Blatte des
Gefäfsraums oder von der äufseren Dotterhaut
zu trennen, und stellt, nachdem es sich von
diesem abgelöfst hat, den eigentlichen Dotter-
sack dar. Hierdurch wird also das anfangs von
der inneren Dotterhaut umgebene wahre Amni-
on, welches den Embryo enthält, entblöfst, und
kommt nun vollständig zum Vorschein. Es schim-
mert durch das obere durchsichtige Blatt der
Dotterhaut durch. Der in dem wahren Amnion
eingeschlossene Embryo liegt alsdenn mit die-
sem in einer Vertiefung des unteren den Dotter
einschliefsenden Blattes.
■
Das untere Blatt der Dotterhaut oder das
ehemalige falsche Amnion bildet im Umfänge
der von ihm erzeugten Nath, viele Falten, wel-
che noth wendiger weise entstehen müssen, weil
das untere Blatt, das sich vorher um das wahre
Amnion als Blase des falschen Aihnions schlug,
nun in einer ebenen Flache unter dem Embryo
ä) WolfT Comment. Pctropol. T. 12. p. 498. Evanesccnlia'
amnii spurii, Amnium verum cum cmbryone emergens.
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*95
liegt. Die angeschwollenen Ränder der Nath
nähern sich, ziehen sich zusammen, verwachsen
und bilden so den Darmkanal a), der nur noch
«} Harvey a. a. O. p. 82. dies 6. Circa hoc tempus etian»
visccra omnia, et intestina conspicua sunt.
Vciling sah den Darmkanal nach dem vierten Tag.
Langly am sechsten Tag.
Steno am siebenten Tag.
Malpighi de form. pull. p. 6o. die 4. Candida in»
testina cum carnoso praeeipue ventriculo, mueosa tarnen
manifestabantur.
Maitre Jean obs. 14 p. 156 will schon den Darmka-
nal gegen die 50 und 64. Stunde gesehen haben.
Haller Op. minor, a. a. O. p. 396. Prima stamina
ventriculi adparuerunt hora 36. p. 39*7. Intestina primum
vidi hora g6t deinde hora 95, et 100, et 112, et 118»
porro hora 120, et 124, et 138» hora 142, hora 144 ,
et hora 162.
Wolff Co mm. Petrop. T. 12 p. 459- Circa hoc tem.
pus, die quinto plerunlque, canalis intestinorum primo
integer apparet; nam post diem tertium quoque et duode«
eim horas, integrum canalem vidi, sed semel tantum.
Vicq d'Azyr sah den Darmkanal zur %6. Stunde, je-
doch gewöhnlich zur 1 20^ Stunde«
Blumenbach sah ihn nach vier Tagen.
Graf Tredern a. a. O. p. 9. Die 4 tubus intestinalis
in conspectum venit, praeeipue auxilio lentis vitreae. Hoc
tempore videlicet canalem aequalis luminis refert, qui nu-
per ex meseatino exortus est, atque longitudinem aperturae
abdominis aequat. fig. 19.
13 •
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durch eine kleine Oeffhung mit dem von dem
unteren Blatte gebildeten ßottersack in Verbin-,
dung steht. Diese kleine Oeffnung ist selbst
durch Dottersubstanz geschlossen. Der von dem
falschen Amnion oder von der innern Dotter-
haut gebildete Darmkanal erscheint als ein kur-
zer, gerader, von dem Magen ausgehender und
in den Mastdarm übergehender Kanal, welcher
nach und nach an Gröfse zunimmt und Win-
dungen bildet.
Das Herz ist von den vergröfserten Seiten-
theilen der Brust, welche mit dem wahren Am-
nion in Verbindung stehen , so wie von den
Flügel - Rudimenten , fast ganz bedeckt« Auch
scheint eine sehr dünne und zarte Haut, der
Herzbeutel, das Herz zu umhüllen a). Der an-
fangs einfache Venensack ist zu Ende des vo-
rigen Tages und zu Anfang dieses Tages zwei-
hörnig oder in zwei Höhlen getheilt; er hat
sich wahrhaft in zwei zugespitzte Venensäcke b)
a) Haller Op. min. a. i. O. p. 162 hör. 103: Alia Mem-
brana, detracto amnio superstes, cor continct.
b) Vesling a. a. O. p. 29 sah die Venensäche am 6. Tag:
Cor turgidulum et duobus sinibus sanguineplenisdisrinctum.
Steno a. a. O. p . 1-7 die 7. Gor admodum raagnum,
in quo et ventriculi et auriculae distincte cognoscebantur.
»
Slade die 7. Manifeste apparebant tria corpora pul-
santia, quae erant duae auriculae simul salientes, et intet
eas fcrebatur linea quaedanx alba, has pulsantes particulas
manifeste distinguens et corpus cordis.
Schräder die 4 Particulam istam inquietam aecorate
examinantibus patuit, «andern constarc non e duabus solum *
auriculii, sed et hii annexo corculo.
✓
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*97
abgeschnürt, wodurch das, beide Venensacke ver-
bindende, ovale Loch entsteht Die Stelle der
Abschnürung ist durch einen weiften Halbkreis
MalpigM fem pullt p. 60 sexta superata die. Cor in-
rerius conditum, licet mueosum, binis pultabat vcntriculis^
a quibus lacertosae pendebant auriculae, duplici excitatae
motu,,
— — . p. 61. fig. 20- die 7. Condusum intra
thoracem cor hanc servabat figuram ; geminii sc. ventricu-
Iis, quasi saeculo contiguis, et in superiore parte unitis,
cum superposito aurkularum corpore compaginabatur, et
bini motus in ventriculis, totidemque in auriculis succe-
debanr»
— . — k Appcnd. pag. 81 post dien 5. Patente
tborace cor extra locabatur(fig. 39), quod ventriculo dextro
et sinistro componebatur, superposita pa riter auricula.
Haller a. a. O. p. 162. Ovum hör. 104. Auricula
bicornis adparuit, duae nempe, in medio conjunetae, fini.
bus suis distinetae, acuminatae auriculae, inque iis duae-
guttulac sanguinis. Hae auriculae ventriculo^ insident Haec
sinistrae auriculae observatio, confirmat , aurem a prineipio
tinicam esse, inde paulatjm cum inercroento fetus dextrunt
sin um a sinistro dissidere, donec daae, Semper tarnen me-
dia sua parte connexae* sint auriculae.
Vicq,-d*Azyr beschreibt die Theitung des Venensacks
sehr gut a. a. O. p. 401. Dans la suite, l'oreillette droite
du coeur, qui n'etqit d'abord qu'une portion de la veine
tave, prend-une forme plus marque't, et sc partage en
quelque sorte en deux cornes ou angles, dont l'interstice
est occupe par ua espace blanc: l'angle antericur, qui pa-
roit le plus considerable , forme l'oreillette gauche. Cest
dans. l'intervalle qui se'parc ces angles, qu'est place'e Tin*
sertion du canal veineux.
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193
angedeutet. Der rechte mit den Hohladern in
Verbindung stehende Venensack ist kleiner als
der linke. Dieser ist oval, und ragt über den
rechten Venensack empor. Aus ihm wachsen
späterhin die Stämme der Lungen venen hervor.
Der obere Rand beider Venensäcke erscheint ge-
kerbt. In jedem Venensack erblickt man im
Kxpansions- Zustande einen Blutstropfen. Der
von dem untern Rande der Vent nsäcke entsprin-
gende und beträchtlich verkürzte Ohrkanal ver-
bindet diese mit der Herzkammer. Gegen das
Ende dieses Tages erblickt man rechts an der
Grundfläche der linken Herzkammer unter dem
Aorten wulst eine ovale, rÖthlictie Erhabenheit,
welches die aus der linken Herzkammer hervor-
wachsende rechte Herzkammer a) ist. Sie ist
anfangs sehr klein und viel kürzer als die linke
Herzkammer. Nach und nach steigt sie vom
oberen Theil des Herzens gegen die Spitze des-
selben herab. Diese erreicht sie jedoch niemals»
denn die rechte Herzkammer ist selbst bei er-
wachsenen Vögeln fast um ein Drittheil kürzer
als die linke. Die Gränze beider Ventrikel ist
von aufsen durch eine weifse schief absteigende
Linie angedeutet. An dieser Stelle bildet sich
wahrscheinlich im Inneren die muskulöse Schei-
dewand, welche späterhin die Höhlen beider
Ventrikel abtrennt. Zu Ende dieses Tags oder
am folgenden Tag verkürzt sich der Ohrkanal h)
a) Haller a. a. O. p. 16g. Ovum hör. 114. In ventriculo
mira mutatio. Linea depressa cum ferc transversim bipar-
tit, ut nascantur duo quasi ventriculi , superior et inferior,
una pulsanres.
b) Haller a. a. O. p. 164. Ovum hör. 108- CanaHs auricu-
laris valdc brevis. Ebend. p. 169. Ov. bor. 116. Sangius
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i99
so beträchtlich, dafs man ihn kaum noch erken-
nen kann. Es scheint, dafs er sich, indem er
kürzer wird, in zwei kurze Kanäle von oben
nach unten abschnürt oder abtheilt, wodurch die
beiden Venengäcke mit den beiden Ventrikeln
verbunden werden. Diese beiden Kanäle stellen
dann die venösen Oeffnungen der Venensäcke
in die Ventrikel dar. Hierdurch wird es deut-
lich, wie die beiden anfangs nur mit der linken
Herzkammer in Verbindung stehenden Venen-
säcke nun mit den beiden Herzkammern, näm-
lich mit der ursprünglich linken und mit der
sich neu gebildeten rechten Herzkammer in Ver-
bindung treten. Ohne diese Abschniirung des
Herzkanals von oben herab, welche nach der
Abschnürung des einfachen Venensacks in einen
gedoppelten erfolgt, ist es unbegreiflich, wie die
neu gebildete rechte Herzkammer mit dem rech-
ten Venensack in Verbindung kommt. Durch
die Abschniirung des einfachen Venensacks in
zwei Venensäcke, durch die Abtheilung des sich
verkürzenden: Ohrkanals in. zwei Kanäle, die
Ostia venosa nämlich, so wie durch die Bildung
der Scheidewand zwischen beiden Herzkammern,
per canalem auricularem, nunc brevem, abit in ventricu«
tum utrumque conspicuum. ib p. 374. Denique postquam
in primis pulli principiis hic canalis longissimus fuit, ien«
simque corde ad vertcbras reducto, et ipse brevior factui
est, novissime intra carnes cordis reeeptus, eoque musculo
circa cum canalem adsurgente, occultatus, in ostium veno*
sum abit. Hora enim 144 auricularis canalis nonnunquam
evanuit, et auriculae, quae roagis interim magisque ad cor
accesserunt, eodem fere die sexto absoluta cum corde coa»
lucrunt.
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20O
wird das anfangs einfach vorhandene Herz ein
gedoppeltes« ein rechtes und ein linkes Herz.
Die verengteotelle der Aorte, welche den
linken Ventrikel mit dem Aortenwulst verband,
ist verschwunden, auch der Wulst der Aorte
wird am folgenden Tag an der Stelle in die Sub-
stanz des Herzens hinein gezogen, wo sich der
rechte Ventrikel an den linken angebildet hat,
so dafs die drei früher genannten, aus dem Wul-
ste entspringende Aeste, welche den Stamm der
Aorte bildeten , dann aus dem oberen Theil des
Herzens selbst entspringen. Sie sind durch Zell-
gewebe zu einer Masse verbunden, und werden
nach und nach tiefer in die Substanz des Her-
zens gezogen. Der eine dieser Aeste ist die
wahre Aorte. Die beiden andern, an ihrem Ur-
sprung verbundenen Aeste stellen die Lungen-
arterie dar, welche beide Aeste sich jetzt noch
als arteriöse Gänge in die Aorte begeben; denn
die Vögel- Embryonen besitzen nicht einen ar-
teriösen Gang wie der Mensch und die Saug-
thiere, sondern zwei, wie Haller a) sehr rich-
tig beobachtet hat. Der linke arteriöse Gang ist
gröfser als der rechte. Aus diesen beiden arte-
riösen Gängen wachsen die Arterien - Aeste für
die Lungen - Substanz hervor. Dadurch, dafs der
Aortenwulst in die Herzkammern hineingezogen
und in die Substanz desselben verwandelt wird,
ist es deutlich, wie die anfangs aus dem Aorten-
wulst entspringenden Aeste späterhin die Stäm-
me der Aorta und der Lungenarterie darstellen.
Auf diese Art entsteht durch Abschnürung, Ver-
kürzung und Anziehung der Theile des ursprüng-
ä) Op. minor. T. 2. p. 380.
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2QI
lieh einfachen Herzkanals ein gedoppeltes Herz
und ein gedoppelter Kreislauf. Der grofse und
kleine Kreislauf sind jedoch während der Dauer
des Embryo - Zustandes durch die arteriösen
Gange und durch das ovale Loch verbunden.
Bald nachdem der Embryo aus dem Eye getre-
ten ist , verschliefsen sich auch diese Verbindun-
gen, und dann ist der Kreislauf des Bluts ein
vollkoimneii doppelter, beide Gefäfskreise stehen
durch das grofse im Körper verbreitete Haarge-
fäfssystem und durch das kleine in den Lungen
befindliche Haargeferfssystem . so wie durch die
Ostsia venosa in den Herzhälften in Verbindung.
Die auf den Venensäcken und Ventrikeln sien
nach und nach bildende Muskelfasern ä) belegen
a) Harvey a. a. O. p. $2. die 6, Parencbyma cordis pul-
•anti vesiculae obnasciiur.
Steno a. a. O. die *]. Cordis substantia fere carnosa.
Malptghi form. pult, die 7. p (Ji.' circa utrosque ven-
triculos mjusculosae spirales filme successive obducebantur,
quibus cordis caro compaginabatur , et ambo ventriculi
oectebantur.
App. p. 81 post diem 4, Cordis struetura carne.
musculosa evidenter excitabatox
Lancisius a. a, O. p. 17$. Priniis ineubationis diebut
vas illud (quod cor audet) inftexum aique inacqualiier di-
latatum nullis adhuc extemis coraplectentibus, vcl coljigan.
tibut fibris praedituin animadveni : paulatim vero a 5 us-
que ad 10 diem multis explicatis Rhrarum fasciculis ac
lacertis vinclri , ac roborari.
Haller la'ugnet mit Unrecht den Antheil, welchen die
Muskelfasern an der Vereinigung der Herzkammern haben.
»
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202
das Herz mit Muskelsubstanz und verbinden die-
selben immer mehr zu einem gemeinschaftlichen
mit Höhlen versehenen Körper*
Meistens zu Ende dieses Tages erscheinen
die Anfänge der Lungen«), in Form einer sehr
* a. O. p. 385.. Mufculosas fibras huc revocat Lanctsiu»,
quac paulatim, et serius subnatae, cor con firmen t, ejus-
que partes uniant. Verum ab omni tempore cor roosculo-
sum fuisse, er crassities manifesta ostendit, qua primo in
conspectu et hora 48 se offert, et inprimis vis. irritabilis,
,quae musculo propria , in cor de vero eo^ tempore, summa
est, ab ipsa hora 48.
In der neuesten Zeit hat auch Anton Carlisle durchs
Mikroscop beobachtet, dafs das Punctum saliens bei seinen
ersten Bewegungen noch nicht von Muskelfiberh umgeben
ist. Uebcr Muskelbewegung in d. Philos. Transact. for
the Ycar 1805. Part. I.
«)- Harvey p. %2. die 6 pulmonum. cernuntur rudimenta.
Schräder die 7. sub sterno ad cordis latera afflxos vi-
dimus pulmo nes, vasis suis praeditos.
Malpighi Append. p. 81. post 5 dies pulmones. rubigi.
nosi coloris patebant.
Hallcr a. a. O. p. 39t. Cap, 10. Pulmones. Primum
quidem mihi adpatuerunt i2o hora, tunc 124 et 138,
deinde hora 144« non 'ra parvi , quin ctiam prius potuis-
sent conspici, nisi pellucidi fuissent, linea tarnen minores
dorso adplicati super hepar, ad latera cordis, multoque po-
steriori loco. Eo tempore ex cinerco pcllucent, nubeculae
similcs, mueosi, aecto tarnen confumati albescunt. Cylin-
drici videntur, minusque quam posteriori tempore lati.
Wolff will sie schon am vierten Tag gesehen haben.
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203
kleinen a), länglichen, durchsichtigen, schlei-
migen und blasenartigen Masse, welche gröisten-
theils vom Herzen bedeckt an der Carina liegt»
In den folgen den Tagen erblickt man zarte Blut*
streifen in ihr, welches Zweige der Lungenar-
terie sind. Die fünf Hirnbläschen haben an
Gröfse etwas zugenommen, und sind gefäfsrei-
eher geworden. Die beiden weifsen Stränge des
Rückenmarks b) sind deutlich sichtbar, eine Rin-
ne oder Furche ist nach hinten zwischen ihnen
wahrzunehmen, welche unten in der Gegend der
Kreuzwirbel den rhomboidalischen Sinus bildet.
Das Rückenmark ist schon deutlich consistent,
während das Hirn noch eine blofse Flüfsigkeit
ist. Das Rückenmark ist alsa früher ausgebil-
det als das Hinu
An der untern Flache des gröfser geworde-
nen nackten Augapfels erblickt maa einen hel-
Nov. Comm. Petrop. T. 13. p. 489* Pone auriculum. pulmo
apparet ; corpusculum oblongum ferecyündricum. Tenerrima
imer omnes partes substantia gaudent pulmones fere pcllu-
cida. Inferior pars mammillaris subtilissimae vesiculae in-
star primum in conspectum venire solet..
Vicq^l'A2yr sah sie am sechsten Tag. (Test vers le'mi-
lieu du sixieme jour d'incubarion , qu'bn. parvient a recon-
noitre lc poumon,
«) Hailer a. a. O. p. i*]g. Ov. hör. 120.. Pulmo, minimus»
multo quam auricula dextra minor.
b) Malpighi de form. pull. p. 60. die 6. Spinalis medulla in
binas divisa partes» solida per longum carinac exporrigebatur.
Haller a. a. O. p, 1^5 hora 144. Bifidam origincm'rac*
dullae spinalis excapite per involucra video.
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2<H
len Streifen, eine Spalte a), welche bis zur Pu*
pille reicht, und die ganze untere Seite der Skle-
rptika und der schon schwarz gefärbten Gefäfs-
haut durchschneidet* Mittelst eines Vergröfse-
rungsglases erkennt man zu beiden Seiten des
Auges zwei sehr zarte Blutgefäfse, die von hin-
ten nach vorn verlaufen, und sich im Umkreis
der Pupille verlieren, wo sie. sich zu einem die
Pupille umgebenden- Gefäfskreis zu verbinden
scheinen» Jene Spalte in der Geßfshaut ist die
Stelle, wo- der sich bildende Sehnerv b) eintritt,
und die Gefäfae scheinen die Wurzeln des nach-
herigen Giltarkörpers und der Iris zu seyn, wie
es Kieser zuerst sehr wahrscheinlich gemacht hat.
Jetzt ist weder Sehnerv und Nervenhaut, noch
Ciliarkörper und Iris vorhanden- Innerhalb der
Gefafsha^ut ist der sehr wässerige Glaskörper und
a) Haller a. a. O. p. 399 nennt die Spalte hilus pellucidus.
Btüroenbach hat diete Spalte an einem Embryo von 100
Stunden abgebildet in s. Abbildungen naturhisr. Gegenstände
Taf. 64. Er hält sie für eine Spalte der Iris. Dies kann
aber nicht wohl seyn, weil zu dieser Zeit die Iris noch
nicht vorhanden ist. — Eine ähnliche Spalte hat Blumen-
. bach auch an dem Auge der Embryonen, der Laudeidechsen
(Laccrta agilis) gefunden. Handbuch der vcrgl. Anal. pag.
511 in der Note.
Kieser hat die Bildung des Auges im Vogel - Embryo
sehr gut beschrieben in Olten's und Kieser's Beiträgen zur
vergleichenden Zoologie, Anatomie und Physiologie. Heft
2' P S9? Ueber- die Metamorphose des Auges des bebrüte-
ten Hühnchens im Eye. Abgebildet Taf. 5. fig. 1.
«
i) Steno a> a. O. die 7. kiatus tunicae nigrae in oculo adopti-
cum nerv uro excurrebat.
1
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ao5
die kleine spliarischeCrjstallinse enthalten. Hier-
aus erhellet zugleich , dafs die Embryonen der
Vögel keine Pupillar- Haut besitzen, wie die
Embryonen des Menschen und der Säugthiere.
$. 7$.
Sechster Tag. a)
♦
Wenn man nach Eröffnung des Eyes das
äufsere zarte Blätt des Dotters abzieht, so kommt
das den Embryo umhüllende Amnion und das
gefäfsreicbe Chorion zum Vorschein, so wie
auch der mit dem Darmkanal verbundene Dot-
tersack. Das sehr zarte, durchsichtige und mit
einer hellen Flüfsigkeit angefüllte Amnion steht
mit den Integumenteh des Embryos in Verbin-
dung, namentlich mit der die Brust und den
Bauch bedeckenden Haut. Am Bauch bildet es
den sehr grof-en Bauch ring in Form eines w ei-
ten hohlen Cylindess b), in welchem der mit
dem Dottersack durch den Dotterkanal in Ver-
bindung stehende Darmkanal, die DottergefäTse
oder die Gefäfse der Area vasculosa, so wie
auch das Chorion mit seinen Gefafsen liegen.
Nach der Bildung dieses Cylinders schlägt sich
das Amnion um, und umhüllt den Embryo.
Durch die Beimischung eines Theils des Ey wei-
ses ist der Dotter gröfser geworden und hat eine
a) eine Abbildung des Eyes von diesem Tag findet man in
Malpighi App. p. 81 fig. 31- 38-
1) Haller a. a. O. p. i*]S hör. 124. Annulus abdominalis
torus est tu mens, ex quo superius exit membrana vitelli cc
inier i us vesicula.
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2ö6
milchige Farbe angenommen. Der auf der Dot-
terhaut befindliche Gefäfsraum hat fast zwanzig
Linien im Durchmesser und nimmt daher mehr
als die Hälfte der inneren Fläche des Eyes ein.
Die im Gefäfsraum verbreiteten und mit der Pfort-
ader in Verbindung stehenden Dottervenen ent-
halten in ihren feinsten Zweigen eine gelbliche
Flüfsigkeit, in den Aesten eine gelblich -rothe,
und in dem Stamme eine rothe Flüfsigkeit Of-
fenbar sind sie Venen und Saugadern zugleich,
indem sie nicht nur das Blut aus den Arterien-
zweigen aufnehmen, sondern auch Dottersub-
9tanz aufsaugen und dem Herzen zuführen. Die
aus der Gekrösatterie entspringende und rothes
Blut enthaltende Dotterarterie verzweigt sich mit
zarten Reisern in dem Gefäfsraum. Der Dotter-
sack selbst steht mittelst eines sehr kurzen und
engen Kanals, welcher zwischen den Stammen
der Dottergefäfse liegt, mit dem mittleren Stück
des Darmkanals in Verbindung. Dieser Kanal
wird Dotterkanal a) (Ductus vitellarius, ductus
a) Levcillc a. a. O. p. *p nennt ihn Ligament vitello inte«
stinal ou suspenseur du Jaune. Er hält ihn irrig für kei-
nen Kanal, sondern für ein bloßes Band.
Schon Aristoteles scheint diesen Kanal gekannt zu ha-
ben. Histor. Anim. Lib. 6. Cap. 3.
Umbilicus qui ad luteum fertur, cum pulli tenui inte-
stino connecti'tur.
Coiter kannte ihn bestimmt, denn er beschreibt ihn
vom I-J Tag a. a. O. p. 35 also: Intestina extra umbili-
cum aliquo usque propendere, et meatus ex intestino ad
ovi vitellum pervenire vidi.
Harvcy hat diesen Kanal übersehen.
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507
vitelli intestinalis, Pedunculus, Apophysis) ge-
nannt ; in den letzten Tagen der Bebrütung kann
man durch den Kanal den Darmkanal aufbla-
sen, ein Versuch, welcher schon von Steno,
Haller a), Blumenbach, Vicq-d'Azyr u. a* mit
gutem Erfolg angestellt worden ist.
>
Das sehr gefäfsreiche, blasenförmige Chorion
ist gegen einen halben Zoll lang und besteht
deutlich aus zwei Platten, in die sich die beiden
Nabelarterien und die Nabelrene verzweigen.
Das in diesen lezteren Gefäfsen enthaltene Blut ist
gewöhnlich schön hochroth. In dem Chorion ist
eine helle Flüfsigkeit enthalten. Das kleiner und
consistenter gewordene Ky weifs liegt am spitzen
Ende des Byes.
Steno hat ihn sehr gut betchrieben in s. Schrift: De
musculis et glandulis observatiooum speeimen cum episto-
Iis duabus anatomicis. Amsterd. 1664. 12, p- 36. Hafn.
1664» 4- p« Ii- Epist. ad Paulum Baibette de vitelli in
intestina pulli rransitu.
Needham beschrieb den Kanal in s. Schrift: Deformato
foetu. Amsrd. 1668. 12. p. 108.
1
Auch Schräder, Malpighi, Haller, Wolff, Vicq-d'A-
zyr und Blumenbach haben diesen Kanal sehr gut be-
schrieben.
Graf Tredern hat ihn sehr gut abgebildet, fig. 4. 19.
2o. 21. 22..
Haller und Bonnet sahen irrig die Verbindung des
Dotters mit dem Darmkanal als einen Hauptbeweis der
Evolutionstheorie an.
a) Oper, minor, a. a. O. p. 299. Ductus vitellarius inmit-
titse in tenue intestinum perqueeum cavea vitelli inflatür.
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♦
I
Der vom Amnion umhüllte, gegen zehn Li-
nien lange Embryo liegt stark gekrümmt in ei-
ner Vertiefung des Dotters. An dem sehr grof-
sen Kopf erblickt man aufser den gefäfsreichen
Hirnblasen und den grofeen nackten Augen den
Anfang des ungemein kleinen Schnabels a). Die
ä) Coiter a. a. O. die 6. praeterlaps. Infra oculos erat rostro
quid simile.
Harvey sab den Anfang des Schnabels am sechsten Tag.
Vesling a. a. O. p, 29 die 6. Inrer oculos rostri aL
bscantis rudimenta.
Langly die 6. Oris fissura nondum rostro munita. —
Rostrum jam foruiari ineipit, quoque magis oculi crescunt
eo magis ad se invicem accedentes illud attollunt, fiuura
oris nihilominus apparente.
Steno die 5. rostri apex conspieuus. die 7. pars infe-
rior rostri bifida.
Malpighi App. p. gl. sexta die completa. Rostri prin-
eipium emergebat. flg. 42. E. f ig. 43.
« de form, pulli p. 61. die m\. terminata. Intcr
araplos oculos sensim erumpebat rostrum.
Maitrejean sah den Schnabel zur 164. Stunde.
Haller sah den Anfang des Schnabels am vierten und
fünften Tag.
WolfT Theor. gentrat. Tab. 1. fig. 14. r. bildet einen
Embryo mir dem Schnabel vom fünften 'Fag ab.
Graf Tredern beschreibt den Schnabel sehr gut a. a:
O. p. 6. frons media producitur in speciem uvae sive ap-
pendicis ab duabus aliis minoribus obtusis appendieibus per
duas rimas veiut disjuneta, quae posthac conformant nares. '
Vorzüglich gut abgebildet vom sechsten Tag fig. 4.
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beiden Aestfc des Unterkiefers sind verbünden
und bilden einen kleinen aufwärts gebogenen
Vorsprung. Zwischen den Augen bemerkt man
einen sehr kleinen abgerundeten Fortsatz, weU
eben ich den Stirnfortsatz nennen will. Neben
demselben befinden sich zwei stumpfe Vorsprün-
ge, die zu beiden Seiten von dem Stirnfortsatz
durch eine bis zum Augapfel reichende Spalte
getrennt sind. Diese Vorsprünge sind die Ru-
dimente der Oberkiefer» welche sich später-
hin verbinden und den Oberschnabel darstellen.
Brst dann, wann sie verbunden sind, wird die
Mundhöhle von der Nasenhöhle abgeschieden ;
letztere wird durch den sich verlängerten Stirn-
fortsatz, mit welchen sich die Nasenscheide-
wand bildet, in zwei Hälften getheilt Der Em-
bryo der Vögel besitzt also in der früheren Zeit
eine Art von Hasenscharte oder Wolfsrachen.
Der Hals ist sehr kurz und die Brüst ist
klein. Durch die zaTten Bedeckungen der Brust
kann man die Bewegung des Herzens erkennen.
Der sehr grofse Bauch bildet einen starken Vor-
sprung, in Form eines Nabelbruchs a). Die Flü^
gelhöcker sind gröfser und breiter geworden.
An den kurzen und breiten Stummeln der Füfse
kann man die Anfänge der Zehen b) erkennen.
a) Malpighi de form. pull. p. 60. die 6. Abdomen clausuni,
quasi hernia laborans, extra protuberabat.
i) Htrvey ä. a. O. p. 83' Sub finem sexti diei» et prirfeipi-
um septimi, digiti pedum disringuntur.
Vcsling die *\. pedcl in digitoi partiti,
Ungiey — — .
*4
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flIO
V
Das Herz bat eine blafsrothe Farbe« Man
kann die beiden sich abwechselnd expandieren-
den und contrahircnden Venensäcke deutlich er-
kennen. Die beiden pulsirenden Ventrikel a) sind
ganz an die Venensäcke angerückt, indem der
Ohrkanal verschwunden ist Der Aorten wulst
ist verschwunden, und die Lungenarterie ist vor«
banden. Man kann die beiden Carotiden un4
den zur Bauchhöhle herabsteigenden Stamm der
Aorte mit seinen Aesten deutlich erkennen. Ne-
ben den Arterien befinden sich die Venen. Die
Venen b) bilden sich in der gallertartigen Mas-
se, welche von den Arterien abgesondert wird,
Anfangs erscheinen Rinnen und Furchen, in de-
nen man Blutpunkte erblickt, diese verbinden
sich zu zurücklaufenden Zweigen und Aesten.
Die Wände der Venen scheinen sich um die
Rinnen zu bilden. Die Haut 0 und alle Thei-
Malptghi de form. pull. hör1. 120. f. 38* App. sexto
die elapso. fig. 41. 42.
s
Maitrcjcan iah die Zehen zur 164. Stunde.
Haller hör. 13g. Artus digitati, articulati.
a) Hailer a. a. O. p. 182. Ov. hör. 138* In corde pulsante
duo ventriculi disttneti, dexter brevior, non tarnen adeo
multo, forte tertia parte. Ventriculi auriculis nunc pro-
piorcs et vix distantes. AuricuUe duae distinetae, micantes,
Arteria pulmonalis nunc quidem primum conspicua, ad
sinistra aortae, linea rubra distineta. Aorta nunc trifida.
Utraque artcria ex ipso ventriculo nata, cum bulbus eva-
nuerit.
i) Wolff Theor. generat. p. 119.
c) Malpighi de form. pull. p. 60. post d. 6*. Corporis exterior
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I
an
le a) des Embryos sind mit Gefäfisnetzen durch«
webt
Der ungemein kurze aus dem kleinen, weifs»
liehen Magen entspringende Darmkanal ist über-
all gleich weit und bildet da, wo sich der Dot-
terkanal mit ihm verbindet, eine kleine Krüm-
mung oder eine Schlinge b), die im Nabelring
liegt An dem Mastdarm erblickt man zwey
kleine Höcker, die Anfange der Blinddärme c).
Der Mastdarm endigt sich mit einer kleinen Er-
weiterung, der Kloake, ander man die mit dem
Chorion d) in Verbindung stehende Bursa Fa-
bricii erkennen kann.
Zu Ende dieses Tages nimmt man oft schon
schwache Bewegungen e) des Embryos wahr,
habtrus cute obduetttf, viiorum reticularibut' propaginibui
irrigabatur. '
a) Spallantani a. a. O. pag. I15. Exper. 130. Six jotirt dt
couvec. La tete, le con, le dos, et la queue sont pour-
vus d'une infinite dürreres et de venes.
b) Craf Tredern hat diese Schlinge fig. lo. Sehr gut abge«
bildet»
e) Haller a. a. O. p. 190. hör. 144. Intestini recti initium tri«
den Latum, ob caecas, ei intestino insertas, appendices.
Graf Tredern hat sie abgebildet fig. 2ö.
d) Maller a. a. Ö. p. 19t. Ov. hör. 144. Intestinum rectum
ineipiens a dilatatione spatiformi, sive lanceae cuspidis st«
mili : huic extremo adhaerens latior ab umbilicali membrana
duetüs.
#) Harvty a. a. O. p. ga. sagt: Jim quoque (di< 6.) fottu*
14 • ,
1
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wenn man ein Ey von dieser Zeit öffnet Eine
Erscheinung, die um so merkwürdiger ist, weil
jetzt das Gelyrn noch eine Flüfsigkeit ist, und
nur das Rückenmark sieb ini festen und gebil-
deten Zustand befindet. Die Bewegungen schei-
nen daher durebdas Rückenmark und nicht durch
das Gehirn bewirkt zu werden*
tesc movet, et leniter cöntorquet, caputque exporrigit: Ucet
nihil etiamnum cerebri, praeter aquam lrmpidam vesiculae
in cl us am , comperiatur. Est denique perfecta galba ; hpc
tolum ab erucis discrepans , quod hi vermes emaneipati cum
iint, huc Hluc serpant, victumque sibi alionde tjuaerant!
ille vero vermiculus stabilis, proprioque pabulo innatans,
eibum per vasa urabilicalia haurietur.
Coiter die 8* Pullus validkm motu in ovi albumine
se ipsum volvebat.
Vesling die g. TbtusFoetüs tum ovum aperiretur motu
quodam convulsivo coneutiebatur. '
Slade die 7. Foetus se jam movebac.
Schräder die 8* Remota tunica foetum sese in suo
colliquamcnto moventem et calcitrantem deprehendimus.
Steno die 9. Observarus motus non obscurui.
Haller p. 182. Ov. hör. 138. Fottus primum nunc
sponte in sua fovea se motitavit.
Spallanzani a. a. O. p. 212. Kxper. 126. Sur un öeuf
cinq jours de couve'e. Cest la premiere fois que le pous«
sin, frappe par un rayon solatre, a remue ses meinbrcs.
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al3
• "■ ' • §'. 79-
* • f t - ,
Siebenter Tag. m)i
'* *
Der in der Flüssigkeit des Amnions schwim-
mende Embryo ist gegen einen Zoll lang. Das
sehr gefäfsreiche Chorion mifst gegen 13 Linien
ini Durchmesser. Der Kppf de* Embryos ist fast
so grofs als der Körper. Die in. den mit rotben
Gefäfsnetzen versehenen Hirnblasen enthaltene
Hirnsubstanz hat dieConsistenz eines weifslichen
Schleims ^) angenommen. Nach Wenzel n) ver-
hält sich je Ut das Gewicht des , Hirns zum Ge-
wicht der M^sse dea Körpers wie 1 zu 14. An
dem Hirn, lassen sioh deutlich die. beiden schma-
«) Abbildungen des Embryos von. diesem Tag finden sich in
MaJpigiu <(c form. puIli p 61. fig. 20. App. p. 8*- ßfe« 10.
L^ngly die "j. Ceiebrum coagulatum* sese offert.
Stene die- g. Cerebrum non aqueum sed ad peruitam
magis accedens.
Malpighi de form, pulli p. 61. Ate r] superat. Pullui
capite amplo et imigo* polldbat» et cerebrum etiam extra
eminebat soiitis contentum induimentis; quibu« lacerafU
ichor jam. fiuidus in solida concreverajt filaroenta, ventrt*
culorum concamerationes, excitentia,
■
Haller a. a. O. p. 196. Ov. hör. 1Ö2. Cerebrum eit
mueus albus, qui ab aceto cogitur.
e) Joseph, et Carol. Wcnjel de penitiori . struetura cerebri
hominis et brutorum. Tübing. igi2. fol. Cap. 33. p. 268«
Ratio incrementr eerebri ad incrementum reliqui corporit
in pullo gallinaxeo in^ubatp usque ad vigesimum primum
iaeubatioois diem.
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414
len nach vorn liegenden Lappen des grofsen
Hirns erkennen, dann die dahinter liegenden
Srhhügel, und das noch nicht mit Furchen ver-
sehene kleine Hirn. Alle diese Theile sind noch
nicht zusammen getreten, wie im Hirn der er«
wachsenen Vögel, sondern sie sind der Lange
nach aus einander gerückt, so dafs das Gehirn
viel Aehnlichkeit mit einem Fischgehirn hat« Die
beiden weifsen und beträchtlich consistenten
Stränge des Kückenmarks treten bei ihrem Ein-
gang in den Kopf etwas auseinander» wodurch
die vierte Hirnhöhle gebildet wird» Auf diesen
Strängen liegt das kleine Hirn, Die zarten weis-
sen Markstränge lassen sich leicht durch die
durchsichtige Hirnsubstanz bis in die Hälften des
grofsen Hirns verlaufend erkennen Auch er-
blickt man einige Markstreifen, die sich in die
Sehhügel fortsetzen. Das Hirn ist an der Basis
und an den Marksträngen consistenter als an
der Peripherie, Offenbar geht die Bildung des
Hirns vom Rückenmark aus. Die Haut, welche
früher die Hirnblasen bildete , ist zur Gefäfshaut
des Hirns geworden.
Hinter der aufwärts gebogenen Spitze des
Unterkiefers erblickt man einen weifsen Höcker,
welcher die Zunge a) ist. An den sehr kurzen
Flügeln kann man alle Regionen oder Abthei-
lungen erkennen b). Der dem Daumen analoge
Theil des Flügels bildet einen kleinen Vorsprung,
a) Steno die 7. Lingua brevis sed crassa,
Schräder die 8« Lingua apparet«
6) Malpighi de form, pulli p. 61. die 7. Alae et crura cum
appensis pedibus omnimodam tortitae erant configurationenk
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»15
Aucfr an den> unteren- Extremitäten kann man-
alle Regionen erkennen. Die Zehen erscheinen
wie durch eine Schwimmhaut a) verbunden. Das
Steifsbein bildet einen nach vorn umgebogenen
Fortsatz in Form eines kleinen Schwanzes.
An: dem Rücken erkennt man mehrere rei-
henweise übereinander liegende weifse Flecken,
welches, die knorpeligen Anfänge der ''Wirbel b)
sind. In der früheren Zeit waren es blofse Bläs-
chen. An den Seiten der Brust erblickt man
weifse Streifen oder Linien, die Rippenanfange c ).
a) Cxafk Xrcdern hat dieses gut abgebildet. £ 12.
Sehr interessant ist es, dafs Emmert und Hochstätter
an den Füfsen der Land-Eidechsen -Embryonen eine ähnliche
Schwimmhaut fanden. Untersuchung über die Entwicke*
lung der Eidechsen in ihren Evern, in Reils und Auten-
rieths. Archiv B. 10. S. 92. bey einem etwas mehr ent-
wickelten Embryo- waren, zwar die Enden der unteren Ex-
tremitäten in Zehen abgctheÜf, aber diese wurden alle
durch eine gefäßreiche Schwimmhaut vereinigt ((ig 80»
was wir ebenfalls bey zarten , Embryonen von Säugthieren
und . Hühnern . immer, gefunden* haben. .
Bekanntermaasen- trifft man in früherer Zeit ähnliche
Häote an, den . Händen , und Füfsen * des menschlichen Em-
bryos an..
B) Harvey p. 83< die 6> Spinae vestjgium jam primum a re-
liqua pulpa discernitur, colore quidem lacteo, sed con-
sistentia firmiore. Ita similiter, quasi tenues aranearum
telae, exiles lineae lacteae per corpusculi pulpam vagantes,
costarum, aliorumque ossium speeimen exhibent.
c) Malpighi App p. gl. post d. 7, Costulae niveae et adhuc
molles crant.
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2l6
In den unteren Extremitäten sind die weifsen
cylindrischen Anfänge des Oberschenkelbeins
und des Schienbeinsa) zuerkennen. Diese knor-
peligen Anfänge der Knochen sind weich, durch-
sichtig und wenig von Gallerte verschieden.
Die Speiseröhre, der kleine Kropf und der
Magen sind gebildet. Die Schlinge oder Krüm-
mung des sehr kurzen Darmkanals ist gröfeer
geworden. An dem ersten Stück des Darms er-
nennt man einen kleinen, weifsen, länglichen
Körper, welcher der Anfang des Pankreas. b) ist
Die beträchtlich grofse, aus zwei Lappen be-
stehende Leber , von denen einer zum Theil den
Magen bedeckt, hat eine grau weifse, etwas
gelblich rothe Farbe c), und ist aus mehreren
Körnchen und Läppchen d) zusammengesetzt,
Stcna die 8* Coitulae elcgantissiraae.
HaHer a. a. O. p. 202. Ov.hor. ti>$. Initiacosrarunn
m) Haller a. a. O. p. 195. Ov. hör. 162. Hoc die primum
femur et tibiam distinguere datum esL
b) Graf Tredera sab es schon am sechsten Tag. a. a. O. p.
9. fig. ao.
c) Malpighi de form, pulli p. 60. post d. 6. Jecoris calor
nondam rubicundus, sed ex candido subfuscus redditus erat.
d) Malpighi de form, putti p. 61 die 7 superat. Jccor ipsum^
tubluteo interdum stiffusum colorc, quanaoque cinereo,
au et iux et soltdius reddebatur , et ipsius glandulae nou om-
ni no rotundam et sphaerteam referebant figurata» sed ob-
longiores et quasi caeculoa utriculos, duetui bepatico ap-
1 pemos, tepr aeuntabant ; quod in aliquibus glandujosis he-
patis racemis et miiiaribot gfendttU« frequeotec Qbservatur.
Malpighi Append. p 8* circa 4. 9. Jccur xerampo
linura, glandulosis utriculis comtans obsenrabatar.
«
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■«7
welche an GefäTszweig*n* wie an Stielchen, hän-
gen. In die Leber dringt die Pfortader ein, und
hinter der Leber steigt die untere Hoblader her-
auf» An der unteren Fläche der Leber kann
man die sehr kleine, weifse Gallenblase a) er-
kennen. Heute sah ich auch zuerst dieMÜ2#),
in GesUlt eines kleinen, weifslichrothen Körper-
chens, welches rechts nehen dem oberen Theil
des Magens, lag, und. an einem kleinen Gefäße
zweig hing. Die Milz erscheint also iqi Em-
bryo später als die Leber, so wie sie auch m
der Thierreihe später, als die Leber hervortritt.
Die Nieren siud röthlich und körnig. Häller c)
will an diesem Tag auch die Nebennieren und
den Eierstock gesehen haben.
«) Haller a. a. O. p.. 1*79. Ov. hör. 124. Vestigium vesicu-
lae fdlij.
a> a. O. p. 184. Ov. bor. 138- Album vcsiqi-
la* vestigiom.
Vicq.d'Aiyr- a* a. Q. p» 403. La vesicole du.fcel se
montre entre la fin du septicroe jour et le commeacement
du huitiemc,
V) Vcsling sah sie am achten Tag a. a. Q. p. 30 die 8- Liea
remoto venrriculo ad latus sc p rode hat, ex albo dilutius
xubellus.
Steno die 12, Lien visu; raaniCcstuf.
Schräder die 14. Elcvato ventriculo conspexiraus lia-
aem minutissimum,. figura sphaerica,.
Haller a. a. O. p. 200. Qv. hör. 168- LiefM*, ui fal«
lor, ioiti* cqnspiciunjur.
*) a. a. O. p. 200. Ov. hör. 168- Rene«, eapsake, Ovaria
crystallina , globoia , sub renibus conspiciuntur.
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m
21$
S- 80;
Achter Tag. a)
Die Aderfläche mifst gegen zwei Zoll' imi
Durchmesser, Der Embryo ist ausgestrecht ge-
gen vierzehn Linien lang. Der gröfser gewor-
dene Stirnfortsatz bat sich etwas nach unten ge-
krümmt und. bildet den. Rückeni des Oberscbna-
bels. Die seitwärts sich; zeigenden, stumpfen
Fortsätze der Oberkiefer habem sich mit dem
Stirnfortsatz Verbunden wodurch die Spalten ver-
schwunden und die Nasenlöcher entstanden sind b).
Zu Ende dieses Tages erscheint ein.weifser Knor-
pelkern c) in« der Spitze des . weichen Schnabels.
Die oberen und unteren Extremitäten d) sind mit
allen Regionen zu erkennen* Au£ denselben, ver-
laufen viele Gefäfizweige in Gestalt rother Strei-
fen und Punkte e\. Aufser den, knorplichen An-
fängen der Wirbelnder Rippen, des Oberschen-
kelbeins und des Schienbeins kann man heute
auch eine knorpelige Linie in der Brust erken-
nen* welches der Anfang des, Brustbeins f) ist.
ä) Eine Abbildung des Embryo* von diesem Tag findet sich in
Malpighi de form. pull. (ig. 21.
b) gut abgebildet von Graf Tredern fig. 5. 6*..
c) Haller a. a. O. Ov. hör. 192. p; 210.. Cartilago in rostro
p. 21 !• Initiuro calli in rostro.
d) Haller a. a. O. Ov. hör. 192. Alae manuum similes, cum
pollice, pedes pedum.
r
4
e) a. a. O. Ov, hör. 192. p. 2 10. Arter iae magnae ar-
tuum lineas factum, minores macularum similes sunt.
/) Langly die 8. Sterni exordium instar lineae albae se manifestat.
v
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2IQ
Alle diese knorpelige Anfange der Knochen sind
-weich und durchsichtig, und man kann in ihnen
weder Fasern, noch Blätter a) wahrnehmen.
Aufgetrocknet gehen sie in eine dem Gummi
ähnliche Substanz über. Um die knorpeligen
Anfänge der Knochen befindet sich eine gallert-
artige Substanz, in der sich nach und nach weifo-
liche Streifen, die Anfänge de* Muskeln b) bilden.
§.
Neunter Tag*.
Der am stumpfen Ende des Eyes zwischen
den Platten der Ey schalenhaut befindliche, mit
Luft gefüllte Raum hat an Gröfse zugenommen.
Das meistens am spitzen- Ende* des Eyes liegende
weiislich gelbe Eyweifs ist kleiner und consi«
stenter geworden. Das äufsere Blatt der Dotter«.
Steno die cj. Sterni parfrformarö coepra.
Haller a. a. 0; p. 21 r. Ovanon 194:. Leve sterni ru-
diroentura.
Vicq d'Aiyr. Le sternumsc monrre entre lä fin du sep.
tieme jour et ie commencement du huitieme..
ä) Haller Experimcnta de ossiunr formatione a; a. 0. p. 479.
Scarpa har eine Reihe von Beobachtungen über die Bil-
dung der Knochen im Embryo der Hühner mitgetheilt in s.
Schrift: De penitiori osaiom struetura Cocnmentarius. Lipt.
1*799. 4* übers, v, T. G. A. Koose. Leipzig 1800. p. 10.
i
6) Haller a.a.Q. Ov. hör. 162. Musculi aliqui in artubus nati.
Schräder die 9. Musculi pecforales cum sterno, quod
albicante linea inter illos se prodebat.
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Z2Q
'haut ist seiner Zartheit wegen kaum noch zu
erkennen. An der inneren Fläche der Dotter-
haut nimmt nun viele zarte Falten urd Flecken,
,und zwar nach, dem Verlauf der Gefälse, wahr,
die eine grofse At bnlichkeat mit den Zotten der
Schleimhaut des Darrokanals haben. In diesen
Falten erblickt man gelbe Gefäfse, Venen, wel-
che Dqttersubstanz. aufgesaugt haben. Diese Ve-
nen werden gelbe Dottergefäfse (Vasa vitelli
lutea) a) genannt. Sje stehen mit den Zweigen.
d) Steno a. a O. d. 20. Dignissima visu vasa flavescentia ais
busculorum instar ramos suos difTundentia et truncum inte-
sitno obverteniia, quae magno numcro ext» sacculum dis-
sectum Iibcra ^eprebenduntur, quasi solis capillaribus sacculo
adhaeientia. Pulchcrimc demonstrantur iUa vasa, quando
in sacculo etiamnura adhaerentc intestinis foramcn long am
fit supejrjus Lta ut vitelli portio cxbauriatur, tunc cnim.tn
reliquo vitello patebunt exstantia vasa plurimis ramulis,
filicis instar expansis, sacculo interius. annexa.
Langry die 7. Lutea \asa jam primum sese prodtdere ,
cjnibus nxultae venulae intertextae erast. die 10. intorta illa
vasa lutea jam venulis accressunt, adeo ut innumerabilia
puncta rubra cum luteis mista dignpscere facilc. sjt. die 19.
Tum vircüus magna parte abdornt nc absconditur, infra
ventriculum Spinae incumbens vasa lutea multa apparent,
et numerum arteriarum longe exccdunt, quae. tum t corpo-
ris paucae atque cxiguae sunt, sed manifesto cum vasis luteis
junguntur et uticunque capillescunt.
■
0 Maipigbi dt form. puü. post dicm.io. Elegantem circa
vitclWim productjoaem micari licobat, dum eyacuata.bujus-
roodi tunica, et, diductis parum ipsius partibus, supra vi»
truoa extendabatur. Arteriae mote minores erant ipsis venis,
iliae vero qequaquam. perpetuo vitelH tunicae hacrebant,
scd ajongatis cxtremitatibiis in vjccm anastomizatis , caecas
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221
der beträchtlich grbfsen und Blut führenden Ve»
nen des Gefäfsraums in Verbindung. Die Arte-
rien sind im VerhiÜtmfs zu derGröise und Zahl
der Venen sehr klein, so dafs es wohl keinen
Zweifel unterliegt, dafs die. Venen die> durch
das Eyweifs veraümite Dottersubstanz aufsaugen
und dem Blute beimischen. Das bedeutend grofse
Chorion, welches das Amnion an Ausdehnung
übertrifft , ist ungemein gefäfsreich. Die aus den
Hüftarterien entspringenden Nahelarterien bilden
in dem Chorion sehr schöne und zahlreiche Ge-
fäfsnetzea), welche mit den Zweigen derNabel-
quasi appendices premebant, quae a tunica int<rius pen«
dentes in vitelli ichorc fusco innatabant, et mergcbantur.
Arteriis praecipuc copiosi haercbant sacculi, qui ambienti*
bus sanguineorum vasorum rivulis firmabantur, et conglo-
bata vitelli tubstantia turgebant; singulus utriculus plurci
globulos patum dcpressos continebat.
Haller a. a. O. p. 214. Ov. hör. lifj. Vetelli vasa in-
cipuunt a parte interiori sive spectante caveam, habere
adnatcs plicas clevatas, sed simplices, brevesque, et evi«
denter sequentes vasorum divisioncs, indeque scrpentina. p.
215. In vitello circulus vasculosus punctatus adparuit, ex
quo vasa oriuntur, quae valvularum partcm convexam per
ambulant. Valvulae clevatae, rubellae potius, quam fla-
vae, ramosae et serpentinae.
Blumenbach sah die vasa lutea am vierten Tag.
Leveille a. a. O. p. 65. läugnet irrig die Existenz die«
ser GefaTse.
*
a) Haller a. a. O. p. 32t). Pulcherrima mediis incubationis
diebus membrana umbilicalis est, Ui pulchriorcm ab artificio
Ruyschiano non speres.
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22%
vene in Verbindung sieben. Der Uebergang der
feinsten Arterienzweige in Venenzweige ist leicht
durchs Vergrößerungsglas d) zu erkennen. Bis-
weilen nimmt man Pulsationen in den geschlän-
gelten Arterien wahr. Die linke Nabelarterie ist
gröfser als die rechte, wie Haller b) sehr richtig
bemerkt hat. Das in den Arterien enthaltene
lind aus dem Korper des Embryos kommende
Blut ist schwarzroth, in den Gefäfsnetzen wird
es allmählig hell roth gefärbt , und schön schar-
lachroth kehrt es durch die Nabelvene in den
Körper zurück. Es ist wohl nicht zu bezwei-
feln, dafs diese Umwandlung des carbonisirten
Blutes in oxygenirtes durch die Einwirkung der
athmossphärischen Luft geschiebt, welche durch
die Poren der Eyschale in das Innere des Byes
eindringt. Das Chorion ist daher als ein wah-
* es Respirations - Organ zu betrachten Das
durchsichtige und mit der Haut des Embryos am
Nabelring verbundene Amnion ist fast ganz von
dem Chorion bedeckt. Die in ihm eingeschlos-
sene klare Flüfsigkeit, worin der Embrvo
schwimmt, fangt an Faser* oder Eyweifs-Stotf
a) Blumenbach in d. Hausb. d. vergl. Anatomie S. 521 sagt
sehr wahr: die dünnhäutigen Aestc der Gefafse des Chori-
ons geben im frischgeöffneten noch lebenden Eye , das beste
microscopische Object, um den Blutumlauf an einem warm-
blütigen Thiere zu demonstriren.
b) a. a. O p. 329. Arteria umbilicalis sinistra, semper major
est, iliacac sui tateris» et aortae, verus confinuatus truneus.
Altera dextra extgua, tarnen adest, et ipsa ea iliaca dextra*
parva est.
e) Haller a. a. O. p. $1%. Humorem amnii in teneriorihus
pullis nuperiotibus exemplis non potui cogere, neque li-
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4
zu enthalten, wie die weiften Flocken zeigen,
die beim Zugiefsen von Säuren in ihm entstehen.
Der sechszehn his achtzehn Linien lange,
stark gekrümmte Embryo pflegt sich bei Oeff-
nung des Byes und des Amnions lebhaft zu be-
wegen. Sein Kopf ist im Verhältnifs zur Gröfse
des Körpers noch sehr grofs. Der knorpelige
Oberschnabel bildet einen kleinen Vorsprung,
an welchem sich der Anfang des hornartigen
Ueberzugs des Schnabels zeigt. Am Unterkiefer
ist noch keine Spur des hornartigen Ueberzugs a)
zu erkennen. Die grofsen vorspringenden Augen
. sind von den hervorgewachsenen durchsichtigen
Augenlidern b) zum Theil bedeckt. Die Horn-
haut ist durchsichtig und sehr wenig convex.
quore de sulfure stillante, neque de vino, neque acri ace*
to, saepissime rcpctito exemplo. In maturioribus pullig
utiquc cogitur facile in albuminis speciem, ut de ea re du*
bium nulluni supersir,
i
a) Graf Tredern p. *]. fig. 6. die "J. vel & rostrum vagina
cartilaginosa induci incipil, quae in maxilla superiori fere
Semper maturtus, quam in inferiori oritur. Orhinem ducit
illa Capsula ex puncto quodam minirao albo, ex quo deinde
cartilago facta rostri apicem capir.
h) Coiter die 9. Oculi perfectissimi et suis palpebris donati.
Vesling die 10. Oculorum orbes palpebrarum integu-
menta dimidiatim velabant.
Larcgly die $. Palpebrarum initia conspiciuntur. die 10.
Oculi palpebris clauduntur.
Schräder die 10. Oculorum integri bulbi palpebris intecti.
Steno die 10. Oculi nondum toti palpebra tecti.
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2*4
Die Sclerotika ist Sehr dünn, so dafs die schwärz-
liche Gefäfshaut durchschimmert; an ihrer un-
teren und hintern Fläche befindet sich eine Spalte,
durch welche der Sehnerv eintritt. Die schwärz-
liche» Gefäfshaut bildet nach vorn den Ciliarkör-
1>er, an dem man die Falten der Ciliarfortsätze
eicht erkennen kann. Die Spalte ist verengert;
ihr mittlerer Theil ist geschlossen a); der hin-
tere Theil bildet die Stelle, wo der Sehnerv ein-
tritt; der vordere Theil ist noch nicht geschlos-
, sen , sondern zwischen den Falten des (Ziliar-
körpers sichtbar b)+ Die erste Spur des Kamms
erscheint als ein feiner langer Streifen in der
Richtung gegen die Linse. Die ungemein schmale
Iris läfst sich noch nicht mit blofsem Auge be-
merken. Die Retina c) ist deutlich als Fortse-
tzung des Sehnervs zu erkennen; sie erstreckt
sich bis an die Crystallinse. Die kleine, fast
Malpighi die lö. Öculi Velamemis, et membrana, qua
nictitant f contegebantur.
Haller p. 2tß. Ov. hör» Oculi palpebris obdueti.
•) Steno. Hiatus in tünica oculi nigra clausus , nisi qua op«
ticura nervum contingebat.
*) Kieser a. a. O. p. 95. fig. 3.
■
<?) Steno die 10. tunica retina albedine sua erat cönspicua»
Hallcr will die Retina schon tu Ende des siebenten
Tags gesehen haben, a. a. O. p. 199. Ov. hör. 168« Ocu>
lor. diameter 19 centesim. In ii$ retina, et ciliare corpus
distineta ot fabricata, et retina quidem evidentissima plicis
magnis ad 1 entern utque erystallinam continuatur, et poste-
rior coronain ciliarem operit. Tab. 5. p. 404. fig. 1.
■
•
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225
iphä'rische Crystallinae a) liegt in einer Vertie-
fung des durchsichtigen und wässerigen Glas-
körpers.
Das in seinen Häuten eingeschlossene Ge-
hirn hat an Consistenz und Ausbildung beträcht-
lich zugenommen* jedoch seine Basis bei wei.
tem mehr als seine Peripherie. Auch scheinen
mir die Sehhügel cjy woraus deutlich die Seh-
■
-■ ' '■ ' v
«) Coiter die lo In oculo omnes »Urticas, omnes hu mores vidif
Ve&ling die 9. In oculis crystallus jam conspicuns.
Steno die 10 humor Vitreus crystallino aliorum aniraa-
lium non dissimilis qua. consistentiam , magnitudine pisi, in
summo ejus inhaerebat crystallina admodum exiguusi
h) Malpigbi de form, pulli p. 61 post d. 8* Ccrebri molcs
Jam solidior erat.; natn vesiculae olim dlsparatae, nunc uni-
tae, geminas constituebant emincUtias, in quibus Ventncult
excitabantur, thalamus pariter scu exortus nervorum opfi*
corum, et cerebellum cum prinetpio spinalts meduilae.
" ■ ■■■ App. p. 82. post d. 9. Ccrebri cristatae vesiculae,
quae in opticorum nervorum exortum de&inunt, minores et
profundiorcs redditae, ad latera inclinabamur ; Idem acci.
debat anterioribux vcsiculis v^fig. 5Ö). Ccrebri quoque. basif
, jam pene solideiacti talis erat; anteriores ve^iculae paiebanf,
nervorum pariter opticorum exortus a cristatis Vcsiculis in
oculos ineurrebat ; iniundibuli portio, a contigua excitat»
Vesicula, certbfi continuitatem lulciebat, et non longe spi-
nalts medullae prineipium pendebat.
Haller a. a. O. p. 212. Ov. hör. 2iö. Cerebrutn satil
perfectum. Lobos anteriores et posteriores, et processus ma*
miliares distinxi , et cerebellum.
#) Joseph und Carl Wenzel's Podromus eines Werks über das
Hirn des Menschen und der Thiere. Tübingen 1806. 4* S.
15
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226
nerven entspringen, mehr ausgebildet zu seyrt
Marteträngen des grofsen und kleinen Hirns kann
man bereits auch die zarten Commissuren erken-
nen , welche die Hemisphären des grofsen Hirns,
und die Sebhügel verbinden. Das kleine Hirn
zeigt noch keine Furchen und Blätteben» es ist
daher dem kleinen Hirn der Fische und der Am-
phibien ähnlich. Die sehr grofse, vom kleinen
Hirn bedeckte, vierte Hirnhöble o), die Seiten-
hirnhöblen und die Höhlen der Sehhügel sind
deutlich wahrzunehmen. Das Rückenmark ist
vollkommen gebildet und der Sinus rhomboida-
lis ist vorhanden £). Aus den Rückenmarks-
strängen sind die Spinalnerven hervorgewachsen,
die in das Parenchym ihrer respectiven Organe
eindringen» Seitwärts am Kopf hinter den Au-
gen und unter dem Hirn nimmt man die Oeff-
nungen des Ohrs als schwache Gruben wahr ; das
zu Tage liegende Pauckenfell zeigt Blutgefäfse c ).
Das in dem Herzbeutel eingeschlossene blafs-
rothe Herz ist ausgebildet d), sowohl seiner Lage
38* Beim bebrUteten Hühnchen entwickeln sich am frühe«
flen und schnellsten die Sehhügel mit den Sehnerven, lang-
samejr ist die Entwicklung des großen Hirns und noch
langsamer die des kleinen.
a) Steno die 9. Quartus cerebri ventricului latus admodum.
h) Nicolai hat ihn von dieser Zeit gut abgebildet, a. a. O.
#) Steno die 10. Foramen auditus attense inspicientibus sin«
guineum vasculum exhibebat.
d) Coiter die 9. Cor suam habebat formam et colore subal«
bido praeditura, pulsabat etiam extra pullum diu.
Aufser den weifsen
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227
ab Gestalt nach. Der rechte Venensack ist
gröfser als der linke ; an den in den Venensack
eintretenden Hohlvenen lassen sich die Klap-
pen a) wahrnehmen. In den dünnen weifslichen
Wänden der Venensäcke erblickt man mit Hilfe
des Vergrofserungsglases weifsliche Muskelstrei-
fen. Der gröfsere und mehr nach hinten und
unten liegende linke Ventrikel ist länglich rund
und bildet die Spitze des Herzens. Der kleinere
und mehr nach vorn und oben liegende rechte
Ventrikel ist kurz, gekrümmt und dem linken
gleichsam angehängt. Die Höhlen beider Ven-
trikel sind durch die Scheidewand des Herzen*
von einander getrennt. Die Aorta und die durch
die arteriösen Gänge mit der Aorta Verbundene
Lungenarterie ist vollkommen deutlich zu er«
kennen. Das Herz pulsirt gegen zwölf mal in
einer Minute. Die Venensäcke contrahiren und
expandiren sich gleichzeitig* sö auch die Ven-
trikel. Das Herz behält sehr lange seine Reiz-
barkeit bj9 Und Zwar Zeigen sich jetzt die Ve-
nensäcke längere Zeit reizbar als die Ventrikel c).
*) Steno die iö. Potui in Vena Cava, quae intra cor et hepar
erat, valvuläre satii manifestam observare; auriculae tenui-
iormem membranam referentet» quibusdam in iocis albof
quasi tunicülös exhibebant.
b) Steno die 8. Cor cum aurlculis fnovebatur distinctisiime;
imo resectum et ab omnibus etiam vasis liberarum in manu
mea diu movebatur; quiesecns tandem et quasi plane mor-
tuum orii anhelitu iterum in vitam revocabatur, id quod
saepius factum non sine adstantium admiratione.
#) Vesling die lt. Jam duodeeim exaetae erant horae, cum
dissecto corpore, diviso cerebro, laceratts visceribus, et
abruptis umbilicalibus v.:sis, adhuecordis auricula sc moveret.
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Hinter dem Herzen nebet* der Wirbelsäule He*
gen die kleinen, kaum drei Linien langen, weifs-
liehen und durchsichtigen, mit zarten Gefäfsne*.
tzen durchzogenen Lungen. Die noch häutige
Luftröhre a) ist leicht wahrzunehmen. Der Ala-
nen und Darmkanal sind etwas gröfser gewor-
den, aufserdem haben sie sich nicht geändert»
Leber röthitch mit vielen Gefäfszweigen durchv
zogen. In den grofsen, rothen und aus Läpp-
chen zusammengesetzten"Nieren b) erblickt man
Blutgefittse; auch kann man die Harnleiter f) er-
kennen. Iii mehreren Embryonen dieser Zeit
fand ich an der vorderen Fläche der Nieren
zwei kleine länglich weifslicbe Körperchen> wel-
ches die Hoden d) zu seyn schienen.
Die beträchtlich festen und beim Beugen
Elastizität äußernden knorpligen Mittelstücke der
Langly die n. Viginfi sex horii corculum impösitutb
tnanui a calore quasi reviviscens ctenuo, quotiefscunque li-
bitum est, pulsar, sed primis octo aut decem horis non
solum auriculac, sed et cor ipsum, ast postea tantum au-
riculae, ut plurimum ordinato motu a dextra ineipiente,
aliquando inverso ordine a sinistra ineipiebat motus; sed
sequentt die idem tentanti non successit, nisi quatuor aut
quinque horis ab incisione,. et deinde nunquam.
0) Vesling die 8* Arteria tiacheae canalis jam. conspicua»
• • ■
b) Haller a.a.O. p. 2 12. Ov. hör. 210. Renum vascula conspicua.
e) Steno die 9. Ureter«.
d) Steno die 9. Testes-
Vesling die Ii. Testes in conspeetüm Veneruttt.
Halter p. 214. Ov. hör. 216. Testes ni fallor consplcut.
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d?9
Schenkelknochen und Schienbeine fangen an ein
gelbliches.. und runzlichles Ansahen, zu erhalten.
Wenn man sie unter dem Vergröfserungsglas be-
trachtet, so erblickt man in ihnen ein netzför-
miges Gewebe a), dessen Federn, unter, spitzen
Winkeln zusammenlaufen. Dieses zw^r noch
knorpliche und biegsame Netz unterscheidet sich
\on 4em Übrigen Knorpel des künftigen Kno-
chens durch einige Undurchsichtigst, gelbe
Farbe und Rauhigkeit.
§■ 8a.
■
Zehnter und elfter T,i$. *)
■ » • »
Der gegen 21 Linien lange Embryo hat eine
ganz gekrümmte Lage. Sein irji Verh.iltnifs zum
Jigrpcr weniger grofse Rppf c) ist zwischen die
Füfse angezogen, und zum Tjieil vo# den, Flü-
geln bedeckt. Die gefäßreiche Haut ist mit vie-
len kleinen Erhabenheiten verseben , aus denen
die flaumartigen Federn //) hervorbrechen. Jetzt
a) Scarpa a, a. O. S. io.
i) Abbildungen von Embryonen a,us dieser Zeit fjndct man
in Malpighi de form, pulli fig. 22. App. f. 51.
■ «
Maitre-Jcan fig,. 39.,
4 *
c) Schräder die 10- Jam inter caput et -corpus reliquum me-
lior proportip.
<£) Coiter die. 9. Pullui jam omnibus. parribus absolurus et
poris latis, ex quibus pennarum primae radices prorupturae
cran*. die 10 fcny)ra.dot$uai et clui^s erant primii radi-
eibus pennarum obdyctae.
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C3o
bat die Gallenabsonderung schon begonnen, denn
man findet die Gallenblase a) mit einer blafs«
Vesling die 1 1. Jam pennarum primitiae praesto fuemsr.
Langly die 10. Pullui jam plumarum primordia habet.
Steno die 10 Cut« erat aipera et in tergo pennarum
praebuit vestigia conspicienda.
Malpighi de form, pulli p. 60 pott diem6 Corporis
exterior habitu* cute obductus, vasorum reticularibus pro-
paginibus irrigabatur et evidcntiores reddebantur tumorps
quidam, sei» futurarum pennarum folliculi,
App. p. 82 post dicm 9. Exterior corporis ha*
bitus tumoribus, pro futuri* pennis cxasperatur.
Haller a. a. O. p, 221 Ov, hör. 240, Bulbi nigri
plumarum conspicui. p, 230 Ov, bor, 264, Plumae undi-
que de fctu cfflorescunt,
Vicq d'A*yr a. a. O, p. 403. On voit la plume pa-
roitre a la surface de la pcau et la recouvrir au commen-
cement du sixieme jour. Dies ist offenbar zu früh.
a) Vesling die 11. Jecur impensius flavum, et subtus nigri-
cante folliculo bilis instruetum.
Langly die IQ. Vesicula feile turgida est.
Schräder die Ii. Dcxtro hepatis lobo elevato, sese of-
ferebat folliculi bilarius, globulus scilicet coeraleus, mag-
nitudine caput aciculae vi* superans.
Malpighi de form, pulli p.6l. de:ima elapsa die. In-
terius rubiginqso jecori appensus pendebat bilis folliculus,
quae caerulea erat.
Haller a.'a, Q. p, 219 Ov, hör. 236, Hepar bilo*
bc, cum vesicula nunc viridi, erst minima.
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231
grünen Galle ä) angefüllt In dem weifsli-
chen Magen und im Anfangsstück des dünnen
Darms V) erblickt man grüne Punkte, welche
von ergossener Galle herrühren.
Zwölfter und dreizehnter Tag, c)
Der am stumpfen Ende des Eyes befindli-
che, mit Luft gefüllte Raum nimmt fast den
—
Hallcr a, a, O. p. 22f. Qv. hör. 246. Vesicula fcüis
viridissima.
a) Hallet' Eiern. Physiol T. 8- P- ^4- Bi1is P"«»um dec°-
lor, in pullo ineubaro a die deeimo per varios viroris
gradui, deraum sub tempus, quo cxcluditur, caerulea et acrn est.
*
*) Steno die u. Circa orificium ventriculi conspiciebatur
punctum viridev
Schräder die. II. Ventriculus eo Utere, quod fellis
vesiculae est vicinum, intra suas tunicas habebat punctum
quoddam aerugmeunu
Malpighi de form. pull. p. 61. deeima elapsa die. In
intestino parum bilis itagnabat.
Haller a. a. O. p. 219. Ov. hör. 236. Ventriculus
crassus, inque eo bilis aliquantum. p. 221. Ov. hör. 240.
Intestina bile ttneta. p. 228- Ov. hör. 291. In ventriculo
viridis fellis particula.
e) Gute Abbildungen der Embryonen dieser Zeit mit ihren
Häuten findet man in Malpighi de form, pulli fig. 24.
Appcnd. fig. 52. Blumenbachs Abbild, naturhistorw Gegen-
stände. Taf. 34.
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232
vierten Theil des Eyes ein. Das mit einem von
Blut strotzenden Gefäfsnetz versehene Cborioa
ist fast an der ganzen inneren Fläche der Ky-
ßchalenhaut ausgebreitet. Am spitzen Ende des
Eyes liegt das sehr klein gewordene, qonsistente
und klebrige Eyweifa. Es ist einerseits durch
das Eyweiis.band an die innere Fläche der Ey-
fichalenhaut befestigt, und anderseits ist es durch
die Hagel mit dem Dottersack verbunden* Die
Sehr flüssige Dottersubstanz ist blafsgelb und
milchig. Die Gefäfse des Dottersacks sind klei-
ner als die Gefafse des Chorions. An der in-
neren Fläche des Dqttersacks erblickt man die
sehr zahlreichen, gefransten, gelben Gefafse ; be-
sonders reichlich sind sie an der Stelle vorhan*
den, wo sieb die Vena terminale befindet Der
im Amnion eingeschlossene 24 bis 28 Linien
lange Embryo bewegt sich stark, auch öÄnet
und schliefst er den Schnabel d). Aus der Haut
des Rückens, des Sfceisses, der Flügel und der
Schenkel sind die flaumartigen Federn hervor-
gewachsen b). Die Extremitäten sind 4er Form
o) Schräder die II. Pullus calcitrabat, et os suum aperiebat*
Hallcr a. a. (X p. 236. Ov. hör. 2S5< Fetus iji im»
nio hiat» et rostrum aperir.
' f>) Vesling die 12. Do mim jam penmikiruni primordiis ma.
culosum. die 13. Pullus hinc iede nigricaniibus pennulis
insigniius.
Schräder dfe 13. plumae egregic exereverant.
Malpighi de form, pulli p. 62. pbst duodecimanvdiem
pennarum eiuptiones dorsi .longitudincm contegebant, et ab
extremis paxiter alis et (Oxis erump*bant.
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«
nach ganz ausgebildet vorhanden. An den Füs-
sen nimmt man die Zehen mit allen ihren Glie-
dern wahr, sie sind aus der einer Schwimmhaut
ähnlichen Haut, welche die Zehen früherhin
verband, gleichsam hervorgewachsen; jedoch
erblickt man an der Wurzel noch die Rudimente
jener Haut a). Die Füfse sind schon mit zarten
weifsliqhen Schuppen oder Schilden bedeckt.
Der Schnabel ist ganz gebildet und mit
Knorpel- Masse durchdrungen. In den Nasen-
höhlen sind dip kleinen häutigen Muscheln vor-
handen« Die mit Blutgefäfsen versehene Zunge
liegt ziemlich frei in der Mundhöhle. Augen-
lider ganz gebildet, die Augen bedeckend. Zwi-
schen den Platten der wrifsen Haut erblickt man
den Kreis der kleinen, platten Ossifikationsr
punkte des Knochenrings b). Durch die in der
Gefäfshaut befindliche, noch mehr verengte Spalte
tritt der Sehnerv ein. Der aus der Retina sich
erhebende Kamm e ) dringt durch den Glaskörper •
bis zur Kapsel der Linse. Die früher ini Ciliar*
körper noch sichtbare Spur der Spalte ist ver*
a) abgebildet von Graf Tredtrn fig. \ß.
b) Blumenbach will diese Puncta Ossifikation is schon am neun*
ten Tag geselvcn haben, Handbueh der vergl. Anat. S. .119.
Recht als Puncte oder gleichsam als ein kreisförmiges
Schnürchen von ejn paar Qutzend der zartesten Perlen^
sieht man die Puncta ossifveationis, im Augapfel rund um
#e Hornhaut, wo sie die Grundlage des Knochen rings der
Sclerotica machen.
c) Halter a. a. O. p. 23g. Ov. hör. agg. Plumulam* membra*
naceam per vitreum humorem ad. lentis, capsulata deduxj.
*
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*34
scbwunden« Die mm mit blofsem Auge sicht-
bare Iris erscheint als eine zarte Haut ohne Spalte,
und ohn$ sch Garzes Pigment dy.
»
In den häutigen Hüllen des Hirns nimmt
man die knorpligen Anfänge der Schädelknochen
wahr, welche an de^ Basis des Schädels deut-
licher als am Gewölbe sind« Die Qonsistenz des
Hirns by bat zugenommen. Am kleinen Hirn hat
die Blätterbildung begonnen, es zeigen sich von
aufsen Queer - Furchen, welche die Blättchen
Irennen. Die Hemisphären des grofsen Hirns
und die Sehhügel $inq durch markige Commissa-
reA verknüpf^
Die weifslichen, ipit Blutgefäßen durchzo-
genen Lungen sind etwas £rölser als das Herz*
An der Luftröhre hat die Knorpelbildung c) an-
gefangen. Die Luiigenarterien d) und Venen
sind deutlich. In dem Kropf und in dem mus-
kulösen, wie wohl sehr engen, Magen e) ist eine
$chleimige, milchige Flüssigkeit/; enthalten; der
i
■
a) Kieser a. a. O. Taf. 6. fig. f.
5) Haller O, Ov, hör, 312, Cerebrum pulpoium , tatis
perfectum.
c) Schräder die 11. Arteria aiper a aliqaam tunc nacta du-
ririem.
<fl Hallcr a. a. Q. p. 234. Ov. hör. 270. Aitcria pulmo-
na Iis permagna. Ramj ad pulmoncs conspieui.
0) MaJpighi de form. puIli post d. i\ Ventriculus carnosus.
Haller a, a. O, p. 242. Ov. hör. 309. Ventriculus carnosus.
/) Coiter die 16. In ventriculo reperi substantiam chylosam.
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235
des Magens ist gewöhnlich Galle beigemischt.
Ohne Zweifel ist diese Flüssigkeit ein Secreti-
onsproduct der Drüsen des Kropfs und des Drix*
senmagens. Vielleicht wird aber auch von dem
Embryo Liquor amnii verschluckt, wieHarvey
und Haller a) annehmen^ Der Darmkanal bil-
Harvey post d. 14. In ventriculi cavitatc liquor lim-
pidus repcritur, ejosdcm pltnc cooststentiae, colorif et sa-
poris cum colli quamento, in quo foetus natabat; qui per
intestina dilabens, colorem sensim mutat, et in cbyiura
vertüur*
Schräder die 14* In ventriculo candidum chylum re-
periebamus, eidemque immensam particulam acruginei co-
loris, qualcm diebus praecedentibus intra tunicas haerere
vidimus.
Malpighi de form, pulli p. 62, pott d. 14. In camoto
ventriculo lac stagnabat et proxima intestiai portio muco
quodam caodido replebatur, glandulaeque copiosae intra
cjuidem substantiam , interierebantur.
Haller a. a. O. p. 240. Ov. hör, 286, In ventriculo
materies raueoja, limpida. — Ov. hör. 288* Multum in
ventriculo bilis, cum muco roistae. — Ov. hör. 312. Yen-
tricului tumidus, et ipse et ingluvic« lacte replentur.
m) a. a. 0 p. 391* Similitudo summa, quae est inter albu-
mtn a chlore coactum, et matcriam albam ventriculi; bu-
moris amnii natma coagulabilis circa eadem tempora nata:
ejusdem materiei sedes in oesophago, ingluvic, ventriculo:
neque in ulla alia parte animalis: perpetui hiatus pulli,
quos mediis in aquis tot in ovis adnotavi: exemplum pi-
scium , qui absque dubio et diföcultate, mediis in aquis
dcglutiunt, hominumque, qui in iisdem aquis ante sub-
mersionem aquam absorbent, albuminis perpclua dimiuutio,
et plena ante partum coroumtio. haec quidem omnia con-
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det mehrere Krümmungen und Windungen, die
zum Theil in der weiten vom Amnion gebilde-
ten cybnderförmigen Nabelscheide liegen, wo sie
durch den DotterkanaP mit dem Dottersack in
Verbindung stehen. Die langen Blinddärme sind
ausgebildet. Im Darmkanal findet man Schleim
mit Galle vermischt. An den rothen Nieren
kann man die geschlängelten Harngefäfse ä) er-
kennen, so wie auch die Arterien, Venen und
Harnleiter. Die Nebennieren sind vorbanden.
Der kleine Eierstock und der enge ßjerleiter
ist sichtbar.
Die Muskeln sind weifs. b% \yeich und mit
Blutgefäfsen durchzogen; bei der Reizung mit
$chajfen Instrumenten, Säuren, und Weingeist
contrabiren sie sich nicht Je^zt lassen sich
T : — r-r,
sentiunj, ut dubiura null am sit, quin fetus aquam amnii,
ex albpmine reparatam, dcglutiat, inquc vemriculunj cogat
dcfccndcrc.
m) Haller a. a. O. p. 340. Ov. bor. 2ß6. Rcncs rubri, ad
microscopium facti rotundis lobis, qui ipsi ex minitnis vai«
cd Iis ferpcntinis coroponi videntur. — r Ov. hör. 2g6» Re-
nes ex vasculis inflexis. pulehre composüi.
b) Vesling die m. Albis adbqc xnusculii foetus tarnen tnoye.
tur iisdem,
Haller ,a. a.. O.. Ov. bor. 28& Carnes albae.
c) Haller a. a. O. Ov. bor. 312. Nulla irritapilitas oisi in
corde, buic maxima.
LeveilJc a. a. O, p 2g. Le curieux observateux pour
suit il ses recherches retire t-il au vingticme jour de Tin.
cjibaticjn un .poulej de sa coquiile? 5'il .le di«<i'que dans
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«37
«ich die größeren, noch nicht glänzenden: Seh-
nen a) erkennen. In den knorpeligen Unterkie-
ferästen, in den Wirbelbeinen, in dem Brustbein,
in den Rippen» in den Schlüsselbeinen, in den
Oberarm - und Vorderarm - Knochen, in den
Ober- Und Unterschenkel - Beinea nimmt man
Verknöcherungs- Punkte wahr. Alle diesePunkte
haben ein netzförmiges und zellichtes Anseiren b),
und sind mit Blutgefäfsen durchzogen. Die Bein«
haut ist dick und gefäßreich.
■
§* 84*
»
Vierzehnter, fünfte kniet und eechiekntet
Zwischen den blatten des Chorions befin-
den sich weifse Streifen d)t welche aus einer
cct etat, le scalpel divisera lefe musales sans provoquer \tut
contraction et ils reiteront insensibles au stimulu* du fer.
11 ne sera pas plus heureux, s'il a recourf a i'applicatiou
des moyens nombreux que ioumit la chymie. Ainsi les
acidcs muriatique oxygcne, nitrique, sulfüriquc, le muriate
oxigene, la potasse fonduc etc. ont et« d'un usagc absolu*
ment nul.
«) Haller a. a. Ö. pag. 240. Öv. hör. 2ffi. Albus tendo
Achill js scd non splendeus,
i) trefflich abgebildet Von Scarpa taf. i. fig. ^. g- 9- Schien-
bein eines Hühnchen im Eye am vierzehnten Tag nach
dem Anfange des Brütens.
e) Abbildungen des Embryos und seiner Hüllen von dieser ttlt
sind enthalten inMalpighi form. pull. fig. 23. App. fig. 54*
<fl Malpighi App. p. $3. HGhorii cavjtate AllantoideS tunica
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238
weichen und consistenten Masse bestehen. Diese
Streifen sind wahrscheinlich kein Harn, sondern
Ueberbleibsel von der in dem blasenförmigen
Chorion enthalten gewesenen Flüssigkeit a). Die
hochrothes Blut enthaltende Nabelvene dringt
durch den Bauchring ein und öffnet sich in die
untere Hohlader vor ihrem Eintritt in den rech-
ten Venensack. Wenn man den 30 bis 3* Li-
nien langen Embryo aus dem Amnion nimmt,
so öffnet und schliefst er den Schnabel , als wenn
er nach Luft schnappte* An den Flügeln bre-
chen die Federn hervor. Der Schnabel und die
Zehenglieder sind mit dem hornartigen Ueber-
zug b> versehen. An der hinteren Fläche der
rothen Lungen c) nimmt man Eindrücke oder
Furchen wahr, welche von den gebildeten Rip-
pen herrühren d). Der Darmkanal äufsert Reiz*
Seftsim manifestabatur • subalbam candidamque cominebat
tirinam, quae intcrdum fUamcntosa, reticuiare opus effU
cicbat.
Haller a. a. O. Ov. hör. 336. p. 255. Inter duai la-
minas membranae umbilicalis crustac albac, molles, liehe-
Iiis alieujus similes.
*) Halter a. a. O. p. 331. Quando dem um enormem magni-
tudinem vesicae umbilicalis cum renum parvitate comparo,
et uretcrum , nullo modo probabile esse invenio, humorein,
qui aliquando sit in ea repertus, a renibus esse.
b) Malpighi App. p. 82. die 14 elapsa. Ungues et rostrum
solid am acquisicrant naturam.
*) Haller a. a. O. p. 258. Ov. hör. 358. Pulmo roscus.
d) — — — p. 263. Ov. hör. 366. Pulmones a tho-
race figurati, costarum eftigiem inpressam ferunt.
■
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1
«39
■
barkeit a). Die grüne Galle fängt an bitter zu
werden, das sie firüherhin nicht war*
• ■
§. 85-
Siebenze'hnter > mchttehntcr und niunlehntet
Tag. b)
-•
Das Chorion nimmt die ganze innere Flache
des Eyes ein, es umhüllt den Dotter und den
im Amnion eingeschlossenen Embryo. Seine Ar-
terien pulsiren stark. In dem inneren Blatt des
Chorions, in der Allantois, findet sich eine
weifse • kalkartige Masse c) , in Form von Strei-
fen. Das Byweifs ä) ist bis auf das fiyweifs«
a) Haller a. a. O. p. 264* ÖV. bor. 384. Intettinorum aliqü*
irritabilitas, ut sollicirata te in nodulos contraxerinf.
i) Eine Abbildung des KUchelchcn Vom 19. Tag findet mall
in Malpigh't Append. fig. 5^
e} Malpighi Append» p. g}. die Chorii substamia etat*
tior reddita, quasi carnea, exiguum continebat humorem*
ejusque coneavitatem allantoides tunica fere e* toto oeett«
pabat, tnueosa referta urina.
Haller a. a. O. p. 2*}o. Ov. hof. 40I. Ineer laminai
membranae umbilicalis sordes spumosae et crustaccae sunt.
d) Coiter die 1$. Viscosum et album oranino absumptum est
Vesling die 18« Albuinen rorum jam consumptum.
Stade die 17. Albumen crassum fere forum consump-
tum , sed chalazae vitclli , non instar globulorum , sed sub
forma fibrarum aut filamentorum abscissorum in crassum
hoc albumen terminabantur.
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band Und die düntt gewordenen Hagelstränge
verzehrt. Per Dottersack a) ist nicht mehr rund
und ausgespannt, sondern gelappt und zusam-
mengefallen ; eine Veränderung, welche von
der Abnahme der Dotterffubstanz herrührt. Die
an den Falten der inneren Fläche der Dotter-
häut: befindlichen gelben Gefäfse b) sind sehr
zahlreich. Die Arterien des Dotters sind sehr
klein, dagegen sind die Venen um so gröfser.
Der durch den Dotterkanal mit dem Darmkanal
Stcnö die 20. Albnmert totum comumptum, exiguam
partero albam reliqucrat, quam prochalazis habcrero.
Haller a* a. O. p. 274 Ov. hör. 414» De albumine
*
Collum linea non latiut superest»
a) Haller a. a. O. p 269. Ov. h. 390. Vitellus bilobatut. —
p. 2-jg. Ov. h. 432. Vitellus trilobatot in vaginam umbi-
licalem ineipit resumi, moleque minuitur, totusque laxusest.
1) Lahgly die ig. Tum vitellus magna parte abdomine ab-
sconditur, infra ventriculum Spinae ineumpens vasa lutea
multa apparent, et numerum arteriarum longe excedunt,
quae tum temporis paucae atque exiguae sunt, sed mäni-
festo cum vasis luteis junguntur et ubicunque capillescunt.
Steno die 20. Continuatib sacculi vitclli cum tntesti-
ho in medio duorum vasorum sanguineorum manifesta erat,
dignissima vero visu Vasa flavescentia arbuscolorum instar
ramos suos diffundentia et truneum intestino obvertentia,
quae magno numero intra sacculum dissextum libfera de*
prehendumur, quasi solis capVIlariUus sacculo adhaerentia.
Pulcherrime demönstrantur ilia vasa, quando in sacculo
etiamnum adbaerente intestinis foramen longum fit superius
ita ut vitelli portio exhauriatur, tunc enim in reliquo vi*
tcüo patebunt exstantia vasa plurimis ramulis, filicis instar
expansis, sacculo interius annexa.
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24*
verbundene Dottersack beginnt durch den Na-
beiring in die Bauchhöhle zu treten. Der mit
Federn bedeckte Embr yo liegt in einer gekrümm-
ten, zusammengeballten Lage in dem Amnion
eingeschlossen. Der Hals ist stark geborgen, und
der Kopf befindet sich gewöhnlich unter dem
rechten Flügel seitwärts an der Brust a). Die
unteren Extremitäten sind gegen den Bauch an-
gezogen. In den lezten Tagen der Bebrütung
verliert sich das Fruchtwasser, so dafs man das
Amnion unmittelbar an dem Körper des Em-
bryos anliegen sieht* Der Embryo bewegt sich
lebhaft, er öffnet und schliefst den Schnabel,
a) Aristoteles Hist. Anim. Lib. 6, Cap. 3. Pulius tenet caput
supra dextrum crus ad ila sub ala.
Coiter die 19. pulius habuit caput deorsum inclina-
tum sub dextra ala et dextro crure reconditum.
Hatvey p. 92. Absumpto vero albumine, et exigua
jam coUiquamcnti relicta quantitate, per aliquot ante ex-
cjusionem dies, pulius non amplius natat, sed supra vitel-
lum decumbit, totumque conglobatus, capite ut plurimum
inter femur dextrum et alam posito, rostro etiam, ungui«
bus et plumis, caeterisque omnibus instruetus conspicitur
Modo dormit, modo vigilat, Ynovensque sese respirat et
pipit. Si ovura auri admoveris, tumultuantem intus foe-
tum, calcitrantem, atque pipientem manifeste audies. Idem,
si in aquam calidam pedetentim dimissus, innatabit, pul-
lusque intus a calore ainbiente expergefactus saltus edit,
ovumque huc illuc volutabit. Quo experimento mulieres
ova ioecunda distinguunt a subventaneis, quae aquae im-
posita subsident.
x6
1
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2^2
schnappt nach Luft a), find läfat selbst nicht sei«
ten seine pipende Stimme b) hören*
Der Schnabel, die Zunge, die Nasenhohlen
und die Augen sind ausgebildet Der Schädel
ist bis auf die Fontanellen und Nähte knorpe-
lig, und das Gehirn hat seine normale Gestalt.
Alle Hirntheile und Hirnnerven sind sichtbar.
Die Masse des Mirns verhält sich zur Masse des
Körpers ohngefähr wie eins zu achtundzwanzig.
An dem lebhaft pulsirenden Herzen sind noch
die Ductus arteriosi zu erkennen, welche die
Lungenarterie mit der Aorte verbinden. Die
rothen Lungen sind an die Rippen angewach«
sen. Die Wärme-Entbindung ist noch sehr gering,
denn der Körper des Embryos fühlt sich kalt
an. Der kleiner gewordene Nabelring ist mit
den Bauchmuskeln umgeben. In dem ausgebil-
deten Kropf, in dem Drüsenmagen und im mus-
kulösen Magen befindet sich eine weifsliche,
schleimige Substanz. Die Muskeln des Magens «
sind blafsroth. Die Länge des mehrere Windun-
a) Hallcr a. a. O. p. 271. Ov. hör. 405. Fetus costas ele-
vavit, rostrura aperuir, clausirque ut quasi respirare vi-
deretur. — p. 275. Ov. hör. 429. Pullus vivus de ovo ex-
tractus, rostrura inotitavit, gtutit quasi aerero, aiasque et
pedes coneussit.
b) Aristoteles a. O. Pullus circa vicesimam diem jam vo-
cem emittit.
Snape die 18* pullus pipit.
Langly die 19. pipit jam pullus, et oculos aperit.
Hallcr a. a. O. p. 2$o. Ov. hör. 451. Fetus rostrum
repetito aperuit, et dctiique pipit.
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*43
gen bildenden Dann kanals verhält sich zur Länge
des Körpers ohngefähr wie drei zu eins. In dem
Darmkanal ist Schleim mit Galle vermischt ent-
halten, der in der Kloake angehäuft dem Meco-
nium a) gleicht. Der Darmkanal äufsert Reiz-
barkeit. Die grofse Leber hat eine blafsgelbe
Farbe b). Die in der Gallenblase enthaltene Galle
ist dunkelgrün und bitter. Milz blafsroth. Die
Nieren und Generations- Organe sind ausgebil-
det Die Mittelstücke aller langen Knochen sind
aus einem netzförmigen Knochengewebe gebil-
det; sowohl die innere als die äul'sere Knochen-
haut ist mit vielen GefäTsen versehen, welche
Zweige in die Knochensubstanz abschicken. Auch
in den knorpeligen Ansätzen zeigen sich schon
Spuren von Knoclienkernen. Die gröfstentheils
aus flachen netzförmigen Knochenpuncten sich
bildenden Schädel- und Gesichts - Knochen sind
sehr deutlich zu erkennen. Zwischen den Stirn-
beinen, Scheitelbeinen und dem Hinterhauptsbeia
befindet sich eine grofse dreieckige Fontanelle.
Die Ränder der Knochen, welche in Nöthen oder
Harmonien zusammenstofsen, sind noch knorpe-
lig. Der Unterkiefer besteht aus vier Stücken,
nämlich aus den zwei Gelenktheilen und aus den
zwei horizontalen Aesten. Das Brustbein wird
von fünf Knochenstücken zusammengesetzt, die
«) Harvey p. 93. paulo ante foerus exclusionem faeces sub-
virtdes cernuntur, quales exclusos pullos ejicere diximus.
«
, r
Vcsling die 19. Intcstinit cxcrementi quid et biliös!
viridis, aliqua parte inerat.
£) Harvey p. 93, Nec hactcnus quidem jecoris color purpu-
reum aut sanguincus est, sed ab älbore in flavcdinem ver*
gens; qualia piscium jecora cernuntur.
16 *
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durch Knorpelmasse verbunden sind. Diese Kno*
chenstücke sind: das Mittelstück, welches sich
zum Brustbeinkamm erhebt; die beiden oberen
Seitenstücke, welche die vorderen Seitenfortsätze
darstellen ; und die beiden unteren Seitenstücke,
welches die hinteren Seitenfortsätze sind. Die
Rippenanhänge stellen noch besondere Stücke
dar, welche noch nicht mit den Rippen ver-
schmolzen sind. Jede Beckenhälfte zerfällt ift
das Darmbein, Sitzbein und Schambein.
*
Die, mit Sehnen versehenen Muskeln sind
blafsroth.
$♦ 86.
Zwanzigster und einundzwanzig* tcr Tag. a)
% Der am stumpfen Ende des Eye« befindli-
che > mit Luft gefüllte Raum nimmt den vierten
Theil des Eyes ein. Das Chorion ist dick und
breit; seine kleineren Gefäfszweige sind oblite-
rit und enthalten kein Blut mehr b), nur die
mm i ii
a) Foetus von dieser Zeit haben abgebildet fabricius ab A*
quapendente a. a. O. Tab. 6. fig. 2o. Tab. 7 i\g. 2t.
Malpighi im Apend. fig. 5g. 60.
Eine schöne Abbildung der Lage des Küchelchens im
Eye hat Graf Tredern geliefert, a. a. O. fig. 32.
i) Haller a. a. O. p. 293. Ov. hör. 504. Membranam um*
bilicalem totum ovum, praeter inane spatium sub obtuso
vertice, rcplcntcm reperi, pauooribus vasis et roagnam
partem siccatis et inantbus, reliquis potius mJnoribus, etsi
trunci duo, arteria nempe umbilicalis et vena umbilicalis,
enormi sunt mole.x
*
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245
■
durch den sehr verengten Nabelring hervortre-
tenden Gefäfsstamme sind noch vorhanden. In
dem innern Blatt dex Gefäfshaut ist keine Feuch-
tigkeit mehr enthalten* sondern man erblickt
blofs einige weisse, kalkartige Streifen. Das
Chorion ist mit der Bursa Fabricii verbunden.
I)er kleiner gewordene Dotter a) liegt in der
Bauchhöhle, und hangt mittelst des Dotterka-
nals am dünnen Darm. Nicht selten kann man
den Darmkanal durch den Dotterkanal aufbla-
sen, oder auch umgekehrt den Dottersack
Der in dem welken Amnion eingeschlossene Foe-
tus nimrnt fast das ganze Ey ein. Wenn man
den Foetus aus dem Ey nimmt,, so bewegt er
sich sehr stark, er Öffnet den Schnabel, streckt
die Zunge hervor, athmet und läfst seine Stimme
hören. Oefters pipt c} der Foetus, während er
ä) Harvey a. a. O. p. 93, Paulo ante foetuj exdusionem vi«
tellus in abdomen intra intestina concluditur, idque non
folum dum foetus in ovo fucrit, sed post exclu*ionem cti-
am, cum obambulat, matremque insequens victum quacrit.
Vcsling die 20. Totum luteum satis magnum in ab-
domen jam erat attractunu
Malpighi Append. p. 83- <*«« 20- Vitelli corpus In
ventrem retractum, exteriorem abdominis formam excitabat.
Haller a. a. O. p. 285- Ov. hör. 475. Vitcllus in ab-
dornen resumtus.
k) Haller a. a. a p. 288- Qv. n. 480, Inflavi intestinum, et
vitellus per suum canalem inflatus est.
*) Malpighi App. p. 84- d. 21. Pullui prope exitum pipiebat.
*
Haller a. a. O. p. 278- Ov, h. 480. Fetus et in ovo pipiit.
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246 .
noch im Eye eingeschlossen ist, so dafs es sich
nicht in Zweifel ziehen läfst, dafs e.r hier schon
athmet. Daher schwimmen denn oft die aus
dem Embryo genommenen rosenfarbenen Lun-
gen ä)9 wenn man sie ins Wasser wirft. An dem
sehr dicken Bauch erblickt man den verschos-
senen Nabelring b). Das welke Amnion ist am
Nabelring mit der Haut de* Bauches verbunden*
In dem bei der Berührung mit einem scharfen
Instrument sich zusammenziehenden Darmkanal
findet man bereits etwas Dottersubstanz c). Die
beiden Blinddärme, der Mastdarm und die Klo«
ake enthalten eine grünliche dem Meconium ähn-
liche Substanz*
§. 87»
Austritt des Foctus aus dem Eye*.
Der in der früher beschriebenen zusammen«
geballten Lage d) befindliche Foetus zerbricht in
der Regel am einundz wanzigsten Tag, ohne
a) Haller a. a. CX p. 289» Ov. b. 48°* Pulmo natat in aqua,
p 292. O. h. 501. Pulmones rubicundi, roseique, et na-
labiles,
1) Coiter die 20. Umbilict foramen oedusum erat, uttamen
spcctilo immisso facile aperiri potuit. Dilatato foramine
cuitello, prosiliit vitellus.
e) Langly die 21. Intestina cratsa et ieprimis rectum vtrt-
dibus exerementis distenduntur.
Yesling die 21. Intestina biiiosts exerementes plena.
d) abgebildet am 21. Tage von Rcaumur ». a.Q. Taf.9. f. 1.
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247
•
Hülfe a) der brütenden Henne, dufch eigene
' Kraft b), seine Hüllen und verläfst das Ey. Ge-
gen die Mitte oder zu Anfang des ein und zwan-
zigsten Tag* fängt derFoetus an, sich lebhaft zu
* •
a) Fabricius ab Aquapendente und einige andere haben ange-
nommen, (He Henne öffne daiEy.
b) Harvey a. a. O. p. 96. Experientia compcrtum habeo,
pullum ipsum (non autcm matiem) corticem frangere, id-
quc rationt ctiam quam maxime est .comeotaneum. Quo-
modo enim alias ova in fimetis, furnisque calidis (ut in
Aegypto alibique fit) rumpantur? ubi mater nulla adest,
quae vocem supplicanti« pulli, opemque implorantis audere
queat. Tcstudinura marinarum et terrestrium , piscium
quoque, bombyeura, serpentum, et strutbionum ova, quo-
modo irangantur? cum foetibus Ulis vcl vox desit, qua
exitüm petaM, vcl sub terra sepulti exaudiii nequeant.
Spontc igitur nascuntur pulli, atque ex ovis suis proprio
molimine prosiliunt. Idque ita fieri , certissimis argumen:
Ns liquet. Quippe in prima ovi perforatione, hiatus iste
rmilto minor est, quam ut matris rostro conveniat : sed
pulli rostro directe respondet, circa quod (in modum co-
ronae) corticem aequali Semper a cacumine distantia rup-
tüm vidcas, partesque ebnfractas (praesertim primis ictibus)
foras semper prominete. Qucmadmodum autem ruptis vi-
treis- fenestris , facile quis judieaverit, intusne ictus an fo-
ris advenerit; si modo frustrorum adhaerentium apices,
quo tendant, diligenter intuitus fuerit: Ita pariter rupto
ovo, ex fragmentorum per totum coronae doctum erainen-
tia, ab interna causa id proficisci manifestum est. Quin
egomet, aliique mecum complures, simul ac pullum audi-
vimus corticem unguibus scalpere, vidimus quoque illico
cundem rostro pertundere , rupturamque in circulum coro«
nae instar, deducere. Quinetiam vidi foetum capitc suo
cort'tcts cacumen attollere et amovere.
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-48
bewegen/ sich hin und her zu wenden und aus-
zudehnen, so dafs man oft die Reibung desSchna-
bels an der mit ihrer Haut überzogenen Eyschale >
hören kann. Durch diese Bewegungen entste-
hen in der trocknen und zerbrechlichen Schale
bald einfache, bald zusammengesetzte Risse, die
gewöhnlich in der Mitte des Byes von einem
Punkt ausgeben a), nämlich von dem, wo die
harte Schnabelspitze zu liegen pflegt. Diese Risse
werden nach und nach grösser, und es sprin-
gen kleine Stückchen Schale von der Eyschalen-
haut ab, welche jetzt noch nicht zerrissen ist.
Der unverletzte Zustand der Eyschalenhaut bei
Verletzung der Eyschale selbst mag denn wohl
die irrige Meinung veranlafst haben , dafs die
Henne das Ey mit dem Schnabel öffne. Durch
die fortgesetzten Bewegungen des Foetus sprin-
gen gröfscre Stücke der Eyschale b) ab, und
die Risse laufen um das ganze Ey herum. Jetzt
wird auch die Eyschalenhaut zerrissen. Die
Henne tragt zu diesen Vorarbeiten des Auskrie-
chens nichts bei, ausgenommen, dafs sie bis-
weilen das Ey mit den Füfsen umdreht 0> und
a) Reaumur a. a. O. Taf. 9. fig. 3. hat ein solches Ey ab-
gebilder.
&) Reaumur a. a. Oe Taf. 9. fig. 4. hat ein Ey in diesem
Zustand abgebildet.
c) Harvey a. a. O. p. 97* Gallina sedulo auscultans, quam
primum vocem ab iroa parte attolli pereipit, ovum quidem
non rumpit, sed pedibus suis sursum revolvit, commodio-
remque situm pullo intus incluso praebet. Non constat
autem, pulium voce sua rumpendi corticis necessitatem
matri indicare, aut exitum ab ca petere. Nam saepe per
biduum ante exchisionem, pulium in ovo pipientem audias.
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849
1
ihm eine günstigere Lage zum Zerbrechen gibt.
Der Foetus hebt nun den oberen Theil der
Schale auf oder legt ihn zurück, um sich den
Weg zum Austritt zu bahnen. Er streckt seine
schwachen Füfse aus, entwickelt die Glieder aus
den zerrissenen Byhäuten und zieht den Kopf
unter dem rechten Flügel hervor. Endlich ricn-
tet sich das Küchelchen auf und verläfst mit
schwankendem Schritt die zerbrochene Hülle.
Ueber das Geschäft des Auskriechens verstreicht
gewöhnlich ein halber T>g. Kräftige Küchel-
chen beendigen dies Geschäft früher, schwäch-
liche später, ja letztere kommen bisweilen dabei
ums Leben. Der gröfste Theil des Chorions und
Amnions, so wie das ehemalige Byweifsband
bleiben an der inneren Fläche der Byschalenhaut
hängen. Am geschlossenen Nabel des Küchel-
chens erblickt man nur Bruchstücke des Chori-
ons und des Amnions , die bald verwelken und
abfallen*
Als der vorzüglichste Grund des Austritts
des Foetus aus dem Ey ist wohl das verwel-
kende und absterbende Chorion zu betrachten,
welches gegen den einundzwanzigsten Tag seine
Ncc mater, dum ova revolvit, rumpendi ca locum quaerit ;
scd, ut infans, cum in cunis sc male habet, iaquietatur,
plorat, ejulat; materque illius ainans, buc illuc sedulo ab
uno Iatcre in aliud removet, agitatque, donec ille placa-
tus fucrit: ita similitcr gallina, ubi pulluoi tumultuantetn,
pipiememque in ovo senserit, vel jam ex ovo exclusum in
nido sese inordinate commoventem ; protinus se attollit,
cavetque, ne corporis sui pondere, vel calore oimio eum
laedat, rostroque pedibusque ultro citroque vojvit, donec
ioetut quietem, atque indolentiam comparaverit.
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I
250
Lebensperioden endigt. Mit dem Absterben die-
ser Haut , welche das Respirationsorgan des Foe-
tus darstellte, tritt für diesen die Noth wendig-
keit ein, durch die Lungen zu respiriren. Das
Athmen durch die Lungen kann im Eye jedoch
nur sehr unvollkommen von statten gehen, der
Foetus scheint daher durch die Hindernisse des
Athmens in eine Art von coavulsivischer Bewe-
gungen zu gerathen, wodurch das Ey zerbro-
chen wird.
Gleich nach dem Austritt des Foetus aus
dem Ey, welcher bei den verschieden Vögel-
arten zu verschiedener Zeit eintritt (man ver-
gleiche die Tabelle über die Dauer des Brütens
5. 138), entfernt die Mutter die Eyschalen aus
dem Neste*
x §. 88*
Nachdem ich die Bildung des Embryos und
seiner Hüllen im Ey von seinem Entstehen bis
zu seinem Hervortreten aus dem Ey angegeben
habe, so sei es mir jetzt noch erlaubt, einige
Betrachtungen über die Bildung und Ernährung
des Embryos anzustellen. Der Embryo a) gestal-
tet sich in dem befruchteten Ey aus der in dem
Flecken (Cicatricula s. macula) enthaltenen Fiüs-
slgkeit Die Gründe für diese Meinung habe ich
schon früher (S. 97) angegeben.
«) Hippocratei, Anaxagoras, Alcmeon, Menander und die
meisten älteren Griechischen Philojophen und Aerzte glaub-
ten, der Embryo gestalte sich aus dem Dotter und werde
durch das Eyweifs ernährt.
Aristoteles (Hist. Anim. L. 5. C. 3. Gener. Anim. L.
3. C. 1« 3) und Plinius (Hist. nat. L. 10. C- 53.) hatten
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Der aus einer durchsichtigen, gallertartigen
und aus Rügelchen oder Bläschen gebildeten
die entgegengesetzte Meinung, sie hielten das Ey weife tu*
die Masse, woraus sich der Embryo bilde, und den Dotter
für die Ernährung*- Substanz des Embryo.
Fabricius ab Aquapendente nahm an, der Embryo
bilde sich aus dem Hagelsträngen und werde durch den
Dotter und das Eyweils ernährt, a. a. O. pag. ig* Mes
sententia est, ut pullus tanquam materia, ex chalazis cor*
poretur« Chaitfzae sunt in ovo eo loco positae, ubipullus
generatur, ergo ex iis pullus conflatur.
Der große Harvey hat zuerst die Cicatricuta ab den
Ort erkannt, wo sich der Embryo bildet. De Generationt
a. a. GL p. an. Hinc porro de animalis exordio, pri-
moque inhaerente ovi ptincipio, facti sumus certiores«
Quippe manifeste constat, cicatrjculam, sive maculam, par-
ticulam esse ovi principalem, ad quam rcliquae omnes re*
verendae sintj cuiquc (si ulli, prae caeteris) debeatur, quid
quid demum id fuerit, quod Ovum foecundum redditj
puliique gencrationem ab cadem primum ineboari. p. 152.
In ovo igitur (ut diximus) nulla pars dtstineta, aut mate-
ria praeparata adest, ex qua foetus effbrmatur : sed que-
madmodum in plantar um seminibus, apex aut gemmula
protruditur: ita pariter in ovo, cicatricula, sive macula
inest, quae vi plastica imbuta in oc.ulum et cotliquamen-
tum crescit; ex quo et in quo pulli primordia generantur^
nutriuntur, et augentur in pulluro perfectum.
Langly a. a. O. Tertio tandem observationum anno,
nernpe 1657, certior factus sum, cicatriculam esse cavita*
tem inter duas vitelli membranas sitam, in qua liquor tc~
nuis continetur, qui clarissimae lymphae instai* alba suh-
, stantia qua cicatricula est foris conspicua, continetur: Adeo
ut puUi generatio non ahtcr, quam aliorum animalium ex
liquore clarissimo exordium capiat, et quam vis ante ineu-
1
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Masse bestehemle Embryo, in dem man durch-,
aus noch kein Organ erkenaen kann , steht mit
den auf dem Dotter sich bildenden Venen des
Gefafsraums in Verbindung; die anfangs als
blofse Rinnen oder Furchen in der Dottersub-
ßtanz erscheinen, in denen der flüfsfgere Theil
des Dotters enthalten ist. Da der Embryo jetzt
wächst und an Gröfse zunimmt, noch ehe das
Her? gebildet ist, und noch ehe man irgend eine
Aeufserung des animalischen Lebens an ihm
wahrnimmt, so kann er nicht unpassend mit
einer Pflanze a) verglichen werden.. Der Stoff,
woraus der Embryo ernährt, wird, ist der flüfsi-
gere Theil der Dottersubstanz, der durch die
zuvor genannten Rinnen, die Dottervenen^dem
• A
" ■ I
I
■
bationem vix distinctc coi\spiciatur haec fovea, primp i«-
cubationis tarnen die, si membrana exterior auferatur, sc
conspiciendam distinctc exhibet, et secundo clarius, prae-
sertim si incisi vitelli membrana vitcllus diftluat, secum
enim praedictam foveam defert, quemadmodum flumine de»
fertur aliquod corpus illi innatans. Quod si hpc tertio de«
mum die instituitur, jam punctum salicns membranis ad-
haerebit, dum fovea, haec una cum vite.Ho alio deferatur.
In der neuern Zeit hat endlich C. F. Wolff diese
physiologische Wahrheit erkannt und durch Untersuchung
gen sattsam bestätigt.
a) Wie schon Aristoteles de Gen erat. An im. L. 3. Cap. 2.
aussagt: Vivunt autem prineipio, et quae in ovis, et quae
in animalibus giguuntur vita plantae.
Harvcy a. a. O. p. 14* Vita quae pullo ante quar-
tum diem kiest (scilicet nate formationem cordis) plantar u in
aeraula videtur, atque anima vegetativa duntaxat censen-
da est.
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■
Embryo 2ugeführt Wird a). Die Dottervenen
sind daher gleichsam dieWurzelü des vegetireH-
den Embryos. Es existirt also in dem Embryo
und in Seinen Hüllen eine Thätigkeit> wodurch
die Ernährung, das Wachsthum oder die Vege-
tation bewirkt wird. Man mag nun diese ThiU
tigkeit Vis genetrix, Vis plastica, Idea opera-
trix, Vis formatrix, facultas fbrmatrix, Vege-
tationskraft oder mit Wolff Vis essentialis, oder
mit Blumenbach Nisus formativus nennen, so
wird dadurch das Phaenomen nicht weiter er-
klärt und aufgehellt. Die notwendigen Bedin-
gungen zur Thätigkeits - Aeufserung der Vege-
tationskraft in dem Flecken und im Embryo sind :
i) die vorausgegangene Befruchtung b) des
Eys;
a) "Wolff Thcor. generat. p. 95. §. 16g. Embryonen hoc
tempore ex substantia ovi nutriri , demonstrant illius Vo-
lumen auetum , perfettiones acquisitae, abstntia tujuscun-
que alius matetiae, consumtio albuminis et vttelli succedeng,
experimenta inferius recensenda; consequenter: transire
particulas nutrientes ex ovo ad embryonem ; et existere
vim, qua id perficitur, quac non est systolica cordis et ar*
teriarum , neque hinc facta pressio in venas vicinas, neque
harum compressio a motu musculorum , dirigentem absque
canalibus, viam determinantibus, adeoque analogam Uli,
quam aeque vocabo essentialcm. 169. Et repere suecos
nutririos, hac vi actos, per illam substamiam, ex globufcs
conßatum, hisce interponendos, et sie voJumen embryonig
aueturos aeque ac id de plantis demonstratum fuit.
I) Wolff Th. gener. p. 155. Jam verö quid est coneeptio?
Certe nihil aliud quam prima vegetationis inchoatio.
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a) die Einwirkung eines gehörigen Wanne*
grads auf das befruchtete By, und
3) der Zutritt der atmosphärischen Luft zu
den in dem Eye eingeschlossenen Substanzen,
durch die Poren der Eyscbale.
Wenn eine dieser Bedingungen fehlt, so
bildet sich kein Embryo.
Nach und nach gestalten sich die in der
Dottersubstanz befindlichen Rinnen zu wahren
Venen und dia in ihnen enthaltene Flüfsigkeit
wird zu Blut; gewifs nur dadurch, dafs die in
den Dottervenen enthaltene feinere Dottersub-
stanz durch das Sauerstoffgas derjenigen atmo-
sphärischen Luft oxydirt wird, welche durch die
Poren der Eyschale in den am stumpfen Ende
befindlichen Kaum eindringt. Dafs das Sauer-
stoffgas durch Häute Flülsigkeiten oxydiren kann,
das haben schon längst die vonPriestley angestell-
ten Versuche bewiesen. Es bildet sich der Herz-
kanal und mit ihm beginnen die ersten Aeufse-
rungen der Reizbarkeit, als sich contrahirendes
und expandirendes Punctum saliens. Aus dem
Herzkanal wächst der Arterienbaum hervor, in
welchen das Blut, das alle Stoffe oder Elemente
zur Gestaltung der Organe enthält, durch die
Contractionen des Herzkanals fortbewegt wird.
Der Gefäfsbaum sondert aus dem Blute die Stoffe
zu den Organen ab , und seine Gefafszweige
wachsen oder vegetiren in die sich bildenden
Organe hinein.
*
Daher ist es erklärbar, wie zuerst der Rumpf
und der Kopf und alle Organe, welche zunächst
Aeste aus der Aorte erhalten, namentlich das
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a55
Gehisn und Rückenmark, die Augen, der Ma-
gen und Darmkanal, die Nieren und die Wir-
belsäule gebildet werden , indem die Stoffe zu
diesen Organen am frühsten aus dem Blute der
Aeste des wachsenden Gefäfsbaums abgesondert
werden. Alle Organe und Theile, welche von
untergeordneten und folglich später gebildeten
Aesten und Zweigen des sich gegen die Peri*
pherie ausbreitenden Gefafsbaums gebildet wer-
den, entstehen später, namentlich am Kopf die
Kiefer, die Zunge, die Geruchsorgane, und die
Augenlider; an der Brust die Rippen und das
Brustbein; am Bauch die Seitentbeile und Be-
deckungen des Bauchs. Es kann uns daher nicht
wundern, dafs die Brust und der Bauch in der
frühern Zeit vorn offen ist, und sich erst nach
und nach von hinten nach vorn schliefst, indem
ja die Arterien, welche die Stoffe zur Bildung
der Wände der Brust und Bauch-Höhle absetzen«
nämlich die Intercostal- und Lenden - Arterien
aus dem Stamme der Aorte hervorwachsen und
sich von hinten nach vorn ausbreiten. Die spä-
ter als die Carina entstehenden Extremitäten
wachsen als Stümmel oder Tuberkeln aus dem
Rumpfe hervor. So wie die Arterien der Extre-
mitäten gegen die Peripherie wachsen, und sich
in mehrere Aeste und Zweige theilen, gestalten
sich die verschiedenen Regionen der Extremi-
täten.
Jetzt ist der Vegetationsprocefs in dem Em-
bryo von dem Herzkanal abhängig, in wiefern
dieser nämlich das Agens ist, durch welches die
Ernährungs - Flüfsigkeiten zu den vegetirendtn
Organen geleitet werden.
Die Bewegungen des Herzens hängen von
der Einwirkung der Brutwärme und von dem
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256
Zutritt der athmossphärischen Luft zu dem Ey
ab. Hören diese Einflüsse auf, so nimmt man
am Herzen keine Lebens - Aeufserungen wahr ,
und der Vegetation s-Procefs steht still. Vermin-
derung der Brutwärme macht die Bewegungen
des Herzens langsam , und zugleich geht der Ve-
getations - Prozels langsam von statten.
In dem gallertartigen Körper des Embryos
gestalten sich successive die verschiedenen orga-
nischen Systeme, wie ich bereits früher ausführ-
lich beschrieben habe. Das Cerebal- Nervensy-
stem erscheint als eine mit einer durchsichtigen
Flüssigkeit angefüllte Blase, welche in einen Cy-
linder das Rückenmark auslauft. Das System
der Chylifikations - Organe bildet sich auf die
früher angegebene Weise aus einer mit dem Em-
bryo sich gestaltenden Haut, die von WolfF fal-
sches Amnion genannt worden ist. An das Chy-
lifikations-System reihen sich die aus dem Ge-
fäfsbaum hervorwachsende Leber, die Milz und
die Bauchspeicheldrüse. Das die Funktion eines
Respirationsorgan vertretende Chorion gestaltet
sich an dem Endstück des Darmkanals als eine
mit Gefä'fsnetzen durchzogene Blase, in denen
das venöse Blut des Embryos oxydirt wird. Das
für eine höhere Lebensstufe nothwendige Respi-
rationsorgan, die Lunge, bildet sich neben dem
Herzen aus einer blasenförmigen Masse. Die
Bildung des Systems der Harnwerkzeuge und der
Zeugungsorgane geschieht gleichzeitig mit der Bil-
dung des Endstücks des Darmkanals, der Kloake.
Die für eine andere Lebenssphäre bestimmte Sin-
nesorgane gestalten sich am Kopf in der Nähe
des Gehirns, zuerst die Seh- und Gehör- Organe,
dann die Geruchs- und Geschmacksorgane, und
zuletzt der Schnabel, der zugleich Tastorgan ist*
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^57
Das System der Bewegungsorgane, die Knochen,
die Bänder und die Muskeln , erscheinen am spä-
testen. Die Knochen sind anfangs blasenförmige
Säckchen, in welchen Gallerte1 enthalten ist, die
sich nach und nach in Knorpel verwandelt. In
der Knorpelmasse wird die durch den Lebens-
procefs des Embryos erzeugte phosphorsaure
Kalkerde abgesetzt, welche in Form eines netzför-
migen Gewebes erscheint. Auch hier findet eine
Succession in der Bildung statt, zuerst bildet
sich die Wirbelsäule mit dem Schädel, dann die
Rippen, hierauf die Extremitäten, die Gesichts-
knochen , das Brustbein u. s. w. Die Extremi-
täten selbst wachsen baumartig von dem Centro
gegen die Peripherie, sich in Aeste und Zwei-
te theilend. Es findet hier ein merkwürdiger
Zusammenhang statt zwischen den sich in Aeste
und Zweige theilenden Arterienstamm der Ex-
tremitäten, und der sich immer mehr verglie-
dernden Knochenmasse. Die Muskeln bilden sich
in der die Knochen umgebenden gallertartigen
Masse. Die verschiedenen organischen Systeme
und deren untergeordnete Gebilde werden durch
das Gefäfssystem und das Nervensystem zu ei-
nem Ganzen, zu einem Organismus verknüpft
Das Herz und das Hirn sind die beiden Brenn-
punkte der Vitalität dieses Organismus, nach
- vollendeter Verknüpfung der verschiedenen Sy»
steme.
§. 89-
Alle Erscheinungen der sich bildenden Sy-
steme und Organe im Embryo zeigen zur Evi-
denz, dafs eine Succession in der Hervorbrin-
gung und Bildung der Organe statt findet, die
*7
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258
Bildung des Embryos geschieht also durch BpU
genese, wie Harvey a), Wolff b)> Blumefl-
_ . *
«) de Gener. päg. 162. l»iquido ex histaria aostra constat*
pulli gcfterationem ex ovo, üeri potius per epigencsim*
quam per metamorphosin; ncque omnes ejus partes siraul
fabricari, sed successivt, atque t>rdine emergere; eundem«
que simul, dorn augetur,- fbrmari ; et augeri , dum forma*
tur; parresqtie alias aliis priorrbus supergeneran, etdistin»
gui; prioeipiumque augmentum et perfectionero procedere*
per m od uro Crescendi , tandemque exoriri foctum. Facul-
tas entra puHi foTmatrix, materiam potius sibi acquirit, et
parat; qnam parataro invenit: videturque pullus haud ab
alio fieri, vei augeri , quam a se ipso.
i) Wolff de Formatione intestinorum in d. Commeht. Pctrö*
pol. T. 13. p. 51g. Loco pltrriom corollariorum , qua«
ad dilucidandam theoriam generationis spectarent, unum
tantummodo subjungam, quod epigenfcsin confirmet. Vidi«
mus Varias corporis partes, veluti thoracem (§. 132) certo?
tempore nondum existere , et existere eo tempore non pol«
se; neque concludimus, thoracem non existere, eo argu*
ntentö, quod observatus non est; sed vidimus in eo loco*
ubi tborax oriri deberet, ofiri amnium verum, quo no-
tum est, terminari in foetu anterios totum trutocum; atque
hinc concludimus, quod iste thorax, qui non apparet, non
existere possir, adeoque non existat. Idcm de pelvi obser*
vatum est, cujus locum pars inferior amnii occupa. ^. 141);
similiter vidimus in eo loco, ubi lamina intestini raedii
utrinque ineipere deberet, aut limbum intestinalem, qui
termino hu jus laminae anterior est 148) > au* immedi-
ate partes bullae laterales ineipere (§. 137), certo testi*
rnonio, has laminas intestini medii hoc tempore adesse non
posse. Idem de intestinö recto valet (§. 139). Hoc pri-
mum argumentum esse puto epigeneseos ; undc nempe col«
legi potest, partes pectoris non Semper exstitissc sed tue«
cessive productal esse ; quotnodocuttque caeterum haec pro«
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259
bach a) u. a. sattsam gezeigt haben. Alle Er-
scheinungen des sich bildenden Embryos spre-
chen gegen die von Haller und Bonnet vertei-
digte Evolutions - Theorie. Die als Hauptargu-
ment für diese Theorie angesehene Verbindung
des Dotters mit dem Darmkanal ist durch die
von Wolff gelieferte Bildungsgeschichte des Darm-
kanals aus dem falschen Amnion hinlänglich er-
klärt worden, und gibt jetzt einen Hauptbeweis
für die Theorie der Epigenese. Alis einen Be-
weis für die Epigenese will ich nur noch in der
Kürze die Bildungsgescbichte des Hirns und Rü-
ckenmarks angegeben, als Resultat der früher an-
gegebenen Untersuchungen und Beobachtungen,
duetiofiat; ham noto dico per cotieürsum particularum ,
per modum ferraentationis ; per causas et rationes mechant«
cas; per vires animae partes produci; produci vero dico»
Si illae partes in statu paulo adultiori considerantur, novo
argumento ansam praebent. Nunc primordia earum ad*
sunt, sed ita comparata, ut facile cognoscas, nondum esst
partes integras, jamjam formatas, sed talia rudiraenta,quae
in ejusmodi partes transforinanda sunt. Loco intestini mt*
dii, id est totius tractus intestinorum, quae intestina duo*
deno et recto imerest, duas simplices lami'nas vides, mnrgi* #
nibus anterionbus revolutas, caeterum planas, separatas et
distantes a se invicem (§. 126) , immo priori tempore pes*
totudi roesenterium separatas (§. 136). Quaero igitur, an
hae laminae siht integrum intestinum? Nemo sana affir»
rnabit. Hinc condudo igitur, partes integras et formatas
non semper exstitisse» sed certo tempore pou coneeptio*
nem formatas esse. Nolo uberius loqui de statu embryo-
nis XXIV horarum, ubi simpliciora miiltum ömnia süntj
nam non credo, validiora Iiis, quae jam dixi, dici pOssc
*) Uebcr den Bildungstrieb. Göttihgen 1791. g.
I7 *
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260
Das Gehirn und Rückenmark entstehen aus einer
hellen, durchsichtigen Flüssigkeit» welche in einer
Haut eingeschlossen ist, in der sich Gefäfszweige
vertheilen» Die Hauptparthien des Gehirns sind
blofse mit dieser Flüssigkeit gefüllte Blasen , und
das Rückenmark stellt einen cylindrischen An*
hang dieser Blasen dar* Zuerst gestalteten sich
in aer Flüfsigkeit die beiden Markstränge des
Rückenmarks. Diese setzen sich in die Hirn*
blasen fort, welche das kleine Hirn, die Seh hü-
gel und die beiden Hemisphären des grofsen
Hirns andeuten, und an dieselben bildet sich an
der Basis des Hirns die Marksubstanz an. Nach-
dem die Hauptparthien des Hirns an der Basis
gebildet sind, entstehen die Hirnhöhlen und es
gestalten sich die Markportionen, welche als
Commissuren die Hirntheile verbinden, nämlich
die Commissuren des grofsen Hirns und der Seh-
hügel. Aus den Rückenraarkssträn^en und de-
ren Fortsetzung ins Gehirn wachsen die Nerven
hervor, die sich zu ihren respectiven Organen
fortsetzen. Die Ernahrungsgefäfse der Nerven
sind Zweige der Arterien, neben welchen mei-
stens die Nerven verlaufen. Der letzte Schritt
zur Hirnbildung ist das Entstehen der Blättchen
des kleinen Hirns.
$♦90.
Zum Schlufs noch einige Worte über die im
Eye eingeschlossenen Ernährungs- Substanzen des
Embryos. Die Stoffe zur Bildung der Blutmasse
des Embryos sind die im Ey eingeschlossenen
Flüssigkeiten, der Dotter und dasEyweifs, Sub-
stanzen welche dem Chylus in ihrer Mischung
und ihren Bestandtheilen sehr ähnlich sind, und
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I
26l
denen , wie dem Chylus , nichts abgeht um Blut
zu seyn als die Oxydation, die auch schon in
den Gefäfsen der Aderfläche durch die Einwir-
kung des Oxygens der in dem Luft - Raum a)
— m
ä) Ucbcr den am stumpfen Ende des Eys befindlichen mit
Luft gefüllten Raum haben die Physiologen verschiedene
Meinungen gehabt. Harvey äufsert seine Meinung hierü-
ber in folgender Stelle a. a. O. p. 2*70. Cavitas, quae in
parte obtusa est ovi, aerem intra se continet; ideoque uti-
lis est ad ovi ventilationem , ad pulli perspirationem , re-
frigerium, et respirationem, ac denique ad loquelam. Unde
cavitas illa primo exigua, mox major, ac demum maxima
cpnspicitur; prout nempe varii jara dicti usus postulaverint.
Mayow a. a. O. p. 290. Et vero arbiträre fas sit,
aerem illum in ovo reconditum , ob Krim clasticam (quae
quidcm incubantis fotu haud parum intenditur) liquores
ovi colliquatos roolliter comprimere, easdemque in vasa
umbilicalia impellere; et perinde ad motum animalem in-
stituendum haud parum conduccre.
Bellini a. a. O. glaubte, dafs die Luft aus dem Raum
ins Amnion gelange, und der in dieser Haut enthaltenen
Flüfsigkeit beigemischt werde, und dafs sie dadurch zum
Athmen beitrage.
Vallisncri hat die Meinung Bellinis angenommen, er
will sogar die Wege gefunden haben, durch welche die
Luft zur Cicatricula gelange. Vie delP Aria nclla seconda
conteccia dell'Uovo, che vengono defori dclla prima, e
passa al tuorlo, e cicatrice dell'Uovo. In den Opcre Fisi-
co-Mediche T. 3. p. 206. Venezia 1733. fo1-
Darwin in s. Zoononcie Abth. 2. p. 393 der Ucber*
Setzung sagt: Die Nothwendigkeit der Oxydation des Blut5
in der Leibesfrucht wird ferner durch die Analogie mit
dem Küchelchen im Eye erläutert, bei welchem, wie es
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2$2
enthaltenen atmosphärischen Luft wirklich er-
folgt Zuerst wird der feinere und flüfsigere
Theil des Dotters durch die Einwirkung der
Brutwärme von dem consistenteren Theil abge-
sondert, es bilden sich netzförmige Rinnen, die
Anfänge der Dottervenen , in welchen der flüfsi-
gere Theil des Dotters enthalten ist. Zwischen
diesen Rinnen befindet sich der dickere oder
consistentere Theil des Dotters in Gestalt von
Inseln. Das flüfsigere Eyweifs wird von den
scheint, das Blut, in den aufseren Enden der Gefafse,
welche den Dotter umgeben, mit Sauerstoff geschwängert
wird, die sich auf dem Luftsack an beiden Enden des Eyi
verbreiten, und durch diese feuchte Membran , aus der hin-
ter derselben eingeschlossenen Luit Sauerstoff einsaugen.
Hehl a. a O. hat zuerst die in dem Räume einge-
schlossene Luft mit Pontanas Eudiometcr untersucht, und
bat gefunden, dafs sie der athmosphärischen Luft ähnlich
ist. Er sagt p. 25. Evictum est, pullum vivum sub in*
eubatione ex humoribus ovi , qui etsi analogi cum sangui-
ne, tarnen verus ruber sanguis nondum sunt, hunc ipsum
produecre, et cum tot experimenta doccant, ruborem san-
guinis a prineipio Uto aeri inhaerente, quod oxygenes vo-
cant, dependere, videtur certe, istud prioeipium et iuhocce
negotio agere. Obstare quidem videtur huic influxui et
communicationi septimentum praetensum, quod omnino
aerem ipsum traosire vetat, verum subtile istud prineipium
de quo agirnus, uti per membranas venarum in nostres
pulmonibus penetrare videtur, ita illud non modo per sc-
piraentum hocce, sed et per omnem ovi ambitum intrare
contentisque sese miscere posse statuimus. Nec est quod
objictas, ex tarn parva quantitate aeris tn saeco content*
notabiles illas mutationes exspectari non passe, cum ex aerc
atmosphaertco in ovum, cujus exhalatio per calorem fotus
copiosa est, novam subinde portionem resoiberi necesse sit.
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,*63
feinsten Aesten der in dem By weife ausstrahlen-
den hohlen Hagelsträngen aufgenommen, und
durch die ia die Dotterhaut einmündeten Stämme
der Hagel in diese ergossen und der Dottersub-
stanz beigemischt, daher die Erscheinung, dafs
der Dotter während der ersten Hälfte des Brü-
tens an Gröfse und Flüfsigkeit zunimmt, und
das Ansehn einer milchigen oder chylusartigen
Flüfsigkeit erhält. Späterhin wird auch das con-
sistentere Byweifs aufgesaugt und dem Dotter
beigemischt. Die Aufnahme des Eyweifses durch
die Hagelstränge geschieht vielleicht auf dieselbe
Art, wie die Wurzeln der Pflanzen das sie um-
gebende mit aufgelöfsten erdigen Theilen ver-
mischte Wasser aufsaugen, wenigstens habeich,
niemals Aeufserungen der Reizbarkeit an den
Hagelsträngen wahrgenommen. Die Hagel schei-
nen daher ein pflanzenartiges Leben zu fuhren»
Die mit Byweifs vermischte Dottersubstanz
wird durch die in der Dotterhaut sich verbrei-
tenden feinsten Zweige der Dottervenen aufge-
saugt, welche iii den letzten zwei Drittelnder
Brutzeit als die so zart gebildeten gelben Gefäfse
(vasa lutea) erscheinen. Ueberhaupt hat die gan-
ze innere Fläche der Dotterhaut viel Aehnlich-
keit mit der zottigen Haut des Darmkanals, und
so wie man oft an dieser bei Menschen und
Säugthieren Saugadern erblickt, die mit Chylus
angefüllt sind, so bemerkt man an der inneren
Fläche der Dotterhaut Gefäfszweige mitDolter-
substanz gefüllt. Die von den Dottervenen auf-
gesaugte mit By weifs vermischte Dottersubstanz
wird im Fortgang von den Zweigen zu den
Aesten und zu dem Stamme merklich roth ge-
färbt und in Blut verwandelt. In der früheren
Zeit, noch ehe das Chorion gebildet ist, geschieht
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die Oxydation der Ernährungs-Flüfsigkeit allein
auf der Aderfläche, späterbin aber vorzüglich
in dem Chorion, denn das nicht sattsam oxy-
dirte Blatt fliefst aus den Hüftarterien in die Ar-
terien des an der inneren Fläche des Eyes und
an dem mit Luft gefüllten Raum ausgebreiteten
Chorions. Schön hochroth gefärbt,, und folglich
oxydirt, kehrt das Blut durch den Venenstamm
des Chorions, welcher in die untere Hohlader vor
ihrem Eintritt in den rechten Venensack ein-
mündet, zum Gefäfssystem des Embryos zurück,
um durch die Contractionen des Herzens zu al-
len Theilen fortbewegt zu werden*
So enthält also das Ey nicht allein die Ma-
terie und den Stoff zum Blut, sondern auch die
Mittel und Bedingungen zur Blutbereitung selbst.
Durch den sich im Embryo thatig aufsernden
Vegelationsprozefs werden aus dem Blute die
mancherlei Gebilde produzirt, welche den Em-
bryo constituiren * nämlich Nervenroark, Mus-
kefsubstanz, Knorpelmasse, Knochenmasse u*s. w.
Der Vegetation sprozefs ist gleichsam ein beleb-
ter chemischer Prozefs , durch den die sehr ein-
fach scheinenden chemischen Bestandteile der
Eysubstanzen auf mannigfaltige Art zersetzt und
von neuem combinirt werden. Unmöglich ist e&
dem Chemiker aus dem Dotter und Eyweifs
durch chemische Operationen dieselben Substanz
zen zu produziren, nämlich Nervenmark, Mus-
kelsubstanz u. s. w. , welche aus diesen Substan-
zen durch den Vegetationsprozefs erzeugt werden.
Die in dem Amnion und in der Platte des
Chorions, in der Allantois, enthaltenen Flüssig-
keiten sind offenbar als Secretionsproduqte des
Embryos und seiner Häute zu betrachten. Es
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I
*65
sind Flüfsigkeiten, welche in den früheren Le-
bensperioden aus dem Blute des Embryos abge-
sondert werden , und späterhin, wieder aufgenom-
men werden, denn in der letzten Zeit des Brü-
tens sind sie gröfstentheils verschwunden* Die
Funktion dieser Flüfsigkeiten, so wie die Wege
durch welche sie wieder aufgenommen werden,
sind uns bis jetzt noch nicht hinlänglich bekannt.
Die in der AHantois enthaltene Flüssigkeit kann,
ich nicht wohl für abgesonderten Harn halten,
weil die Flüfsigkeit schon zu einer Zeit erscheint,
in welcher die Nieren kaum ihre erste Bildung
begonnen haben; und weil die Flüfsigkeit gera-
de dann sich verliert, da die Nieren ihre gröfste
Ausbildung erreicht haben.
Neuntes, Capitel.
Von de* Mifsgehurten der Vögel. «)
$• 92.
Bei den Vögeln* namentlich den gezähmten*
kommen sehr oft Mifsgeburten vor, sowohl mit
Uebermaas , als mit Mangel in der Bildung, Die
a) F. Licet us de. monstrorum, natura. Patav. x6i6. 4« ex
Blasii Arostd. 1665.
Ulysses Aldrovandi l^onstrorum, Historia. Bonon.
1642, foL auch in s. Omithologia.
F. W. Schmuck Fasciculus Admirandorum Natura«
oder der spielenden Natur Kunstwerke. Strafsburg 1619.
4. c. fig. Continuatio 1680« 4. c fig-
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366
Mifsgeburten mit excessiver Bildung sind jedoch
bei weiten häufiger als die mit mangelnder Bil-
dung. Zuerst will ich mehrere Beispiele von
Mifsgeburten angeben und dann will ich die ver-
schiedenen Meinungen und Theorien über die
Entstehung und Bildung der Mifsgeburten in
Bezug auf die der Vögel prüfen.
§♦ 93-
Bey den Mifsgeburten mit Uebermaas der
Bildung findet eine Stufenfolge in der Verdop-
pelung und Vervielfältigung der Organe statt,
von einem doppelten Federschaft auf einem Kiel
an bis zur Verdoppelung des ganzen Körpers*
Hanow d) sah eine Zwillings- Schwungfeder eig-
ner Gans; aus einem breiten dicken Kiel war
ein doppelter Schaft mit doppelten Fahnen her-
vorgewachsen* So wie Menschen mit überzäh-
ligen Fingern und Zehen, vorkommen, so kom-
men auch Vögel mit überzähligen Zehen vor«
Ulysses Aldrovand b) hat ein HühncUen be-
schrieben und abgebildet, welches an jedem Fufs
fünf Zehen hatte. FongerQ.ux c} sah ein Hühn-
Jndrea Ferrer d* Valdecchi de las avea monstrosas.
Madrir 1683. 4-
Vallisneri Relazione di vari mostri. Oper. T. % p.
14- c. fig. "
A. d? Halter de Monstrts in d. Oper, roin. T. 3. p. K
Morcau de la Sarthe Desciiption de principales Mon-
etruQsjtes dans 1 horamc et dans les animaux. tfaris lSoS-
fol. avec planch. enjura,
<i) Seltenheiten der Natur B. 3. S. u4*
h) de naonstr.. p. 561. Nro. ii.
e) Hist. de l'Acad. de« Sc,, de Pari$ *J73. p. 25. N
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eben, welches an jedem Fufi zwei hintere Zehen
hatte; in jfcder überzähligen Zehe waren die ge-
wöhnlichen Knochen vorhanden. Aldrovand a)
beobachtete einen Hahn, aus dessen rechten
Schenkel zwei lange Zehen hervorgewachsen
waren,
S- 94-
Vogel mit drei Füfsen kommen ungemein
oft vor. * Auch hier findet wieder eine Stufen-
folge in der Zahl der vorhandenen Zehen statt»
In der hiesigen anatomischen Sammlung befindet
sich ein Hühnchen , an dessen Steifs ein dritter
kleiner Fufs mit zwei Zehen festsitzt. Aldro-
vand beschreibt einen Hahn b) und eine Henne c)
mit drei Füfsen ; der dritte mit vier Zehen ver-
sehene Fufs safs am Steifse an. Hanow d) hat
eine ähnliche Henne beschrieben. Meyer e) lie-
fert die Abbildung des Gerippes einer Henne
mit drei Füfsen. der dritte Fufs ist am Steifse
befestigt, Kundmann/) hat einen dreifüfsigen
Hühnchen mit fünf und mehreren Zehen find be«
schrieben in den wieder vereinigten Dan* ig. Erfahr. ,1743,
E. 5a. N. 4.
a) a. a. O. p. 56. Nro. ic\
a. a. O. p. 555. Nro. 6.
4) — — B. 1. S. 30g. Auch in den nützlichen Danztger
Erfahr. 1747. W. 48- ist ein ähnliches Beyspiel angeführt, 1
e\ Vorstellungen von Touren. B. 3« Taf. 50. auch Taf. 49z.
•/) P 8«K t
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I
Sperling beschrieben. In der Brefslauer Samm-.
lung a) ist die Beschreibung einer Ente mit drei
Füfsen enthalten ; der dritte Fufs war aus dem
Oberschenkel der einen Extremität hervorge-
wachsen., Aldrovand b) hat ein Hühneben mit
drei Füfsen beschrieben und abgebildet; der dritte
am Steifs befestigte Fufs hat fünf Zehen, drei
vordere und zwei hintere. Ein ähnliches von
Aldrovand c) beschriebenes Hühnchen hat am
dritten Fufs, fünf nach vorn gerichtete Zehen.
Meyer d hat die Abbildung einer . ähnlichen
Henne nebst ihrem Gerippe geliefert; der über-
zählige kleine Fufs ist links am Becken einge-
lenkt K vier Zehen sind nach vorn und. eine ist
nach hinten gerichtet. Schmuck e) hat einen
Sperling mit drei Füfsen abgebildet;, der dritte
grofse am Steifse befestigte Fufs hat sechs Zeben,
und ist gleichsam aus zwei Füfsen zusammenge-
schmolzen. In Schweden wurde ein ausgewach-
sener Adler mit drei Füfsen geschossen, welchen
Lidbeck /) beschrieben hat. Der dritte kurze
\ind stark gekrümmte Fufs safs am Unterleibe
an, mitten zwischen den beiden andern Füfsen,
ynd hatte sieben Zehen.
■
a) p. 1103.
b) a. a. Q. p, 557. Nro. 8-
*
c) — — p. l6l. Nro. 12.
<f) — ' — B. 1. S. 49» Taf. 78-
<?) — — S. 8-. Nro. 11.
/) Beschreibung einet dreyfufsigen Adlers in d. Abhandlung
der Schwed. Akad. Jahr 1762. S. 168- %
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a69
i
$• 95-
Eben so oft trifft man vierfüfsige Mifsge-
burten unter den Vögeln an. Die überzähligen
Füfse sind mehr oder weniger ausgebildet. V.
Coiter a) hat das Skelett eines Hahns beschrie-
ben und abgebildet , an dessen Steifsbein zwei
Füfse befestigt waren ; das Oberschenkel » und
Schien -Bein war einfach, der eine Fufs hatte
vier, der andere nur zwei Zehen» Aldrovand
beschreibt einen Hahn, welcher am Steifs zwei
kleine und verkrüppelte Füfse trug. Meyer c)
liefert die Abbildung einer Taube mit zwei klei-
nen überzähligen Füfsen. Ich besitze ein Ruch ei-
chen mit zwei kleinen überzähligen» am Steifs-
bein befestigten unteren Extremitäten; diebeidtn
Oberschenkelbeine sind zu einem Stücke ver-
wachsen. Moreau de la Sarthe , d) hat einen
Hahn beschrieben und abgebildet, der rechts
zwischen dem Schenkel und Flügel zwei kleine
Füfse hatte. Hähne, Hennen und Küchelchen
mit zwei überzähligen Füfsen haben Aldrovand d)9
J. Stolterfoth e), J. J. Leibnitz /) u. a. beschrie-
ben. Beschreibungen und Abbildungen vierfüßi-
ä) Extcrnar. et internar. principal. human, corpor. tabul. etc.
Noriberg. 15*72. fol.
b) a. a. O. p. 552. Nro. .3.
€) a a. O. B. 1. p. 50. Taf. 80.
m
d) a. a. O. PI. 5.
#) a. a. O. p. 553. Nro. 4.
/) in der Nov. Liter. Mar. Baltb. 1703. Mant. p. 67.
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ger Tauben haben Aldrovand a) und Hornung />)
geliefert. Moreau de la SärtheO hat eine Tau-
be mit vier Füfsen abgebildet; die beiden klei-
nen wohlgestalteten, überzähligen Füfse säfsen
mittelst eines Knochen am Steifsbein an. In der
hissigen anatomischen Sammlung bewahre ich
eine junge vierfüfßige Gans; die hinter derOel-
drüse am Steifsbeine befestigten kleineren Füfse
•* haben ein gemeinschaftliches Oberschenkelbein»
alle übrigen Theile der Füfse sind vollkommen
ausgebildet. Aehnliche vierfüfsige Gänse haben
Aldrovand d) , Schwenkfeld e), A. Borrich /),
Follisiusg) undWeygandÄ) beschrieben* Böhm/)
hat zwei junge vierfüfsige Enten beobachtet»
Aldrovand k) hat einen vierfüfsigen Distelfink
ä) Dcicript BibÜDth. Norit. p. 18*
Auch mehrere Beispiele in den ftanzig. Erfahr. 1743.
W, 24« 1745 W. 35.
b) a. a. O. p. 565. No. 15, p. 566. Nx>. 15. 16. p» 56*8*
No. 18»
e) Cista Medic. Epiit. 245.
d) a. a. O. PI. 23.
•) p- 564. ; , '
/) Ther. Silesiae.
g) in Th. Barthol. Epift. Cent 4. Epiit. 92.
h) Observ. de Anserculo quadrupede in d. Mise. N. C. Dec.
2. Ann. 4. p. 100. c. fig.
1) Brefsl. SammL Ven. 36. S. 714* *
IJ ----- ~
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■
27l
und Hönning <*) einen vierfüfeigen Sperling be-
schrieben»
• <
Mit der Bildung überzähliger unterer Extre*
Initäten ist oft: eine Verdoppelung des Afters
verbunden. Haller b) beschreibt ein dreyfüfsi*
ges Hühnchen mit zwei Steifsen und mit Zwei After-
mündungeh, bei Einern einfachen, sehr weiten MasU
darm. Der dritte Fufs safs auf efnem besondern
dreieckigen Knochen, der mittelst einer bandar-
tigen Haut zwischen den beiden Steifsbeinen be-
festigt War; das Schenkelbein und Schienbein
wichen nicht von der normalen Form ab. Por-
tal c) hat eine dreifüfsige Taube zergliedert, wel-»
che bei doppeltem After auch einen doppelten
Mastdarm hatte. P. Schumacher d) hat einert
doppelafterigen Hahn beschrieben, der einen
dritten gekrümmten mifsgestalteten Fufs hatte,
welcher, der vorhandenen Zahl der Zehen nach,
aus zwei Füfsen zusammen geschmolzen zu seyn
schien. Der dritte Fufs safs an einem besondern
Hüftbein neben dem' Steifse an. In der hiesigen
anatomischen Sammlung befindet sich ein aus-
gewachsener Hahn, welcher zwei vollkommen
ausgebildete Afteröffnungen und zwei am Steifs-
bein befestigte Füfse hat. Beide After führen zu
a. a. O. p. 569. No. lg.
*
b) Oper, minor. T. 3. p. 53,
c) Hi$r. Je l'Acad. des Sq. Ann. 1*771. p. 34.
d) in Tb. Bartholini Epift. Medic. Cent. 2. Epist. 83-
1
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272
♦
einer sehr weiten einfachen Kloake. Ein kurzes
gekrümmtes Schenkelbein trägt die beiden eben-
falls gekrümmten Schienbeine; an diese sind die
Fufswurzelknochen eingelenkt. Der rechte Fufs
hat drei und der linke bat zwei mit Nägeln ver-
sebene Zehen. C. Graff a) hat ein Küchelchen
beschrieben, welches einen doppelten After und
zwei überzählige untere Extremitäten hatte. Die
beiden Aftermündungen führten zu einem unge-
mein ausgedehnten einfachen Mastdarm. Die
beiden ausgebildeten unteren Extremitäten waren
an einige besondere Wirbel (wahrscheinlich Steifs-
bein-Wirbel), die am heiligen Bein anlagen,
befestigt Die Bildung der übrigen Eingeweide
zeigte keine Abweichungen* Die Mifsgeburten
mit überzähligen unteren Extremitäten und mit
doppelten After machen einen Uebergang zur
Verdoppelung des Körpers»
• »
§• 97-
Vogel -Mifsgeburten mit blofsen überzähli-
gen Flügeln sind selten. In der hiesigen ana-
tomischen Sammlung befindet sich eine ausge-
wachsene Taube, mit einem überzähligen Flügel.
Links am unteren Theil des Brustbeins, da wo
sich der untere Seiten - Fortsatz befindet, ist ein
kleiner Knochen beweglich eingelenkt, auf dem
ein kurzes Oberarmbein ansitzt, welches zwei
kleine verwachsene Vorderflügel trägt. Schmuck b)
hat das Skelett einer Taube abgebildet, welche
a) de pullo gallinaceo monströse in d. Act. Physico • Medtc.
Vol. 4. p. 426. Obs. 106. cum fig.
b) a. a. O. p. *J. No. 3.
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rechts unter dem Schulterblatt noch einen mifs-
gestalteten Flügel besäte»
§. 98.
Nicht Helten kommen Mifsgebürten mit vier
Flügeln und vier Füfsen vor. P. Rommel a) hat
ein Hühnchen mit vier Flügeln und vier Füfsen
beschrieben. Moreau de la Sarthe b) bildet ein
Hühnchen ab, an dessen Brust zwei kleine un* :
tere Extremitäten ansitzen, zwischen welchen
zwei kleine Flügel hervorgewachsen sind» J. M.
HoiTmann f) beobachtete ein Küchelchen mit
vier Flügeln, vier Füfsen und zwei After-Mün-
dungen. C F. Wolff d) beschreibt einen merk-
würdigen Fall der Art: er fand in einem Ey
ein todtes Küchelchen, Welches bei einfachem
Kopfe * Hals und Körper vier Flügel und vier
Fülse hatte. Der am Bauche liegende Dotter»
Sack war ebenfalls einfach* Die normalen und
wohlgestalteten Extremitäten fegen an ihrem ge*.
Wohnlichen Orte, die überzähligen kleinen Ex-
tremitäten aber «äfsen hinten am Kreuzbein fest,
und zwar die Füfse höher als die FlügeL Die
a) in d. Ephem. Ac. N. G. Dec. 1. Ann. 5. Ob*. 148- p*
301 c fig. Auch ein ähnlicher Fall im Journ. desSavans
168t. p. 17. in 4.
I) a. a. O. PI. 331
9) in d. Eph. Ac. N. G. Dec. 3. Aui». i. Obt. 14a. p./*3t
. Tab. 9. fig. 13.
d) de pullo monströse*, quatuor pedibus, totidemque alts in-
itrueto in d. Act. Ac. Petropol. Ann. 1780. P. Ii Mem«
p. Ä03. Tab. §.
12
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*74
vollkommen ausgebildeten und am Kreuzbein ein*
gelenkten überzähligen unteren Extremitäten wa-
ren den normalen in Hinsiebt der Lage und
Richtung ganz entgegengesetzt, denn wenn sich
das Hühnchen derselben hätte zum Gehen be-
dienen wollen > so würde sein Kopf gegen die
Erde gerichtet worden seyn. Unterhalb der Schen-
kel in der Gegend des Steifsbeins safsen die Flü-
gel fest, auch sie waren den normalen Flügeln
in ihrer Lage und Richtung entgegengesetzt. Der
Magen, die Leber und der enge Darm waren
einfach. Das Endstück des engen Darms theilte
sich in zwei Kanäle; von denen einer in die
weiten Gedärme überging; der andere aber en-
digte sich als ein kurzes, blindes Darmstück»
Statt zweier Blinddärme waren drei vorhanden,
von gleicher Länge und gleicher Gestalt. Der
Mastdarm endigte sich nicht an dem gewöhnli-
chen Ort, sondern neben dem rechten Schenkel
der überzähligen unteren Extremität» am Rande
des heiligen Beim. Die Aftermündung war un-
gemein eng, so dafs man kaum eine Steknadel
einbringen konnte. Alle übrigen Eingeweide der
Brust und des Bauchs waren vollkommen ein-
fach und normal vorhanden.
Auch die obere Körper- Hälfte, der Kopf
und der Hals kommen verdoppelt vor, in man-
cherleiGraden und Uebergangs-Stufem Schmuck a)
beschreibt ein Hühnchen, und Valüsneri b) eine
«) a. a. O. Cent. 2.
k) Mottri p. 15.
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■
ö75
Taube mit fcwei Schnäbeln. Buchner o) sah ein
Hühnchen töit zwei Schnäbeln, drei Flügeln und
vier Füfsen. Auch hat man Beispiele von Gän-
gen mit drei Schnäbeln b). Winholt c ) sah einen
jungen Fasan, der drei Schnäbel und drei mifs*
gestaltete verwachsene Schädel hatte, aber nur
zwei Augen. Es gibt auch Mifsgeburten mit ein-
fachem Schnäbel und doppeltem Schädel und
Gehirn d). Häufiger kommen Mifsgeburten mit
fcwei Köpfen* vor, Henkel e) hat eine Ente mit
fcwei Köpfen beschrieben» Winholt /) und Mo-
teau de la Särthe g) haben Tauben mit zwei
Köpfen beschrieben. Schmuck h) liefert die Abbil-
dung einer Taube mit zwei Köpfen und zwei
Hälsen» J. Böhm i) beschreibt eine Taube mit
zwei Köpfen und drei Flügeln. Buchner k) sah
ein Küchelchen mit zwei Köpfen, vier Flügeln
und vier Füßen* bei einfachen Körpen
ä) Brefslatier Samml. Vers. 3$. p. »JtJ,.
h) Act. Mar* Bahn. 1-7004 p. 254.
t) Siebeft Vorletungen über das Entstehen der Mifsgeburten»
heraüigeg. Von J. C. F. Schert Bremen 18o-f. S. ß-j.
i) ein Huhnchen der Art ist beschrieben im Journ» de Mt«
decine. T. 3. fco» 4.
t) in der Brefcl. SamiaL Venl» &5* S. 96.
/) a. a. Ö. S. 61*
g) a. a. D. PI. 16.
h) a. a. O. No. g.
-
i) in d. Eph. Ac iNf. C. Dec X Ann. 6. Obi. 51» App. p.
2. fig. 43.
h) Breill. Samml. Vtrs. 36. p. 115.
18 *
f
«
■
»76
§. ioö.
Endlich folgen die Mifsgebüften mit mehr
pder weniger verdoppelten Körper. Schmuck a)
hat ein Hühnchen mit einem doppelten Bauche
und Steifse, mit vier Füfsen und FKigeln, mit
einfachem Kopf und Hals , und einfache* Brust,
abgebildet. Geoffroy b) hat ein Hühnchen be-
schrieben > Welches einen Schnabel aber z\vei
Schädel hatte, eine fast doppelte Bf ust, vierFlüw
gel, vier Füfse, zwei Steifte und zwei After*-
roündungen. Der Kropf und der Magen waren
einfach, jedoch gröfser als gewöhnlich. Dasein-
fache Herz lag in der Mitte der fast gedoppel-
ten Brusthöhle» Es waren zwei Oeliirne und
eine doppelte verwachsene Wirbelsäule vorhanu
den. Dieses Hühnchen hatte selbst die £y schale
durchbrochen. Es wurde zwei Tage nach dem
Auskriechen aus dem Ey getödteU
/ ....
Hannow c) theilt die Beschreibung eines
doppelten Hühnchens mit. Der Kopf war voll-
kommen doppelt; der sehr dicke Hals bestand
aus zwei Wirbelsäulen. Die Brust war noch
einmal so breit als gewöhnlich; an ihr waren
zwey normale Flügel eingelenkt; aufserdem be-
fand sich an derselben noch ein befiederter Wulst,
an dem man Rudimente zweier uhausgebildeter
Flügel wahrnahm. Der Steifs war doppelt vor-
handen. Aufser den beiden normalen unteren
a) a. a. O. S. 8- No. 10.
b) Rccueil period. d'Observat. Juitl. 1*755. *•
c) Seltenheiten d. Nat. B. i. S. 313, Auch im Hamburg.
IVhgazin B. %. S. 649
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ExtPeroitäten erblickte man noch einen dritten am
Steifse befestigten Fufs, der so dick war, als«
wenn er aus zwei Füfsen gebildet wäre; die
Zehea waren wirklich überzählig vorbanden,
Eine bei den Vögeln nicht selten vorkom-
mende Erscheinung ist die Verdoppelung des
Herzens, meistens ohne sonstige Bildungs - Ab-
weichungen. Cl. Rudbeck a) fand in einer mit-
telmäfsig grofsen Henne zwei Herzen bei sehr
vergrößerter Leber. Littre b) fand bei der Zer-
gliederung einer Henne zwei Herzen, die gleich
grofs waren, jedoch etwa« kleiner als das ein-
fache Herz einer andern Henne von gleichem
Alter. Sie lagen in der Entfernung eines hal-
ben Zolls neben einander. Jedes Herz hatte seine
Venensäcke, Herzkammern und Gefäfsstämme
wie ein normal gebautes Herz. Die beiden un-
tern Hohladern kamen aus der Leber. Die nä-
here Beschreibung der Gefäfs - Verbreitung ist
nicht angegeben» H. W. B. von Westhoven c)
sah in einer Henne ein doppeltes Herz bei dop-
pelter Leber. D'Aboville d) beobachtete zwei
ä) S. Hcmsterhuis Messis aurca exhib. Anatomica novissima
er utilissima cxperimenta. Heidelberg. 1659. 8- P- 33 *•
No. 18. ^
K) Mem. de TAc. des S$. de Paris Ann. 1709. Hist. p. 26
e) Ephem. Ac. Nat. Cur. Gent. 8- Obs. 8- P- 264.
d) Transacr. ofthe American Philos. Spcicty at Philadelphia
Vol. %, p. 330,
«
I
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«78
Herzen in einem Puter, C, Menzel a) fand in
dem Herzbeutel einer erwachsenen. Gans drei
Herzen eingeschlossen. Zwei gleich grofse Her-
zen hatten die Gröfse und die äufaere Gestalt
eines gewöhnlichen G *nseherzens 5 das dritte sehr
kleine Herz lag in der Mitte zwischen den bei-
den andern* Den inneren Bau hat er nicht an«*
gegeben. Scemmerringftj erwähnt eine« doppeU
ten Gänseherzens*
1
*
$< IQSU
Ungleich seltener kommen Mifsgeburten der
Vogel mit Hemmungs- Bildungen oder mangeln-,
den Theilen vor. Am häufigsten findet man Kü-
chelchen mit angebornen Nabelbrüchen, es hängt
nämlich ein Theü der Gedärme» oft mit dem
Dottersack» aus der Nabelöffnung hervor c).
Diese Küchelchen sterben bald nach dem Aus-
tritt aus dem Ejr* Zu den Hemmungs - Bildung
gen mögte ich auch die Hühnchen zählen* deren
Zehen durch eine Haut» wie durch eine Schwimm-
haut d)% verbunden sind; denn wir haben bei
der BUdungs - Geschichte des Foetus gesehen ,
dafs die Zehen immer in der früheren Zeit durch
eine Haut verknüpft sind. Im Fall die Haut
bleibt und an Größe zunimmt» kommen Huhn*
ä) Miic, Ac. N, C Dec, Ann, 9, 10, Qbs* lojj, pag, 367*
*) Vom Bau dei measchk Kerpen, Th, 4, S. u in der Note,
c) Reaumur Art de faire eclore T, \. p» 339,
d) BrcfiK Sammlung Vers» ar S. 176, s
■ \
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*79
^hen mit Schwimmfüfsen aus dem Ey. Die ge-
wöhnliche Meinung der Naturforscher, welcher
zufolge», solche Hühnchen Bastarde voa Hühnern
und Enten seyn, sollen, kann ich nicht wohl an-
nehmen.. C G. Ludwig ä) hat eine Henne be-
schrieben, welcher der linke Flügel gänzlich
fehlte. Die, Stelle, wo der Flügel hätte ansitzen
müssen, war mit der Haut bedeckt» und es fand
sich kerne Spur eines Flügels, nicht einmal ein
Höcker oder/eine Papille. Obgleich die Hennfc
gut genährt war, so erschienen doch die an dem
Brustbein und an dem Rücken befestigte Ursprün-
ge der zu dem Flügel gehörigen Muskeln welk
und verkleinert. Mit Recht erklärt sich Ludwig
gegen die gewöhnliche Meinung des Entstehens
solcher Mißgeburten durchs Versehen.
$.103.,
Endlich findet maaMifsgeburten der Vögel,
mit überzähligen und mangelnden Theilen, oder
mit Hemmungs- Bildungen , wie wohl selten. In
der hiesigen anatomischen , Sammlung befindet
sich ein Hühnchen,. und eine junge Ente, mit zwei
an dem. .Hinterhaupte verwachsenen Köpfen bei
' vollkommen einfachen Körper ;aUe Wirbel des ein-
fachen Halses, sind in beiden Fällen nach hinten bis
an die Brüstwirbel ganz gespalten, und stellen eine
wahre Spina bifida dar. Valisneri b) beschreibt
eine junge^ Gans , .worin er 4 eine Speiseröhre, ei-
a) De fallaci judicio vulgi fuper vi imaginationis maternae
% in fetum obscrvata quaedam. in f. Advcrj. Medic. Pract.
Vol. 2. p. 81«
k) Mostri No. 5. Tab. io. fig, 12.
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»
nen Magen, einen doppelten Darmkanal, zwei
Lebern, zwei Milze, zwei Nieren, und eine ein-
fache Kloake fand , jedoch war nur eine einzige
untere Extremität vorhanden.
$. 104,
Zu den bei den Vögeln sehr selten vorkom-
menden Abweichungen von der normalen Bil-
dung gehört eine Art des Hermaphroditisraus,
nämlich man findet in einem Individuo zugleich
einen Hoden und einen Eyerstock. A. de Hei*
de a) erzählt, dafs man* in der Bauchhöhle eines
Hahns, welcher wie eine Henne sich aufs Nest
begab, aber keine Byer legte, einen ziemlich
grofsen Hoden, und mehrere Eyer gefunden habeA
von denen einige aus blofsem Dottersubslanz be-
standen, andere kleinere aber aus Eyweifs, das in
einer d cken Schale eingeschlossen war. Bech^
stein b) erzählt den merkwürdigsten Fall der
Art. Der Zwitter hatte einen dick gekränzten
Kamm, lange Kehllappen, und war übrigen? in
allen Stücken das Mittelding zwischen einem
Hahn und einer Henne, Er hatte mittelmäßig
gebogene und zugespitzte Steifs - und Hals- Fe-
dern, einen halb gekrümmten Schwanz, und
stumpfe Sporn. Die Gesellschaft der Hühner
suchte er nicht, er mufste sie vielmehr fürch-
ten, weil ihn Hahn nnd Hühner bissen. Daher
ging er immer allein. Er krähte beständig, aber
ä) Experimente et Obscrvationcs Amstel. i6%6. $. p. 1^3.
Obs. 95. Galli, qui p utabat ur bermapbroditus, Aoatome
rudo.
B) Gemeina. Naturgescb. Deutschlands. B. 3. S. 1219.
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•
nur so, wie es die Hennen zuweilen thun, auch
sang er wie diese. Man hat niemals bemerkt ,
dafs er Lust bezeugt hätte, ein Huhu zu treten,
oder sich vom Habit treten zu lassen. Bei Er-»
Öffnung der Bauchhöhle fand aich die doppelte
Ruthe, nur ein Testikel, und auf der linken Seite
ein halber nierenförmig gelegter Eyerstock, des-« •
sen Eyerchen nicht grofser als Hirsenkörnrj wa-r
Ten» Der zwei Jahr alte Zwitter war übrigens
ganz ausserordentlich fettv
S. io5v
Die Annahme der Anhänger der Evolution*-
Theorie, dafs die Mifcgeburten aus ursprünglich
Ausgestalteten präformirten Keimen entständen,
ist durchaus nicht annehmbar, weil die Bildung
des Embryos, wie wir früher gesehen haben,
nicht durch Evolutioa sondern durch Bpigenes$
geschieht. Die Mißgeburten der Vögel liefern
ohnstreitig einen Hauptbeweis gegen die Mei-
nung des . Entstehens derselben durchs Versehen
oder durch die Einwirkung der durch einen
schreckhaften Eindruck affizirten Phantasie der
Mutten auf den Embryo; denn noch ehedieBil-
dung des Embryo? im Eye begonnen hat, ist
das Ey aufser allem nur irgend möglichen 'psy-
chischen Ejnflüfs der Mutter gesetzt. Bs ist ver-
nünftigerweise kein Weg denkbar , auf welchem
die , wie wohl sehr problematische Phantasie und
die BiMer der Henne oder der Mutter auf die
Bildung des Embryos einwirken und diese alie-
niren könnten. Auch die von mehreren Physi-
ologen und Aerzten auf die Entstehung der
menschlichen Mifsgeburten angewendete Mei-
nung, nämlich, dafe Mifsgeburten durch die Ein-
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Wirkung äufserer mechanischer Einflüsse auf den
Embryo durch Druck, Stöfs u. s. w. entstehen
könnten, ist hier durchaus ni^ht anwendbar,
indem auf das mit einer zerbrechlichen Schale
umhüllte Ey keine solche mechanischen Einflüsse
wirken können , welche den Embryo in seiner
Gestaltung hemmen, oder alieniren könnten, ohne
dafs das, ganze 5y selbst^ dabei zerstört würde.
Aristoteles a) nahm an: dafs in allen den-
jenigen Fällen Mifsgeburten mit überzähligen
Gliedern entständen, in welchen zwei Dotter in
einem Ey zusammengeschmolzen oder geflossen
wären. Dagegen aber entständen Zwillinge ,
wenn zwei Dotter in einem Eye enthalten und
nicht verbunden wären. Fabricius ab Aquapen-
dente b) hatte Meinung, dafs in allen Eyern
Mifsgeburten mit überzähligen Gliedern entstän-
den, in welchen zwei Dotter enthalten wären.
Harvey cj nahm an, dafs nur dann Aüfsgebur-
" 1 • > 1 " -
ä) De Generatione Aniroalium £ib.w 4. Cap. 4. Quodst vi-
telli distinguntur membrana , gemini pulli discrcti sine ulla
supervacua parle generantur, Sed si vitelH continuantur,
pulli ex iis monitrifici prodeunt, corpore et capite uno,
crunbus quaternis, alis totidem, etc.
b) a. a. O. p. 19. Quod si ioterdum ovum duos continens
vitellos, intra se pullum cum quatuor cruiibus, vel alis,
duobusque capitibui, et id gcnus monstra pariat; nunquam
tamea duo invicexn separati (utduodici possint) pulli sunt;
sed unus dumagat corporis truncus est, qui duo capita»
quatuor crura, aliaque hujusmodi annexa habet.
e) a, a. Ol Exercitatio 24. De Ovis geniellificis p. 99. Cre-
dtderim potius, cum in ovo gerne 11 ifko duo vitelli eodem
albumine conduiliuitar , inviccmque adeo conjuncti sunt,
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»83
tert mit überzähligen Organen gebildet würden ,
wenn die Narben oder Flecken zweier in einem
Eye enthaltener Dotter in eine Narhe oder in
einen Flecken zusammenträten. Obgleich es die
Meinung der meisten Naturforscher ist, welche
JVlifsgeburten mit überzähligen Gliedern beobach-,
tet haben» nämlich daf& dieselben in den gröfse-
ren mit zw$i Dottern versehenen Eyern entstän-
den» indem die beiden sich bildenden Embryo-
nen zu einem Körper verwüchsen , weil der enge
Raum derßyschale die vollkommene Ausbildung
der beiden Embryonen nicht zulasse, so spricht
doch folgende merkwürdige Beobachtung C. F.
Wolffsi a) dagegen« Er fand in einem sechs Tage
lang bebrüteten Hühnerey von gewöhnlicher
Gröfse , mit völlig einfachem, Dotter und Ey-
weifs zwei Embryonen in. einem einfachen Ge-
fafsraum, aus welchem für jeden Embryo die
Dottervenen, erntspr^ngen«. Die beiden Embryo-
■ J l II IUI.
ut corunx cicarriculac, dorn, simut aperiantur^ unum ovo«
lum (colliquamcntuui a nobis. dictum) constituant; mon-
strosum foetum, proereari possev cum. quatuor pedibui,
duobus capitibui. etc., quippe nihil; video, quod impediat:
taUmqnc ex ovo Fabricii prognatum arbitror.
Verumtamen ubi duo vitelli dittineti fuerint, duabut
tunicia propriis dissepti, et grandinihut suis , albuqiioibus,
caetetisque ad foetui generationem necessariis instrueti .
cum Aristotele concludendunx censeo» tale ovum, ut partes
omnet (praeter corticem) duorunx ovorum habet , ita et po-
tentias quoque obtinere; ac, uisi infoecundum aut urinum
fucrit, duos plcrumque fpetus pt odueturum , raro autem
pionstrum singulare.
#) Ovum simple* gemeUiferum in den Nov. Comment. Ac.
Pcuop, T. 14' P. I« p. 45& c fig.
*
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»84
nen kgen ganz dicht nebeneinander» mit der
vorderen Fläche ihres Körpers einander entge-
gen^ewandt, ihre Köpfe berührten sich, und den
Darmkanal beider stand durch seinen Dotterka-*
nal mit dem Dottereack in Verbindung» Dem-
ohngeachtet waren sie völlig von einander ge-*
trennt, und nirgends fand sich eine Spur von
Verwachsung. Mit Recht erklärt sich daher
Wolff a) gegen die gewöhnliche Annahme, dafo
a) a. a. O. p. 4*73. Non probabile est, fieri rnonsrra ex
gemellis comprcssis et contrescentibus. Yidimus hos cm-
bryones adco sibi cssc vicinos, ut non modo necessario
oculi confluere debuissent, si quidem unquam disrincti ex-
stitisscnr, sed ut fieri non ppssit, ut unquam distincti ex.
stirerint; quin potius. a primo prmcipio nonniii uni ocuta
utrique cmbryooes inrlusi esse potuctint. Et tarnen cm-
bryones separatj ad cjiem sexfum peractum usque manse-
»int. Quae ergo tandem suificiens concretionis caussa esse
potent? Si dicas, fieri concrctioncm tempore seriori; dum
embryones magis increscunt, adeoque magis in ovo com-
primuntur; considcrandum est, partes adeo jam esse forma-
tas omnes hoc tempore, die sexto, ut, si destruerentur ,
quemadmodum adiormationem ejusmodi monstrorum requi-
retur, nec partes denuo porro restitui, nee vita embryo-
nuro, durante hac corporum metamorphosi conservari pos-
sit. Nec verum est, comprimi embryones in ovq eo magis,
quo magis increscunt. Q10 enim magis embryones in-
crescunt, eo quoque magis rcliquae partes, alhuroc,n et
vitcllus imrainuantur, adeo, ut eadem semper materiac
qjiamitas in ovo conservetur. Sed majus argumentum
offert ovum illud, cujus in superioribus mentionem feci ,
znonstro perfecto. bkorporeo instruetum, quod non nisi tres
dies ineubatum fuit. Hoc illud saijiin demogstrat, ad pro-
duetionem monstrorum non requiti ejusmodi foctuum com*
pressionem , qoae contingeret post diem sextum ob incre~
tuentum faetuum*
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285
Mifsgeburten mft überzähligen Gliedern (Weh
Verwachsung zweier Embryonen entstehen sol-
len^ In gf ofsen EyerA mit doppeltem Dotter
und Byweifs bilden sich zwei Embryonen, wahre
Zwillinge. Fälle der. Art haben Aristoteles «)>
HarveyÄJ, Wblff u. a. beobachtet.
Es bleibt uns keine andere Erklämngsart
der Mifsgeburten der Vögel übrig, als die von
Rcederer, Wolff, Bluinenbach u. a. aufgestellte
und vertheidigte, nämlich die Annahme eines
vermehrten oder verminderten, und von seiner
ursprdn glichen und normalen Richtung ahwei-
chenden Vegetations- oder Bildungs- Prozesses,
oder Bildungstriebs, wenn man nämlich durch
diesen letztern das Phänomen leichter erklären
zu können glaubt. Geht der Vegetations-Pro- '
zefs mit verminderter und abnormer Tbätigkeit
von statten > so entstehen Mifsgeburten mit man-
gelnden Theilen und Hemmungs- Bildungen. Es
bilden sich in diesem Fall in dem Embryo meh-
rere oder Wenigere Gefäfse c) nicht , durch wel-
III!
ä) Hist. Animal. Lib. 6. Cap. Ac gallinne quidem non*
nullae sunt, quae omni* gemellifcra pariunt, in quibus»
quod evenire vitello dixiihus, perspectom est. Duodevi*
ginti enim aliqua cum peperisset, extlusit gtminos, hisi
quae irritä fucrunt. Reliqua genitalia gemello« drderunr,
ita tarnen, ut ex gemeliis alter major esset, alter minor,
postremus autem etiam monstrosus;
b) a. a. O. p. 52. Quaravis ex istiusmodi Ovis (gemellificts)
gemini pulli iiascantur (ut nobis compertüm e«t ) nbn
sunt tarnen vitales, sed plcrumqüe cito pereunt; idque vel
ob loci atque acris in cortice defectum, vel quod alter al«
teri impedimento sit, et nocumentum adferat.
c) Man vergleiche was ich hierüber in meiner Anatomi* der
kopflosen Midgeburton, Landshut 1313. fol. p. 104. an-
gegeben häb'e*.
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286
che die Masse und Substanz feto den Organen
abgesondert und erzeugt wird. Wenn zum Bei«
spiel wegen Mangel än Energie des Vegetations-
Prozesses eine Flügel - oder Schenkel- Arterie
aus dem Arterienbaum nicht bervorwachst > so
kann folglich die gallertartige Masse zur Bil-
dung eines Flugeis oder Fusses au* dem arteri-
ellen Blut nicht abgesondert werden, und es ent-
steht eine Mifsgeburt mit einem mangelnden
Flügel oder Fufa.
Ist die Thatigkeit des Vegetations * Prozes-
ses exceSsiV vermehrt, so entstehen Mifsgebur-
ten mit überzähligen Organen mit doppelten
Köpfen, Körpern, Flügeln, Füfsen, Herfen, u.
s. w. In diesem Fall bilden sich überzählige
Gefäfse, welche aus dem arteriellen Blut den
Stoff und die Masse zu überzähligen Organen
absondern*
Wenn zum Beispiel vier Carotiden aus der
Aorta hervorwachsen, so entstehen zweiKöpfe»
Vier Flügel -oder Schenkel-Arterien bilden Mifs-
geburtcn mit vier Flügeln oder Füfsen* Wachst
eine dritte Schenkelarterie aus dem Steifse her-
vor, so entsteht ein dritter Fufs, der bald ein-
fach i bald wie aus zwei Füfsen zusammenge-
schmolzen erscheint, je nachdem sich mehrere
oder wenigere Gefäfszweige bilden* Bei den
Mißgeburten mit doppeltem Herzen haben sich
2wei Herzkanäle gebildet Wären aus diesen
vollkommen doppelte Gefäfsbäume hervorge-
a) Wolff de Generatione p. 304. Monstra, qoae ex duobus
embryonibus conata vulgo dicuntur, producta luxuriantis
vegetationis mihi eise videntur.
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287
wachsen, so wurden Vollköteinehiäop^lteMifs-
geburten entstanden sejn.
Solche Mifsgeburten entstehen gewöhnlich
in grofsen Byern mit sehr grofsem Dotter und
bei einer grofsen Menge von Ey weifs. Hier ist
ein wahrer Ueberflufs an Ernährungs * und Bil-
dungs- Substanzen Vorbanden»
Endlich Kann der Vegetations - Prozefs in
. einigen Gebilden erhöht, in andern vermindert
seyn , es werden dann auf der einen Seite Stoffe
zu überzähligen Organen abgesetzt, Und auf der
andern Seite fehlen Stoffe zur Bildung von Or-
ganen. Hierdurch scheinen die gemischten Mifs-
geburten mit überzähligen und mangelnden Or-
ganen gebildet zu werden*
Die Ursachen des erhöhten öder verminder-
ten, und von seiner normalen Richtung abwei-
chenden Vegetations- Prozesses können wohl in
nichts anderen liegen, als entweder in einer
stärkeren oder schwachem Befruchtung, oder in
der Einwirkung eines erhöhten oder verminder-
ten Grades der Brutwärme. Wir haben früher-
hin gesehen» dafs die Vegetation des Embryos
langsam von statten geht, oder still steht, wenn
der Grad der Brutwärme vermindert wird; um-
gekehrt er wird beschleinigt, wenn der Grad der
Brutwärme erhöht wird. Ich vermuthe, dafs man
es durch oft wiederholte Versuche dahin brin-
gen könne, willkührlich Mifsgeburten in denfiy-
ern zu erzeugen.
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ÄS8
S i e b e fi t fe t Abschnitt
t
Metamorphose der VtigeU
Erste« CapiteL
Van der Metamorp hoxe dps gesammten Leben /, Pon dem -
Austritt aus dem Eye an Iris zum Tod»
D er Grad der Bildung und ßntwickelung, wel-
chen die Jungen der verschiedenem Vögel- Gat-
tungen bei ihrem Austritt aus dem Ey besitzen»
ist sehr verschieden. Ich habe bereits früberhin
(§• 67) angegeben , dafs im Allgemeinen die Dauer
der Brütezeit und die relative Gröfse der ßyer
im Verhältnifs mit dem Grade der Entwickeiung
und Bildung steht, mit welchen die Jungen das
Ey verlassen. Die Jungen derjenigen Vögel kom-
men am wenigsten ausgebildet aus dem Ey, de-
ren Eyer relativ zu der Gröfse ihres Körpers am
kleinsten sind, und deren ßriitezeit am kürzesten
s
\
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239
dauert. Ünd umgekehrt die Jungen derjenigen
Vögel verlassen das By am meisten ausgebildet,
deren Eyer relativ am gröfsten sind, und deren
Brütez^it am längsten dauert Hier sind die Be-
lege und Beweise für diesen Satz. Die Jungen
der Singvögel, Klettervögel, Tauben und Kaub-
vögel, welche im Verhältnifs zur Gröfse ibre&
Körpers die kleinsten Eyer legen , und deren
Brütezeit am kürzesten dauert, verlassen das Ey
am wenigsten ausgebildet. Sie kommen mit ge-
schlossenen Augenlidern, und folglich blind a)
aus dem By; ihr Körper ist fast ganz nakt, nur
hie und da erblickt man einigen tiaarartigen
Flaum auf der Haut; und ihre Füfse sind so
schwach dafs sie sich derselben noch nicht zum
Gehen und Stehen . bedienen können. Der Kopf
dieser Jungen ist im Verhältnifs zum Körper sehr
grofs* Die Nacken - Muskeln sind noch so
schwach, dafs sie anfangs kaum Starke genug
besitzen den Kopf aufzurichten, um die Atzung
in den geöffneten Schnabel aufzunehmen. Die
Flügel sind seht kurz und nackt. Die Eltern >
besonders die Mutter, tragen j^tzt die gröfste
Sorgfalt die Jungen zu pflegen und zu ernähren.
Das erste Geschäft der Mutter nach dem Aus^
tritt der Jungen aus dem Ey ist, die Ey schälen-
stücke aus dem Nest zu entfernen. Die von
öligen^oder mehligen Saarn en lebenden Sihgvö«.
gel, die Finken, Gimpel, Kernbeifser u. a. pfle*
gen die Nahrung für die Jungen in dem öberrt
Stück der Speiseröhre, oder in der kropfartigen
Erweiterung, wenn sie eine solche besitzen* zu
a) Wie «chon ÄriVoteUt de Generat. Lit. 4. C. 6. von der
Krähe, vom Hölzheher, von dem Sperlingen und Schwal-
ben richtig angibt;
*9
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$9°
erweichen, und zur leichtern Verdauung für ihre
schwachen Jungen vorzubereiten. Die erweichte
Nahrung geben sie den Jungen in den geöffne-
ten Schnabel. Mehrere dieser Vögel, unter an-
dern die Sperlinge, füttern ihre Jungen auch mit
animalischer Nahrung, mit kleinen Raupen und
weichen Insekten. Bei den Tauben, welche in.
mancher Hinsicht in ihrer Oekonomie den Sper-
lingsartigen Vögeln ähnlich sind, wird in dem
Kröpfe, nach den Beobachtungen Huntert ä)>
zur Zeit wo sie Junge haben, eine milchartfge
Flüfsigkeit abgesondert. Der Kropf wird gefäß-
reicher, er schwillt an, und die in seinen Wän-
den enthaltene Drüschen, sondern eine asch-
graue, milchige, käsige Substanz ab, mit der
die Jungen in den ersten Tagen nach dem Aus-
tritt aus dem By gespeist werden. Diese Absonde-
rung erfolgt, welches merkwürdig ist, nicht al-
lein bei der Taube, sondern auph bei dem Tau-
ber. Beim Tauber soll diese Milchabsonderung
länger dauern als bei der Taube; bei dieser hört
die auf sobald sie wieder anfängt Eyer zu legen.
Eine ähnliche vermehrte und .veränderte Sekre-
tion in den Drüsen des Schlunds und der Spei-
seröhre mag a.uch wohl bei andern Vögeln ein-
treten, welche ihre Jungen aus dem Kröpfe
fütterm
Die von Insekten lebenden Vögel die Spech-
te, Drofseln, Würger, Meisen, Lerchen, Sän-
ger, Staareu.a., auch die Heher, Elstern , Raben
«) Job. Hunter on a tecretion in the crop of breading pi-
geons, for the nourishment of their youngs, in s. Obserir.
on certain parts of the animal occonomy* Lond. i*7S& P«
191. Tab. 1. 2.
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291
u. a. suchen Raupen, Würmer und weiche In*
sekten auf, verkleinern dieselben auch wohl
gröblich im Schnabel, und geben sie dann ihren
Jungen. Die Raubvögel ernähren ihre Jungen
* mit dem im Kröpfe erweichten und halb aufge«
löfsten Fleisch , welches sie aus dem Kröpfe aus-
speien« Bei dem Ätzen wird keins der Jungen
von den Alten übersehen, sondern es wird eine
strenge Ordnung und ein genauer Turnus im
Füttern beobachtet. Die Alten tragen auch grofse
Sorgfalt das Nest so rein als möglich zu erhal-
ten, feste Bxcremente tragen sie so lange mit
dem Schnabel aus dem Neste fort, bis die Jun-
gen Stärke genug besitzen die Excremente selbst
aus dem Neste zu werfen. In der Nacht pflegt
die Mutter auf dem Neste zu sitzen, um die
zarten Jungen zu erwärmen. Bei reichlicher
Nahrung und guter Witterung wachsen die Jun-
gen ungemein schnell, so dafs ihr Körper oft
binnen acht bis vierzehn Tagen vier bis sechs-
mal gröfser und schwerer ist , als beim Austritt
aus dem Ey. Die flaum - oder haar - förmigen
Federcheu verlieren sich allmählig, und es wach-
sen die wahren Federn aus der Haut hervor,
zuerst die Schwung- und Schwanzfedern, dann
die Deckfedern der Flügel und des Schwanzes*
und endlich die übrigen kleinen Federn des Kör-
pers. Die Bildungs- Geschichte der Federn habe
ich schon früher angegeben (im vorhergehenden
Band §. 143.) Die Füfse und Flügel, besonders
die leztern, nehmen an Gröfse und Stärke zu,
so dafs die Jungen anfangen sich im Neste auf«
zurichten. Nach und nach treten sie auf den
Rand des Nestes, und wenn das Nest auf einem
Baume steht, so verlassen sie halb hüpfend,
halb flatternd das Nest und schwingen sich von
Zweig zu Zweig, die Flügel übend. Auch der
19 ♦
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29*
I
beim Atistrift äus dem Ey hoch weiche SchnäJ-
bel Wird härter und fester. Die Sangvögel und
Klettervögel «iftd flügge und verlassen da» Nest
binnen vierzehn Tagen oder drei Wochen. Die
Raubvögel bleiben längere Zeit im Nest. Nach-
dem die Jungen das Nest verlasseh haben , wer-
den sie noch so lange von ihren Eltern gefüfc
tert, bis sie im Stande sind, selbst ihre Nah-
rung aufzusuchen. Die Raubvögel ieien ihrert
Jungen Anfangs todte Thiere vor, 'dann aber
mehr öder weniger verwundete Thiere, oder
kleinere Thiere, an denen sie sich im Fangen
üben können»
*• * §. 107*
Die Jungen der Hühnerartigen Vögel, der
Sumpf- und Schwimm - Vögel, deren Kyer im
Verhältnifs zur Gröfse ihres Körpers sehr grofs
sind, und deren Brütezeit im Allgemeinen un-
gleich länger dauert ah bei den vorher genann-
ten Vögeln, verlassen das By am meisten aus«»-
gebildet. Sie kommen sehend aus dem Ey , ihr
Körper ist ganz mit haar - oder woll - artigen
Flaum bedeckt, und ihre Füfse besitzen Stärke
genug zum Stehen und Laufen. Die Jungen der
hühnerartigen Vögel, namentlich der Haushenne,
der Feld* und Wald- Hühner, der Wachteln und
der Trappen, und die Jungen der auf die Erd«
nistenden Sumpfvögel, namentlich der Sehne*
pfen, der Brachvögel, der Kiebitze, der Strand*
laufer und der Wasserläufer, laufen sogleich
oder sehr bald nachdem sie das Ey verlassen
haben, mit der Mutter aus dem Neste davon >
um Nahrung zu suchen/ Die Mutter führt ihre
Jungen an Orte wo sich Nahrung findet; legt
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«93
•
den Jungen die für sie passende Nahrung vor»
und ladet sie durch Gebährden und durch man-
cherlei Töne zum Genufse derselben ein. Die
Feldhühner und Wachteln a) z, B. eilen mit ih-
ren Jungen den ^Vmeisen - Haufen zu« und legen
ihnen die Eyer dieser Insekten vor. Die Jun-
gen der meisten Wasservö^el, der Rohrhühner,
der Wasserhühner, der Steifsfiifse, der Sägetau-
cker, der Enten, der Lumraen u. a. sind mit ei-
nem dicken, wolligen Flaum bedeckt, ihreFüfse
sind besonders stark und entwickelt b)9 wäh-
rend ihre Flügel noch sehr klein sind, daher
verlassen auch sie das Nest sehr früh und fol-
fen der Mutter auf die Teiche und tlüfse nach.
)ie jungen Wasservögel erhalten unter allen
Vögeln am spätesten die eigentlichen Federn,
besonders die Schwungfedern, sehr lange behal-
ten sie ihre Baumartigen Bedeckungen. Die Jun-
gen der auf Bäumen nistenden Sumpf- und Was-
ser-Vögel, z, B. der Störche, mehrerer Reiher,
• der Scharben u. a. bleiben längere Zeit im Nest
und werden von den Eltern ernährt Ihre Flü-
gel müssen sich zuvor ausbilden uiid die zum
Fluge nothige Stärke erhalten. Die hühnerarti-
gen Vögel, die Sumpf- und Wasser - Vögel be-
gleiten ihre Jungen längere Zeit, einige wie Z.J3.
Rebhühner, bis zur Begattungszeit des nächsten
Jahrs. Sie versammlen die Jungen um sich durch
besondere lockende Tone, und warnen sie bei
«) %orn's Peiinotheologie B. i, S. 4to.
h) Kaiser Friedrich IL in s. Schrift de arte venandi cum avi-
b.us (c<J. Q. Schneiden) reicht die richtige Bemerkung p. 40.
Mcmbra coxarum , tibiarum et pedum, in avibus aquaticis
natatilibus, percrexcunt citius quam alae earum.
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drohender Gefahr durch andere besondere Töne*
Auch schützen sie dieselben gegen die Angriffe
von Raubthieren. In der Nacht pflegen sie ihre
Jungen um , sich zu versammlen, um sie unter ih-
ren ausgebreiteten Flügeln zu erwärmen.
r
w 4
$♦ io8-
Wahrend den ersten Wochen nach dem Aus-
tritt aus dem Ey gehen in dem Körper der jun-
gen Vogel wichtige Veränderungen vor. Der in
die Bauchhöhle getretene, durch den Dotterka-
jial mit dei0 Darmkanal in Verbindung stehende
Dottersack nimmt sehr schnell an Gröfse ab a)p
seine Gefafse werden ällmählig kleiner und obli-
teriren. DieDottersubatanz gelangt theils durch
den Dotterkanal directe in den Darmkanal , denn
man trifft sie in demselben an b), theils wird sie
in der frühern Zeit durch die gelben Gefäfse auf-
gesaugt, und in die Dottervenen geleitet. Vicq-
d'Azyr hat die Wichtigkeit des Dotters für die
Ernährung des jungen Vogels durch Experimen-
te c) dargethan. Bei den kleinern Vögeln ist
a) Halter Op. sin, T. 3. p. 299. Puttus exclusus die 4- Vi-,
telli pars juglandi vix aequalis in abdomine super est. Ab eo
«factum in tenue intestinum paravi.
■
Harvey a. a. O. hielt itrig die Aufsaugung des Dotters
durch die Veaen für die einzige Ursache des Verschwinden*
des Ootters.
i) Haller Op. min. T. 2. p. 301. Pultus exclusus die 7. In
caecis intcitinis muh um viteUi reperi.
c) a. a. O. p. 406. J'ai fait ensuite differentes experiences a
Taide des quelles j'ai verifie' combien le jaune e'toit utile a
la substance du jeune poulet; en extirpant cette liqueur»
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der Dotteraack meistens gegen den sechsten oder
achten Tag verschwunden, bei den Küchelchen
gegen den sechszehnten Tag a), bei den Enten
und Gänsen gegen den zwanzigsten Tag. Ge-
wöhnlich findet man als Rest des Dottersacks
und Dotterkanals einen kleinen oft kaum eine
oder zwei , oder mehrere Linien langen Anhang
am mittleren Stück des dünnen Darms, ein wah-
res Dfverfciculum, so wie es von mehreren Ana-
tomen am Darmkanal des Menschen b) gefunden
.worden ist, hier nämlich als Rest der Vesicula
umbilicalis c). Solche Anhänge haben Ste-
no of), Needham e), Willougbey /), J. C. Pej-
quelques jours apres la naissance de Toiseau, quoique la
plaie tut bien cicatrisc, tanimat qui avoit c'rc soumis a cette
Operation, tomboit dans un e'tat de langueur, qui se ter-
roinoit par une mört plus ou moins prompte.
a) Haller a. a. O. p, 303. Pullus Exclusus die 15. Vitellus
evanuit. Maure Jean a. a. O. p 259 sah am sechszehnten
Tag noch einige Reste des Dottersacks.
k) Fr. Meckel. Uebcr die Divertikel am Darmkanal in Reils
Archiv f. d. Physiologie B. S. 421. Eine ausführliche
treffliche Abhandlung;
e) vergl. meine Anatomie, der kopflosen Mifsgeburten S. 66.
d) in s. Observat. Speciem. de musc. et gland. p. ^5.
e) de formato foetu p. m. Ductus hic posterioribus ineubatio-
nis diebus satis conspieuus est, ut multo magis post exclu-
sioncro, ubi crescit indies, et decrescente vitello grandescit,
donec eo penitus absumpto, ad intestini latus inclinatur,
ibtdemque intestinulum quoddam caecum, semuncialis Ion*
gitudinis per totam animalis vitam repraesentat, ut nun-
quam non inventn possir.
, /) Francisci Willughbeii Omithologiac Libri tres. Recognovit,
digessit, supplevit Joannes Rajus. Londini i6"]6. fol.
39ö
era) bei einer Henne, Malpighi-ft) bei Gänsen Ä
Pallas c) bei Psophia crepitans, Vicq-d'Azyr d),
Rudolphi*) bei einer Gans, und Meckel f) be-
obachtet. Auch ich habe mehrmals einen solchen
blinden Anhang bei. Hühnern, besonders ab,er bei
Sumpf- und Schwimm, - Vögeln, namentlich bei
Schnepfen, Wasserläufern, Reihern, Gänsen und
Enten gefunden.
Die Muskeln des Magens der körnerfressen-
den Vögel werden nach und Aach größer, dich,
p. 7. Ductus intestinal. In quamplurimi» avibos, «in*
medium intestiwoxura , appendieuium quendam seu intesti-
»um caecum vermiculo siraile observavimus quod nihil
aliud est quam reljquiae ductus Ulius per quem vitellus ovi
in intestina pulli derivatur. In ijoanullis processus iste
admodunxest conspieuus, semidigitah vel digitali fere Ion-
gitudine ; in aliquibus brevior est et minor multo ; in aliit
denique obliteratur peniftp et evanescit. Caeterum duetum,
istum seu canalem vel primus invenit, vel saltem primgs
(quod seimus) literis prodidit Nico!. Steno; nobis certe cog-
stitus fuit antequam libellum ejus videremus.
«) in dk Mise Ac N. C. Dec %. Ann. \. Obs. 85«. p. 20^ c fi$
$) De Sedibus et Caussis Morbo^. Ep. 34. Art. rj,
■ • • • \ ' - . • /
<?) in s. Spicil Zool. T. I. Ifasc. 4. p. 4.
4) a. a. O. T. 4. p. 398. Le tronc du vaisiean jeune demeure
pendant toute la vie de hinimar, attache, et suspendu aux
parois du tubc intestinal, comme une appendie vermifos-
me. Dies ist zuviel gesagt.
#) in s. Abhandl. S. 55,
/) a. a. O.
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»
ler und rSthen Die innere Haut des Magens ist
anfangs wenig callös, sie nimmt successive an
Dicke und Harte zu»
-
Die Bursa Fabricii a), mit der fr {Hierhin das
Chorion verbunden zu seyn schien, bleibt noch
längere Zeit beträchtlich grofc und gefäfsreicb.
Nach und nach verengen und schliefsen sich die
beiden arteriösen Gänge» wefche die Lungen*
arterie mit dev Aorte verbinden, und bilden
weifse Faden. Auch das ovale Loch zwischen
den beiden Venensäcken wird geschlossen.
Die Ausbildung der Knochen schreitet seht
schnell vorwärts, alle Schädel - und Gesichts-
Knochen, welche keine Gelenke bilden, ver-
binden sich vollkommen und verwaohsen endv
lieh. Die verschiedenen Stücke des Brustbeins,
des Unterkiefers, des Hüftbeins und der Wirbel
verwachsen zu einem Stück und stellen, nur ei-
nen Knochen dar. Die Rippen - Anhänge ver-
binden sich mit den Rippen , und die Epiphysen
der Röhrenknochen schmelzen mit den Mittel-
stucken zusammen. Alle Knochen sind in der
frühern Zeit mit einem sehr gefäfsreichen Mark
angefüllt, nach und nach wird das Mark in mehr,
reren Knochen aufgesaugt, und die gefäfsreiche
Markhaut legt sich an die innere Flache der
Knochen an. Dadurch entstehen die hohlen mit
Luft gefüllten Knochen, denn die Luft dringt
... »
•v— r-5 r-r
«) a. O. p. 2299. Pullut 3 dies exchiios. Pone intestinum
rectum vesica fortis ovalis, plicata, plicii longttudincm sc-
quemibus, cui et urachus adhaeret et ureteres, ut tarnen,
Osmuoo urach i uon viderem, ncque sefft ex utacKo subiret.
Aperitur hacc yesica ponc intestinam in uropygtum.
■
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29$
immer mehr durch die in den Knochen befind-
liehen und mit den Luftsäcken in Verbindung
stehenden Luftlöcher ein, je mehr das Knochen-
mark resorbiert wird. Sehr schnell und sehr aus*
gebreitet werden die Oberarmbeine, die Schlüs-
selbeine, die Schulterblätter, das Brustbein, die
Wirbel, die Becken knoeben und die Oberschen-
kelbeine der Raubvögel hohl. Langsam und we-
niger ausgebreitet geschiebt dies, bei den Knöt-
chen der hühnerartigen, der Sumpf- und Was-
ser-YögeL
§. 109*
-.
Die Stimme und die Stimmorgane der jua*.
gen. Vögel erhalten nach und nach ihre Ausbil-
dung, wie die von Barrington a\ über die Stim-
me und den Gesang der Vögel angestellten Be-
obachtungen beweisen. Der erste Ton, welchen
die jungen Vögel im Neste ausstofsen, ist einförmig,
schreiend und klagend; sie lassen iha hören,
wenn sie hungrig sind. Besonders dann, wann
die Mutter mit Futter zum Neste geflogen kommt,
pflegen alle Junge ein verlangendes Geschrei aus-
zustehen. Sobald die Jungen das Nest verlas-
sen haben, beginnen die meisten einen Ruf oder
Lock-Ton auszustoßender besteht aus der öftern
Wiederholung einer und derselben Note. Die
Vögel behalten diesen Ton das ganze Leben
hindurch. Den eigentlichen Gesang, welcher
flötend, pfeifend oder zwitschernd ist, und der
sich nur bei den sensiblea Sperlingsartigen Vö-
*) io den Philo». Itansact. Vol. 63. p. 249, auch in Rozier
Jouin. d. phys. Aua, 1773. T. 3. p. 393.
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299
geln äufcer*, erlernen die jungen Vögel succes- ,
sive, meistens durch .Nachahmung des Gevsangs
ihrer Eltern. Erst nach mehreren Versuchen
und nach längerer Uebung sind die Vögel im
Stand den Gesang der Eltern zu immitiren. An-
fangs lassen sie nur einzelne Noten hören, dann
einzelne Passagen und endlich den ganzen Ge-
sang. Es verstreichen mehrere Monate der Ue-
bung bevor die jungen Kanarienvögel im Stande
sind , den Gesang ihrer Eltern nachzuahmen, sehr
oft brechen sie bei der Execuüon schwerer Pas«
sagen in der Mitte ab, besonders bei solchen»
wobei ein schnelles Steigen und Fallen der Töne
vorkommt, weil sie ihre Stimmorgane noch nicht
sattsam in ihrer Gewalt haben. Wenn die jun-
gen Sing- Vögel voa ihren Eltern entfernt wer-
den, so lernen sie sehr leicht die Stimme ande-
rer Vögel, in deren Gesellschaft sie sich befin-
ling, der sich ia Gesellschaft eines Distelfink*
und Leinfiftks befand, dafs er die Stimme beider
Vögel erlernt habe. Ich habe einen jungen Ka-
narienvogel gehört, welcher den Gesang einer
Meise angenommen hatte, und eine Lerche, wel-
che aufs genauste, jfcdoch nur schwach, die Stimme
der Dohlen auf einem benachbarten Thurm e
nachahmte. Junge Vögel, namentlich Kanarien-
vögel, Gimpel , Hänflinge, Staaren, Amseln u. a.»
lassen sich daher leicht durch kleine Orgeln»
durchs Flagionet und durchs Pfeifen mit dem
Munde zu bestimmten Melodien abrichten, u. s.w.
Die jungen Vögel ahmen nicht allein die
Stimme und den Gesang der Alten nach, son-
dern auch deren übrige Handlungen, sie suche»
und fliehen dieselben Gegenstände, wie ihre
Eltern.
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J. Hex
Das Gefieder der jungen Vögel ist bei den
meisten Vogelarten bis Zxir ersten, bei mehreren
auch bis zur zweiten Mauser sehr auffaltend von
dem der alten verschieden. Die jungen Blutfin-»
ken haben an der Brust statt der hochrothen
Federn, braungelbe, und eben solche auf dem
Kopfe, an deren Stelle bei der Mauser schwarze
hervorwachsen a). Die jungen Distelfinken hal-
ben statt der lebhaft rotheii, schwarzen und
weifsen Federn am Kopfe, ganz graue und
schmutzig weifse Federn. Die jungen Finken
haben da , wo sie nach der ersten Mauser grün»
braun, blau und roth werden, eine grauliche
Farbe. Auch der Grünling, Emmerling undZei-,
sig ist bis zur ersten Mauser durchaus grau, und
erlangt nach dieser das grüne oder gelbe Gefie^
der. Der gemahlte Ammer (Kmberiza ciris) er-?
langt erst nach einigen Jahren sein prächtige»
Gefieder. Anfangs ist er schlicht braun, dann
wird er blau und hierauf erst erhält er vollkom-
men seine lebhaften Farben. Der Siu oder Bart-
Fink (Fringilla barbata) by hat jung eine gelbe
Kehle, nach sechs Monaten wachsen unter dem
Schnabel schwarze haarartige Federn hervor,
welche, so wie er älter wird, wachsen und die
ganze Kehle bedecken. Der blaue Baumläufer
fCerthia caerulea) c) erlangt erst nach, einigen
Jahren sein schönes Gefieder. Das Gefieder der
r— »
•■ ■
«) Zorns Petinotheologic B. 1. S. 56*}.
*) Mplina Naturgeschichte von Chili S. $19»
*) Seba Thesaur. T. 1. p. 106.
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4
jtirtgen Colibiris a) ist grau oder einfarbige nach
einigen Mauserperioden fängt es an zu brilli*
iren. Die jungen Flamingos b) sind im ersten
Jahr heilgrau , im zweiten Jahr werden sie weifs
• und erhalten rothe Flügel, und im dritten Jahr
sind sie glühend scharlachroth. Der rotlieJLöf-
felreiher (Platalea ajaja) r) ist in der Jugend
grau oder weif&iicht, er6t im dritten Jahr er-
langt er sein rothes Gefieder. Die jungen Schwä-
ne sind aschgrau > sie bekommen im zweiten
oder dritten Jahr die glänzende weiße Farbe.
Die Hornvögel ä) haben in der Jugend noch
kein Horn auf dem Schnabel oder doch nur ei-
nen sehr kleinen Höcker > welcher nach und nach
gröfser wird , so wie sich der Vogel der Periode
der vollkommenen Ausbildung nähert.
§. tu.
Sei den jungen Vögeln findet noch keine
Geschlechtsverschiedenheit in Hinsicht des Gtfie-
■
d) Bajon Mem. pour tVrvir a l'hht. de Caytenne p. 257.
9 T I
b) Browne Nat. history of Jaraaica p. 480: While these birds
are young, they arc of a dark colour, except a Im fea-
thers in the crown of the head and corners of (he vvinps;
but as they advance in yean they turn chiefly a startet
colour»
Catetby Nat« Hist. of Carolina T. 1. p. Lahar a.
a. O. T. 7. p. 290. De Leat. a. a. 0. pag. 533. Dutcrtrft
Hist. nat. des Ami lies.
0) Barrere France eqhinoxiale p. 125.
rf) Levaillant Hist. natur. d'une partie d'oisseaux nöuveaüx et
rares de l'Amenquc et des Indes, p. 2. 3.
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ders und anderer Theile statt» Besonders be-
inerkenswerth ist «s, dafo das Gefieder der jun-
gen Vögel, auch selbst der männlichen» dem
Gefieder der Weibchen am meisten gleicht. Je
mehr sich die Männchen der Periode der voll-
kommensten Ausbildung näheren, je mehr ent-
fernt sich ihr Gefieder von dem der Weibchen.
Dies ist offenbar ein Beweis, dafs die Männ-
chen als höher entwickelte und ausgebildete Ge-
schöpfe als die Weibchen zu betrachten sind.
Hier sind einige Belege für diesen Satz. Die
jungen Haus- Sperlinge, sowohl die männlichen
als die weiblichen, sind bis zur ersten Mauser
der Mutter vollkommen ähnlich; erst im Winter
fängt die schwärze Kehle an durchzuschimmern
und der rothbraune Streif an den Seiten des
Kopfe erscheint. Die Jungen der schwarzköpfi-
gen Grasmücke (Sylvia atricapilla) a) sind dem
Weibchen ähnlich, nach der ersten Mauser be-
kommt das Männchen den schwarzen Flecken
am Kopf. Die jungen Männchen der Amsel sind
bräunlich wie die Mutter, nach der ersten Mau-
ser erlangen sie das schwarze Gefieder. Die Jun-
gen de s rothrückigen Würgers (Lanius spinitor-
quus) b) sehen alle fast wie die Mutter aus und
nehmen das Jugend- Kleid in diejenigen Länder
mit, wo sie sich im Winter aufhalten, hier mau-
sern sie sich , und kehren nun in ihren verschie-
denen männlichen und weiblichen Kleide zurück.
Die jungen Männchen des gepuzten Colibris
(Trochilus ornatus) und des braungefleckten Co-
libris (Trochilus niger) seheu den Weibchen
a) Bechstein Naturgesch. B. 3. S. 521.
*) 4 B. 2. S. 1345.
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303
ähnlich, nach und nach erhallen sie ihr glänzen«
des Gefieder, welches sie von diesen unterschei-
det Die Jungen der hübnerartigen Vögel ha*
ben durchaus die meiste Aehnlicbkeit mit den
Weibchen, nach der ersten und zweiten Mauser
bekommen sie ihr eigentümliches männliches
Gefieder; der männliche Haus -Hahn erhält dann
seine langen Schwanzfedern, auch seinen lan»
gen Kamm und seine Sporn» Der Birkhahn be-
kommt nach dem ersten Jahr seinen fächerför-
migen Schwanz. Die Goldfasanen - Männchen
besitzen erst im dritten Jahr ihr ausgebildetes
schönes Gefieder, die langen Kehllappen und die
langen Sporne; Die schonen Federn des Pfauen-
schwanzes üj erscheinen nicht eher, als bis der
Pfau sein drittes Jahr erreicht hat, früherhin
ist der Pfau der Henne ähnlich. Die Männchen
des Trappen sehen im ersten Jahr dem Weib-
chen senr ähnlich, bis sie endlich ihre Bartfe-
dern erhalten. Die Kampfiiähne erhalten im
zweiten Sommer die dicke Halskrause.
' - . . ■ ■ -
*
§. 112. i
i ;
Die Periode der Kindheit und der Jugend
dauert bei den Vögeln in Vergleich mit der de$
Menschen und der Säugthiere sehr kurz. Bei
weitem die meisten Vögel, namentlich die Sing-
vögel, die Klettervögel und die kleineren Arten
der hühnerartigen Vögel, der Sumpf - Und
Schwimm - Vögel erreichen vor dem Ende des
ersten Jahrs ihres Lebens ihre vollkommene Aus-
bildung und pflanzen dann ihr Geschlecht fort.
■ •
*
a) Linne Amoenit. Acad. Vol. 4. p. 368.
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3°4
Die Raubvögel, die grofseren Artert der hühner*
artigen Vögel, der Sumpf - und Schwimmvögel
sind zu Ende des zwfeiten oder dritten Jahres
vollkommen ausgebildet und zeugungsfähig. Die
Dauer der Periode der Entwkkelung und des
Wachsthüms verhält sich bei vielen Vögeln zur
Dauer des ganzen Lebens wie i : io> oder gar
wie i : *ö und noch mehr*
Üeber die Erscheinungen des eintretenden
Alters bei den Vögeln im freien Natur- Zustand
haben wir sehr wenige Beobachtungen wir kön-
nen sie auch nicht leicht haben , weil die altern-
den Vögel bald eine Beute ihrer Feinde und
Verfolger werden; Eine der constantesten Er*
scheimingen des eintretenden Alters ist das Ver*
bleichen und weifs werden des Gefieders, wahr*
scheinlich als Folge des verminderten Ernah*
rungs -Prozesses. Schwarze Hühnena) werden im
hohen Alter oft über die Hälfte mit weifsenFe*
dem bedeckt Die kleinen grünen Papageien -
von Surate b) werden im Alter ganz weifs. Di-
stelfinken werden im Alter leicht blind und ver-
lieren die schönen Farben ihrer Kopf- und Flü-
gel - Federn. Viele der beobachteten weifsen
Sperlinge, Finken 0> Drosseln, Raben d)> Ler*
■ • •-• ■
ä) Schröter in den Berlin. Mannichfaltigkeiten Jahrg. 2. S. j6$.
i) Turpin Hist. deSiam. T. I. p. 321.
c) Jw J. Wagner Fringüla Candida in d. Mise. Ac. N. C. Dec*
A. 8- 1689. P- S20-
M. Bi Valentini de Frihgilla albicante in d. Mise. Ae.
N. C. Dec. 2. A. 4. 16S5. P- I87*
d) J. L. Wetzet de corvis albis in d. Mise A. Nt G. Dec.
Ann. 3* 1612. p. 9*.
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3oS
chen, Schwalben o) u. a., sind wahrscheinlich
alte Vögel gewesen. Es ist zu vermutben, dafs
selbst die jungen weissen Vögel, die man zu-
weilen in den Nestern der Elstern, Drosseln ,
Sperlinge, Lerchen, Schwalben u. a. findet, voi|
alten Vögeln erzeugt worden sind b). Cates-
by O erzählt von dem amerikanischen Pelikan,
welchen er Couricaca nennt, dafs im Alter zwei
Drittheile seines Kopfes und Halses nackt und
mit einer dicken Haut bedeckt sind, wahrend
Kopf und Hals in der Jugend ganz mit Federn
bedeckt sind*
Rosinus Lentilius Addcnda ad LL. Wittel Observar.
de corvis albis. Ibid. Dec. 3. A. 5. 6. 1697. 169& App.
pag. 105.
C. Clauder Pennae albae corvo nigra ex ala succes-
sivc excrescentes. Ibid. Occ 2. A. 5. i6$6. p. 3*7$.
). du Tresne de Francheville Diss. tur un phenomene
de U nature dans le regne animal (un corbeau blanc) in
d. Nouv. Mem. de Berlin. A. 1-7*73. p. 23.
0) Lcdel de alba hirundine in d. M. A. N. C. Dec 3. A. I«
1694 p. 84-
G. Wallin de hirundine alba, in d. Act. litter. Sue*
ciae A.. 1731. p. 98.
Fr. Lachmund Observ. variae Zoologicae in d. M.A»
N. C Dec. 3. Ann. 3. App. p. 109. 221. De avibusprse*
tcr naturam candidis in episcopatu Hildesheimensi et vici«
nia, qualit est aureola, linaria, hirundo, alauda, cörvus.
h) Günther** Gedanken über die ganz weifsen Vogel, weicht
von anders gefärbten Eltern anomalisch erzeugt werden«
im Naturforscher St. I. S. 54>
c) Natur. History of Carolina T. 1.
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306
■ •
Es ist eine merkwürdige Erscheinung, dafs
die Weibchen mehrerer Vögelarten, namentlich
die Haushennen a) , die weiblichen gemeinen und
Gold -Fasanen b), die Weibchen der Pfauen
der Haustauben, der Puter d), der Trappen, der
Hausenten u. a. im Alter das Gefieder, die Stim-
me und andere Eigentümlichkeiten der Männ-
chen annehmen; und zwar zu einer Zeit, wo sie
entweder ganz aufhören Eyer zu legen, oder
nur kleine mit Ejweifs gefüllte By er legen. Ich
ä) Aristoteles erwähnt schon solcher Hennen Hist. An im. L.
' 9- C. 36. Galtinae cum vicerint gallos, cueuriunt, mares-
que imitandi subagitare conantur. Attollitur etiam crista
ipsis, simul et dunes (uropygium) ; adeo ut non jam facile
dignoscantur, an foeminae sint. Quibusdam etiam calcaria
parva surriguntur.
b) Blumenbach hat neulich in s. Commentatio de anomal is
et vitiosis quibusdam Nisus formativi aberrationibus. Göt*
ting. 1813. 4. p. 8* «ine alte Goldfasanen - Henne mit Hah-
nengefieder beschrieben.
Die Franzosen nennen solche Hennen Fatsans coquars
Mauduyt Ornithol. in d. Encyclop. method. p. 3.
c) J. Hunter Of the appearance of the change of sex in La-
dy Tynte's peahen. Philos. Transact. Vol. 10. p. 534.
d) Nach Bechsteins Bemerkungen in r.Naturgescb. Deutschi. B.
3. p. 116. bekommen die alten Weibchen des Meleagris
gallopavo zuweilen einen Haarbüschel auf der Brust, wie
die Männchen, der aber doch nur höchstens halb so lang
wird, wie der der Männchen.
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halte dies mit für einen Beweis * dafs das männ-
liche Geschlecht auf einer höheren Bildungsstufe
steht als das weibliche, und dafs letzteres sich
nur dann dieser Stufe annähret, wenn es seine
weiblichen Functionen ablegt. Es ist eine be*
kannte Thatsache, dafs alte Jungfrauen und Wei-
ber, welche aufhören menstruirt a) zu seyn*
leicht den Bart und die männliche Stimme er-
halten. So wachsen ja auch bei Gellthieren
oder eigentlichen alten Schmalthieren , bejahrten
Jungfrauen, die ihr Geschlecht niemals fortge-
pflanzt haben, kleine Geweihe hervor.
$♦ 115.
Die Vögel erreichen hn Verhaltnifs zur
Gröfse ihres Körpers ein sehr hohes Alter > den
Wenigen wie wohl nicht sehr zuverlässigen Be-
obachtungen und Nachrichten zufolge, welche
man hierüber in den Schriften der Naturfor-
scher b) findet. Im Allgemeinen erlangen die
grösseren Vögel ein höheres Alter als die klei-
neren. Am längsten leben die Schwimm- Vögel>
Sumpf- Vögel, und Raubvögel, dann folgen die
Klettervögel> die Hühnerartigen Vögel und zu-
a) J. Bierlin de foeminU t* lupptesiiöfie toefttium barbatU
Altorf. 16Ö4. 4*
b) ßaco deVerutati* Hist. Vitfle et mortif. ed. Francöf. i66$.
Fol. p. 499. Er bat die Beobachtungen und Nachrichten
Uber das Alter der Vögel aus den Schriften Aristoteles u*
a. gesammlet.
*
Willougby Ortiitbologia L. 1. C. 4. p. 12. De ftetate
avium.
Ig *
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3o8
letzt die Singvogel Folgende nach^den bestem
Beobachtungen über das Alter verfafste Tabelle
enthält die Belege hiefür:
Neunen der Vögel,
Wachtel
Blutfink
Turteltaube
Grünling
Amsel
Gemeiner Fasan
Sraar
Perlbuhn
Feldhuhn
Goldfasan
Buchfink
Hänfling
Zeisig
Lerchen
Elster
Distelfink
"Weifser Storch
Haustaube
Pfau .
Haushabn
Hautente
Grauer Papagei
Rother Aras
Falk .
Rabe .
Hausgans
Pelikan
Großer Adler
Jahre der Lebensdauer.
gegen 5
— 8 «ach Aristoteles.
— 11
— 11
— 11 nach Sechstem.
12
— 12 nach Bechstein.
— 15 nach Aristoteles«
— 15 nach Bechstein.
' " - 16
— 18
. — 19
— 19
1 — £0 nach Derham d)
flo— 23n.WilJougby»
— - 22 b)
— 2ä — arn-Willougby.
— «5
— 26
— 37
— 43
— 44 nach Azara c)
— 2o bis 100 nach Buffon.
— 80 nach Willoughby.
— 100
a) Albin Ornithol. T. 1. p. 14.
b) Collection academique Partie e'trangere T. 4. p. 331.
c) a. a. O. T. 4. p. 51.
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309
■
♦
Xw e i re s C a p i
■
Von der jährlichen Metamorphose* .
§: xi 6;.,
I>ie Vogel durchlaufen wie die Säugthiere
eine jährliche Metamorphose, deren Perioden
von dem Stande der Erde gegen die Sonne, odef
von dem Jahrszeiten abhängen«. Diese haben
entweder unmittelbar Einflufs aul; die Vögel
durch die mit ihnen verbundene verschiedene
Intensität. der Wärme, des Lichts, der electri-
schen Spannung der. Luft u-s. w.> oder mittel-
bar, in wiefern von ihnen, wieder die Vegeta-
tion und das Gedeihen mehrerer Thiers abhangt,
von denen sich die Vögel nähren. Der Kulmi-
nations- Punkt der jährlichen Metamorphose ist
die Periode der Fortpflanzung, denn zu dieser
Zeit sind alle Organe der Vögel ani meisten aus-
gebildet, die Zeugungsorgane blühen und treiben
Früchte. Die Vögel haben jetzt den schönsten
Federschmuck, die stärkste Stimme und den me-
lodienreichsten Gesang* Alle Lebens - Aeusse-
rungen gehen energisch von statten« Die mit
dieser- Periode verknüpften Erscheinungen habe
ich bereits früher iip Capitel von . der Begattung
angegeben,
Auf die Periode der Fortpflanzung folgt die
Periode der jährlichen Abnahme, nämlich die
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3io
Mauserzeit ä)9 der Federwechsel, welcher für die
Vögel dieselbe Metamorphose ist, welche das
Haaren für die &äugtbiere ist Die alten abge-
nutzten, und mehr oder weniger verwelkten
und vertrockneten Federn sterben ganz ab, fal-
len aus, und neue sich bildende Federn nehmen
die Stellen der alten ein. Zu dieser Zeit sind
die Vögel traurig, niedergeschlagen und matt,
sie hören auf zu singen, sie gehen, laufen und
fliegen wenig, sie versagen die Nahrung, ma-
gern ab, und werden bisweilen wahrhaft krank.
Manche sterben am Durchfall oder an Convul*
sionen, besonders die jungen Vögel, welche sich
zum erstenmal mausern. Alle Vögel, mit Aus-«
nähme der Kapaunen b) und anderer Kastraten,
wechseln das Gefieder wenigstens einmal im Jahr,
gewöhnlich nach der Brütezeit im Monat Juli,
August und September. Mehrere Vogel, welche
ich späterhin nennen werde, mausern sich auch
im Frühjahr. Die jungen Vögel y welche zum
a) Kaiser Friedrich II. in f. Schrift rfe Arte veriandi cum
v avibus, cx ed. Schneider, Üb, I. Cap. 5*]. De mutatione
plumagii.
Zorn»« Petinotheologie B. iv S. 262*.
Mauduyt in der Eocyclop. mcthod. (Ornithologie ji. 230
de la mue.
Beehrtem'! Naturgeschichte Deutschlands B. i. Absch,
I. Kap. 7, Von den Mausern der Vögel.
Reich über das Haaren und Mausen! im Berliner Ma-
gazin für die neuste Entdeckungen in der gesammten Na*
turkunde Jahrg. 3. S. 223.
i) Buffon Hist. natur. des Oiseaux T. 4. p. 146.
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3U
erstenmale die Federn wechseln, verHeren nur
die kleinern Federn, und behalten die Flügel-
und Schwanz -Federn. Die alten Federn a) fallen
entweder successive aus, und die neuen Federn
wachsen nach und nach unmerklich wieder, so
dafs die Vögel immer sattsam mit Federn be-
deckt sind, um fliegen zu können; oder aber
die Federn fallen in grofser Menge aus, so dafs
die Vögel einige Zeit lang gar nicht, oder nur
schlecht fliegen können. Zu den Vögeln, bei
denen der Federwechsel auf die erstere Art ge-
a) Kaiser Friedrich a. a. O. p. 68 sagt sehr richtig:
Modus mutandi plümagium duplex est, alius enim est Or-
dinarius, aliusinordinarius. Ordinarius vero est, quando
simul: dcponuntur multae pennae, scd quihus dejectis suc-
ccdentes tan tum crescunt, quousque juvare passunt ad vo-
Jandum, priusquaui dcponuntur aliae, et post hoc depo-
nuntur aliae siroili modo et ordinatim. Inordinarius vero
modus mutandi plümagium est, quando simul dcponuntur
multae pcnnae, et quando quibusdam ejectis dcponuntur
indifferenter et aliae, non cxpectando, quousque Substitu-
te crescunt, deinde dcponuntur et aliae pennae inordina-
tin et dissimili modo. Aves itaque rapaces pro eo, quod
vi volatus debeant acquirere praedam secum fugicntem
ante sev habuerunt ordinatum modum mutandi plümagi-
um, ex qua mutatione non perditur volatus, qui eis erat
necestarius ad praedandura, sed aves non rapaces terrestres
minus ordinatum modum mutandi habuerunt, non enim
indigebant vi volatus ad capiendam escam, cum ipsa esca
non fugiat ante eas, verum tarnen ad sui defensionem et
ad fugiendum1 nocumenta indigebant volatu, u"de non
omnino confuse mutant; sed aves aquaticae natantes inor-
dinatum modum mutandi plümagium habuerunt, neque ad
fugiendum nocumenta, neque ad acquisitionem escae indi-
gebant volatu, cum utrumque reperiant in aquis.
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3**
schient, gehören die Raubvogel, die Klettervo-
gel, die Singvögel, und die meisten hühnerar-
tigen und Sumpf- Vogel. Bei diesen Vögeln fal-
len Federn aus und neue bilden sich unmerk-
lich wieder; besonders deutlich bemerkt man
dies an den Flngel-und Schwanz- Federn. Die
mittleren Schwungfedern fallen zyerst aus, und
bilden sich zuerst wieder; dann fallen die inne-
ren kürzeren aus und zuletzt die äufseren län-
geren; sie wachsen in derselben Ordnung wie-
der. Am Schwänze fallen zuerst die mittleren
längeren Federn aus, dann die darauf folgenden,
und zuletzt die äufseren. Die neuen bilden Sick
in der selben Ordnung. Oft sieht man Vögel,
bei denen die mittleren Schwanzfedern fast wie-
der ausgebildet skid, während die alten äufse-
ren Schwanzfedern noch vorhanden sind. Die
Vögel in Cayenne, mit Ausnahme der meisten
Schwimmvögel, sollen sich nach dem Zeugnisse
Bajons d) sehr langsam, fast ganz unmerklich,
mausern. Zu den Vögeln, bei denen der Fe-
derwechsel auf die zweite Art geschieht, gehö-
ren viele Wasser - Vögel, besonders die Schwa-
nen, Gänse und Enten. Diese verlieren oft alle
Schwungfedern auf einmal, so dafs sie nicht
fliegen können, sie verbergen sich alsdenn im *
Schilf.
a) Mem. Sur Caycnnc T. Z. p. 259. Tout le mondc «aif
cncorc que les oiseaux sont sujets a changer tous les ans
de plumes, et que dans les climats froids 00 tempe're's, ce
changement se fait dans une saison marquc'e. Dans le plus
grand nombrc de ceux de (a Guiane, ce changement ne
s'opere que peu ä peu , et pour ainsf dire, pendant toute
l'anne'e, sur tout chez les oiseaux dont les couleurs sont
vives et vanees.
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I
3*3
t
Die neuen Federn, welche die SteHe deräf-
tenr ausgefallenen einnehmen, bilden sich in der
Haut innerhalb kleiner mit Blutgefäfsen durch-
zogenem und mit einer gallertartigen Masse an-
gefüllter Säckchen, welche in Form von1 Rlihr-
chen oder Scheiden aus der Haut hervorwach-
sen a)9 wie bereits- (im vorigen Band S. 146)
ausführlich beschrieben worden ist. Die Farben
der neu gebildeten Federn sind ungemein ver-
schieden. Das Gefieder der jungen Raubvogel,
Sumpf- und Wasser- Vögel, so wie aueh man-
cher Arten der übrigen Ordnungen, hat nach
der ersten Mauser noch nicht die Farben des
elterlichen Gefieders, sondern es hat seine die-
sem Alter eigentümlichen Farben. Man kann
sie das Jugendkleid nennen. Sehr viiele arctische
Vögel, welche sich m Lappland, Grönland, in
der Hudsonsbay und in Kamtschatka aufhalten,
z.B. die Schnee- Ammer, die Eulen, die Schnee-
Hühner u. a. bekommen ein mehr oder weniger
weifses Gefieder. Auch die meisten wo nicht alle
Sumpf - und Schwimm - Vögel erhalten bei der
Herbst - Mauser ein besonders gefärbtes Gefieder,
welches vom Sommer - Gefieder sehr verschieden
ist. JDt§es hat J. P. A. Leisler b) unter andern
von dem gemeinen Sandläufer (Arenaria vulga-
ris), vom dunkelbraunen und grünfüfsigenWas-
ä) F. Poupart sur Ies plumes Jcs otseaux - Mcm; de l'Ac. des
Sc. de Paris A. 1699. Hist. p. 43.
-
b) In seine» interessanten Nachträgen 2a Becksteins Natur«
geschichte Deutschlands. Hefti. Hanau I$i3. $-
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serläüfer (Totanus fuscus et maculatus), vonr
aschgrauen, kleinen, hochbeinigen, und stein-
drehenden Strandläufer. (Tringa cinerea, pusilla ,
minuta et interpres), von der grauen und Lach-
Meve (Larus canus et ridibundus) zur Evident
gezeigt. Das mehreren Vögeln im Winter eigen-
thümliche Gefieder kann, man das« Winterkleid;
nennen.
§. 119.*
Viele Vögel, namentlich alle diejenigen y
welche ein besonderes Winterkleid haben, mau-
sern sich auch im Frühjahr vor der Begattungs-
zeit. Die im Herbst hervorgewachsenen Federn
fallen aus und neue Federn mit eigenthümlichen
% Farben nehmen ihre Stelle ein. Das neue Gefie-
der, welches mehrere Vögel während der Begat-
tungszeit, und während des Sommers bis zur
Herbstmauser tragen, kann man das Hochzeits-
oder Sommer- Kleid nennen. Zu den Vögeln,
welche ein besonderes Sommer - Kleid haben ,
gehören auch mehrere Sing -Vögel, z. B. das
Männchen des Cardin als (Loxiaorix), des lang-
geschwänzten Dickschnabels (Loxia caffra), meh-
rerer Ammern a) und Spechtmeisen b). Sehr
a) Mauduyt a. a. O.
b) Levaillant lei otseaux dAfrique T. 6. p. 136.
Tont Sucrier mue re'gulierement deux fois dans l'espa-
ce d'une anne'e, et change de couleur a chacune de ces
mues; mais ce changement n'arrive qu'aux males seulement,
les femelles cönservent constamroent les meines coulcurspen-
dant toutes les saisoas , une fois quelle* ont revetu Celles
de Tage fair.
-
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3*5
merkwürdig ist, dafs die Mannchen dieser Vö-
gel nur zur Begattungs- Zeit (vergleiche den §. 6.
S. 10) ihr schönes ausgezeichnetes Gefieder ha-
ben, und dafs sie in ihren Winterkleid den Weib-
chen ähnlich ist» Abermals ein' neuer Beweis ,
dafs die Männchen als- höher ausgebildete Ge-
schöpfe zu betrachten sind. Die Verschieden-
heiten des Gefieders in Hinsicht des Alters und
der Jahreszeiten hat in der Ornithologie sehr
viele Irrungen verursacht,- Vögel einer Art sind
im Jugendkleide im Sommer- und Winter- Klei-
de, wie schon Aristoteles ä) gezeigt hat, für
verschiedene Arten gehalten worden. Beispiele
hiervon werden bei der Beschreibung der ein-
zelnen Arten in Menge vorkommen.
■
i
m
§4 120,
Ueber die Ursache des Federwechsels hat
man verschiedene Meinungen. Willoughbj suchte
ta saison des amours est pour chaque sucrier male Le
moment ou il revit sa brillante livre, qu'il garde tout le
tems de la nidification et de l'e'ducation de ses petits; a-
pres quot il mue, et prend son habit d'hivcr, et cc habit
est toujours sisemblable ou si approchaut decelui de la fe-
mclle, que* dans beaucoup d'especcs, il est alors difficile
de distinguer (es sexes autrement que par la disscction. Les
sucriers males conservent donc leur habit d'hivcr ou de la
saison des pluies jusqu'a l'approthe du tems des amours,
e'pOque ou ils muent unc seconde fois pour reprendre leur
habit de tace, etc«
f
a) Hist. Animal. Lib. 9. Cap. 36*.
b) a. a. O. p. 287*
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I
Si6
die Ursache cter Mkuser * in- einer Art von Fiew
her^ welches sich die Vögel durch die Begat-
tung-, durch das Eyerlegen und Brüten zuzögen.
Es begegne, den durch dieses Geschäft abgemat-
teten Vögeln , was de« Menschen, begegne, die
von einem hitzigen Fieber befallen^ gewesen
wären-,, sie verlören die Federn wie diese die
Haare verlieren. Auch Buffon und Mauduyt er-
klären-den Federwechsel fast auf dieselbe Art>
indem sie sagen» dafs- die Ernährupgs- Flüssig-
keiten durch die Vorgänge des Zeugungs - Ge-
schäftes gröfstenth ei Is verzehrt worden seien, und
dafs zu . wenige Brnäbrungs - Substanzen zu der
Haut und den Federn gelangen, um diese zu er-
nähren; die Federn stürben daher ab und. fielen
aus. Durch eine reichliche Nahrung nach dem
Zeugungs - Geschäfte strömten die Ernährungs-
Substanzen wieder in grofser Menge zu der Haut,
und nun würden die neuen Federn gebildet.
Gegen- diese Meinungen sprich t* die Mauser der
jungen . Vögel, die bald nach dem Austritt aus
dem Ey ebenfalls die Federn wechseln, ohne ei-
nen Verlust der Brnäbrungs -Flüssigkeiten erlit-
ten zu haben. Um- das Mausern cter Jungen zu
erklären hat Mauduyt angenommen, dafs bei
diesen der Federwechsel aus einem Ueberflufs an- .
Ernährungs -Substanzen erfolge, nämlich es er-
zeugten sich beim schnellen Wachsen der jun-
gen Vögel neue Federn , welche die älteren klei-
neren verdrängtem Ich mufs gestehen, dafemir
die Erklärungsart eines und desselben Phäno-
mens aus zwei sich directe entgegen gesetzten
Ursachen nicht genügend ist. Die Mauser scheint
eher die Folge eines uns noch unbekannten Ein-
flusses der Jahreszeiten auf die Lebens - Aeufse-
rungen der Vögel zu seyn , besonders auf die
Haut und das Gefieder. Dem Wachsen und Ver-
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3^7
welken tier pflanzenar tigen Federn liegen wahr-
scheinlich dieselberiUrsacben zum Grunde; wel-
che das Aufblühen und Verwelken der Vege-
tabilien überhaupt bewirken. So ist es höchst
merkwürdig, dais man' die Mauser ganz unter-
brechen kann, wenn man die Vögel an einen
kühlen und dunkeln Ort bringt a). In diesem
Fall fallen zwar viele alte Federn aus , aber es
wachsen keine neue wieder. Dies beweifst of-
fenbar, dafs das Licht tmd die Wärme einen
grofsen Einflufe auf das Wachsen des /Gefieders
haben»
Es könnte hier auch noch von den jährli-
chen Wanderungen der Vögel gehandelt werden,
jedoch halte ich es für zweckmäfsiger dies im
Abschnitt von dem Aufenthalte und von der Ver-
breitung zu thun.
Drittes Capitei
Von der täglichen Metatnorphott*
i
§. 121.
Die tägliche Verschiedenheit des Standes der
Erde gegen die Sonne, und der hiervon abhän-
gende Grad des Lichts hat einen mächtigen Ein-
flufs auf die Vögel, er bestimmt die Perioden
der Thätigkeit und der Ruhe. Der Tag ist bei
ä) welches 2orn a. a. O. Th. t. S. 269 von den Vogel-
stellern erzählt.
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3i8
< * *
■
weitem für die gröfste Anzahl der Vögel die
Zeit der Tliätigkeit, und die Nacht ist die Zeit
der Ruhe. Nur die für das Licht sehr empfind-
liche Vögel, mit sehr reizbarer Iris, die feulen
und Tagschläfer fliehen das Licht und verber-
gen sich am Tag an dunkelen Orten, welche
sie Abends oder in der Nacht verlassen» Einige
Falkenarten und mehrere Sumpf« und Schwimm-
vögel pflegen doch auch in der Abend - Däm- .
merung oder in mondhellen Nächten ihre Natu
rung aufzusuchen.
$. 12a.
Die meisten Vögel erwachen mit Tages-
Anbruch. Die Singvögel pflegen im Frühling
und Sommer in der Morgen - Dämmerung ihre
Stimme hören zu lassen, anfangs nur kurze ab-
gebrochene Töne, dann aber längere melodien«
reiche Ton -Reihen. Die Männchen der JHüh-
Derartigen Vögel, und mancher Sumpf- Vögel
lassen in der Frühe, auch mitten in der Nacht
ihre helltönende Stimme hören. Sobald sich die
Sonne am Horizont erhebt, suchen die Vögel
ihre Nahrung auf. Die Raubvögel a) pflegen mit
Tages -Anbruch zu jagen. ^Sobald sie eine hin-
reichende Mahlzeit gehalten haben, kehren sie
an ihren Standort zurück um zu verdauen.
Während dieser Zeit, die gewöhnlich bis zum
Nachmittag dauert, putzen sie ihre Federn und
suchen die Insekten auf, welche ihr Gefieder be-
a) Aristotel« Hisf. Anim. Lib. 9. Cap. 32. Aves fapac«
exeunt ad praedandum, quaepostquam comediunt, redeunt
ad loca propria suae mansiotiis.
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3*9
wohnen. Die Tauben , die Räben , Dohlen , Els-
tern und die meisten Singvögel» die Drosseln,
Ker nbeisser , Finken , Ammern , Bachstelzen ,
Rotbkehlchen u. a. pflegen sich im Frühling und
Sommer zur Mittagszeit in Flüfsen, Bächen und
Pfützen zu baden, und das Gefieder zu
reinigen. Die hühnerartigen Vögel, die Feld«
und Wald. Hühner, die Wachteln, die Fasanen«
Pfauen u. a., so wie auch die Lerchen und
Schnarrer baden sich gegen Mittag in warmen
Sande oder in warmer Erde; sie scharren Lö-
cher in den Sand, wälzen sich in demselben
herum, und werfen den Sand mit den Füfsen
und Flügeln in das durch die Hautmuskeln auf-
gesträubte Gefieder. Dies geschieht hauptsäch-
lich zur Vertilgung der Insekten, welche sich
im Gefieder aufhalten. Mehrere Singvögel, die
Sperlinge, die Hänflinge, Grünlinge u. a. baden
sich im Sand und im Wasser, wie es sich trifft.
Nachdem im Sommer die Mittags -Hitze vorüber
ist, gehen diese Vögel abermals ihrer Nahrung
nach. Die von Vegetabilien lebenden Schwimm-
vögel, die Enten, Gänse und Schwäne verlas-
sen in der Frühe mit Tages - Anbruch die Ge-
wässer um Nahrung aufzusuchen. Gegen Mit-
tag kehren sie zum Wasser zurück, und Nach-
mittags pflegen sie noch einmal zum Fressen
auszugehen.
9
fr
Sobald die Abend - Dämmerung anbricht be-
geben sich die Vögel zur Ruhe. Die Raubvö-
gel setzen sich an ihren gewöhnlichen Standort
auf hohe Bäume nieder. Die meisten Singvögel
verbergen sich iu dicht belaubte Bäume oder ins
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3zo
Gesträ'tich. Die Schwalben begeben sich in ihre
Nester» Die Spechte, Kleiber, u. a» verbergen
sich in den Baumlöchern, worin sie zu nisten
pflegen. Viele hühnerartige Vögel, die Pfauen,
Fasanen, die Waldhühner-, die Haushühner u. a.
fliegen auf Bäume auf. Die Wachteln, Feld-
hühner und Schnarrer verkriechen sich ins Ge-
treide und ins hohe Gras. Die meisten Sumpf«
und Schwimm- Vögel bleiben in der Nähe der
Sümpfe und Gewässer im Gesträuch, im Schilf
und Rohr, oder fliegen auch auf Bäume auf,
wie die Störche, Fischreiher, Löffelreiher, Schar-
ben u. a. Viele Schwimmvogel schlafen schwim-
mend auf dem Wasser, mit gegen den Rücken
gekrümmten und unter den Federn versteckten
Kopf. Alle Vögel setzen oder stellen sich beim
Schlafen mit dem vordem Theil des Körpers
gegen den Wind, damit dieser das Gefieder nicht
. auseinander treibe und sie dadurch beunruhige»
Uebrigens ist die Stellung kn Schlafe verschie-
den. Die Raubvögel, Singvögel und hühner-
artigen Vögel, welche auf Bäumen schlafen,
nehmen eine zusammengedrückte und niederge-
beugte Stellung an, so dafs-der Bauch oft auf
dem Aste ruht, worauf sie sitzen, sie umklam-
mern mit ihren Zehen den Ast fest« Die Mus-
keln , welche das Festhalten der Aeste im Schlafe
bewirken, so wie die Art des Festhaltens selbst,
habe ich bereits früher (im vorhergehenden Ban-
de §. 335) beschrieben. Gewöhnlich stecken diese
Vogel den Kopf unter einen Flügel. Viele Pa-
pageien a) der alten Welt schlafen an Zweigen
hängend mit abwärts gerichteten Kopf. Sumpf-
und Schwimmvögel schlafen gewöhnlich auf einem
a) Turpin Hist de Sum T. 1. p. 32K
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321
*
Fufse stehend, der andere Fufs ist gegen den
Bauch angezogen und der Kopf ist seitwärts ge-
gen den Rücken gekrümmt und unter einem
Flügel versteckt.
§. 124.
Bemerkenswerth ist es noch , dafs die Dau-
er des Schlafs im Sommer und Winter so auffal-
lend verschieden ist Im hohen Sommer schla-
fen die Vögel höchstens nur fünf bis sechs Stunde
von halb neun Uhr Abends bis zum Sonnen-
Aufgang des folgenden Tages. Im Winter hin-
gegen schlafen sie gegen fünfzehn bis sechszehn
Stunde, vom Untergang der Sonne an, g<gen
halb fünf Uhr, bis zum Aufgang derselben am
folgenden Tag. Hierdurch wird also das Gleich-
gewicht zwischen der Menge der zu erhaltenden
Nahrung und der Consumtion derselben durch
die Bewegung u. s. w., in den verschiedenen
Jahreszeiten hervorgebracht. Im Winter findet
bei wenig Nahrung und viel Schlaf eine geringe
Consumtion der Kräfte durch die Lebensäufse-
rungen statt? Im Sommer dagegen tritt bei einer
reichlichen Nahrung und bei wenig Schlaf eine
grofse Consumtion ein, besonders noch durch
das Zeugungs- Geschäft.
*
21
■
*
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322
Viertes CapiteL
Von der Metamorphose der Vogel in Bezug auf
die Erd - Revolutionen.
§. 124.
Es ist bekannt, dafs die Erde bereits mehrere
Revolutionen erlitten hat, wodurch nicht allein
die äufsere Oberfläche der Erde umgestaltet wor-
den ist, sondern wodurch auch die Bewohner
der Erde verändert worden sind. Mit jeder
gröfseren Erd - Revolution sind Thiere unterge-
gangen, wie die Knochen der Mamuths, der
Ohiothiere, der Paläotherien, der Anoplotherien,
der Megatherien, des Megalonix, des Ornitho-
cephalus d) und vieler anderer Thiere sattsam
beweisen. Aber es scheinen sich auch nach ei-
ner jeden solchen Revolution neue Thierformen
gebildet zu haben, hauptsächlich wohl durch
allniählige Metamorphose und Umänderung der
älteren übrig gebliebenen Thiere in neue Thier-
formen, bewirkt durch neue klimatische und physi-
sche Einflüsse. Es ist jetzt aufser allen Zweifel ge-
setzt, dafs vor der letzten gröfseren Erd- Re-
volution bereits Vogel existirten, dies beweisen
die Ornitholithen. De Lamanon b) erwähnt ei-
d) S. T. Soemmerring über einen Ornithocephalus, in den
Schriften der Akad. d. Wissenschafren in München. B. 2.
■
b) Hob- Paul de Lamanon Descr. de divers fossiles trouves
dans les ca nie res de Montmartre pres Paris in Roiicr
Journ. T. 19. p. 1*73.
Sur l Ornitholithe de Montmartre ib T. 22. p. 309.
■
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323
nes in den Gyps -Brüchen von Montmartre ge-
fundenen Vogel - Gerippes. Es war von der
Spitze des Schnabels bis zum Steifse vier Zoll
lang, und schien einem Sumpfvogel angehört zu
haben. Cuvier a) hat mehrere versteinerte Vö-
gelknochen beschrieben, die zu Montmartre ge-
funden worden sind. Keiner dieser Knochen
gleicht vollkommen den Knochen der noch jetzt
vorkommenden Vögel -Arten. Ein Schulterblatt
scheint einer Art von Pelikan angehört zu ha-
ben. Ein Schenkelbein und eiif Oberarmbein ist
von einem Vogel aus der Ordnung der Sumpf-
vögel, vielleicht von einer Art von Numenius,
oder Scolopax, oder Tantalus. Ein Oberarm-
bein gleicht dem eines Staars. Ein Fufs und ein
Flügel scheinen einer Art Meerlerche angehört
zu haben. Cuvier b) liefert auch die Beschrei-
bung eines Vogel - Gerippes aus den Gyps-Brü-
chen von Montmartre, Der Vogel ist mit den
Bauch auf eine schon gebildet gewesene Lage
von Gyps gefallen, und noch ehe sich genug
Gyps aus dem Wasser niedergeschlagen hatte,
um den Vogel ganz einzuhüllen, ist der gröfste
Theil des Kopfs und der linke Fufs verloren ge-
gangen, denn von diesen fand man keine Spur
im Stein, Die Gattung, zu welcher der Vogel
gehörte, läfst sich nicht bestimmen, jedoch hat er
zu der Ordnung der Sumpfvögel oder hühnerar-
tigen Vögel gehört, weil das Oberarmbein sehr
a) Mein, sur Ics Ossemens d'oiseaux qui xe trouvent dam les
carnercs a platrc des environs de Pari«, in d. Annal. du
Musee d'hist. natur. T. 9. 336 pl. 2"J. 2g.
b) Supplement au Mem. sur les Ornitholithes de nos carrie-
res ä platte, in d. Annal. du Mus. T. 14. p. 43.
21 *
■
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3*4
kurz ist , -und weil die Knöchen des Vorderarms
»och kürzer sind als das Oberarmbein, denn die
Vögel dieser Ordnung haben solche Flügel. Der
Gestalt des Schnabels nach schien er zu den
Jiühnerartigen Vögeln gezählt werden zu müfsen.
Der Vogel hatte fast die Größe einer Wachtel»
doch war er etwas gröfser.
• 125.
Im Öeninger Stinkschiefer hat man fossile
Knochen von Sumpfvögeln gefunden. Karg ä)
bat zwei Füfse von einem Vogel beschrieben, die
einer Schnepfen - Art angehört zu haben schei-
nen. Im Pappenheimer Kalkscbiefer hat man
fossile Knochen von Schwimmvögeln angetrof-
fen b). In den Felsen Von Gibraltar kommen
Reste von Vögeln vor; Imrie c), J« Hunter d)
und J. Baddington e) erwähnen derselben. Die
Knochen liegen in den Spalten der Felsen , die
aus grau blauem Marmor bestehen. Daselbst
findet man auch Reste von Landschnecken » aber
keine Seeschnecken. Auch in den Spalten der
a) Ueber die Fossilien von Oeningen, in d. Schriften der
Gesellschaft der Naturforscher in Schwaben B. t. 1805.
Taf. 2. fig. I.
b) Acta Acad. Theod. Palat. T. 5. Pars physic. p. 65. c. fig.
o) in d. Transact. of the royal Society of Edinburg T. 4. p.
191 For the Year 1*798.
d) ibid. p. 412.
e) in d. Philos. Transact. Vul. 60 Art. 35 p. 414.
*
■ * '
■v
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1
3^5
Felsen zu Cette a) , die gröfstentheils aus grauem
dichten Kalkstein bestehen, mit weifsem Sp th
durchzogen, findet man Vögel - Knochen, ver-
mischt mit anderen Knochen kleiner Landthiere*
Endlich kommen, aujch Abdrücke, von Vogel-
federn vor* Walch b) hat einige solcher Ab-
drücke beschrieben. Faujas- Saint- Fond c) liefert
die Beschreibungen und Abbildungen einiger Vo-
gelfedern, welche in den Steinbrüchen zu Vestena
nova'im Veronesischen gefunden worden sind,
wo man zugleich sehr viele Ichthyolithen ange-
troffen hat.
Diese fossile Reste von Vögeln beweisen für
das Alter der Classe der Vögel. l>a aber alte
diese Reste von untergegangenen Vögel - Arten
herzurühren scheinen, so können sie als Beweise
betrachtet werden, dafs die Arten in dem Laufe
der Zeit ebenso der Metamorphose, unterworfen,
sind wie die Individuen.
*) Cuvier iur les breche« otseuses qui retnplissent lei fentei
de rochers a Gibraltar et dam plusieurs autres lieux des
cot es de la Mcditerrance> et sur les aniroaux qui en ont
fourni les os. in d. Annal. de Mus. T. 13. p. 169.
e) in den AnnaL du Musee T. 3. p. 18- pl. >• £ *• a- 3-
§. 107.
b) Naturgesch. der Versteinerungen B. 2. S. i82»
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326
Achter Absclinitt.
Aufenthalt und Verbreitung der Vogel a)<
D„ Gesund die.es Abscbni«, i. AD*
Stellung des Aufenthaltes und der Verbreitung
der Vögel auf der Erdkugel. Die Belege zu die-
ser Darstellung habe ich aus den in den Noten
angeführten Schriften bewährter/ Reisenden und
Naturforscher entlehnt. Zuerst werde ich den
Aufenthalt und V erbreitung def Vögel auf dem
Lande, auf den Gewässern, auf Gebüfgen, in
Thälern, Wäldern, Sümpfen u, s. w.* die soge-
nannte physische Verbreitung im allgemeinen
angegeben, und dann will ich die Verbreitung
der Vögel nach den Graderi der geographischen
Breite und Länge, die sogenannte geographi«
sehe Verbreitung, folgen lassen*
ä) Tieviranus hat im zweiten Bande seiner Biologie den er*
sten Versuch über die Verbreitung und den Aufenthalt der
ThieTC überhaupt geliefert. Das bekannte Werk Zimmer-
manns enthält nur die Verbreitung des Menschen und 4er
Säugthiere, es gehört folglich nicht hieher.
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• 327
Erstes C a p i t e 1.
Von der physischen Verbreitung der Vögel.
§..128.
Adle Vögel leben ia der Luft auf der Ober-
fläche der Erde und des Wassers, weil ihreLe-
bensäufserungen in einem sehr hohen Grade von
dem> Athmen der atmosphärischen Luft abhän-
gig sind,\wie ich .bereits im vorigen Band (§.
531) gezeigt habe. Wenngleich einige Vögel
wie die Taucher, Pinguine, Alken u. a. im Was-
ser, untertauchen, so können sie doch nur kurze
Zeit in . diesem, Elemente verweilen. Der Bau
der Bewegungs- Organe, der Flügel und der
Füfse, bestimmt hauptsächlich die Orte des Auf-
enthalts. Vögel mit Schwimm -Füfsen sind an das
Wasser geknüpft* „und zwai; um so mehr je kür-
zer ihre Flügel sind und je, weniger sie folglich,
zum Fliegen gebraucht werden können. Schwimm-
vögel mit so beschaffenen .Füfsen sind die Pin-
guine, die Alken, die Lummen, die Steifsfüfsej
u.a., welche nur die Ufer der Gewässer betre-
ten um hier zu brüten. Schwimmvögel mit län-
geren Flügeln sind die Scharben, die Tölpel,
die Sturmvögel, die Möven, die Seeschwalben,
die Enten, die Gänse, die Schwäne, die Säge-
taucher, die Pelikane u. a., die sich zwar auch
auf dem Wasser aufhalten, aber sich doch in
die Luft erheben können. Sehr wenige dieser
Vögel sind vermöge des Baues ihrer Füfse in
den Stand gesetzt, auf Bäume aufzufliegen. Vö-
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3^8
gel mit sehr langen, nackten Füfsen mit soge-
nannten Wad - Füfsen halten sich in Sümpfen
und an den Ufern der Gewässer auf. Sumpf-
vögel mit kurzen Flügeln, und mit drei nach
vorne gerichteten Zehen bei mangelnder oder
kurzer hinteren Zehe, die Wasserläufer, die
Schnepfen, die Regenpfeifer, die Kiebitze u. a. ,
verlassen ihre Aufenthaltsorte selten, und kön-
nen nicht auf Bäume auffliegen. Sumpfvögel mit
langen Flügeln und vier langen Zehen erheben
sich mehr oder weniger hoch in die- Luft , wie
die Reiher, die Störche, die Kraniche, die Spa-
telreiher, die Eamichis, die Flamingos, u. a.,
viele dieser Vögel können selbst auf Bäume
auffliegen, wie die Störche, mehrere Reiher-
arten u. a. Vögel mit sehr kurzen Flügeln
und mit kurzen vorderen Zehen , bei man-
gelnder hinteren Zehe, wie die Straufsenar-
tige Vögel, sind blos an die Oberfläche der
Erde geknüpft, der Bau ihrer Füfse zwingt sie
vorzüglich Ebenen zu suchen. Vögel mit mehr
oder weniger kurzen Flügeln und mit sogenann-
ten Gangfüfsen, wie die hühnerartigen Vögel,
die Pfauen, die Truthühner, die Fasanen, die
Hockos , die Wald - und Feld - Hühner, die Wach-
teln halten sich meistens auf der Oberfläche der
Erde auf, und nur während der Nacht fliegen,
mehrere dieser Vögel auf Bäume auf. Vögel mit
Kletterfüfsen, wie die Spechte, dieKuckuks, die
Papageien , die Jackamars u. a. , sind durch den
Bau ihrer Füfse an die Bäume geknüpft, selten
betreten sie die Erde. Vögel mit mehr oder we-
niger langen Flügeln und mit vier beträchtlich
langen, freien Zehen, wie die Raubvögel und
Singvögel halten sich auf Sträuchen, Bäumen
und Felsen auf, erheben sich mehr oder weniger
hoch in die Lüfte und betreten häufig die Ober-
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329
fläche der Erde. Die Raubvögel «nd es,, welche
sich vermöge des Baus ihrer Flügel und Ath-
inungs- Organe am weitesten von der Oberflä-
che der Erde entfernen und in die höheren Re-
gionen der Lwift erheben können. Von Hum-
boldt a) sah den Kondor von den Cordjlleras
aus, in einer Höhe von mehr al* 3300 Toi&en
schweben.
§. 129.
Einen sehr grofsen Einflufs auf dfeh Aufent-
halt der Vögel hat der Bau der Organe der Er-
nährung, des Schnabels, der Zunge, der Magen
und des Darmkanals, so wie das Vorkommen
und die Beschaffenheit der Nahrung in den ver-
schiedenen Rhmaten , in den verschiedenen Ge-
wässern, und in den verschiedenen Gegenden
und Regionen der Erd - Oberfläche. Ob gleich
die Wasservügeh wegen des Baues ihrer Bewe-
gungs- Organe sich nur auf den Gewässern oder
in der Nähe der Gewässer aufhalten, so finden
wir dennoch nicht auf atlfcn Gewässern diesel-
ben Wasservögel, sondern immer nur diejenigen,
welche von bestimmten Emährungs- Substanzen
leben, die gerade in den Gewässern enthalten
sind. Wir treffen zum Beispiel keine Wasser-
Vögel auf süfsem Wasser, auf Landseen, Flüf-
sen und Bächen an, welche ainschliefslich von
Meeres -Produkten leben, und umgekehrt finden
o) Recueil d'Obiervatiom de Zoologie er d'Anatom're com-
pare'e p. 62.
Esiai mr la Geographie des Plante* Parii 1805. 4.
paß. 138-
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33o.
wir auf dem Meer keine Wasservogel,, welche^
sich- ausschliesslich von Pflanzen und von Pro-,
dukten des süfsen Wassers nähren., Wasservögel, .
welche sich ausschliefslich von Meeresproduk-
len nähren und daher nur auf den Meeren" leben, „
sind die Alken und Pinguine;- ferner, gehören
die Sturmvögel, Tropikvögel, Fregattvögel u.a. „
hieher. Wasservögel, welche sich von Thieren ,
des süfsen und:: salzigen Wassers, ernähren,,
und. daher sowohl auf dem Meer, als auf
gröi'scren Flüfsen und Landseen vorkommen sind }
die Möven, die Meerschwalben, die Pelikane,,
die Scharben u. a.. Zu den vorzüdlich auf süf-..
sem Wasser lebenden Vögeln gehören die Steifs-
füfse, die Taucher,, die Enten, , die Gänse und,
Schwhne. Ebenso verhält es sich mit den Sumpf-
vögeln. Einige Sumpfvögel* nähren , sich von,
Pflanzen und von kleineren Thieren des süfsen
Wassers, wie die Meerhühner, Wasserhühner , ,
Rohrhühner u. a. . Andere leben hauptsächlich
von Erd würmern, wie die Schnepfen, die Brach-
vögel, die Kiebitze, u. a. Wieder andere nähren
sich von Insekten des süfsen Wassers, und von
kleinen Wasserschnecken wie die Strandläufer.
Noch andere von, Amphibien, und; Fischen des.
süfsen Wassers,, wie die Störche, . die Reiher u. a.
Wir können diese; Vögel daher ^ nur da finden,,
wo ihre Nahrung vorkommt.. Die hauptsächlich
von grasartigen Vegetabilien lebenden hühner-
artigen Vögeln treffen wir da in gröfster An-
zahl an, wo sich ihre Nahrung am reichlichsten
findet« Die Verbreitung der grofsen Anzahl von
Singvögeln und Klettervögeln, welche sich ent-
ren, wie die Finken, die Ammern, die Kern-
beifser u. a. ; oder von weichen süfsen Baum-
früchten, wie die Papageien u. a.; oder von In-
weder von oehli
d mehligen Saamen nah-
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331
sekten 9 es seien dieses ausgebildete und fliegende
Insekten, oder Insekten -Larven, wie die Wür-
ger, die Tanagras, die Fliegenfänger, die Sper-
thien, die Sänger, die Schwalben, die Spechte,
die Jakamars u.a., richtet sich durchaus nach
der Verbreitung der Pflanzen, und der Insekten,
Kvie ich späterhin zeige» werde^
§. iJö;
Viele VSgel halten sich hauptsächlich auf
Gebirgen auf, und sind nur da zu finden. Der
Vultur fulrus und leucocephalus, derGypaetos
alpinus kommt auf den Alpen Tyrols, der Schweiz
u. s. W. vor? der Vultur auricularis auf den ho-
hen Gebirgen des südlichen Afrikas; der Vultur
aura und der Sarkoramphos condor auf den
amerikanischen Gebirgen.. Zu den Vögeln, wel-
che sich auf den europäischen Gebirgen aufhal-
ten, gehören Corvus pyrrhocorax und graculus,
Sturnus collaris und einige andere. Vögel , wel-
che auf den asiatischen Gebirgen vorkommen
sind Türdus sibiricus, Emberiza pusilla, E. spa-
diocephala, Loxia rubicilla, Parus alpinus, Hi-
rundo daurica. Der Parkensonius inirabilis hält
sich auf den felsigen Gebirgen Neuhollands auf
u. s. w.
>
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...,,\
Von der geographischen Verbreitung der fögeLay:
\
Die Zahl der bis jefzt bekannten Vö^e}- Arten
beträgt gegen zweitausend und sechs hundert.
Darunter smfl gegqn 269 Raubvögel, 3QG>,Klet-
ä) Reisen um die Erde, welche bedeutende zoologische und
namentlich ornithologische Bemerkungen enthalten.
G. Dampier new Voyage round the World. London 1697.
8. 5 VoL franz. Amstcrd. 1698- 8» H01» 12, 17 II. 12+
1723. 12, teutsch. Leipz. 1*708. 8*
G. Lord jiruoa a Voyagc round the world in the
Years 1742« — 44t compilcd frora his papers and other
materials by R. Walter. London 1746. 4. teutsch. Leipz.
1749. 4. franz. Paris 1750. Amstcrd. 1751.
De Bougainuillt Voyagc aytour du inonde en 1766
— 69 Paris 1771. 4. 1772.. 8- teutsch. Wpz. . 1772, 8-
englisch. London. 1772. 4. by J. R. Forster.
De Pages Voyagc autour du monde et vers ks deux
Poles, par met et par terre, pendant les anne'cs 1767 — 76.
Paris 1*783. 2* Vol. 8- teutsch. Prankf. u. Leipz. 1786. 8-
J. Hakeswortk an aecount of the Voyagcs undertaken
by the order of his present Majesty for making discove-
ries in the southern hemisphere and successively perfor-
med by Comroodore Jtyron, Capt. Wallis, Capt. Carteret,
and Capt. Cooke drawn up fron the journals which were
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333
tervögel, 130b Singvogel, 13Ö huhnerartige Vö-
gel, 7 straufsfcnartige Vögel, 350 Sumpfvögel,
■
kept by the fhe several. Commanders find from Ihe papers
of J. Banks. Lond. 1773. 4. 3 "Vol. teutsch. Berlin. '1774.
/. Cook a'Voyage towards thc Southpole and round
the world performed in his Majesty's Sliipes th er Resolution
and Adventurc — in the Years 1774 — 15- London 1775.
8- 1776- 4. 2 Vol. teutsch Leipz. 1776. franz. Amst. 1777
Paris 1118. ^
G. Forster a voyage round the world in his Brit. Maj.
Sloop. Resolution, commanded by Capt. Cook, during in
the Years 1772 — 075. Lond. 1777 4. 2 Vol. teutsch
hcrausg. Berlin 1*7*78*
J. R. Forster Observations made during a Voyage
round thc World on Physical Geography, Natural Histo-
ry and Ethic Philosophy. London 1*7*78* 4* Paris 1778« 4*
teutsch. Berlin 1*783 8*
Cook, Clarke and Gore a ybyage to the paeifie ocean,
in thc Years 1776 — l*78o* London 1*782. 3 Vol. 4. teutsch
von Forster. Berlin i*78"7* franz. Paris 1-J85* 4*
De la Perouse Voyage autour du Monde, publ. et re-
dig, par M. L. A. Maller Mureau. Paris 1*79*7. 8* avec Atl.
Par. I-J98- 8« engl. London 1798. teutsch, Berlin. 1*799.
Labillardiere Relation du Voyage a la recherche de la
Perouse pendant les annees 1791 — 92. Paris 1800. 2 Vol.
4. avec Atlas, engl. Lond. 1800. teutsch. Hamburg 1802.
G. Vancouver a Voyage of discovering into the north
paeifie ocean and round the world in the Year 1*790 —
1*795. Lond. 3 Vol. 4. teutsch in 18. 19. B. d. Magaz. der
Reisen. Berlin 1799. i$oo. franz. par Morellet et Demeu-
niers Paris 1800 par Henri. Paris i8<tt#
-
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334
und 250 Schwimmvogel. Diese Vögel sind von
den £isbetgen vdes Nordens, vom Si.Gradnörd-
G. H. v. Zangsdorff Bemerkungen auf einer Reise um
die Weh. Frankf. 1812. 2 B. 4.
, Der Reisen um die Erde von Bdek, Walker, ftixon,
Portlock , Hamilton , Marchand , Turnbull u. a. nicht zu
erwähnen.
Schriften und Reisebeschreibungen , welche zoologische Bemer-
kungen über Länder verschiedener Welttheile enthalten*
Th. Pennant Thiergcschichtc der nördlichen Polarlän«
der a. d. Engl, übers v. E. A. W. Zimmermann. Leipzig
1787. 2 B. in 4. B. 2. Vogel.
P. Bellon du Alans des observations de plusieurs sin-
gularites et choses memorables, trouvees cn Grece, Asie,
Iude'c, Egypte, Arabie et autres pays estranges Paris 1553.
4- "554- 1555- 1550. 1585« Anvers 1588 Ut»« durch C.
Clusius. Antwerp. 1589* 1605.
Portraits d'oyseaux, animaux, serpens,
herbes etc. d'Arabee et Egypte. Paris 1557. 1618*
J. P. Tournefort Relation d'un Voyage de Levant, con-
tenant l'histoire ancienne et moderne de plusieurs lies de
TArchipeP, de Constantinoptc, des cotes de la mer noir, de
l'Armenie, de la Georgie, des frontiers de Perse et de
TAsie mineure. Paris 1717. 2 Vol. 4. Lyon 1717. teutsch.
Nürnberg 1776. 8-
K Hasselquist Iter palaestinum. Stockholm 1757 aus
d. Schwed. übers. Rostock 1762. 8«
W. G. Browne Travels in Afiica, Egyptand Syria from
the Y. 1792 — 98 Lond. 1799. 4. teutsch Weimar 1800.
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s
335
lieber Breite bis zu <Ien Eisbergen <des Südens,
bis zum 68 — 70 Gradsüdlicher Breite über die Erd-
oberfläche verbreitet. Ehe ich die Gesetze der
Verbreitung anhebe, will ich zuvor die Vögel-
arten in den verschiedenen Welttheilen aufzäh-
len, und zwar zuerst die jedem Welttheile ei-
gentümlichen Vögel, und dann die zwei, drei
oder mehreren Welttheilen angehörenden Vögel.
Hierdurch werde ich, um Raum zu ersparen,
Wiederholungen in der Aufzählung vermeiden.
Sehr gern hätte ich die Aufzählung deir Vögel
nach Abtheilungen und Segmenten der Erdkugel,
nach den Graden der Länge und Breite gewählt,
allein die wenigsten Reisenden haben in ihren
Schriften die Grade der Länge und Breite derje-
G. A. OUvier Voyage dans I' Empire Ottoman, l'Egyp»
te, la Persc. Paris 1801. 2 Vol. in 4. 4 Vol. 8
TT, Slocne a Voyage to the islands Madera , Barbados ,
Nieve, St. Christopheres and Jamaika, with the natural
history. London 1*707. 2 Vol. fol.
M. R. (Riddel) Voyage to Madera, and lower Cary-
bel isles, with sketches of the natural history of thosc is-
lands. Edinb. 1792. 12.
A. P. Lednt Voyage aux Isles de Tene'iiffe, la Trini-
te, Saint Thomas, St. Croix et Porto- Rico. Paiis 1810. 2.
T. 8« teutsch durch Zimmermann. Elberfeld i$n.
P. de Laval Voyage contenant ses navigations aux In-
des oriemales, aux Maldives, Molucques, au Bresil etc.
Paris 1615. 2 Vol. 8- 1679. 2 Vol. 4.
■
TT. P. Thunberg Reise durch einen Theil von Europa,
Afrika und Asien a. d. Schwcd. Berlin 1792. 2 B. 8.
t
Vieler andern Schriften nicht zu gedeuken.
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336 , .
nigen Orte angegeben, wo sie die Vögel gefun-
den haben. Um diesen Mangel einigermaasen zu
ersetzen, habeich die Vögel so aufgezählt, wie
sie von Norden nach Süden in den Welttheilen
vorkommen. Aus dieser mit sehr grofser Mühe
entworfenen Aufzählung der Vögel werde ich
späterhin die Beweise für die aufzustellenden Ge-
setze d«: Verbreitung entlehnen.
. Das Vaterland einer Vogelart ist da anzu-
nehmen, wo sie sich im freien Naturzustande
aufhält und fortpflanzt, a) Die Periode der Fort-
pflanzung, dieseBlüthezeit derThiere, setzt die gün-
stigen Einwirkungen der Aufsenwelt auf diesel-
ben voraus, wodurch sie in den Stand gesetzt
werden, den Kulminations - Punkt ihres jährli-
chen Lebens Zu erreichen. Man kann keines-
wegs nur diejenigen Länder für das V aterland
der wandernden Vögel annehmen b), wo sieden
Winter zubringen, weil die Wanderungeri der
Vögel vorzüglich nur durch die kalte Jahreszeit
verursacht werden, welche eine gänzliche Ent-
ziehung oder einen Mangel an Nahrung für diese
Vögel bewirkt. Der Grad der. Entfernung der
Vögel von ihrem Sommer- Aufenthaltsort ist ganz
zufällig, und richtet sich nach der Strenge des
Winters. Viele Vögel, welche in sehr kalten
Wintern bis ins nördliche Afrika wandern, blei-
ben bei gelinden Wintern in Italien, Spanien
—
ä) wie auch Zimmermann für die Thiere überhaupt annimmt.
b) wie Treviranus
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337
tthd Griechenland , selbst in Teutschland. Das
Vaterland dieser Vögel wäre demnach also in
verschiedenen Jahren verschieden. Endlich ist
es ja auch sattsam bekannt, dafs bei weitem die
meisten Wander- Vögel sich in denjenigen Län-
dern nicht fortpflanzen, wo sie den Winter zu-
bringen. Von den Schwalben und einigen an-
dern ist es freilich noch problematisch.
Um bei der Aufzählung der Vögel - Arten
keinen Raum durch die Citate wegzunehmen,
habe ich nur vorzüglich die neuern Reisenden
genannt. Das vor dem Namen mehrerer Vögel-
Arten angebrachte Fragzeichen soll anzeigen,
dafs die Existenz der Art noch zweifelhaft ist.
I.
Vogtl Welche Europa eigenthümtich sind, ä) - 1 o
L Raubvögel. 7 V 0
Kurzzehigter Adler Aquila brachydactyla. Teutschland. y.y. L
getiegerter Adler — tigrina. Kurland.
rothlich - weifser Adler — bubalina* Kurland. *
a) J. A. E. GSze Europäische Fauna oder Naturgeschichte der
europäischen Thiers Leipzig 1793. 8- B- 4- 5- 6- Vögel.
■■
Spitzbergen , Island , Feroer Inseln u. a.
C. /. Phipps (Mulgravc) Voyage towards the North*
Pole. London 1774. 4. teutsch. Bern 4. französ»
Paris 1775.
/. Anderson Nachrichten von Island, Grönland und
der Straße Davis. Hamburg 1746. Frankf. undLeipz. r]41*
8. Paris 1750.
11
Digitized by GöOgle
338
rothf&fsiger Falke Falco rufipes. Teutschland,
langschwänziger Falke — macrourus. Rufsland,
langh&siger — — braccatus. Kurland.
N. Horrehow The natural history of Island ia. London
1158 fol. ursprünglich dänisch. Copcnhagen 1150. 8* P*"
ris 1164- a Vol. in 12.
E. Olafsen und B. Povelsen Reisc durch Island, a. d.
Dan. übers. Copenh u. Leipz. 1774. 4. mit Abbild.
N. Mohr Forsoeg til en Islandsk Naturhistorie u. s.w.
Copenhagen 1786. 8-
M. D. Brünichii Ornithologia borealis sistens collec-
tionem avium in omnibus, »mperio danico subjectis insulis
borealibus, factam. Hafn. 1764. gr. 4.
H. Höver Eptstola de avibus in Farris insulis repe«
riri solitis, in Clusii Exoticorura Auctuario p. 367»
Lappland , Norwegen , Schweden und Dänemark,
J. Sehefferi Laponiae descriptio Upsal. 1670. Fran-
cof. 1613.
P. Hoegstroern Beschreibung des schwedischen Lapp-
lands. Leipz. 1-748* 8-
C. Hammer Fauna Norwegica. Havn. 1175.
E. Pontoppidans Versuch einer natürlichen Historie
von Norwegen. Kopenh. 1*754. 2 Th.
Kurzgefafste Nachrichten die Naturhisto-
rie in Dännemark betreffend, a. d. Dan. üb. Kopenh. und
Hamb. 1*765. 4-
/. C. Pabricius Reise nach Norwegen. Hamb, 1779 8-
C. Linne Reisen durch einige schwedische Provinzen.
Halle 1764. a. d. Schvv. 8-
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I
339
gefleckter Falke Falco versicolor England.
? Ränder • — — tnarginatus» Sclavonien.
rothfleckiger — — ininutus. Maltha.
Ü. Linni Fauna Suecica* Lugd-Batav. 1*746. fc. ex
ed A. J. Kctzii. Lips. 1800. S*
P. G. Tengmalm Ornithologische Bemerkungen auf
Almare Stüik in Upland. N. Abh. d. schwed. Akad. B. 4.
J. 1-783- s- 4*.
S. Oedmann Specialen Örnithologiae Wermdocnsif,
ebend. — B. 5. S. 50.
C. P. Thunberg Nachricht Von einigen schwedischen
Vögeln. B. 19. I-J98. S. 322.
J, D. Petersen Verteichnifs baltischer Vögel , alle auf
Christiansoe geschossen. Altona 1766. 4.
O. K Müller Zoologiae Danicae prodromus. s. AnU
mal. Danicae et Norweg. Hafn. 1*7-76. 8*
— ^ *ZooIogia Danica Vol. 1. 2. Hafn, et
Lips. 1T79. 8»
— • — — leones aniroalium rariorum Daniae*
Hafn. 1-777. fol.
Grofibrittanieri.
R. Sibbaldus Scotia illustrata i. Prodromus historiae
naturalis Scotiae. Edinb. 1684- f°l- Sect. 3-p. n.deAvibus.
■
G. Boate Natural History of Ireland. Lond. 1752. 8*
T. Pennant A Tour in Scotland ehester 1-7*71. Lond.
ITJ2. 1-714. teutsch durch Ebcling. Leipz. 1-7-79. 8-
C. Merret Pinax rerum naturalium Britannicarum.
Lond. 1667. 8«
22 *
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I
34°
i
schwarzer Milan — ~ater. Europa*
Wespen Bufsard — apivorus» Europa.
2 gestiefelter Bufsard — pennatus. Europa.
T. Pennant The 'britisch Zoology. Lond. t^SS. fol.
Lond. 1768- teutsch. Augsb. 1771. fol.
•C AIerret Ornithologia Brirannica. Lond. 1771. foL
W. Lewin The Birds of Great ßritain systematically
arrangcd, acourately engraved and painted. 8* Volum.
Lond. 1795. 4.
J. Walgott Synopsis of british Birds. Lond. 1*794. 2,
Vol . 4.
•
E. Donavan The natural History of british Birds.
Lond. -1794. 2 Vol. gr. 8.
T. Bewich History of british birds. Newcastle 1797;
a Vol. '
(Schill) The History of sevenry four of the most re-
in arkaWe british Birds. Lbndon 1^07. 8-
W. Markwick Aves Sussexienses» or a Catalogue of
bieds found in the Country of Sussex. in d. Transact. o£
the Linneau Society VoL 4. p. 1.
-
Holland.
Nederlandsche Vogelen door G. Notemann> Amsrerd.
1770. Tweede deel door M. Houttuyn Amst. 1789« 3« D.
1797. 4. D. 1809. 5 D. I8n.
Teutschland.
J. L. Frisch Vorstellung der Vögel in Teutschland.
Berlin 1743. fol. /
J. AI. Beckstein Gemeinnützige Katurgeschichte Deutsch-
lands. Leipz. 1804. 8* 2 Aufl.
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34*
? sclavomscherBufsarÄ— sclav onicus. SclavoTii^n.
Poscheger Gespann&chaft.
?.Rohr Weyhe — arundinaceus. Europa.
F. P. A. Leisler Nachträge zu Bcchsteins Naturgc-
»cjüchte Deutschlands. H. i. Hanau. Igi2. 8»
•
J. M. hechstein Ornitholojrisches Taschenbuch Ypn und
für Deutschland. Leipz. 1802. 2 B. in 8-
Bekker Deutsche Ornithologie. Darmstadt 1800. fol.
J. Wolf und R. Meyer Naturgeschichte der Vogel
Deutschlands in getreuen Abbildungen. Nürnb. 1305. fol.
„ — , — Taschenbuch der deutschen Vogelkunde.
Frankf, i8i<V 8- ?>
C. Schwenckfeld TheriopHeionSilcsiae. Lignic. 1603. 4.
h H. Zorn Episrola de avibus Germaniae, praesertim
sylviae Hercyniae. Pappenh. 1745. 4.
P. C. Fabriclus Commentatio de Antmalibus Wettera-
viae indigenis. Heimst. 1749. 8«
F. T. Bockas Preufsische Ornithologie ; im Naturfor-
scher St. 8- S- 39- St. 9. S. 39. St. 12. No. io< St. 13,
N. 18. St. 17. N. 7.
Fr. P. Schrank Fauna Boica. Nürnb. 1798. 8«.
Siemjsen Handbuch der systematischen Kenntnis der
mecklenburgischen Lan<J- und Wasser- Vögel. Rostock und
Leipz. 1794-8-
7. T. Klein Aviarium Prussicum; in d. Neu. gesells.
Erzähl. Th. 2. S. 185.
G. ff. Krameri Elcnchus vtgetabilium et animalium
per Austriam inferiorem observatorum. Viennae et Prag.
8«
1
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342
4
graue Weyhe — griseus. England.
Wasser — — rufus, Teutschland,
Frankreich«
Schwei tz^
ff. B. de Saussure Voyage dans les alpes ptccc'dc
d'une bist, naturelle da envirom de Geneve. Neufchatel
G. K. C. Storr Alpenreise. Leipz. 1*J84- 2B.4. enN
hält ein Verzeichnifs der in der Sehweite, vorkommenden.
Vögel nach Sprüngli'* SammHw^
Rufsland..
P. S. Pallas. Reise durch verschiedene Provinzen de*
russischen Reichs. Petersburg 177*. 3 Th. 4^
t
S. C. Gmelin Reise durch Rufsland zur Untersuchung
der drey Reiche der Natur.. Petersb. 1771. 3 Th. 4.
X Lepechina Tagebuch der Reisen durch verschiedene
russische Provinzen.. Altenburg 1774. $ Th. aus dem Rus-
sischen..
P. S. Pallas Bemerkungen auf einer Reise in die süd-
lichen Statthalterschaften des, russischen Reichs«. 1796. sTh,.
in 4. franz. Paris 1805. 4.
*
X G. Georgi Geographische, physikalische und narur»
•historische: Beschreibung des, russischen. Reichs.. Königsb«.
1199- 3 Th. 4.
J. L. Fischer Versuch einer Naturgeschichte vonLiv*
Und. Leipz^ 1778. 8-
J. M. G. Besehe Bcytrag zur Naturgeschichte der Vo-
gel Kurlands, mit gemablten Kupf. nebst einem Anhanget
Über die Augenkapseln d. Vögel. Mietau il Leipz. 1792«
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343
Nacht Kauz Strix aluco. Europa, von
Schweden an«
rauhfüfsiger Kauz — dasypus, Franken ,
Thüringen.
E. W. Drümpelmann Getreue Abbildungen und natur-
historische Beschreibungen aus d. nördi. Provinzen Rufs-
lands, vorzüglich Lief- Est- und Kurlands.. Riga igu. foL
-
Polen.
P. G. Rzaczynski Historia naturalis curiosa Poloniae
magnae ducatus Lituaniae. Sandomir. 1*721. 4. Auct.
Ged. 1-736.
Ungarn. .
A. F. Comes Mars ig Ii Danubius pannonico - mysicut.
Hag. Coro. 1*726. fol. ,
I. Severini Tentamcn Zoologiae Hungaricae. Posen.
»TO 8*
/. B. Grofsinger Uni versa historia physica regni Hun-
gariae secundum tria regna naturae T. 2. P. 2. Ornithol.
Poson. et Camarom. 1*793. 8*
Frankreich.
P. Barrere Ornithologiac speeimen novum sive serict
avium in Russinione, Pyrcnaeis montibus, atque in Gallia
aequinoctiali observatarum. Perpiniani 1*745. 4-
Delarbre Essai Zoologique sur rAüVcrgne, ou histoire
naturelle des animaux sauvages quadrupedes et oiseaux in-
digenes. Paris 1798. 8»
P. P. Lapeyrouse Table« roethodiques des mammife-
res et des oiseaux observes dans le departement de la haute
Garonne. Toulouse 1799. 8«
J. L. M. Guillemeau Essai sur l'histoire naturelle des
Oiseaux du Departement de Deux Severs. Paris 1806. 8-
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344
Zwerg Kau» — pygmea. Europa,
grofse Habichts- Eule — macroura« —
Spanien und Portugal.
J. & Agnesii Apologia $ liber de avibus , quae in
Albufcra palude prope Valentiara degunt, in ej. Oper,
poetic. 1545. 8*
G. G. Casal Historia natural y medica de e principade
de Asturias. Madrid 1762. 4.
1
G. Bowles Introduction a la Historia natural y ge-
ografia fisica de Espanka. Madrid 1775* 4* franz. v. Fla«
vigny. Paris 1776. 8« cd. G M. d'Azara. Parma. 1783« 8-
/. Cavanilles Observation es sobre la Historia naturale,
Geografia etc. del regno de Valencia. Madr. 1795. 3 Vol. fol.
Brohwell Natural and political history of Portugal.
Lond. 1726. 8-
J. Armstrong History of tbe Island of Minorca.
Lond. 1752. 1756. 8- Pari« *lß9> *3« "eutsdv. in d.
Gott. Samml. 1764. 8«
Descrizione de las islas Pythiusas y Balearcs. Madr.
Italien.
C. Pilali Saggio de Istoria naturale del Bresciano*
Brescia 1769. 4.
Maltoni delle Istoria naturale della provincie Berga*
inasche. Bergamo 1778«
P. A. Gili Agri romani historia naturalis tres in par-
tes divisa, P. regn. anim.T. 1. Ornithologia. Rom. 1781. SV
Jausjin Mem hist. sur lhistquc naturelle de laCorse*
Laus. 1758- 8-
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S45
H, Klettervöge^
p
Elster Specht. Picus leuconotus. Rofsland; Po-
len, Schlesien.
GrisaUi Istoria naturale dell'isola diGorsica. Floren».
J-774- 8-
Storia naturale dellisola di Corsica «1 Sign» Hasen-
öhrl. Firenz. 1^4. $.
Barrel Mem. für l'hiat. natur. des Corses, Parif 1*783-
Ii. tr. de rangt.
D» J. Ax,umi Hier, geographique, poÜtiqoe et naturelle
de la Sardaignc. Paris et Strafsburg.
D. Schiavi Descrizione dt varie produzionc natorali
della Sicilia. Palermo. 1*76
• L. Spallanzani Viaggi alle due Sicilie. Pavia
6 Vol. Bern 1-795. 8- Leipa. 1*795. 8- P*«* >799-
K Cetti Storia naturale di Sardegna. Piatt. 4*7*74. 8*
Vol. 2. gli Uccclli. Leipz. 1*784* 8-
L. de Boisgelin Malte ancienne et moderne, contenant
la discription de cette ile, son Histoire naturelle etc« Mars.
Parts 1805. 3 Vol. 8-
Koestlin Briefe über die Naturgeschichte der Insel
Elba. Wien 1*780. 8»
Dalmatieri) Türkey und Archipclagus.
Fortis Viaggio in Dalmatia. Vcnet. 1*774. 4. 3 VoL
Bern. 1*7*76. 8«
P. jV. Chrysqgono Notizia per servire alla istoria na«»
turale della Dalumtia. Treviso 178<V 4.
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346
i
III. Singvogel.^
•
schwarzstirnigerWürger Lanius, minor s. Italiens, Europa,
Teutschland, Italien. *
Skurzschwanziger — — bracbyurus. Ungarn,
Taurien nach Pallas.
Roth Drossel Turdus iliacos. Europa, von Island au,
Mistel — — viseivorus. Europa, v. Norwegen an.
Kohr — — arundinaceus. Europa, die kältere.
Zone ausgenommen.
Stein — — saxatilis. sudliches Europa , Oest-
reieb, Tyrol,Ungarn, Itajien*. Türkei»
zweideutige Drossel Turdus dubius* Europa ,
Teutschland.
•
einsame Drossel <— solitarius. Frankreich,
weifsschw'anzige Drossel — leueurus. Spanien,
gefleckter Fliegenfänger Muscicapa grisola^ Euröpa, von .
Schweden an.
schwarzrückiger — — atricapilla. Europa, von
Sondmor an.
schwarzgrauer — — museipeta. Europa, in
Schweden nicht.
kleiner — — parva. Europa, in
Schweden nicht.
Sprosser Grasmücke, Sylvia philomela, gemäfsigtes und
südliches Europa, in Schweden nicht,
graue — — hortensis, — —
Klapper — — garrula, — —
fahle — — cinerea, — —
gesperberte— — nisoria, Teutschland.
Observazioni storiche, naturalt, politichc, intorno la
Valachia, Moldavia. Neapel i«788- *2-
C. S. P. Sonniai Voyage en Grece et enTurquie. Pa-
ris 1801. 4. übers, in Mag. d. Reis. Berlin 1801 B. 24.
1
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347
bippolais* Europa, von
Schweden an.
atricapilla , — —
schoenobanus— — .
modularis, — , —
sibilatrix, — —
phragtnitis» — —
rufa, — —
fitis, — —
naevia, — —
superciliosa, Rufsland,
ferruginea , —
Dortfordiensis, England,
Frankreich»
fluviatilis, Oesterreich;
pallustris, Teutschland,
albifrons, —
griseothorax, —
massiliensis > Provence,
maculafa, —
melanocephala, Sardinien,
moschita % —
schwarzkehJigerSteinscbmätzer,Saxioola rabicola, Europa,
von Drontheim an.
— maura, Rufsland.
Parus cristatus % Europa p
vonSondmor an.
— jgnotus, in der Gegend
vonSondmor nachStroem.
— narboniensis, Langue-
dock.
Accentor alpinus, Alpen Tyrols,
Kraiqs und Kärnthens.
^ Brach - Pieper Anthus campestris, Europa von Island an.
"Wasser — — aquaticus, Teutschland, Italien.
gelbbäucbigerLaubvogel—
schwarzköpflger Sänger —
? rothfarbiger — —
schieferbrü^tiger — ~
geschickter —
Schilf — —
Weiden — —
Fitis — —
gefleckter — . —
Augenbraun — —
goldkehliger — —
?Dortforder — —
?Flufa — —
Sumpf — —
? weifsstirniger — —
? graubrüstiger — —
? Provenzer — —
? gefleckter — —
? schwarzköpflger — —
? rothkappiger — <r—
rothkehliger
Hauben Meise
? Norwegische
? rotbgraue
Alpen- Fluevogel
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34«
? dunkelfarbige Lerche. Alamda obscura, England*
? kleine — — minor, Europa.
? Sumpf t — mosellana, an der Mosel,
ziegelfarbige — — testacea, Europa..
weifcscbnäbelige — — albirostris, Portugal,
? grüner Baumläufer fcerthia viridis, Kjfrnthen.
Felsen Schwalbe Hirundö melba, Süd-Europa, Malta,
Insel Lipari nach Spallanzani,
Schweiz, Savoyen.
Stein Krähe Corvus graculus, Alpen der Schweiz,
Tyrols, Kärnthens.
Brand Fink Fcingilla flammea , Noeland irtSchweden.
Citronen Fink Fringüla. citrinella, Oesterreich, Schweiz,
Tyrol.
% dummer — stulta., Italien.
? gesprenkelter Fhjk — bononiensis, um Bologna.
2 weifsschwänziger Fink, Fringüla leucura,. um Bologna.
$ Dalmatischer, — — dalmatica, Dalmatien.
ziegelrotber — — testacea, Portugal.
Berg - Ammer Emberiza montana, nördliches Europa.
Sperlings- — — passerina, — t-
Zaun- — cirlus s. elaetfcorax, nördli-
ches Europa.
Zip- — cia, südliches Europa,
gebünderter — lesbiaK Provence.
IV. Hühnerartige V&gel.
Holz -Taube, Columba oenas, Europa, vort de nFero er
Inseln an.
graues Waldhuhn, Tetrao canus, Schweden.
rothes — — scoticus, Schottland.
? Damascener Feldhuhn, Perdix damascena ,. Frankreich.
schwarzgewelltes Feldhuhn, Perdix andalusica, Andalusien"
mondfleckiges Feldhuhn, Perdix gibraltarica, Gibraltar,
wahrscheinlich auch in der Barbarei.
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.-
349
V, Sumpfvögel.
unbestimmter Ralle Railas dubios , Sclavonien.
isabellfarbener Läufer Cursorius isabellinus , England ,
Teutschland, Frankreich»
olivenfarbiger Strandläufer Tringa cälidris, nördliches
Europa.
gewellter *— — undulata, Norwegen»
Dänemark, Kurland»
einfarbiger — *• uniformis, Island,
graulicher — — grisea, Europa,
gesprenkelter Strandlänfer Tringa naevia, Europa,
kurzschnabliger — — lincolniensis, England»
rothbrüstige Schnepfe Scolopax belgica, Niederlande.
Zwerg- BrachvDgel- Numenius pygmaeus s. pusillus,
Nord-Europa,
grüner Nimmersatt lantalus viridis, Rufsland,
glänzender — — igneus, —
kleiner Regenpfeifer Charadrias minor s\ fluviatiHs , Ett-
ropa.
Italienischer Currier Coerira italicä, Italien,
dunkelfarbiger Reiher, Ardea obscura, Sclavonien.
VI. Schwimmvogel.
Felsen Meve Larus crepidatus, Spitzbergen, nordliche
Europa, Nordsee, Ostsee.
Gulaund Gans Anser boreaüs, Island.
Isländische Ente, Anas islandica,,- Island» r> *
weiüsaugige — — leucophthalmos, nördliches
Teutschland, Rufsland,
schwarzkinniger Steifsfufs Podiceps hebridicus, auf den
Hebriden.
graukehliger — — subcristalus, Europa,
langschnäbeliger — — longirostris, an den
Bächen und Flüfsen der Pyrenäen.
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35o. ,
II.
Vogel welche Asien eigenthutnlich sind, ö)
I. Raubvögel.
Ohren- Geyer Vultur pondicerianus , Ostindien,
langhalsiger — — indicus, —
Coromandelscher— — gingianus, Coromandel.
Mönchs - — — monachus, Amboina.
Kamtschatka und Siberien.
d) Außer den früher genannten Reisen von Pallas , Lepechina,
u. a. vorzüglich folgende: ,
Ä Krascheninnikof Geschichte von Kamtschatka (in
russis. Sprache. Petersb. 1*754. 2 B. in 4.) engl, durch J.
Gricw. Glocester 1*764. 4. teutsch durch Köhler. Lemgo
l*]66. franz. Lyon l']6']. Amst. 1T70.
J. G. Gmelin Reise nach Sibirien. Göttingen 1-751.
4 Th. 8-
G. W. Steiler Beschreibung von dem Lande Kamt-
schatka. Frankf. und Leipz. i"H4. 8»
. Tagebuch setner Seereise aus den PetrU
Paul Hafen in Kamtschatka bis an die westlichen Küsten,
in 4fn neuen nordischen Denkwürdigkeiten von Pallas.
5. und 6. B.
Topographische und physikalische Be-
schreibung der Berings- Inseln cbend. S. 10.
S. Oedmann Beschreibung von Kamtschatka, dessen Ein-
wohnern und physikalischen Merkwürdigkeiten. Upsal.
1187- 8«
W. Coxe Account of the Russian discoveries between
Asia und America. Lond, i^fto. 4. fr. Paris i*)8i- 4»
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;
351
kastanienbrauner Geieradler Gypactos castaneus, Persien.
Jaik Adler Aquila leocorypha, am Jaik nach Pallas,
grimmiger Adler Aqnila ferox, Astrakan.
rothbrauner Adler Aquila sinensis, Asien, China, Indien.
J. Billings An Account ot a geographical and astro-
nomical cxpcdition to the northcrn parts of Russia. Lond.
1800. 4. fr. Pari*. 1802.
Kaukasus, Persien, Syrien, Klein Asien, Palästina.
Arabien.
P. S. Pallas Rcice von der nördlichen Seite des Kau«
kasus bis nach Choy in Persicn. in 2 ß. d. neu. Denkw.
des Nordens.
C. Bablizl Bemerkungen in der persischen Landschaft
Gilan und auf den Gilanischen Gebirgen, in Pallas n.
Nord-Beitr. B. 4. S. 1.
J. A. Güldenstadt Reise durch Rufsland und im kau-
kasischen Gebirge. Petersb. 1787* 2 B. 4. herausgegeben
von P. S. Pallas. 4'
Philippi Sanct • Trinit. Carmelitae Itinerarium orien-
tale. Lyon 1649. 8«
Chardin Voyage en Perse et autres lieux de TOrient.
Amst. itii. 10 Vol. 12. Amst. 1735. 4 Vol. 4.
A. Bussel The natural history of Aleppo and parts
adjacent. Lond. 1*7 B. 4. 2 ed. 1794. 4.
T. F. Hasselquist iter palacstinum. Stockholm 1*749 in
schwed. Sprache, übers, von Linne'. Rostock 1*762. 8*
Karsten Niebuhr Reisebeschreibung nach Arabien.
Kopenh. 17*72. 4. Leipz. 1774. x
P. Forskael Dcscriptio jnimalium, avium etc. in itinen
orientali observat. ed. Niebuhr. Hatn. 1775. 4.
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35»
Schüä* Adler Aquila cheela, Ostindien.
Pondiscberischer — — pondiceriana , Ostindien.
Meer - — maritima, Javanische Meersufer»
P. Forshael Iconcs rerum naturalium. — 1*7*76. 4.
Atlas Japanensis, "beeng remarkables Addresscs, by
Way of Ambassy from the East India company of united
Provincei to the Eraperor of Japon, collcctcd out oftheir
several writting and adorned with several sculptues by J»
Ogilby. Lond. 1670. fol. franz. Amst. 1680.
E. itaempfer fiistory of Japan. London 1727 fol. 2
Vol. Franz. a laHaye 1*729 fol. Amst. 1732. holt'änd. Amst.
1*733. teutsch von Dohm Lemgo 1777 2 V. 4.
Charlevoix Histoirc du Japon, ou Ton trouVe tout ce
qu*on peut apprendre de la nature et des produetion» du
pays. Paris 1736. 3 V. 4- »754-
Mengoki y Japan , China, Tunkin , Siam.
F. Bernier Voyage contenant la description des Etats
du Grand Mogol etc. Amst. 1679. ll2$* I125* a ^ *n l2,
J. B. du Halde Description generale historfque, chro-
nol. , polit. , et physique de l'Empire de la Chine et de la
Tartarie chinoise. Paris 1735. 4 Vol. fol. a la HayC 1736.
teutsch. Rostock 1747. 4.
Grozier Description generale de la Chine. Paris 1785* 4*
Richard Histoire naturelle et eivile de Tunkin. Paris
1
1788- 2 Vol. in 12.
Voyage de Siam par les P. P. Jesuites. Paris i685- S«
Second voyage. Paris 1691. 12»
De la Louhire du royaume de Siam. Paris 1691. 12.
Turpia Histoirc naturelle et eivile du royaume de Siam.
Paris 1771. 2. Th. in 12.
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533
graufftfsiger Habicht Falco orientalis, Japan,
schwarzkehliger Habicht Falco japonicus, Japan,
gelbgestreifter — — badius , Zeilon*
Indien und asiatische Inseln,
Histoire naturelle et generale des Indes, iles et terre
fcrme de la grande mer oce'ane, trad. dp castellan. Paris
1666. fol.
Delion Nouvelle Relation d'un voyage fait aux Indes
Orientale*, contenant la description des iles de Bourbon et
de Madagascar, de Surate, de la Cote de Malabar, de Ca-
licut, de Timor, de Goa etc. avec l'histoire des plantes
et des animaux qu'on y trouve etc. Amst. 1699. 12. Lon-
don 1999. 8-
Gaultier Schouten Voy. aux Indes Orientale*. Amst.
Ilo*]. 2 Vol. 12.
K Valentyn Beschryving van onde niew Ostindian.
Amit. i-jai, 8 Vol. fol.
J. G. Worm zehnjährige ostindianische und persiam-
sche Reisen. Dresd. u, Leipz. i^*J. 8*
Istoria naturale e politica del regno del Gran-Mogul,
deir India, di Pegu etc. Venet. 1138- 8-
G. F. Gerbert ostindische Naturgeschichte etc. Halle
1752. 8-
P. Osbeck Reise nach Ostindien und China, aus dem
Schw. iibers. von Georgt. Rostock 176%- 8-
Sonnerat Voyages aux Indes orientales et a la Chine.
Paris i-]82- 3 T. 4. Aus d. Fram. übers. Zürch 1783-
Fra Paolino da S. Rartolomeo, Carmelitano scalzo,
Viaggio alle Indie orientali. Roma 1796. 8* Franz. Paris
1808« 8- 3 Vol. teutsch iibers. v. J. K. Forster in Berlin.
Magaz. 1798- B. 15
X. PennanL Indian Zoolog. Lond. 1*769. fol.
— — Indische Zoologie mit 15 Kpf. von J. R.
Forster. Halle fol.
23
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354
weifstirniger Habicht Falco indicus, Java,
rothtropfiger Falk Falco regulus, Sibirien nach Pallas.
Dümmerungs — — vespertinoides , Sibiüen.
Würger — , — lanarius, Tartarei, nördliches und
östliches Sibirien,
süber&cbw'anziger Falk Falco asiaticos, China,
schwarzblauer — — caerulescens , Bengalen,
gelbköpfiger — — ochrocephalus, Ostindien,
rautenfleckiger — — — rhombeus, am Ganges.
Federbusch — — cirrhatus, Ostindien.
Beritz — — calidus , —
geschickter — — melanoleucos —
Schrei- — — vociferus, Küste von Co-
romandel.
Zeilonischer — — ceilonensis, Zeilon.
Javanischer — — javanicus, Java.
Berg Kauz Strix barbata, Sibirien.
Yaik Ohreule — diminuta, Sibirien, nach Pallas,
weifsliche Ohreule — pulchella, Sibirien
J. T. Koelreuter Aves indicac rarissimae et incogni-
tae in d. Nov. Comm. Ac- Petrop. T. Ii. M. p. 429.
Sonnerat Reise nach Neuguinea, nebst einer Beschrei-
bung der philippinischen Inseln undMolukken, a.d. Franz.
übers, von Ebeling. Leipz. i*7*n. 4.
IV. Smarden History of Sumata, London l*/83» 4*
Paris 1-788- 8-
/. C. Wolfs the Üfe and advcntures in Ceylon, with
a description of that island, its natural productions, etc.
by Erkelskron. Lond. 1*785. 8. Paris 1*793. 8.
R.Percival an Account of the island of Ceylon, con-
taining its history, geography, natural history etc. Lond.
1803. 4. teutsch in Sprengeis Bibl B. u. Weimar 1804.
The narrative oi Cap. Woodard with description of
the island of Celebres etc. 3 ed. Lond. 1804. 8-
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355
schwarzfüfsige Ohreule Strix sinensis, China,
mondfleckige — — coromanda, Coromandel.
Indische — • — indica, Zeilon.
•
IL Klettervögel.
dickschnäbeliger Papagei Psittacus nasutus, China,
blauhalfteriger S'ttich — capistratus, Ostindien,
schwarzschwanziger Lory — cochinsinensis , Co-
chinchina.
rothafteriger Sittich Psittacus leverianus , Ostindien.
indicus, - —
Lichtensteinii , —
multicolor, Ostindien.
Sonnerati, —
accipitrinus, —
orientalis, —
asiaticus, —
variegatus , —
ornatus , —
incarnatus, Ostindien,
Java,
eupatria, Gingi.
borneus * Ostindien ,
Borneo.
erythrocephalus, Ben-
galen, Gingi, Borneo.
— anriulatus, Chandernagor.
— barbatulatus , Malacka.
— moluccensis, —
— Alexandri. Ceilon.
— torquatus, Philippinen.
Psittacus melanopterus , Lu-
zon, Java.
— minor, Luzon.
— philippinarum, Phi-
ostindischer — —
geschminkter — —
weifshalsbandiger— —
blauhalsbandiger — —
Habichts - Papagei —
blaurückiger —
rothwirbliger — —
bunter Lory —
blaubindiger — —
rothkehliger — —
Achselband — —
rother Sittich- — «—
rothköpfiger Sittich —
gelbrin geliger —
violet nackiger —
blausteissiger —
Alexanders —
Halsbands —
schwarzflügeliger—
buntflügeliger —
rothbäuchiger KakatU
lippinen.
*3
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35<*
gelbschwingiger Papagei Psittacus lucionensis, Philipp.
Kulavissi Papagei Psittacus galgulas , Philippinen.
gehäubter Sittich — jav
,Tanicus
Java.
Osbeckischer — — Osbeckii, —
blauscbwänziger Lory Psittacos caeruleatus , Borneo.
gelbstreifiger Papagei
schwarzkopfiger Sittich
blaumanteliger —
violettblauer Sittich Lory
Kappen Lory
grauschwingiger Sittich
gelbschulteriger —
weifser Kakatu
rothhaubiger Kakatu
gelbhaubiger —
geschwätziger Lory
purpurkappiger —
schwarzkappiger Lory
karmoisinrother —
einfarbiger —
grafsgrüner Papagei
grofser Bartvogel Bucco grandis, China,
gelbhalsiger Bartvogel Bucco philippinensis, Philippinen*
schwarzkehliger Bartvogel Bucco niger. —
schwarzkopiiger — — indicus, Ostindien,
grüner — — viridis, —
rothkopfiger — — rubricapillus , Ceilon.
gelbwangiger — — ceilonicus, —
blaukehliger Kuruku Trogon asiaticus, Ostindien,
gestreifter — — indicus , —
gefleckter — — maculatus, Ceilon.
Band — — - fasciatus , —
blaurückiger Kuckuk Cuculus sinensis, China.
Paradies- — — paradiseus , Siara.
bataviensis, Java,
atricapillus, Molucken»
amboinensis, —
coccineus , —
aiciniatus , —
quebiensis, Amboina.
xanthosomus , —
cristatus, Molucken.
moluccensis , —
sulphureus , —
garmlus , Molucken,
Ceram, Java,
dotnicilla , Molucken ,
Ostindien,
lory, Molucken und
Philippinen , Insel Yolo.
puniceus , Amboina.
unicolor, Molucken.
gramineus , Amboina.
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357
4
goldbrauner Kuckuck Cuculus mindanensis, Philippi-
nen.
gestreifter —
gelbb'auchiger — .
rotbgefleckter —
Schiller —
dreystreifiger —
Sonnerats • —
grauköpfiger —
Halsbands — -
geschickter. —
gewellter —
Lerchen —
schnepfenfarbiger —
gefleckter —
rothkupfiger —
radiatus, Panay.
flavus, —
punctatus, Ostindien,
Philippinen,
orientalis, Ostindien,
indicus , —
Sonnetatii, —
poliocephalus, —
coromandus, Coraman-
del.
melanoleucos, —
honoratus , Malabar.
bengalensis , Bengalen. .
scolopaceus, —
maculatus , —
pyrrhocephalus , Cei-
lon.
rostrother Specht Picus persicus, Persien,
schwarznackiger Specht Picus bengalensis, Ostindien,
gesprenkelter — — psarodes , —
halbschnäbeliger — — - semirostris , —
rothschulteriger — — malaccensis, Malacka.
— « mineatus , Java*
— philippinarum, Philippin.
— manillensts , —
— cardinalis, Insel Luzon.
— moluccensis , Molucken»
rothflügliger —
braungrüner —
schmutziggrüner —
Cardinal- —
Brun -i —
III. Singvögel.
kurzschwänziger Würger Lanius brachyurus, Pannen, nach
Pallas.
rothschwänziger — — phoinicurus , Daurien,
nach Pallas.
Schach • — — schach, China.
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358
scbeerenschwänziger
Choretz
rothscbläfiger
gelbschnäbliger
nacktscbaftiger
graubräunlicher
backenschnäbeliger — —
weifser
feueraugiger
rothkeblige Drossel
dunkle —
blasse —
gchäckige « — .
rothhalsige — — -
weifsbackige
Shanhu —
tnondhälsige — .
violette —
schwarzhalsige —
Pfeif. _
Brillen- —
gelbe — >
grüne —
streifsch wanzige —
Schrei - —
Pagoden —
Federbusch- —
oran geköpfige —
grünliche
aschgraue —
grausteifsige — -
Würger Lanius caerulescens , Ben-
galen.
— — cristatus, Bengalen
— — emeria , —
— — boulboul, Ostindien
— — malabaricus, —
— • — lucionensis , Insel
Luzon.
antiguanus , Insel
Panay.
— — albus, Panay.
— — panayensis, Panay»
Turdus calliope, Kamschatka, Si-
birien,
obscurus, Sibirien,
pailidus, —
— Sibiriens , Sibirische Alpen,
nach Pallas.
rußcollis , höchste Gebirge,
Dauriens, nach Pallas*
* persicus, Persien.
— schanhu, China.
— arcuatus , — »
violaceus, — *
nigricolüs^ —
— ■ bubil , —
— perspicillatos , China.
— flavus, —
— viridis-, «— .
— - sinensis 9 China, Ostindien«
— • canorus, — Bengalen,
— pagodarum , Ostindien.
— suratensis, —
— citrin us, —
— • indicus , —
— cinereus, —
— orientalis,
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■
359
Cowal - Drossel Turdus dauma, Ostindien,
geputzte — — speciosus, —
graue — — griseus, Coromandel.
rpthkehlige — — ginginianus, —
langschwänzige Drossel Turdus macrourus, Malabar.
schwarzkinnige
goldkopfige
goldschwänzige
weifsstreifige
philippinische
Einsiedler -
Tauben -
Dominikaner-
Musik -
aschblaue
malabaricus, —
ochrocephalus , Cei-
Ion , Java,
amboinensis, Amboina
mindanensis,Mindanao
philippensis , Philip-
pinen.
eremita , Philippinen,
columbinus, —
dominicanus , —
cantor, —
manillensis, Manilla.
weifskehliger Fliegenfänger Muscicapa sibirica, am See Bai-
kal, Kamtschatka.
rothstirniger
geschäckter
roth grauer
-
netter
bekränzter
gelhalsiger
graukehliger
orangesteissiger
grauer
pomeranzfarbiger
dunkelgrüner
lappiger
schwarzkehliger
roth afteriger
erythropis , am
Flusse Jenisey.
melanoleuca, a. d.
Wolga.
a&don,östliches Si-
birien, nach Pallas,
nitida , China,
sinensis , —
flavicollis, — ■
grisea, —
fuscescens, —
nitens, Ostindien,
flammea , —
pondiceriana , Co-
mandel.
comata, Ceilon.
javanica, Java,
haemorrhousa, Java.
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360
gelbbrüstiger Riegenfänger Musöicapa raelanictera * Java,
graubrauner — — philippensis , Philip-
4 pinen.
azurblaurr — _ caerulea. Philippinen
gelbkehhliger — — manillensis, Manilla,
blauköpfiger — — cyanocephala, —
schwarzkappige Merle Tanagra melanictera , Caucasus,
rothschwingige — — sinensis , China,
schwarze — — atrata, Indien,
rostrothe — — rudis, Coromandel.
purpurflrtglige — — amboinensis,, Amboina.
kleiner Manackin Pipra mfnuta, Indien,
schwarzkehlige Meise Parus sibiricus, Sibirien.
Prinzchen
verliebte — —
Alpen — —
rostbraune — —
schwarzstirnige — —
rotbbäucbige — —
gelbk&pfige Bachstelze MotacUla
schwarzgezäumte— ■ —
mondbänderige — —
geschickte — —
grüne —
rothkopfiger Sänger
Awatcha —
gelbscbwänziger —
blau schwänziger — ■
gelblicher —
sibirischer —
Ufer- —
langschnäbeliger —
finsterer —
knjaescik , —
amorosus, Asien,
alpinus, Alpen Persiens*
sinensis, Chinas
indicus, Indien,
malabaricus , Küste von
Malabar.
citreola , Sibirien.
— melanopa, Daurien»
— in die a, Indien.
— maderaspateosis , Ma.-
dras.
— viridis , Ceilon.
Sylvia borealis, Kamtschatka,
— awatcha, —
— aurorea, Sibirien, um Sa-
langa, nach Pallas«,
— eyanura, Sibirien, am Je-
nisey, nach Pallas,
— citreola,Sibirien, nach Pallas
— calliope , am Jenisey.
— littorea,a. Caspischen Meer*
— *■ longirostris , am Caucasus.
— obscujra, Gebirge Persiens,
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36 1
weifck&pfiger Sänger Sylvia albicapilla, China.
longicauda , —
sinensis , —
nigricollis, Indien,
sutorta, Indien, Ceilon*
guzurata, Gu zurät,
asiatica ,. —
ceilonica, Bengalen,
olivacea, Ceilon.
caryophyllacea, Ceilon.
cingalensis , —
flamraea, Java.
langscbwänziger
fleischbäuchiger
schwarzhal si ger
Schneider-
braunscbeiteliger
Schleier -
scbwarznackiger
olivenfarbiger
rother
schillergrüner
feuerfarbener
schwarzöhriger Steinschmätzer Saxicola montanella, Si-
birien.
schwarzbrauner — — caprata, Insel
Luzon.
sibirische Lerche Alauda sibirica, Sibirien, nach Pallas,
gabelfleekige — — mongolica , am Flufs Onon und
Argun, Mongolei.
Kuppen- — — malabarica, Küste von Malabar.
grauköpfige — 1 — gingiea , Küste von Koro.
mandel.
gelbrüekiger Baumläufer Certhia cantillans, China.
streifsth wänziger —
dunkelblauer — —
rotbrückiger — — ■
gelbbauchiger — —
-weifshalsiger — —
rothschnabelider — —
gpldgrüner — —
gelbflugiger — —
langsehnabeliger — —
blaukehliger . — —
A
allfarbiget — —
gnsea, —
asiatiea , Indien,
erythronotos . Indien«
lepida, Indien,
indica, —
ery throrhyncbos , In-
dien.
macassariensis, Ma-
cassar In Ostindien,
erysoptera , Bengalen,
longirostris , —
ceilonica, Ceilon.
Philippinen«
omnicolor«. CeUon.
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362
kastanienbrauner Baumläufer Certhia sperata et pusilla, *
Philippinen.
grünbäuchiger — — amboinensis , Am-
boina.
langschnäbeliger Kleiber Sitta longirostris . Batavia.
Persischer Bienenfressar Merops persicus, am Caspischen
Meere nach Palles.
grünkehliger — —
rothköpfiger —
glänzender — —
grauer — —
blauer Wiedehopf Upupa indica, Indien,
bnnter Plattschnabel Todus varius, —
rothöhrige Schwalbe Hirundo daurica, auf den Altaischen
und Sibirischen Alpen , nach Pallas.
— sinensis, China.
coromandus , Indien,
Coromandel.
erythrocephalus, Indien,
philippinus, Philippinen,
moluccensis, Molucken.
rothschnabelige —
sammetschwarze—
blutköpfige
rothkoplige
gleichschwänzige
efsbare
panayana, Philippinen,
erythrocephala, Indien,
indica, —
javanica, Java,
esculenta, —
rostfleckiger Tagschläfer Caprimulgus indicus , Indien. '
weifsbärtiger — — asiaticus, —
weifskehliger Eisvogel Alcedo smyrnensis, Smyrna, Ben-
galen, China.
violettblauer
graurückiger
dreyzehiger
purpurfarbner
Halsband-
rothbäuchiger
kahlschwänziger
rosenfarbiger
weifsbäuchiger
Hauben
grünköpfiger
atricapilla , China,
orientalis , Indien,
tridactylla. —
purpurea , Ostindien,
caerulea , —
bengalensis, Bengalen,
dea, Ternate.
coromantte, Coromandel.
collaris , Philippinen,
cristata . — , Molucken;
chlorocepbala, —
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3*3
weifskopfiger Eisvogel Alcedo leucocephala , Java.^.
gelblicher —
brauner Horrivogel
— flavicans, Celebes.
Buceros hydrocorax, Indien, Mo-
lncken.
malabaricus , Ostindien ,
Ceylon,
ginginianus, Coromandel
rnanillensis, Manilla.
bicornis, Philippinen«
rhinoceros , — , Suma-
tra , Java,
albus, auf den Diebs -In-
krummschnäbeliger— —
zweyschnäbeliger — —
schwarzohriger — —
zweywinkliger — > —
Nas- — —
weifser — —
sein, nach Hawkesworth.
Daurische Krähe Corvus dauricus, Daurien, Mongolei.
am Baikal u. an der Lena, nach Pallas,
weifsohrige Krähe Corvus auritus, China.
purpurkopfige —
gelbrothe —
Makao - —
aschgraue —
gelehrige Racke
schwarzköpfige —
rothschnäbelige —
blaukehlige —
grauschwänzige —
blausteifsige —
grauscheitelige —
— purpurascens , China.
— « rufus , —
— sinensis. China. Makao«
— - cinereus , Ostindien.
Coracias docilis, östliches Asien.
— melanocephala, Ghina.
— sinensis f —
orientalis, Ostindien.
— vagabunda , Indien.
— bengalenfis , Bengalen.
— indica, Ceilon.
Staaren Atzel Gracula sturnina , Süddaurien , nach
Pallas.
Hauben — — cristastella, China,
Mino — — religiosa , Ostindien.
Nonnen — saularis, Bengalen,
schwarzflügelige Atzel Gracula melanoptera , Ostindien«
kahle — — calva, Philippinen.
Martin — — tristis. —
grofser Paradiesvogel Paradisea apoda, Molucken, Pa-
pua Inseln , Insel Arou.
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Papuiscber —
rother
alba, Insel Papua,
anrea, Indien.
schwarzer Paradiesvogel Paradisea nigra, Molucken.
papaana, Insel Papua
und Mixoal.
rabra, Insel Papua und
Mixoal.
? weifser —
goldfarbiger —
blauer Pirol Oriolus caeruleus, Madras;
scwarzkOpfiger Pirol Oriolus melanocephalus , Madras ,
China.
Indischer — — indicus, Ostindien,
gestreifter — — radiatus, —
Chinesischer — — chinensis, China,
violetter Staar Sturnus dauricus, am Flufs Onon
und Argun, nach Pallas.
— viridis, China.
— ruscus, —
— sericeus, —
Fringilla rosea, Sibirien.
— flavirostris, —
grüner —
olivenbrauner—
Seiden — :
rosen farbiger Fink
g elbsch näbeliger —
punktirter —
olivenbrauner —
sch warzko p fi ger—
gelbbäuchiger —
brauner —
rothkebliger —
weifsohriger —
braunkehliger — -
azurköpfiger —
Kaiser —
grüngelber —
Ringel —
Halsbands —
grünstetfsiger —
weifsbrüstiger —
orangebunter —
armandava, Asien,
sinica, China,
melanocephala , —
asiatica , China«,
fusca , —
melba, — ^
leucotis , —
fuscicollis, — ■
picta , —
imperial is , —
ceilonica, Ceilon.
torquata, Indien,
indica, —
multicolor, Ceilon«
melanoleuca, Java,
melanictera, Makao.
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•
365
rotbrückige Ammer Emberiza rutila, Sibirien an den
Ufern des Onons.
grauköpfige — —
kleine — —
Fichten — —
gelbbrustige — —
geschminkte — —
Sperlings — —
rosenfarbige — —
braunstreifige — —
streifschwanzige — —
grüne —
Gauer — —
langschwänzige — —
gesellige — —
rothstreifige — —
blaubäckige — —
rothbrüstige — —
gelbkehliger Kegelschnäbler Colius indicus, Ostindien,
kahläugiger — — coromandelien^is —
gelber Kernbeisser Loxia flaviaus,
gewellter — — undulata.
brauner — — fusca.
aschgrauer — — cana.
silberspitziger— sibirica, Sibirien, nach Pallas,
rosenfarbbäuchiger Kernbeisser Loxia rubiciila, Kamschat-
ka- Gebirge.
spadiocephala , Daurische
Alpen , nach Pallas,
pusilla, Daurische Alpen,
nach Pallas,
pithyornus, Sibirien, Astra-
kan , nach Pallas,
aureola, Sirien, Kamtschatka
fucata, — am Onon und
Argun.
passerina, — am Jaik,
rofea, —
sinensis, China,
fusca . —
viridis, Indien«
asiatica , —
vidua, —
familiaris, Java,
quadricolor, —
cyanopis , — •
panayensis, Insel Panay,
hellbrauner
asiatischer
grauhälsiger
k a s tanienbrauner
weifsköpfiger
sinensis , China,
asiatica , —
melatmra, —
molucca, — »Ja-
va, Molucken.
maja, China. Mo-
lucker..
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366
Straufs - Kembeisser
gelbsteissiger — —
grauköpfiger — —
orangebauchiger —
rostrother — • —
Nonnen ~ —
dunkelbrüstiger — —
weifskehliger — —
grüngelber — —
lauchgrüner — —
getüpfelter — —
weifsbackiger — —
Halstuch — —
gelbschnäbeliger— —
Loxia indica 9 Indien.
— hordeacea,
— indica , —
— bicolor, —
— Aeruginosa, Ostindien,
— collaria , —
— bengalensis , Bengalen.
malabarica, Küste Malabar.
hypoxantha, Sumatra,
prasina, Java,
punctularia, Java,
javensis, — , Sumatra,
molueca, Molucken.
philippina , Philippinen.
IV. Hühnerartige Vögel.
gelbbindige Taube
gestrichelte —
blauhäubige —
Halsband-
Indische —
purpur schulterige—
grauköpfige —
purpurüügelige —
hahnenfederige —
hellgraue —
■
, schwarz! inürte —
Federbusch- —
Muskatennufs —
grauflügelige —
Columba orientaiis, China.
— sinica , —
— eyanoeephala, China, In.
dien.
— risoria , Indien.
— suratensis, —
— phoenicoptera, Indien,
— asiatica, —
~ pompadora, Indien, Cei-
lon.
— - nicobarica, Nikobarische
Inseln.
— malabarica, Küste Mala-
bar.
— malaccensis, Malacka.
— » cristata, Malacka, Cele-
bes, Maako.
— aenea, Molucken.
— indica , Amboina, Indien.
r
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, 367
Gewürz - Taube Columba aromatica, Amboina.
grüne — — viridis, —
gebänderte — — amboinensis, —
gewellte — — bantamensis , Java,
scbwarzköpfige— — melanocephala, —
graubunte — — javanica , Java,
purpurfarbige— — purpurea , —
Jambu — — jambu , — . Sumatra.
Papagei- — — vernans , Manilla.
rothbrüstige — — cruenta, — ;
blutrothe — — sanguinea, Manilla, beson-
ders in der Gegend von Baroche, Cambajau. Brondra,
Pracht-Pfau Pavo cristatus, Indien , Ceilon , Siam, Java
auf den Gebirgen nach Labillardiere.
doppelsporniger Pfau Pavo bicalcaratus, China,
ungehaubter — — tibetanus, Tibet,
ungespornter — — muticus, Japan.
? gehörnter Truthahn Meleagris satyra, Indien.
Kamm-Hahn Alector galius, Indien, in den Wäldern Javas,
namentlich des Gebirgs Panangouman nach Labillardiere.
Argus - Fasan Phasianus argus, Chinesische Tartarei.
prächtiger — — superbus, China.
Gold- — — pictus, —
Silber- — — nycthemerus, China.
Straufs — — impejanus, Indien,
geschäkter— — leucomelas, —
Hauben- — — coronatus, Makao,
dreizehiges Waldhuhn Tetrao paradoxus, südliche Tar-
tarei. nach Pallas«
kabläugiges Feldhuhn Perdix caspia , am Caspischen
Meer, Persien.
Kekelick- — — kekelick, Bucharei, China»
geperltes — — perlata, China,
braunbauchiges — — chinensis, China, Philip-
pinen.
gelbgebändertes— — asiatica , Indien*
weifsstirniges — — indica , —
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368 "
gewölkte Wachtel Perdix cambaiensis, Irftien.
rostrothes Feldhuhn — ceilonensis, — , Ceilon.
rothbraunes — — gingica, Gingi.
schwarzschuppiges Feldhuhn Perdix pondiceriana, Küste
von Coromandel.
gelbzügelige Wachtel Perdix coromandelica, Küste von
Coromandel.
orangebauchiges Feldhuhn Perdix javanica, Java.
Wecker - Wachtel Perdix suscitator, —
graustreifige — — manillensis, Manilla.
braunbrüstige — — luzoniensis , —
weifskinnige Trappe Otis indica, Indien,
haarbüschiger — — aurita* —
Band- — — bengalensis, Bengalen.
V. Straussenartige Vögel
gehelmter Casuar Casuarius erneu, Süd- Asien.
VI. Sumpfvögel.
gehäubtes Rohrhuhn Gallinula cristata, China, Indien,
grünes — — viridis, Indien,
langschnäbeliges — , — madraspatana , Madras ,
Malabar.
gestreifter Ralle Rallus striatus , Philippinen.
Band- — — torquatus, —
brauner — — fuscus, —
lang&chwänziger Ralle Rallus ceilonicus, Ceilon.
langsch wanziger Spornflügel Parra finensis, China, Java,
nach Labillardiere.
Schleier- — — indica , Hindos tan ,
Ostindien.
langkahlschäftiger — — luconiensis, Indien,
Philippinen, Insel Luzon, nach Sonnerat.
schwarzköpfiger Strandläufer Tringa keptuschka, Sibirien,
gebänderter — fasciata , Astrakan.
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369
Lappen Kiebitz Vanellus goensis, Indien.
? sibirischer Regenpfeifer Charadrius Sibiriens , Sibirien,
? tatarischer — — tataricus, .südliche
Wüsten der Tartarei nach Pallas.
? asiatischer — — asiaticus, südliche
Wüsten der Tartarei nach Pallas,
braunbandirter — — indicus, Indien,
belappter — — bilobus, Küste von
Malabar.
dunkelbrauner — — philippinus, Philippinen,
schwarzscheiteliger Brachvogel Numenius luzoniensig,
Insel Luzon.
neblige Schnepfe soolopax cinerea, am caspischen Meer,
buntrückige — — sinensis, China,
graustreifige — — indica, Indien.
Feldbahn — — maderaspatana, Madras,
schwarzbrüstige— — bengalensis, Bengalen,
weifskopfiger Nimmersatt Tantalus leueoeephalus, Indien.
schwarzkOpfiger — — melanocephalus, —
? bengalischer — — bengalensis, Bengalen,
rothbrauner — « — m'anillensis, Philippinen,
sibirischer Kranich Grus gigantea, Sibirien nach Pallas,
indischer . — — antigone, Ostindien,
japanischer — — japanensis, Japan,
gelbhalsiger Reiher Ardea flavicollis, Ipdien.
pondischerischer — — pondiceriana , —
zahnschnäbeliger — — coromandelina, —
? Malackiscber — — malaccensis, — Malacka.
?Tranquebarischer — — leueoptera, Tranquebar.
schwarzflügliger — — melanoptera, —
braunstreifiger — — sinensis, China,
schwarzschwänzig.— * — philippensis, Philippinen,
schwarzflügeliger Jabiru Mycteria asiatica , Ostindien.
VII. Schwimmvögel.
? rosenfarbiger Pelikan Pelecanus roseus , Insel Manilla.
?manillischer — — manillensis, — —
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37°
grauruckiger Pelikan Pelecanus philippensis , Philippinen,
Zwerg - Scharbe Carbo pygraacus , Caspisches Meer.
Fischer - Tölpel Sula piscator, China,
schwarz schwänzige Meerschwalbe Sterna philippina ,
orangefufsige — — sinensis, China.
grofse MDve Laras ichthyaetus CaspischesMeer, n. Pallas,
schwarzbäuchiger Schlangen vogel Plotus melanogaster,
Java, Ceilon.
? sibirische Moeve Larus atricilloides , südliche Salzseen
1 Sibiriens«
Riesen- Gans Anser grandis, Sibirien,
rotbe — — casarca, Astrakan.
streifhDpfige — — indicus, Indien,
schwarzrückige Gans Anser melanotos,Coromandel,Ceilon
Sichel-Ehte Anas falcaria, Sibirien nach Pallas, auch auf
/ dem Altaischen Gebirg,
gluckende Ente Anas glocitans, Ost- Sibirien.
Kakuscbka — — kakuschka, Caspisches Meer,
weifsohrige — — lucida, — —
buntschnabelige— — arabica, Arabien.
Sirsaeir — — sirsaeir, —
bekränzte — . — formosa, See Baikal, China.
Hina — — hina, Chuuu
hahnenfederige — — - galericulata , China, Japan,
streifköpfige — — indica, Indien,
rothköpfige — — caryophyllacea, Indien*
schillernde — — coroniandeliensis, Coromandel.
weifsstirnige — — tnanillensis , Manilla.
buntschnäbelige— — poetilorhyncba, Ceilon.
graubrauner Taucher Colymbus sinensis, China.
?Caspiscber Steifsfufs Podiceps caspicus, Caspisches Meer,
schwärzlicher Alk Alca tetracula, zwischen Japan und
Kamtschatka.
Parkit — — psittacula, — —
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37i
III.
Vogel welche Afrika eigentümlich sind, a)
I. Raubvögel. ,
schwarzer Geier Vultur niger, Egypten.
Aas — — percnopteras , Egypten.
bewafneter — — armatus , Egypten nach Brown«
«) Ol. Dapper Description de l'Afrique, trad. du flamm and.
Amst. 1668. fol.
/. R. Förster Neue Beiträge zur Kcnntnift von Afrika«
Berlin 1794. 2 B. g.
Barbarei.
Histoire naturelle et politique de la Barbarie. Rouen.
1703. 12.
T. Shaxvs Travels, or observations relating to several
parts of Barbary and the Levant. Oxford 1738 fol. SuppL
1*746. Ä ed. London 1757. 4. teutsch. Leipi. 1765. 4.
G. Höst Nachrichten von Marokos und Fes a. d. Däiiif.
Kopenhag. i"78l • 4*
R. L. Desfontainer Mem. Sur quelques nouve'lcs espe-
ces d'oiseaux des cotes de Barbarie. in d. Mem. de PAc. des
Sc. de Paris. i*78"7- p. 496.
Kanarische Inseln , Mader a u. a.
Bemerkungen üher die Vogel dieser Inseln findet man in
Forsters Reisen um die Welt, in der Reise von Ledru ,
und in Barrow's Vog. to Cochinchina. P. 4. S. 6.
Von Joseph de Viera y Claviero Noticias de la historia
general de islas de Canaria. Madrit. 1*7*70. 3 Vol. 8*
/. B. G. M. Rory de St. Vincent Essais sur les isles
fortunees et l'antique Atlantide ouPure'cisde I'hist. generale
de l'Archipel des Canaries. Paris 1803. 4. übers, in Spren-
geis Ribl. B. IX Weimar I804. 8*
IV Gourlay Observation on the natural hystory, cli«
mate and Diseases of Madeira. London 1811. 8-
24 *
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37*
Ohr - Geier Vultur auricularis, auf den hohen Gebirgen
des südlichen Afrikas , namentlich am Cap ,
nach Le Vaillant
Egypten,
P. Albini Historia naturalis Aegyptt. Lud. 1735. 4.
Dcscription de PEgypte etc.* compose'e sur Ics Memoires
de M. Mailler, aocien consul de France cn Carie, par Pabbe'
Lemascrier. Paris 1740. 4.
Oranger Relation de Voyage fait en Egypte en 1730,
ou Pon voit ce qu'il y a de plus remarquable , particulie-
remenc sur Phist. naturelle. Paris. 1745. 12. in d. Gotting.
Samml. B. 3.
C. S. Sonnini Voyage dans la haute et basse Egypte.
Paris 1799. 3 Vol. 8»
Dcscription de PEgypte, ou recueil des observations et
des recherches qui ont iii faites en Egypte pcndant Pex«
pedition de Parmee francaise. Paris 1810 gr. fol.
-
Aethiopien% Nubien , Abystinien,
Lugo de VrreCa Historia ecdcsiastica , politica, natural
y rooral de las regnos de la Ethiopia. Valencia 1610. fol.
A. Sandoval Naturaleia, policia, sagrada y profana, y
ritos de toda Etheopia. Sevilla 1627. 4.
H. I. Loho Historia de Ethiopia. Coimbra 1659.
a. d. port. übers. Paris 1728. 4.
/. Ludolphi Historia Aethiopiae. Francof. 1681* fol.
X Bruce Travels to discover the source ot the Nil.
Edinb. 1788' 5 Vol. 4. teutsch. Rinteln 1791. 8- französ.
Paris 1790. 4.
Senegal.
Adanson Voyage au Senegal. Paris 1770. 8« teutsch.
Brandenburg 1773. 8-
Demaret Nouvclle histoire de PAfriqua francaise. Paris
1767. 2 Vol. 12.
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373
Chincao Geier Vultur chincou, auf den hohen Gebirgen
des südlichen Africas, namentlich
am Cap, nach Le Vaillant.
Changun — ? — changcun, — — —
Kolbs- — — Koibü, — — — *
Guinea,
W. Bosman Naauwkeurige Beschryvinge van de Gui-
nese. Goud-Tand-en Slaven Kust. Utrecht 1704. 4. franz.
Utrecht 1705. teutsch. Hamburg 170g. 8-
Ypyagc du Chevalier dei Marchais enGuinee, islci voi-
i'ines et a Cayennectc. p. lePeieLabat. Amst. 1731.4V0I. g.
IV, Smith Voyage to Guinea. London 1750.
P. E. Isert Beschreibung und Abbildung einiger Vpgcl
aus Guinea, in d. Schrift, der Berlin. Gesellsch. Naturf.
Freunde. B. 9. St. 16. 332.
Congo , Angola,
O. Lopez Relazione det reaum de Congo et dellc vicini
contrade, con carte geografische, designi vart di plante,
d'animali etc. Coimbra 1591. 4« lat. Francof. 159s* fol*
Amst. 1659. 4-
Proyard Histoire de Loango, Kakongo et autres royau«
mes d'Afrique. Paris 1766. 12,
Die Reisen von Mungo Park und Horneman in das in-
nere. Afrika enthalten leider keine ornithologische Bemer-
n.
Südliches Afrika, Kap der guten Hoffnung,
P. Kolb Beschreibung des Vorgebürges der guten Hoff«
nung. Nürnberg 17x9. 3 B, fol. Frankf. u. Leipz. 1745- 8>
Nieuwe algeroeene Bcschryving van de Cap de goedc
Hoop raet Plaaten^ Arastcrd* en Harjing. 2 D. ,1777. 8-
A. Sparrmann Rcse ti'l goda HoppsUden u. s. w. Stock-
holm 1783. 2 B., 8» aus d. Schwed. übers. Berlin 1783.
1184- 8.
»
's
V
kunge
374
Angollscher Geieradler Gypaetos angolensis, Angola.
Abyssinischer — — nisser, Abyssinien, Nubien.
kampflustiger Adler Aquila bellicosa, Afrika,
wei&stirniger — — albifrons , am Cap der guten
Hoffnung, nach LeVaillant*
, Ruf — — vocifera, — —
W. Patterson A narrative of a journey into thc Coun«
try of the Hottentots and Caffraria. Lönd. 1789. 4. tcutsch.
v. J. C. Forster. Berlin 1796. 8« franz. Paris 1791.
F. Levaillant Yoyage dans l'intcrieur de l'Afrique. Pa-
ris 1790. 4. tcutsch. Frankf. 1790. 2 B. 8«
— — — — Second Voyage. Paris 1795. 2 V. 4.
Histoire naturelle des Oiseaux d'Afrique.
Paris 1799. kl. foL
J. Barrow An Account of travels into the interior of
touthern Afrika in the ycars 1797. I198- includiug cur-
iory observations on the geology and geography, the na-
tural hisrory etc. London 1801, 4 teutsch in Sprengeis
Bibl. Weimar l8oK
JR* Percival An Account of the cape of Good • Hope,
principally illustrariny of the Situation and resource of
that colony on different viwes, interspersed with observa-
tions on its geography, natural history etc. London 1804.
4. frani. Paris 1805«
lichtenstein Reise nach dem südlichen Afrika, Berl, lgi 1. 8*
Inseln des östlichen Afrikas.
Dubois Voyages aux isles Dauphinc ou Madagascar, et
Bourbon ou Mascarcigne etc. avec l'hisu naturelle du pays.
Par s 1674. l2>
J. B. C. M. Börry de Spint-V cent Voyage daris les
quatre principalcs iles des niers d'Afrique dans les anne'es
1801 — iS02. Paris 1804. 3 Vol. 8. teutsch in Sprenge^
Bibl. B. 25. 26.
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375
geierartiger Adler Aquila vulturina, am Cap der guten
Hoffnung, nach Le Vaillant.
kurzschw'anziger — — ecaudata, — —
Blager — — blagra , — —
Federbusch — — occipitalis, — —
graurückiger Milan Falco aegypticus^ Egypten.
? Barbarischer Falk Falco barbaricus , Barbarei.
Fischer — •— piscator, am Senegal,
Parasit — — parasitus, nach Daudin, am Cap
der guten Hoffnung nach Le Vaillant.
Bach* —
schwarzflugliger -
Jakal —
federfufsiger —
Tachard » —
froschfressender —
Gabar • —
Minul —
Tachiro « — •
singender ~—
Chicquera —
gewellter —
bacha , —
melanopterus, —
jakal, —
plumipes , —
tachardus , —
ranivorus, —
gabar , —
minullus , —
tachiro, —
musicus, —
chicquera , —
— nndulatus, — —
Capsche Eule Strix nisuella, am Cap der guten Hoffnung,
nach Le Vaillant.
choucou, — —
personata, — —
alba, — —
huhul, — —
collaris , — —
Choucou — —
Masken — —
? weifse — —
Huhul — —
Halsbands — —
IL Klettervögel.
rothschwänziger Papagei Psittacus erithacus, Congo,
Guinea.
schwarzer — — obscurus, Egypten,
nach Hasselquist*
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376
gelber
senegalischer
flammenfufsiger
grauköpfiger
scwärzlicher
Maskarin
Sittich Psittacus solstitialis , Angola.
— — senegalus, am Senegal.
— — * flammipes, Süd -Afrika.
— — canus, Madagascar, Insel
St. Mauritius.
— — niger, Madagascar.
— — mascarinus, Madagascar,
Insel Bourbon.
zweifelhafter Bartvogel Bucco dubius , Küste d. Barbarei,
kleiner — — parvus, Senegal,
violetter Musafresser Musophaga violacea, Guinet.
Goertan Specht Picus goertan , am Senegal.
goldrückiger —
getüpfelter —
goldflügliger
Kafferscher —
orangefarbner—
grauer —
olivenbrauner—
senegalensis, —
nubicus, Nubien.
namaquus, Süd-Afrika,
cafer, Kaffernland.
aurantios , Kap d. gut. Hoffnung,
capensis, — —
olivaceus.
braunflügeliger Kuckuk Cuculus aegypticus , Egypten,
Sporn — —
scbwarzrückiger ~ —
rothschwänziger — —
sägefleckiger — —
Gold - — -
Glanz —
rothbrüstiger — —
Federbusch-« — —
Tolu - — —
kupfergrüner — —
blauer — —
T urako- — —
am Senegal,
cafer, Kaffernland.
capensis, Kap d.g.Hoffn.
serratus , —
auratus , — — —
lucidus, — — —
madagascariensis, Mada-
gaskar,
cristatus , — —
tolu, —
afer , —
caeruleus, —
persa, (ein besonderes
Genus) Afrika.
III. Singvögel.
Senegalischer Wörger Lanius senegalensis , am Senegal,
gelbafteriger — — barbarus, —
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377
Schnepfen - Würger
schwärzlicher — •
krummschnabeliger —
rostbäuchiger —
Sperlings —
schwarzkehliger —
weifskDpfiger —
blauer ~
gelbrother —
ius scolopaceus, fudliches
Afrika,
collaris, Kap d. g. HofFng.
curvirostris* — —
ferrugineus, — —
passerinus, — —
madagascariensis , Madrf.
gascar.
leueoeephalus» —
bicolor, • —
rufug , —
geränderte Drossel Turdus africanus, Afrika.
gelbsteifsige — —
? Tripolische —
rothflüglige —
Schiller —
orangebäuchige —
braungraue —
Gold- —
weifsbäuebige —
Glanz- —
Nonnen- —
braunkehlige —
eckigsebwänzige —
rothschwänzige —
rothschwingige —
rothbrüstige —
weifssteifsige —
oliv en farbige —
bräunliche —
? Kapsche —
kleinschnabelige —
goldfleckige —
schwarzwangige—
olivengelbe — •
Mauritius - —
barbaricus, Barbarei,
tripqlitanus, Tripolis,
eryrbropterus, am Senegal,
aeneus , —
chrysogaster , —
senegalensis, —
auratus, Whidah.
leueogaster, — •
nitens, Angola,
monacha, Abyssinien.
abyssinicus,
aethiopicus , —
erythacus, Kap d. g. Höffng.
mino, — —
ruficaudus, —
bicolor, — —
oli vaceus , — —
capensis, — —
cafer, — —
ouravang, Madagaskar,
madagascariensis, —
nigerrimus , —
burbonicus, Bourbon.
mauritanus, InselFrankreich
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378
braunschnäbeliger Fliegenfänger Muscicapa senegalensis ,
atn Senegal.
— N — cristata, —
— — melanoptera ,
gehäubter
brannkehliger
rofsiger —
weifsstirniger —
gelbgefleckter —
weifsschwänziger — —
ohrbuschiger — —
aschfarbiger — —
dickschnabeliger — —
Bonrbonischer — —
weifsgurgeliger — —
fuchsbäuchiger —
wellenförmiger — —
am Senegal,
deserti t Afri-
kanische Wösten.
— albifrons, Kap
der guten Hoffnung.
afra , ■ —
— leucura, —
— ochracea, —
— cana*, Madagascar.
— madagascariensis ,
Madagascar.
borbonica, —
Insel Bourbon.
tectec , —
rufiventris, —
undulata, Insel
Frankreich.
roth flügeliger Seidenschwanz Ampelis phoenicea, Afrika,
orangebäuchiger Manakin Pipra capensis, Kap d. g. Hoffn.
dreifarbiger — — tricolor, — — —
aschgraue Meise Parus capensis, — — —
dunkelbraune Bachstelze Motacilla capensis,— — —
gelblichbraune — — afra, -- -- —
citronenbäucbiger Sänger Sylvia flavescens, am Senegal,
fuchsbäuchiger — — rufigastra, — —
dunkelfarbiger — ■ — fuscata, —
geschuppter — — undata, — —
blonder — — / subflava, — —
grofsschwänziger — — macroura, Kap d. g.Hoffn.
streif kehliger — — fricana , — — —
rothkehliger — — caffra, — — —
olivenbrauner — — madagascariensis, Mada-
gascar.
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379
blaugrauer Sänger Sylvia Hvida, Madagascar.
gelbgrauer — — borbonica, — Ins.Bourbon.
scheckschwänziger Steinschmätzer Saxicola senegalensis,
am Senegal,
gelbrother — — fervida,
am Senegal.
ruthlichbrauner — — leucorrhoa,
am Senegal.
graubrauner — sperata, Kap
der guten Hoffnung.
Hottentotten — — hottentotta,
Kap der guten Hoffnung,
orangebrustiger — — aurantia,
Kap der guten Hoffnung,
kleinhaubige Lerche Alauda senegalensis, am Senegal,
orangehälsige — capensis, Kap d. g. Hoffnung,
rothgemischte — — africana , —
seidenfadiger Baumläufer Certhia sericea, Afrika.
glänzender
nitida, —
graubäuchiger
verticalis, —
orangekehliger
aurantia, — ^
violetbrauner
senegalensis, a.Senegal
schöner
pulchella, — —
•
Malimbe.
Halsbands -
chalybea , am Senegal,
Kap der guten Hoffnung.
blauköpfiger
cyanocephala, Malimbe
im Reich Congo.
Karmeliter
fuliginosa, Malimbe.
Sugnimbindu
sugnimbindu, —
graubäuchiger
dubia, Küste v. Angola.
fünffarbiger
quinquicolor, auf Sier-
ra Leona.
goldstirniger
aurifrontalis , Kap der
guten Hoffnung.
blausteifsiger
viridis, — — —
schwarzsch wänziger -
melanura,-- —
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langschwänziger Baumläufer Certbia famosa, Kap der gu-
tenHoffnung.
cinerea, — — ~
violacea, — — —
capetisis, — — —
soul. menga et manil-
lensis, Madagascar.
olivacea , . —
burbonica, Ins.Bourbon
grauer —
violetköpfiger —
? Kapscher —
bruststreifiger —
olivenfarbiger —
grünbrauner — r
grüner Kleiber Sitta chloris, Kap der guten Hoffnung,
gelbbäucbiger — — caffra , — —
grüner Bienenfresser Merops viridis , Egypten*
blauköpfiger — — - njubicus, Nubien.
rothscbwingiger — — erythropterus, a. Senegal,
kastanienbrauner— — badius, Insel Frankreich.
Afrikanischer Wiedehopf Upupa africana^ Congo, Kap der
guten Hoffnung.
rothschnabeliger — — erythrorhynchos, Afrika
grauer — — capensis, Madagascar.
Amber Schwalbe Hirnndo ambros'aca , am Senegal,
rothsteifsige — — senegaleusis, —
rothkjappige — — capensis* Kap d.g. Hoffnung.
Halsbands — — torquata, —
Weizen — — borbonica, Insel Frankreich,
gabelschwänziger Tagschläfer Capritnulgus furcatus, süd-
liches Afrika nach Levaillant.
Halsbanda- — . — collaris, —
•ägyptischer Eisvogel Alcedo aegyptiaca, Egypten.
Krabben-
grofser
gelbrother
blauköpfiger — • —
cancrophaga, am Senegal,
maxima, Kapd. g. Hoffn.
madagascariensis , Mada-
gascar.
caeruleocephala, —
Hauben • Hornvogel Bucerps africanus , Afrika , Kap der
guten Hoffnung nach Barrow.
schwarzschnabeliger Hornvogel Buceros nasutus, am Se-
negal, Süd- Afrika..
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38i
geschäckterHorn vogel Baceros melanoleucos, Kaffernland.
Hauben- Krähe Corvus africanus, Afrika,
violetschwarze — — senegalensis et afer , Afrika.
Bart- — — hottentotus,Kap d.g.Hoffhung.
? weifshalsige — — albicollis.
weifsnackige — — caffer, Kaffernland.
zimmetbraune Kacke Coracias afra, Afrika,
scheerschwänzige — — caudata, Angola,
schwalbensch winzige- — abyssinica, Abyssinien.
blaue — — caffra, Kaffernland.
purpurbraune — — madagascariensis , Ma-
dagascar.
Weber Piriol Oriolus textor, am Senegal,
gelbbäuchiger Ochsenhacker Buphaga africana , —
geschickter Staar Sturnus capensis, Kap d. g. Hoffnung*
Hahnenkamm — — gallinaceus, —
schpner Fink Fringilla crispa, Afrika.
Kanarien- — — canaria, kanarische Inseln.
Dattel- — -- capsa, Barbarei, Abyssinien.
langschnäbeliger — longirostris, am Senegal,
blauhäubiger — — cyanocephala , — —
weinrother — — senegala, — —
Ultramarin — — Ultramarina, Abyssinien.
rothwangiger-- — afra, Angola,
orangebäuchiger — angolensis,-—
dunkelbrauner— — atra, —
Feuer- — — ignita, Gambiä.
Schleier alaris, Kap d. gut, Hoffnung.
weifswangiger- — * naevia, —
Halbmond — — arcuata, --
Faradies Ammer Emberiza paradisea, Angola,
gesprenkelter — . — principalis, —
Königs- — — regia, —
Ango lischer — — angolensis, —
streifkOpfiger - — capensis, Kap d.g.Hoffnung.
schwarzstirniger — — quelea, — —
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38»
gelbscbulteriger Ammer Emberiza longicauda , Kap der
guten Hoffnung, nach Barrow.
karmoisinrotber — — rubra, Insel Frankreich.
Calfat — — calfat, — —
fuchsrother — — borbonica, Insel Bourbon.
blauschwänziger Kegelschnabler Colius senegalensis , am
Senegal.
weinrother —
weifsrückigcr —
gestreifter —
weifsflügeliger Kernbeifser
schwarzbäuchiger —
Sing« —
goldröckiger —
Senegalischer —
geperlter —
gebänderter —
langschwänziger —
Paradies —
blauschwarzer — —
Federbusch- —
Schleier- • —
dreizehiger —
gelbgrüner —
gelbschulteriger —
Grenadier —
"geselliger - —
fuchsfleckiger —
schwefelgelber —
gelbbandirter —
samtnetner —
poroeranzgelber —
capensis, Kap der
guten Hoffnung.
— erythropus, —
— striatus , —
pomicivora, Afrika,
afra , —
— cantans , —
— aurea, Benguela.
— astrild, — , kana-
rische Inseln, am Senegal.
— perlata , Whidah.
— fasciata, —
— macroura, —
— ery throcephala f An-
gola.
— angolensis, Angola.
— cristata, Aethiopien.
— abyssinica,Abyssinien.
— tridactyla, —
— melanocephala,Gambia
— capensis, Kap der gu-
ten Hoffnung.
« — orix, — — --
— socia, — — —
— africana, — — —
— sulphurata, — —
— flaviventris, — —
— caffra , — — —
— aurantia, -
Insel Bourbon.
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383
Hängnest Kernbeisser Loxia pensitlis , Madagascar.
gestrichelter — — striata, Insel Bourbon.
IV. Hühnerartige Vögel.'
lappenfederige Taube Colomba aegyptiaca, Egypten.
braanrothe — -
schön flügelige —
weinfarbige —
Waalia —
allfleckige —
rothscbwingige —
violetschwanzige —
— senegalensis , am Senegal.
— afra , —
— ■ vinacea , —
— macroura, —
— waalia, Abyssinien.
— guinea, südliches Afrika.
— capensis, — —
— - madagascariensis , Mada-
gascar.
Kapuzen Perlhuhn Numida meleagris, Egypten, Barbarei,
Lybien, Guinea, Congo, auch wild
am Sonntagsflufs und in Madagascar ,
nach Ives, und Sparrmann.
gehäuptes Perlhuhn Nuroida cristata, Afrika, Madagascar
nach Pallas.
madagaskarisches Perlbuhn Numida mitrata , Madagascar,
Guinea nach Pallas,
acshgrüner Fasan Phasianus africanus, Afrika,
kastanienbraunes Waldhuhn Tetruo namaqua , Kap der
guten Hoffnung,
rothhälsiges Feldhuhn Perdix ruficollis , Afrika.
zweisporniges
rothbrüstiges
gebändertes
graubuntes
gestreiftes
bicalcarata, am Senegal,
petrosa, Gambia,
afra, Kap d. g. Hoffnung,
capensis, — — —
striata, Madagascar.
grisea , — —
nigricollis, —
graukehliges — —
schwarzhalsiges — —
schwarznackiger Trappe Otis cafra, Kaffernland.
weifsöhriger — — afra, Kap der guten Hoff
nung, nach Barrow.
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384
V. Straussenartige Vögel.
Tölpischer Dada Didus ineptus, Insel Mauritius und
Bourbon. Soll nach Bory St.
Vincent nicht mehr existiren.
? Einsiedler — — solitarius, Insel Rodigo.
? Nazar — — nazarenus, Frankreich.
VI. Sumpfvögel, <
gefleckter Trompetenvogel Psophia undulata, Afrika,
zimmetfarbener SpornflOgel Parra afrieana, —
gelbstirniger — — senegalla, am Senegal,
weifsfleckiger Ralle Rallus barbaricus, Barbarei,
schwarzer — — niger, Kap d. gut. Hoffnung,
blauhalsiger — — caerulescens , — — —
rostfarbiger — — capensis ,
sporntlügeliger Regenpfeifer Charadrius spinosus, Unter-
Egypten.
lappenstirniger — — pileatus, am Senegal,
schwarzköpfiger — — melanocephalus, —
sonderbarer — — heteroclitus, Guinea,
bekränzter — — coronatus, Kap der
guten Hoffnung.
Senegalisches Sandhuhn Glareola senegalensis, amSenegal.
schwarzbrüstige Schnepfe Scolopax capensis, Kap der
guten Hoffnung nach Barrow.
weifsköpfiger Brachvogel Numenius leucocephalus, —
aschgrauer — — africanus, —
brauner — — madagascariensis,Ma-
dagascar.
ägyptischer Nimmersatt oder Ibis Tantalus ibis, Egypten,
auch am Kap d. g. H„ nach Barrow.
braunköpfiger — • — aethiopicus ,
Aethiopien.
stahlschwänziger — — cafrensis, Kaf-
fernland.
•
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1
V
385
kahler Nimmersatt öder Ibis Tantalus Calvns, Kap der gu-
ten Hoffnung,
violetflugeliger — — hagedash, — —
gehäubter — - — cristatus, Madagascar*
gehäubter Scbattenvogel Scopus umbretta, am Senegal,
Kap.
Kehl- Reiher Ardea gularis, am Senegal.
Paradies — — paradisea, Süid -Afrika.
Braungüldischer Storch Ciconia chrysopelarga.Kaffernland.
Kronen Kranich Grus pavonina, Afrika, Kap am Milch -
flufs, nach Barrow.
VII. Schw'lmmvogeK
'rothruckiger Pelikan Pelecanus rufescens, Afrika,
braunschwarze Scharbe Carbo afticanus, Afrika,
gelbnasiger Albatrofs Diomedea chlororhynchos, Kap
der guten Hoffnung, auch im stillen Meer,
ägyptische Meerschwalbe Sterna nilotica, Egypten.
Afrikanische — — africana.
schwarzer Sturmvogel Procellaria aequinoctial:s;Kapder
guten Hoffnung, sudliches Meer bis
zum 3 7. Gr» nach Peron.
Senegalischer Schlangenvogel Plotus senegalensis, amSe«
negal, auch am Kap am Zwart- kops- Flufs,
nach Barrow.
Egyptische Gansv Anser aegyptiacus , Egypten,
spornflügelige — — gambensis, Gambia,
grauköpfige — canus, Kap der gut» Hoffnung»
Berg — * — montanus, — —
Nil- Ente Anas nilotica. Nil und Ober-Egypten.
Mond- — — daroiatica, Egypten, Barbarei.
braunbäUchige — — africana, —
Cirkel — * — alexandrina , Alexandrien«
Gattair — * — *- gattair« —
rothschnabelige — — • erythrbrhyncha,Kap d. g.Hoff,
Georgische — — ■ georgica, — — »
25
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386
■
Dominikaner Ente Anas dominicana, Kap d. g. Hoffnung,
blaubrüstige — — capensis, . — —
nach Barrow.
dunkelgrüne — — madagascariensis, Madagascar.
braunstreifiger Pinguin Aptenodytes demersa.auf dem Welt-
meer , vorzöglicfa in der Nähe des Kaps.
' . IV.
Vogel, welche Amerika eigenthumlich sind a).
I. Raubvögel.
Condor- Geier Vultur gryphus, auf den Gebirgen der
Andes -Kette,
schöner — — papa, Südamerika.
? Brasilischer— — aura, —
«) De Laet Novus Orbis» seu Americac utriusque descriptio.
Leid. 1633. fol.
Don Antonio de Ulioa Notizias amcricanas sobra la
America meridional y la septentrional. oricntal. Madrit
vyyx 4. teutsch. Leipz. 1781. 8.
' J. Levaillant Histoire naturelle d'une partie d'Oiseaux
nouveaux et rares de l'Amerique et des Indes. Paris 1801
fol.
Nord - Amerika.
Denys Description geograpbique et historique des cotes
de l'Amerique septentrionale, avec l'hisr. natur. du pays.
Paris 1672. a Vol. 12.
P. Kalm Reise nach dem nördlichen Amerika. Gotting.
1754. 3 B. 8- *• d. Schwcd.
L. P. Vieillot Histoire naturelle des Oiseaux de l'Ame-
rique septentrionale depuis Saint • Dominique jusqu'a la
baie d'Hudson. Paris, fol.
Digitized by Google
387
Cberiway Geier Vultur cheriway, Insel Aruba,
gestreifter — plancus , Feuerlatid.
lohgelber Geieradler Gypaetos ambustus^Falklands-Inseln«
/. R. Tontet A Catalogue of the Animals of North
Amerika. London \y\\. 8«
Grönland , Hudsonsbay^ Labrader u. s. w.
D. Cranzens Historie von Grönland. Barby 1*765. 1*770.
2 B. 8*
0. Fabricii Fauna Crönlandica. Hafn. et Lips. 1*780. 8-
H. Ellis a voyage to Hudsons «bay. London 1")48* 8*
teutsch. Gotting. 1*750. 8*
J. Robton Account of six year residence in Jiudson-
Bay. London 1*752. 8*
/. Ä, Forster Account of the birds sent from Hudsong«
bay; with observations relative to thier natural history in
d. Phil. Transact. Y. 1*7*72. p. 382.
Stellers im Jahr 1741 von Kamtschatka aus mit Bering
unternommene Reise nach den West- Küsten in Amerika,
herausg. von P. S. Pallas. 8»
G. Imlay A topographical description of the weitem
territory of North* America, containing a succinet aecount
of the climate, natural history etc. London 1*792. 8*
Lewis et Clarke Voyages depuis l'embouchure du Mis-
souri jusqu'a 1'cntiee de la Colombie dans la mer paeifi-
que fait dans les annees 1804 6. trad. de Tangl. Paris
I810. 8*
G. Cartwright A Journal of transactions and evenements
during a residence of nearly six years, part of the coast
of Labrador. Newyork 1*792. 3 Vol. 4.
Kanada , Pensyhanien , Virginien^ Louisiana , Karolina ,
Florida u, s. w.
P. Boucher Hist. naturelle des moeurs et des produeti-
ons de Canada. Paris 1664. 12.
*5 *
Digitized by Googk
388 *
schwarzwangtger Adler Aquila americana , Nordamerika,
weifsbäuchiger — - — leucjgaster, —
schwarzschwingiger — — candita , Louisiana. '
X Bartram Observations -on -the inhabitans, «Iimate,
soil, divers productions, animals etc. made in bis traveb
from Pensylvania to Onondago, Oswego and tbe lake
Ontario. London 1*751« 8*
J. Carter Travels through tbe inferior Parts of North-
America. London 1774. g- teutscb. Hamburg 1780.
T. A. Michau x Voyage a l'Ouest des Monts Alleghanyx,
dans les etats de Ohio, tlu Kentucky et du Tenesse etc.
Paris 1804. 8« teutsch. Weimar 1805*
J. Josselyn New England rarities discoverd in birds,
beasts, fiches, serpents and plants. London 1672. 12.
Natural and politkal iiistory of tbe State of Vermont.
1198- 8-
IV. Bttliock Virginia examinata, or natural and politi-
cai description of his "country* London 1649. 4-
F. Fihon Discovery Settlements and present State of Ken-
tuky, and an essay towards the topography and natural
hrstory of that important contry. Wilmingtoa 1784. 8-
franz. Paris i*]85- 8*
Remarks on the cümat, produce and natural advantages
of Nova-Scotia. London 1784- 8*
B. Smith Barton Fragments of the natural bistory of
Pensylvania. Philadelphia 1799. föl.
M. Catesby The natural history of Carolina, Florida
and the Bahama. Islands. London 1731. % Vol. gr. fol.
teutsch. Nürnberg 176*7 fol.
F. BrikwelCs Natural bistory of Carolina. Dublin 1745. 8.
An Account of the first discovery and natural history
of Florida by Will. Roberts, illustrat. by T. Jcfferyes.
London 1763. 4.
Digitized by Google
Hauben - Adler Aqaila narpyia,Jarna?ka,Paragrmy
nach Azara.
gebänderter — — aeqtrinoctialis, Gayenne.
großäugiger — — uribitinga, Brasilien.
&' BomansyA concise natural histosy of Rast -and West-
Florida. Newyork IT76. I2-.
Laval Voyage dans la Louisiawe. Paris 172g. 4.
Lepage du Prats Histoirc de la Louisiane. Paris 1*758.
3 Vol. 12.
CalifornietL
M. Vcntgas historia natural y civil de k California.
Madrit 1754. 3 T. 4, tcutsch. Lemgo 1769.
Jtfexiko, Westindien.
Gonzalez Hernandez de Qviedo bistoria general y na-
tural de las indias islas y tierra ferma del mar Oeeano.
Toledo 1526. fot.
F. Himandez de la naturaleca y virtudes de las arbo-
les, plantas y animales de la nuova Espagna, en especial
de la provincia de Mexico. Mexico 1615. 4*
— nova plantarum animalium et mineralinm
segni mexicani historia. Rom. 1626 fol.
A. de Htrrera descriptio Indiac occidentalis, Amstcrd.
1622. fol.
/. £. Nierember&iL historia naturac peregrinae. Ajitwerp,
1635. fol.
Fr. X. Clavigero Geschichte von Mexico a. d. Italien*
übers. Leipi. t"jS9- 3-B. 8-
C. dp Roche/ort natural and roorar history of rhe An»
tilies. London 1666. fol. hollUnd. Kottcrd. 1662. 4.
Du Tertre Histoire generale des isles Antillcs, avec
Fhist. natur. Paris 166-]. 4 Vol. 4. 1721. 6 Y. iz.
s
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39o
Paraguayischer Adler Aquila paraguayanus, Paraguay ,
neue Art von Azara.
Federbusch — — tbarius, Chili nach Molina,
scbwarzschwänziger* — - austräte, Staatenland.
i
Charlevoix Histoire de Hsle Espaguole au de Saint - Do-
minique. Paris 1732. 2 V. 4.
(Nicohanl Essai sur F histoire naturelle de Saint- Domin -
«|ue. Paris 17*76. 8
M. E. DescourtiU Voyage d*un naturaliste et ses obset>
vations a St. Dominque. Paris 1809 3 Vol. 8»
J. Davici Ihe history of the Caraby Islands, viz. Bar-
bados, St. Christophe, St. Vincent, Martinico, Dominico
Ctc, and coutaining the natural history. Lond. \666. fol.
Labat Nouveau voyage aux isles de TAmerique, conte-
nant lhistoire naturelle etc. Paris 1722. 6 V. 12.
JT. Sloane A Voyage to the Islands Madcra, Barbados,
Keves, St. Christophers and Jamaica, with the natural
bistory. London 1707 fol.
Some modern Observation upon Jamaica, and to its
, natural history etc. London 172*7. 8-
P. Browne the civil and natural history of Jamaica.
London 1756. fol. 1789. fol.
Th. de Chanvallon Voyage a la Martinique, contenant
diverses observations sur la physique, sur Thistoire natu«
seile etc. Paris 1763. 2 Vol. 4*
Griffith Hughes The natural bistory of the Island of
Barbadoes. London 1758- fol. »793. fol.
Südamerika*
J. a Costa historia natural de laslndas. Sevilla 1590. 4.
Louis Feuiliee Journal des Observations physiques, ma-
tbematiques et botaniques faites par l'ordre du Roy sur
les Cotcs Orientales de VAmeriqu^ Mcridionale , et dam
Digitized by Google
I
; 391
dunkelrückiger Milan Falqo furcatns, Carolina, Peru,
aschgrauer Bussard — cinereus, Hudsonsbay.
gestreifter — lineatus, Neu - York.
1
ies Indes. Occidentales depuis fonnee 1707 jusq. en 1712.
Paris 1714. T. 1 — 3. 4.
Terra f irma, Orinoco , Neu - Andalusien,
lyonel Waffers New Voyage and Description of the
isthme of America second ed. to which aie added the na-
tural history etc. London 1704. 8* franz. Paris 1709. 12.
/. Gumilla El Orinoco itlustrado e defendito. Historie
»
natural, etc. Madrit 1741. 2 Vol. 4. franz. Avignoni754.
3 Vol. 12.
F. S. Gilius Saggio di istoria AmerLcana, e sua Istoria
naturale etc. Kom 1780. 3 Vol. 8»
»
Guiana, Cayenney Surinam.
P\ Barrere Essai sur l'histoire naturelle de la France
cquinoxiale. Paris 1741. 12, Nouv. relation. Paris 1143*
*149« 9- teutsch in d. Göttinger Sammlung B. 2.
P. Termin Histoire naturelle de la Holland« equlnoxi-
ale ou Description des animaux etc. Amsterd. 1765* 8*
Amst. 1769. 2 Vol. 8* teutsch. Potsdam 1~IS2. 8«
Ea\ Bankroß Essay of the natural history of Guyana
in Southamerica. London 1769* 8*
Bajon Memoites pour servir. a L'histoire de Cayenne et
de la Guiane. franeoice. Paris 1777. 2 T. 8-
I. G. Stedman Voyage a Surinam et dans Vinterieur de
la Guyane trad. p. Henri. Paris 1799. 3 V. 8»
■ •
Brasilien,
J.deLaet Historia naturalis Brasileae. Lugd.B. i&fö. fol.
Margraa/ Histöria Brasileae. Lugd. 1648. foL
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S9*
rothschwänzJger Bussard Falco borealis , Carolin»,
Jamaikanischer **- jamaicensk, Jamaika«
TA. Lindl ey Narrative of voyage to Bresil. Lond. i$o4*
8. tcutsch in Sprengers Samml. Weimar I8°6. B. 29. franz.
Paris 1806. g.
Paraguay*
P. Lorano Descripcion corografica det terreno, rios *
arboles y animalcs de las proviucias de Gran - Chaco, Ga-
lambar etc. Cordova 1-732 4.
Charlevoi* Histoire du Paraguay. Paus 1756 3.V. 4-
M. Doöritzhojfer Historiade Abiponib.us. Viennae 1784* 8*.
Don Felix de Azara Voyages dans l'Aroericjue meridii
onale depuis 1781 — i80'- publ. par C. A. Walkcnaer,
enrichis de nates par Q. Cuvicr Suiyis de l'histoire na-
turelle des Oiseaux du Paraguay et de la Plata firaduit
dapre's l'onginal cspagnole p. §onnini. Paris *8°9- 4Y0L
g. avec Atlas.
Peru , CkUi,
Prezier Relation du voyage de la mer du Sud aux cotes
du Perou et de Chili. Paris 1716* Amst. 1717. 2 Yol. &•
Hamburg 1718* .
Ph. Vidaure Istoria naturale c civile del Chili. 4.
Compcndio della Storia geografica, naturale e civile del
fegno del Chili. Bologna 1776. 8« tcutsch. Hamb. 1782. 8-
J. Molina Istoria naturale del Chili. Bologna 1782. &•
tcutsch. Leipt. 1786- &
Patagonien y Feuerland , Malouinischc Inseln.
J. Falkner A Description of Patagonia and the adjov*
sring parts of South - America. London 1774. 4.
D. Pernely Journal historique d'un voyage fait aux lies
Malouines. Berlin 1769. 8*
Histoire d'uu voyage aux Ues Malouiac** Paris 177a
% .Vol. $.
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393
gefleckte Weihe
■
Falco brasiUensis, Brasilien, Pa-
rairiiav nach Azara.
einfarbiger Habicht
obsoletus, Hudsonsbay,
Tauben
columbarius , —
bis Süd- Carolina.
Leverscher
leverianus. Carolina.
Carolinischer
ZT
europigistus . — - . neue
•
4
Art von Bosc.
Sumpf
4
ulieinosus. Pensylvanien»
Jamaika.
Antillischer
mm*
antillarum, Antillen, Por«
•
torico.
grofsschnäbeliger
magntrostris, Cayenne.
kurzbeiniger
cayanensis , —
schwarzhälsiger
nigricollis, —
weifshälsiger
_ _
_
albicollis, •
rothkopüger
mm
meridionalis » —
kleinster
—
tinus , — -
bleifarbiger
plumbens» —
Paraguay.
Azaras
Ararae Para^uav. neue
Art von Azara.
orangebrüstiger
anrantius. Surinam.
fleischnasiger
suffrator , —
Winter-
Falk
hyemalis, Hudsonsbay.
Sanct Johanne*
S, Johannis , —
Neufundland.
rostnackiger
novae terrae, — —
dunkelbrauner
obscurus, Nord- Amerika.
kleiner
sparverius , von Neu-
Schottland bis zu den Antillen, in Portorica nach Ledru.
unbestimmter
dubius, Carolina.
Lach-
cacchinans, Süd- Amerika,
Guiana.
schwarzzügliger
melanops, —
zweizahniger
bidentatus* — -
zweibindiger
nitidus, —
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394
Falk
Eule
rothkebliger
Au gen braun.
bunter
Buffons
Mauduyts
aschgraue
Wapacuthtt
gestreifte
gesprenkelte —
rothe —
cbocolatfarbige
langscbnabelige
Mexikanische —
Chicbictli —
Neuspanische ™
aschgraue —
rothschnäbelige — «•
Brillen —
Kaninchen —
kurz£ügelige — — ,
Falco «tmilinus, Guiana.
-r— * superciliosus % Süd-Ame-
rika, Guiana.
— discolor,Guiana,Cayenne.
— BufFonü, Cayenne.
— Mauduy ti ,
Strix cinerea , Hudsonsbay.
-r^- wapacuthu, —
— nebulosa,
bis Neuyork.
— naevia , Nord - Amerika.
— asio, V.Grönland b. Carolina.
acadica, Nord-Amerika.
— phalaeroides , Insel Trini-
dad nach Ledru.
— dominicensis, St. Domin-
go, Portorico nach Ledru.
mexicana, Mexico.
— cbichictli, —
— tolchiquatli,
— americana, Sud- Amerika.
— cayenneusis, Cayenne.
— - perspicillata, —
— cunicularia, Chili, Para-
guay nach Azara.
, Brasilien.
IL K let t*r vö geU
orangekopfiger Sittich Psittacus carolinensis et ludovici-
anus, Karolina, Virginien.
lüinesischer Papagei — pertinax, Land der Illine-
sen, sudlich am See Michigan, Surinam,
Guiana, Cayenne, Brasilien.
Kappen Sittich Psittacus mexicanus, Mexiko.
blaustirniger Papagei — havannensis, — , Havanna.
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395
braunbäuchiger Papagei Psittacus sordidus , Mexiko,
schwarzköpfiger — > melanocephalus, Insel
Trinidad, Guiana.
Macao Ara& ,Psittacus macao, Jamaika, Antillen, Süd-
Amerika bis zum 2 &. Grad südlicher
Breite nach Azara.
aracanga, Jamaika, Antillen; Insel
Portorico und Trinidad, Sumatra,
Guiana, Brasilien.
— erarauna, Guiana, Südamerika bis
zum 24. Grad südlicher Breite.
Finken- Sittich Psittacus tirica, Jamaika, Brasilien.
Amazonen- — ~ ochrocephalus , Jamaika, In-
sel Trinidad, Guiana, Paraguay.
Canga
blauer
rathkehliger —•- — -
gelbköpfiger —
weifsköpfiger — > —
violetköpfiger — * —
ascbstirniger Papagei — *
Guaruba- Sittich — •
Paruane —
goldköpfiger — <-■
grofser — -
dreifarbiger — ■*
Hyacinth —
braunkehliger —
gefleckter Papagei
gelbflügeliger
gelbschulteriger -
rothstirniger Aras
Makawuanna
grüner —
collarius, Jamaika,
aestivus, , Insel Tri-
nidad, Guiana, Brasilien,
leucocephalus, St. Domingo,
Martinique,
violaceiw, Guadeloupe*
barbadensis , Barbados,
guarouba, Insel Trinidad,
Brasilien,
guianensis,Portorico,Guiana*
tui, Ins. StThomas,Cayenne.
ambiguus % —
tricolor, — »
hyacintbinus x -U,
aeruginosus, —
varius , —
oohropterus* — -
Intens , —
militaris, Guiana, Paraguay
nach Azara.
makawuanna,Gujana,Cayen«e
Severus, Guiana, Surinam,
Brasilien. «
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396
Sperlings- Sittich Psktacus passermus, Guiana, Brasi-
lien, Paraguay,
sosone, Guiana, Cayenne.
coronatus, — , Surinam,
ruenstruus, — , Cayenne,
Snrinani, Paraguays
caeruleocephalus, Guiaaa.
autumnaiis, .
festivus, Guiana, Cayenne.
pileatus, —
erytbrothorax, Guiana.
anaca,
vireseens, Cayenne.
agiüs , —
buccalis, v —
cbrysopterus , —
squammosus, ——
vireseens, —
versicolor, — , Surinam,
purpuratus , —
pulverulentus, — . ,
jendaya, Brasilien.,
canicularis > —
aureus, — , Paraguay,
parayuanus,. —
taraba, — > Paraguay.
Bouqueti, —
tuipara, —
patagonicus, Paraguay vom
32. Grad südl. Breite bis zu den Patagonen nach Azara;
Jaquilma Sittich — jaquüma, Chili,
graubäuchiger Papagei — choroeus, —
blauhalsbandiger — — — cyanolyseos,—
Schmaragd Sittich — smaragdinus, Magellanis eher
Meerbusen.
Tukan Pfeffervogel Ramphastos fcueanus, Süd- Amerika,
rothschnabeliger — — erythrorhynchos, —
Sosone — —
Kronen - Kakatu —
blauhalsiger Papagei —
blauer —
Herbst — —
Tacua — —
Kaika — —
rotbbrüstiger — —
Anaka — —
gelbfLügeliger Sittich —
Krik — —
grauwangiger — —
goldflügeliger — — ,
geschuppter — —
gelbflügeliger
vielfarbiger — —
purpurschwänziger —
bepuderter Papagei —
Jendaya - Sittich —
rotbstirniger — — -
goldfarbiger — —
schwarzbuntes Lory —
rothkopfiger Papagei —
blaukopfiger — —
Tuipara* — —
Patagonischer — - . ~
Digitized by Google
397
scheckiger Pfeffer vögel Ramphastos piscivotus, S. Amerika
Halsband
Pfauen — —
schwarzschnäbeliger
blauer — . —
grüner — —
glattschnäbeliger — —
goldohriger — —
Arakari — —
■
Toco — —
gelbkehliger — —
Prediger — —
torquatus, Mexiko,
pavoninus, —
luteus , —
caeruleus, —
viridis , Cayenne.
glaber, - —
piperivorus, —
aracari, Cayenne, Surinam,
Brasilien,
toco, — Paraguay
nach Azara.
dicolorus, — — —
picatus, Güiana, Brasilien,
rothkehliger Bartvogel Bucco cayennensis, PortoRico
nach Ledru, Cayenne.
Halsbands - —
scbDner —
weifsbrüstiger —
bespornter —
? geschickter —
spaltschnäbeliger —
capensis, Guiana.
macrorhynchos, Cayenne.
fuscus , —
calcaratus , —
melanoleucos, —
tamatea, Cayenne, Brasilien.
rothbäuchigerKuruku Trogon curucui , Insel Trinidad
nach Ledru, Paraguay- nach
violetter —
aschgrauer - —
gelbbäuchiger —
gelbrother —
Azara, Mexiko , Brasilien,
violaceus, Süd-Amerika,
strigilatus, Guiana,Cayenne.
viridis, Cayenne.
rufus, —
braunschwingigerKuckuk Cuculus americanus,Nord-Ame-
rika, Carolina, Jamaika.
— « dominicus, Louisiana, St.
Domingo, Portorico, Guiana.
— ridibundus, Mexiko.
— vefula, Jamaika, Porto-
rico, Antillen.
— pluvialis , Jamaika.
graubäuchiger — ■
Lach - —
langschnäbeliger —
Regen- —
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39*
kleiner
Knckttk Cnculus minor, Portorico, Cay-
enne, Paraguay nach Azara.
gesprenkelt« — —
punktirter — —
kastanienbrauner — —
gelbbrustiger — —
rother — —
gehörnter — —
naevins, Cayenne,Paraguay
punctatus , —
cayanus , — —
tenebrosus, — —
brasiliensis , Brasilien,
cornutus , —
weifsschnäbeliger Jakamar Galbula albirostris^Sudamerika.
? grofser —
grüner —
Paradie» —
— grandis, Guiana.
— — viridis, — Brasilien.
— — - paradisea , Cayenne,
Brasilien, Surinam.
Specht Picus turatus, von der Hudsonsbay
bis Carolina.
— — villosus, — — —
_ pubescens, Pensylvanien, Vir-
ginien , Carolina.
— hirundinaceus , Neu -England.
— obscurus, Virginien.
— erythrocephalus, Pensylvanien
und die benachbarten Provinzen.
— canadensis, Canada.
— carolinus, Carolina, Jamaika,
Portorico.
— principalis, von Neujersey
y , bis Brasilien.
— pileatus,Pensylvanien,Neuyork.
— cinnamomeus, Süd- Karolina,
Guiana, Cayenne.
— bicolor, Amerika.
— sanguineus , —
— tricolor, Mexiko.
— . striatus, St, Domingo, Porto-
rico nach Ledru.
Sperlinga — — passerinus, St. Domingo, Por-
torico, Cayenne.
Gold-
haariger
Dunen
Schwalben - — -
weifssteifsiger —
rothköpfiger — -
t
weifsrückiger —
gewellter —
i
weifsschnäbeliger
rothbüscbiger —
zimmetfarbener —
zweifarbiger —
blutfarbiger —
dreifarbiger —
gestreifter —
Digitized by
399
gelbfcopfiger Specht Plcus chtorocephalas, Guiana.
rothöhriger
liniirter
rothhalsiger
rothbrüstiger
weifsbackiger
gelber
¥ fuchsrother
gelbbuschiger
gelbhäubiger
Holzhacker
Pitius
undatus, Guiana, Surinam,
lineatus, Cayenne.
rubricollis, —
ruber, —
cayannensis> —
flavicans , —
rufus ,
melanoleucos, Surinam,
flavescens, Brasilien,
lignarius, Chili,
pitius, —
III. Singvögel.
Notkaischer Würger Lantus notka, aus dem Notka- Sund*
kurzfüfsiger — — * septentrionalis, Nordamerika. '
graubäuchiger — — canadensis, Canada.
grauköpfiger — — atnericanus, Louisiana,
tyrannischer — — tyrannus, Virginien, Caro-
lina , St. Domingo , Cayenne, Paraguay nach Azara.
geschäckter —
schwarzer —
schwefelgelber —
schwarzköpfiger—
rothfarbiger — -
gefleckter —
gestreifter —
orangefarbener —
augenfleckiger —
weifsschulteriger -
orangescheiteliger
leverianus , Sud-Amerika,
niger, Jamaika,
sulphuratus , Cayenne, Pa-
raguay nach Azara.
cayanus, — , — —
rubiginosus, Cayenne.
naevius, — —
doliatus , • —
aurantius, —
ruber, Surinam,
varius, Brasilien,
pitaitgua, — , Paräguay
nach Azara.
grauschwänzige Drossel Turdushudsonicus,Hudsonsbay.
Wander- — migratorius, —
Notka- Sund f geht gegen Süden bis Carolina.
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400
Schimmer - Drossel Turdus labradous, Labrador, Neu*
york, auch in Portorico nach Ledru*
Notka-Sund, Nor-
gefleckte — —
goldköpfige — —
lohgelbe — ~—
braune — —
schwarzschwanzige —
rothfarbige — —
Spotte — —
schwarzgesäumte
kleine — * —
rothfufsige — —
gelbfufsige —
lauchgtüne ■ *— *
graubrüstige — —
Orpheus — —
graubraune — —
•
schwarzkehlige — —
Portorico — —
weifsrückige — —
kleinschwänzige— —
Läute* — —
graubraune — —
Pata - — —
gelbbrüstige — —
ichwatzbrüstige— —
Ameisen - — —
gesprenkelte — —
Larum — —
Colma — —
naevms
folk-Sund nach Langsdorf,
aurocapillus, Pensylvanien ,
Portorico.
mustelinus, Neuyork.
fuscus, —
noveboracensis, —
rufus, Virginien, Carolina,
polyglottus, — , — >
Jamaika, Ptortorico.
trichus , Nord - Amerika,
minor, Amerika, Jamaika,
plumbeus, — , Portorico
nach Ledru.
americanus, —
prasinus , —
jamaicensis » Jamaika,
orpheus, Jamaika,Neuspanien
dominicus, St. Domingo,
Paraguay nach Azara.
ater, St. Domingo, Portorico.
hispaniolensis ,
nach Ledru.
Alapi, Guiana.
cyanurus, —
tintinnabulatus, Guiana,
Cayenne.
guianensis, Guiana.
palmarum, Cayenne.
pectoralis , —
cinnamomeus, —
formicivorus, —
lineatus , — •
tinniens, —
colma, —
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■
4oi
schwarzflu
weifsohrige
gelbrothe
fiDtende
Coraya
lohflügelige
Häute-
gelbruckige
bunte
graulichte
geibb'&ichige
Königs-
schwarzköpfige
Tufdus bambla, Cayenne»
— auritus, —
— rufifrons, — * ^
- — cantans » — *
— - coraya , * —
*— fuscipes > — -
— cirrbatus, —
Stria tus, Surinam»
— variegatns, —
— surinamensis, —
— brasiliensis» Brasilien*
— » rex, —
atricapillus>Paraguay nach
Azara, nicht am Cap d. g.HofFn., wie Brisson angibt»
Staaren — curaeus, Chili«
? Thenka — — thenca, — , Paraguay,
gestreifter Fliegenfänger Mascicapa striata, an derSevern
Niederlassung in der Hudsonsbay.
graugrüner »
Katzen —
gabelschwänziger -
blafsgrünlicher — -
Federbusch- — »
braunrotbe —
geschwätziger — *
aschgrauer — *
schwarzkappiger —
schieferkehliger —
weiftbunter —
schwarzer —
schwalbenschwänziger
rothäugiger —
orangestreifiger —
Peteschen —
acadica, Neu-Schottland.
canadensis, Kanada,
tyrannus , —
Surinam , Paraguay,
noveboracensis.Neuyork
crinita , Virginien , Karo-
Jina, Paraguay»
ferruginea, Karolina*
viridis, — -
virens ,
fusca, —
ludoviciana , Louisiana«
leucomela, Georgien,
atra, Nord - Amerika«
forficata, Mexiko»
olivacea, Jamaika,
ruticilla, — Portorico.
petechia, Martinique«
a6
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/
40*
streifkopfiger Fliegenfänger Muscicapacayennensis, St.Do-
mingo , Portorico , Cayenne.
coronata , Portorico ,
Süd- Amerika,
aurantia, Guiana,
agilis, Cayenne.
fuliginosa, —
rufescens, —
cinerea , ~™
pygmaea, —
minnta , —
barbftta, —
rubricolfis , —
meloxantha, —
bicolor, — , Para-
guay nach Azara»
cinnamomea, Cayenne.
spadicea, —
ferox , —
Paraguay nach Azara.
surinama, Surinam,
cristatella , —
cbalybea, —
chloropus , —
leucocephala,Paraguay,
neue Art von Azara.
rufocephala, — —
colon , — —
cyanorynchos,— —
punctata , —
melanoflava, — —
sibllans , — —
gekrönter — - —
orangebrüstiger — —
geschäftiger — —
dunkelbrauner — ' —
gelbrother — —
grauhalsiger — —
Zwerg — ■— •
kleinster — • —
bartiger — —
purpurkehliger — —
gelbbäucbiger — —
schwarzbunter — —
zimmetbrauner — —
gelbsteifsiger — —
Tyrannen — —
weifsspitztger — —
weifswangiger — —
? blauburiter — —
? grüTifufstger — ~
weifsköpfiger — ~
rothköpfiger —
Colon — —
biauschnäbeliger — —
punktirter — —
schwarzgelber — —
pfeifender
Krone*- Seidenschwanz Ampelis cristata, Amerika,
seidenartiger — — roagnana, Sud-Amerika.
? blaubrüstiger — — tersa, —
Pompadur — — pompadora, Guiana,
Cayenne.
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I
4^3
rother Seidenschwanz Ampelis carnifex, Guiana, Cayenne
rothkehliger — — cayana, Cayenne.
grauer — — cinerea, —
zapfenmäsiger — — carunculata, — Brasilien*
schillernder — — coccinea , Surinam*
bunter — * — variegata, Brasilien,
rothbrüstiger — — cotinga, —
rothe Merle Tanagra rubra, Kanada, Neuyork
bis Brasilien.
Sommer — — aestiva, Virginien, Karolina,
olivenfarbige — — -olivacea, v.Neuyorkb. Cayenne
engschnabelige— • — missisipensis , am Missisipj,
Mexiko, Paraguay nach Azara.
graue — « — griseaKLonisiana, Guiana.
Bischofs — . — episcopua, von Louisiana
bis Cayenne.
himmelblaue ~ — canora, Neuspanien»
? bunte — — variegata , Mexiko«
blaubunte — — mexicana, — , Guiana,
Cavenne.
grüne — • — virens, Mexiko, Brasilien, Peru,
rothbrüstige — • — jacappa, Mexiko, Guiana,
Cayenne.
Neger — — cayennensis, Mexiko, Guiana,
Brasilien.
olivenbraune — — dotninica, St. Domingo, Por-
torico nach Ledru.
stille — — - silens , Guiana.
roth kappige — — gularis, —
grofse — — magna, — Cayenne.
Hauben — — cristata, — «
Halstuch — atra, —
Hut- - — — pileata, — , Brasilien,
scbwarzköpfige— — atricapüla, —
Sajaku — — sajaca, Cayenne.
? gefleckte — — punctata, —
fuchskopfige — — cayanensis, —
26 *
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4°4
blaue
grauköpfige
rothkopfige
goldfarbige
Paradies
3akarini —
weifskOpfige —
gelbe —
weifsschnäblige —
Kriegs - —
furchenkrallige —
Merle Tanagra caerulea , Cayenne.
— — tricolor, —
— — gyrola, — > Surinam,
Peru.
— . — . violacea, Surinam.
— — tatao, — , Brasilien.
— brasiliensis, Brasilien.
— jacarina , —
— leucocephala, —
— flava , —
— albirostris, Sud-Amerika.
— militaris , —
— — striata , . — ■
purpurfarbener Manakin Pipra cristata, Mexiko,
musikalischer — musica, St. Domingo,
Portor ico nach Ledru.
— rupicola , Portorico, Insel
Trinidad, Guiana, Surinam.
serena, Guiana.
— aureola , —
— atricapilla, —
— naevia, Cayenne.
— albifrons, —
— pareola, Cayenne, Kuba,
Brasilien.
— rubetra, Cayenne, Brasil.
— leucocephala , Surinam.
— leucocilla , Surinam , Bra-
silien.
— torquata, Brasilien.
— erythrocephala, Brasilien,
, Mexiko.
— peruviana, Peru.
— - superba, Sud-Amerika.
— gutturalis, —
— grisea
Felsen - —
blaukbpfiger —
rothbrDstiger —
schwarzköpfiger — -
gefleckter — •
weifsstirniger —
blaurückiger —
gelber —
weifsköpfiger —
weifskappiger —
Halsbands- —
goldköpfiger —
saffranrother —
prächtiger —
weifskehliger —
grauer
? rothhäubige Meise Parus griseus, Grönland.
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t
4°5
braunk&pfige Meise Parus budsonkus, Hudsonsbay am
Savernflufs.
scbwarzkopfige — — atrieapillus , Hudsonsbay, vom
64, Grad der nördlichen Breite bis Kanada.
? Kletter — — americanus, Kanada, Karolina«
gelbsteifsige — — virginianus, Karolina, Virginien.
? schwarze — -r- cbela, Guiana.
kurzscbnabeligeBacbatelzeMotacillahudsonica,Hudsonsb#
orangekehliger Sänger Sylvia auricollis , Kanada«
gelbgefleckter —
gelbplattiger —
gegürteter — .
scbwarzwangiger -»
gelbstirniger
wurmfressender —
goldkopfiger — r
grüner —
orangekehliger — »
rothköpfigep — ^
rothbrüstiger —
bimmelblauer —
goldfarbiger —
weifckappiger —
Blackburnacher — -
achwarzkappiger —
grauköpfiger — .
ockergelber —
weifs bindiger — -
graulicher
Binsen. —
blauer
Fichten, —
carolinischer — ^
gelbbäuchige — •
tigrina,
icterocephala,—
— cincta , -~
— canadensis, — , Pensyl-
vanien.
— flavifrons , Pensylvanien.
— vermivora , —
— coronata , —
— virens, —
« — auricollis, ^ —
— petechia, —
— pensylvanica, —
«~— caerulea, — *
— chrysoptera, — -
— varia, Pensylvanien, Jamaika
— Blackburnia, Neuyork.
— striata, —
— incanar
— umbria, — 1
— »o veb otacensis, . —
Louisiana, Portoricö.
— currucoides, Virginien.
— juncorum, — Karo-
lina.
— sialts, — —
— pinus, Karolina.
— carolinensis, Karolina.
— flavicollis, —
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4Ö6
fciegelrotber Sänger
streifrfickige —
Halsband —
Protonotar —
graukehlige —
fetter —
olivenbrauner —
orangebäuchiger —
Hol —
gelbbrüstiger —
gelbrückiger — <
rubinkOpfiger — *
blaugrauer —
weifslicher — »
grdnwtifser —
Pisang
Palm —
künstlicher —
braunkebliger — *
fleckenwangiger —
Hangnest — ■
einfarbiger — *
rothaeitiger —
Bart
gelbkopfiger —
orangeköpfiger —
gehäupter — ^
fuchssehwänziger-
rothbäuchiger — *
■
atraufskDpfiger — *
grauer -~
vielfarbiger —
hellgelber
blaubäuchiger ~
Sylvia caroliniana, Karolina,
— ludoviciana, Louisiana.
— • sernitorquata , —
— protonotarius, — \
— - cana, —
— pinguis, —
— fusca, —
— fulva, —
— mitrata » —
— trichas , Nord- Amerika.
— americana % -~
— i Calendula , ~
— caerulescens, St. Domingo.
— albicollis, —
^ chloroleuca, — •
— bonanivora, -»
— palmarum, — , Por-
torico.
~ pensilis» — —
— . fuscescens* Jamaika,
— dominica» —
— calidris % —
— campestrU> .
— ruficapilla, Martinique,
mystaceat Portorico nach
Ledru.
aestiva , Guiana,
— chrysocephala% Guiana*
— . cristataA mm
— Gujanensis , mm
mm» velia, Guiana, Cayenne,
Surinam.
— elata, Cayenne,
«~- grisea t
— tnulticolor, Cayenne,
— aequinoetfajis , —
~ cayana.
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4o7
blauküpfiger Sänger Sylvia cyanocephala, Cayenne.
ruficauda , —
fuscicollis , —
lineata , —
fusca, Surinam,
guira, Brasilien,
perspicillata, am Plataflufs.
bonariensis, Buenosayres.
platensis , —
patagonica , Patagonien ,
Feuerland,
spinicauda, Feuerland,
magellanica, —
gularis, Südamerika.
rothschwänziger —
braunhälsiger —
blaustreifiger —
brauner —
Guira —
Brillen —
weifskinniger —
gebänderter « —
■weifsstreifiger —
dornschwänziger —
qüfcerstreifiger —
schwarzflügeliger —
Mehrere dieser Sanger sind Steinschmätzer.
kleines Hähnlein Gallita parva , Paraguay, Art einer neu-
en von Azara entdeckten Gattung.
Guirayetapa— — guirayetapa,
rothe Lerche Alauda rubra, Pensylvanien.
rostbäuchige — — ludoviciana, Louisiana,
gelbrückige — — fulva, Buenos Ayres, am Pla-
taflufs, neue Art nach Azara.
Mincir — - — fodiens, Buenos Ayres.
gelbrothe — — rufa, Paraguay, am Platatlufs.
braune — — fusca, — neue Art nach
Azara.
purpurfarbener Baumläufer Certhia purpurea, Virginien.
rothafteriger
blauer
eherne
Zuckervogel
? Cayennischer
? blaubrüstiger
grauköpfiger
Kniebänder
— — mexicana, Mexico.
— — eyanea, Mexico, Cayen-
ne, Brasilien.
— — aenea, Westindien.
— — flaveola, Jamaika, Ba-
hama-Inseln, Bartholomais, Portorico.
— — cayana, Cayenne.
— — flavipes, —
— — poliöcephala, Cayenne.
— — armillata, —
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4°a
zweifarbiger Baumläufer CerÜtfa caerulea, Cayenne, Bra-
silien.
gelbgraner —
% gruüflügetfger —
violetsteifsiger
Bastart — «
bunter ^— s
brandgelber- — ■
oehrochlora, Surinam,
praesioptera, —
brasiliana, Brasilien,
trochitea* Südamerika^
varia , — «•
fuhva* — .
scbwarzküpfiger Kleiber Sitta carolinensis, Nord Ameri*
ka, Jamaika.
? Kanadischer -~
kleiner
grofser —
schwarzscheiteliger-
gefleckter -~
kastanienbrauner —
gemeiner Kolibri Trochilus colubris, Karolina, Kanada,
selbst Neu- England, auch in Jamaika und Brasilien.
Kragen Kolibri Trochilus rufas, Nord- Amerika , selbst
am Nootka-Sund nach Cook,
ichwarzbrüstiger Kolibri Trochilus gramineus* Nordame-
rika.
canadensis, Kanada,
pusilia, Karolkia, Jamaika,
major, Jamaika.
jamarceBsis, — , Guianax
naevia , Surinam,
surinamensis,
blauscbw'änziger — ~
blauer -~
Paradies — «
graabrüstiger- —
gefleckter —
? graukehliger -~
? violetter — -
schwarzbäuchiger — «
samraetbäucbiger —
Schimmer
l^raungefleckter — *
«St. Domiogoischer^
viridis, Nordamerika,
venustissimus, Mexico«
paradiseus^ -~
cyanurus^
punctulatus,
maculatus^
violaceos ^ — •
bolosericeus»
Guiana.
nitnga, Mexico, St. Do*
mingo, Brasilien.
elegans> St Domingo*
niger , —
domiuicus > — »
Portorko«
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4°9
gabetechwanziger Kolibri Trochi tos forficatus, Jamaika,
schwalbenschwänziger— — furcatus, — ,
Cayenne, Brasilien,
schwarzköpfiger —
? grauhalsiger —
blauhalsiget
Glanz
kleinster
grünster
? rubinhäubiger
? Tabagoischer
zweifarbiger
blauschäckige*
Tobai.
Augenbraua
Zwerg
punktirter
breitschäftiger
weifsbäuchigex
geöbrter
Saphir
? goldkebKgee
Rubin
karmoisinrother
geputzter
— polytBlUS, jama.cv«,
Südamerika.
~— ~ margaritaceus , Por-
torico nach Ledru.
— — aurulentus, Portorico
— — maugaeus, — -
— — minimus, —
Antillen, Sudamerika, auch auf den
Malouinen nach Pernetty.
— — viridissimus,Tabago,
Trinidad nach Ledru.
— — elatus, Tabago, Cay~
enne, Guiana.
— — rabacensfs , Tabago,
Trinidad nach Ledru.
- bicolor, Guadeloupe.
— cyanomelas, Antil-
len, Südamerika.
~ — ■ pella, Guiana, Suri-
nam.
— — superciliosus, — *
— exilis, —
— — punctatus , —
— campylopteros,— •
Cayenne,
~- — mellivorus, Guiana,
Cayenne,
— — airitus, — t
— saphirinus , — ■> — -
— teucogaster, —
— rubineus, — , Bra-
silien.
— guianensls, —
— ornatus, — ,
Cayenne,
•
Digitized by Google
4io
grauruckiger Kolibri Trochilus polionotos, Guiatia, Bra.
silien.
— caeruleus, Guiana.
— laticaudus, —
blaukopfiger —
breitschwänziger —
scherenschwänziger
? violetschwanziger
goldgrüner —
? buntbalsiger —
? karfunkel —
Straufc —
? Amethist —
VscbOnbaucbiger —
? rostscb wänziger —
?grönbrüstiger —
-tauhföfsiger —
weifsschnabeliger —
tingewisser —
weifssch wänzige/ —
rothbäucbiger —
Wander —
blaustirniger —
rubinkbpfiger —
blaukopfiger —
Kappen ■—
granatkebliger —
?rothbrüstiger —
graubäucbiger —
vielfarbiger —
gelbstirniger —
purpurköpfiger —
orangekopfiger —
dunkelkOpfiger
Rakettenschwänziger
aschgrauer Bienenfresser
rotbscbwingiger —
bunter • —
— . macrourus, Cayenne.
— albus f —
— rnellisugus , —
— fimbriatus, x —
— carbunculus , — —
— cristatus/ —
— ametbystinus, —
— cbrysogaster , —
— ruflcaudatus, —
— chlorothorax , —
— pegasus,
— albirostris , —
— incertus, Surinam.
— leucnrus, —
— birsutus, Brasilien.
— thaumandias, —
— glaucopis ,^
— moschitus ,
— cyanocephalus, Chili nach
Molina.
— — galeritus , —
— auratus, Sudamerika.
— jugularis,
— cinereus ,
— rnulticolor, —
— flavifrons ,
— purpuratus ,
— aurantius ,
— obscurus,
— longicaudus, —
Merops cinereus, Mexiko.
— cayanensis , Cayenne,
— surinamensis, Surinam.
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4ii
rubinbäuchiger Bienenfresser Merops brasiliensis,Brasilien.
gelbköpfiger Wiedehopf Upupa mexicana , Mexiko.
orangefarbener aurantia, ,
Barbados.
dankelfarbiger Plattschnabel Todas obscuras, Nordamerika
rostrother
blauer
kurzschwänziger
grüner
brauner
weifsköpfiger
schöner
bleifarbiger
aschgrauer
ferrugineus, _ _
caeruleus, Amerika.
brachyurus,
viridis, St. Domingo,
Jamaika, Martinique,
fnscus, Südamerika,
leucocephalus, —
regius, Cayenne.
plumbeus, Surinam,
cinereus, _,
Guiana.
graurückige Schwalbe Hirumdo unalaschkensis, Unalaschka
_ purpurea^t violacea, Nord-
america von der Hudsonsbay an.
— pelasgica, Neuyork, Pen-
purpurfarbige
Stachelschwalbe „
sylvanien , Cayenne.
nigra, St.Domingo, Cayenne
dominicensis , St. Domingo,
Portorico.
_ acuta, Martinique,
cayannensis, Partorico, In-
sel Trinidad nach Ledru , Cayenne.
_ tapera, Jamaika, Cayenne,
Brasilien, Paraguay.
mmm rufa, Cayenne, _
_ - chalybea, —
_ fasciata, — , Guiana.
_ leucoptera, Guiana,
_^ peruviana, Peru.
_ americana, Südamerika am
schwarze _
weifsbäuchige
scharfscbwanzige
weifsbackige
braune
rothbäuchige _ „
stahl schwarze _
weifsbäuchige _
weifsflügelige _ „
grauköpfige
rothafterige
La Plata Strom.
graubrauner Tagschläfer Caprimulgus canadensis , Nord-
Amerika.
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4*2
Wander- Tagschläfe* Caprimulgus tnigratorius , Nord-
Amerika,
Schwanz gebändert er -
«ick« ack streifiger —
weifsfleckiger —
grofsuasiger .
grofset
grauer
weifskebliger
gelbrother
Halsband
rotböhriger
mondfieckiger —
scharf schwänziger — -
goldringiger »
Nacunda
AzaraY —
gabelschwanziger —
grüner
Tuta
braune-
blaue- —
-
Stellers ~
Zanke ™
Hoxisana
Jamaikanische. —
weifshaubige .
<Vib«scher
kreuzschnabelige—
kahlkopfig« —
virginianus, —
carolinensis, —
jamaicensis , Jamaika*
americanus % — ,
Guiana«
grapdis, Cayenne.
griseus, —
albicollis, —
rurgs, — »
seraitorquatus, Cayenne.
cayennensis , —
gujanensis , Guiana.
acutus , —
torquatus» Brasilien,
nacunda, Paraguay, neue
Art von Azara,
Azarae, — —
forficatus*. — —
Momot Momotus brasiliensis , Brasilien.
<— tu tu, Paraguay, neue Art
von Azara.
Krähe Corvus canadensis, Hudsonsbay,
Neuland, Canada.
-~ — cristatusAHudsonsbay, Neu-
land» Canada bis nach Carolina.
Stellen, Notkasund*. Nor-
folksund nach Langsdorf,
zance, Mexiko*
mexicanjjs, Mexiko.,
jamaicensis, Jamaika,
leucognaphalus, Portorico,
neue Art nach Ledru.
caribeusj. Portorico*
crucirostris, —
calvus, Cayenne.
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413
violetgraue
gelbb'auchiger
blaunackige
hellgrüne
rothkehlige
Acahe
Krähe Corvus cayanus, Cayenne.
— — flavus , —
— — surkiamensis et argyoph-
thalmus , Surinam , Neuspanien.
— . — peruvianus>Peru, Paraguay
nach Azara. *
^ — sanguinolentus, Paraguay,
neue Art nach Azara.
— — acahe, Paraguay, neue Art
nach Azara.
fünffleckige Kacke Coracias mexicana> Mexiko,
graubrüstige — — cayennensis, Cayenne*
purpurfarbige Atzel Gracula quiscuia, Neuyork, Mexi-
ko, Jamaika
bartscbwanzige — — barita, Antillen, südliches
Nord-Amerika.
kahlhalsige — — nuda, Cayenne.
gestreifte — — cayennensis, — , Guiana.
langschnabelige — — longirostra, Surinam, Sid-
Amerika.
Stirn — — foetida, Amerika,
seltner Pflanzenbeisser Phytotorna rara, Chili nachMolin«.
gelbkehliger Pirol Oriolus virescens, Hudsonsbay.
schwarzer — — niger, Nordamerika von der
Hudsonsbay an, auch in Paraguay nach Azara.
Baltimore — — baltimorus, von Kanada bis
Carolina.
«— ferrugineus, Nordamerika.
— leucocephalus , — -
bis Louisiana.
— - phoeniceus, Nord- Amerika,
Neuyork, Califomien bis Mexiko.
— caudacutus, Nordamerika.
— icterus, Californien, Jamaika,
Antillen, Südamerika.
— chrysocephalus, Amerika.
«— annuiatus, —
rostfarbener — •
weifsköpfiger —
er —
spitzschwänziger-
gelber —
goldkopfiger —
ringschwänziger -
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414
gefleckter Pirol Oriolus melancolicus , Mexiko.
hellgelber —
gabelschwänziger
Costotl —
grauer —
%ch warzkappiger—
Ayoquantototl —
braunrückieer — •
gelbafteriger
Pfeif —
Pisang —
Hangnest —
gelbscholteriger —
/
olivenfarbiger —
Reis —
bunter —
rothbrüstiger —
weifsflugeliger —
gelbköpfiger —
rother —
Specht _
? Guianischer
Japakatii
rothsprenkeliger
Bauben <
mondfleckiger Staar Sturnus ludovicianus, Louisiana.
S braunköpfiger 2- obscurus, Mexico.
? blauköpfiger mexicanus,
rothbrüstiger loyca, Chili.
rothkehligcr militaris, Paraguay, Ma-
gellan Strafse.
Winter - Fink Fringilla hyemalis , Hudsonsbay bis Neu-
york.
— novae Hispaniae , _
— furcatus,
— costotl ,
— griseus #
— mexicanus, Mexico, Cayenne«
— xanthornus, :, Jamaika.
— brasiliensis, , _
«— dominicensis, Mexico, St.
Domingo, Jamaika, Portorico.
— viridis, St. Domingo.
— bonana, Jamaika, Antillen,
Südamerika.
— - nidipendulus, Jamaika.
— cayennensis, St. Thomas,
Cayenne, Paraguay.
— olivaceus, Cayenne.
— orizyvorus, , Antillen.
varius,
— americanus f _
— leucopterus, _
Guiana.
Surinam«
Brasilien
icterocephalus, _
baemorrhous, _
picus, Guiana.
guianensis, Guiana.
japacani, Brasilien,
cartagenensis , Carthagena.
cristatus, Südamerika.
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415
braunschwarzer Fink Fringillanorthoniensis, Nortonsund.
Baum- monticola, Hudsonsbay,
Canada.
rostfarbiger — — ferruginea, von Neuland
vbis Pensylvanien. ,
Sperlings- — — passerina, Canada.
olivenfarbiger
olivacea. —
schwarzscheckiger -
icuniiueids, — » .Louisiana.
weifskehlio-pr
albicollis PensvlvaniHn
UdUUll LCi
fasciata . Neuvork
I, «•« Iß
craminea . — ■ •
? streifkoDfieer
niiiaia ^ ~"
spiLZScnwanzigei
iduudtuid , vjcurgicu»
ä\ i r* lr Ir }'\ t-\ ^ rr a *•
GlCK.l\.Opilgcr
treorciana. — —
rothsurp^eliffer
purpur
finrrinrpi ._. ,
UUlUUICdy 1
Kuh-
XV. Uli —
pecoris. — — • Neu-
trnrlr Virtrinipn
jri/r&| v Ii giujcu.
Danaina
bleolor Rahama - Inseln
Tamaika
orangegelber
«CUC y 1 y — —
gelbkehliger
flavirn11i«s NnrH - Amerika
Trauer
-
frictic —
,1.1 lOllO p
Drossel
iliaca. —
graubrauner
cana. Mexiko.'
bunter
variegata , —
Catototl
catototl» —
Pisang
jamaicensis , Jamaika.
Erd
savannarum , —
grauköpfiger
cana , —
rothkinniger
noctes, Martinique, Süd-
Amerika.
kastanienbrüstiger—
maja, Kuba.
artiger
lepida, Havannah.
rothgliederiger
Eustachii, Insel St.Eustach.
schwarz wangiger
\ ^^^^
cristata, Cayenne, Paraguay.
angschwänziger
macroura, —
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416
Herbst-
blaukehliger
weifsbäuchiger
violetbauchiger
bartiger
Dioka
rrotbandiger
gelbfleckiger
rothbrttstiger
Knk Fringilla autumnalis, Surinam.
— — tricolor, — —
— - — sarinama , —
granatina, Gniana,
barbata, ChüL
diuca, —
australis, Feuerland»
carthaginensis, Südamerika»
punicea, Amerika.
Unalaschka* Ammer Emberiza unalasehkensis, Unalascbka.
schwarzkeblige —
schwarze —
weifsköpfige —
aschgraue —
blaue —
Eis —
gemahlte —
rothaugige —
Hufeisen —
Reife —
Indigo —
gelbkbpfige
olivenfarbige —
Amazonen —
? graue —
? dickschnäbelige —
Papagei —
gelbschnabelige — ■
gelbgeränderte —
americana, Hudsonsbay.
hyemalis , —
leocophrys, — , Canada»
cinerea, Canada.
caerulea , —
glacialis, Hudsonsbay»
ciris, von Canadabis Guiana
erythrophthalma, Neuyork,
Carolina«
ludoviciana, Louisiana,
orizyvora, Carolina, Loui-
siana, Kuba, Paraguay»
cyanea , Mexiko»
tnexicana , —
olivacea, St. Domingo,
Portorico nach Ledru.
■
amazona, Surinam»
grisea, —
surinamensis, —
psittacea, Brasilien*
brasiliensis , , Paraguay
platensis, amLaPlataStrom«
queerstreifiger Kernbeisser Loxia hudsonica, Hudsonsbay.
oüven&rbiger — — • canadensis, Canada, Cay-
enne.
dunkelbrauner — — öbscura, Neuyork.
fachetschwänziger— — flabellifera, Virginien.
Digitized by
417
grauer Kernbeisser Loxia grisea , •Virginien.
rothbrüstiger iudovicitma, Louisiana.
weifsflügeliger
gefleckter
Cardinal —
weifskehliger
gekrönter
biutrother
gelbköpfiger ,
braunwangiger
purpurfarbener
Portorico
Dominikaner
weifsafteriger
schwarzköpfiger—
kleiner
blauscbnabeliger —
kleinster _
rothbauchiger
Hauben
weifsschwänziger
? Azulem
saffr an gelber
zweifarbiger
goldbleifarbiger —
bimmelblauer -
weifsschnabeliger
leucoptera, Nord-Amerika*
maculata , — —
cardinalis , — —
von Neuland an, Jamaika,
caerulea , Nord - Amerika
und Süd- Amerika,
coronata, Sud- Amerika,
sanguinolenta, Mexiko,
mexicana , —
canora, —
violacea, Jamaika,
portoricensis , Portorico
nach Ledru.
domhucana , — —
Brasilien,
dominicensis, St. Domingo,
erytbtomelas, Cayenne.
minuta , Cayenne, Surinam,
virens, Surinam,
minima, —
brasiliana, Brasilien,
cucullata , —
leucura , —
cyanea , —
bonariensis, Buenos Ayres.
bicolor, Paraguay, neue
Art von Azara.
auroplumbea, — , —
Azarae, — , — ■
torrida,' Paraguay, Süd-
Amerika.
Halskragen Eisvogel Alcedo alcyon, Hudsonsbay, Nor-
ton-Sund, Norfolk -Sund nach Langsdorf,
Carolina, Portorico nach Ledru.
? aschgrauer Eisvogel Alcedo torquata, Mexiko,Martinique.
27
Digitized by Google
418
zweifarbiger Eisvogel
? Amerikanischer
Amazonen —
stolzer —
schönsteifaiger
blaurückiger
gefleckter
kastanienbrauner
weifsbäucbiger
himmelblauer
weifsschnäbeliger_^
Alcedo bicolor, Cayenne.
americana, —
amazona, —
superciliosa, . —
cayenensis, > Gufana.
surinamensis, Surinam, —
maculata, Brasilien.
brasiliensis, —
_ albi ventris, Paraguay, neue
Art von Azara.
Azarae , , — —
lcucorhynohos, Südamerika.
IV. Straussenartige Vögel.
graurückiger Nandu a) Rhea americana , Guiana, in den
Ebenen von Monte Video , in den Pampos von
Buenos Ayres, Chili, tes zur Magellans-Strasse.
V. Hühnerartige Vögel.
Wander -Taube Columba migratoria, Hudsonsbay, in den
Wäldern am Flufs Onandago nach Kahn und Bartram.
Canadische Taube Columba canadensis, Cauada.
weifsscbeitelige leucocephala, Bahamalnseln,
Jamaika, St. Domingo.
passerina, Carolina, Mexico,
Brasilien.
carolinensis, Carolina, Por-
torico nach Ledru, Südamerika.
caerulea, Mexiko.
hoclotl, —
naevia, —
mexicana ,
dominicensis, St. Dqmingo.
Sperlings-
Carolinische
blaue _
weifsschulterige —
schwarzfleckige
weifsbrüstige
schwarzbindige
ä) nicht Tuyu od« Tuyuyu, dies ist der Name des Jabirus.
Digitized by
4iQ
? kleine
Rebhuhn
weifsbäüchige < —
Taube Columba minuta, St. Domingo.
— montana, Jamaika, Cayenne.
— jamaicensis, — , Paraguay
nach Azara»
— caribaea , Jamaika, Portorico,
Caraiben.
— cyanocephala , Jamaika, Cü-
ba, Sudamerika.
— martinica, Martinique, Por-
torico , Paraguay»
— St.Thomae, Insel St.Tbomas»
— marginata, Westindien.
— surinamensis, Surinam,
— speciosa, Cayenne.
— fusca, Carthagena,
— leucoptera, Carthagena, Süd-
amerika.
— corensis, Südamerika.
ringelsch wanzige —
blankopfige — —
rothbäuchige — —
gelbafterige — —
? gerändete — —
buntkehlige — —
schmalhälsige —
Carthagenische — —
weifsflugelige — —
graue — —
gelbgeflecktes Waldhuhn Tetrao canadensis, Hudsons-
bay, Neuland, Canada.
Nordamerikanisches — — cupido , H udsonsbay ,
am Albanyflufs.
Kragen — — umbellus et togatüs,
Hudsonsbay, bis Carolina und Louisiana»
langschwänziges — — pbasianellus, Hudsonsbay
? Felsen- — — rupestris, —
weifslinierte Wachtel Perdix hudsonica, —
weifskehliges Feldhuhn — marilanda, von Canadabis
zu den südlichsten Ländern Nordamerikas,
rothschnabelige Wachtel — mexicatfc, Louisiana, Mexico
weifsbäüchige — — falklandica,Falklands-lnseln.
geflecktes Feldjiuhn — naevia, Mexico.
— gujanensis, Guiana.
— novae Hispaniae, Mexico.
— coyolcos, Mexico, Paraguay
1 — tataupa, Paraguay, neue Art
von Azara.
47 •
rothzügliges
Stranfs- Wachtel
gelbbäuchige _ —
Tataupa —
Digitized
I
420
bläuliche Wachtel Perdix caerulescens, Paraguay, neue
Art von Azara.
Wildes Truthuhn Meieagris gallopavo, an den grofsen
waldreichen Sümpfen Nordamerikas , am Missisippi
nach Micbaux, auch in Jamaika,
schwärzliche Penelope Penelope cumanensis , Cayenne ,
Guiana.
scbwargrüne — — marail, Cayenne, Guiana.
gebaubte — trristata, Guiana, Brasilien.
pfeifende — — pipiens, Brasilien,
schreiender Hocko Crax vociferans, Mexico.
Mexikanischer — — pauxi, —
kugeltragender — « — globifera, Jamaika,
gekrönter — — alector et rubra, Jamaika,
Paraguay.
gehelmter — galeata, Insel Curassao.
nacktstirniger — — nigrifons, Brasilien,
weifser Fasan Phasianus mexicanus, Mexico,
rothbäucbiger — — paraqua, Cayenne.
olivenbrauner — — motmot, Brasilien,
gekrönter — — cristatus, Süd-Amerika,
grofser Tinamu Tinamus brasiliensis, Cayenne, Guiana,
Brasilien.
aschgrauer — — cinereus, Cayenne.
gefleckter — — variegatus, Guiana.
kleiner — — soni, —
weifser Trappe Otis chilensis, Chili nach Molina.
VI. Sumpfvögel.
Klapper- Ralle Rallus crepitans, Nordamerika.
Virginischer — — virginianus, Virginien.
langschnäbeliger — — longirostris , Cayenne.
olivenbrauner — — cayannensis, —
schwarzkehliger — — jamaicensis, —
schwarzkehliges Rohrhuhn Gallinula Carolina, Nordamerika
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42i
gelbbrüstigesRobrhubn Gallinula noveboracensis.Neüyork
schwarzköpfiges — — melanocephala, Amerika,
purpurfarbenes — — — * purpurca, Mexico, bis Pa-
raguay.
oliv enf arbig es — — cayennensis, Cayenne, Gui-
ana , Insel Trinidad nach Ledru.
Martinisches, — ~~ martinica , Antillen, Cay-
enne, Paraguay,
gelbschnabeliges — — flavirostris f Cayenne.
schwarzbauchiges — — rufico Iiis, Cayenne, Para-
guay.
fochsrothe* — — carthagena* Carthagena.
aschgraues Wasserhuhn Fulica americana , Nordamerika,
buntes — mexicana, Mexico«
schwarzscheiteliger Spornflügel Parra ludoviciana, Loui-
siana.
kastanienbrauner — — jacana, St. Domin-
go, Südamerika.
Straufs- Sporn flu gel Parra cayennensis, Cayenne.
granschwarzer, — — brasiliensis , Guiana, Bra-«.
silien.
bunter — — variabüis, Cayenne, Bra-
silien, Paraguay,
schwarzer — — nigra, Brasilien,
grüner — — viridis, —
violetter — — chilensis, Paraguay, Chili,
kegelschnabeliger- — chavaria, Südamerika,
weifser Wassersäbler Recurvirostra alba , Nordamerika*
düsterer Strandläufer Tringa novae terrae, Neufundland,
südlicher* — — australis* Hudsonsbay,
Cayenne.
bunter — ••— variegata, Notkasund.
gtauscbwanztger - — no veboracensis , Neayork.
langschw'anziger— — longicauda, Nordamerika,
rother Regenpfeifer Charadrius rubidusr Hudsonsbay.
scbwarzhäubiger — — atricapillus, Neuyork.
schreiender — — vociferus, Neuyork, Vir-
gilen , Carolina.
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♦
bellfleckige* Regenpfeifer, Cha*a,drius virginfcus ,. Virginu
en , Louisiana.
buntschwänziger — — jamaicensis, Jamaika,
schwarzküpfiger. — « -~ cayennensis, Cayenne,
Paraguay nach Azara.
$chwarzpunktirteSchnepf$ gcolopax tedoa^ Hudsousbay..
marmonrte
wellenbäuchige, — —
?weifse_ — —
Nick- —
tothbröstig* . *^
braune
schwimmfufsige^
kleine
Stein-
Savannen^
die kschnabelige
zweifarbige
Sonnen -
raarmorara,, —
hudsonica^ -w*
Candida x —
notans* Küste von
Labrador,
noyeboracensis,. Neu-
york.
grisea,.
semipalroata ^ —
minor, Nordamerika,
melanoleuca^ —
paludosa, Cayenne«.
cayennensis^ Cayenne..
bicolor*
helias,, Gutana.
Eskima Brachvogel Nqmenins bor^lis Hudsonsbay.
weifsstrichiger — — t hiidsonitus».
kastanienbrauner-* — guarauna, Südamerika.,
weisser Nimmersatt Tantalus albus, Carolina,
— ruber,,
scharlachro.ther
Jflexicaniscber —
grön glänzender —
kleiner —
grauem —
brauugliederiger — *
Keicb,- Kranich. Gros aroericana, von der Hudsonsbay
bis Florida..
gelbrQther canadensis^ von der Hudsons-
bay bis Mexico,
rothschujteriger Reiher Ardea, hudsoutcax von der Hud-
sonsbay bisNeuyork.
Jamaika ^
Südamerika,
mexicanus«. Mexico,
cayennensis x Cayenne,
roiuutus* Surinam,
griseus, Brasilien,
pillus, Chili,
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423
grofser Reiher Ardea herodias, Nord- Amerika,
rostkopfiger — — rubiginosa, — »
— virgata , —
— cana, Neuyork.
— rufescens, Louisiana.
— aequinoctialis, Carolina,Mexico.
— violacea, Carolina, Bahama-
Inseln, Jamaika.
ludoviciana, Louisiana, Por-
torico nach Ledru.
virescens, Neuyork, Jamaika,
Cayenne.
spadicea, Mexico,
huhou, —
hoactli, —
jamaicensis, Jamaika,Paraguay
exilis , —
cracra, Martinique, Sudamerika
brasiliensis, Jamaika, Brasilier.
undulata, Cayenne.
cayennensis, —
leucogaster, —
scolopacea, —
agami, —
cocci, —
fusca , —
tigrina , — , Surinam,
pileata, Guiana.
striata, —
flava, Brasilien,
erythroeephala , Chili»
thula, Chili, nach Molina.
galatea, — , — — , Pa-
raguay nach Azara.
torquata, Süd-Amerika.
grauscbnäbeljger Storch Ciconia maguari, Brasilien, Süd-
& - Amerika.
gestriegelter
aschfarbener —
röthlicber —
rothschnabeliger -
gelbkDpfiger —
graurückiger —
grüner —
purpurbrauner —
Huhu- —
Hoactli — *
? Jamaikaischer —
A
Zwerg —
Cracra —
punktirter ♦ —
Zickzack —
gestreifter —
weifsbäuchiger —
Schnepfen —
Agami- —
Cocci —
dunkelbrauner —
getiegerter —
Hut- —
? gestreifter —
gelber —
rothkOpfiger —
Thula —
milchweisser —
Halsbands — —
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424
weifser Jabira Mycteria americana, Süd-Amerika,
gehäubter Hoblschnabel Cancroma cochlearia s. cancrö-
phaga, Süd-Amerika.
Zwerg Loffler Platalea pygmea, Guiana, Surinam,
rotber — — »jaja» Louisiana, Mexico, Jamai-
ka, Brasilien, Paraguay,
gehörnter Anhima Palamedea cornuta, Guiana, Surinam,
am Orinoco, La Plata , Amazonenflufs.
% gehäubter — — cristata , Brasilien,
goldbrüstiger Trompetenvogel Psophia crepitans, Süd-
Amerika, am Amazonenflufs nach Condamine,
Surinam nach Stedman.
weifser Flamingo Phoenicopterus chilensis, Chili.
VII. Sehwimmvogel.
rothschnaneliger Pelikan Pelecanus erythrorhynchos,Nord-
Amerika.
weifsbauchiger — — carolinensis , • Carolina,
Cayenne.
weifsohriger — — roagellanicus, Feuerland.
kleinster Tölpel Sula parva, Cayenne.
Thagu — — thagu, Mexiko, Chili,
schwarzzebiger Sturmvogel Procellaria melanopus, Nord-
Amerika.
gelbkehiiger — — brasiliana, Brasilien.
?Keeask Möve Larus keeask, Hudsonsbay.
dunkelbraune Meerschwalbe Sterna fuscata, St, D
schwarznackige — — cayennensis, Cayenne,
Paraguay.
kirre — — Simplex, Cayenne.
rothbraune — — spadicea, —
Schleier — — surinamensis, Surinam,
weifsbauchiger Schlangenvogel Plotus anbinga, Brasilien,
Paraguay.
dunkelbrauner — — surinamensis, Suri-
nam.
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<
4-5
schwarzhalsiger Schwan Cygnus nigricollis, Chili, Para-
guay, Magellan-Strafse.
mon dfleck ige Gans Anser canadensis, Nord- Amerika,
blauflügeüge — — coerulescens , Hudsonsbay,
Canada.
— - — coscoroba, Chili.
— — bracbypterus,Falkianda-Inseln.
— — antarcticua , — —
— — leucopterus , — — —
Ente Anas perspicillata, Hudsonsbay,Nord*
Amerika, Norfolk-Sund nach Langsdorf»
— — fuscescens, Neufundland«
— — labradora, Küste von Labrador.
— erythrorhynchos, Nordamerika.
— obscura, Neuyork.
— carolinfensis, Nordamerika.
— sponsa, Nordamerika , Jamaika.
— mexicana, Mexico.
— fulva, —
— novae Hispaniae, Mexico.
— bucephala, albeola et rustica ,
Nord- und Süd -Amerika.
— discors , Jamaika.
— jamaicensis, —
— dominica , St. Domingo , Gua-
deloupe, Portorico.
— Jacquini, St. Domingo.
— autumnalis, Westindien.
— arborea, Portorico, Jamaika,
Guiana.
— spinosa , Portorico , Cayenne,
Gutana.
— bahamensis, Bahama- Inseln,
Brasilien.
— brasiliensis , Brasilien.
— vidua ta, Carthagena, Paraguay.
— magellanica, Magellan-Strafse.
Coscoroba
kurzflügelige
weifse
Trapp
Brillen -
braune
scbäckige —
ro thscbnäbelige —
dunkelbraune —
?karolinische —
Braut —
buntrückige —
goldgelbe —
punktirte —
dickköpfige —
Blässen —
hochäugige —
fuchsrothe —
Jacquins —
Herbst - —
Baum- —
scharf8chwänzige
weifskehlige —
olivenfarbige —
Spanische —
rostfarbene —
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426
blauer Sägetaucher Mergus caeruleus, Hudsonsbay.
brauner — — fuscus, —
buntscbnabeliger Steifsfufs Podicepa carolinensis , Nord-
Amerika.
rothkehliger — — cayanus, Cayenne.
weifsflügeliger — — domimcus, St. Do-
mingo» Antillen, Surinam,
gestreifter Taucher Colymbus striatus , Seen der inne-
ren Hudsonsbay.
Louisianischer — — ludovicianus , Louisiana,
Paraguay.
Südamerikanischer — dominicus, Portorico, Pa-
raguay nach Azara.
? Labradorischer Alk Alca labradorica, Labrador.
Vögel, welche Australien eigenthümlich sind a).
I. Raubvogel*
blaugrauer Adler Aquila navae- Hollandiae, Neuholland
nach Collins.
bespomter ~— Falco novae Hollandiae, Neuholland.
a) De B rosse Histoire des Navigation» aux terrcs australes,
contenant ce que Ion sait des moeurs et des productions
des contre'e* dccouverres jusqu'a ce jour. Paris 1156. 4* a*
T. teutsch durch Adelung. Halte Il6"{. 8«
A. Dahymple An historial Collection of the several voya-
ges and discoveries in the somit Pacific Occan. London
z Vol. k
Sonnerat Voyage a la noufelle Cuinee, dans lequel on
trouve la descripsion des lieux, des obscrvations physiques
et morales» et des details relatifs a 1* histoire naturelle dans
les regncs animale et vegetale. Paris 1*7*76. Teutsch durch
Ebeling." Leipiig ml-
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I
4*7
weifser Falk Fafco leuoaetos; Neu- Süd- Wallis, nach
J. White, Van Diemens Land nach Furneaux.
blafsstreifiger Kauz Strix fulva, Neuseeland.
Gegen acht noch wenig bekannte Raubvögel sollen
in Neuholland vorkommen,.
IL. KlettervögeU
allfarbiget* Sittich Psittacus omnicolor, Inseln der Südsee»
Edwards, — i — Edwardsii, — — —
Finnea — — fringülaceus^ — — —
WaUin, Tenck a. coraplctt Account of the Settlements at
Port • Jackson in New • Sbuth • Wales London 1788« 3«
Teutsch durch Sprengel. Kamburg 1794. 8*
Collins an accqunt of the english Colony in New - Wa-
les, from its first Settlements ia january 1788' London.
1501.. 3. Vol. 4..
Phillip*! Reise nach der Botany-Bay auf Neuholland. A.
d. Engl. Stuttgard V]SSb 8«.
JK White Tagebuah einer Reise nach Süd - Walles. Aus
d. Engl, ia Berlin,. Magazin A# s. Berlin 1*791. 8-
J; mison Beschreibung einer englischen Missions Reise
nach dem, südlichen stillen Ocean, a. d\ Engl, ia Sprengeis
Eibl. B. 2. Weimac 1800, 8*.
J.Mär$er Beschreibung einiger Vögel aus dem Geschlechte
der Papageyen und Kolibri von, dea Küsten der Südsee ist
d, phys^ Arbeiten d,. einträchtigen Freunde ia Wien. Jahrg.
U Quatt. i. S, 75*. {)uar^ 2. S. 27.
G. Shauh Zoology of New ■> Holland, the agurea by
James. Sowerby. London, 4.
F. PeroiK \oyages et Decouvertes, aux. terres australes. Pa-
ris I807. 4. avec Atlas.
E, A. W. von Zimmermann Australien in Hinsicht der
Erd\- Menschen • und Vroducten- Kunde* Hamburg 1810.
2B. 8-
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428
rostnackiger Sittich Pstttacus nndialis, Inseln der Südsee.
Gimbel
Lathams — —
lothbantlirter — —
buntschwänziger— —
goldseitiger Lory —
grofsschnabeliger Papagey -
Neu-Guineischer — —
Tabuischer Sittich —
Palm — —
Ulieteischer — —
blaustrausiger — —
Südindischer — —
Cores — —
? blauer — —
Zwerg — —
gehörnter — —
? Neu-Caledonischer —
Neu-Seel'andischer -
phigny,
Latbami» _
rubrifrons,
<
humeraiis,
papuensis,Land der Papuas,
macrorhynehos, — — <*
magnus, — —
tabuensis, Freund schafts-
Insein.
— palmarum, Insel Tanna.
— ulietanus, Ulietea und Sand-
wich - Inseln.
— atrstrafis, Sandwich-Inseln«
— pacificus, Otahit i, Südindien
— taltanus, —
— Sparmanni, —
— pygmaeus, Inseln des stillen
Meers.
— eornntus, Neu-Caledonien.
— caledonicus, — —
— No vaeSeelandiae, Neu- See-
land , in der Dusky Bay unterm 46.
Gr. s. Br. nach Forster.
mittäglicher Papagey
Neuholländischer Sittich
Erd-
schöner
■
Banks-
Cap
Geoffroys Papagey
rothfleckiger —
Helm - Kakata
kleiner Sittich
— meridionalis , — — —
— novae Hollandiae, Neu-.
Holland,
terrestris, Neuholland, am
van Diemen nach Labillardiere.
— eximius, Neuholland, am
Cap van Diemen nach Schaw.
— Banksii, Neuholland, Bota-
nybay.
— Geoffroyi, Neuholland.
— t erythropus, Neu-Südwallis.
— galeritus, — —
— pusillus, — —
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4*9
aschgrauer Fratzenvogel Scythrops novae Hollandiae,
Neu-Holland.
eoldbrauner Kuckuck Cuculus tahiticui, Otahiti, Neu-
B Seeland.
III. Singvögel.
schmalfederiger Würger Lanius pacificus, Inseln des stil-
len Meers.
olivenbrauner — — tabuensis, Freundschafts-
Inseln.
schwarzkDpfiger — — melanocepbalus, Sand-
wich-Inseln.
langschnäbelige Drossel Turdus longirostris, Insel Eimeo.
rothbraune
bräunlich weifse
hellbraune —
dickscbnäbelige _
rufsschwarze —
weifsstirnige
punktirte _
bläuliche —
Port Jacksons —
ulietensis, UHetea.
pacificus, Freundschafts-
Inseln.
, Sand-
wichs-Inseln.
crassirostris, Neuseeland.
australis , —
albifrons, —
punctata*, Neuholland.
novae Hollandiae, Van
Diemens Land.
phaeus, Neu-Sudwallis,
Port Jackson nach J. White,
weifsschwarzer Streckrufs Tanypus australis ä)f Neu-
holland nach Peron. '
rothbr ästiger Fliegenfänger Muscicapa Sandwichensis ,
Sandwichs-Inseln,
buntüügeliger Fliegenfänger Musticapa maculata, Sand-
wichs-Inseln«
dunkelfarbiger Fliegenfänger Muscicapa obscura, —
ä) eine neue von Oppel aufgestellte Gattung. S. die Abhand-
lung, d. Münchner Akademie vom Jahr 18" 18*2.
x 459.
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430 j
Societäts Fliegenfänger Muscicapa nigra, Otahili, Socie-
täts- Inseln»
dunkelgelber _ ^ lutea > Otabiti»
gelbstimiger _ flavifrons, Insel Tanna,
Sperlings- _ passerina, ,
olivenfarbiger _ raledonic*,Neu-Ctledonien
gesprenkelter _ toaevia, _ _ _
fäcberschwäniiger flabellifera, Nettseeland,
Tanna.
gelbköpfiger _ _ ochrocephala, Neuseeland.
gelbohriger novae Hollandiae, s. chlo-
rotes, Neuholland nach White»
rothbäuchiger _ _ orythrogastra, Insel Nor*
fclk.
streif kopfiger Manakin Pipra striata, Van Diemens-Land,
orangebrüstiger _ _ papuensis, Neu- Guianea
nach Sonnerat.
rothstirnige Meise Parus novae Seelandiae, Neu-Seeland.
grofskopfige _ macrocepbalus , — — ,
Insel Norfolk.
australische Bachstelze' Motacilla australis, Neu-Stidwal-
Jis nach White.
schöne — — elegans, — — — —
citronengelber Sänger Sylvia citrina, Neu-Seeland.
langbeiniger _ longipes,
? Zwerg minima, Neu -Holland.
Van Diemens canescens, Van Diemens-
Land.
kleiner _ pusilla, Neu-Südwallis.
schwarzzügelige Lerche Alauda novae Zeelandiae, Neu-
Seeland.
rother Baumläufer Certhia rubra, Sudindien,
bräunlicher — — sufFuscala, —
brauner — — fusca, Inseln des stillen Meers,
krummscbnäbeliger — pacifica, Sandwich-Inseln, Owaihi
bogenschnabeliger — coccinea, — — —
hackenschnabeliger — obscura, — — —
■
' Digitized by
43*
karmo!sinrother Baumläufer
grünlicher
Orthia sanguinea,Sundwich-
lnseln, Owaihi.
— vireus, Freundschafts -
Inseln.
— Car uncula ta , Tongo -
Tabu.
— incana, Neucaledonien.
— sannio, Neuseeland.
— novaeHoUandiae, Neu-
holland.
— cucullata, ~
— nigra,
— lunata, —
— guttata,* —
— mellivora, —
— graculoides , —
— goruck, —
— cyanura, Süd Wallis.
Neuholland.
■belappter — —
graulicher — —
Neuseeländischer — —
Neuholländischer — —
schwarzkappiger — —
schwarzer — —
mondfleckiger — —
getropfter — —
Honigfressender — ■ —
azelartiger — —
Goruck — —
blauschwänziger — —
Dirigung —
schneller v — —
schieferfarbener — —
braungrüner —
gelbflügeliger — — —
dunkelfarbener Honigvogel Nectarinia obscurs*, Sandwichs-
Inseln.
Sandwichs — — pacifica, —
rother — — coccinea, —
grünlicher — — virens* —
achtzehn Arten sollen allein auf Neuholland vor-
kommen.
brauner Wiedehopf Upopa fusca, Neuguinea,
olivenfarbiger — — olivacea, —
schönstruppiger— — ttiagna, —
schwarzer Bienenfresser Merops niger, Sandwichs-Inseln
nach Ellis.
gekräuselter — — no vae Zeelandiae , Neu-
seeland.
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43*
belappter Bienenfresser' Merops carunculatus, Neuseeland,
Neuholland, Hafen Jackson nach Philipp,
gehörnter — — corniculatus, Neuholland,
Botanybay nach J. White.-
geschickter — — phrygius, Neu-Sudwallis.
gelbbäucbiger Plattscbnabel Todus flavigaster, Neuholland,
purpurbrüstige Schwalbe Hirundo tahitica, Otahiti.
hochborstiger Tagschläfer Caprimulgus novae Hollandiae,
Neuholland, Botanybay nach Philipp,
gehäubter Tagschläfer. Caprimulgus criatatus, Neu- Süd Wal-
lis nach Philipp,
grauer Hornvogel Buceros griseus, Neuholland,
hockerschnäbeliger — — orientalis, —
Labillardiers — — Labillardieri, Insel
Waygion.
federbärtige Krähe Corvus australis, Freundschafts Inseln,
geradschnäbelige Krähe Corvus pacificus, Inseln des stil-
len Meers.
acbtfederige — — octopennatus, — —
«Wendezirkel — — tropicus, Insel Owaihi,
Sandwich-Inseln.
Labillardiersche Elster — Labiilardieri, Neu - Cale-
donien.
schwarzscbwänzjge Krähe— caledonicus, — —
Neuseeländische Krähe — paradoxus, Neuseeland,
gebänderte — — novaeGuineae, Neuguinea
kleinf&fsige — — papuensis, —
bunte Racke Coracias varia, Neuguinea.
Lärm - — — strepera , Insel Norfolk,
blaustreifige— — striata, Neu-Caledonien.
weifsbäuchige Atzel Gracula icterops, Neuholland.
KDnigs Paradiesvogel Faradisea regia, Neuguinea,
prächtiger — — magnifica, —
violetkebliger — — superba , —
sechsfädiger — — sexsetana, —
stahlblauer — — viridis, —
? gebüschelter — — cirrhata, —
-
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I
433
aschgrauer Lappenvogel Glaucopis cinerea, Neuseeland,
Lappen Staar Sturnus carunculatus, —
Scharlach - Fink Fringilla coccinea, Sandwichs-Inseln.
Papagei. — — psittacea, Neu- Caledonien.
begränzter Ammer Emberiza atricapilla, Sandwichs-Inseln«
grüner Kegelschnabel Colitis viridis, Neuholland,
papageischnäbeliger Kernbeisser Loxia psittacea, Sand-
wichs-Inseln.
Riesen- Eisvogel Alcedo fusca, Neu Guinea,
rundfleckiger — — novae Guinea, Neu-Guinea.
heiliger — — sacra, Freundschafts Inseln,
verehrter — — venerata, — —
sicherer — — tuta, Otahiti.
IV. Huhnerartige Vogel.
purpurkopfige Taube Columba purpurata, Inseln des stil-
len Meers.
Wald- — — sylvatica, Marquesas Inseln
nach Tilesius.
rostafterige — — pacifica, Freundschaftsinseln
granatflü gelige — — erythroptera , Insel Eimeo.
weifsbindige — - — eimensis, — —
hackenschnäbelige — curvirostra, — Tanna.
? krummschnäbelige — tannensis, —
rubinrothe — — novaeSeelandiae, Neuseeland,
braune — — brunnea. —
Neuhollandische— — antarctica, Neuholland nach
Shaw.
goldflügelige — — chafcoptera, Insel Norfolk,
weifse — — alba, Neuguinea,
wunderbarer Parkinson Parkinsonius mirabilis, Neuholland,
schwarzschwingige Wachtel Perdix novae Guineae, Neu-
guinea.
V. Straufsenartige Vögel.
federhalsiger Kasuar Casuarius novae Hollands, Neuhol-
land.
28
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434
VI. Sumpfvögel.
weifser Scheid envoge^ Vaginalis alba, Neuseeland,
weifses Robrhuhn Gallinula alba, Insel Norfolk , Botany
' Bay nach Philipp, Insel Lord Howe,
rothgelber Ralle Rallus Sandwichensis, Sandwichs- Inseln,
dunkelbrauner Ralle Rallus obscurus, — —
ungeschwänzter— — acaudatus, — —
aschgrauer — — tahitiensis, Freundschafts-Ins.
braunkOpfiger — — pacLficus , Otahiti und die be-
nachbarten Inseln,
braunschwarzer — — tabuensis, Insel Tanna, Soci-
etäts - Inseln.
graukehliger — — troglodytes, Neuseeland,
gestrichelter Strandläufer Tringa virgata, Sandwichs-Ins.
weifsflügliger — — leucoptera, Inseln des
stillen Meers, Otahiti, Eimeo.
gelber Regenpfeifer Charadrius fulvus, Otahiti.
grüngrauer — — novae Seelandiae, Neusee-
land.
schwärzlicher — — obscurus, Neuseeland,
rothbalsiger — — rubricollis, Van Diemen*
Land.
weifsgraue Schnepfe Scolopax incana, Insel Eimeo und
Palmerston.
gelbschwänziger Brachvogel Numenius tahitiensis, Otahiti.
heiliger Buschreiher Ardea sacra, Otahiti.
bleifarbener — — novae Hollandiae, Neuhol-
land.
Neuguineischer— — - novae Guineae, Neuguinea.
VII. Schwimmvögel.
grünglänzende Scharbe Carbo Palmerston^ Palmerston-
Inseln.
gefleckte — — naevius, Neuseeland,
belappt« — — carunculatus f — , Staa-
tenland.
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435 v
geschickte Scharbe Carbo varius, Neuseeland,
gekrönte — — cirrhatus, —
?Sabuiscber Tojpel Sola sabuensis, Insel Sabou nach Peron.
schwarzschnäbeliger Tropikvogel Pbaeton melanorbyn-
cbos, Südsee Inseln,
rothschwänziger — — phoenicurus,
Südsee- Ins ein«
weifsbrüstiger Sturmvogel Procellaria alba, Inseln des
stillen Meers.
rufsfarbiger — — fuliginosa, Otahiti.
krummschnabeliger — — pacifica, Inseln des
stillen Meers.
Taucher — — urinatrix,Neuseeland,
Inseln des stillen Meers,
blauer — — caerulea, südl. Ocean.
breitschnäbeüger — — vittata, Südsee vom
28 Gr. s. Br. bis 58 Gr. Cook,
aschgrauer — — cinerea, — —
Meer — — marina, —
Eis — — gelida, —
schneeweisser — — nivea, kältereGegen-
den der Südsee, in der Nähe des Eises 51. Gr. Cook,
weifssteifsiger — — antarctica, kältereGe-
genden der Südsee, bis z. 62. Gr. — 67 Gr. i. Eis. Cook.
Südsee- Meerschwalbe Sterna caspicides , Südsee, neue
Art von Peron.
schwärzliche — — mejanosoma, — , — * —
gestreifte — — sriata, Neuseeland,
schwarzflügelige Möve Laras melanopterus, Südseenach
Piron.
schwarzer Schwan Cygnus atratus, Neuholländische Seen,
Van Diemens- Land,
kurzflüglige Gans Anser brachypterus, Falklands-Inseln.
weifse — — antarcticus, —
Trapp- — — leucopterus, — —
bunte — — variegatus, Neuseeland.
Augenbraun- Ente Anas superciliosa , —
28 *
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436
Neuseeländische Ente Anas novae Seelandiae, Neuseeland»
weifsschnäbelige — — melacorhynchos, —
Riesen- Fettgans Aptenodytes patagonica, Neugeorgi-
en, Neuguinea*
Halsbands. ^- — torquata, — , —
papo5 — — papua, Insel ^Papus.
gehäubter — — chrysocoma, Falklands - In-
seln, Neuholland,
kleiner — — minor, Neuseeland, Pingui-
nen-Insel, Cap Canele* nach Piron.
scbwarzstreifiger — antarctlca, Sudsee«
rothfufsiger — — catarractes, —
VI
Vogel, welche Europa und Asien eigentümlich sind.
I. Raubvögel,
T THgrauer Geier Vultur cinereus, auf den hohen Gebirgen
^•.i - £ Europas und Asiens,
weifskopfiger Geieradler Gypaetos leucocephalus, s. bar-
batus, s. alpinus, auf den Alpen Europas und Sibiriens.
Baum- Falk Falco subbuteo, Europa von Schweden an,
gemässigtes Asien.
IL Klettervögel.
weifser Specht Picus medius, Europa von der Lappmark
an nach Leems, Sibirien, Persien nach Hablizl.
grauer Specht Picus canus, Europa von Norwegen an,
auch in der Schweiz, Sibirien.
Gras — — minor, Europa von der Lappmark
an, Sibirien.
III. Singvögel.
Wachholder Drossel Turdus pilaris , Europa von Bergen
in Norwegen an, Sibirien, Kamtschatka.
-
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43?
Rin&- Drossel Turdus torquatus, Europa von der Lapp-
mark an , Kaukasus, auf den Gebirgen Gilans in Persien,
blaue Drossel Turdus cyajius, Tyrol, Italien, Türkei,
Griechische Inseln nach Sonnini, Krirom, Klein-Asien.
"Wasser- Schmätzer Cinclus aquaticus, Europa von der
Finnmark an, Feroer Inseln, Sibirien,
Kamtschatka, Persien,
rosenfarbener Sraar (oder Drossel) Stujnus (s. Turdus)
roseus, Europa von Schweden an nach Retzius,
um den Don und Irtiscli in Sibirien nach Pallas,
Krimm, Persien nach Olivier.
Laaur- Meise Parus cyanus, Schwedep, Rufsland, Sibirien.
Schwanz— — candatus, Europa von Sondmor an,
Sibirien, am Caspischen JMeer*
Bart — — biarmicus, Europa von Sondmor an,
Sibirien, am Caspischen Meer..
Beutel — — : pendulinus, Europa, Polen, Rufsland,
Italien, Persien.
Schwarzschwingige Lerche, Alauda tatarica s. mutabilis,
Europa, Tartarei.
schwarzkehliger Sauger Sylvia phoenicurus, Europa vcn^
Schweden an, nördliches Asien, Kamtschatka,
hlaukehliger Sänger Sylvia suecica, Europa von West-.
botbnien und Lappland an * Sibirien, Persier.
schwar^bäuchiger Sänger Sylvia ti thys, Europa vopSchwe-^
den an, Persische Alpen.
Teich Laubvogel — arundinacea, Europa von Dront-
heim an, Persien,
rothlicher Steinschmätzer Saxicola stapezina, 'Europa,
Kamtschatka» Sibirien, Persien.,
braunkehliger — — rubetra, Europa vonv
Schweden an , Persien,
schwarzr^ther Baumläufer Certhia muraria ».sudliches Eu- ,
ropa, gemäfsigtes Asien.
NebeU Krähe Corvus cornix, Europa, von Schweden an,
Feroer Inseln, Sibirien, jedoch nicht
jenseits der Lena.
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Nufs
438
Berg -Krähe Corvus pyrrhocorax, Alpen der Schwei«,
Tyrols, Kärnthens, auch auf dem Berge
Libanon nach Labillardierd ö).
Thurm — — monedula , Europa von Sondmor an,
westliches Sibirien.
Saat — — frugilegus, Europa vom südlichen
Schweden bis zu den griechischen Inseln
nach Sonnini, Westsibirien.
Eichel — — glandarius, Europa von Sondmor an,
Sibirien, Kamtschatka.
_ — caryocatactes, Europa v. Sondmor an,
auf dem Altaischen Gebirg , Sibirien ,
Kamtschatka, Persien.
Unglücks- — infaustus , s. Sibiriens , Lappland, Rufs-
land, Sibirien.
blaugrüner Racke Coracias garrula, Europa von Norwe-
gen und Schweden an, Asien.
Berg Fink Fringilla montifringilla, Europa, Sibirienjapan,
gelbschnäbeliger Fink Fringilla flavirostris , Norwegen,
Schweden, Sibirien am Jenisey.
Garten -Ammer Emberiza hortulana, Europa von Scbwe-
y den an , Sibirien vom Oby an,
Rohr — — schoeniclus, Europa von Schwe-
den an, Sibirien , Persien nach Hablizl.
rothbrüstiger Kernbeisser Loxia pyrrhula, Europa von
Sondmor an, Sibirien.
IV. Hühnerartige Vögel.
Feld Taube Columba livia, gemäfsigtes Europa und Asien.
Ringel — — palumbus, Europa von Schweden an,
Sibirien jenseits des Baikals,
halsstreifige Turtel-Taube Columba turtur, gemäfsigtei
Europa und Asien, Persien, Indien.
a) Melanges d'bistoire naturelle in d. Annale« duMusce d'hist.
•nar. T. 18. p. 456.
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439
Auer Waldbahn Tetrao urogallus, Europa von der Lapp-
mark an bis zu den Gebirgen der Insel Creta
und Milo nach Sonnini, Sibirien, Kamtschatka,
gabelschwänziges Waldhuhn Tetrao tetrix, Europa von
der Lappmark an, Sibirien so weit Birken wachsen,
schwarzkehliges Waldhuhn Tetrao bonasia , Europa von
Lappland an , Sibirien.
Ringel — — arenarius, Europa, Si-
birien, an der Wolga, am caspischen Meer,
graues Feldhuhn, Perdix cinerea, Europa von Schweden
an bis zur^Drdlichen Türkei, Insel Lipari nach
Spallanzani, jedoch nicht auf den griechischen
Inseln nach Sonnini, in Norwegen nicht nach
Brünnich, gemafsigtes Sibirien, doch auch jen-
seits des Baikals«
kleiner Trappe Otis tetrax, Europa von Schweden an,
Asien.
V. Sumpfvögel.
Wasser -Ralle Rallus aquaticus, Europa vonSondmor an,
Feroer Inseln, Asien vom westlichen Sibirien an
nach Gmelin , gemäfsigtes Kamtschatka,
kleines Rohrhuhn Gallinula puailla, Europa, Sibirien,
an den Salzseen ,v Daurien nach Pallas,
kämpfender Strandläufer Tringapugnax, Europa von Is-
land und Norwegen an, Sibirien,
schwarzschnüriger Sonderling Arenaria austriaca, Süd-
europa, Tartarei, am caspischen Meer.
Halsband Giarol Glareola torquata, südliches Europa, am
caspischen Meer, Ostindien,
blaufufsiger Wassersäbler Recurvirostra avocetta, Europa,
Oeland, Holland, Sibirien nach Pallas,
am caspischen Meer,
dummer Regenpfeifer Charadrius morinellus, nördliches
Europa, Sibirien*
•pornflügliger — — spinosus, Rufsland, Sy-
rien, Persien.
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440
Wittel -Schnepfe Scolopax media s. major, Europa von
Norwegen an, Sibirien«
Regen Brachvogel Numenius phaeopus, Europa, Island,
Lappland nach Leems, Sibirien, Kamtschatka.
Purpur Reiher Ardea purpurea, südliches Europa, Asien»
Rallen — — ralloides, — , —
kleiner — . minuta, —
VI. Schwimmvögel^
weifsschwänzige Meejrschwalbe Steina metopoleucös ,
Rußland, südliches Sibirien.
? graulichte Möve Larus canescens, Europa, nördl. Asien,
kleine — — minutus, Rufsland, zuweilen in
Teutschland, Sibirien, Caspisches Meer nach Pallas.
Böcker Schwan Cygnusgibbus, Europa, Asien, am caspir
sehen Meer*
rothhalsige Gans Anser ruficollis, Schweden, England,
Rufsland , Sibirien , an der, Mündung
des Obs und der Lena,
Brand Ente Anas tadorna, nördliches Europa und Asien,
Schnatter — — r strepera, — - — -r- —
Reiher — — faleguta, -i- — — —
Knach — — querquedala, — * — — —
Kolben — rufina, Teutschland, Italien, Tartarei^
am caspiseben Meer*
Vit.
* Vögel, welche Europa und Afrika eigenthütnlich sin&
U y L
I. Raubvögel.
Aas Geier Vultur perenopterus ^ Südeuropa,, Egyptien*
Nubien nach Bruce,
dunkelbrauner Geier Vultur fuscus , Sudeuropa, Afrika.
Korn Weihe Falco eyaneus , — , Egypten.
Sumpf — — aeruginosus , Eur. von Sondmor an ,
Teneriffa nach Ledru,
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44i
II. Klettervbgel.
§traufc ICucKuk Cucu^us glandarius , Süd-Europa, Nord-
Afrika,
HI. Singv&geh
rothkbpfiger Würger Lanius ruficeps, Ear. v. Schweden
an» nördliches Afrika.
Sing -Drossel Tordus musicus, Enr. von Sondmor an,
Afrika, can arische Inseln nach Ledru.
Wiesen - Pieper Anthus pratensis , Eor. vv Schweden an,
Egypten nach Sonnini«
Hanben Lerche Alauda cristata, Eur., Egypten n. Sonnini.
? gewellte — — undata, — , Afrika.
Erlen Fink Fringilla spinus, Europa von Schweden an,
Barbarei , canarische Inseln nach Börry,
St Vincent und Ledru.
Gräa — petronia, Europa, Teneriffa n. Ledru.
Gersten-Ammer Embcriza müiaria, Europa v.Sondmor an,
Teneriffa nach Ledru.
IV. Htthnerartige Vögel.
rothes Feldhuhn Perdix rufa s. saxatilis, gemäfsigtes Eu-
ropa, sehr häufig auf den griechischen Inseln
nach Sonnini, Egypten, Madera nach Forster.
Federohren - Trappen Otis arafcs.
V. Sumpfv⋛
du nkelbr listiger Regenpfeifer Charadrius Httoralis s, albi-
frons , Europa , Egypten.
Grofskopf Schnepfe Scolqpax aeg*ocepbala , Europa,
Afrika.
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44*
yiii
Vögel, welche Europa und Amerika eigentümlich sind.
I. Raubvögel.
Schnee Kaute Strix nyctea, von Schweden bis ins süd-
liche Europa, von Grönland bis Pensylvanien,
Louisiana und Portorico nach Ledru.
IL Singvögel*
grauer Würger Lanius exeubitor, Europa v. Schweden
an , von der Hudsonsbay bis Louisiana.
III. Sumpfvögel.
Halsband-Strandläufer Tringa interpres,Schweden,Teutsch-
land, Grönland, Hudsonsbay.
klejner — — pusilla , Island , nördliches Eu-
ropa, Neuland, Nootka-Sund.
\yald — — glareola, nördliches Europa
und Amerika.
rothbrauner—- — ferruginea s. islandica, Europa,
Labrador, Nootka-Sund.
schwarzbäuchiger Kiebits Vanellus melanogaster s. Trin-
ga hei vetica, Europa, Teutschland,
Schweitz, Hudsonsbay.
dunkelfüfsiger Wasserläufer, Totanus limosus s. fuscus,
Irland, Schweden, Grönland,
rothbäuchiger Wassertreter Phalaropns fussus , Europa,
Nord-Amerika.
IV. Schwimmvögel.
weifser Tölpel Sulaalba, nördliche Küsten Europas, Ir-
land, Insel Bafs, St. Kilda, Grönland, Neuland,
blauscbnäbelige Möve Larus eyanorhynchus , Spitzber-
gen nach Pbipps, EisMeer, Grönland.
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443
Ringel-Gans Anser torquatus s. beruicla, Schweden, Nord-
Amerika.
gehörnter Steifsfufs Podiceps cornutus, Europa, Hud-
sonsbay, Neuyork.
kleiner — - — minor, — — —
grofser Alk Alca impennis, Island, Feroer-Inseln, Neuland,
kleiner — — . minor, Meere des nDrdl. Europas, Spitz-
bergen, Grönland.
IX.
Vögel, welche Asien und Afrika eigentümlich sind.
I. Raubvögel.
Hauben Geier Vultur cristatus, Arabien, Egypten.
Schlangen - Secretär Secretarius serpentarius , Süd- Afrika,
Ceilon, Philippinen, Insel Luzon nach Sonnerat.
II. Klettervögel.
zärtlicher Papagei Psittacus pullarius , Asien, Afrika.
rosennackiger — — manillensis , Manilla, Phi-
lippinen , Afrika.
blaufiügeliger — — capensis, Asien, Kap der
guten Hoffnung.
Honig Kuckuk Cuculus indicator, südlich. Afrika, Ceilon.
III« Singvögel.
gabelschwänziger Würger Lanius forficatus , China , Ma-
dagascar, Kap der guten Hoffnung,
weifsschnäbeliger — — leucorhyncbos, Ceilon,
Kap.
Kragen-Drossel Turdos ceilonicus, Ceilon, Kap.
schwarzer Fliegenfänger Muscicapa luzoniensis, Philip-
pinen, Madagascar.
Paradies — — paradisea, südl. Asien
und Afrika.
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444
schwarzbröstige Meise Parus af er, Indien, Kap d. g.Hoffn*
schwarzkDpfiger Steinschmätzer Saxicola pileata, China,
Kap der, guten Hoffnunc.
Halsbands Baumläufer Certbia chalybea, Philippinen, Kap
* der guten Hoffnung.
Lotens ' — — Lotenia, Ceilon, Madagascar,
braunkehliger Bieoenfresser Merops superciüosus.,. ajn
caspischen Meer , Madagascar.
grausteifsige Schwalbe Hirundo francica, Indien, Insel
Frankreich.
Balicassio Krähe Corvus balicassius, Philippinen, Java, Kap.
senegalisoheRacke Coracias senegalensis, Ceilon, a^enegal
rotbschnäbeliger Fink Fringilla syriaca, Syrien , Tripolis,
schwarzfleckiger Kernbeisser Loxia madagascariensis, In-
dien, Madagascar.
Reis- Kernbeisser Loxia oryziocra* China, Java, Kap.
Hottentottea — — tptta, Indien, Kap.
gelbstirniger — — butyracea, — , —
rotbschnäbeliger — sanguinirostris, Asien, Afrika,
Linien ■< — — lineola, - — , —
grauköpfiger Eisvogel Alcedo semicaerulea, Arabien,
Egypten, Abysinien, am Senegal,
grofsschnäbeliger — . — magnirostris s. capensis,
China, Indien, Kap.
scbäckiger — r, rudis, Asien, Afrika,
IV. Huhn erartige Vogel.
gestreifte Turteltaube Columba striata,Molucken,St. Helena
Kragen Feldhuhn Perdix ferruginea, Asien, Afrika*
m
V. Straussenartige- Vog*k
schwarzer Straufs Struthio camelus, Arabien, Afrika von
Ober-Egypten bis zum Kap der gut.Hplfnung.
VI. Sumpfvogel,
rothschwänziges Rohrhuhn Gallinula phoenicura, China,
Ceilon, Kap.
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445
gehänptes Wasserhuhn Fulicula cristata, China, Madagascar»
Jungfern Kranich Grus virgo, am caspischen Meer, in
Ostindien, Tripolis, Egypten.
Riesen — — dubia, Bengalen, Afrika.
? Caspischer Reiher Ardea caspica, Asien, Afrika.
x.
Vögel, welche Asien und Amerika eigenthümlich sind.
I. Raulfvögek
stirnbuschige Ohreule Strix virginiana, nördliches Asien
und Amerika,
II. Klettervögel,
gelbbäuchiger Specht Picus varius, — — —
III. Sumpfvögel.
schwarze Schnepfe Scolopax nigra, auf den Inseln zwi-
schen Asien und Nord-Amerika.
IV. Schwimmvögel.
violette Scharbe Carbo violaceus, Kamtschatka , Aleu-
ten , nordwestliches Amerika, Norfolk-Sund
nach Langsdorf.
Schnarr — — urile, — — — — —
schwarzer Verkehrtschnabel Rhynchops nigra, Ostindien,
Amerika.
gabelschwänziger Sturmvogel Procellaria furcata, Insel
St. Paul, Meer zwischen Asien
und Amerika, Unalaska.
Kurilischer — — curilensis, Kamt-
schatka, K drillen, Norfolk-Suud.
plattschnäbeliger Alk Alca pygmea, nördliches Asien
und Amerika, Insel St. Paul.
? ältlicher — — antiqua, — — —
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446
gehörnter Alk Alca cirrhata , Kamtschatka, an der Küste
von Unalaska nach Cook»
marmorirte Lutntne Uria marmorata, Kamtschatka, Insel
St. Paul, Nord- Amerika nach La Perouse.
Berings-Gans Anser Beringü, Beringsstrafse.
ichwarzrückige Gans Anser melanotus , Ceilon , Coro-
mandel, Paraguay nach Azara.
XL
Vtigel, welche Asien und Mstralien eigenthümlich sind.
L Raubvögel.
elattfufsig« Ohreale Strix ceilonensis , Ceilon , Sumatra ,
6 Neuseeland nach Forter*
IL Klettervögel.
rothfüfsiger Sittich Psittacus haematopus , Amboina, Bor-
neo , Banda , Neuholland.
schwarzer — — novae Guineae, Amboina,
Neuguinea.
parfc — — pondicerianus, Pondischery,
Südindien.
rothseitiger Papagei Psittacus sinensis , südliches China,
Malirobo, Amboina, Molucken, Neuguinea,
rother Lory Psittacus ruber, Molucken, Neuguinea,
grofser — — grandis, — ~
schwarzer Kakatu Psittacus aterrimus , Ceilon, Neuhol-
land, Insel Wayghou nach Labillardiere.
eehämbtet — — cristatus, Molucken, Neugui-
• nea, Neuholland nach White.
III- Singvögel.
prachtiger Sänger Sylvia cyanea, Manilia, Neuholland,
faitenachnabeliger Hornvogel Buceros obscurus, Ceilon,
Ceram, Neuguinea.
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447
kurzschwänzige Krähe Corvus brachiurus, Molucken,
Inseln des stillen Meers,
so auch die meisten bei Asien genannten Paradiesvogel.
IV. Hühnerartige Vögel.
Kronen Taube Columba coronata, Molucken, Neuguinea,
Insel Wayghou nach Labillardiere.
V. Sumpfvögel.
■
graugliederiger Ralle Rallus . philippensis , Philippinen ,
Otahiti, Tongatabu.
VI. Schwimmvögel.
kastanienbrauner Albatrofs Diomedea spadicea, Kamt-
schatka, China, Südsee, bis van Diemens-
Land nach Peron.
XII.
Vtigtl, Stiche Afrika und Amerika eigentümlich sind.
. ■ »
L Klettervögel.
graubrüstiger Sittich Psittacus marinus, Südafrika, Monte-
video.
II. Singvögel.
olivenbrauner Pirol Oriolus capensis, Kap der gut Hoff-
nung, Louisiana,
metallrückiger Baumläufer Certhia afra, Kao d. g. Hoffn.,
Südamerika.
III. Schwimmvögel.
granbrauner Tölpel, Sulfiber, südliches Afrika und Arne-
rika, Cayenne, auf den Caraiben.
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44*
XIII.
VSgel, welche Afrika und Australien eigenthüml. sind.
I, Schwimmvögel
Kapscher Sturmvogel Procellaria capensis, vom 30. Gr.
südl. Br. in der Nahe des Kaps bis zum Leu-
wins-Land und zur Geograpben-Bay nach Peron.
XIV.
Vtigel, welche Amerika und Australien eigenthüml. sind.
I. Singvögel.
weifskinnige Drossel Türdus aurantius, Jamaika, Neu-
Caledonien.
graubäuchige Schwalbe Hirundo cinerea, Peru, Otahiti,
nach Forster.
II. Hühnerartige Vögel.
Rebhuhn Taube Columba montana, Jamaika, Cayenne
Marquesas- Inseln, wo sie Tilesiusfl) schofs*
HI. Sumpfvögel.
Wald -Nimmersatt Tantalus loculator, Carolina, Süd-
Amerika, Neu-Holland.
blauer Reiher Ardea caerulea, Carolina, Jamaika, Süd-
Amerika, Australien.
Amerikanischer Wassersäbler Recurvirostra americana,
Nord- Amerika , Neuholland.
Zwerg-Ralle Rallus minutus, Jamaika, Cayenne, Paraguay,
Magellan-Strafse nach Cook, auch auf Ana-
mocka, Tanna und Norfolk nach Cook.
IV. Schwimmvögel,
belappter Pelikan Pelecanus carunculatus , Süd-Amerika,
Staaten-Land.
«) Brief in Voigt» Magazin. B. 5. S. 445.
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XV.
Vögel f welche Europa, Asien und Amerika eigen-
thümlich sind.
I. Raubvögel.
Stein- Adler Aquila fulva, Europa von Drontheim
an, Nordasien, Hudsonsbay.
weifsköpfiger — — leucocepbaia s. ossifraga, Eur.
von Island an, Nordasien, Persien, Berings-Insel,
Norfolk-Sund nacb Langsdorf, Nordamerika.
Hühner - Habicht Falco pal ambarius, Eur. von Schweden
an, Sibirien, Nordamerika, Carolina.
Wander Falk Falco peregrinus, Eur. von Schweden an,
Sibirien , Kamtschatka , Hudsonsbay bis Carolina,
weifslicber oder Isländischer Falk Falco cand:cans s. Is-
landicus, nördl. Eur. von Irland an,
Sibirien, Hudsonsbay.
kurzöhrige Eule Strix brachiotos, Eur., Schweden,
Nord- Asien, Küste von Labrador, Hudsonsbay.
kleine Eule Strix scops , Eur. von Schweden an bis zur
Insel Lipari nach Spallanzani, nordL Asien und Amerika.
II. Klettervögel.
Schwarz -Specht Picus martius, Eur. von der Lappmark
an, in Sardinien nicht nach Cetti, Sibirien, Persien, Nord-
amerika, Portorico, Chili, Paraguay nach Azara.
Bunt- — — major, Sibirien, Nordamerika.
dreizehiger — — tridactylus, Eur. von Schweden
an, Sibirien, Hudsonsbay, Nootka-Sund.
III. Singvögel.
Sumpf- Meise Patus palustris, Eur. von Sondmor an,
Sibirien, Kamtschatka, Persien, Nordamerika,
blaue — — caeruleus , Europa von Sondmor an,
Persien, Nordamerika, Portorico nach Ledru.
20
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45°
Tannen-Meise Parus ater, Europa v. Schweden an, Sibi-
rien, selbst jenseits der Lena, Nordamerika,
graurückiger Steinschmätzer Saxicola oenantbe , Eur. v.
Island an, Sibirien, Grönland, Hudsonsbay.
Berg-Lerche Alauda alpestris, Polen > Rufsland, Teutsch-
land, Sibirien* Persische Alpen, Hudsonsbay.
graubunter Baumläufer Certhia familiaris, Eur. vön Sond*
mor an, Sibirien, Nordamerika.
Ufer- Schwalbe Hirundo riparia, Eur. v. Sondmor an,
bis Italien und Spanien, Sibirien, Kamschatka, Neuyork.
rothgrauer Seidenschwanz Ampelis garrulus, Europa,
nördliches Asien und Amerika.
Elster- Krähe Corvus pica, Eur. v. Wardhuys an, durch
ganz Europa, nur in Sardinien u. Griechenland nicht,
Kamtschatka, Aleutische Inseln nach Langsdorf, Per-
sien, Hudsonsbay.
Schnee- Ammer Emberiza nivalis, Spitzbergen, Island,
Lappland, europäische Alpen , Sibirien in der Gegend
d. Flusses Kovima nach Biilings,Grönland,Hudsonsbay
Sporn -Fink Fringilla lapponica, Lappland, Feroer- Inseln,
nördl. Sibirien , Grönland , Hudsonsbay.
Hanf- — — cannabina , Eur. von Drontheim an ,
Persien , Nord - Amerika.
Schnee- — — nivalis , nördliches Europa , Europ*
Alpen , nördl. Asien, Persische Alpen
nach Hablizl, Nordamerika.
Lein- — — linearia, Schweden, Sibirien, Grön-
land, Hudsonsbay.
kleinschnabeliger Kreuzschnabel Loxia curvirostra , Eur.
von Drontheim an, in den Nadelwäldern Sibiriens,
ebenfalls nur kleiner in der Hudsonsbay ji.Neuland.
Haken Kreuzschnabel Loxia enücleator , Eur. v. Dront-
heim an, Sibirien, Hudsonsbay, Neuland, Canada,
nordwestl. Küste von Amerika.
IV. Hühnerartige Vögel.
hasenfüfsiges Waldhuhn Tetrao lagopus, Eur. v. 72. Gr.
nördl. Br., Island, auf den Alpen der Schweitz.
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45 *
Kaimts —
Steiermark«, Kärntbens, Tyrols, Salzburgs,
Sibirien, Kamtschatka, Grönland, Hudsonsbay,
Neuland, Norfolkstmd nach Langsdorf.
V. Sumpfvb gel.
Wiesein -Schnarr er Crex pratensis, Eur. von DronthelrA
an, westliches Sibirien nach Pallas >
Syrien, China > Jamaika,
schwarzes Wasserhuhn Fulica arerrima, Eur. v. Schweden
an, Sibirien, Nordamerika,
grauer Sonderling Arenaria grisea a. Charadrius calidris,
Europa, Asien, Persien, Nordamerika.
Veränderter Strandläufer Tringa alpinas. variabiüs, Island,
Schweden, sibirische Alpen, Grönland*
— tcauutüs s. ciuerea, Europa
von Schweden an, Sibirien, Neuyork,
auf den Robben-Inseln bei Chateanbay*
punktirter . • — ochropus, Island, nördl.
Europa, Sibirien, Nordamerika, im
Winterauch in Egypten nach Sonnini.
— maculata, nördL Europa,
Asien, Persien, Nordamerika,
rothbäuehiger Brachvogel Numenius subarquatus s. ferro*
gineus, Europa, Asien , Amerika.
Moor- Schnepfe Scolopax gallinula, Europa, Sibirien,
Nordamerika.
Waid* — — rüsticola, Island, Lappland,
Norwegen, europäische Alpen , Kamtschatka,
Sibirien, Persien, Grönland, Canada, Louisiana,
dickfufslger Wasserläufer Tptantts leucophaeus, Schwe-
den, Sibirien , Neuyork,
grunfürsiger — * — chloropus, nbrdh Europa,
Sibirien , Hudsonsbay»
rostbrauner - — ferrngineus,nördl.Europa,
Sibirien , Nordamerika»
dunkelbrauner — — fuscus s. maculatus, nörd.
liches Europa, Sibirien, Hüdsonsbay*
29 •
gefleckter —
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rotlftufsiger Wasserlaufet Totanüs calrdrfs, Island , Nor-
wegen, Schweden, Sibirien, ;GrCnland.
aschgrauer Wassertreter Pbalaropns cinereus s. Ijype! bo-
ret», nördl. Europa, Asien and Amerika.
Rohrdommel Reiher Ardea stellaris, Eur. von Schweden
an, Sibirien bis zur Lena, Persien, von der
Hudsonsbay bis Canada nach Lawson.
Nacbt-Reiber Ardea nyeticorax, Europa, Asien, Persien,
Neuyork.
? schnee weisser Reih« Ardea nivea et candidissima, Euro-
pa, Asien, Amerika.
Vi. Schwimmvögel.
weifsgraue Meerschwalbe Sterna stnberica, cantiaca, ca-
nescens, England, Kamtschatka, Südamerika,
schwarzgraue — nigra , fissipes , Eur. von
Island an, Tartarei , Ostindien, Nordamerika von der
Hudsonsbay an» auch in Südamerika nach Azara.
Lach- Möve Laras ridibundus, Schweden, England,
Holland, Sibirien, Kamtschatka, Neu -England.
Strunt- Move Laras parasiticus, Spitzbergen, Norwe-
gen, Sibirien, Grönland , Hudsonsbay, Unalaska.
Sturm- MOve Larus canu£S»hybernus s. procellosus, Is-
land, Ostsee, Caspiscbes Meer, Neuland,
Paraguay nach Azara.
weifsgraue Möve Larus glaueus, Spitzbergen, Island, Nor-
wegen, England, Ostsee, Grünland,
Hundsonsbay, Norfolksund,
dreixehige — — tridaetylus, Europa, England, Dän-
nemark , nördliches Asien , Küsten
von Neuland, Hudsonsbay.
Ganse- Säger Mergus merganser, nördl. Eur., Spitzber-
gen, Island , Nord* Asien, Grönland, Hud-
sonsbay, Norfolksund nach Langsdorf,
langschnabeliger Säger Mergus serrator, Island, Lappland,
Sibirien, Neuland, Grönland.
Digitized by
453
weisser Säget, Mergns mlbejlus, Island, Lapphmd, r&mt-
scbatka, Nordamerika.
&c\varzbscimäbeliger Schwan Cygnus melanorbynchus,
Wand, nördliches Europa, Sibirien,
Kamtschatka, Hudsonshay.
Schnee.- Gans. Anser, niveus, nördliches Europa, Asien
und Amerika.
Blassen- — — albifrons,. — ~. —
faat- — — segetum, -p-, —
Königs- — spectabilis., — — —
weifswangige — leucopsis s. ery thropus. — —
Eider. — — mojissimns,, — — , —
sehr weit *iach Norden.
Stick-Ente Anas boscbas , nördliches' Eur. und.Asien,
♦
Kamtschatka, auf den Aleurischen Inseln. nach Stel-
ler, Nord - Amerika , Norfolksund nach Langsdorf.
Löffel-. Ente Anas clypeata, nördliches Europa, Asien
und Amerika.
Tafal — — ferina, «rr — —
Kragen — — histrionica,— r — —r
Speifs — — acuta, — —
Winter — — glacialis et hyemalis, nördJ. Europa,
Sibirien , Kamtschatka , Aleuten , Insel Kodiak ,
Norfolksund, Alaska, Hudsonshay, Grönland.
Stellers — — 7. Stellen et dispat, Schweden, nörd*
liches. Asien t nordwestliches Amerika.
Krick — — crecca, nördliches Europa , Asien,
Kamtschatka, Nord-Amerika, Norfblk-Sund.
Schelle — — clangula , nördliches Enr. und Asien,
Kamtschatka,, Nord- Amerika, Grönland,
? Spatel — -k — glaucipn, nördliches Europa, Asien
und Amerika.
?Zirz — — circia, — — —
Berg- — — marija, — — —
Norfolk-Sund, Hudsonsbay.
Trauer — — nigra, — — —
Neuyork.
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4H
Sarjfmefc-Eat* Anas fusca, nördliches Europa , Sibirien,.
Norfolk-Sund.
«cbwarzkehlige* Taucher Colymbus glaciaüs s. atrogularis,.
Europa von Spitzbergen und Irland an , Sibirien,.
Kamtschatka^ Grönland, Hudsonsbay bis Neuyork^
? Polar- Taucher Colymbus arcticus, Island, Spitzbergen,
Schweden, Sibirien, Kamtschatka %, Norfolksund,,
Hudsonsbay^ Grönland..
SQthkebliger Taueber Colymbus septentrionalis rufo-^
gularia s. stellatus, Europa von Spitzbergen an K
Island , .Sibirien , Kamtschatka % Hujdsonsbay.
gebaubter, Steifsfufs. Ppdicens cristatus,, Europa, Asien,.
* Nordamerika,
gqöhrter- — - — * auritus,, Europa, Asien, Aleu^
tische Inseln, Norfolk-Sund ^ Nord- Amerika, selbst
in Paraguay nach. Azara«.
Troil Lumme Uria troile ,. aa den Küsten Spitzbergens ^
Islands K der Feroer-Tnseln v Norwegens , des nörd-«.
liehen Schottlands , Kamtschatkas „ Iusel St.. Paul ,
Norfolk -Sund, Unalaska,. Notka-Sund» Terranova..
Gryll Lumme Uria grylle, an den Küsten Spitzbergens^
Norwegens, Kamtschatkas, Aleutische Inseln, Nor-
folk-Sund nach Langsdorf^ Franzosen- Hafen nach,
La Perouse*
gebaubter Alk Alca cristatella,. Lappland % Vogel- Inseln
zwischen Asien und Amerika.
Tordi — » torda,. nördliche- Meere- Europas *,
weisses Meer K Küsten Kamtschatkas % Meerbn-^
sen von Ochotsk, Küsten von Labrador«,
graukehliger Alk Alca atetica s. canogularis, nördliche
Meere Europas , Asien, Eismeer von Kamtschatka,
nach Steller 9> Insel St PauJ, NorfoJk5und, Grönlaod%
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455
XVI.
Vögel, welche Europa , Asien und Afrika eigenthüm-
lieh sind.
lK Raubvögel.
röthlicher, Geier Vultur fulvus, Alpen Südenropas, Sibi-
riens , Gilaniscbe Alpen in Persien» Afrika,
weifsköpfiger Geier Vultur leueoeepbalus , — , Asien,
nördliches Afrika.
Schrei -Adler Aquila, naevia» Eur. von Schweden an,
Asien» Afrika,
rother Milan Falco roilvus, Eur. von Norwegen an,
Afrika, häufig in Egypten nach Sonnini, Barbarei,
auf Teneriffa nach Ledru, Asien , Sibirien , Persien.
Sperber Habicht Falco nisus, Eur. von Sondmor und
den FerQer - Inseln an , griechische Inseln , Asien,
Sibirien, Afrika, Barbarei % Teneriffa»
Thurm Falk Falco tinnunculus, Eur. von Schweden an,
Asien, bei Nazareth nach Hasselquist, Barbarei,
auf Teneriffa nach Ledru.
IL KlettervögeU,
Grün - Specht Picus viridis, Eur. von Lappmark an, Si-
birien, Egypten,
aschgrauer Kuckuk Cuculus canorus, Eur. von der Lapp-
und Finn- Mark an , Kamtschatka, nördl. Afrika.
r
bunter Wendehals, Yunx torquilla, Europa von Dront-
beim an, Sibirien, Kamtschatka, nördl, Afrika.
III. Singvögel.
rothr uckiger Würger Lanius spinitorquus s% collurio, Eur.
von Schweden an , Asien, Persien, Egypten.
Schwarz- Drossel Turdus merula, Eur. v. Drontheim an,
griechische Inseln, Nord- Asien, Nord-Afrika,
kanarische Inseln nach Ledru.
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45^ .
I
weisse Bachstelze Motacilla alba , Europa von Island an,
Sibirien, Kamtschatka, ganz Egypten nach Sonnini,
Canarische Inseln nach Ledru.
gelbe Bachstelze Motacilla flava, Eur. von Schweden an,
südliches Kamtschatka, Persien, Java, Egyp-
ten, Madera and canarische Inseln nach Börry,
St. Vincent, am Senegal,
graue Bachstelze Motacilla boarula, Eur., Asien, Afrika ,
canarische Inseln*
roth kehl ige — — rubecula, Eur. von Drontheim
an, Persien, Maderanach Forster, Teneriffa nach Ledru.
Nachtigall — — luscinia, Europa von Oeland,
Gothland, Schonen an, nicht in Schottland nach
Pennant, Krimm, griechische Inseln, im ge-
mäfsigten Sibirien, bis Tomsk , Syrien , Persien,
an den Ufern des Nils nach Sonnini, Barbarei«
Baum -Pieper Anthus arboreus s. nemorosus, Eur. von
Schweden an , Sibirien gegen Osten bis Kamt-
schatka, Madera nach Forster*
Feld -Lerche Alauda arvensis, Eur. vom aufs ersten Nor-
wegen an, Sibirien, Kamtschatka^ Nordafrika,
Egypten, Canarische Inseln nach Ledru.
Kohl-Meise Parus major, Europa von Norwegen an, Si-
birien, Persien, nördliches Afrika,
gebänderter Wiedehopf Upupa epops , Eur. von Norwe-
gen und Schweden an , Sibirien, selten, jenseits des
Obs und Baikals, Tartarei, Persien, Nord- Afrika,
Egypten, Teneriffa nach Ledru.
goldkehliger Bienenfresser Merops apiaster, südliches Eu-
ropa, Asien, Judaea, Bengalen, Afrika,
Cap der guten Hoffnung,
bunter Staar Sturnus varius, Eur. von Island und den
Feroer- Inseln an, westliches Sibirien,
Nord- Afrika, canarische Inseln,
gelber Pirol Oriolus galbula, Europa von Schweden an,
Asien, Nord- Afrika.
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•157
I
*
Gold-Ammer Ember iza citrinella , Eur. Ton Sondmor anf
im westlichen jedoch nicht im oestlichen Sibirien, Nord-
Afrika, Madera nach Forster, Teneriffa nach Ledry.
Bach -Fink Frlngill* eaelebs, Eo». von Drontbeim an ,
J'ersien, Teneriffa.
Hans — ' — domestica, — r — — — ,
Insel Li pari, griechische Inseln * Sibirien., am Baikal,
Klein- Asien, Persien, Ostindien nach Ives, Nordafrika.
Distel- Fink Fringilla carduelis, Eur. von Sondmor an,
Sibirien, jedoch nicht jenseits der Lena uvde&BaikaIa,
Insel Lipari, grieeb. Inseln, Nordasien, canar. Inseln.
Kirsch - Kembeisser Loxia cocothraustes, Eur. v. Schwe-
den an, Klein- Asien, Persien, Nord- Afrika, EJgypten,
grüner Kembeisser Loxia chloris , Eur. von Drontheim
an, Insel Lipari, griechische Inseln, Kamtschatka,
nördliches Afrika, Teneriffa nach Ledro.
getüpfelter Tagschl'afer Caprimulgas punetatus s. euro-
paeus, Eur. von Sondmor an, Sibirien, Kamtschatka,
Ostindien nach Sonnerat , Nord t Afrika,
lasurblauer Eisvogel Aicedo ispida, Europa, jedoch nicht
in Norwegen und Schweden, selbst in Dänemark
selten nach Müller, getn'afsigtes Sibirien, nach
Osten nicht weiter als bis zum Ob und Jenisey,
Persien, China , Nord - Afrika , Egypten.
IV. Hühnerartige Vogel.
nadelschwänziges Waldhuhn Tetra o alchata, südi. Eur.,
Syrien, Persien , Arabien , Barbarei.
Frankolin Feldhuhn Perdix francolina, südliches Europa,
Syrien, Bengalen, Egypten, Barbarei.
Schlag - Wachtel Perdix cotumix, Eur. von Schweden
an, südliches Sibirien ^ Tattarei, China,
Barbarei, Egypten, canarische Inseln,
geränderter Fasan Phasianus Colchicum, südliches Europa ,
Griechenland, Georgien und Mingrelien amFlufsFas-
so, am caspischen Meer, Kaukasus nach Pallas,
Nord- Afrika.
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458
grofser Trappe Otis tarda x Europa von Schweden an»
Sibirien, Syrien, Lybien.
Kragen — — ^ houbara, Südeuropa, Arabien, Afrika,
dickkinniger — Qedicnemus* Asien K —
V/Sumpfvögel^
gehäuKer Kiebitz Vanellus cristatus, Europa, Sibirien y
. Kamtschatka, Persien nach Georgi, China, Bar*
barei nach Poiret* Egypten nachSpnnini.
aicbelschnäbeliger Nimmersatt, Tantalus falcinellus,Eur*
von Schweden an« Teutschland K Italien, am caspi-
sehen und schwarzen Meer, Ober- Egypten,
grauer Kranich^ Orus cinerea, Eqr. von Schweden an,
Sibirien bis an den Flufs Anadyr,,
Aleppo, Indien, Egypten,
weiftet Storch Ciconia alba v Eur* von Schweden an , in
England nicht, in Asien bis zum 50. Gr^n. Br., am
Flufs lrtisch,. Tartarei, am schwarzen und caspU
sehen Meer, Barbarei, Egypten»
schwarzer Storch Ciconia nigra, Europa, Polen, Lithau-
en , Teutschland , gemäfsigtes Sibirien, Egypten.
VI-, Schwimmvögel«,
Schwanen Gans. Anser cygtioides, Europa, östliches Si-
birien, Kamtschatka, China, Afrika, Guinea,
Cap d>r guten Hoffnung*
Pfeif Ente Anas penelope, Europa, Asien, Persien, Barbarei.
Ruder - — leucocejjbala s..mersa, Schlesien, Ungarn,
Sibirien, Barbarei.
XVIL
Vögel, welche Europa , Afrika und Amerika eigen-
thumlich sind^
L Raub vO gel.
ratlhf&fsiger Bussard Falco lagopus, Eur. v. d. Lappmark
an, Afrika, Nordamerika* namentlich in Connecticut.
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*
459
It. Sumpfvögel ,
rother Flamingo Phoenicopterus ruber, südliches Frank-
reich» KQsten. des mittelländischen Meers» Sardinien
nach Cetti» Barbarei nach* Poiret* Egypten nach
Sonnini» Angola» Congo, Abyssinien nach Bruce,
Kap der guten. Hoffnung nach Kolbe» Sparrmann»
Thunberg» Barrowv Bahama Inseln nach Catesly,
Jamaika nach Sloane» St. Domingo nach Descour-
tilz, Cayenne nach Barcere* Peru nach Laet» Chili
nach* Frezier,,
• xviir.
Vögel welche Europa, Asien und Australien.
eigentümlich sind^ —
L Scbwimmy Dgels
grofcsch nabelige Meerscbwalbe Sterna megarbyBchos K
caspiaK Ostsee» Insel Stüber» caspisches Meer, Si-
birien, Mündung des Ja'iks, China» Indien* Sand-
wichs-Inseln, Freundschaft«- Inseln*
XIX.
Vögel, welche Asien, Afrika und Australien
eigentümlich sind^ 4 ^
t Schwimmvogel
weifse Meerschwalbe Sterna alba et Candida» Ostindien A
Kap der guten Hoffnung, Südsee,.
XX.
Vogel, welche Afrika, Amerika und Australien eigen*
thümlich sind..
L Schwimmvögel.,
Kapscher Sturmvogel Proeellaria capensis, auf den Mee-
reu der südlichen Hemisphäre, sehr weit gegeu
Süden nach Cook, in der Nahe des Kaps und un-
ter gleicher Breite an den Küsten Amerikas.
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4öo
Vögel, weicht EufApa , Asien* Amerika und Austrp*
lien angehören.
I. Raubvögel.
kleine Habichtseule Strix funerea,nisoria, hudsonia, nörd-
liches Europa., Asien and Amerika, auf den.
Sandwichs-inseJn nach Forster.
II. Sumpfvögel.^
geschäckter Austernfi scher JtyematQpus ostralegus, Eu-
ropa von Lappland an, Sibirien, Nord- Amerika,
Norfblksund nach Langsdorf, Franzosenhafen nach
La Perouse,
?weifser Reiher Ardea alba, Europa, Asien, Amerika,
Neuseeland.
XXII.
Vogel i welche in Europa , Asien , Afrika und Amerika
vorkommen.
L RaabvögeJ.
Flufs- Adler Aquila baliaetus, Europa von Schweden
an, Egypten, Nord-Asien", Nord-Amerika.
Mäuse Bussard Falco puteo , Europa von Sondmor an,
Kamtschatka, Teneriffa nach Ledru, von de* Hud-
sonsbay bis nach dem südlichen Amerika,
mittlere Ohreule Strix otus, Europa von Schweden an,
östliches Sibirien, Astrakan, Egypten nach
Hasselquist, IJudsonsbay.
grofse — — bnbo, Europa von Schweden an,
Kamtschatka, am Kap nach Levaillant, von
der Hudsonsbay bis Süd -Amerika.
Schleier Eule Strix flammea, Europa, Asien, Tartarei,
Persien, Nordamerika, Afrika, auf Teneriffa nach Ledru.
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4&i
IL Sing vb gel.
Zaun Sänger Sylvia troglodytes, Europa von Island an,
Feroer-lnseln , nördliches Asien, Egypten, Neu-
york?, Norfolksund nach Langsdorf.
Calander Lerche Alauda calandra, südliches Europa , tar-
tsrische Steppen, Aleppo, Nord- Afrika, Egypten, '
canarische Inseln , Nord-CaroKna, Neu-Kalifomien.
bläulicher Kleiber Sitta caesia s. europaea, Europa von
Sondmor an, Sibirien, Teneriffa nach Ledru, Canada.
Rauch -Schwalbe Hirundo rustica, auf dem ganzen alten
Continent von Norwegen bis zum Kap d. g. Hoffn.,
von Sibirien bis Ostindien und Java, Nordamerika.
Haus - Schwalbe Hirundo urbica, Europa von Drontheim
an , Sibirien , Kamtschatka , Nord-Afrika, Ma-
dera, Hudsonsbay, Neuyork.
Feld-Fink Fringilla montana, Europa von Schweden an,
Nordasien, Mader a nach Forster, Hudsonsbay.
III. Sumpfvögel.
trillernder Strandläufer Tringa cinclus, Europa v. Schwe-
den an, Sibirien, Nordafrika, Neuyork, Ja-
maika, Portorico, Cayenne.
rothfÜCsiger Strandreuter Himantopus rufipes , südliches
Europa, Tartarei, Afrika von Connecticut
bis zu den westindischen Inseln.
Fisch- Reiher Ardea cinerea, Europa von Drontheim an
nach Leems, Sibirien, Barbarei , Carolina nach
Lawson und Catesby.
kleiner Silber - Reiher Ardea garzetta, südliches Europa,
am caspischen und schwarzen Meer, Barbarei, Neuyork.
weisser Löffler Platalea leucorodia, Europa von Lapp-
land an, Sibirien, Philippinische Inseln, Barbarei,
Egypten, Kap nach Barrow, Surinam, Malouien.
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464
1
IV. Schwimmvögel.
rothftfsige Meerschwalbe Sterna hirundo , Europa von
Spitzbergen an, Sibirien, Kamtschatka, Insel St.
Paul, Caspisches Meer, Afrika, Amerika von der
Hudsonsbay an, Norfolksnnd.
kleine Meerschwalbe Sterna minuta, Europa, am weis-
sen Meer , Sibirien , am Irtisch , am caspischen
Meer, kanarische Inseln nach Ledru, Neuyork.
XXIII.
Vögel, welche in Asien, Afrika, Amerika und
Australien vorkommen.
I. Schwimmvögel.
gelbfufsiger Tropikvogel Phaeton aetbereus, auf dem
Weltmeer zwischen den Wendekreisen,
dumme Meerschwalbe Sterna stolida, — — —
Wandernder Albatrofs Diomedea exulans, im Südmeer
von der Spitze von Afrika bis Amerika und Neu»
holland, Neuseeland, im Sommer in Kamtschatka
U. 8. W.
XXIV.
Vogel , welche in allen IVeltiheilen vorkommen.
I. Singvögel.
gekrönter Sänger Sylvia regulus, Europa vonDrontheim
an, Nordasien, Kap der guten Hoffnung, Nord-
amerika, Nootkasund nach Cook, NeuyoTk, Surinam,
Inseln der Südsee.
rufsschwarze Schwalbe Hirnndo apus, Europa v. Dront-
heim an , auf den höchsten Felsen jenseits des Baikals,
besonders am Flüsse Onon, Bay Castries, Afrika, am Kap,
Franzosenhafen nach La Perouse, Carolina, Australien.
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I
4^3
grofse Krähe Corvus corax, Europa von Island an, von
Egypten bis zum Kap der guten Hoffnung, Asien»
von Kamtschatka und Sibirien bis Neu- Guinea nach
Sonnerat, Grönland, Neuland, Nootka-Sund nach
Cook, St. Domingo, Van Diemens -Land nach
Marion und Duclesmur.
Raben Krähe Corvus corone, Buropa Von Schweden an,
Afrika , Sibirien jenseits der Lena , wahrscheinlich
auch auf den Philippinen, Neuyork, Louisiana nach
Pages, Californien, SQd- Amerika, Maldiven nach
Pyrard, Neuguinea nach Dampier und Sonnerat,
Neuholland, Neu- Albion nach Dampier u. Vancouver.
*
IL Sumpfvögel.
violettes Rohrhuhn Gallinula prophyrio, sudliches Euro*
pa, Egypten, Barbarei, Nord - und Süd- Amerika,
Paraguay nach Azara, Bongainvilles . Archipel,
neue Hebriden.
grunfüfsiges Rohrhuhn Gallinula chloropus, Europa von
Schweden an, in Sibirien, in den Ebenen vonMan-
gasea nach Gmelin, am Jenisey nach Pallas, Egyp-
ten , Senegal nach Ädanson , Insel Frankreich, Ca«
nada und Florida nach Bertram, Guadeloupe nach
Dutertre, Jamaika nach Sloane und Browne, Por-
f > torico nach Ledru, Paraguay nach Azara, Insel
Norfolk nach Cook , Neuseeland nach Cook, Freund-
schafts Inseln nach Vancouver und Forster.
gemeines Wasserhuhn Fulica atra , Europa von Norwe-
gen an , Sibirien , Persien, China, Egypten, Carolina,
Louisiana, Jamaika, Paraguay, Neu- Seeland.
buntschnabeliger Regenpfeifer Charadrius hiaticula, Eu-
ropa von Schweden au, Sibirien, Philippinen, Cap
der guten Hoffnung, Grönland nach Fabricius, Hud-
sonsbay nach Ellis, Virginien, Carolina, Jamaika,
Brasilien, Magellans - Strafse nach Cook.
Gold-Regenpfeifer Charadrius auratas s» pluvialis, Europa,
Asien, Afrika, Amerika, Australien.
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464
^ Heer -Schnepfe Scolopax gallinago, Europa von Island
an, England, Teutschland, Frankreich, Sibirien,
Ostindien, nördliches Afrika, Grönland, Canada,
Louisiana nach le Page, Portorico nachLedru, Bra-
silien nach P«rnetty, Chili, Inseln der Sudsee.
^ grofser Brachvogel Nnmenius arquatus, Island, Lappland,
England, Teutschland, Sibirien, Kamtschatka, Bar-
barei nach Poiret, Egypten nach Sonnini, am Se-
negal nach Adanson, Kalifornien nach La Perouse,
Chili nach Frezier* Insel Prinz Georg nach Van-
couver, Neuholland nach Cook,
»
III. Schwimmvögel.
^ Mantel Möve Larus marinus, europäische Meere von
Island und Lappland an, Sibirien, Teneriffa, Kap,
Grönland, Norfolk - Sund , Neuyork, Carolina,
Paraguay, Neuholland.
Skua Möve Larus oatarractes, von einem Pol bis zum
andern, Spitzbergen, Island, Feroer-lnseln , im
Hafen Egmont auf den Falklandsinseln,No&l, Land
Kerguelen, Neu-Georgien , Neuseeland nach Banks,
Cook fand sie 50 Gr. siidl. Breite, 95 Gr. Ig Min.
östl. Länge.
grofse Möve Larus maximus , auf den europaeischen und
amerikanischen Meeren, Kap d. g. Hoffh., Neu h oll and.
gelbfufsige Möve Larus flavipes s. fuscus, Spitzbergen,
Island, auf den grofsen Seen Sibiriens, caspisches
und schwarzes Meer, Hudsonsbay , Küste vonNeu-
bolland nach Labillardiere.
grofser Pelikan Pelecanus onocratalus, auf den Seen Roth-
Kufslands, Volhiniens, Podoliens , an der Donau, Dal-
matien nach Spon, Klein- Asien, Palästina, Arabien,
Egypten, an den Ufern des Senegals und Gambia
nach de la Maire, Madagascar nach Gauche, Kap nach
Barrow, China, Siam nach Tachard, Philippinen, Ma-
nilla, Louisiana, Isthmus von Panama nach Wafer,
Antillen nachLabat, Guiana, Ferra firma nach Oviedo,
CampecheBay nach Dampier, Neuholland nach Cook.
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* 4*5
Kormoran Scharbe Carbo cormoranus , auf allen Meeren
der nördlichen und südlichen Hemisphäre, und zwi-
schen den Wendekreisen; europäische Meere von
Island an; Sibirien, Bay Castries nach La Perouse 9
Philippinen, Grönland, Hudsonsbay, Neuyork, Ca*
rolina, Neu Californten, Guiana, Kap der guten
Hoffnung, NeuHolland nach Cook, NeuSeeland
nach Marion und Duclesmur u. s. w.
Fr egatt- Scharbe Carbo aquilus, vorzüglich zwischen den
Wendekreisen, doch verfliegt er sich auch nach Eu-
ropa, Insel St. Helena, Mauritius, Bourbon, Ascen-
sion, Südsee.
Kraben- Scharbe Carbo graculus , Küsten Englands , Is-
lands, Insel Man, Süd-Georgien, Magellans-Strafse,
Kamtschatka, Aleutische Inseln u. s. w.
kleine Scharbe Carbo minor.
wasserschneidender Sturmvogel Procellaria puffinus, Welt-
meer, vom nordl. bis zum südlichen Polarkreis«
geschäckter Sturmvogel Procellaria pelagica , Weltmeer,
vom nordl. bis zum südl. Polarkreis.
Fulmar — — glacialis, — — —
Fregatt — — fregata, — — —
Grau- Gans Anser oinereus, in allen Welttheilen.
Nachdem ich die Verbreitung der Vogel»
Arten in den verschiedenen Welttheilen ange-
geben habe, so will ich jetzt versuchen, die
Gesetze der Verbreitung aufzustellen. Die Ge-
setze sind nur die Resultate und Folgerungen aus
dieser Aulzählung und aus der Betrachtung der
physischen und klimatischen Beschaffenheit der
Länder, worin die Vögel vorkommen. Die er$te
und noth wendigste Bedingung zur Erhaltung des
Lebens- Prozesses der in der atmosphärischen
- 3°
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466 ,
Luft lebenden Vogel» sind die Stoffe, die Nah-
rungsmittel, woraus die zur Erhaltung des Le-
bens-Prozesses noth wendige Blutmasse gebildet
wird. Die Verbreitung der Vögel auf der Ober-
fläche der Erde hängt von dem Vorkommen und
von der Verbreitung der jeder Vogel- Art eigen-
thümlichen Nahrungsmittel ab. Jede Vogel-Art
kommt nur so weit auf der Oberfläche der Erde
vor, als die ihr eieenthümlichen Nahrungsmittel
vorkommen. Die Abhängigkeit der Verbreitung
und des Aufenthalts der Vögel von der Nah-
rung zeigt sich besonders deutlich in den ver-
schiedenen Jahreszeiten. Alle diejenigen Vögel
verlassen die Länder der kalten Klimaten und
begeben sich in warme gemässigte Länder, wel-
chen durch die eintretende Winterkälte die Nah-
rungsmittel entzogen werden , wie ich im folgen-
den Abschnitt von den Wanderungen der Vögel
Zeigen werde. Zu diesen Vögeln gehören haupt-
sächlich die von Amphibien, Insekten, Würmern
und Pflanzen lebenden Vögel. Die Amphibien,
Insekten und Würmer der Länder der kalten
Klimaten verbergen sich entweder bei eintreten-
der Winterkälte in ihren Schlupfwinkeln, oder
sie kommen um. Die Pflanzen verwelken um
diese Zeit und geben folglich keine Früchte,
Saamen , u. s. w., von denen sich die Vögel er-
nähren können. Dafs hier der directe Einflufs
der Kälte auf die Vögel die Wanderungen nicht
bewirket, erhellet daraus, dafs mehrere kleine
Vögel, die Meisen, viele Finken, Ammern u.a.,
selbst unser kleinster Vogel, der Zaunkönig,
weder im nördlichen Europa und Asien, noch im
nördlichen Amerika* wandern. Die Nahrung der
nicht wandernden Vögel besteht entweder in In-
sekten Larven und Eyern, welche sie zwischen
den Rinden und Knospen der Bäume undSträu-
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! eher aufsuchen, wie die Meisen, die Spechte u.a.;
oder in trocknen Pflansen-Saamen , vorzüglich
Saamen von Grasarten, wie bei den Finken,
Ammern , Feld - und Waldhühnern u. s. w. Doch
von den Wanderungeh ausführlich im folgenden
Abschnitt.
$♦ 134*
Die Nahrung der Vögelist, wie ich bereits
früherhin angegeben habe, «ehr verschieden.
Man kann die Vögel in Bezug auf die Nahrung
^ohngefähr in folgende Haupt-Gruppen abtheilen.
1) Vögel, welche sich von Vegetabilien nähren.
2) Vögel, welche sich von Insekten nähren.
3^ Vögel, welche sich vorzüglich von animali-
schen und vegetabilischen Substanzen des
festen Landes nähren.
4) Vögel, welche vorzüglich von Würmern, Mol-
lusken, Crustaceen und Wasser-Insekten leben.
5) Vögel, welchesich hauptsächlich von Amphi-
bien und Fischen nähren.
6) Vögel, welche sich vorzüglich von Thieren
und Pflanzen des süfsen Wassers nähren.
7) Vögel, welche von Tbieren des Meers leben.
8) Vögel, welche sich von animalischen Substan-
zen, von Säugthieren, Vögeln, Amphibien,
Fischen , Insekten u. s. w. nähren.
Diese Abtheilungen der Vögel nach den Nah-
fungsmitteln sind zwar nicht genau abgegrenzt ,
so wie überhaupt nichts der Art, in der Natur
genau abgegränzt und isolirt vorkommt, indes-
sen wird es sich doch zeigen, dafs wir nach ih-
nen den besten Ueberbück der Verbreitung def
Vögel erhalten können. Wir wollen jetzt die
Verbreitung der Vögel nach der Verbreitung de*
30 *
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4&8
Nahrungsmittel auf der Erde näher befrachtend
in wie ferne die letztere von der geographischen
Lage und von der physischen Beschaffenheit de*
Lander abhangM
Drittes Cafp'ItcL
Von der Verbreitung der von Vegetabilien lebenden
Vo&l.
$♦ *35-
2u dieser Gruppe von Vögeln gehören die
Papageien , die Tukans, die Musafresser, die
Hornvöge?!, die Pflanzenbeisser, die Paradiesvö*
gel» die Finken* die Ammern, die Keilschnäbel >
die Pirols, die Kreutzschnäbel, die Kembeisser,
die Honigvögel, die Kolibris, die Tauben, die
Trappen , die Pfauen, dieTruthühner, dieHockös*
die Tinamns, die Penelopen , die Perlhühner, die
Fasanen, die Feldhühner, die Waldhühner, und
die straufsenarügen Vögel. Die vorzüglichste, wo
nicht einzige, Nahrung aller dieser Vögel besteht
in vegetabilischen Substanzen,
§• 136.
Es ist ein bekanntes und durfch die Unter-
suchungen und Forschungen über die geographi-
sche Verbreitung der Pflanzen a) sattsames be-
stätigtes Gesetz, dafs die Zahl der Pflanzen- Ar-
ten und Geschlechter allmählig von den Polar-
ä) Treviranui von der geographischen Verbreitung der Pflan-
Mn, in t. Biologie B. 2. S. 44.
^ von Humboldt Essai sur la Geographie des Plantet. Pa*
ris igo"j. 4.
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• 4$9
ländern , an » durch die Länder der gemässigten
Klimaten bis zu den Tropenländern zunimmt.
In gleichem Grad • mit der Zahl* der Pflanzen
liijnnit auch die Zahl der Pflanzen.- fressenden
Vögel -Arten und Geschlechter von den Polar-
ländern bis zu den Trppenländern zu. So, weit
sich das Pflanzenreich erstreckt, so weit erstre-
cken sich dje Pflanzen -fressenden Vögel. Hier
folgen <Ji£ Belege für diese Sätze. Öas zwischen
den 76. und So. Grad, nördlicher Breite liegen-
den Spitzbergen, dieses aufserste Land Europas
gegen Norden, welches von Reisenden betreten
wurde, besteht aus "Eisbergen, nackten Felsen,
und aus mit ewigem Eis und Schnee angefüllt
ten Thälern. Der von den Bergen durch heftige
Winde lind Wasserfälle des schmelzenden Sctyiees
herab geführte Griessand ist das Einzige, was
einer Erde ähnlich sieht, und dies ist der Boden
für die hier gefundenen Vollkommenen Pflanzen
und Cryptogamenj die^Zahl der ersteren beträgt
gegen zwanzig und die der letzteren gegen fünf*,
zehn. Die einzige hier vorkommende Baumart,
Salix herbacea, wird selten über zwei Zoll hoch.
In diesem unwirfchharen Lande, welches vom.
20. Octpber bis zum 3. Februar nicbt von. der
Sonne beschienen wird,- fand Phips nur einen
von Pflanzen^aameo lebenden Vogel, die Schnee*
aouner (ßmberiza nivalis), alk übrigen hie* vor-
kommende Vögel sind Wasservögel.
Die Zahl der von vegetahiUscben Substan-
zen lebenden Vögel - Arten nimmt in gleichem
Grade mit der Zahl efer Pflanzenarten zu, so wie
wir uns von dem nördlichen Polar-Zirkel0 ent-
fernen und den Ländern der gemäfsi^tenWima-
ten nähern. Zwischen diesem, Zirkel und dem
65. Grad nördl. Breite kommen in Europa vor,
>
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470
in Schweden nach Linne gegen 933
vollkommene und gegen 366 cryptogamische
Pflanzenarten vor; in diesem Lande findet man
ein und dreissig wild lebende pflanzenfrefsende
Vögelarten, nämlich:
Emberiza miliaria.
hortulana.
— citrinella.
— schoeniclus.
Fringilla lapponica.
— coelebs.
— monti fringilla.
— carduclis.
spinos.
— flammea.
— cannabina.
« linaria.
— domestica.
— montana.
Oriolus galbula.
Tetrao lagopos.
— tetrix.
— urogallus.
— bonasia.
Perdix cinerea.
— coturnix.
Otis tarda.
— tetrax.
Columba oenas.
— palumbus.
Loxia corvirostra.
— enucleator.
— coecothraustea.
— pyrrhula.
— chloris.
Emberiza nivalis.
Vom 55 bis zum 35 Grad nordlicher
also von Schweden bis zur nördlichen Küste
Afrikas ist die Zahl der vorkommenden Pflan-
zenarten wohl drei - bis vier -mal gTÖfser als in
Schweden , hier halten sich aber auch fünf und
fünfzig Arten von pflanzenfressenden Vögeln
auf, nämlich, #
8 Arten Waldhühner. 7 Arten Kernbeifser.
7 — Feldhühner. 10 — Ammern«^
3 — Trappen. 14. — Finken.
4 — Tanben. 1 — Pirol.
Auf gleiche Weise nimmt in Nordamerika
die Zahl der von Vegetabilien lebenden Vögel-
arten mit der Zahl der Manzen arten von Nor-
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47»
den nach Süden herab zu. In den von 75 bis
zum 60 Grad nördlicher Breite liegenden Grön-
land, wo nach Cranz, Egede und Davis gegen
dreifsig vollkommene Pflanzenarten wachsen, wo*
Tunter sich kleine Wachholderbeeren- Sträuche,
Birken und Weiden befinden, kommen vier von
Vegetabilien lebende Vögel vor, nämlich: Em-
beriza nivalis, Fringilla laponica s. calcarata,
Fr. linaria und Tetrao lagopus. Auf den fast
unter gleicher Breite und nur etwas südlicher
liegenden Küsten der Hudsonsbay halten sich
achtzehn Arten pflanzenfressender Vögel auf,
nämlich :
Tetrao lagopus« Emberiza nivalis.
— pbasianellus. — leucophrys.
— umbelluss.to- — americaniu
gatus. Fringilla lapponica.
— canadensis. — montana.
Perdix hudsonica. — linaria.
Columba migratoria. • — hyemalif.
Loxia curvirostra. Onolas virescens*
— enucleator. — — niger.
— hudsonica*
■ •
Vom 55 bis zum 35 Grad n. Br. also von
der Jamesbey bis Karolina, Louisiana und Neu-
Mexico, wo die Zahl der Pflanzenarten schon
sehr bedeutend grofe ist, leben zwei uud sieben-
zig Arten pflanzenfressender Vögel, namentlich:
4 Arten Waldhühner. Ii Arten Ammern.
4 — Feldhühner. 19 — Finken.
I — Truthühner. 10 — Pirols.
3 — Tanben. 4 — Kolibris.
12 — Kernbeifser. 2 — Papageyen.
Im nördlichen Asien jenseits der üralischen
Gebirge, in Sibirien und Kamtschatka von 78
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47»
bis zum 50 Grad n. Br. treffen wir drei und
dreifsig Arten pflanzenfrefsender Vögel an., naaw
lieh :
Tetrao lagopus.
— - urogallns.
— paradoxas.
— tetrix.
— bonasifk
Perdix cinerea.
— cotumix..
Otis tarda.
Columba palumbus.
Loxia enrvirostra.
— enucleator*
pyrrhula.
— — chloris.
— sibirica.
Emberiza nivalis;
Eroberte* borttilana«.
— aurcola.
— • mtila.
pusilla.
— pithyornns«
spadioeephala«,
— fucata.
passerina.
— rosea.
Fringilla lapponica.
— nivalis,
linaria.
flavkostris.
domestica.
-r- carduclis.
— schoeniclw.. — »• montifriagilla.
Die in Asien vom 50 bia zum 35. Grad tk
Br* liegenden Länder sind zu wenig bekannt,
uro die hier vorkommenden Vögel mit Ge.wU**
heit angeben zu können*
$♦ 137-
«
In den Ländern zwischen den Wende*
kreisen und in der Nähe derselben kommen
bekanntlich die meisten Pflanzen - Geschlechter
und Arten vor. Von den Monocotyledonen sind
nach Treviranus a) von mehr als 160 Geschlecht
0 a. o. B. a. s. 51.
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lern die meisten o<Jer alle Arten ia den wärmera
Ciiraaten,, und kaum yon 70 in den kältern Him-
melstrichen einheimisch. Ferner wachsen von,
mehr als 540 Geschlechtern Dicotyledonei* die
meisten oder alle Arten in den kalten und ge-
mäfsigten Zonnen* Die wärmeren Climaten aber
enthalten dagegen 820 solcher Geschlechter. In
den Tropenländern und deren» Nähe, wo immer
die köstlichsten Früchte, die Mangos, Mongosta«*
nen, Duriqnen, Nankas., Jambu&en, Litschis^
Musen, u. a. reifen, kommen fast alle Früchte
fressende Vögel vor, gegen 300 Papagei- Arten
gel, gegen 80 Kolibri -, Arten, und: gegen, 5 Keil*,
schnäble^ Hier* wo so viele Grasarten und Ge-
traidearten.wachsen, leben die meisten Geschlecht
ler der hühnerartigen Vögel, 4. Arten von Pfauen,
4 Arten von Penelopen , 3 Arten von Rebhüh-
ner, 6 Arten von Hockos, geg$n 14. Arten Fa-
sanen, 4 Arten Tinamus, 3 straussenartige Vö«
gel. Auch die Arten der meisten in den kalten
uijdr gemafsigten Ländern vorkommenden Ge-
schlechter der vegetabilienfress.enden Vögel sind
in den Tropenländern ungemein zahlreich , be-
sonders die Tauben, die Pirols, die tfernbeisser,
4ie Finken uu£ Ammernv
In den Ländern und Inseln der südlichen
' Brdhälfte, ausserhalb des Wendezirkels 4es Stein-
bortfi* nimmt die Zahl der Pflanzen-Geschlech-
ter und Arten wieder ab, daher vermindert sich
auch hier wieder die Zahl der von Vegetabilien
lebenden Vögel. Es kommen in Australien aus-
. 138-
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474
serhalb des genannten Wendekreises, so viel be-
kannt ist, nur siebenzehn Arten pflanzenfressen*
der Vögel vor, nämlich:
Psittacus Pennanti , aof Botanybay.
— terrestris, am Kap van Diemen*
— eximius, — — —
. — formosus, Neu Süd Wallis.
~— pnsillus, — —
— galeritns, — —
— erythropns, Neu Südwallis»
— Banksii, Neu Holland.
— Geoffroyi, — —
— Novae Seelandiae, Nen Seeland. 4
— meridionalis, . — —
Colins viridis, Neu Holland.
Colnmba novae Seelandiae, Neu Seeland.
— brunnea, — —
— antarotica, Neu Holland.
Parkinsonius mirabilis, — —
Casuarius novae Hollandiae, —
• »
* »
$.139.
Wie sehr sich die Verbreitung der von Ve-
getabilien lebenden Vögel nach der Verbreitung
der verschiedenen Pflanzen Geschlechter und Ar-
ten in den verschiedenen Ländern richtet, erhel-
let noch daraus, dafs sich eben so viele Grup-
I)en von pfianzfressenden Vögeln unterscheiden
assen, als es Haupt-Floren gibt* Die Verbrei-
tung dieser Gruppen steht im Zusammenhange
und Harmonie mit der Verbreitung der Haupt-
Floren, wie auch Treviranus schon anzudeuten
gesucht hat» Eben so wie die Floren der ver-
schiedenen angrenzenden Länder in einander über-
gehen, so richtet sich auch die Verbreitung der
Gruppen der genannten Vögel nach diesen Ue-
bergängen* Wir wollen nun in möglichster Kür-
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475
ze die Hauptfloren der Brdtheile mit denen in
denselben vorkommen pflanzenfressender Vögeln
vergleichen*
«
§. 140.
Die nordische Flur erstreckt sich über die
Länder des Nordens der alten und neuen Welt*
Ihr gehören nach Treviranus a) vorzüglich an:
die meisten Kätzchenbäume, die Weiden, Ulmen,
Pappeln , Birgen , u» a. ferner auch Distelpflan-
zen und Mohnpflanzen, die Arten von Sambu-
cus, Cornus, Kibes, die meisten Arten von Pinus
und Quercus u. a. So wie sich in allen Län-
dern des Nordens bis zum genannten Grade der
Breite eine grosse Aehnlichkeit in der Vegeta-
tion findet, und so wie viele Pflanzenarten zu-
gleich im nördlichen Europa, Asien und Ameri-
ka vorkommen, so finden wir eine grosse Aehn-
lichkeit in den hier vorkommenden von Vege-
tabilien lebenden Vögeln, und mehrere derselben
halten sich im Norden dieser drei Welttheile zu-
gleich auf. Das Geschlecht der Waldhühner ist
es, welches der nördlichen Erdhälfte vorzüglich
angehört, die meisten Arten desselben kommen
in den zuvor genannten kalten Erdstrichen von
Von pflanzenfressenden Vögeln , welche im nörd-
lichen Europa, Asien und Amerika zugleich vor-
kommen, nenne ich folgende:
Tetrao lagopus. Emberiza nivalis,
Fringilla lapponica. LqxU curvirostra,
— nivalis. — enucleatur»
— * cannabina
— liuaria
a) a. a. GL S. 8&
■
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Den im nördlichen vyid gemässigten Europa
^nd Asiejy zugleich vorkommenden Pötzen ent-
spricht :
Tetrao urogallus* Columba palumbug,
— tetrix. — Uvea
— bonasia. FfingUla tgontiftingilla.
— arenarius, — f}ayu;pstris.
Eerdix cinerea, Emberi^a hortulaca.
Otis tetrax. — schocniclus.
Loxia pyrrhuia.
So wie das nördliche und gemäfsigte Euro«,
pa seine Pflanzenarten hat, so hat es auch seine,
^igenthümlichen pflanzenfressenden Vogelirte.n*
nämliche "
Tetrao canus. ßrnberisa njontana^
— scoticus, — » passerina,
Columba oenas. ~ cinclus.
Fringilla üaromea»
Den dem nördlichen Asien. eigentümlichen
jenseits der Werchoturischen oder Uralischen Ge-
birgskette vorkommende^ Pflanzenartep entspre-
chen:
Fr ingilla% r-oseav Emberi^a passerina,
Emheriza rutila. — erythrocephala«
— pytbyornus, Loxia sibjrica,
— pusilhu — fusca,
— aureola* — : cana,
— fucata.
Den dem nördlichen Amerika eigenthümli-
chen Pflanzenarten entsprechen:
Tetrao phasiarjellus. Emberiza glacialis.
— eanadeosis. — americana.
— umbellus* — ferruginea.
— cupido. — leueophrys,
Perdix budsotiica. Loxia hudsonica.
Columba migratoria, — leocoptera.
Fringilla northoniensis Oriolus virescens.
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477 •
l?ringilla p^senria. iFriogillä fiyemafis»
— * olivacea. Oriolus iriger.
Eben so wie das nördliche Europa, Asien
und Amerika, soviel bekannt, keine Pflanfcenart
mit Neubolland gemein hat, eben so wenig fin-
den wir eine pflanzenfressende Vogelart, welche
in einem dieser Länder und in Neuholland zu-
gleich vorkäme. Aus gleichem Grund hat auch
das nördliche Europa und Asien keine von vege*
tabilien lebende Yo{ elart mit Südamerika gemein.
Von Humboldt a \ bat während seiner mehrjähri-
gen Reise in diesem Lande keine Pflanzenart ge-
funden, welche er mit Gewifshek für eine euro-
päische hätte halten können. *
§. 141.
Bemerkenswerth ist es noch, dafs einige
von Pflanzen lebende Vögel -Arten, die im aus-
sersten Norden vorkommen, z. B. Tetrao lagc-
pus und Fringilla nivalis, sich auch auf den Al-
pen der Schweiz, Salzburgs, Tyrols, Kärnthens
und Krains aufhaltet. Auf diesen Gebirgen fin-
det man aber auch bekanntermassen nahe an der
Schneegränze mehrere Pflanzenarten der nordi-
schen Flor. Diefs gibt also einen neuen Beweis
ab für die Verbreitung der von Vegetabilien le-
benden yögeln nach der Verbreitung der Pflanz
zen.
§* 142«
*
In der nordlichen gemäfsigten Erdhälfte von
50 oder 45 bis zum 35 oder 30 Grad nördl. Br.
findet man folgende Hauptfloren: auf dem alten
a) a. a. O.
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47»
v
Continente, die Levantische, Tartärische und
Japanische Flor; auf dem neuen Continente, die
Virginische.
Öer Levantischen Flor/ welche sich über
das südliche Frankreich» Italien Portugal, Spa-
nien, die nördliche Küste von Afrika, bis zum
Atlas, über die europäische Türkei* die Inseln
des Archipelagus, die Krim, klein Asien und
über den nördlichen Theil von Syrien, Persien
und Egypten erstreckt, und welche sehr reich
an Schirm-, Lippen-, Dolden - und Schoten -
Pflanzen ist, gehören viele pflanzenfressende Vö-
gelarten an , die sich entweder in der ganzen
Ausdehnung der genannten Länder und noch über
dieselben hinaus finden, oder die nur in einzel-
nen untergeordneten Landstrichen vorkommen.
Solche Vögel siud:
Phasianas colchicus. Fringilla carduclis.
Tetrao alchata* — domestica.
Perdix francolina. — tcstacea.
— cotunix. — Syriaca.
— rofa. Emberiza citrinella.
— andeluscia. — cia.
— gibraltarica. — lespica.
— caspia. — ruscica.
Otis tarda. Loxia chloris.
• — honbara. . — coccothraustes.
— ocdicnemus. Oriolus galbula.
$• 143* ,
Die Levantische Flor ist durch die Tartari-
sche, welche sich über das südliche Sibirien,
die Tartarei und Tibet erstreckt, mit der Japa-
nischen Flor verbunden. Mehrere der vorher-
genannten Vögel z. B. Perdix coturnix, Frin-
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479
gilla roontifringilla u. a. verbinden die Gruppe
derselben mit der Gruppe der Vögel, welche in
Japan und China vorkommen. Der über Japan
und den gröfsten Theil von China verbrieten
Flor, die viele eigentümliche Pflanzengeschlech-
ter und Arten enthält, gehören auch mehrere
pflanzenfressende Vögel an, die vorzüglich oder
ausschliefslich nur in derselben vorkommen, z.B.
Pavo muticus. Loxia sinensis.
— tibetanus. — asiatica,
Phasianus argus. — - tnelanura.
Perdix kekelik. Emberiza sinensis.
— - perlata. — fasca.
Columba «mentalis. Oriolos melanocephahu.
sinica.
Die Japanische Flor mit den ihr angehören-
den Vögelarten geht gegen Süden allmählig in.
die ostindische Flor über.
Die in dem gemässigten Theile der nördli-
chen Erdhälfte der sogenannten neuen Welt vor-
kommende virginische Flor erstreckt sich von
Norden an über die Länder von, den grofsen
kanadischen Seen» dem See Michegan u. a., bis
nach Süd - Karolina und Neu- Mexico. Dieser
an Eichen, Fichten, Tannen, Cypressen, Ahorn *
und Wallnussen- Arten, an Fothergillen, Eupa-
torien, Baltimoren, Rudbecken, und andere Pflan-
zen - Geschlechter so reicher Flor gehören sehr
viele Vögel an, z. B.
Perdix marilanda. Loxia ludoviciana.
— mexicana. — lencoptera.
Meleagris gallopavo. — flabelli fers«
Loxia obscufa. •— grisca.
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I
48«
Loxin fcarÄriafli^ frtogilla fctniacüOK
Fringilla carolinetfsis, georgiana.
— » iliaca. ieatotneks.
V — pecoris. Emberiza ludoviciana.
femrgine». — crythrophtbalfna,
albicoilis* — t>ayatiea*
faeciata. Oriohis baltimortrs.
— graminea. • ieueccephalus.
— striata, — phoeniceus.
— purpurea* *— cätidacatus.
Die virginische Flor tnifc ihren Bewohnern
geht nach Süden in die westindische Flor liber.
' v $• x45.
Die Hauptfloren der Tropenlandef sind die
Afrikanische, Ostindische, Westindische uud Au-
stralische Flor. So wie eine jede dieser Floren
eine sehr grofse Anzahl ihr eigentümlicher
Pflanzen «Geschlechter und Arten hat, so gehört
ihr auch eine grofse Anzahl von Vögel-Geschlech-
ter und Arten an, die sich von den Produkten
dieser frlor nähren. Die nördlichen Küsten und
Länder Afrikas besitzen Pflanzen und Vögel,
die denen des südlichen Europas ähnlich sind,
wie bereits früherhin abgegeben ist. Jenseits
des Atlas verlieren sich nach Desfontaines die
europäischen Pflanzen und Vögel fast gänzlich,
und eine neue Flor mit ihren Bewohnern kommt
dagegen zum Vorschein. Schirmpflanzen, Pro-
teen, Geranien, Saftpflanzen u.a. sind hier die
zahlreichsten Familien, die sich in vielen Pflan-
zen-Geschlechtern und Arten besonders reichlich
an den Ufern des Nils, des Senegals, des Ni-
gers und an den FlüCsen des südlichen Afrikas
ausbreiten. Der Afrikanischen Flor gehört aus-
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43i
fichliefslich das Geschlecht Musophaga, Numida
und Didusan, wenn dieses letztere anders noch
existirt. Ferner folgende Anzahl von Arten pf An-
fressender Vogel, deren Namen man i» dem
Verzeichnifs der afrikanischen Vögel nachlesen
kann :
9 Arten Tauben.
3 — Perlhühner,
i Art Fasanen.
I — Waldhöhner.
8 Arien Feldhühner,
a — Trappen.
3 — Kuckus, die jedoch
noch problematisch sind.
Also zusammen eigenthümliche Arten von
pflanzenfressenden Vögeln.
Von der grofsen Eigentümlichkeit der afri-
kanischen Flor rühret es wohl her, dafs Afrika
wenige pflanzenfressende Vögel mit andern Län-
dern gemein hat. Die gröfsere Anzahl hat
Afrika, vorzuglich die Insel Madagascar und das
Kap, mit Asien gemein, z. B. Phasianus colchi-
cruus, Perdix ferrueinea, Columba striata, Loxia
sanguinirostris , L.lincola, madagascariensis, L*
oryziorra, L. totta, und butyracea. In Afrika
und Arabien kommt Struthio cartielus vor. Diefs
rührt wohl daher, dafs Afrika besonders Mada-
gascar und das Kap der guten Hoffnung mehrere
Pflanzen mit Indien gemein hat. Ausser denen
zuvor genannten zur Levantischen Flor gehören-
den Vögeln hat Afrika, namentlich die unter
32 Graa n. Br. liegende Insel Madera, und die
vom 29 bis 27 Grad n. Br. liegenden kanarischen
Inseln, nach der Angabe Forsters, Bory's St.
Vincent und Ledru s mehrere Vögel mit Europa
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8 Arten Papageien.
1 Art Musafresser.
3 Arten Hornvögel.
14 — - Finken.
10 — Ammern.
4 — Keüschnabel.
24 — Kernbeisser.
1 Art Pirol.
48*
gemein, z. B. Perdix rufa, coturnix, ßmberizä
citrinella, petronia, miliaria, Fringilla coelebs*
linota, carduelis, spinus, inontana, doftiestica
und Loxia chloris. Bekanhtermaafien konimen
auf diesen Inseln auch mehrere europäische Pflan*
zen vor. Es ist mir nür ein von Vegetabilien
lebender Vogel bekannt, der in Afrika und Arne«
rika zugleich vorkommt, diefs ist Oriolus capen-
sis, der das Kap und Louisiana bewohnen soll,
welches ich jedoch bezweifeln mögte. Mit Au*
stralien hat Afrika keinen Vogel der Art gemein.
§. MS-
Die ostindische Flor erscheint nach Trevi-»
ranus auf der südlichen Seite des grofsen asia-
tischen Bergrückens, und breitet sich von hier
über das südliche China, Tuquin, Cochinchina,
Siam, Hindostan, Koromandel> Malabar, das
südöstliche Arabien, und über den ganzen süd-
lichen Archipelagus von Asien aus. Diese Länder
sind die Heimath einer sehr grofsen Anzahl von
Pflanzen-Geschlechtern, besonders der Amarän-
then, Acanthen und orangenartigen Gewächse;
vieler Nessel - , Kürbis - und Guttäpfel - Pflan-
zen. Hier kommen so viele edele Früchte und
gewürztragende Pflanzen vor, namentlich Pal-
men, Mangostomen, Eugenien, Durionen, Ter-
minalien, Lorberen, Carjophyllen u. a. Wel-
chen Reichthum von pflanzenfressenden Vögeln
besitzt diese Flor! Ihr gehören hauptsächlich das
Geschlecht der Pfauen an, nebst folgender An-
zahl von eigentümlichen pflanzenfressenden Vö-
gelarten, deren Namen in dem Verzeichnift asia-
tischer Vögel nachzulesen ist:
43 Arten Papageien. 6 Arten Paradiesvögel.
7 — Hornvögel. 5 — Pirols.
Digitizeb by
i
483
*
14 Arten Finken. 3 Arten Pfauen.
7 — Amtner. 7 — Fasanen.
% — Kegelschnäb- 12 — Feldhühner.
ler. 3 — Trappen. •
ftl — Kernbeifser. 1 Art Kasuar.
24 — Tauben.
Also zusammen 154 Arten pflanzenleben-
den Vögel.
Der Grund» dafs die genannten Länder
Asiens bei weitem mehr von Vegetabilien leben-
de Vögel besitzen, als die zuvorgenannten Län-
der Afrikas liegt ohnstreitig wohl darin, dafs
die ostindische Flor in dem flufsreichen Asien
bei weitem zahlreicher an Pflanzen-Geschlechter
und Arten ist als die Flor des Flufsarmen und
mit so grofsen Sand wüsten durchzogenen Afri-
kas. Ferner besitzt die ostindische Flor so viele
Früchte und Korner tragende Pflanzen, deren
man in Afrika nur wenige findet. Der grofse
Reichlhum der afrikanischen Flor besteht haupt-
sächlich in fleischigen, saftigen und dickblät-
trigcn Pflanzen, in Arten des Geschlechts AJe-
sembryanthemum, Stapelia, Crassula, Cacthus,
u. a. Alle diese Pflanzen tragen Saamen und
Früchte, die wenig geschickt sind eine reichli-
che Nahrung für Vögel abzugeben. Ferner ist
es sattsam bekannt, dafs die in den grofsen so-
genannten Karrofeldern vorkommende Pflanzen
während des Sommers ganz verwelkt und ver-
trocknet sind, erst im Winter bey anhaltendem
Regen wachsen sich üppig hervor und blühen.
In Ostindien dagegen findet 6in solches Abster-
ben der Flor gar nicht statt. Endlich darf man
nicht vergessen, dafs uns Afrika bey weitem we-
niger bekannt ist als Asien, wir kennen nur die
Küsten , nicht das innere dieses grofsen Landes»
3* *
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484
Wie viel Thiere mögen da noch ta entdecken
seyn!
So wie viele Pflanzen der ostindischen Flor,
namentlich die Gewürzpflanzen auf sehr kleine
Wohnplätze vorzüglich auf die Molucken be-
schränkt sind, z. B. der Muscatennufsbaum ur-
sprünglich auf Banda , der 2immetbäum vorzüg-
lich auf Ceilon, u. s. w., so finden wir mehrere
Vögel, besonders die Papageiarten auf kleine
Wohnplätze beschränkt, z. B. die Kakatus gehö-
ren den Molucken an, andere Papageiarten blofs
Java, andere Amboina> wieder andere Ceilon
u. s* w.
Die Länder der ostindischen Flor haben
mit Amerika keine vön Vegetabilien lebende
Vogel- Art gemein; mit Europa nur einige Ar*
ten, jedoch nur solche* welche vorzüglich den
Ländern def tartarischen und japanischen Flor
angehören. Diese Vögel, welche der ostindi-
schen und afrikanischen Flor angehören , habe
ich bereits zuvor genannt. Mehrere pflanzen-
fressende Vögel vorzüglich Papageiarten und die
Paradiesvögel hat das südliche Asien mit den
nahe liegenden Inseln Australiens namentlich
den Papus-Inseln, Neuguinea, Neubrittanien , den
Admiralitäts-Jnseln und selbst mit der südlichen
Küste Neuhollands gemein. Bekanntermaasen
erstrecken sich aber auch viele Pflanzen der
ostindischen Flor bis in diesen Welttheile herab.
Solche Vögel sind
Psittacos baematopns. Psittacus rober«
— novae Gui- — grandis.
neae. — - atefrimus«
— • pondicerianns. Buceros obscurrus.
— • cristatus. Colomba coronata«
— sinensis.
und endlich die meisten Paradiesvögel»
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485
§. 146«
Die Westindische: oder Süd- Amerikanische
Flor erstreckt sich ohngefähr vom 30 Gr* n. B.
an über das südliche Florida, über Mexiko und
Terra firma, über die Antillen, über Guiana,
Peru, Brasilien, Paraguay, Tnkiman und Chili
bis gegen den, 35. Gr. südl. Br. Diese von so
vielen und grofsen Strömen durchzogene Län-
der enthalten einen ungemein grofsen Reich fch um
an Pflanzen- Geschlechter und Arten, beson-
ders Palmen, Musen, Kannen, Lilien* Narcif-
sen, Orchideen, Gräser; die meisten Pflanzen
aus den Familien der Wunderblumen, Bignonien,
Sapinden, Solaneen , Metastomen ; viele Kürbis-
Oleaster und müllenartige Pflanzen; viele Apo-
cineen, Sapotert, Guaiakanen, Melien, MagnQ-
lien, Linden, Terpentinpf Janzeri , Hül$enpf lan,-
zen u. a. Voi\ Humboldt ä) sagt: vom Orencx-
rp bis zum Amazcmenflufs urjd zum Ucayal, in
einer Ausdehnung von mehr als fünfhundert Li-
eus, ist der, Boden mit ungemein dichten Wäl-
dern bedenkt Aber diese unermesslichen Wäl-
der zeigen nicht dtp einförmigen Anblick gesel-
liger Pflanzen, sondern die verschiedenartigsten.
Partien, hier von Mimosen, Psychottrien.undMe- .
lastomen, dort, von Lorbeeren,. Feigen, Cesalpi-
njen, der Arten der Carojinea u. a. \yechselji
ipiteinajider ah* keine ArJ: hat Uebermacht
über die andere. Diese Länder nun* besitzen
auch eine sqhr^grpfse„ Anzahl, von eigenthüpiU-
chen Geschlechtern, und Arten vpn Pflanzenfres-
senden Vögeln. Die diesen Ländern und die?*
sex Flor eigenthümsichen Geschlechter pflanzen-
fressender Vpgel sind,: das Gesqblecht, R^h^
ä) a. a. O. pap. 1 j.
r
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4S<v
Cirax, Penel&pe, Tinamus, Rbarapbasto** Mo-
motus, Phytotoma und Trochilus. Folgendes
ist die Zahl der dieser Flor angehörenden Pflan-
zenfressenden Vögel- Arten x, derea Namea ich
biet nicht wieder holea will
62 Arteq. Papageien. 3* Arten. Tauben..
j3 — Tukans,, 4 — Peuelopen.
2 — Momots.. 6- — * Hockos*.
29 — Pirols. 4 — » Fasanen.,
gegen 80 — Kolibris. • 4 — » Tinamus.
31 — Kernbeifser*. $ ^ feldbübner und
8 — - Arainern.. Wachteln.
22: — Finken. % Art Trappen*,
I. Art Pflanzenbeis-. * — Reha«.
ser..
Also zusammen 3*85 Arten, pflanzenfressender Vö-
gel, viele neue von Äzara zuerst beschriebene Arten
ungerechnet. Wie sehr übertreffen die Tropenlän-
der des. südlichen Amerikas die Tropenländer
Afrikas und Asiens in der Zahl der von Pflan-
zen lebenden Vögeln. Worin mag der Grund
bievon, liegen ?' Meiner Meinung, nacb liegt er
mit in dem ausserordentlichen. Reich thum an
Pflanzen-Familien-Geschlechtern und Arten.. Der
Grund dieses Reichthums aber; ist in. des eigen-
thümlichen geographischen Lage und in, der phy-
sischen Beschaffenheit dieses Landes zu suchen.
Das südliche Amerika liegt seiner ganzen Länge
nach in beträchtlicher Ausdehnung zwischea den
Wendekreisen,, von sehr vielen und ungemein
grofsen Strömen durchzogen, und ia sebr hohe
und zahlreiche Gebürgsrückea sich erhebende
Wie sehr sich die Zahl der Pffänzer>G£Scbleclu
ter und Arten nach der Lage und Ausbreitung
eines Laudes zwischen den Wendekreisen rieh-,
tet ist sattsam bekannt* so. auch* dal* ein Land
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487
*
zwischen den Wendekreisen um so mehr Pflan-
SOKGeschlechter und Arten besitzt, je reicher es
an Strotnen ist, Dafs aber auch viele und hohe
Gebirgsketten, auf den Reichthum eines Landes
gyn Pflanzen - Geschlechtern und Arten Einflufs
haben, diefs haben bereits viele berühmte Rei-
sende durch ihre botanischen Untersuchungen
der Europäischen Alpen und der an diese grän-
zendea Länder bewiesen; diefs haben ferner die
botanischen Reisen eines Pallas auf die siberische
Alpen und in die benachbarte Landstriche, die
{leisei) eines Tourneforts auf den BergAraratin
Armenien, und die Reise eines Desfontaines auf »
den- Atlas bewiesen. Ein Land hat ein um so
verschiedenes Klima, je höhere Berge es ha*
und je näher ea an der Linie liegt, denn die
Grade der Temperatur und des Druckes der
Luft, nehmen allmahlig von den niederen zu
den höheren, Regionen ab; der hygroscopische
Zustand und die electrische Spannung der Luft
is( ebenfalls inK den verschiedenen Regionen der
Gebürge versqhiedenj endlich fallen auch die
Sonnenstrahlen um so mehr in schräger Richtung
auf js mehr sich ein Land, ein Gebürg schnell
erhebt.. Alles dieses zusammen mufs also ver-
schiedene Zustände des Klimas hervorbringen.
Da sich aber die Verbreitung und der Aufent-
halt der Pflanzen nach dem Klima und dessen
verschiedenen Zuständen richtet, und da jedes
Klima seine im angehörende Pflanzen -Geschlech-
ter besitzt, so folgt nothvyendig daraus, dafs ein
Land um so reicher an Pflanzen-Geschlechter
seyn, mufs, je mehr es durch seine Lage ver-
schiedene Klimaten hat. Kein Land in der Welt
hat so hohe Gebürge als das südliche Amerika,
aber auch kein Land in der Welt hat so ver-
schiedene Klimate und so viele eigenthümliche
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diesen Klimaten entsprechende Pflanzengeschleeh-
ter und Arten, wie von Humboldt aj durch seine
ewig denkwürdigen in diesem Lande angestell-
ten Beobachtungen und Versuche gezeigt hat.
Man vergleiche nur das treffliche Gemähide
des Chimporazos, worauf die in den verschie-
denen Regionen vorkommenden Pflanzen ange-
zeigt sind, um sich von der Wahrheit des so eben
gesagten zu uberzeugen. Da jedes Land, wic~
wir bisher gesehen haben, um so reicher an ei-,
genthümlichen Pflanzenfressenden. Vögel* - Ge-
schlechtern und Arten ist, je mehr es vermöge
seiner geographischen Lage und seiner physi-
schen und klimatischen Beschaffenheit, eigentüm-
liche Pflanzen -Geschlechter und Arten besitzt,
so ist der grofse Reichthum Süd -Amerikas an
eigentümlichen Pflanzen fressenden Vögel- Ge-
schlechter und Arten als der Asiens un^ Afri-
kas wohl leicht zu begreifen.
So wie Süd- Amerika mehrere Pflanzen -Ar-
ten mit Nord - Amerika gemein hat , so hat es
auch mehrere von Pflanzen lebende Vögel ge-
?} in s. Tableau physiquc des Regions Equatorjales a. a. O. p.
37. Unter anders tagt er p. 41 : Sous les troptques,
sur la vaste etendue de quarre mille cepts metres. de hau-
teur , sür cette pente rapide qui s' elecvc dcpuis la sujface
de T Oce'an, jusque aux glaces perpe'tuelles , les dimas di-
vers se succedent et sont pour atnsi dire superposes. A
chaque hauteur la teniperature de V air ne subir que de
legers changemens; la pression de 1' air atmospherique,
X etat hygroscoßique de 1' air, sa cbarge electrio^ue, tout
y suit des lois malterables, et d* autant plus faciles a re-
connaitre que les phe'nomenes y sont moins coropliques
II resulte de cet etat des choses, que chaque hauteur sous
les tropiques, presentant de& conditions particulieres , offre
aussi de productions variej selon, la. nature de ces circon-
stances.
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4*9
mein, z. B. einige Papagey- und Kolibri- Anten,
mehrere Arten Finken, Pirols, Kernbeifser, Tau-
ben u. a. Dagegen lebt, so viel bekannt ist, in
Süd-Amerika keine pflanzenfressende Vögelart,
die auch in Europa, oder in Asien oder in* Af-
raka vorkäme,
S. i47-
Die Australische Flor, welche sich über Neu-
Holland und über die zwischen den Wendekrei-
sen gelegenen Südsee- Inseln, über die Gesell«?
Schafts - und über die Freund*cbafts - InselnJ,
iiber die, neuen Hebriden, über Neu- Kaledonien
und ausserhalb des Wendekreises des Steinbocks,
über Neu-Seeland, und von Dieraens Land ver-
breitet, hat in vieler Hinsicht einen eigentüm-
lichen Charakter, sie besitzt fast gar keine Ar-
1
•
•
Pflanzen - Geschlechter. Banks und Solandera)
fanden in Neuseeland unter vierhundert Pflan-
zen-Arten nicht mehr als vier, welche einige
Aehnlichkeit init europäischen Pflanzen hatten.
Neuholland hat viele ihm eigentümliche Pflan-
zen-Geschlechter i^nd Arten,, z. B. das Geschlecht
Banksja, Melaleuca, Metrosideros, Pultenaea,
Stypbelia, Eucalyptus u. a? Die tropischen Süd-
See-Inseln sind überhaupt reich an Proteen, Eu-
phorbien, Nessel- und Schirmpflanzen, an Myr-
fchen, an Convolvolus und Hybiscusarten. Die*
ser Flor gehört von pflanzenfressenden Vögeln,
das Geschlecht Parkinson ius und Scvthrops an.
folgendes ist die Zahl der übrigen dieser Flor
angehörenden von Pflanzen lebenden Vögelar-
ten, deren» Narnen . man in Verzeichnis dej Vö-
gel Australiens nachlesen kann":
*} in Ha wk« worth Seereisen B, 3, S, 32.
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w
§1} Arten Papageien,^ t Art KegelscbnabeU
I Art Fratzenvögel^ i — Kernbeifser.
$ Arten Horn vögel. Arten Tauben.
6 — Paradiesvögel. I Art Wachtel.
3*. ^ Honigvögeln ^ ~r Pajkinspu p<Jer Ma«
* — Finken. ngra.
I Art Amtner, x Kasuar*
Also zusammen 73 eigcnthiimliche Arten vor^
Pflanzen lebender Yögel, Bei weitem die gröfste
Anzahl dieser Arten ist aua solchen Geschlech-
tern, die in* südlichen Asien, Afrika und Ame-
rika vorkommen. Srhr wenige Arten, sind von;
Geschlechtern» die sich, auch in Europa aufhal-
ten. Die meisten Arten der Yögel, Australiens
sind auf einzelne Insel-Gruppen .beschränkt;« weK
che auch eigentümliche Gruppen von Pflanzen*.
Artea besitzen. Australien, namentlich. Neu*
Guinea, Neu Britt^nien und Neu, Holland- bat
mehrere schon früher genannte Pflanzen fressen*
d$ Vöeelarten mit dem südlichen Asien gemein,
diese Länder sind es. aber auch, welche viele
Pflanzen mit dem südlichen^ Asien gemein
haben. Nur eine pflanzenfressende Vögelart
kommt so, viel mir bekannt ist, in Australien
und Süd * Amerika* zugleich vor, diese ist die
Rebhuhn - Taube (Columba montana), welche
sich, in Jamaika und Cayene aufhält , und wel-
che Tilesins auf den Südamerika ai?i nächsten
liegenden, Marquesas Inseln antra ff. Keine von
Pflanzen lebende Vogelart findet sich zugleich
in Australien und Afrika, eben so wenig in Au-
stralien upd Europa.,
Auf die, Verbreitung der von Pflanzen le-
benden, Vögeln hat der Mensch einen mehr mit-
telbaren oder unmittelbren Einflufs gehabt. Der
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49 1
mittelbare Einfluß besteh* darin», dafe der Mensch
Pf Lanzenarten aus einem Welttheil in. dea an-«
dem» und aus, einem Lande, in ein anderes durch.
Kultiyirung verbreitet bat», dieser Verbreitung
sind manche Vögel gefolgt^ Glenco a) kannte
flie das. Rebhubn in den Hochländern von Schotu
land bis seine FäcUer das Horn in diese Gegen*,
den brachten.. In Sibirien gab. ea nie Sperlinge
bis die Russen einige der ungeheueren Wüßten
dieses Landes urbar machten. Die Sperlinge^
diese frecheji Schourosei; «n4 uachi Sonninji b\
■
»ii ' 1 1..
a) Pennant Arct. Zoo!;. & i, S. 8v
b) Voyage cn Grecc. Voy. dans U haute et baise Egypre^
T. if p, 148« Les moineaux n$ quittent point lei lieux
habites, ils en fönt leur demeire. Ce sont les oiseaux ca-
taniers formant libremcnt autout de nous une vollere de
parasitef impudens, qui partagem, malgre nous, et npt.
provisions et. notre dpmicilc; ils osj en. Egyptc les meme*
habitanti que noui leur* connoisons, meme familiarite»
meme effronterie, meme voracite'. Ts y tont aussi lex com*
mensaux f orc.es de Alexandriens, on w voit dam tous lex
tjeux habites de V Egypte, ils tont egaleWot respandus eis.
Nubic et meme en Abisinie. IJne chaleur excettive ne
leur est donc point contraire; cepeadant on. «fc* est,
trouve I point le long occidentäle de V \frique, depqis
h Cap B|anc, ou a peu pres ilt y tont, renplaces par let
tencgalis (Fr. Senegals) et par. les petits mokneaux de So,
ncgal. Ne pouvant. d' apres ce que je vieqx 4« dite,
tribuer la cause de ce fait en trop grand chaleur, je croii
i* avoir dete'rminee par. la. difference des pjantex alim,en>.
taires en usagc dans ces parties de l'Afrique, Le frontest
et ses aqalogues soni cultives en Egypte, en. Nubie, en>
Abyssinie, de. m£rae que dans la Barbaiie; ils cessent de
Vt etre aux environs du Cap blanc; oV autres pla.nfcj nutri^ ,
tives en ticnnent Ijeux aux negres qui habitent au, midi,
de ce promontoirc; et les graioet des ces plantet t|e> tont
plus une nourriture qui. conviepne aux moineaux; en.sorte
que s' ils ne frequentent pas tous les pays sL fromenf , \Y
est du raoins certain, qu' ils ne fixent jamais dans ceux ou
cette espece des grains et Celles qui s* en rapproebent ne^
spnt pas cultives.
4
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4. ^
im Orient«, und überhaupt da wo Fruchtbarkeit
herrscht, so gut zu Hause wie bei uns« Ihre
Anwesenheit ist ein sicheres Zeichen von Wohl*
haben h ei t und von einem blühenden Zustande
des Ackerbaues, und wo es auf den» Lande
keine Sperlinge gibt, da herisch t gewifs Armuth.
Sie lafsen sich* daher auf der armen Insel Argen-
tiere nicht blicken, aufser nur auf kurze Zeit
während der Aussaat, um einen beträchtlichen
Theil derselben zu entwenden ; da Hingegen sind
sie auf den übrigen fruchtbaren griechischen In-
seln in grofser Menge vorhanden. Ives fl} fand
sie auch überall in ,dejnTGetraidje reichen Indien»
Sehr wahrscheinlich .sind auch die Sperlinge den
Getraidearten nach Frankreich und Teutschland
gefolgt, welche wohl in diesen Ländern zuerst
durch die Römer culfcivirt worden sindc Wie
viel andere Vöge'arten mögen den durch die R3-
mer aus Asien nach Europa verpflanzten Ve-
getabilien gefolgt seyn ! Der unmittelbare Ein-
flute des Menschen, auf die Verbreitung der Vö-
gel besteht darin, dafs Vögelarten aus einem
Welttheile in den andern gebracht worden sind»
Die Pfauen* die Fasanen, uqd>die Hausbühner
sind durch die Griechen nach Europa gebracht
worden. Die Perlhühner durch die Römer. Alk
diese Vögel^rten kommen jetzt in ajlen Welt-
tfcejlen vor. Selbst auf mehreren Südseeinseh
kommen Hühnnr vor, welche unsern Haushüh-
nern sehr ähnlich, sind. Ob diese Hühner hiei
ursprünglich zu Haus sin£, oder ob sie einge-
führt worden, sind, und auf welchem Weg, das
ist jedoch unbekannt« Die durch Europeer nach
5, Domingo gebrachten Rebhühner kommen jetzt
s
r -,v
«) Reise nach Indien & i. S. 45-
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f * t
493
wiW a) an tnehrtreh Orten diäter Insel vor.
Der zu Anfang des sechszehnten Jahrhunderts
nach Europa gebrachte Truthahn , wird jetzt
auch in Süd Afrika und in Asien gezogen*
Viertes Kapitel.
Von der Verbreitung der von Insekten lebenden Vögel.
$• HO-
Ich zahle hierher a\is der Ordnung der Klet-
tervogel, das Geschlecht der Spechte (Picus),
Wendehälse (Yunx), Kuckuks (Cüculusj, Anis
(Crotopbaga), Jakamars (Galhula), Bartvogel
(Bucco), Kurukus (Trogon), undTuräkos, (Tu-
raco). Aus der Ordnung der Singvögel, das
Geschlecht der Würger (Lanftis), der Fliegen-
fanger (Muscicapa), der Merlen ("Tanagra),
der Drosseln (Turdus), der Schwätzer (CincI us),
der Seidenschwänze CAmpelis), der Atzein (Gra-
cula), der Staare CStürnüsJ, der Ochsenhacker
(Buphaga}, der Manakins (Pipra), der Bach-
stelzen ("Motacilla), der Sänger (Sylvia), der
Steinschmätzer , fSaxicola), Fluevögel (Accen-
tor), Pieper (Anthus), Lerchen (Alauda}, Mei-
sen (Parus), Baumläufer (Certhia)> Kleiber (Sitta),
Wiedehopfe (Upupa), Bienenfresser (Merops).
Plattschnäbel (Todus), Schwalben (Hirundo)
und Tagschläfer CCaprimulgus). Mehrere dieser
Vögel geniessen zwar auch vegetabilische Sub-
stanzen, nämlich Getraidekörner z. B. die Ler- ,
chen; oder ölige Saamen, z. B. die Meisen und
' V -
«) Hilf, de t He espagnote de Sf. Ootoingüe f\ 2ft<
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494
t
Kleiner? oder Beefeft z. B.die Drosseln, idie Sei-
denschwänze, mehrere Sänger n, a. jedoch nur
\ meistens im Herbst und im Winter. Einige ver-
zehren auch Würmer z. B. die Staaren und Ltr-
chen. Da aber die Hauptnahrung dieser Vögel
in Insekten besteht , so habe ich sie «u dieser
Gruppe gezählt»
Bei weitem die gröfste Anzahl von Insekten
lebt von vegetabilischen Substanzen, namentlich
die meisten Coleopteren, die Orthopteren, die
Lepidopt^ren , die gröfste Anzabl der Hymenop-
leren , Hcmipteren und Dipteren. Fast jede Pf lan-
zenart hat ihre eigentümlichen Insektenarten,
welche sich von derselben nähren , c) wie Lin-
nee für eine grofse Anzahl von Pflanzen bewie-
sen hat« Ich will nur die Zahl der eigentüm-
lichen Bewohner einiger Pflanzenarten aufführen:
auf dem Hollunderstrauch 4 Arten, auf Wein-
laub 6, auf dem Wachholderbeerstrauch $9 auf
Disteln 8, auf der Ulme 12, auf der Linde 13,
auf Nesseln 17, auf der Birke 19, auf der Pap*
pel 22 > auf Weiden 54 Arten u. s. w.
Da fast jede Pflanzenart eine oder mehrere
Arten ihr eigentümlicher Insekten besitzt, und
die Zahl der Pflanzenarten von den Polarkrei-
sen gegen den Aequator zunimmt, so folgt da*
rau$, dafs auch die Zahl der von Vegetabilien
lebenden Insekten in gleichem Grade von den
.Polarkreisen gegen den Aequator zunehmen müs-
se. Aber auch die Zahl der von animalischen
«) E. Ö. Rydbcck prtes. C. Linnaeo iPandota Insectöttim in
s. Amoenit. Av. Vol. 5. p. 222.
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■
495
Substanzen lebenden Insekten» ä\is der Ordnung
der Coleopteren , Nevroptejen, Dipteren und Ap-
teren nimmt von den Polarkreisen gegen den
Aequatot zu, theils weil diese Insekten sich von
andern Insekten nähren, wiefc« B« die Libellen >
die Spinnen u. a., theils weil die Zahl der Thiere
von deren Säften, Bxcrementeh ü. s, w. sie le-
ben. Von den Polen gegen die Wendekreise zu-
nimmt. In gleichem Grade mit der Zunahme
der Insekten von den Pola* - Regen die Tro-
pen - Lander steigt auch die Zahl der vön In*
sekten lebenden Vögel Geschlechter und Arten.
Die auf und von gewissen Pflanzen lebenden In-
sekten kommen so weit auf der Erde vor, als
die Pflanzen^ worauf sie leben. Früberhin ha-
ben wir gesehen , dafs gewisse Gruppen von
Pflanzen -Geschlechter und Arten hauptsächlich
in gewissen Erdstrichen in gröfster Menge ünd
in gröfster Ausbildung vorkommen, wir nannten
diese Gruppen Floren« Diesen Floren entspre*.
chen nothwendiger Weise auch gewisse Gruppen
von Insekten, welche auf denselben leben, weil
sich die Verbreitung der von Pflanzen lebenden
Insekten nach der Verbreitung der Pflanzen rich-
tet. Jede Flor mit ihren eigentümlichen Insek-
tenarten bat auch ihre eigentümlichen von In-
sekten lebenden Vögelarten, ja sehr reiche Flo-
ren besitzen selbst ihre eigentümlichen Insek-
ten - Geschlechter und Vogel * Geschlechten Die
von animalischen Substanzen lebenden Insekten-
Geschlechten die Spinnen, diejlMücken, die Ta*
banusarten u. a., sind am weitesten über die
Erde verbreitet > So wie auch die von solchen
Insekten lebenden Vögel, namentlich die Schwal-
benarten, die Fliegenfänger ü, a* Hier äind die
Belege für diese Sätze*
<
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496
& ist-
Die Wenigen, verkrüppelten auf Spitzbergen
vorkommende PflanZenart&n werden von keinen
Insekten bewohnt, wenigstens hat Pbips hier
kein Land - Insekt gefunden. Hier findet man
auch keine voll Insekten lebende Vogelart In
Grönland leben nach O. Fabricius ö) sechfeig Ar-
ten von Insekten, die auf Menschen und Thie-
ren lebenden Acari, Pulices und Pediculi abge-
rechnet. Unter jenen sind zwanzig Arten, wel-
che sich auf Pflanzen aufhalten, nämlich wenige
Arten aus den Geschlechtern Cistella, Coccinella
Curculio, Papiliö, Phalena, Apis; die übrigen
sind Arten aus den Geschlechtern Arancä> Pha-
langium, Termes, Podura, Culex, Tipula, Mus-
ca u. a. Hier halten sich nur zwei von Insek-
ten lebende Vogel auf, namentlich Saxicola oe-
nanthe und Parus bicolor» Auf Island halten
sich nach Olafen b) schon mehrere Insektenar-
ten auf, aus den Geschlechtern Curculio, Cara-
bus, Scarabaeus, Cimex, Staphilinus, Phryga-
nea, Apis, Icheneumon, iTipula u. a., hier kom-
men aliein 30 Arten Phalargien und Spinnen
vor, worunter die Kreuzspinne; auch die gemei-
ne Stubenfliege hält sich hier auf. Auf dieser
Insel findet man sechs Insekten fresende Vögel,
Saxicola oenanthe, Motacilla alba, Sylvia tro-
glodytes, Sturnus varius , Anthus campestris und
zuweilen Hirundo rustica und Cinclus aquaticus
kommen auch auf den unwirthbaren Feroer-
Schottlänjischen - Orkney und Hebridischen In-
Die eben genannten Vogel und
d) Fauna Orö'ölanJil,
*) Reise nach Island f. S. jij.
\
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497
sein vor- In Norwegen und Schweden nimmt
die Zahl der Insekten in Vergleich mit den vor-
hergenannten Ländern sehr bedeutend zu. J.
Ström a) hat 153 Arten norwegischer Insekten
aufgezählt, wovon 6ö Coleopteren, 23Lepidop-
teren, 4 Nevropteren, 20 Hjmenopteren , 22
Dipteren und 14 Apteren sind» Aus dem sich
noch weiter nach Süden erstreckenden Schwe-
den hat LinneÄ; 902 Arten von Insekten aufge-
zählt» die Crustaceen abgerechnet, darunter be-
finden sich 279 Arten Coleopteren, 13 Orthop.
teren, 95 Hemipteren, 4a Nevropteren , 150 Le-
pidop teren, iuo Hymen opteren, 176 Dipteren
und 90 Apteren. Diese Anzahl von Insekten
ist nun freilich durch Paykull u. a. noch be-
deutend vermehrt worden. In Norwegen von
Sondmor und Drontheim, und in Schweden
von den Lappmarken an kommen folgende von
Insekten sich nährende Vögelarten vor c) :
Klettervögel.
Picus mitior. As. Picus martias. Am.
— major. Am. — tridactytos. As. Am.
— medius. Yunx torquilla. Af.
— canus. Cuculus canorus. Af.
— viridis. Af.
a) Norwegische Insekten in d. Schrift, der Dronthcimer Ge-
Gesellschaft. Kopp. u. Lcipz. Th. 3. S. 338« Th. 4. S.
265. 1164.
h) Fauna Suecica.
9) Um keine "Wiederhohtungen tu machen hahe ich die Vo-
gel, welche in andern Wehtheilen zugleich vorkommen
bezeichnet. As. Asien, Af. Afrika, Am. Amerika, Au.
Australien.
t
Digitized
\
498
Singvögel«
Lamas excubitör, Am. Saxicola rubetra, As«
— ruficeps, Af.
— spinitorquuslAs.Af.
Tgrdus iliacus.
— viscivorus.
— pilaris, Ai.
— torquatus.
— maslcus, Af.
— merula, As. Af«
Cinclus aquaticus, As.
Aropelis garralos, Am.
Muscicapa grisola.
— atricapiila.
Motacilla alba, As. Af.
— flava, As. Af.
— boarula, — > —
Sylvia hippolais.
— tithys, Af.
— atricapiila.
— schoenobanos.
— modalaris.
— phoenicurus, As.
— suecica, —
• — rubecula, Af.
— lusckua, — As.
— regulus, — — #
Am., Au.
— troglody tes, Af. As.
Am.
— robicola.
— oenanthe, As. Am.
— stapezina, —
Parus cristatas.
— cyanas, As.
— caudatus, — •
— biarmicus,—
— caeruleus, — Am.
— bicolor, —
~ major. Af. As.
— ater, As. Am.
— - palustris, — —
Anthus campestris.
— arboreus , As. Af.
Alauda cristata, Af.
— arvensis, — As.
— alpestris, As. Am.
Sturnus roseus, As.
— varius, — Af.
Upupa epops, —
Certhia familiaris, As. Am.
Sitta caesia, As. Af. Am.
Caprimulgus punctatus, As.
Af.
Hirundo apus,As.Af.Atn.Au.
— rustica,
— urbica, —
— riparia, — Am.
Die Zahl der in Schweden und Norwegen
vorkommenden von Insekten lebenden Vögeln
ist 63. Fast alle diese Vögel kommen auch in
Teutschland und im gemäßigten Europa vor»
viele erstrecken sich herab bis zu dem nördli-
chen Afrika, namentlich der Barbarei und Un-
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499
ter-Egypten. So wie es Pflanzen, pflanzenfressende
Vögel und Insekten gibt, die Europa, dem nörd-
lichen Asien und Amerika angehören, so gibt es
auch solche von Insekten lebende Vögel, z. ß.
Picus major, tridactylus, Ampelis garulus, Saxi-
cola oenanthe, Parus ater, palustris, Alagda
alpestris, Certbia familiaris. Mehrere dieser Vö-
gel gehören so wie mehrere Pflanzen und pflan-
zenfressende Vögel nur Europa und Asien an,
Z. B. Picus minor, medius, canus, Turduspila*
ris, torquatus, Cinclus aquaticus, Sylvia phoe-
nicurus, suecica, Parus caudatus, cyanus, biar-
micus, Anthus arboreus, Sturnus roseus. Wenige
dieser Vögel gehören Europa und Nordamerika
an, so wie wenige Pflanzen und wahrscheinlich
auch wenige Insekten, z.B. Lanius excubitor,
Parus coeruleus, bicolor. Dagegen kommen
mehrere der genannten Vögel in Europa, Asien
und Afrika vor* Die wenigen in allen Welt-
theilen sich aufhaltenden Vögel, Hirundo apus
und Sylvia re:;ulus, oder doch in Europa, Asien,
Afrika und Amerika vorkommende Vögel, Hi-
rundo rustica, urbica, Sylvia troglodytes nähren
sich entweder von fliegenden, meistens von ani-
malischen Substanzen lebenden Insekten, oder
von Insektenlarven.
■
§. 152.
In den in entomologiscber Hinsicht noch
wenig bekannten an der Hudsonsbay gelegenen
Ländern, so wie in Labrador, Neuland, und an
der nordwestlichen Küste Amerikas zeigt sich
eine gleiche Armuth an Insekten-fressenden Vö-
geln, wie in den nördlichen Ländern Europas.
Aufser den zuvor genannten 8 Ar^en, welche
Amerika mit dem nördlichen Europa und Asien
3* *
5oo
gemein bat, und den 3 Arten« die in Buropa
und in Nordamerika vorkommen, halten sich
hier folgende Arten auf, welche sich gröfsten-
theils bis nach Canada, Pensylvanien u. 8. w.
herab erstrecken:
Picns villosus.
— auratus.
Lanius septentrionalis.
Muscicapa striata.
— acadica.
Turdus migratorius.
— naevius.
Turdus labradorus.
— hudsonicus.
Motacilla hudsonica.
Parus atricapillus.
— hudsonicus.
Alauda rubra.
5- 153.
Desgleichen kommen auch im nordlichen
Asien, in Sibirien und Kamtschatka wenige von
Insekten lebende Vögel vor, Lander, die nach
dem Zeugnissen Stellers, Lepechins, Gmelins
und Pallas arm an Insekten sind. Aufser den.
bereits früher genannten Vögeln , die im nörd-
lichen Asien, Europa und Amerika zugleich
vorkommen , trifft man hier folgende eigenthüm-
liehe Arten an:
Turdus calliope.
— obscurus.
— rufkollis.
— pallidus«
— sibiricus.
Sturmis dauricus.
Muscicapa sibirica.
— erythropis.
— aedon.
— tnelanoleuac.
Parus sibiricus.
Parus knjaeseik.
Motacilla citreola.
Sylvia borealis.
awatcha.
— aurorea.
— eyanura.
— citreola.
Saxicola montatiella.
Alauda sibirica.
Hirundo daurica.
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SO*
Es ist nur eine Art von Insekten lebender
Vögel bekannt, welche ausschliefslich das nörd-
liche Asien und Amerika bewohnt, diese ist
Picus varius.
§. 154-
Vom 55. Gr. nördl. Br. kommen in Europa
aufser den meisten zuvor genannten Insekten-
fressenden Vögel des nördlichen Europas folgende
Arten vor, die entweder dem gemäfsigten Europa
eigentümlich sind , oder im gemafsigtfn Europa
und im nördlichen Afrika, oder im gemäfsigten
Kuropa und Asien, oder endlich im gemäfsigten
Europa, Asien und im nördlichen Afrika vor-
kommen.
Cuculus glandarius, südl.Eu. Sylvia pallustris, Eu.
Af. Parus pcndulinus, —
Lanius minor. Accentor alpinus, s. En.
Turdus saxatilis, sudl.Eu. Anthus aquaticus, —
— dubius, — — Alauda minor, Eu.
— soliUrius, Frankreich — undata, — Af.
— leucurus, Spanien. — tartarica, — As.
— cayanus, g»Eu,kl.As. — testacea, s. Eu.
IWuscicapa nroscipeta, Eu. — . albirostris, —
— parva, — Certhia moraria, As.
Sylvia hortensis, — Merops apiaster, — —
— garrula, — Af.
— cinerea , — Hirundo melba, —
— nisoria, —
Mir ist kein Vogel der eben genannten Län-
der bekannt, welcher auch in Amerika vorkäme.
Europa bat demnach nur solche Insektenfres-
sende Vögel mit Amerika gemein, welche der
nordischen Flor und ihren Insekten angehören.
Die so eben angegebenen Vögel gehören haupt-
sächlich der levantischen Flor und ihren Insekten
an.
Insektenfressende Vogel, welche dem nörd-
lichen Afrika, namentlich der Barbarei und
Egypten eigentümlich sind, und die noch zur
levantischen Flor und ihren Bewohnern zuge-
zählt werden können, sind folgende:
Cuculus aegypticos. Tordos tripolitanus.
Turdos barbaricos. Merops viridis.
Insektenfressende Vögel, welche dem ge-
mässigten Asien angehören , und die man zu den
Bewohnern der levantischen , tartarischen und
japanischen Flop rechnen kann, sind:
Sylvia littorea.
Certhia cantillans*
— grisea.
Sturnus fuscus.
— seriecus.
Muscicapa sinensis.
— flavicollis.
— grisea.
— fuscescens.
Parns amorosus.
— alplnos.
lVlerops persica.
Hirondo sinensis«
§. 155*
Im nördlichen und gemäfsigten Amerika von
Canada bis Neu- Mexico und Karolina herab
halten sich sehr viele eigentümliche von In-
sekten lebende Vögelarten auf, die hauptsäch-
lich der virginischen Flor und den vielen auf
dieser Flor vorkommenden Insektenarten ange-
hören. Dafs diese Flor viele besondere Insek-
tenarten besitzt, kann man aus den entoroologi-
Picus persicos.
Tordus —
— schanhu.
— arcuatos.
— violaceos,
— bubil.
— nigricolHs.
— perspicillatus.
Sylvia obscura.
— albicapilla.
— sinensis.
— longicaoda.
— longirostris.
— erythrogastra.
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5°3
sehen Schriften Fabricius ersehen. Die Zahl der
in dem genannten Erdstrich vorkommenden In-
sektenfressenden Vögel-Arten betragt sechsund-
achtzig, von denen gegen zwölf sich bis nach
Westindien und Südamerika herab erstrecken,
wie man in dem Verzeichnifs der amerikani-
schen Vögel sehen kann.
g Arten Spechte.
2
Arten Tanagras.
i Art Kuckuk.
II
— Fliegenfänger.
3 Arten Würger.
39
— Sänger.
7 — Drosseln.
2
— Meisen.
i — Plattschn'äbcL
4
— Tagschläfer.
3 — Kleiber.
i
Art Lerche.
I Art Staar.
i
— Schwalben.
i — Baumläufer.
§. 156.
In den Tropenländern nimmt die Zahl der
von Insekten lebenden Vögel mit der Zahl der
Insekten ungemein zu. Die vorzüglich den Tro-
penländern eigentümlichen Insekten Geschlech-
ter sind das Genus Termes und Truxalis. Aus-
serdem halten sich hier die meisten Arten der
Geschlechter Geotrupes.Scarabaeus, Cetonia, Bu-
prestis, Melolontha, Prionus, Curculio, Steno- ,
corus, Lamia, Blatta, Mantis, Tettigonia, Lo-
custa, Gryllus, Papilio, Hesperia, Sphinx, Noc-
tua, Phälaena, Myrmeleon, Apis, Vespa, For-
mica, Fulgora, Membracw, Cicada, Cercopis,
Cimex, Lygaeus, Libellula, Tarantula, Aranea
u. a. auf. Man vergleiche die Schriften Fabri-
cius um sich von der Wahrheit des Gesagten
"zu überzeugen. So wie es in den Tropenländern
mehrere Floren gibt, so gibt es auch mehrere
Gruppen von Insekten, jeder der hieber gehö-
renden Welttheile hat seine eigentümlichen In-
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sekten-Arten. Diesen entsprechen die Gruppen-
eigentümlicher Arten von Insekten lebenden
Vögel.
§• 157-
Diejenigen Lander Afrikas, über welche die
afrikanische Flor verbreitet ist, sind sehr reich an-
Insekten, besonders die Gegenden der gröfseren
Ströme. Es würde leicht seyn mehrere hundert In-
sektenarten aus Fabricius Schriften aufzuzählen»
welche Afrika eigenthümlich sind. Hier nur einige
Stellen aus Reisebeschreibungen über Afrika, wel-
che für die Menge der Insekten zeigen. Sonni-
ni a) sah zu Nrguade in Oberegypten unterm 25f
Gr. n, ßr. zur Zeit des Wachsthums des Nils unge-
heure grofse Wolken von Schnaken (Tipula ca-
liciformis), die an einigen Stellen so dicht wa-
ren, dafs man sie hätte mit Messer schneiden
können, wie Sonnini sich ausdrückt. Adanson
erzählt von den Küsten des Senegals, dafs die'
Züge der Heuschrecken und Mücken oftmals
die Sonne verdunkeln, und dafs die Marigoins
und Stechfliegen oft in mehreren Schichten auf
der nackten Haut der Neger liegen. Dasselbe
sagt Bofsmann c) von den Besitzungen der Euro-
paer auf Guinea; die weifsen Ameisen, Termi-
ten, welche bis zu den höchsten Bäumen hinauf
steigen, und wieder über zwölf Fufs tief in die
Erde dringen, kommen zuweilen in das dort
angelegte Fort in so unermefslicher Menge, dafs
selbst die Menschen die Wohnungen räumen
müfsen. Barrow,a) sagt, von südlichen Afrika,
a) a. a. O. T. p- 216.
a) a, a. O, p. 87- M2*
b) Guinea S. 326.
a) a. a. O. S. 251.
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505
man kann sich vpn der zahllosen Menge Heu-
schrecken Larven, welche während unseres Auf-
enthaltes die Gegend hinter den Schneebergea
in der Nähe des Seekuhflufses verheerten, kei-
nen Begriff machen* Zehn englische Meilen auf
jeder Seite des Seekuhflufses unu achtzig, bis neun-
zig Meilen in die Länge war die ganze Gegend
buchstäblich mit ihnen bedeckt; das Wasser im
Flufse war kaum zu sehen, so viele todte Lar-
ven schwammen darin, welche bei dem Versu-
che an das Schilf zu gelangen ertrunken waren.
Sie hatten jeden Grashalm verzehrt u. s. w« Das
so wenig bekannte Afrika ist sehr reich an In-
sekten freuenden Vögeln, wie aus der Angabe
der Zahl der diesen Lande eigentümlichen Ar-
ten von Insekten frefsenden Vögeln erhellt, de-
ren Namen man in dem Verzeichnifs der afri-
kanischen Vögel nachlesen kann.
2 Arten Bartvögel«
8 — Spechte, einige
von Levaillant entdeckte
und im Systeme noch
nicht aufgeführte Arten
abgerechnet.
13 Arten KucKuks.
5 — Spornkuckus. von
Levaillant begehrieben ,
die noch nicht im System
aufgenommen sind»
II Arten Würger.
24 Arten Drofseln.
14 ■ — Fliegenfänger,
1 Art Seidenschwanz.
2 Arten Manakins.
1 Art Meise*
13 Arten Sänger.
6 — Steinschmätzer.
3 — Lerchen.
22 — Baumläufer.
2 — Kleiber.
3 — Biene nfrefser.
3 ™ Wiedehopfe.
1 Art Ochsenhacker.
2 Arten Staare.
5 — Schwalben.
2 — Tagschläfer.
Also zusammen 143 Arten, mehrere von Le-
vaillant beschriebene Arten abgerechnet. Unter
diesen gehört das Geschlecht der Spornkuckuks
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5°6
und der Ochsenhacker Afrika eigentümlich an.
Wie viel von Insekten lebende Vögel mögen
noch unbekannt seyn!
Afrika, namentlich das Kap der guten Hoff-
nung und die Inseln Madagascar, Frankreich u.
a. haben einige Insekten frefsende Vögel mit Asien,
vorzüglich mit Ceilon und mit den Philippinen
femein. Diese Lander sind es, welche auch
flanzen und einige eigenthümliche von Vegeta-
bilien lebende Vögelarten besitzen. Die diesen
Ländern gemeinschaftlichen und eigentümlichen
von Insekten lebende Vögel sind:
Cocutus indicator. Paros afer.
Lantus forficatus. Saxicola pileatä«,
— leocorbyuchos. Certhia chaiybea.
Turdus ceilonicus. — lotenia.
Masci capa lozoniensis. Merops «operciliosus.
— paradisca. Hirundo francica.
Ich kenne nur eine Art Insekten fressender
Vögel, welche dem Kap der guten Hoffnung
una Südamerika eigentümlich seyn soll ,
nämlich Certhia afra. Keine Art dieser Vögel
bat Afrika mit Australien gemein, so viel mir
bekannt ist Die Tropenländer und die südli-
chen Lander Afrikas haben keine eigenthümli-
che von Insekten lebende Vögelart mit Europa
gemein. Die Insektenfressenden Vögel Europas
verschwinden am Gebürge Atlas a) und in Ober-
Egypten b). Nur auf den kanarischen Inseln,
Teneriffa, Maderau. a. kommen noch einige In-
sektenfressende Vögel Europas vor; Forster, Bo-
ry St. Vincent und Ledru fanden hier noch:
a) nach Desfontainei,
6)jiach Sonnini.
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507
Sylvia regnlos*
— cinerea.
— ficedula.
Paros coeroleus.
Sitta coropaca.
Upupa epops.
Hirnndo rustic
_ apus t Su hprA^
Turdas musicas.
— inerala.
Stomas vulgaris.
Alauda arvensis.
Anthos arboreus.
Alotacilla aiba.
— boarula.
Sylvia rabecola.
§♦ 158.
Ein sehr grofser Reichthum an Insekten
zeigt sich vorzüglich in denen Theilen Asiens,
wo die ostindische Flor prangt. Fine wie grofse
Menge von eigentümlicher Arten aus den Ge-
schlechtern Scarabacus, z. B. alcides, gideon;
Melolontha, z. B. lanigera, serrata; Cetonia z. B»
splendida, elegans; Curculioz. B. palmarum, in-
dus; Buprestis z. B ignita, fulminans; Blattaz.B.
gigantea; Mantis z. B« gigas; Locusta z. B. ci-
irifolia, indica; Papilio z. B. Paris, Theseus,
Hector, Antenor, Helenus, und viele andere hal-
ten sich in diesen Ländern auf. Die Zahl der
hier vorkommenden Lepidopteren beträgt allein
gegen tausend. Auch hier findet sich ein glei-
cher Ueberflufs an Ameisen, Termiten, Fliegen,
Mücken und Heuschrecken wie in dem warmen
Afrika. Die Zahl der diesem Welttheil angehö-
renden von Insekten lebenden Vögelarten be-
trägt 143, deren Namen man im Verzeicbnifs
der asiatischen Vögel nachlesen kann*
7 Arten Bartvögel.
4 — Korokos, wenn
sie anders kein besonde-
res Gen os bilden.
16 Arten Kuckuks.
9 — Spechte.
1 Art Man ak ins,
I Art Steinschmätzer,
I — Kleiber.
1 — Widebopf.
1 — Plattschnabel.
3 Arten Bachstelzen.
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5o8
9 Arten Würger. 9 Arten Sänger.
28 — Drosseln. a — Lerchen.
14 — Fliegenfänger. 12 — -Baumläufer.
6 Atzein. 4 4 ~- Bienenfresser:
3 — - Weisen. 5 — Schwalben.
5 — Tanagras. 2 — Tagschläfer. '
Also zusammen 143 Arten.
Die wärmeren Lander Asiens und Südame-
rikas haben keine von Insekten lebende Vogel-
Art mit einander gemein. Dagegen kommen ei-
nige Arten in Asien und Australien zugleich vor,
z, B. Sylvia cyanea.
*
§- 159-
Die Länder des wärmeren Amerikas, über
welche die so reiche westindische Flor ausge-
breitet ist» haben eine grofse Menge eigen thüm-
licher Insektenarten a). Man nennt aus diesen
Ländern bereits über 80 Arten des Genus Sca-
rabaeus, worunter Sc. bercules, actaeon, atlas;
gegen 20 Arten Cetonien, z. B. C. cacicus, bi-
frons, nitida; gegen 20 Arten Bupresten, wor-
unter B. gigantea, aurifer, regalis; über 100
Arten Gurculionen , z. B. C. imperialis , splendi-
dus; gegen 1000 Arten Lepidopteren , z.B. Pa-
pilio Ascanius, Asius, Helena, Pompejus. Fer-
ner nenne ich nur noch einige Arten aus andern
Geschlechtern, welche diesen Ländern eigen-
ö) zur Kenntnifs der Afrika und Amerika eigenthümlichen
Insekten' dient unter andern Palissot et Beauvais lnsectes
recueillies en Afrique et en Amerique. Paris 1805. Azara
Voyages dans 1* Amerique meridionale. T. I. pag. 156.
Chap. T. Des lnsectes.
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5°9
•
th um lieh sind, z. B* Mantis filiformis; Termes
morio, destruetor; Formica omnivora; Membra-
cisinflata, foliata; Fulgora laternaria, flammea;
phosphorea; Tettigonia grossa; Cicada ignita«
Aranea longimana, venatoria, maxillosa u. s.w,
Wem sind die Verheerungen unbekannt, welche
die in grofsen Familien lebenden Insekten, die
Termiten, die Ameisen, die Heuschrecken u. a.,
inCayenne, Surinam, Paraguay u. s. w. anstel-
len. Welche ungeheure Schwärme von Fliegen,
Mücken, Schnacken u. a. fallen hier den Men-
schen und Thieren zur Plage! Diese Länder
nun besitzen eine sehr grofse Anzahl eigentüm-
licher von Insekten lebender Vögel. Azara a)
sagt sogar dafs fast alle Singvögel Paraguays
von Insekten leben. Ich will nur die Zahl der
Arten der von Insekten lebender Vögel-Geschleclt-
ter angeben, denn ihre Namen kann man indem
Verzeichnifs der südamerikanischen Vögel nach-
lesen.
a) a. a. O. T. I. p. 3°5* En gcncral, on peut dire que
presque tous cet oiscaux sont insectivores; puisque ceux
meme doiit lei formes annoncent qu'iU sont granivorcs ,
mangent plus d' in sc et es que routc autre chosc, parce que
les grains, dont ils pourraieot sc nourrir, sont assez rares
dans ces contrees incultes. T. 3. p. 12. St nous regar-
dons comme oiseaux insectivores , ccux qui mangent plus
d'insectes que de grains et de petits semences, il serait vrat
de dire qu'au Paraguay les oiscaux non insectivores sont
plus rares que les autres; en effet, des myriades d'insectes
pullulent sous les climats chauds de l'Ameriquc, tandis que
les grains y sont rares; d'ou il rseulte que le fond princi-
pal de la,nourriturc des oiseaux s'y compose generalemcnt
d'insectes.
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Klettervögel.
18 Arten Spechte. 13 Arten Knctcoks.
^ — Jakamars. 5 — Kurukus.
7 — Bartvögel. 3 — Madenfresser.
Singvogel*
10 Arten W&rger. 4 Arten Hähnleins.
33 — Fliegenfänger. 4 — Lerchen.
35 — Merlen. 1 Art Meisen.
37 — Drosseln. 15 Arten Baumläufer.
11 — Seidenschwänze. 2 — Wiedehopfe.
6 — Atzein. 4 — Bienenfresser,
a — Staaren. 8 — Plattschn bei.
21 — Manakins. 13 — Schwalben.
34 — Sänger. 15 — Tagschläfer.
Also zusammen 318 Arten Insektenfressender
Vögel.
Unter diesen sind die Geschlechter Galbula,
Crotophaga und Gallita Amerika eigenthümhch.
Dem grofsen Reichthume der westindischen Flor,
untf dem Reichthume an Insekten entspricht also
vollkommen der Reichthum an Insekten fressen-
den Vögel. So wie kein Lamd in der Welt so
grofse und ausgedehnte Wälder besitzt so hat
auch kein Land so viele von Insekten lebende
Klettervögel als Süd- Amerika und die westindi-
, sehen Inseln. Hier halten sich allein 50 eigen-
thümlicher Arten Klettervögel auf, während in
Asien nur 36 Arten und in Afrika gar nur 29
Arten vorkommen. Dasselbe gilt auch für die
zu den Früchte fressenden Vögeln gezählten Pa-
pageis, Südamerika und Westindien hat 62 ei-
gentümliche Arten von Papageien, während
Asien nur 43 und Afrika gar nur 8 Arten be-
sitzt. Das wärmer^ Amerika übertrifft auch
Asien und Afrika in der Zahl eigentümlicher
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•
>
5"
Arten von Schwalben und Tagschläfer; es be-
sitzt 13 Arten Schwalben und 12 Arten Tag-
schläfer, während das wärmere Asien und wär-
mere Afrika jedes nur 5 Arten Schwalben und
2 Arten Tagschläfer besitzt Mehrere dieser
Schwalbenarten halten sich in den Waldungen
Paraguays und Tukimans auf, wo sie nach dem
Zeugnisse Azaras in hohlen Bäumen nisten. So
wie das wärmere Amerika in seinen klimatischen
Verhältnissen, in seiner Flor und in seinen von
Vegetabilien lebenden Vögeln einen eigentüm-
lichen Charakter bat, so behauptet es diesen auch
in seinen von Insekten lebenden Vögeln. Mit
dem wärmeren Asien hat es keinen Insekten
fressenden Vogel gemein , mit Afrika nur einen,
nämlich Certhia afra. Die meisten Arten, jedoch
immer sehr wenige, hat es mit dem nörd-
lichen Amerika gemein, z. B. Picus cinamomeus,
Cuculus americanus, Gracula quiscula, Hirundo
pelasgica, u. a. Einige von Insekten lebende
Vö^el halten sich in Südamerika und Australien
zugleich auf, nämlich Turdus aurantius, welche
in Jamaika und Neu-Caledonien vorkommt, und
Hirundo cinerea, die man in Peru und Otahiti
angetroffen hat. Im wärmeren Amerika kom-
men nur zwei von Insekten lebende Vögel vor,
die sich auch in Europa, im nördlichen Asiea
und im nördlichen Amerika aufhalten, diese sind
Picus martius, welcher in Surinam, Chili und
Paraguay gefunden worden ist, wie unter an-
dern Azara bezeugt, und die kleine Sylvia re-
gulus, welche sich auch in Surinam aj aufhal-
ten soll.
«) Pallas ntue nord. Bcitr. B. 3. S. X
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5"
§. i6o.
In Australien, welche» so reich an eigen-
thümlichen Ptlanzenarten ist, kommen fast alle
Insekten-Geschlechter vor, die man in Europa,
Asien, Afrika und Amerika antrifft, die Arten
sind jedoch alle neu und den Ländern dieses
Welttheils eigentümlich. Ich will nur mehrere
der vorzüglichen Insekten -Geschlechter, nebst
einigen Arten nennen. z.B. : Scarabaeus truncatus,
barbarossa ; Melolontha aenea, laeta, chrysome-
lina; Cetonia orpheus; Hister cyanurus; Tene-
brio sanguinipes ; Helops rufipes ; Buprestis cru-
ciata; Lucanus cancroiaes ; Curculio curvirostris,
bicornis; Blatta irrorata, variegata; Mantis mini-
stralis; Libellula oculata; Papilio harmonia, zoi-
lus, merope, perseus; Hesperia narcissus, apelles;
Phalaena fasciatia; Fulgora obscurata; Tettigonia
cruentata; Cicada barbata, pellucida ; Cimexcoe-
lebs; Musca leonina; Truxalis conicus; Gryllus
vocans; Locusta thymifolia; Ichneumon hospi-
tator; Vespa schach, albifrons; Apis mistacea;
Formica australis, forficata; Aranea formicata,
longipes, edulis u. a. w.. Wie reich Australien
an eigentümlichen Insektenarten ist, erhellet
unter andern daraus, dafs Perona) in der Ge-
gend von Paramatta wahrend seines kurzen Auf-
enthaltes zu Port Jakson auf Neuholland, allein
mehr als 150 neue Insektenarten fand, worunter
die schöne Cetonia orpheus, welche auf dem Rü-
cken die Zeichnung einer goldenen Leyer hat.
Folgendes ist die Zahl der Australien eigentüm-
lichen von Insekten lebenden Vögelarten, deren
Namen man in dem Verzeichnis der australi-
schen Vögel nachlesen kann.
«) Voy. aux Tcrrci austr. T. I. p. 4<>4-
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5*3
I Art Kocknk. 13 Arten Fliegenfinger.
1 — TanvDUS.
2
Manakins.
I — Staaren.
2
Meisen.
I — Atzein.
2
Bachstelzen»
1 — Lappen vO gel,
5
Sänger,
z — Lerche.
Baumläufer.
I — PlattschnabeL
3
Wiedehopfe.
I — Schwalbe.
5
Bienenfresser.
3 Arten Würger.
a
TagschMer.
3 O ~ Drosseln.
Also zusammen so Arten von Insekten lebender
Vögel.
Wir sehen hieraus, dafs die Zahl der von
Insekten lebenden Vögel in den gröfstentheils
aufserhalb dem Wendekreise des Steinbocks ge-
legenen Ländern Australiens, gegen den Südpol
hin abnimmt. Die in Australien vorkommenden
Geschlechter sind theils solche welche in allen
Welltheilen vorkommen, wie das Geschlecht Cu-
culus, Lanius, Turdus, Sturmis, M Pa-
rus, Motacilla, Sylvia, Alauda, Certhia, Upupa,
Älerops, Hirundo und Caprimulgus; theils aber
solche welche sich in Asien , Afrika und Ame-
rika aufhalten, wie das Geschlecht Pipra; oder
solche, welche nnr in Asien und Amerika vor-
kommen, wie das Geschlecht Todus und Gra-
cula. Australien verbindet also eben so die In-
sekten fressenden Vogel Asiens und Amerikas,
wie es die Pflanzen und die von Vegetabilien
lebende Vögel dieser Welttheile verbindet. Be-
merkenswerth ist es« dafs das Genus Picus in
Australien nicht vorkömmt, dagegen hält sich
hier das Genus Glaucopis und ein neues von
Peron entdecktes Genua auf, welches den Dros-
seln nahe verwandt ist, nämlich das Genus Ta-
nypus. Die wenigen von Insekten lebenden Vö-
33
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514
gelarten» welche Australien mit Asien und sol-
che, welche es mit Südamerika eigentümlich be-
sitzt, habe ich bereits früher genannt. In Au-
stralien kommen nur zwei Arten Insekten fres-
sender Vögel vor» die sieb auch in Europa auf-
halten, diese sind die in allen Welltheilen ver*
breiteten Sylvia regulus und Hirundo apus.
Fünftes Kapitel.
*
Von der Verbreitung der vorzüglich von animalischen
und vegetabilischen Substanzen des festen Landes
lebenden Vogel
§. t6u
Zu den Vögeln welche sich von animalischen
Substanzen, Wümern, Insekten, Inseckten- Lar-
ven, kleinen Fischen und Amphibien, vom Fleisch
todter und lebender Thiere fast jeder Art, so
wie von vegetabilischen Substanzen, süfsen Früch-
ten, öhligen Saamen und dergleichen nähren,
gehören die Raben und die Racken, die man da-
ner mit Recht omnivore Vogel nennen kann.
Diese beiden Geschlechter sind über die ganze
Erde verbreitet. So wie im Allgemeinen die
Zahl der Thiere und Pflanzen autder Erde vou
den Polen gegen den Aequator an Zahl zunimmt,
so nimmt auch die Zahl der zu diesen Geschlech-
tern gehörenden Arten zu. Zwei Arten von Ra-
ben kommen wie es scheint in allen Weltthei-
len mehr oder weniger zahlreich vor, nämlich
Corvus corax und corone* In Europa, im nörd-
lichen Asien und Amerika hält sich Corvus pica
auf. In Europa und Asien kommen zugleich
vor:
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5iS
Corvtis coroix. Corvo« fingilegtM.
— glandarias. — pyrrbocoraX»
infaustos. Coracias garrüla»
— caryocatactes.
In Asien und Australien hält sich Corvus
brachyurus auf. Afrika und Asien haben mit
einander gemein Corpus balicafsius und dauri-
cus. Europa hat nur eine eigentümliche Art*
nämlich Corvus graculus* Die eigenthümlichen
Arten Asiens sind:
-
Corvus cayatms. Coracias docilis.
— - dauricus. — tneianocephala«
— auritüs» — * sinensis.
— purpurascens. — orientalis.
— rufos. ~ Vagabunda»
— sinensis. — bengalensis»
— cinereus. — indica*
Die eigenthümlichen Arten Afrikas sind:
Corvns africanus» Coracias afra.
— senegalensis et afer* — caudata.
— hottcntotus, . abyfsinica.
— albicollis. — caffra.
— caffer, — taadagascariensls.
Nordamerika sind eigentümlich:
Corvus cristatos. Corvus canadensis.
Stellen.
Sudamerika besit2t eigenthümlich:
Corvus calvtu, Corvus tweKicatm«.
— jamaicetisis. — 2ance,
— cayanüs, — surinamensis.
— peruvianus. — — leucognaphalus«
« — flavus. *— caribaeus.
33 •
5*6
Corvus crucirostris. Coracias tnexicana.
— > acahe. - cayecnensis.
— sanguiceo gularis*
Australien hat folgende eigentümliche Arten!
Corvus australis. Corvos paradöxüs.
— padficus, — novae
— octopennatus. — papuenses,
— tropica», Coracias varia.
- caledonicüs. — strepera,
— Labillardieri. *— striata.
Sechstes Kapitel.
Von der Verbreitung der vorzüglich von IV'ürmern*
Mollusken, Crustaceen und Wasser- Insekten
f lebenden Vogel.
: §. 162.
Zu dieser Abtheilung von Vögeln ffcchne
ich folgende Geschlechter aus der Ordnung der
Sumpfvögel, nämlich die Austernfischer (Haema-
topus), Strandreuter (Himantopus), Regenpfeifer
(Charadrius) , Sonderlinge (Arenaria), Läufer
(Cursorius), Nimmersatte (Tantaluaj, Brachvögel
(Numenius), Schnepfen (Scolopax), Wassertreter
(TotanusJ, Strandläufer (Tringa), Kiebitze(Vä-
nellus), Giarols (Glareola), Currier (Corira) Ral-
len (Rallus), Schnarrer (Crex), Säbelschnäbler
(Recurvirostra) und Wassertreter (Phalaropus).
Da die Verbreitung der im Wasser leben-
den Crustaceen, Insekten, Mollusken und Wür-
mer weit weniger abhängig von der Wärme ist,
als die Verbreitung der Pflanzen und Insekten,
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5'7
indem das Wasser namentlich das Meer in der
Tiefe fast gar keine Veränderungen in seiner
Temperatur durch die Jahreszeiten erleidet, so
finden wir diese Thiere überall, wo Meeres-
Küsten, See - und Flufs-Ufer, Sümpfe und Tei-
che vorkommen. Ueberall wo diese sind hal-
ten sich auch Vögel der eben genannten Abthei-
lung auf. Phips fand selbst an den nur so sel-
ten im Jahre von Eis entblöfsten Küsten Spitz-
bergens den Cancer pulex, mehrere Arten As-
cidien, Lerneen, Clios, Sipunculen, Medusen,
Chitonen , Lepaden , Myen u. a. Hier traf er
auch eine Art Tringa an, nämlich Tringa cki-
clus. In dem weniger kalten Island kommen
schon gegen zwanzig Arten der genannten Sumpf,
vögel vor. In Grönland zählte O. Fabricius
allein 134 Arten Mollusken und Würmer, die
Crustacecri, Wasserinsekten und Eingeweide-
würmer abgerechnet > und hier fand er:
3 Arten Schnepfen, Scolopax gallinago, jardreka (ist
ein Numenius.)
5 — Strandläufer , Tringa striata, interpres, ' lobata,
falicaria, alphit«
% — Regenpfeifer, Charadrius hiaticula^ apricarios. *
In dem an der nordwestlichen .Küste Ame-
rikas unter dem 57* Gr, n. B. gelegenen Nor-
folk Sund versichert Langsdorf a) eine grofse
Menge Würmer, Mollusken und Zoopb yten ger
funden zu haben» wo sich denn auch mehrere
Sumpfvögel aufhalten., unter andern H4ematOT
pus ostralegus«
So wie nun überhaupt die Verbreitung der
im Wasser lehendefl Thiere wenig abhäpgig von
m) a. a. O. B. 3. S. 93.
5*8
der Wärme ist, so ist es auch die Verbreitung
der von Wassertbieren lebenden Sumpfvögel.
Ihre Zahl nimmt nicht von den kältern zu den
Wärmeren Klimaten zu, sondern wir treffen aus-
serhalb den Wendekreisen eine eben so grofse
Anzahl von den genannten Sumpfvögeln an wie
innerhalb der Wendekreise. Je reicher ein Land
an Sümpfen* Flüfsep und Meeresküsten ist, gleich
viel ob es inner - oder ausserhalb den Wende-
Kreisen liegt» desto reicher ist es an Crustaceen,
Wasserinsekten, Mollusken und Würmern, wenn
gleich oft nicht an manuichfaltigen Arten, doch
an einer grofsen Menge der Individuen einer
Art; und uesta reicher ist es aher auch an Sumpf-
vögeln» die sich von diesen Thieren nähren.
Mehrere Arten Sumpfvögel sind über die ganze
Erde verbreitet, andere kommen in mehreren
Welttheilen zugleich vor, und noch andere hal-
ten sich nur in besonderen Welttheilen auf* Zur
Bekräftigung des eben gesagten will ich That-
cachen anführen*
»
Zu den über die ganze Erde verbreiteten
Sumpfvögeln dieser Art gehört Scolopax galli-
nago, welche man von Island bis nach Afrika,
von Grönland bis nach Chili, von Sibirien und
Kamtschatka bis nach Ostindien und den Inseln
der Südsee gefunden hat. Ferner Numenius ar-
quatus, den man von Island» Lappland, Sibi-
rien, Kamtschatka » und der Insel rrinz Georg
an, bis nach Neuholland angetroffen hat. Des-
gleichen Charadrius auratua und hiaticula, die
von dem Arktischen Kreis an bis zum Kap der
guten Hoffnung und his zur Magellans - Strafse
vorkommen* In Europa, Asien, Afrika und
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519
Amerika vom nördlichen Polarkreis bis zum Wen-
dekreis des Krebses halten sich Tringa cinclus
und Himantopus rufipes auf. In Europa» Asien»
Amerika und Australien kommt Haernatopus
ostralegus vor. Eine sehr grofse Menge Sumpf-
vögel sind über die an Sümpfen, Flüfsen, Land-
seen und Meeresküsten so reichen Länder des
nördlichen Europas» über Island» Grofsbrittanien»
Lappland » Norwegen $ Schweden » Rufsland »
Sibirien» Kamtschatka» über die aleutischen In-
seln, über das nordwestliche Amerika» über die
Länder an der Hudsons - und Baffins - Bay,
und über Grönland verbreitet. Diese sind:
Scolopax gallinnla! Tringa alpin» s. variabilis.
Numenius subarquatas. — canutus s. cinerea.
TotanusL leucophaeus s, — ochropus.
glottis.. Arenaria grisea.
— chloropns. Crex pratensis, der sich anf
— ferrugineus. der einen Seite bis
— fuscus«. China und anf der
. — • caiidris. andern Seite bis Ja-
Phalaropua cinereus s> tnaika erstreckt,
byperbpreus.
Alle diese Vogel» erstrecken sich auch nach
Süden herab, vorzüglich im Winter, überschrei-
ten jedoch» Crex pratentis ausgenommen» den
Wendekreis des Krebses nicht. Folgende Wür-
merfressende Sumpfvögel sind Europa und dem
nördlichen und gemäfsigten Asien» so wie dem
nördlichen Afrika eigentümlich :
Scolopax rnsticola. Vanellus cristato*.
Tantalus falcinellus«
§. 164.
Viele Sumpfvögel dieser Abtheilung kom-
men in Europa, im nördlichen und gemäf-
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I
52o
■
sigten Asien zugleich vor, und sind diesen Welt-
teilen eigentümlich, namentlich:
Rallus aquaticus. Scolopax major«
Recurvirostra avocetta, Notnenius phaeopus.
Tringa pugoax. Arenaria austriaca.
Charadtius mormellus. Qareola torquata«
— spinosus.
Desgleichen im nördlichen Europa und Ame-
rika, nämlich:
Tringa ioterpres, Tringa ferrugineas.islandica.
— pusilla. Vanellus tnelanogaster.
n — macularia, Totanus limosus s. rofus.
— glarcoia, PhaJaropus fu&cus«
In Europa und im nör "Lehen Afrika kommt
nur vor;
Cbaradrius littoralis. Scolopax aegrocephala.
Das nördliche Asien undJ Amerika besitzt
eigentümlich ;
Scolopax niger,
Afrika und Amerika, so wie Asien und
Afrika besitzen zugleich keine eigentümliche
Art Sumpfvögel dieser Abteilung* .
$• 165.
Europa besitzt viele Sumpfvögel dieser Grup-
pe eigentümlich, namentlich:
Rallus dubios. Tringa lincolniensis.
Cursorios isabellinns. Scolopax belgica.
Tringa calidris. Nnnnenius pygmaeus.
— undulata, Tantalus viridis.
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5*i
Tringa nniformis. Charadrhis minor*
— grisea. Corira italica«
— riaevia. Tantalus igtoeus.
Dem nördlichen und gemäfsigten Asien g$-
hören eigentümlich an:
TiJnga Iceptuscbka, Charadrius asiaticus,
— fasciata. Scolopax cinerea,
Cbaradrius Sibiriens. -r- sinensis.
tataricus.
Das nördliche Amerika besitzt eigenthümliclu
Tantalus albus. Tringa novae terrae.
Numenius hudsonicus. — variegata.
— borcalis. * australis.
Scolopax tedoa. — longicauda.
— msrmorata* Charadrius virginicus.
— budsonica. — rubidus.
— semipatmata. — voeiferus*
melanoleuca* — atricapillas,
— nutans. — RaUus Virginia-
— noveboracensii. «us.
— grisea. — crepitanj.
Tringa noveboracenais. Recurvirostra alba.
Eine Art kommt in Nord- Amerika und Au>
atralien zugleich vor, nämlich;
Recurvirostra americana«
r
Die Anzahl aller auf der nördlichen Heml*
Sphäre bis zum Wendekreis des Krebses vorkom-
menden Sumpfvögel dieser Abtheilung beträgt 79.,
hierzu sind diejenigen Arten nicht gezählt, wel-
che in [nördlihhen Ländern und in Tropenländeru
zugleich vorkommen»
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4
S2*
§. 166.
Sumpfvogel dieser Abtheilung, weicht Afri*
ka eigentümlich angehören, sind:
4 Arten Hallen, Railas barbaricns, niger9 coerulescens,
capensis,
5 — Regenpfeifer, Charadrius spinosus, pileatus,
melanoeephalus, beteroch'tus, coronatus.
1 Art Sandhuhn, Glarcola senegalensis,
I — Schnepfe, Scolopax capensis,
3 Arten Brachvögel, Numenios leucocephalus , africa-»
nus, madagascariensis,
6 — Nitnmensatte, Tantalus ibis, aethiopicus, ea-
frensis, calvus, hegedasb* cristatns.
Zusammen ao Arten*
AfriEfä hat, so viel mir bekannt ist, keine
eigentümliche Art (Jieser Sumpfvögel, weder
mit dem nahe liegenden Asien, noch mit Arne«
rika, oder Australien gemein*
167*
In den Tropenlandern Asiens halten sich
folgende .besondere Arten dieser Abtheilung von
Sumpfvögeln auf:
4 Arten Rallen, Rallu$ atriatus* torquatus, fuscns,
ceilonicus.
x Art Kiebitz, Vanellns goensis,
"3 Arten Regenpfeifer, fcbaradrius indicns* bilobus, phi-
lippinus«
i Art Brachvogel, Nomenins luzoniensis.
3 Arten Schnepfen, Scolopax indica, maderaspatana,
bengaletisis , manillensis.
Zusammen 16 Arten*
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5^3
Asien besitzt mit Australien nur eine Art,
gemeinschaftlich, nämlich;
Kall us pbüippensis,
§. 168.
Die dem südlichen Amerika eigentümlichen
Arten von Sumpfvögel dieser Gruppen sind:
O r
5 Arten Rallen» Rallus longirostris» caysnensis, jatnaw
censis.
a _ Regenpfeifer, Charadrius jamaicensis f ca Janas.
4 — Schnepfen» Scolopax paludosa, cayennensis,
helias, bicolor«
6 — Nimmersatte, Tantalus ruber, mexicanas, En-
sens, cayennensis, tninutus, pillus.
l Art BracbvOgel, Numenius guarauna,
Zusammen i6 Arten,
Südamerika bat mit Australien nur zwei Ar-
ten gejnein
Tantalus loculatpr4 und Ralla* tninntos,
*
Australien hat folgende eigentümliche Ar-
ten von Sumpfvögeln dieser Abtheilung:
7 Arten Rallen» Rallus Sandwichensis, obscurns , ecan-
datus., tahitiensis, paeificus, tahueosis » tro-
giodytes»
a — Strandläufer» Tringa virgata, leueoptera,
4 « Regenpfeifer, Charajrias fulvus, novae. Seeian-.
diae» Obscums» rubricollis,
I Art Schnepfen, Scolopax incana,
l — . Brachvögel, Nnmepius tahitiensis.
Zusammen 15 Arten.
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5** '
' §. rjo.
Die ganze Anzahl aller den Tropenlandern
und der südlichen Hemisphäre eigentümlichen
Arten von Sumpfvögeln dieser Abtheilung beträgt
67 , sie ist also nicht einmal der Anzahl der auf
der nSrdlichen Hemisphäre vorkommenden gleich,
denn diese beträgt 79. Diese Verschiedenheit
liegt vielleicht zum Theil darin, dafs noch meh-
rere Arten der wärmeren Klimaten unbekannt
sind. Indefsen beweist sie doch offenbar, dafs
die Verbreitung dieser Abtheilung von Sumpf-
- vögel nicht nach dem von Zimmermann aufge-
stellten allgemeinen Gesetz statt findet, dafs näm-
lich die Zahl der Tbiere von den Polen gegeu
die Tropenländer zunähme. So wie der Fläqhen-
Inhalt der nördlichen Erdhälfte um etwas den Flä-
chen-Inhalt der Tropenländer und der Länder der
südlichen Erdhälfte zu übersteigen scheint, so
übersteigt auch die Zahl der Sumpfvögel dieser
Abtheilung in der nördlichen •Hemisphäre die
der Trqpexdänder und der südlichen Hemisphäre,
•
Siebentes Kapitel.
Von der Verbreitung der vorzüglich von Amphibien
und Fischen lebenden Vögeln^
1
S. i-7r.
AI» eine besondere Abtheilüng mufs ich meh-
rere Vögel aufführen, die sich entweder haupt-
sächlich von Amphibien nähren, wie der Se-
kretär (Secretarius) , die Arten aes Geschlechts
Storch (Ciconia), Kranich (Grus), Kamichi (Pala-
medea), oder von Amphibien, Fischen, Mollus-
ken und Würmern des süfsen Wassers, wie die
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ir
5*5
Arten des Geschlechts Reiher (Ardea), Hohl-
Schnabel (Cancroma) Löffeler (TPlatalea), Schat-
ten vogel (Scopus>, Jabiru (Mycteria) und Aj»a-
mi (Psophia). Einige dieser Vögel geniefsen je-
doch auch zarte Pflanzen, wie die Kraniche und
Kamicbis* So wie die Zahl und Mannichfaltig-
keit der Amphibien und der Plufsfische von den
Polarkreisen bis zu den Tropenländerh zunimmt,
so sehen wir auch die Zahl und Mannichfaltig-
keit der Vögel dieser Abtheilung wachsen. Iii
Spitzbergen gibt es keine Amphibienart, hier
hält sich aber auch keine Art dieser Sumpfvögel
auf. Olafseii führt in dem so vollständig angege-
benen Verzeichnifs derThiere Islands keine Am-
? hibien und keine Art dieser Sumpfvögel auf.
n Schweden und Norwegen, wo sich einige Ar-
ten von Fröschen, Kröten, Salamandern, Ei-
dechsen und Nattern aufhalten, und wo in den
Flüssen und Seen mehrere SüfsWaBserFische leben,
kommt der weifse Storch, der Kranich, der graue
Reiher, die Rohrdommel und der weifse Löfflef
vor. In Grönland, wo nach O. Fabricius nur
eine Amphibienart, Rana temporaria, und einige
Arten Flufsfische z. B. Salmo rivalis, stagnalis,-
Ga*terosteus aculatus u. a. vorkommen, halt sich
nur Ardea cinerea, und zwar selten, auf. In
Kamtschatka, wo sich nur eine Amphibienart,
Lacerta viridis > aufhält, scheint kein Vogel die*
ser Abtheilung vorzukommen» An dem mehr
nördlich gelegenen Flusse liowina, der sich ins
Eismeer ergiefst, will jedoch Billings Störche und
Kraniche angetroffen haben.
§• 17*.
Buropa, das nördliche Asien und Amerika 1
welche einige eigenthümliche Flußfische mit ein-
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ander gemein haben» z.B. Gadus Iota, Perca flu*
viatilis, Esox lucius , Salmo lavaretus, und Gaste-
rosteus aculeatus, Fischarten, die in den Flüssen
und Landseen Huropas, der Hudsonsbay und in
den Flüssen Sibiriens z. B. dem Amur vorkom-
men, haben folgende Sumpfvögel dieser Abtei-
lung mit einander gemein, Ardea stellaris und
nycticorax. In Europa , welches mit Asien meh-
rere Amphibien und Flufsfischarten gemein hat,
z.B. Rana esculenta, Lacerta viridis, ocellata,
Vipera berus, Cottus gobio, Muraena anguilla
u. a., halten sich einige Sumpfvögel auf, die
auch im nördlichen Asien vorkommen, nämlich:
Ardea minuta, ralloides und purpurea. Buropa
und das nördliche Amerika besitzen nur eigen*
thümlich Ardea egretta. In Europa, Asien und
im nördlichen Afrika kommen vor Ciconia al*
ba, nigra und Grus cinerea. In Europa , Asien ,
Afrika und Amerika kommen zugleich vor, Ar*
dea cinerea, garzetta und Platalea leucorodia*
r
Europa besitzt nur eine eigentümliche Art
Sumpfvögel dieser Abtheilung, nämlich den noch
zweifelhaften dunkelfarbigen Reiher (Ardea ob-
scura)* Auch das nördliche Asien hat nur eine
eigenthümliche Art, nämlich Grus gigantea»
Nordamerika, welches viele eigenthümliche Ar-
ten von Amphibien, z. B* Rana clamata, pi*
piens, Hyla ocularis, pulmata» squirella, Sala*
raandra rubra, alleganiensis, Ophisaurus ventra-
lis, Coluber guttatus, getulus, ovivorus, cocci*
neus, Crotalus durissus , atricaudatus, rhombifer,
Scytale niger, piscivorus, Scincus cristatus, La*
certa sexlineata, Agama undulatau.s. w» besitzt,
so wie auch viele eigenthümliche späterhin zu
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5*7
nennende Flufsfische, hat mehrere eigentümliche
Arten von Sumpfvögeln dieser Abtheilung, na-
mentlich: Grus americana, canadensis, Ardea
hudsonica, ludoviciana, rubiginosa, cana, vir-
gata und rufescens.
§. 174.
Die Zahl der Sumpfvögelarten dieser Ab-
theilung nimmt zwischen den Wendekreisen zu,
so wie sich hier auch die Zahl und Mannich -
faltigkeit der Amphibienarten vermehrt. Afrika,
welches seine eigenthümlichen Amphibien besitzt
z. B. Tupinambis niloticus, stellatus» exanthema-
ticus, Agamarosacauda, Stelliospinipes, Gecko
fimbriatus, Se ps pentadactylus, Vjperahaje, nie-
lanura, daboja, cerastes, cornuta, Coluber tyria,
coerulescens , Eryx cerastes, jaculus, Langaha
madagascariensis u. a. hat auch seine eigentüm-
liche, vorzüglich von Amphibien lebende, Sumpf-
vögel, nämlich: Scopus umbretta, Psophia atri-
cana, Ardea gularis, paradisea, Ciconia chryso-
pelarga und Grus pavonina. Afrika, welches
mit dem benachbarten Asien einige Amphibien,
z. B. Agama calotes , Stellio cordylus , Scincus
officinaüs, vulgaris u.a. gemein bat, besitzt mit
diesem Welttheile auch Amphibien fressende
Sumpfvögel gemeinschaftlich, z. B. Secretarius «er-
Sentarius, Grus virgo, dubia und -Ardea caspica*
lit Amerika und Australien hat Afrika weder
Amphibien noch Sumpfvögel gemein* ♦
. *
S- *75-
Die in der Nahe oder zwischen den Wen-
dekreisen gelegenen Länder Afrikas, in denen
viele besondere Amphibienarten vorkommen,
Tupinambis indicus, bengalensis* Agama super-
■
528
ciliosa, fasciata> Gecko vittatos, Sciftcus giga«,
bihncatus, melanurus* carinatus, Bungarus an«
uularis, Scytale bizonatus> Vipera trimaculata,
javanica, corallina, naja, elegans, Coluber nym-
pha, helena, pullatus, hebe, tristis, Erpetonten-
taculatus, Eryx bramineus, Anguis oxyrhyn-
chus, nammilfaris, Pelamis bicolor, Hydrophi*
obscurus, Rana tigerrina, Hyla bilineata, Bufo
gibbosus, bengalensis, Salamandra abdominalis
u. a. besitzen viele eigentümliche Sumpfvögel
dieser Abtheilung, namentlich: Grus antigone,
japanensis, Ardea flavicollis , pondiceriana, co*
romandelina, malaccensis, leucoptera, melanop-
tera, sinensis, philippensis, und Mycteria asia»
tica. Das wärmere Asien hat, so viel mir be-
kannt ist, mit Amerika wedereine Amphienart,
noch einen von Amphibien lebenden Sumpfvogel
gemein.
§. 176.
Die Zwischen den Wendekreisen gelegenen
und gegen Süden sich herab erstreckenden Län*
der Amerikas; die so viele grofse Flüfse und
Sümpfe besitzen, sind ungemein reich an Amphi*
bien. Bankrott versichert, in Gujana allein mehr
als sechzig Arten Schlangen zu kennen. Von
der grofsen Menge der diesen Landern eigen*
thümlichen Amphibien will ich nur einige der
vorzüglichsten nennen: Tupinatnbis monitor,
elegans* Lacerta ameiva , argus, gutturosa, stri*
ata, Agäma umbra, paraguensis . orbicularis
Stellio azureus, pelhima, brevicaudatus , Anolis
lincatus, bullaris, auratus, Gecko surinätnensis»
porphyreus> Scincus maboya» Crotalus horri*
dus, mutus, Vipera brasiliana, superba, Coluber
cpmpressus, cenchoa, laticapitatus , chelia, co*
rais, anhaetulla, Anguis corallinus, scytale, Am-
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5^9
> phisbaena alba, fuliginoaa, Rana typbonia, ocel-
lata, paradoxa, arunco, thaul, Hyla variegata,
frontalis, tinctoria, rubra» aurantiaca, marmo-
rata, Bufo dorsiger, panamensis, surinamensis,
cornutus«, semilunatus u. a» Hier nun treffen
wir auch einen grofsen Reichthum an Sumpf,
vögeln ah, die sich vorzüglich von Amphibien
nähren, namentlich:
Ardea galcata.
— spadicea.
cracra.
— cocci.
— fuscau
' — hoactli.
— huboa.
— scolopacea.
Palamedea cornuta.
— cristata»
Platalca ajaja*
— pygmea.
Psophia crepitans.
Das südliche Amerika, welches mit dem
nördlichen einige Amphibienarten gemein bat,
z. B. Hyla lateralis u. a. besitzt mit demselben
auch einige Sumpfvögel gemeinschaftlich, z. B.
Ardea violacea, virescens, aequinoctialis und
exilis. Ich kenne nur eine Reiherart, welche in
Südamerika und Australien vorkommt, dies ist
Ardea caerulea*
$• '77* «
Die Länder Australiens, die so arm an
Flufsen und Sümpfen sind, werden von wenigen
Amphibien bewohnt, z. B. von Hyla cyanea,
Bufo spinipes, Gecko variegatus, Tupinambis
endrachtensis, Agama muricata , Stellio pla-
Ciconia magaari.
Myctcria americana.
Cancroma cochlearia.
Ardea cayennensis.
— undulata.
— tigritia.
— brasiliensis.
— flava.
— torquata»
— thula.
— _ striata.
— leucogaster.
— pileata.
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53«
turusu. a. Hier halten sich nur Mycteria austra* >
Iis und fünf Reiherarten auf, Ardea sacra, Nq*
vae Guineae und Novae Holland lae, ferner Ar-
dea caerulea, die auch in Jamaika und Brasilien
vorkommt, und die in mehreren Welttheilen vor*
kommende Ardea alba.
i t
w
Achtes C a p i t e 1.
Von der Verbreitung der Vögel, welche sich t/or-
züglich von Thieren und Pflatizen des süfsen
IVassers nähren.
§. 178.
Zu den Vögeln dieser Abtheilung fcähle ich
die Vögel des Geschlechts Eisvogel (AlcedoJ,
Sägetaucher (Mergus), Steifsfufs (Podiceps), Tau-
cher (Colymbus), Pelikan (Pelecanüs), Schlan-
genvogel (Plotus)* einige Arten von Scharben
(Carbo), Meven (Larus) und Seeschwalben TSter-
na), als solche die sich vorzüglich von Fischen
des süfsen Wassers nähren. Ferner die Vögel
des Geschlechts Wasserhuhn (FulicaJ, Rohrhuhn
(Gallinula),Soornflügel tParra), Schwan (Cygnus),
Gans (Anser) und Ente (Anas), als solche de-
ren Nahrung in Fischen, Mollusken, Würmern,
und Pflanzen des süfsen Wassers besteht* Viele
Arten dieser Geschlechter kommen zwar auch an
den Meeresufern auf, besonders da, wo sich
Ströme in das Meer ergiefsen, dem ohngeachtet
halten sich diese Vögel doch im Allgemeinen am
liebsten an Flüssen und Landseen auf. Vögel
dieser Abtheilung kommen überall auf 4er Erde
vor, wo sich Flüsse und Landseen finden, und
zwar besitzt ein Land eine um so gröfsere Menge
von Arten, je mehr es Flüsse und Landseen hat,
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531
und je reicher diese an manichfaltigen Arten von
Süfs Wasser thieren sind. Jeder Welttheil besitzt
seine eigenthüniliche Arten, so wie die Flüsse
und Landseen jedes Welttheils auch ihre eigen-
tümlichen Bewohner haben. Länder und Welt-
theil^ haben um so mehrere Arten von Vögeln
dieser Abtheilung mit einander gemein, je mehr
ihre Flüsse und Landseen gleiche oder ähnliche
Fische und Wasserthiere enthalten. Die Belege
für diese Sätze enthalten die folgenden Angaben.
§♦ 179-
Diejenigen Länder des nördlichen Europas,
Asiens und Amerikas, welche in der Nähe des
nördlichen Polarkreises liegen, nämlich Island,
die Peroer und Schettländischen Inseln , Norwe-
gen, Schweden, das nördliche Rufsland, Sibirien,
Kamtschatka, die Inseln zwischen den nördli-
chen Asien und Amerika, die aleutischen Inseln*
die Länder des nördlichen Amerikas, Ulaschka,
Sandwichssund, Hudsonsbay u. Grönland, welche
so viele Flüfse u. Landseen haben, werden von vie-
len, allen diesen Ländern gemeinschaftlichen,
Schwimmvögeln bewohnt. Die Flüsse und Seen
dieser Länder enthalten mehrere gemeinschaftli-
che Fische, z. B. Gadus Iota, Perca fluviatilis,
Bsox, lucius, Salmo lavaretus, alpinus, GaSte-
rosteus aculeatus u. a. ♦ die vielen aus dem Meere
in die Flüsse aufsteigenden Fische nicht mit ge*
2ählt, diese werde ich späterhin nennen*
Die hierher gehörende Vögel sind:
tiallinula porzana. Cygtius melatiorhynchos.
Fulica aterrima. Anser niveus.
Mergus merganser. — * spectabilia.
— serrator. — albifrons.
albellus. — segetum.
^ 34 *
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53«
Anser moHssitnus. Anas ghucion,
— leocopsis. — circia»
Anas boschas. — marila.
— crecca. — nigra.
— bistrionica. — fusca.
. — clypeata. Podiceps cristatns»
— ferina. Colytnbus glacialis.
Anas acuta. — arcticus.
— glaciaKs s. hye- — septentrkmalis,
tnaHs. Stema nigra.
— Stclleri s. dispar. — min Uta.
— dangala.
Europa und das nördliche Asien, welche
atdser den zuvor genannten Fkifsfischen, einige
eigentümliche Fischarten, z. B. Cottus gobio,
Muraena anguilla und mehrere Salmarten besi-
tzen, werden zugleich von folgenden Schwimm-
vögeln dieser Abtheilung bewohnt:
Galltnola pnsiila. Anas stupera.
Cygnos gibbus. — foligala.
Anser roficollis. — rofina.
Anas tadorna. — qnerqaednli,
Europa, Asien und das nordliche Afrika»
in#deren Flüfsen einige besondere Fische vor-
kommen , z. B. Silurus glanis u. a. , haben eigen-
tümlich: Alcedo ispida, Anser cygnoides, Anas
penelope und leucocephala s. merfe.
Europa und das nordliche Amerika werden
von folgenden diesen Ländern eigentümlichen
Schwimmvögeln bewohnt: Anser torquatus, Po-
diceps cornutus, auritus und minor.
§. i8i-
Europa, dessen Flüsse und Landseen von
mehreren besonderen Arten Fischen bewohnt
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533
werden, z. B. vor* Perca Tucioperca, Cyprinus
gobio,. carassus, orfus, dobula, idus, Sahna
trutt&> SchifFermülleri , eperlanus, albula, u. a.>
besitzt an eigentümlichen Arten;
Anser borealia« Podieeps hebridicns.
Anas islandica. — snbcristatua.
— kncophthalroos. — longirostris.
$ 182.
An d£n Landseen und Flüssen des nördli-
chen Asiens, welche von mehreren eigentüm-
lichen Arten von Fischen bewohnt werden, z.R
von* Cällionymus b^kalensis, Cyprinus lepto-
cephalüs, laber, chalcoides, galian, njursa, Sal-
mo erythrinus, taimen, nelma, kundscha, Le-
pechini, nasus, migratorius u. a. halten sich fol-
gende Schwimmvögel auf:
Carho pygroaeua.. Anas glocitatw.
tarus ichtyactus.. — kaXuschka«
— atrUrilloides. — * lucida.
Anser grandis. — formo^a.
— casarca.. Ppdjceps castus».
Anas falcaria^
J. 183...
An. den Landseen und Flüssen- voa. Norcfc
amerika, die so reich an eigentümlichen Fischt
arten sind, in welchen sich unter andern auf-
halten:. Labrus. salmoides, Cataphractes amerw
canus > Salmo stagnalis , Esox viridis , Argentina.
Carolina,. Atherina awampina, menidia^, Ami&
calva, Cyprinus catostomus, fucetta, Perca ocel-
iata, Süurus.feiis- u. a.K kommen, folgende Vögel
dieser Abtheilung vor;
Alcedo alcyon. Fulica americana.
Gallinula Carolina. Parra ladoviciana.
— noveboracensis. Mergus cucullatus.
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534
•
Mergui caerulea*/ Anas obscura.
— fasrus. — carolinensis,
Anser caerulescens. — erythrorbynchos.
— canadensis. PeVecanas erythrorbynchos.
Anas perspicillata«, — carolinensis.
— öiscors. Podiceps carolinensis.
labradora. Colyrqbus striata«.
An den FKissen des. nördlichen und südli-
chen Amerikas kommen zugleich vor:
Gallinula melanocepbala.. Anas bucepbala.
Anas discors,. — arborea,.
— americana. babamensis.
— sponsa. Pelecanus carolinensis.
v*. dominica^ (Jolymbus. dominicus.
In dem an Flüfsen undSeen armen Afrika halten
«ich im Verhaltnifs zu seiner Gröfse sehr wenige
Flufsvögcl auf, und die so hier vorkommen, fin-
det man vorzüglich an den. gröfseren Strömen,
am Nil, am Gambia, am Senegal, am Niger,
am Zaire, am Zambese und an den Flüssen des
südlichen Afrikas, am Elephanten^ * Berg Sonn-
tags - , Fisch - und Seekuh Flufs, Das innere
Afrika scheint besonders, arm an solchen Vögeln
zu seyn , wie unter andern Bruce a) von Abys-
sinien aussagt. Einige der vorzüglichsten Fische
der Flüfse Afrikas sind; Muraeua nilotica,, Go-
bius apbye, Labrus niloticus, Silurus anguilla-
ris, Pimelodes, docmak, bajad, Polypterus bi-
chir, Cyprinus bynni, rnlotfcus, Mormyrus
a) Voy. en Abytsinie et en, Nubie T, 5. p. 179. L'on ne
trouvc ea Abysinic beaucoup cToiscaux aquatiques , et les
oiseaux a pieds palrne's sont encore plus rare« que les au«
tres. — Xf'on ne trouve en Abyssinie qu'une seul especc
d'oies; c'cst l'oie doree, ou Toie du Nil, ou l'oie de Cap.
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535
kannume, oxyrhyhcbus, dendera, herse, bele
u.a. im Nil; Magilang im Gambia und Senegal;
Cyprinus gonorhynchus, argen teus, Silurus ca-
pensis, electricus u. a. in den Flüfsen d<?sCaps
der guten Hoffnung. Die Afrika eigentümlichen
an den Flüfsen sich aufhaltenden Vögel sind
folgende:
Alcedo aegyptiaca.
, — cancrophaga.
— maxima.
— niadagascariensis.
— cacrqleocephala.
Parra africana.
— ?enegala.
Pelecanus rufescens.
Sterna nilotica.
Plotus senegalensis.
Anser aegyptiacus.
— . gambensis.
Anser canus,
— tnontanus.
Anas nilotica.
— damiatica.
— africana,
— alexandrina.
— gattair.
. — . erythrorhyncha.
— georgica.
— dominicana«
— capensis,
— niadagascariensis«
Afrika und. Asien haben mit einander ge-
mein Alcedo rudis, semicaerulea, magnirostris,
Gallin ula phoenicura und Fulica cristata. Mit
Amerika und Australien besitzt Afrika keinen
Vogel dieser Abtheilung eigen thümlich.
-
Südasien, welches von vielen grofsen Flüs-
sen durchströmt wird, besitzt viele eigentüm-
liche Flufsfische, z. B* Ophicephalus striatus,
Silurus fossilis, cotylephorus, chinensis, Gobius
cleocris, Coryphaena pentadactyla , Scorpaena
volitans, Pimelodes nodosus, aetherinoides, Cy«-
prinus rubrofuscus, nigroauratus, viridiviolace^-
us, auratus, falcatus, fimbriatus u. a. An den
Flüfsen Asiens, welche von djesen und vielen
anderen besonderen Fischarten bewohnt werden.
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536
halten sich viel« eigentümliche Arten von Vö-
geln dieser Abteilung auf, nämlich:
Alcedo air capilJa.
— sroyrnensis.
— orientalis.
— trldactyla.
— porpurea.
— caerulea.
— bengalensfa«
~ dea»
— cofomanda.
— eollaris.
— cristata.
— cblorocephahu
• — lencocephala»
— flavicans.
Gallmula cristata.
— viridis.
— maderaspatana.
Farra sinensis.
— indica.
Parra lozoniensis.
Pelecanus roseus.
— philippensi*.
— tnaniilensis.
Sterna philippina.
— sinensis.
Plotus melanogaster.
Anser indicas.
— melanotes,
Anas arabica.
— sersair.
— fortnosa.
— - hina.
— gelericnlata.
— caryophyllacea.
— coromandeiensis«
— maniilensis*
— . poetilorhyncha.
Colymbns sinensis«
Sud a&ien bat, so viel mir bekannt ist» keine
eigentümliche Art dieser Abtheilung weder mit
Südamerika noch mit Australien gemein*
186*
Die vielen grofsen Strome des südlichen
sind besonders reich an eigentümli-
chen Fischen, in denselben halten sich unter
andern auf: Trichiurus lepturus, Gymnotus ca-
rager, Gobius lanceolatus, Pisonis, (iobiomorus
dormator, Silurus undecimalis, aspredo, fascia-
tus, Pimelodus argenteus, maculatus, coerules-
cens, chilensis, Cataphractes punetatus, Lorica-
xia plecostomus, Cyprinus raueus, malchus, ju-
lus, Symbranche maculata u. a. Südamerika
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537
übertrifft bei weitem Afrika und Sudasien an
der Zahl eigentümlicher Arten von Vögeln, die
sich an Flüfsen aufhalten und aus denselben ihre
Nahrung nehmen. Folgendes sind die Südame-
rikas eigen thümlicheu Flufsvögel :
Alcedo cayennensis,
— torquata.
— amazona.
— maculata.
— bicolor^
— — americana.
— brasiliensis.
— sorinainensi«*
— . albiventris.
— saperciliosa.
— Azarae.
— leucorrhynchos.
Parra cayennensis.
— jacana.
— nigra«
— brasiliensis..
— viridis.
— variabilis.
— ehavaria.
— chiiensis. •
Gallinula earthagena.
— cayennensis.
— ruficolüs.
— martinica*
Gallinula flavirostrig,
— purpurea.
Fulica mexicana.
Podiceps cayanus,
— — domioicus.
Cygnus nigricollis.
Anas coscoroba.
— spinosa.
— novae Hispaniae*
— JacqninL
— fulva.
— jatnaicensis.
— mexicana.
— brasilierisis*
— autumnalis,
— regia.
— leueoptera.
— antaretica.
— — cinerea.
— magellanica»
Plotus anhinga.
— cayennensfc.
— surinamenste.
Pelecanus magellanicus.
Nach dem Zeugnisse aller Reisenden sind
die zu Australien gehörenden Lander, vorzüg-
lich das gröfste unter ihnen, Neuholland, sehr
arm an Flüssen. Die vorzüglichsten, im Ver*
hältnifs zur Gröfse des Landes sehr unbedetr*
533
tendea Flüfae Neuholland» sind der Grose und
Nepean, welche den HawkesburyFlufs bilden,
die Flüfse Endeavours^ Caron, Wilhelmsflufs,
Schwanenflufs und einige andere kleine Flüfse.
Mehrere dieser Flüfse trocknen zur Sommerszeit
{;anz aus. Der bedeutendste Fluls auf Neusee-
and scheint die Themse zu seyn, so nannte ihm
Cook. Van Diemensland hat seinen Dalrymples-
Flufs. Die auf Otahiti und andern Inseln vor-
kommenden Gewässer sin4 kleine Gebirgsflüsse,
die nur bei der Regenzeit ansehnlich anschwel-
len. In den Flüfsen und, Bächen Australiens
kommen, so viel bis jetzt bekannt ist,^ sehr we-
nige Fische vor; auf Otahiti fand man Gobius
ocellaris, auf Neuseeland Esox argenteus; aus
dem Hawkesbury - Flufs führt Bailly nur zwei
Arten Flufsfische an, eine, welche dem Cyprinus
gobius ähnlich ist, und eine andere Cyprinusart.
Die Länder Australiens sind daher arm. an Vö-
geln dieser Abtheilung, und die so hier vor-
kommen, nähern sich gröfstentheils von den hier
in Menge vorkommenden Meerfischen , Crusta-
ceen, Mollusken und Zoophyten. Folgendes
sind die Australien eigenlhümlichen Wasservögel
dieser Abtheilung:
Alccdo fusca. Anser brachypterus.
— novae Guineae. — ■ antarcticus.
— sacra. — leucopterus.
— venerata. — variegatus.
— tuta. Anas snperciliosa.
Gallinnla alba., — novae Seelandiae.
Cygnus atratus. — ■ melanorhynchos.
§k 188..
Einige Vögel dieser Abtheilung sind sehr
weit verbleitet, und kommen in Kuropa, Asien,
Afrika und Amerika vor, dahin gehören: Fu-
539
• I
Jica atra und Gallinula porphyrio. Die VÖ°d,
welche in allen Welttheilen vorkommen, sollen,
sind: Gallinula chloropus, Pelecanus, onocrota-
lus. und, Anser cinereus.
<
Neuntes Capitel.
Von. der Verbreitung der Vtigel, welche sich vor-
züglich von Meerthieren nähren^
$• 189..
Zu dieser Abtheilung zahle ich diejenigen
Vogel - Geschlechter, deren Arten sich haupt-
sächlich auf dem Meer aufhalten , oder doch an
den Küsten des Meeres, und deren Nahrung in
Fischen, Crustaceen, Weichwürmern und Zoo-
phvten besteht. Dahin geboren von Sumpfvö-
geln dieGescblechter Flamingo (Phoenicopterus),
und Scheidenschnabel (Vaginalis) ; von Schwimm-
vögeln die Geschlechter Tölpel (Sula), Scharbe
(Carbo s. Phalacrocorax}, Fregattvogel (Frega-
ta), Tropikvogel (Phaeton), Verkehrtschnabel
(Rhinchops), Möve (Laruj) , Me^rschwalbe(Ster-
na), Albatrofs (Diqmedea), Sturmvogel (Procel-
laria), Lumme (Uria), Alk (Alca) und Fettgans
(Aptenodjftes). Mehrere Arten dieser Vögel
kommen jedoch auch auf Landseen undFlüfsen
vor, z. B. Möven, Meerschwalben und Flamin-
gos. Nicht selten werden solche Vögel auch,
durch Stürme aufs feste Land verschlagen.
§. 1905
Die Seevögel sind unter den Vögeln am wei-
testen über die Erdkugel und namentlich gegen
die Pole verbreitet. Im ä'ufsersten Norden bis
zum 81. Grad nördlicher Breite, wo. das Meer
5-P
in ungeheuren Eismassen erstarrt, hat man noch
Seevögel angetroffen» Phipps fand an den Eis«
küsten Spitzbergens Alca aretica, alle, Coljra-
bus glacialis, Uria grylle, troile, Larus rissa*
parasiticus, Sterna hirundo und Anas molissima.
So weit Cook in die Eisfelder des südlichen Po-
larkreises eindrang, so weit traf er Seevögel an.
Forster a) sagt: die Menge von Vögeln, die wir
bisher (zwischen dem 65. und 67. Gr, nördl. Br.)
angetroffen, würdfe vielleicht jeden andern Rei-
senden verleitet haben, in der Nähe Land zu
vermutben. Wir waren aber schon zu sehr da-
ran gewöhnt, sie in offner See um uns zusehen,
als dafs wir sie noch ferner für dergleichen gün-
stige Vorbotben hätten gelten lassen sollen.
Grofse Züge von blauen Sturmvögeln und Pinta-
den, eine Menge Albatrosse, mitunter auch ein-
zelne Skuamöven hatten uns täglich begleitet»
und als wir uns dem Bise näherten, gesellten
sich- noch Schnee- und antaretische Sturmvögel*
ingleichen Malmucken dazu. Da wir neben dem
Eisfelde, welches um im Wege gewesen, ganz
vorbei waren; so steuerten wir nun, wie vorher,
wiederum gerade geg^a Süden, und kamen zum
zweitenmal durch, den antaretischen Zirkel Das
Wetter war nafs und nebligt; Eisinseln häufig
um uns her; der Wind war frisch- Eine Menge
an taretischer- Sturmvögel und ein Wallfisch, dEer
ohnweit dem Schiffe Wasser aufsprizte^ schienen
un* beim Eintritt in den kalten Erdstrich gleich-
sam 2m bewillkommnen. Ferner erzählt Forste?,
.dafs sich unter 71. Grad 10 Minuten südlicher
Breite, und 106 Grad 54 Minuten westlicher
Länge, wo das Thermometer auf 32 Grad' unter
Null stand, dennoch eine Menge Pinguins mit
a) ». a. O. B. 1. S. 402.
54 1
ihrem kraxenden Gescbtei hören liefsen, die aber
des einfallenden Nebels wegen nicht gesehen wer-
den konnten.
§• 19*-
Jeder im Ocean aus dem Wasser hervorra-
gende Felsen, und jede unwirthbare nakte Insel
wird von Seevögeln bewohnt, die hier brüthen.
Die vielen in der Nähe der Orkney - Feroer-
und Schettländischen Inseln befindliche Klippen, •
die wie hohe Mauren und Thürme aus dem
Meer hervorragen, werden von Papagey tau-
chern, Taucherhühnern, Möven, Meerscnwal-
ben und Scharben bewohnt, die hier zu vielen
tausenden brüthen. Anderson a) fand auf dem
unwirthbaren Lande Kerguelen (48 Gr. stidl. Br.),
wo man kaum sechszehn bis achtzehn Pflanzen-
arten findet, eine Menge von Sturmvögeln, Mo-
ven, Albatrossen, Scharben und Meerschwalben.
John Barrow b) traf auf der kleinen Insel St.
Paul (38 Gr. 40 Min. südl. Br.), die gewisser-
mafsen ein grofser Krater ist, blofs Wasservögel
an, Diomedea demersa, exulans, Procellaria
aequinoctialis , puffmus, grisea, pelagica, For-
sten, Sterna hirundo, und Pinguine. Auf der
ganzen Insel fand sich kein Landvogel, kein
Säugthier, kein Insekt, ausgenommen Fliegen,
und sehr wenige Pflanzen. Die Malouinische In-
geln (unter dem 51. und 52^ Grad südlicher Br.
nnd 61 — 6sf Gr. westl. Länge nach dem Pari-
ser Meridian;, welche in der Nähe der Magel-
lanstrafse liegen, werden nach der Angabe von
Bougainville c) fast allein von Schwimmvögeln
a) Cooks Reise kV 1. S. I<X).
b) Voy. a la Cbchinchina trad. par Malte Brun. Paris 1807.
#) a. a. O. pag. 6g.
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54*
/
0
bewohnt Auf der Insel Noe?l (59 Gr. nördl. Br.
und 102 Gr. 20 Min. westl. Länge) halten sich
nach dem Zeugnisse Cooks a) fast ausschliefst
lieh Seevögel auf, Meerschwalben, Möven, Sturm-
vögel, u. a. Die kleineren Krisey-, Andreanow-
sche, Fuchs - und Kurilischen Inseln werden nach
Berings, Langsdorf u. a. Angaben fast allein von
Seevögeln bewohnt. Eben so verhalt es sich mit
vielen anderen kleinen Inseln des Oceans.
§. 19*-
Der Aufenthalt und die Verbreitung der See-
vögel scheint in einem genauen Verhältnifs mit
der Verbreitung der Fische und Seethiere zu ste-
hen, welche ihre Nahrung ausmachen. Denn
ebenso wie gewisse Fische und Seethiere an al-
len Orten des Weltmeers vorkommen, so treffen
wir da auch mehrere Arten von Seevögeln an.
Den in den Meeren der nördlichen Hemisphäre
sich aufhaltenden eigentümlichen Fischen ent-
sprechen eigenthümliche Seevögel, eben so den
in den Meeren zwischen dem Wendekreisen und
in dem Meeren der südlichen Hemisphäre vor-
kommenden Fischen. So wie jede Abtheilung
des Oceans ihre eigentümlichen Bewohner hat,
so halten sich auch auf derselben eigenthümliche
Seevögel auf. Hiefür sprechen folgende That*
sachen.
Die Gewässer, welche die Continente unse-
rer Erde nebst ihren Inseln umgeben, die anein-
ander bangend sind und die das grofse die ganze
Erde umströmende Weltmeer bilden, werden von
vielen Fischen bewohnt, welche fast in allen
it) Dritte Reise B. 2. S. 333.
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543
Theilen des Weltmeers angetroffen worden sind.
^ Dahin gehören Aluraena conger, Scomber thyn-
'nus, pelamis, scomber, trachurus, pelagkus,
Trachinus draco, Callionymus lyra, dracunculus,
Echencis remöra, Gasterosteus ductor, Alullus
surmuletus, Spams aurata, Salmo salar, Esox
belone> Mugil cepbalus, Zeus vomcr, gallus,
und mehrere Arten Von Hayfischen, Rochen u.
s. w. Ferner von Weicbwürmern, Physalispe-
lasgica, Salpa confoederata, socia, pela^icau. a.
Diesen Thieren entsprechen folgende über das
Weltmeer verbreitete Vögel:
Carbo cormoranus. Procellaria puffinus.
welche man auf dem Ocean der südlichen tind
nördlichen Erdhälfte, und zwischen den Wende-,
kreisen, fast an allen Orten angetroffen hat,
wie aus der Angabe der Reisenden in demVer-
zeichnifs der in allen Weltthcilen vorkommen*
den Vögel erhellet.
§. 194-
Das innerhalb des nördlichen Polarkreise*
befindliche, und die nördlichen Rüsten Europas*
Asiens und Amerikas umströmende Eismeer, so
wie die mit dem Eismeere in Verbindung ste-
henden kleineren Meere bis 2um 50. Gr. nördl.
Breite, welche zwischen dem Continent von Eu-
ropa, Asien und Amerika mehrere gröfsere Bu-
sen und Buchten bilden, namentlich die Baffins-
bay, die Davis und Baffins- Strafse, die Hud-
sonsbay, die Jamesbay, die fiskimauxbay, die
— graculus.
' — minor.
Procellaria fregnta.
— pelagica.
— glacialis.
Latus mariiws.
— flavipes.
- cataractes.
— tnaximüs.
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■
l
»
i
544
Nord -und Ost -See, der Bothnische Meerbusen»
das weifse Meer, der Lenameerbusen, die Be«
ringsstrafse, das zwischen Kamtschatka, dem*
nordwestlichen Amerika und aleutischen Inseln
gelegene kamtschatkische Meer oder Catharmen-
Archipel,das anadirskische Meer, der Nortonsund,
die Bristolbay, das ochotskische Meer, das Meer
von Chicha, der Prinz Williams-Sund, der König
Georgs- Archipel, der Prinz Wales-Archipel und
der Charlotten-Sund, haben folgende Fische mit
einander gemein: Clupea harengus, alosa, sprat-
tus, Gadus ; aeglefmus, morhua, Ple\ironectes
cynoglossus, hypoglossus, glacialis, Cyclopterus
lumpus, bimaculatus u*a. Auf diesen Meeren hal-
ten sich folgende eigentümliche Seevögel auf :
Larus ridibundus. Uria grylle.
— parasiticus. Alca cristatella*
— tridactyloi. — torda.
— glaueus. - — aretica.
Uria troile. Anser molissimas.
Auf den nördlichen zwischen Europa und
Amerika befindlichen Meeren, die folgende Fische
mit einander gemein haben , Gadus callarias,
barbatus, virens, merlucius, molva, brosroe,
Blennius gunnellus, Cottus cataphractus, scor-
pius, gobio, Labrus exoletus, Gasterosteus acu-
Jeatus u. a., und ferner folgende Weich wiirmer
und Zoophyten, Clio borealis , helidna» limaci-
na, Tritonfa clavigera, cornuta, peregrina, Do-
ris fusca, pilosa, m urica ta, levis, Mammaria
mamella, varia, globula, Aphrodite punctata»
filamentosa, scabra, minuta, Amphitrite cristata»
cirrata, Lucernaria quadricornis, phrygia, auri-
cula u, a. halten sich folgende diesen Meeren
eigenthiimhehe Vögel auf:
Sula alba. Alca alle«
Larus eyanorbynebuö. — * impetonis.
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545
Das nördliche Buropa und Asien haben mit
einander gemein: Sterna metopoleucos , Larus
canescens und minutus. Auf dem nördlichen
Meeren zwischen Asien und Amerika, wo un-
ter andern folgende besondere Fische leben, Cy-
clopterus gelatinosus, ventricosus, und Clupea
sinensis , halten sich viele eigentümliche See-
vögel auf, namentlich:
Carbo violaceus. Ale« antiqna.
— urile. — pygtnaea.
Procellaria farcata. — cirrhata.
— kurilensia. Anser Beringn.
Uria mannorata.
Die Meere des nordlichen Europas besitzen
Larus crepidatus und Uria lacteola eigentüm-
lich.
Auf dem Meere des nördlichen Asiens, na-
mentlich auf dem Meer zwischen 4 Kamtschatka
und Japan halten sich Alca tetracula und psit-
tacula auf. Auf den Meeren des nördlichen
Amerikas, die von mehreren eigentümlichen
Fischen bewohnt werden , z. ß. von Labrus au-
ritus, falcatus, rufus, Mugil albula, Gaster-
osteus carolinus, canadus, Trigla punctata, Ca-
rolina, Scarua Catesbyi, Lutjanus virginicus u. a»
halten sich einige diesen Meeren eigenthümliche
Seevögel auf, nämlich: Procellaria melanopus ,
Larus keeask, Alca labradorica und Rhynchops
nigra, der sich jedoch bis zu den Küsten des
südlichen Amerikas herab erstreckt, und auch
auf dem großen Ocean vorkommt.
§• 195-
So wie viele Arten von Fischen, die Hee-
ringe, Alosen, Salmarten, Gadusarten, welche
die nördlichen Meere bewohnen, in ganz un-
35
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546
glaublicher Menge Vorkommen, so sind auch die
ebengenannten auf den nördlichen Meeren sich
aufhaltenden Vögel ungemein zahlreich. Ander-
son ö), Olafsen, Pontoppidan b), Pennant u. a»
erzählen» dafs ,alle Küsten, Klippen und Felsfn
Grönländs, Islands, der Feroer, Orkney und
Schettländischen Inseln, Schottlands, Irlands»
Norwegens u. s. w. mit Seevögeln bedeckt sind r)>
-
«) Hist. flittfr. de Öroenland t.fc. p.68- fl y aa Grönland
uoc quantite prodigitusc d'Oiseauxaquatiques et de Rivage.
— de l'Islande T. I. p. 86 Lc* oiseaux de ii*
vages et autret aquatiques se trouvent ici en tres grande
quantite. On voit dans des eftdroits ecarte's, ou dans des
Isles inhabites, des rochers qui paroissent tout blancs de
leur fiette. Des troupes immenses couvrent, pour ainst
dire, la mer jusqu'a 12 ou 18 Heues de l'isle.
4) Naturgeschichte Norwegens S. IbO/. Auf den unzähligen
Scheeren, Inseln, hohen Vorgebirgen , hohlen Klippen und
Felsen hält sich eine unglaubliche Anzahl von See - und
Strand • Vögeln auf. Man sieht sie zuweilen zwei und
mehrere Meilen vom Lande in der See in so großen Hau*
fen fliegen, dafs man sie kaum übersehen kann, und
man meinen sollte, die Seevögel aus allen Landern wären
hier versammelt.
#) wie unter andern auch Harvey in 1. Schrift de gener. %
Excrcit. 11 sagt: Est insula parva, Scott, Baß, noroi*
nant, haud amplius mille passuum cireuitu amplitudo ejui
clauditur. Hujus Insulae superficies, mensibus Majo et
Junio, nidis, ovis pullisque propemodum rota instrueta
est, adeo ut vix, prae eorura copia, pedem libere ponere
liceat: tantaque supervolantium turba, ut aubium instar,
solcm, coelumque auferant: tantusque voeiferamium clan-
gor et strepitus, ut prope alloquentes vix audias. Si sub-
jectum mare inde, tanquam ex edita turri et ahissimo
547
und dafs man oft Schwärmt von vielen tausen-
den auf dem Meere herumfliegen sieht. Auch
die auf dem kamtschatkiseben und ochotzkiseben
Meere lebenden Seevögel sind nach Stellers,
Krascheninikofs u. a. Angaben ganz aufseror-
dentlich zahlreich» wie die daselbst lebenden
Fischarten. Die Heringe und eine grofse Anzahl
Salmarten ziehen im Sommer oft in so grofsen
Heeren in den Flüfsen herauf, dafs sie das Was*
«er vor sich hertreiben und selbst die Flüfse so
zudammen , dafs sie aus den Ufern treten. Die«
sen Zügen folgen grofse Schaaren von Seevögeln.
Auch die nordwestliche Küste von ^merikaunddie
aleu tischen Inseln werden von ungeheurenScb wär-
men von Seevögeln bewohnt, wie unter andern
Langsdorf von der Insel St. Paul, Kodeaku. a.
aussagt.
§. 196.
Auf den Meeren zwischen den Wendekrei-
sen und in deren Nähe, wo viele eigentümli-
che Fische vorkommen, z. B. Exocoetus voli-
tans, Trigla volitans, die meisten Arten des Ge-
schlechts Balistes, Chaetodon, Corypbaena, Ho-
locentrus, Stromateus, Fistularia, GobiusGrono-
vii, Clupea atherinoides , cyprinoides, thrissa,
Hologymnosus fasciatus u. a., halten sich auf:
Phaeton aethereus. Sterna stolida.
Carbo aquilos.
praeeipitio despexeris, idem quoquovereum , infinit» diver»
forum generum avibui natantibtu praedaeque inhiantibut ,
opertum videas. Si circum navigando immifienrcm clivum
suspiecre libucrit; videas in tinguiis praerupti loci crepi*
dinibut recessibus, avium cujuslibet generis et magnitu*
dinis ordincs innumerabiles, plurct saue quam nocte, lercno
coelo, itelhtc conspiciuntur.
35 *
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548
§. 197-
Die Meere der südlichen Hemisphäre, ift
welchen sich folgende eigentümliche Fischarten
aufhalten, Cottus australis, Chaetodon armatus,
Triurus Bougainvillianus* Polynemua emoi, Clu-
pea vittargentea , Lutjanus percula, Muraena
ophis, colubrina» pantherina> grisea, Gymno*
muraena doleata, marmofata u. a* und wo so
viele eigenthümliche Weich Würmer und Zoophy-
ten vorkommen , z. B. die Geschlechter Stepha*
nomia und Janthina, Physalia megalista> Velella
«caphidia, Glaucus eucharis, Hyalea australisu. a.
werden von sehr vielen Seevogeln bewohnt:
Vaginalis alba.
Carbo naevius.
— varius.
«— caruncnlatui.
— cirrhatus.
Sula sabueusis»
Pfocellaria uritiatrix.
— caerulea.
— gelida,
— nivea.
Procellaria aatarctica.
Sterna striata»
Aptenodytes patagonica,
— torquata.
— papua.
— - chrysocotnsu
— ininor*
antarctica.
— » catarractes*
Jede der drei grofseren Abtheilungen des Welt-
meers, das atlantische Meer, das indische Meer,
und das stille Weltifteer oder der grofseOcean,
hat wieder seine eigentümlichen Seevogel. Dem
zwischen Europa, Afrika und Amerika gelege-
nem atlantischen Meer gehört Phoenicopterus
ruber an, welcher sich an den meisten Küsten
der eben genannten Länder aufhält. Ferner zähle
ich hierher:
Sula fiber.
— parva.
Proceilaria brasiliensis.
Laras canus.
Procellaua aequinoctiali*.
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549
' §• 199-
Das zwischen Afrika , Arabien, Indien, Sum-
matra, Java und Ncuholland gelegene indische
Meer, welches sehr reich an eigentümlichen
Fischen ist, und wo sich namentlich folgende
Fische aufhalten: Labrus trichopterus , opercu-
latus, longirostria,. jaculatrix, Coryphaena un-
dulata, sima, acuta, viridis, galeata, Scorpaena
horrida, didactyla,, antennata, Trigla minuca,
Gymnotua Hawkenii, Clupea malabarica, mystus,
-Lutjanus diagramma, Centriscus scutatus. Peg*.
sus volans, Notopterus squamosus, Callvomus
sagitta, Bod j^inus palpebratus, Scomber filamen-
tosus , speciosus u, a« wird von folgenden See-
vögeln bewohnt;,
Sterna alba. Procellaria capensis.
Piomedea chlOTorbyncbos. Phaeton phoenicarui.
Das zwischen Asien, Amerika und Austra-
lien gelegene stille Weltmeer, Südmeer, oder
besser der grofse Ocean , ist reich an eigen thiim-
lichen Fischen, vorzüglich sind es die Küsten -
der japanischen Inseln, Wo sich unter andern
folgende Fische aufhalten ; Callionymus japoni-
cus, Uranoscopus japonicus, Gobius pectiniros-
tris, Coryphaena sinensis, Cottus japonicus,
Lutjanus macrophthalmus, Vosmaeri, ellipticus,
japonicus, Mullus japonicus, Spams argentatus,
Labrus Thunbergii, japonicus, Atberina japoni-
ca, Centrogaster fuscescens, Trigla alata, Scom-
ber chinensis , japonicus , aureus u. a. An den
Küsten von Chili kommt unter andern vor, Mu-
gil Chilensis. Die an den Küsten der Südsee-
Inseln vorkommenden Fische habe ich bereits
<
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55«
früher genannt Auf dem grofsen Ocean halten
gich viele Seevögel auf. Dahin gehören unter
andern die auf den Meeren der südlichen Eis-
zone lebende Diomedea exulans, welche jähr-
lich nach Kamtschatka und nach den curihschen
Inseln wandert. Ferner müfsen hieher gezählt
werden, Procellaria gigantea ♦ grisea, Diomedea
spadicea und Phaecon melanorhynchos » Vögel
die man auf dem grofsen Ocean zwischen den
"Wendekreisen, und auf der nördlichen und süd-
lichen Hemisphäre angetroffen hat Endlich ge-
hören hierher folgende an den Küsten der Süd-
seeinseln sich aufhaltende Seevögel:
Procellaria cinerea.
— marina.
Larus melanopteras/
Steroa caspicides«
— melaxLOsoma.
♦
Aus der Angabe der Verbreitung der See-
vögel erhellet, dafs ihre Anzahl nicht wie bei
den auf dem festen Lande lebenden Vegetabilien-
Insekten - und Amphibien fressenden Vögel von
den Polen an bis zu den Wendekreisen zunimmt»
sondern dafs die nordlichen und südlichen Mee-
re, wie die Meere zwischen den Wendekreisen
gleich reich an Arten sind. Dies rührt offenbar
daher, dafs das Meer überall eine fast gleiche
Menge von Bewohnern besitzt , von denen sich
die Seevögel nähren.
Carbo Palmerstonii.
Procellaria alba.
— füligii
— pacifica.
— vittata.
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551
Zeh n t e s Kapi tcl
Jjfbn flfer Verbreitung der van animalischen Substanzen,
von Säugt hier en, Vögeln , jfynphibien, Fischen
und Insekten . lebenden , V %eU
Hierher gehören alle' Raubvögel, die Geier*
Bartgeier, Falken, Habichte, Milanen, Weihen*
Bussarde und Eulen, die sich alle von lebenden
oder todten Thieren nähren. Bei. der Verbrei-
tung dieser Vögel auf dem festen Lande werden
wir finden, dafs die Zahl und ]Vfannichfaltigkeit
der Arten, von den Polen gegen den Aequator
in gleichem Grade zunimmt, wie sich die Zah*
der von vegetabilischen Substanzen lebenden
Säugthiere und Vögeln der* von Insekten leben-
den Vögeln, der Amphibien und Insekten mehrt.
So wie jeder Welttheil von eigentümlichen
Landthieren bewohnt wird, so hat er auch seine
eigenthümlichen Raubvögel. Je mehr ein Land-*
strich- mit einem andern gleiche Thiere besitzt»
je mehr Raubvögel hat er mit demselben geinein.
Und umgekehrt je fremdartiger die Thiere ver-
schiedener Landstriche sind, desto verschieden-
artiger sind ihre Raub vö&eL Hier folgeivdie^e^
lege für. diese Sätze.
§> 203.
Auf Spitzbergen, wo jjich keine von Vege-
tabilien lebende Säugthiere, und keine Amphi-
bien aufhalten, und wo nur eine voiv vegetabi-
lischen Substanzen sich nährende Vogelart lebfc
trifft man keine Art Raubvögel am Auf Island,
wo sich einige Arten Mäuse, eyiige von Vege«*
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55*
tabilien und Insekten lebende Vogel aufhalten»
kommen sechs Arten Raubvögel vor, worunter
der Seeadler (Aquila leueoeephala) der sich je-
doch hauptsächlich von Fischen nährt. In Schwe-
den, wo die Zahl der Säugthiere und der Vögel»
im Verhältnifs zu Island» sehr grofs ist, halten
«ich gegen dreifsig Arten Raubvögel auf. Und
so nimmt die Zahl der Raubvögel allmählig mit
der Zahl der Land-Tbiere immer mehr zu, je
mehr wir uns den Tropen - Landern nähern.
Dies bemerken wir auch in Nordamerika« In
Grönland, wo sich nur einige Säugthiere und
wenige von Vegetabilien und Insekten lebende
Vögel aufhalten, kommen sechs Arten von Raub-
vögeln vor, in der Hudsonsbay hingegen schon
dreizehn Arten» und in Pensylvanien gegen dreif-
sig Arten.
Das nördliche Europa» Asien und Amerika,
welche viele früher genannte Vögel, Amphibi-
en, Fische und folgende Saugtbiere mit einander
gemein haben» Cervus tarandus, alces, Castor
über, Lepus variabilis, Sciurus striatus, Mus
sylvaticus, Lemmus amphibius u. a., werden von
folgenden eigentümlichen Raubvögeln bewohnt:
Aquila fulvi. Falco peregritius.
— leueoeephala s. os- — candicans.
In Europa und im nördlichen Asien, wo
mehrere früher angeführte Vögel, Amphibien,
und Fische leben, und wo folgende diesen Welt-
theilen eigenthümliche Säugthiere vorkommen,
sifraga.
Falco palumbarius.
Strix brachiotos,
— scops.
§• 205.
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553
-
r. B. Cervus dama, capreolus, Sciurus vulgaris,
volans, Myoxus glis, nitela, Mus decumanus,
Lemmus migratorius, arvalis, Arctomys mar-
mota, citillus., Cricetus vulgaris» Sorex arancus
u. a. halten sich folgende eigentümliche Arten
von Raubvögeln auf:
Vultur cinereus. s. barbatus.
Gypaetos leucocephalus. Falco subbutco.
Europa und das nördliche Amerika, welche
wenige eigentümliche Vögel und Säugthiere mit
einander gemein haben, unter leztern soll sich
Vespertilio noctula befinden, werden nur von
einem eigenthümlichenRaubvogel bewohnt, diefe
ist Strix nyctea.
Das nördliche Asien und Amerika besitzen
ebenfalls nur einen eigentümlichen Raubvogel,
nämlich Strix virginiana.
Europa, welches aufser den früher genann-
ten Vögeln, Amphibien und Fischen, folgende
Säugthiere eigentümlich besitzt, nämlich: Myo-
xus muscardinus, Mus soricinus, glareolus, So-
8ex leueodon, tetragonurus, constrictus, Talpa
europea, Vespertilio auritus, murinus u. a. wird
von mehreren eigentümlichen Raubvögeln be-
wohnt:
Aquila braehydaetyla. Falco apivorus,
— tigrina. — pentiatus,
— bubalina« — sclavomcus.
Falco rufipes* — arundinaceus.
— tnacrourus. — griaeus,
— braccatus. — rufus.
versicolor.
marginatus.
Strix alueo.
— minutua,
— ater.
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554
{
Das sudliche Europa hat mit dem nordli*
chen Afrika einige Raubvögel gemein, nämlich:
Vultur percnopteras* Falco cyaneus,
fuscos, «r- aeruginosa*.
$• 207-. 1
Das nördliche Asien, welches mehrere ei-
genthümliche Saugthiere besitzt, z.B. Arctomys
pobac, Cricetus accedula, arenarius, Mygale mo-
schata, Ltmmuslagurus, gregalia,saxatilis, Mus
agrarius, vagus, betulinus, sriatus, alliarius, ruT
tüus u. a., so wie auch mehrere früher genannte
Vögel, Amphibien und Fische, wird von fol*
genden Raubvögeln bewohnt:
Aquila ffitQX* Strix uraleosis,
Falco regulus. — p^lchella,
~ vesper tinoides. — barbata.
— lanarius. -~ stridula,
Strix diminuuu
§♦ 20^.
Kuropa, das nördliche und gern äfs igte Asien,
so wie das nördliche Afrika, die von folgenden
eigen thümlichen Säugthieren, Lepus timidus,cu-
niculus, Mus rattus, musculus u. a., und von
mehreren früher genannten vonVegetabilien und
Insekten lebenden Vögeln bewohnt werden, be-
sitzen eigentümlich:
Vultur fulvns, Falco milvas^
— leucocepbahjs. — nisus.
Aquila naevia. — tinouneulus.
Die eben genannten Länder und das nörd-
liche Amerika haben mit einander gemein:
Aquila haliaetus. §trix otns,
Falco buteo. — buhoh %
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555
Im nördlichen und gemäfsigten Amerika»
wo aufser den bereits oben angeführten Vögeln,
Amphibien und Fischen, viele eigentümliche
Säugthiere vorkommen, nämlich: Cervus virgi»
nianus, Didelphis marsupialis, Philander virgi-
nianus, opossum, Lepus hudsonius, Sciurus hud-
sonius, virginianus, Dipus hudsonius, Sphalaz
hudsonius, Ondatra americana, Arctomys xno«
nax u. a., halten sich folgende besondere Raub-
vögel auf:
Aquila americana.
— leacogaster*
Falco cinercus.
— lineatua.
— botealis.
— columbarius*
— leveriarms.
— europigistua.
— uHginosus«
byemajis*
Falco S* Johannis.
- — novae terrae.
— obscerus.
sparverius*
-T- dubios.
Strix cinerea,
— r- wapacutho.
— nebulosa*
•w- naevia.
asio,
acadica.
In den Ländern zwischen den Wendekrei-
sen und in deren Nahe, wo die gröfste Anzahl
yonSäugthieren, von Vegetabilien und Insekten
fressender Vögel, von Amphibien und von In-
sekten lebt, da halten sieb nun auch die meisten
Raubvögel auf. Woraus denn offenbar erhellet,
dafs ein Verhältnifs zwischen der Zahl der zer-
störenden Raubvögel und der Zahl derjenigen
Thiere statt findet, von denen sich jene nähren.
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55*
In Afrika halten sieb aufser den bereits frü-
her aufgezählten Vögeln, Amphibien und Fischen
viele besondere Säugthiere auf, von denen ich
folgende nennen will: Antilope orcas , scripta,
grimmia* pygmaea, daroa, kevella, Corinna,
Cervus guineensis, Sciurus palmarum, getulus,
inauris, Mus barbatus, Myoxus inauris,. Spbalax
capensis , Hyrax capensis, Dipus capensis, Le-
mur mongoz, inacaco, cattau. a. Fast alle diese
Thiere kommen erst jenseits dem Gebirge Atlas
vor, und hier hält sich denn auch folgende
Anzahl eigentümlicher Raubvögel auf, deren
Namen man in dem Verzeichnisse der afrikam-*
sehen Vögel nachlesen kann;
j Arten Geier.
3 — Bartgeier,
9 — Adler,
18 — Falken, Milaoen und Habichte,
IX — Eulen,
also zusammen 48 Arten,
Afrika, welches mit Asien aufser den be-
kannten Vögeln und Amphibien, einige Säug-
thiere gemein hat, nämlich: Antilope gazella,
dorcas, Dipus jaculus und Mus albus zeilonicus,
hat mit demselben Vultur cristatus gemein. Mit
Südamerika und Australien besitzt es keinen ei-
gentümlichen Raubvogel, so viel mir wenig-
stens bekannt ist. Diese Länder zeigen über-
haupt auch eine grofse Verschiedenheit in ihren
übrigen Bewohnern.
§. 312.
Die zwischen den Wendekreisen oder in
deren Nähe gelegenen Länder Asiens, die wie
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' , 557
Wir früher gesehen haben, sehr reich an eigen-
tümlichen Vögeln, Amphibien, Fischen una In-
sekten sind, werden auch von vielen Säugthie-
ren bewohnt, von denen ich vorzüglich einige
von Vegetabilien lebende nennen will, denn diese
werden ja nur'von Raubvögeln gejagt. Hierher
gehören Antilope gutturosa, saiga, cervicapra,
Cervus axis, porcirtus, mundjac, Moschus mo-
schiferus, pygmaeus, indicus, DidelphisBrüinii,
Sciurus maximus, macrourus, indicus, flavus,
sagitta» Dipus torridarum, Mus orientalis, u. a»
Diese Lander nun werden von einer grofsen An-
zahl von eigenthümlichen Raubvögeln bewohnt»
deren Anzahl ich angeben will, und deren Na-
men man in dem Verzeichnifs asiatischer Vogel
nachlesen kann»
A Arten Gelef.
4 - Adler. *
14 — Habichte trad Falken»
4 — Eule»,
also zusammen 22 Arten.
Es sind diejenigen Arten nicht mitgerech-
net, welche das südliche Asien mit dem nörd-
lichen und gemäfsigten Asien gemein hat. Asien
und Australien besitzen einige früher genannte
Vögel und einige Sä'ugthiere, Didelphis orien-
talis und Vespertilio vampyrus eigenthümlich, in
beiden Welttheilen kommt Strix ceilonensis von
pie Zahl der diesen Welttheilen eigenthümlichen
Vögel ist gewifs noch gröfser» welches freilich
dann erst bekannt seyn wird , wenn die Molucki-
schen Inseln, das Land der Papuas und Neu-
guinea in zoologischer Hinsicht genauer unter-
sucht sind, als dies bis itzt geschehen ist. Da9
südliche Asien besitzt mit dem südlichen Ame-
rika keinen Raubvogel eigenthümlich.
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t
555
Westindien und die Lander Südamerikas,
Welche» wie früher gezeigt worden ist, einen so
grofsen Reich thum an eigentümlichen Vögeln,
Amphibien» Fischen und Insekten besitzen, haben
auch viele eigentümliche Säugthiere , von de-
nen ich uur einige nennen will: Cervus mexi-
canus, brasilianus, cariacou>Lama vicunna, pe-
ruana, Cavia capybara, accuchi, aperea, por-
cellus, paca, Sciurus mexicanus, variegatus,
aestuans, Lemmus cyanus, laniger> Hydro mys
coypus, Myoxus cjiiysourus, Sorex Suriname n*
eis, brasiliensis, Mus pilorides, Bradypus tr-
dactylus, Vespertilio lepturus u. ä. Hier hält
sich eine ungemein groise Anzahl von Raubvö-
geln a»uf, so dafs sich nach Azaras a) Angabe
ihre Anzahl zu der Zahl der übrigen Vögel wie
eins zü neun verhält, während auf dem alten
festen Land die Zahl derselben zu der Zahl der
übrigen Vögel sich wie eins zu fünfzehn ver-
hält. Dieses scheinbare Mifsverhältnifs wird durch
die Angabe Azaras b) vollkommen gelijfst, wel-
cher zufolge die meisten Raubvögel Südamerikas
von Fröschen, Kröten, Schlangen, Eidechsen
und Insekten leben. Folgendes ist die Zahl der
Westindien und Südamerika eigentümlichen
Raubvogel, deren Namen in dem Verzeichnifs
amerikanischer Vögel nachgelesen werden kön-
nen.
a) a. a. O. T. 3« p. 4.
' *) — — T. 1. p. 384. Outre cela, I« oiseau* de proie
que j'ai decrit, ne sollt ni aussi teroces , ni aussi carnas-
siers que ies autres, puisque la ptupart vivcnt d'insectes,
de grenouilles, de crapauds, de viperci etc»
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559
5 Arten Geier.
1 Art Bärtgeief.
6 Arten Adler»
&4 — Ftlken, Habichte, Bussarde»
io — Eulen,
ilso zusammen 46 Arten.
Hierbei sind diejenigen Arten nicht mit in-
begriffen, die sich in Nord- und Süd- Amerika
zugleich aufhalten , so wie auch einige neue von
Azara beschriebene Arten nicht, die noch nicht
im Systeme aufgeführt sind. Das südliche Ame-
rika hat weder mit Europa, noch mit Afrika,
noch mit Asien, noch mit Australien eine eigen«
thümliche Art von Raubvögeln gemein. Es zeigt
auch hierin, so wie in allen seinen Productio-
nen. eine grofse Eigentümlichkeit und Verschie-
denartigkeit. Dagegen besitzt es mehrere Raub-
vögel, so wie andere Thierc, mit Nordamerika
eigenthümlich, z. B. Falco furcatus, uliginosus
und sparverius. Bemerkenswerth ist noch, dafs
Südamerika im Vergleich mit Afrika, bei wei-
tem weniger gröfsere Raubvögel besitzt, als letz-
terer Welttheil. Südamerika hat 5 Geier, i Bart*
geier und 6 Adler, dagegen hat Afrika 7 Geier,
3 Bartgeier und 9 Adler. Diefs Mifsverhältnifs
läfst sich vielleicht nur dadurch erklären, dafe
Afrika überhaupt mehr gigantische Formen pro-
duzirt hat, als Südamerika, vorzüglich in Hin-
sicht der Säugthiere. Dem Elepbant, dem Nas-
horn, dem Löwen, dem Giraffe, dem Kameel,
kommt kein amerikanisches Säugthier gleich*
Wie sehr übertrifft auch der afrikanische Straufs
an Gröfse den amerikanischen. Dagen hat Süd-
amerika in Hinsicht der Wasservögel mehrere
gigantische Formen als Afrika, z. B. den Ja-
biru.
•
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■
56o
$. 214.
Australien, dieser» wie es scheint, am spa-
testen aus dem Ocean hervorgetretene Welttheil,
hat, wie wir frdherhin gesehen haben» eine
frofse Armuth an Vögeln, welche von Vegeta-
ilien leben, namentlich an hühnerartigen Vögeln,
und an Finken, Ammern, Kernbeissern m. s. w.
Eine gleiche Armuth 2eigt sich an Amphibien
und Flufsfischen. Hier halten sich denn auch
sehr wenige, meistens kleine Säugthiere auf,
namentlich: Dasyurus macrourus, Maugei, tafa,
minimus, Peraroeles nasuta, Wombatus fossor,
Kangurus giganteus, marinus, Phascolomys fus-
cus. Diese alle sind Beutelthiere, welche ihre
Embryonen nicht, wie die vollkommenen Säug-
thiere, in der Gebährmutter ausbilden können.
Ferner Rhinolopus crumeniferus , und die räth-
seihaften Thiere, welche den Bau der Säugthiere
und Amphibien in sich verschmelzen, nämlich
Ornithorhynchus fuscus, rufus, Echidna longi-
caudata, brevicaudata, Thiere, von denen man
noch nicht einmal gewift weifs, ob sie lebendig
v gebährende oder eierlegende sind. Ich vermuthe
das letztere. Auffallend ist hier die Armuth an
Raubvögeln, denn es sind nur vier eigenthüm-
liche Arten genau bekannt, nämlich:
Aquila novae Hollandiae.
Falco — —
— leuca&tos.
Strix fulva.
Gegen acht noch wenig bekannte Raubvogel
sollen sich in Neuholland aufhalten.
Diese geringe Anzahl von Raubvögeln zeigt
also zur Evidenz, welches genaue Verhältnift
zwischen den zerstörenden und von Thieren le-
benden Raubvögeln und den übrigen thierischen
Productionen eines Landes statt findet.
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56 1
#
Eilf te 6 Kapitel
Einige Folgesatze enthaltend.
§. 515.
Aus dieser ausführlichen Angabe der Ver-
breitung der Vögel über die Erdkugel, so wie
aus der nur kurz angegebenen Verbreitung der
übrigen lebenden Wesen erhellet die genaue Ue*
bereinstimmung und der innige Zusammenhang
der lebenden Wesen mit der eigentümlichen
climatischen und physischen Beschaffenheit der
verschiedenen Abtheilungen der Erdkugel. Fer-
ner ergibt sich hieraus die innige Verkettung
und das genaue Verhältnifs der lebenden Wesen
unter sich, vorzüglich durch das Geschäft der
Ernährung, indem die Stoffe zur Bildung, Fort«
dauer und Erhaltung der in ewiger Metamor-
phose begriffenen Thierformen stets aus dem
Keiche der lebenden Wesen genommen werden*
Jedes Segment der Erdkugel hat nach seiner ei-
gentümlichen climatischen und physischen Be-
schaffenheit seine eigentümlichen Bewohner,
seine Pflanzen, seine pflanzenfressende Thiere,
seine Würmer, seine Mollusken, seine Fische,
seine Amphibien, und seine von animalischen
Substanzen lebende Thiere. Je ähnlicher sich 1
2wei Länder in ihren climatischen und physi-
schen Verhältnissen sind, desto ähnlicher sind
Sich die in denselben vorkommenden Pflanzen
und Thiere» Und umgekehrt je unähnlicher sich
zwei Länder in ihrer climatischen und physischen
Beschaffenheit sind, desto verschiedenartiger sind
die in denselben lebenden Pflanzen und Thiere»
36
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56*
Werfen wir nun noch einen Blick auf die
Verbreitung der Vögel über die Erdkugel, so
werden wir folgendes bemerken. Die Länder
innerhalb des nördlichen Polarkreises und in des-
sen Nähe, welche eine so grofse Aehnlichkeit
In ihrer ärmlichen Vegetation und in ihren tbie-
rischen Produkten zeigen, werden von sehrwe»
nigen pflanzenfressenden Vögeln bewohnt, die
sich alle ungemein ähnlich sind , oder die selbst
nur einerlei Arten aus den Geschlechtern Tetrao
und Fringilla sind. Die in diesen Ländern sich
aufhaltende Sumpf- und Wasservögel sind Arten
der Geschlechter Alca, UriaJ Cotymbus, Mer-
gus und Totanus, welche den äufsersten Seg-
menten der nördlichen Hemisphäre ausschliefsend
eigen sind. Ferner viele Arten der Geschlech-
ter Anser, Anas, Scolopax und Tringa. Sowie
wir uns allmählig von dem nördlichen Polar-
kreis entfernen, verlieren sich die Arten der zu-
erst genannten Geschlechter allmählig gänzlich,
und die Arten der zuletzt genanntenGeschlech-
ter werden seltner und weniger zahlreich. Da-
gegen nimmt jetzt successive mit zunehmender
Vegetation die Zahl der pflanzenfressenden Vö-
gel zu, namentlich die Vögel der Geschlechter
Perdix, Columba, Fringilla, Emberiza, Loxia,
Oriolus, besonders die Zahl der von Insekten le-
benden Vögel aus den Geschlechtern Picus, Cucu-
lus, Lanius, Turdus, Muscicapa, Parus, Sitta, Alau-
da, Motacilla, Sylvia; Sturmis, Hirundo, Ca-
primulgus; ferner die Zahl der Arten der Am-
phibienfressenden Vögel aus den Geschlechtern
Ciconia, Ardea, Grus und Platalea; dieAnzabl
der von Würmern und Kräutern lebenden Sumpf-
vögel aus den Geschlechtern Rallus, Grex, Cha-
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t
5&i
radrius, Arenaria, Numenius* tJallinula und Fu»
lica; und endlich die Menge der Arten der Raub-
vögel aus den Geschlechtern Aquila, Falco und
Strix. Die zunächst aufserhalb des nördlichen
Polarkreises liegenden Länder Europas, Asiens
und Amerikas sind sich noch ähnlich in der
Gleichförmigkeit der eben genannten Geschlech-
ter, die in diesen Welttheilen vorkommen > da-
gegen werden die Arten immer verschiedenar*
tiger, je mehr wir uns vom Norden entfernen*
Das nördliche Europa und Amerika werden von
Wenigen eigen thümlichen Arten zugleich bewohnt*.
Bei weitem grofser ist die Anzahl der im nörd-
lichen Europa und Asien zugleich lebenden ei-
gen thümlichen Arten. Das nordliche Europa*
Asien und Amerika zeigen jedes für sich genom-
men fast blofse Eigentümlichkeiten in den Arten»
aber nicht in den Geschlechtern»
* *
Öhttgefähr vom 45. Gr. nö/dl Br* an köffi*
men im südlichen Europa und im gemässigten
Asien und Amerika aufser der zunehmenden An*
zahl der Arten der früher genannten Geschlech-
ter mehrere Arten der Geschlechter Vultur, Gy*
paetoSi Coratias> Merops, Upupa> Certhia» Otis*
Vanellus» Tantalus Und Phoenicopterus vor*
Jetzt wird die Verschiedenartigkeit nicht nur der
Arten, sondern auch der Geschlechter zwischen
den Ländern des alten und neuen Continenu
immer gröfser. In den Ländern des gemäßigten
nördlichen Amerikas, in Carolina, Virginien*
Louisiana, Florida, Californien Und Neu-Alexi*
co, kommt das Genus Meleagris vor, und meh-
rere Arten der Geschlechter rsittacus, TroctoU
lus, Tanagra* Pipra und Gracula* Die Länder
36 • •
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5*4
des südlichen Büropäs, de* getnafsigten Asten«
und des nördlichen Afrikas zeigen dagegen noch
eine grofse Gleichförmigkeit der Arten und Ge*
schlechter.
In der Nähe des Wendekreises des Krebses
in Afrika jenseits des Gebirges Atlas> in Asien
jenseits des asiatischen Gebirgsrückens/ und in
Amerika jenseits des raexicanischen Meerbusens
verlieren sich die Vögelarten, welche die Län-
der der nordlichen Hemisphäre ausserhalb des
nördlichen Polarkreises bewohnen , fast gänzlich,
wenn gleich dieselben Geschlechter oft mit vie-
len neuen Arten wieder vorkommen Jeder der
drei zwischen den Wendekreisen gelegenen Welt*
theilen besitzt seine eigentümlichen Arten der
Geschlechter Vultur, Aquila, Falco, Strix, Pi-
cus, Cuculus, Corvus, Coracias, Lanius, Turdus,
Muscicapa, Sylvia, Motacilla, Parus, Alauda,
Certhia, Merops, Upupa, Hirundo, Caprimul-
gus, Fringilla, Loxia, Emberiza, Sturnus, Ori*
olus, Perdix, Otis, Grex, Rallus, Gallinula, Fu-
lica, Charadrius, Tantalus, Ardea,Grus> Anser,
Anas u. s. w. Zwischen den Tropenländern des
alten und neuen Continents, welche durch den
atlantischen und den grofsen Ocean von einan*
der getrennt sind , findet sich eine fast gänzliche
Verschiedenartigkeit der Arten. Die Tropenlän-
der des neben einander liegenden Asiens und
Afrikas besitzen dagegen mehrere eigentümli-
che Arten gemeinschaftlich, wie ich bereits frü»
her gezeigt habe.
§. 219.
■
In den Landern und auf den Gewässern
zwischen den Wendekreisen und in deren Nähe
»
1
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kommen nun viele neue , der nördlichen Hemis-
phäre gröfstentheils ganz fremdeGeschlechter vor,'
namentlich das Geschlecht Psittacus, Bucco, Pi-
pra, Phasianus, Parra, Plotu& und Phaeton*
welche den Tropenländem Asiens, Afrikas und
Amerikas gemeinschaftlich angehören, wiewohl
jeder dieser drei Wektheile seine eigentümliche
Arten besitzt. In den Tropenländern Asiens und
Afrikas kommen die Geschlechter Buceros, Co*
Bus und Struthio vor. I* den Tropenlandera
Asiens und Amerikas kommen vor die Geschlecht
ter Trogon (?), Todus, Tanagra, Gracula> Pe-^
nelope, Mycteria und Rhynchops. In den Tro-
penländern Afrikas und Amerikas hält sich das
üenufr Psophia (?) auf. Die hauptsächlich deit
Tropenländern Afrikas angehörenden eigenthüm^
liehen Geschlechter sind das Genus Turaco, Mu-
sophaga, Buphaga* Numida, Didus und Scopus»
Vögdgescbkchter, welche in denTropenländem
Asiens vorkommen, sind das Genus Paradisea>
Pavo und Casuarius. Südamerika besitzt die
Geschlechter Galbula, Bhaigphastos, Phytotoma,
Trochilus (die meisten Arten), Alomotus, Galli-
la, Crax* Tinamus, Rbea, Pafeunedea undCaiw
croma.
•
Die auf der südlichen Hemisphäre* gelege-
nen Länder und Inseln, welche zu Australien
gezählt werden, besitzen eigentümlich die Ge-
schlechter Scythrops, Tanypus, Nectarinia, Glau-
kopis, Parkinsonius-, Vaginalis, Diomedea und
Aptenodytes. Von Geschlechtern, welche haupt-
sächlich den Tropenländern überhaupt angehö-
ren, erstrecken sich mehrere bis nach Neuhol-
land, namentlich das Genus Psittacus undPipra;
von Geschlechtern, welche die Tropenländer
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5««
Asiens und Afrikas bewohnen * das Genus Buce-
tos und Colius; von Geschlechtern, die in den
Tropenländern Asierfs und Amerikas vorkom-
men, das Genus Todus und Gracula; und end-
lich von Geschlechtern Asiens das Genus Para-
v disea und Casuariua. Die in Neubolland vor-
kommenden Arten dieser Geschlechter sind fast
alle diesem Lande eigentümlich. Die meiste
Ähnlichkeit hat Neuholland in seinen Vögel-
geschlecbtern mit dem benachbarten Inseln Asi-
ens» mit denen es selbst mehrere früher genannte ,
Arten eigentümlich besitzt. Die meisten Ge-
schlechter der außerhalb des nördlichen Polar-
kreises gelegenen Länder der nördlichen He-
misphäre, die mit eigentümlichen Arten und
Formen über die Tropenländer verbreitet sind,
kommen auch mit eigentümlichen Arten in Au-
stralien vor. Dagegen fehlen in Australien von
solciien Geschlechtern das Genus Vultur, Picus,
Saxicola, Tetrao4 Fhasianus»PlataleaundPhoe-
nicopterus,
Dafs alle die bis hierher angeführten That-
sachen den verschiedenen Hypothesen über die
Verbreitung der Thiere von irgend einem Punkte
der Erde aus entgegen sind, brauche ich wohl
kaum anzugeben. Jeder Theil der Erde hat bei
seiner Gestaltung und Bildung nach seinen ei-
gentümlichen cumatiseben und physischen Ver-
hältnissen seine eigentümlichen Pflanzen - und
Thier -Formen hervorgebracht, diefs ist der
Haupt- Satz der sich aus diesen Untersuchungen
ergibt. Mehrere Vergleichungen und Folgerun-
gen , die ich in Beziehung auf die Bildung der
Erde, und auf Revolutionen, welche die Erde erlit-
ten hat, noch anstellen könnte, übergehe ich hier.
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I
567
Zwölftes CapitcL
Von dem Einflüsse des Aufenthalts und der Ver-
breitung auf die Bildung der Vogel.
§• 222.
Der Aufenthalt der Vögel hat einen grofsen
Einflufs auf dieselben, besonders auf ihre Be-
, deckungen, das Gefieder. Die Menge und Dich-
tigkeit des Gefieders steht in einem genauen Zu»,
sammenhang mit dem Grade der einwirkenden
Wärme. Alle Vögel, welche die Länder gegen
die Pole bin bewohnen, haben sehr viele, dichte
und anliegende Federn, und fast alle Stellen des
Körpers, selbst die Fufs wurzeln sind mit Federn
bedeckt, z.B. bei den Waldhühnern, Eulen und
bei mehreren Raubvögeln des Nordens» Beim
Schneehuhn sind sogar die Zehen ringsum be-
fiedert. Das Gefieder, der Schwimmvögel ist
zwar im allgemeinen sehr dicht und reichlich,
ganz vorzüglich dicht und zart ist es bei den
Schwimm vögeln, welche sich auf den Meeren
gegen die Pole hin aufhalten. Bei mehreren die-
ser Vögel z. B. beim blauen Sturmvogel (Pro-
cellariavittata) a), u. ä. kommen zwei dichte Fe-
dern aus einem gemeinschaftlichen Kiel hervor»
Bei den Pinguins b) liegen die kurzen, längli-
chen und sehr steifen Federn schuppenartig über
einander, und ähneln in mehrerer Hinsicht den
Fischschuppen. Auch die hochfliegenden Vögelv
d) nach Forsters Bemerkung in s. Reise B. 1. S. 78»
b) Buffon Hist. na für. des Oiseaux T. 1. p. 43. Forsters Be-
merkung auf einer Reise um die Welt. S. 1*75.
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3<*8
welche sich oft in die höheren kalten Regionen
der Luft erheben, haben ein sehr dichtes und
reichliches Gefieder; jedoch sind die Raubvögel
der nördlichen Länder dichter befiedert, als die
der Tropeolä'nder, von diesen letzteren haben
mehrere nackte Kopfe, z. B. die Geier, derCon-
dor u. a. Die Flaumfedern, welche in mehre-
rer Beziehung mit den Moosen und Flechten
verglichen werden konnten, sind bei den Vö-
geln des Nordens ganz vorzüglich reichlich und
zart vorhanden, so wie die feinen, kurzen und •
dichten Haare, welche den Pelz der nördlichen
Säugthiere bilden,
& «3-
Die Vögel der Tropenländer haben im all-
gemeinen ein wenig reichliches und wenig dich«
les Gefieder, wie z. B* der Strauf* und Kasuar.
Dasselbe gibt auch Azara a) von den Yögelu
a) Azara Voy. T. 3. p. 13. Quoique les oiscaux du Para-
guay aient peut e'tre, en generai le plumage moins scrrc
et moins fortement implante qu'en, Europe, ceux qüi ha-
bitent au bas des terrains eleves et couverts de broussailes,
se font remarquer a cet egartf. Iis sont, en outre, peu
farouches; leurs. plumes sont plus longues, plus lächest
moins unies, et leurs aites sont plus courtes, arquees et
foiblei; ih volent plus rarement, et ils marchent par saut».
Les oiscaux qui vivent untquement dans tes campagnes de
couvertes, ont les plumes plus arrondies, courtes et fer«
mes, avec les barbes serrees enfr'cNei; leurs tarses sont
aussi plus arrondis et plus gros, et ils marcheut a grands
pas et avec agilctd Ceux qui frequentent lesj campagnes
et les lieux couverts, tiennent plus ou moins des qnt et
des autres, et leur demarche est unc espece de trot ou de
pas sauicur.
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569
Paraguay'* an, jedoch findet dieses am meisten
bei denjenigen- Vögeln statt, welche sich in den
Waldungen und im Gesträuch aufhalten. Dage-
gen kommt bei den Vögeln der Tropenländer
ein üppiger Federwuchs an einzelnen Stellen des
Körpers vor, und die Federn zeigen in ihren
Formen dieselbe Mannichfaltigkeit wie die Ve-
getabilien der Tropenländer. Ich erinnere nur
an die excessiv langen und mannichfaltig gestal-
teten Schwanzfedern der Pfauen, Fasanen, Pa-
radiesvögel, vieler Papageien, Kuckuks, Mo-
mots, Bienenfresser, Colibris, Certhien, Eisvö-
gel, Fliegenfänger,' Ammern, Finken, Kernbeis«-
ser, Kegelschnäbel, Sänger u. s. w. Desgleichen
tragen viele der ebengenannten Vögel der Tro-
penländer grofse Federbüsche und Federhauben,
z. B. die Kakatus, Hockos, Kronentauben, und
selbst viele Raubvögel des südlichen Afrikas
nach dem Zeugnisse Levaillants. Auch lange
Halskragen kommen häufig vor, z, B. bei den
Goldfasanen, Paradiesvögeln u. a. ; ferner Feder-
bärte, z.B. bei dem Bartfink. Ein solches üppiges
Wachsthum der Federn ist bei den Vögeln der
gemässigten Climaten selten, und noch seltener
ist es bei den Vögeln, welche die Länder der
kältesten Climaten bewohnen*
§. 224.
Der Aufenthalt der Vögel hat einen grof-
sen Kinflufs auf die Färbung des Gefieders. Im
allgemeinen findet man, dafs das Gefieder der
Vögel, welche sich in der Nähe der Polarkreise
aufhalten, weifs, grau, braun oder schwarz ge-
färbt ist, in ein- oder mehrfacher Mischung. Da-
gegen nimmt die Zahl der Vögel , deren Gefie-
der mit lebhaften Farben, mit Roth, Blau, Gelb,
Grün u. s. w., und mit deren mannichfaltigbn
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57°
Mischungen geschmückt ist, von den Ländern
der gemässigten Climatcn bis zu den Tropenlän-
dern zu. Innerhalb den Wendekreisen kommen
die meisten Vögel mit dem mannichfaltigsten
Farbenschmuck vor, hier halten sich fast alle
Vögel mit metallischen und Edelstein-Federn auf,
z. B. die Pfauen , die Kolibris u. a. Es ist wohl
nicht zu bezweifeln, dafs die Intensität des ein-
wirkenden Lichts einen sehr grofsen Antheil an
der Färbung des Gefieders hat, denn es ist vor-
züglich die gegen das Licht gekehrte Fläche der
Federn, welche am meisten gefärbt ist; ferner
sind diejenigen Vögel, welche sich der Einwir-
kung des Lichts entziehen und sich am Tage an
dunkeln Orten versteckt halten, wie die Eulen
und Tagschläfer meistens dunkel, grau oder
braun gefärbt. Allein die Einwirkung des Lichts
kann ich mit Buffon u. a. nicht für die einzige
Ursache der Färbung des Gefieders ansehen,
denn sonst müfste das Gefieder aller Vögel um
so mehr und mannichfaltiger gefärbt seyn, je
mehr sie sich der Einwirkung des Lichts aus-
setzen. Dies findet nun namentlich bei den Tag-
Raubvögeln nicht statt; obgleich sie sich durch
ihren öfteren Aufenthalt in der freien Luft der
Einwirkung des Sonnenlichts unter allen Vögeln
am öftersten aussetzen, so ist ihr Gefiede^ über-
all, sie mögen sich in der Nähe des nördlichen
Polarkreises oder in den Tropenländern aufhal-
ten, sehr wenig lebhaft gefärbt, meistens weifs,
grau oder braun, und niemals findet man die
rothe, blaue, gelbe oder grüne Farbe auf ihren
Gefieder. Es müfsen also noch andere Ursachen
und Bedingungen zur lebhaften Färbung des Ge-
fieders beitragen. Zu diesen scheinen besonders
die Nahrungsmittel und die Wärme zu gehören.
S© ist es bemerkens werth, dafs hauptsächlich die
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57*
von Vegetabilien lebenden Vogel, namentlich die
Pfauen, Fasanen, Tauben, Papageien, Tukans,
Hornvögel, Paradiesvögel, Kolibris, Pirols, Keil-
$cbnäbel, Kernbeisser, Finken, Ammern u. a.,
das lebhafteste und mannichfaltigste Gefieder be-
sitzen; ferner auch viele Insektenfressende Vö-
gel, Spechte, Kuckuks, Jakamars, Kurukus,
Fliegenfänger, Merlen, Drosseln, Manakins,
Sänger, Baumläufer, Kleiber, Wiedehopfe, Bie-
nenfresser und Plattschnäbel, Dagegen sind die
von Saugt hieren» Amphibien, Fischen und Wür-
mern lebenden Vögel, z. B, die Raubvögel, die
Kraniche, Störche, Schnepfen, Brachvögel, Nim-
mersatte, Wasserläufer, Wassertreter, Regenpfei-
fer» Strandläufer, Sägetaucher, Steifsfüfse, Enten, <
Gänse, Möven, Meerschwalben, Sturmvögel,
Fregattvögel, Tölpel u. a, im Durchschnitt bei
weitem weniger lebhaft und mannichfaltig ge-
färbt Allerdings machen einige Reiher, die Fla-
mingos, die Eisvögel u, a. Ausnahmen, Wenn
hauptsächlich der Kohlenstoff in seinen mannich*
faltigen Graden der Oxydation das Hauptprin-
cip der Färbung in dem Thier - und Pflanzen-
Reich bildet, wie ea sehr wahrscheinlich ist, so
wäre diese Erscheinung wohl daraus erklärbar,
dafs die Nahrung der von Vegetabilien und von
Insekten lebenden Vögel eine gröfsere Menge
Kohle als färbendes Princip enthielte, als die
Nahrung der von animalischen Substanzen leben-
den Vögel, Der Einflufs der Wärme auf die
Färbung des Gefieders erhellet daraus, dafa im
Allgemeinen die Mannichfaltigkeit und Lebhaf-
tigkeit der Farben des Gefieders von den Polar-
kreisen gegen den Aequator zunimmt; ferner
dafs das Gefieder gerade derjenigen Vogel am
lebhaftesten und mannichfaltigsten gefärbt isU
welche sich in den niedersten und wärmsten
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57*
■
Luftschichten der Tropenlander aufhalten, wie
die meisten der früher genannten von Vegeta-
bilien und Insekten lebenden Vögel. Dagegen
sind diejenigen Vögel der Tropenländer, welche
sich auf Gebirgen aufhalten , oder sich oft in die
höheren und kälteren Regionen der Luft bege-
ben , wie die Raubvögel , so wie auch die auf
Flüfsen, Land- Seen und auf dem Meere sich
aufhaltenden Vögel wenig lebhaft und mannich«
faltig gefärbt. Vielleicht wirkt die Warme nur
dadurch, dafs sie eine gröfsere Menge von Kohle
in den thierischen Säften erzeugt. Demnach hinge
die Färbung des Gefieders hauptsächlich von dem
Ueberschusse der Kohle in den tbierischen Säf-
ten der Vögel und von dem Grade des einwir-
kenden oxydirenden Lichts ab. Das Gefieder
eines Vogels wäre demnach um so lebhafter ge-
färbt, je mehr seine Nahrung aus Vegetabilien
besteht, je wärmer die Temperatur der Luft ist,
worin er sich aufhält, und je extensiver das Licht
auf sein Gefieder einwirkt. Und umgekehrt das
Gefieder eines Vogels wäre um so weniger leb-
haft gefärbt, je mehr seine Nahrung aus anima-
lischen Substanzen besteht, je kälter die Tem-
peratur der Luft ist, worin er sich aufhält, und
je weniger intensiv das Licht auf sein Gefieder
einwirkt. Hiermit scheinen mir denn auch die
meisten Tbatsachen überein zu stimmen. Die
neuere von Azara, a) aufgestellte JVleinung, daA
a) a. a. O. T. 3. p. 7. II est tout naturel de penser quc
la ou les cspcces abondent, corame au Paraguay il s'cp
frouve de remarquables par leur beaute, et d'autres dont
Fextericur n'a ricn d'agreable; et c'est aussi ce que refulte
de mes observations. Mais les voyageurs sc lont attacbe's
a decrire de preference les bei les especes; et Ton crott que,
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»
573
die Färbung des Gefieders von dem Grade der
Bewegung der Vögel abhänge, scheint mir un-
statthaft zu seyn.
§• 225.
Mehrere Naturforscher, Catesby a), Bajonfc),
dons cette meine contree, il n'cn est ä peine qui n'aient
rien que d'ordinaire, ce que Ton attrtbuc a la force de§
rayons du soleil. S'il en e'tait ainsi aucun oiseau n'e'gale*
roit cti couleurs eclatantes ceux qui vivent Consta mmcnt
dans tes campagnet de'couvertes, oü ils tont le plus expo-
ses a l'ardeur du soleil; cependanr, il est certain que paf.
tni ceux la, il n'est pas un qui merite d'etre destingue par
ton plumage, ce qui parait indiquer que les rayons da
soleil afraibüssent la vivacite' des couleurs, loin de la de-
velopper. En outre, je dois observer a ce sujet, que
Veclat de l'e'mail , les reflets et les teintes les plus agf e'ables
dominent sur te plumage des couroucous, des colibris et
de certains tanagras, et que touS ces oiseaux ont le vol
rapide, habitent les bois sans se montrer a la cime des
arbres que par instans tres-courts, enfin rte se possent
jamais a terre; de sorte qu'ils paraissent evitcr avec au«
tant de soin la poussiere du sol, que les feux de l'astre
du jour. De ces faits, je conclus que Veclat et la beaute
de leurs couleurs proviennent de la force avec laquelle ilf
fendent l'air, de l'ombre qu'ils n'abandonnent jamais, et de
leur attention a s'entretcnir dans la plus brillante pröprete\
a) Natural History of Carolina T. 1. p. 35.
*) Mena Sur Cayenne T. a. p. 261. S'il est vrai que la
Nature ait c'te tres avantageuse aux oiseaux de nouveati
rnonde, pour leur forme et leur paruvc, il n'ett est paa
de meine pour leur voix. On ne trouve nulle part dant
les forets de la Guiane des oiseaux dont les ramagesscient
aussi doux et aussi melodieux que ceux que nous avöns en
Europc; la voix de presque tous est fort grosse, fort ir*
reguliere et tres • desagreable.
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Sparrmann«) und BufFon b) haben den Vögeln
der Tropenländer fcwar ein prächtiges und far*
benreiches Gefieder eingeräumt, dagegen aber
haben sie ihnen die melodienreiche Stimme und
den Gesang abgesprochen. Es ist allerdings wahr»
dafs viele der schön befiederten Vögel > 2. B. die
Papageien, die Tukans, Hornvögel, Kurukus u.a.
eine rauhe und unmelodische Stimme haben, indes-
sen ist es durchaus irrig, den Vögeln der Tropen*
länder den Gesang abzusprechen. Hernandezr)*
a) Reisen S. 15t. Die kleinen afrikanischen Vogel iibefrref»
fen untere europäische Vogel gröfstcntheils an Pracht der
Federn. Durch Stimme und Schönheit des Gesanges zeich«
nen sieh wenige unter ihnen aus.
h) Hist. naturelle des Ois. T. 1. p. 15. £t * l'egatd de U
douceur de la voix et de l'agre'tnent du chant des oiseaux,
ftous oj^servons que c'est une qualite en partie naturelle et
en partie acquise ; la grande facilite' qu'ils ont a retenir et
repe'tef les sons» fait que non- seulement , ils en tmprun*
tent les uns des au t res, mais que souvent ils copient les
inflcxions, les tous de la vöix humaine et de ttos instru-
mens. N"est*il pas singulier que dans tous les pays peu«
ples et polices, la plupart des oiseaux nient la Voix char-
mante et le chant me'lodieux, tandis que dans l'immcnse
e'tendue des deserts de l'Afrique et de l'Amerique, ou Tort
n'a trouve que des homraes sauvages, il n'existe aussi que
des oiseaux criards, et qu'a peinc on puisse citer quelques
especes dont la voix soit douce et le chant agre'able?
c) Hemandet de Avibus Nov. Hisp. Cap. 30. De Cenzöiit*
latole sive centzontli * (Turdus otpheus) In caVeis quibus
detitietur, suavissiiue cantat, nec est avis ulla, animalve
cujus vocem non reddat luculentissime et eXquisitissime a6-
rauletur. Quid ? Philomelara nostram longo superat inter*
Vallo, cujus suavissimum toncentum tantopere landant,
celebrantque vetusti auetores, et quiequid avicuUrum apud
nostram orbem cantu auditur suavissimum.
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57-5
Örowne ä), Sloane b)f Clavigero c)9 Ülloa d),
Molina e) und Azara /) nennen viele Vogel
t.
a) Natur, hisfory of Jamaika pag. 469. The mock-bird or
Nightingale. (Turdus orpheus U) This certainly excels all
other birds both in twcclneff of mclody, and variety of
notcs. Irsings often with extasy.
i) Natur, hist. of Jamaika Vol. 2. p. 293. Iris a common
opinion, that the het parts of the World abound most with
birds of fine eotour'el fcathcrs, and that they want those
who sing: the first of which is true and the latter false,
for there are raany sweel singing birds to be found here,
and those or. as pleasant notcs as any in Europe.
c) Geschichte von Mexiko B. 1. S. 92. Manche Schriftstel-
ler räumen den mexikanischen Vögeln zwar einen Vonug
in der Pracht der Federn ein, sie laugnen ihnen aber den
schönen Gesang ab : wir können jedoch mit Gewifsheit
versichern, dafs diese Meinung nicht auf wirkliche Erfah-
rung, sondern auf Unwissenheit gegründet ist; weil es
mehr Schwierigkeiten für die Europäer hat, mexikanische
Vogel zu hören, als zu sehen. —
d) Phys. Nachrichten von Amerika B. I. S. 144* Der Sinfon-
ie, le moqueur, der Spötter hat in Ansehung der Farbe
seiner Federn nichts besonders, allein die Harmonie seines
Gesanges und die Mannichfaltigkeit der Modulation seiner
Töne , wenn er sich in Freiheit befindet, sind von bezau-
bernder Anmuth. Auch der Gesang der Card inäle, Papste
und Bischöffe ist angenehm.
•) Naturgeschichte von Chili S. 220. Der Siu, (Fringilla
barbatV) singt sehr schön, auch Fringilla deuca , Turdus
thilius, thenca und curoeus.
f) Voy« T. 3. p. 5. Selon BurTon, il n*y a poinf en Arne-
rique d'oiseaux qui aient une voix melodieuse, et c'est, i
son avis, une des inflaences du climat« Mais si Ton for*
snait un choeur d'oiseaux choisis dans l'ancien continentt
et qu'on le comparat a un autre choeur compose' d'un egal
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57*
Mexicos > Jamaika* und Sudamerikas» welche
sich durch einen trefflichen und melödienreichen
Gesang auszeichnen. Auch Forster a) sagt von
seinem Aufenthalt aufOtahiti: mancherlei kleine
Vögel wohnten auf den schattigen Zweigen der
Brodfrucht- und anderen Bäumen und sangen
angenehm« ob man gleich, ich weifs nicht wa-
rum , in Europa den Wahn hegt, dafs es in heis*
sen Ländern den Vögeln an harmonischen Stim-
men fehle.
Ich mufs hier endlich noch Erwähnung thun>
dafs das Bewohnt - oder nicht Bewohnt * Seyn
einer Gegend, eines Landes, einer Insel von
Menschen einen sehr grofsen Einflufs auf die
Vögel hat. Die Vögel sind im Allgemeinen sehr
sanft und ohne Mifstrauen , wie die jungen Vö*
gel beweisen, die eben das Nest verlassen haben,
diese fliehen den Menschen und die Thiere nicht,
wenn sie nicht durch die ängstliche Stimme der
Eltern , welche ihre Feinde kennen, gewärnt wer-
den. Nirgends zeigt sich das ursprünglich sanfte
und zutrauliche Naturel der Vögel stärker, als
nombre d'oiseaux chanteurs rassembles en Paraguay Y la
Victoirc du diant serait peut»ttre dispute'e. II faut ne'an-
moins en ex;epter le rtossignol , avec lequel aucun oiseau
de l'Amcrique ne peut, lans doute, entrer en concurrence
pour les charmes de la voix. Mais si les naturalistes tut*
sent entendu les chansons d'amour de nos oisseaux ame'rt*
cains, et n'en eussent pas jugt par le petit nombre de
ceux qu'ils tenaieht captifs en cage, a cause de la beaute
de leur plumage et de leur qualite* d*etrangers, ils n'eus*
sent pas rais tant de precipitation dans leur decision»
a) Reise um die Welt. B. i. S. ai&
4
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57-
in Ländern und auf Inseln, die. nicht von
Menschen bewohnt werden; hier fliehen sie die
Menseben, wenn sich solche sehen lassen, durch-
aus nicht, wie die Beobachtungen mehrerer Erd-
Umsegler aussagen. Forster a) sagt Von der
»usky-Bay aut Neuseeland : das Thierreich lie*
ferte seiner Seits auch einen Beweis, dafs dieser
Theil des Landes bis jetzt wohl noch keine Ver-
änderung von Menschen erlitten haben könne,
und hefs uns beim ersten Anblick vermuthen,
dafs Dusky - Bay fan der Nordseite- des Caps
West ganzlich unbewohnt seyn müsse, denn
eine Menge kleiner Vögel schienen noch nie eine
menschliche Gestalt gesehen zu haben, so un-
besorgt blieben sie auf den nächsten Zweigen
sitzen, oder hüpften wohl gar auf dem ä'ufser-
sten Ende unserer Vogelflinten herum, und be-
trachteten uns als fremde Gegenstände mit einer
JMeugierde, die der unsrigen einigermaasen gleich
kam Auch Crozet b> g.bt an, dafs die Vögel
bei dem Besuche der Europäer auf Neuseeland
so wenig scheu und furchtsam waren, dafs man
sie mit Stein würfen, ja mit Stöcken tödten
konnte. Bougainville c) erzählt dasselbe von
den Vögeln der Malouinischen Inseln. Ferner
Azara d) von den Vögeln Paraguays. Eine glei-
ä) Reue um die Welt. B. i. S. 96.
*) Voy. p. 93.
*) Voy. autour du Monde. Pari, ,17,. 4. p. gg. L„ bec.
soi« se defioiem .. peu de« chaueurs, qu'il »uflUoit d'aller
a eux avec des bätons.
d) Voy. T. 3 p „. Un natore, pais;b,e) doux w .nn^
cen «emb e devoir etre l'apanage de» oUeau* des pay.peu
Er *que Paragüay' ou ib*»«™*n,.pl,,„e
•«berte _ Am»., |a pt«p»rt manquent ik de la prevoyance
•t de, „oyen, nee«««««« pour evtter I« piege, de« homme.
37
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578
che Zutraulichkeit und 'Furchtlosigkeit zeigen die
Secvögel, besonders die der selten vpn Schilfen
besuchten Meere der südlichen Hemisphäre, Na-
mentlich sind die Tölpel (Sulae) aufserordentlich
zutrauliche und sehr wenig scheue Vögel. Der
Anblick des Menschen erschreckt sie nicht, sie
setzen sich auf die Segelstangen der Schiffe nie-
der und lassen sich leicht ergreifen, wie Feuil-
lee o), Dutertre b), Dampier v), de Gennesrf),
Labat e), Pemetty /); Labillardiere g) u. a. be-
zeugen. Anderson h) erzählt von den Sturm-
vögeln und Pinguinen des Landes Kerguelen fol-
gendes: Eine andere Art, die gröfste von allen
Sturmvögeln > die die Matrosen MutterCarey's-
a) Obscrvat. cd. 1125. p. 98.
b) Hist. gener. des Antilles V. 2. p. 275. •»
e) Voy. T. 1. p. 66. C«t un oiteau fort simple, et qui
ne s'ote qu'a peine du chemin des gens.
<£) Vöy. au detrott de Magellan. Paris 1693. p. 62. II y a
dans cette ile de L'Ascension des fous en st grande quantite,
que nos matelots en tuoient cinq ou six d*un coup de baton.
*)Nouv.Voy. aux iles de PAmerique. Paris 1722. T. 6. p-48'»
/) Hist. d'un Voy. aux iles Malouinca. T. 1. p. 105. Un
fou e'tant venu se percher sur la vergie du mat de misaine
un roatelot le prit a la raain.
g) Voy. T. 1. p. 209. Un fou de l'espece apelle'ePelecanus
varius, se fit prendre a bord au coucher du soleil. — Cet
oiscau etoit venu sans mcfiancc se rcposer dans la grande
hune a cote d'un de nos matelots: c'est une chose assex
remarquable que le peu de crainte que ces oiseaux ont de
rhomme; souvent memc ils sc reposent sur le bras qui
leur est pre'sente.
K) in Cooks dritter Reise um die Welt, teutschc Ueberscrz.
Anspach 1737. 8- B.. 1. S. 125. 127.
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I
579
Gans nannten, war so kirre, dafs wir sie am
Seeufer mit Prügeln todtschlagen konnten. Alle
drei Arten der hier lebenden Pinguinen waren
so zahm, dafs wir ihrer so viel wir wojlten,
mit der Hand fangen konnten. Diese Zutrau-
lichkeit und Furchtlosigkeit der Vögel hat sich
in Ländern die stark bevölkert sind, und wo
die Vögel den seine Oberherrschaft ausübenden
Menschen kennen gelernt haben, gänzlich ver-
loren. Alles dies beweifst, dafs die Vögel durch
ihren Umgang mit Menschen der Erlernung ei*
ner Art Klugheit und Schlauheit fähig sind»
■ «
-1
I r
» ■ \
37 •
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58o
« *
Neunter Abschnitt.
Wanderungen der Vogel a).
■
\
Erstes CapiteL
Von dem Verschwinden vieler Vögel im Herbste ,
und von dem Witdererscheinen derselben
* im Frühling.
$. 188.
D„ Verschwinden vieler Vögel, der Schwal-
ben, Störche, Wachteln u. a. im Herbst oder
zu Anfang des Winters, so wie das Wieaer-
() /. G. Swalbacii Dift. de Ciconiis, Gruibui et Hirundi-
nibus, quo exeunte aestate abvolcnt et ubi hiement. Spi-
rae 1630. 4*
J. Prnetorii resp. Brunone Dissert. de Crotalistria tepidi
temporis hospita. Von des Storches Winterquartier. Lips.
1656. 4 rfi*- n<>2.
des Storches und der Schwalben Winter«
quartier. Frankfurt 16*76. 8*
Winterflucht der nordischen Sommcrvögcl.
Leipzig 1618» 8-
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58t
t
*
erscheinen derselben im Frühling hat sehr früh-
zeitig die Aufmerksamkeit der Naturforscher auf
J. Thamfuiu* retp. Schmidicken Dks. de Hibernaculis
hirundinum., Von der Schwalben Winterquartier. Leipz.
i$5&- 11Q2» 4-
J>. G. Fog Di s$. de.Ciconiarnm hibcrnacultf . Htfn. 1692. 4.
IV. Der harn Letter conceming the migratioa of birdj.
Philos. Transact. V. 170g p. 123.
An essay tovyards the probable Solution of thit question :
whence comrac the Stork, and the Turtie, the Cranc and
theSwauW. London 1*739*
Pauliini wo der Storch eigentlich- rein .(Winterquartier
habc^ in d. Zeit verkürzenden, erbaulichen Last. Bd. 3.
No. 44 S. 29g.
, — rt- voq der Schwalben Winterquartier, in^d. phi-
los. Luststunden, S. 191.
Von. der Wiederkunft der Storche und Schwalben, in d.
Brefslauer Natur - und Kunst - Gesch. Verl. 7. S«. 321«
Vers. g. S. 457* Vers.. 19. S. 283. Ven. 2& S. 409.
. 1 Franckenau avium in calidioccs terras abituf ;.in»ej. Sa«
tyris medic. Sar. 1. 30.
/. T~. Zorn über die Wanderungen. der Vogel in s. Po
tino- Theologie Th. 1. S. 418. Tb. 2. S. 157.
M. CaUsby 0£ birds of passagew in cL Philos. Transact.
V. 1747. p. 435.
J; T. Klein Was» irrende oder Stretch - und Was Zug-
Vögel^ sind, auch wo die meisten Vögel, besonders Schwal-
ben und Störche überwintern., in d. Schriften, der Natur»
forsch. Gesellschaft in Dan zig, Th.- 1.. S. 407.
— — Quaenam.aves ertaticae, o/je migratoriae? in a,
Histor. Avium Prodromus. Lubec. 1750. 4. p. 154.
Ueberwinterung dcr.Vö'gcb in s. verbesserten
und vollständigen Historie der Vögel; herausg. v.G. Key-
ger. Danzig 1760. 4. S. 171.
C. Linnaei resp. Ekmurk Diss. de Mig' .tionibus avium.
Upsal. 1757. 4. in d. Amoenit. Acad. Vol. 4. p. 365.
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5S» .
sich gezogen. Män bat diefs Phänotnen sfeit Ari-
stoteles Zeiten auf zweierlei Art zu erklären
»
P. Collüuon A letter concerning the migrations of swaU
lows» in d» philos . Transact. V. 1*760. p, 459.
Godekeu de Riville Sur le passage des oisscaux» in d.
Mcm. de Math« et de Pbys. T. 3. p. 90.
Edward* Gedanken über das Wegziehen der Vögel»
in s. Natural bistory of birds» und in dem Universal Ma-
gazine tupplenu to the 10. Vol. p. 32$. teutsch .im All»
gem. Magazin. Th. 4. S, 60. Leipz. 1754.
F. C Achard Remarks on swaltows. on the Rhine ; in
den philos. Transact. Y. 1-763. p. iok
I. Lecke resp. Gry s sei Dissr de raigratione hirundinum
et earum hybernaculii- Abo. 1764.
— Einiger Zugvogel Ankunft ; in d« Schwede aka»
dem. Abh. J. 1763. S. 276.
Padre Federico San Vtiali Dissertaaione sopra il pas-
tagio'degli uccelli ; in d. Dissertazioni detrAdunanza lette«
leraria di Casa Mazzuchelli T. l. p 331. Rresc. 1765. 4*
Im Ausz. in d« aücrneuesxen Mannichialtigkeiten Jahrg« i.
S. 393- '
J. Ptnnant On Migration ofbirds» in s. Britisch, Zoology«
D. Barrington An essay on the penodkal appearing
and dtsappearing of certain birds, at differem times of the
year. in d. philos. Transact. Y. 1772* p. 2,6$+
/. Cornish Qi the Torpidity of swatlows and martins*
Ebend. Y. 1775. p, 343. teutsch im Wittenbeig. Wochen-
blatt. R. 10. S. 255. 265. 277.
Clas Bierkander lieber einiger Zugvögel Ankunft und
' Abreise; in d. Abh. d. Schwed. Akad. J. 1776. &. 293.
*f. Dexter on the retreat of house -swallows in winter;
in d. Mcm of the.amcrican Acad. Vol. 1. p. 494.
A. Packard on the retreat x>i swallows in winter; ib.
Vol. 2. P. i. p. 93.
S. J. ßruyn Qn the retreat of swallows and the tropid
State of certain animals in winter; ib. Vol. 2. P. 1. p.96«
/
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583
gesucht; nämlich dadurch, daf* man annahm,
viele Vögel hielten sich, so wie mehrere Saug-
thiere, und wie die Amphibien, Mollusken, Wür-
mer u. s. w\, während des Winters verborgen;
oder sie wanderten in wärmere Länder aus.
Mehrere Naturforscher lassen einige Vögel sich
verbergen und andere auswandern. Die Orte,
wo sich die verschwindenden Vögel, verbergen
sollten,, wurden sehr verschieden angenommen»
Olaus Magnus a), Glaus Wormius, Kirchner,
Klein b)r rontoppidan c), Linne d), J. A.Fabrici-
us e)9 Oedman f) u. a. glaubten, die Schwalben
G. von Carlson Bemerkungen Uber. Schwalben; neue
Abhandl d Schwed. Akad. J. I-J89 S. 301.
IV, Markwick On the migration of certain birds; in d.
Xransact. of the Linnean Soc. Vol. 1. p. Ii 8- Vol. 2 p.325.
E. Lambert Observation! rclatingto the migration o£
birds; ebend. Vol. a. p. 12.
IV. Smellie Ucber die Wanderungen der Thicre; in f*
Philosophie der Naturgeschichte; aus d. Engl, libers. Th.
2? Cap. 20. S. 235.
/. AI, Beckstein Vögelkalender oder Angabe der Jahrs-
zeit, wenn man die "Zug - und Strichvögel in Deutschland -
habhaft werden kann; in s. Ornitholog. Taschenbuch Th.
2. S. 463. auch im 4 B. 2 Th. s. gemeinnütz. Naturge-
schichte Deutschlands. S. 1163.
Bemerkungen über die Wanderungen der Vögel findet
man in den Schriften von Aristoteles. Plinius. Solinus,
Belon, Aldrovand, Gefsner, Willougbby v Derham, Smel-
lie u. a.
*
4) Gent, septentr. Lib. 19. C. ix.
b) a. a.O. glaubte dies vorzüglich von den Haus -und Rauch-
schwalben.
c) natürliche Historie von, Norwegen. Th. 2. S. 187«
d) a. a. O. von den Hausschwalben.
e) Hybern. animal. p. 15.
f) Nov. Act. üpsal. 1*792. T. 5. p. 83»
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584
senkten sieh im Herbst in Seen, Flufse und Sum-
pfe, wo sie in einem erstarrten Zustande den
Winter zubrächten, und dann bei eintretender
Frühlingswärme wieder zum Vorschein kämen.
Dieselbe Meinung hegten auch Albertus Mag.
nus, Gesner, Coleru. a. von den Störchen. Die
eben genannten Naturforscher, vorzüglich Klein,
haben sich bemü it eine Menge Fälle zusammen
zu stellen, wo man Schwalben aus Seen, Tei-
chen und aus dem Schilfe im Herbste und im
Winter aufgefunden haben will. Dem ohngeach-
tet haben sich die meisten neuern Naturforseher
unter andern Catesby 0), Edwards bh Zorne), But-
ton rf), Spallanzani e)t Pallas f), Bechsteing), Aza-
raA)u.a. dagegen erklärt. Wenn man die von Klein
u. a. gesammelten Beobachtungen etwas näher
prüft, so findet man, dafs sie fast alle von Fi-
schern, Pächtern und andern in der Naturge-
schichte wenig zuverläfsigen Leuten herrühren.
Ferner hat man die Schwalben meistens im Herbst
oder im Frühling aus Teichen, Morästen und
aus dem Schilfe gezogen, sie konnten daher
a) Natur, hist. of Carolina T. 1. C 36.
h) a. a. O. in der Vorrede p. 13.
c) a, a. O. . .
4) Hisr. Natur, des Oiscaux ed. de Sonnini p. 157. Cette
opinion extremement contraire aux lois connucs de la phy-
siologie et<ie la vre des oiscaux, n'cst point appuyee sur
l'e'xpcrience.
#) Voy. dans les deux Sicilgs T. 6. p. 90.
f) Reisen durch das russische Reich im Auszug B. 1. S. 00.
a S. g. *
g) Naturg. Teutsch], B. X S. 122 in den Noten sehr aus-
führlich.
k) a. a. O. Vol. 4. p. 97.
-
• 1 •
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585-
durch Runger und Kalte umgekommen seyn , wie
Bechstein gezeigt hat. Der Hauptbeweis gegen
die Meinung vom Winterschlaf der Schwalben
und anderer Vögel im Wasser ist, dafs sie allen
Kenntnissen über das Leben und die Organisa-
tion a) der Vögel entgegen ist Unter alle»
Thieren bedürfen die VSgel der atmosphäri-
schen Luft und des Atbmungs - Ptocesses zu Er-
haltung des Lebens am meisten, wie ich bereits
früher im Capitel von der Respiration der Vogel
gezeigt habe. Wie ist es nur denkbar, dafs Vo-
gel ohne zu athmen über fünf Monate lang im
Wasser versteckt liegen sollen, die im Sommer
nicht eben so viele Minuten in diesem Elemente
leben können. Man könnte hier ah ein Gegen-
beweis die Frösche anführen , die den Winter
in einer Art Erstarrung im Wasser zubringen
ohne Luft durch die Lungen zu athmen. Diefs
ist allerdings wahr, allein während dieser Zeit
dauert der Respiration*- Prozefs bei diesen Thie»
ren durch die nackte und gefäfs reiche Haut fort» '
welche die Stelle von Kiemen vertritt, wovon
mich hierüber angestellte Versuche überzeugt
Laben* Bei den Schwalben und andern Vögeln»
deren Haut mit dichten Federn bedeckt ist, Kann
die Haut nicht die Stelle eines Respirafcionsi-Or-
gans versehen. Ferner möchte das Wasser auch
durch die Nasenlöcher in die mit den Nasenhöh-
len in Verbindung stehende Luftzellen der Kopf-
knochen eindringen, so wie durch dit Luftröhre
in die Lungen, in die Luftsäcke und in die höh«
len Knochen. Ich sehe die Möglichkeit nicht
a) wie unter andern C. Caldwclt in s. Schrift, Medical and
physical momoirs cqntaining araongst Qther subjects« Phi-
ladelphia igio, angibt..
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536
ein , wie das Wa^cr beim Wiedererwadien die-
ser Thiere aus diesen Höhlen entfernt werden
könne. Endlich ist es auch bekannt, dafs die
Schwalben, wenn sie im Herbste verschwinden,
noch nicht abgemausert haben, und dafs sie den-
noch im Frühjahr bei ihrem Wit?dererscbeinen
ein neues Federkleid tragen a). Obnmöglich kön-
nen sie dieses im Walser während des Winter-
schlafs erlangt haben. Alle diese Grunde zusam-
men genommen nöthigen mich, die Meinung von
dem Winterschlafe der Schwalben .yjnAr anderer
Vögel im Wasser für ein naturhistoriaches Mähr-
chen zu halten. : , : >
Viele Naturforscher nehmen an, dafs sich
Vörel den Winter über in hohlen Bäumen, in
der Erde, in Löchern der Felsen u. s. w. ver-
bergen, und daselbst in einem erstarrten Zu-
stande zubringen. Aristoteles glaubte dieses
a> wiii Bcchstcin, auch Leisler in s. Nachträgen in Bech-
steths Naturgesch. Hist. i. S. i. gezeigt hat. Einige Be-
merkungen gegen den Winterschlaf der Schwalben.
b) Hisr. 'Aflim. Lib. g. Cap. 16. De Avibus, quae hyeme
occultantur. in ed. Schneider. Cap. ig. Ex avibus quoque
muitae latent, nec, ut quidamarbitranrur, omnes in tepida
loca secedunr; sed qui haud multum absunt ab ejusmodt
locis, qualis ii, in quibus Semper morantur; veluti milvt
et hiründines. . Quae vero longius absunt, non mutant lo-
cum, sed se ipsas abdunt. Visae enim sunt hiründines in
angustiis convallium muitae j plumlY nudatae pehitus: et
milvi ex iis evolantes locis visi sunt» cum primum appa-
ruerant. Nullo quoque discrimine tarn quae rectos quam
quae uncos habent ungucs sese condunt. Quippe et cicc«
nia et merula et tttrtur et alauda. — Latet etiam tuTdus
et sturnus. Ex iis, quae aduncis sunt unguibus, paucis
dictus latent milvi et noctuae.
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587
von <Jert Schwalben , Lerchen , Staaren, Drosseln»
''Turteltauben, Störchen u. a. Aldrovand, Gesner,
Schwenckfeld, Schottus, Rzaczynsky, Cypria-
ne*, Hevelius, Praetorius, Neander, Derham,
Schäffer » Ellis> Achard, Cornisb,.Dexter, Bar-
rington a) u. a. glaubten es von den Schwalben«
Klein hegte diesdbe Meinung nicht nur von den,
Uferschwalben» sondern auch von den Nachti-
gallen, Sängern, Lerchen, Kuckuks, Tagschlä-
fern» Wachteln u^a. Diese Männer stützen ihre
Aleinung auf Erfahrungen , nämlich man hat bis-
weilen während den Wintermonaten in alten Ge-
bäuden und Mauren, in hohlen Bäumen und an-
dern Winkeln Schwalben gefunden. Dem obn*
geachtet haben sich mehrere Zoologen, Wil-
loughby, Ray, Marsigli, Vallisneri, Zorn,
Bourghett, Catesby, Wagger, Edwards, Collin-
son, Reaümur, Frisch, Pallas, Spallanzani,
Smellie, Bechstein u. a. mit Recht gegen diese
Meinung erklärt. Obgleich es allerdings keinen
Widerspruch erleidet, daft man bisweilen, wie
wohl sfehr selten, Schwalben während der Win-
termonate an verschiedenen Orten gefunden hat,
unter andern fand Geradin b) zu Spinal in den
Vogesen im Monat December in seinem Kamin
eine Schwalbe, welche tod zu seyn schien, je*
doch in einem warmen Zimmer wieder erwachte,
so kann man dennoch nach solchen wenigen
*
a) a. a. (X p. 294. Yet J shalt,. wirhout an\r defficulty, say>
that J at least am convinced swallows (and perhaps forne
otber birds) are torpid during the winter. Why is it more
extraordinary that swallows should bc torpid during the
winter, than that bats are found in this State % and so nst-
»y inscctes , which are ibe food of swallows?
c) S. Buffon Hist. aar «cd. de Sonnini T. 55. p. 14
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588
tind seltenen Beispielen keineswegs die allgemeine
Regel aufstellen, dafs alle Schwalben und viele
der übrigen Vögel sich den Winter über ver-
bergen. Zorn a), welcher Nester von Mauern-
schwalben im Winter untersuchte , fand niemal»
eine Schwalbe darin. Auch White b) hat die
tiefen Löcher der Sandbänke, worin Uferschwal-
ben genistet hatten, im Winter mit grofser Sorg-
falt durchsucht, aber niemals eine Schwalbe d<-
rin angetroffen, obgleich Klein von diesen Schwal-
ben aussagt, dafs sie sich den Winter über in den-
selben aufhalten. Spallanzani r ), welcher Seh wal-
ben einer künstlich erzeugten Kalte aussetzte,
fand, dafs sie einen sehr hohen Grad von Külte
ertragen können, und dafs sie erst bei 13 bis
14 Gr. Kalte sterben, aber nicht in Schlaf verfallen*
* * ■ >_ ' . -
<. . ■
Es bleibt, wie wir sehn, kein anderer Weg
übrig, das Verschwinden der Vögel im Herbst
zu erklären, al$ der durch das Auswandern der*
selben iu wärmere Lander. Für die, Richtigkeit
dieser Erklärungs-Art spricht die Ankunft vie-
ler Vögel in Teutschland, welche im Herbst in
den nördlichen Ländern Europas verschwinden,
z. B. der Schneegänse, vieler Entenarten, der Säge-
taucher, der Krammetsvögel u. a. Ferner, dafs
diejenigen Vögel, welche im Herbst in Teutsch-
land verschwinden, im südlichen Italien, auf den
griechischen Inseln, in der Barbarei und in Egyp-
ten den Winter hindurch wahrgenommen wer-
«) t. ». o. Th. * s. 436;
b) Natural. Hiitory of Seiborne, p. 1^
c) Yoy. dam let deux Steiles. T. 6 p. 13.
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589
k
V
dem Solch e^Ww^erüfi gen finden ebenfalls im
•nördlichen Asien *nd in Nordamerika zur Herbst-
zeit der nördlichen Hemisphäre statt; desgleichen
im südlichen Afrika und Amerika aufserbalb des
Wendekreises , des Steinbocks , zur Herbstzeit der
südlichen Hemisphäre. Neuholland ist uns in
dieser Hinsicht noch unbekannt. Endlich ist es
sattsam ausgemacht, dafs die Wander- Vögel im
Frühling wieder in die Länder zurück kommen,
wo sie erzeugt worden sind.
i * • ;
m
Man kann die Vogel in Hinsicht der Be-
ständigkeit und Veränderlichkeit ihres Aufent-
halts in Standvögel, Strichvögel und Zugvögel
theilen. Standvögel (aves manentes) werden die-
jenigen genannt, welche sich zu allen Jahres-
zeiten an dem Orte oder in der Gegend aufhalten,
wo sie erzeugt und ausgebrütet worden sind*
Unter Strich- oder Streich. Vögeln (aves errati-
cae) versteht man diejenigen, welche sich yon
dem Orte und der Gegend, wo sie erzeugt wor-
den sind, auf kürzere oder längere Zeit entfer*
Ben, und innerhalb gewisser enger Gränzen her-
um ziehen, ohne mehrere Grade der Breite zu
überschreiten. Zugvögel (aves migratoriae) end-
lich werden diejenigen Vögel genannt, welche
zu gewissen Zeiten regelmäfsig die Gegenden,
und Länder, wo sie erzeugt worden sind, ver-
lassen, und sich in grofsen Strecken, mehrere
oder viele Grade der Breite überschreitend, von
denselben entfernen. Diese Eintbeilung derVo*;
gel in Hinsicht der Beständigkeit undveränder-
Behielt des Aufenthalts ist nur relativ nach der
geographischen Lage der Länder, denn da die
Ursachen der Beständigkeit und Unbeständigkeit
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59° s . '
des Aufenthalts in dem Vorhandenseyn und in
dem Mangel der jeder Vogelart eigentümlichen
Nahrung liegen, diese selbst aber hauptsächlich
von der geographischen Lage der Länder und
von dem Stande der Erde gegen die Sonne ab-
hängen, so ist es einleuchtend, dafs eine Vögel-
art, die in einer grofsen Ausdehnung von vie-
len Graden der Breite über die Erde verbreitet
ist, an einem Orte ein Standvogel und an einem
andern Orte ein Wandervogel ist; z. B. die zwi-
schen den Wendekreisen vorkommende Haufs-
uod Mauer- Schwalbe ist hier Standvogel, indem
sie zu jeder Jahreszeit ihre in Insekten beste-
hende Nahrung findet, Während sie im nördli-
chen Europa ein Wandervogel ist, weil hier mit
Eintritt der kalten Jahreszeit die Insekten ver-
schwinden, von denen sie sich nährt. Eben so
verhält es sich mit vielen andern Vögeln. Die
Tropenländer sind am reichsten an Standvögeln,
Alle übrigen Länder sind um so ärmer an Stand-
vögeln , je mehr sie in der Nähe der Pole lie-
gen.
Es entsteht die Frage, was die Ursache des
Auswanderns der Vögel sey ? Ich halte mit den
meisten neuern Naturforschern den Mangel der
Nahrung für eirie der vorzüglichsten Ursachen ;
und zwar aus folgenden Gründen. Wir haben
i in den vorhergehenden Abschnitt einen genauen
Zusammenhang zwischen dem Aufenthalte der
Vögel und der ihnen eigentümlichen Nahrungs-
mittel wahrgenommen. Wir fanden, dafs die
Zahl, Mannichfaltigkeit und Eigentümlichkeit
der verschiedenen Erdstriche und Brdabtheilun-
gen an Pflanzen, Insekten, Würmern, Mollus-
ken, Amphibien u< s. w. voti der Lage dersel-
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'591
ben gegen die Sonne, oder von der geographi-
schen Lage, von dem Wärme- und Licht-Grade
und von den übrigen clunatischen und physi-
schen Verhältnissen abhängt, und dafs der Zahl,
Manmcbfaltigkeit und Eigentümlichkeit der Erd-
striche an vegetabilischen und thierischen Pro-
duktionen, die Zahl, Mannichfaltigkeit und Ei-
gentümlichkeit der in denselben vorkommenden
Vögel entspricht. Der Stand der Erde gegen die
Sonne ist veränderlich, und diese Veränderlich-
keit des Standes der Erde bringt die Jahreszei-
ten mit ihren eigentümlichen Einflüssen hervor»
Von diesen letztern hängen das jährliche Auf-
blühen und Absterben der Pflanzen ab, so wie
*die erhöhten und verminderten Lebensäulierun-
gen der Insekten, Würmer, Mollusken , Amphi-
bien, u. s. w. Da mit eintretender Herbst- und
Winter -Kälte die meisten Vegetabilien der ge-
gen die Pole gelegenen Länder der nördlichen
und südlichen Hemisphäre verwelken und ab-
sterben, und da die in diesen Ländern sich auf-
haltenden Insekten, Würmer, Mollusken, Am-
phibien und viele Säugthiere beim Eintritte der
Kalte sich verbergen und in einen Winterschlaf
verfallen oder gar absterben, wie viele Insekten, .
so ist es klar, dafs die in den gegen die Pole
gelegenen Ländern sich aufhaltenden Vögel, aus
Mangel an Nahrung auswandern müfsen, indem
sie vermöge ihrer eigenthfümlichen Organisation
und ihrer eigentümlichen Lebensthätigkeit nicht
in einen Winterschlaf verfallen, sich jedoch ver-
möge des Baues und der Lebensthätigkeit ihrer
Bewegungsorgane im Stande befinden, in ent-
ferntere wärmere Länder zu ziehen, um Nah-
rung aufzusuchen. Der Hauptgrund, dafs die
Vögel und viele Säugthiere der kältern Climaten
nicht in einen Winterschlaf versinken, liegt oh n-
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■
59»
streitig in ihrem entwickelten Rfcspirationsorga-
nen und in dem intensiveren Respirationsprocefs,
von dem die größere Wärmeerzeugung, die hö-
here Irritabilität und Sensibilität dieser Tbiere
abhängt. Die gröfcte Anzahl der in den kälte-
sten Ländern sich aufhaltenden von Vegetabilien
lebenden Vögel wandern. Nur diejenigen wan-
dern in weniger kalten Ländern nicht, welche
sich von trocknen, öhligen und mehlichen Saa-
men nähren, die noch in den vertrockneten
Fruchtbehältern der verwelkten Pflanzen vor-
banden sind, wie viele Finken, Ammern, und
Kernbeisser. Viele der von Vegetabilien leben-
den Vögel nähren sich den Winter hindurch von
Beeren , Knospen u. s. w. * Wie die Waldhühner.
Hoher Schnee zwingt die Finken, Ammern und
Kernbeisser, welche in den kältern Landern blei-
ben, zu streichen, und Gegenden aufzusuchen,
wo weniger Schnee liegt, oder wo Winde die
Erde stellenweise vom Schnee entbleist haben«
Auch suchen sie die Wohnungen der Menschen
auf, besonders Höfe, Scheunen, Miststätten;
ferner auch stark befahrne Landatrassen u. s. w.
Von Insekten fressenden Vögeln wandern die
Kuckuks, die Wendehälse, die Fliegenfänger, die
Schwalben > die Tagschläfer, die Wiedehopfs,
die Seidenschwänze, die meisten Drosseln, Wür-
ger, Staaren, Sänger, Bachstelzen, Lerchen, Bie-
nenfresser u. a. Dagegen wandern die Spechte,
die Meisen, die Baumläufer und der Zaunkönig
• in der Regel nicht, denn sie suchen die Larven
und Eier der Insekten an der Baumrinde und an
den Knospen auf. Mehrere Insekten fressende
Vögel nähren sich im Winter von vegetabili-
sc!»<°n Substanzen, von Wachholderbeeren, Vo-
gelbeeren, Weinbeeren u. 8. w., wie die Drosseln.
Andere suchen öhlige§aamen auf, wie die Meisen.
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593
Die meisten nicht wandernden Vögel streichen
im Winter, so kommen die Spechte, Meisen und
Baumläufer häufig aus den Waldungen in die
Obstgärten. Alle von Würmern und Mollusken
lebenden Vögel wandern, namentlich die Wie-
senschnarrer , Brachvögel, Schnepfen, Wasser-
läufer, Sandläufer, Regenpfeifer, Kiebitze u. a.,
weil sich die Mollusken bei eintretender Kälte
verbergen und die Würmer in die Erde oder auf
den Grund der Gewässer zurück ziehen. Des-
gleichen wandern die Amphibien fressenden Vö-
gel, die Störche, die Kraniche und viele Reiher-
arten, weil sich die Amphibien verkriechen
und in Winterschlaf verfallen. Ferner wan-
dern die Vögel, welche ihre Nahrung aus dem
Wasser nehmen, namentlich die Schwäne, Gänse,
Enten, Sägetaucher, Steifsfüfse, Eistaucher, Was-
serhühner, Rohrhühner, Rallen, Seeschwalben,
Möven, Scharben u. a., und zwar um so
zahlreicher und um so weiter, je mehr in den
kälteren Ländern die Gewässer und Sümpfe ge-
frieren. In wenig kalten Wintern bleiben meh-
rere dieser Vögel an ihren'Standorten auf den
nicht gefrornen Gewässern und Sümpfen zurück»
Endlich wandern auch mehrere Raubvögel, theils
weil viel* Thiere von denen sie sich nähren in
Winterschlaf verfallen, theils weil die meisten
Vögel der kältern Länder auswandern. Die wan-
dernden Raubvögel folgen den Zügen der wan-
dernden Vögel. Viele der nicht wandernden Raub-
Vögel streichen. Die meisten der von animali-
schen und vegetabilischen Substanzen lebenden
Vögel, die sogenannten Omnivoren Vögel, die
Rabenarten nämlich , streichen blofs. Der Man-
gel der Nahrung also ist die Ursache des Aus-
wanderns der Vögel in den kältern Jahreszeiten.
Dafs nicht die Einwirkung der Kälte auf die
38
4
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594
Vögel die Wanderungen verursacht, erbellet dar-
, aus, dafs so viele kleine Vögel, selbst der kleine
Zaunkönig, in den Ländern der kalten Climaten
zurück bleiben.
Es ist nicht zu bezweifeln, dafs es aufser
dem Mangel an Nahrung noch Ursachen und
Einflüsse geben müsse, welche das Wandern vie-
ler Vögel bedingen, denn mehrere Vögel ziehen
weg, noch ehe die Kälte eingetreten, und noch
ehe durch diese ein Mangel an Nahrung hervor-
gebracht worden ist Endlich ist es auch be-
kannt, dafs in Kafichen eingesperrte Zugvögel,
z.B. Wachteln, Nachtigallen u. a., bei reich-
licher Nahrung dennoch zur Zeit der Wande-
rungen sehr unruhig werden, und sich bemühen
zu entfliehen; ferner, dafs Störche ß), die ge-
zähmt auf Höfen gehalten werden , wirklich ent-
fliehen und wegziehen. Sehr wahrscheinlich ist
es, dafs diese uns noch unbekannten Ursachen
allein in der eigentümlichen Beschaffenheit der
Athmosphäre liegen mögen; vielleicht in einer :
veränderten electrischen Spannung der Luft,
welche durch den veränderten Stand der Erde
gegen die Sonne, oder durch die versthiedenen
Jahreszeiten hervorgebracht wird. Uebrigens ist
es ja sehr bekannt, dafs die Vögel ein sehr re-
fes Gemeingefühl besitzen und dafs viele durch
Jnruhe, durch schreiende Töne und durch ihr
*) ein Beispiel der Art führt Keimarus an in s. Betracht,
über die Triebe d. Thtere 3. Ausgabe. Anhang S. 56. wo
er auch sagt: Ein Zugvögel fühlet in sich, wann seine
Zeit sey, die Gegend zu verändern, und spiihret einen
Zug nach einem gewissen Erdstriche.
0
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595
übriges Benehmen Veränderungen in der At-
mosphäre und in der Witterung ankündigen a).
Die Wandervögel ziehen meistens in gröfseren
oder kleineren Haufen weg. Die gröfsern Vö-
gel, z. B, die Kraniche, Gänse, Enten u. a., flie-
gen sehr hoch in einem spitzen Winkel b)f um
die Luft leichter zu durchschneiden. Der an
der Spitze fliegende Vogel wird oft durch einen
andern abgelötet. Da das Auswandern der Vö-
gel wegen Mangel an Nahrung erfolgt, der
Mangel aber von dem veränderlichen Stande der
Erde gegen die Sonne abhängt, so ist es ein-
leuchtend, dafs die Richtungen der Wanderun-
gen der Vögel nach der Bewegung der Erde ge-
gen die Sonne geschehen müssen, und zwar in
der Richtung der Meridiane und nicht in der
Richtung der parallel Linien. Die Zugvögel der
nördlichen Hemisphären wandern von Norden
nach Süden > z.B. die Vögel des nördlichen Eu-
ropas ziehen in der Richtung gegen das südli-
che Europa und gegen Afrika; die Vögel des
nördlichen Asiens gegen das südliche Asien ; die
Vögel des nördlichen Amerikas gegen das süd~
liehe Amerika. Demnach kann niemals ein Zug-
vogel Europas nach Amerika gelangen und um-
gekehrt. Die Zugvogel der südlichen Hemisphäre
wandern in der entgegengesetzten Richtung von
Süden nach Norden, z. B. vom Cap der guten
Hoffnung nach dem wärmeren Afrika; die Zug-
vögel Paraguays und Chilis nach dem wärmern
a) S. Th. Hoffmann de praesagiis tempestatis naturalibus
Basil. t78 1. in 4 2 cd.
I) wie Cicero von den Kranichen tagt: Gruet cum loca ca-
lidiora petentes maria transmitrunt, trianguli efficiunr fer-
ro am. De Natura Deorum. h. 2. C 19.
33 *
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596
Amerika, Ich wiederhole also noch einmal, die
Wanderungen der Vögel geschehen im Allge-
meinen in der Richtung von den Polen zum Ae-
quator, nur hohe Gebirgsketten und starke Winde
scheinen diese Richtung um etwas zu ändern»
# • . . .
Mehrere Naturforscher, namentlich Catesby,
hatten die Meinung, dafs die Zugvögel des nörd-
lichen Europas im Herbste und Winter auf die
südliche Hemisphäre wanderten, und sich in ei-
nem Lande aufhielten, das unter derselben süd-
liehen Breite läge, unter welchem dasjenige
Land Europas auf der nördlichen Hemisphäre
liege,, in welchem sich die Vögel den Sommer
hindurch aufhielten. Demnach müfste ein Zug-
vogel , der sich den Sommer hindurch unter dem
50. Grad nördl. Breite aufhielte, sich während
des Winters unter dem 50. Grad südl. Breite
aufhalten. Diese Meinung ist durchaus irrig,
denn wenn gleich die Vögel auf der nördlichen
Hemisphäre in der Richtung von Norden nach
Süden wandern, so erreichen dennoch die we-
nigsten den Wendekreis des Krebses und uber-
schreiten niemals den Aequator. Ware die An-
nahme Catesbys richtig, so müfsten die Zugvö-
gel des nördlichen Europas am Cap der guten
Hoffnung erscheinen, wovon aber keiner der
vielen Naturforscher, welche das Cap bereist ha-
ben, Erwähnung thut. Ferner müfsten denn auch
{"ährlich während den Wanderungen auf der süd-
ichen Hemisphäre die Vögel des Caps nach dem
- nördlichen Afrika und nach dem südlichen Eu-
ropa kommen, welches aber allen Erfahrungen
zuwider ist. Die Wanderungen der Vögel ge-
gen die Wendekreise und gegen den Aequator
1
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59?
habe n also ihre Gränzen, welche von der jähr-
lichen Bewegung der Erde gegen die Sonne ab-
hängen a). Ich kenne nur einen Vogel, wel-
cher von dieser Regel eine Ausnahme macht,
diefs ist der wandernde Albatrofs (Diomedea
exulans), von dem weiter unten die Rede seyn
wird.
* - ' ' $. 234.
Das Zurückwandern der Vögel im Frühjahr
in der Richtung voa dem Aequator gegen die
Pole scheint theila durch. Mangel an Nahrung»
tbeils durch die erhöhte Temperatur der Luft
und deren veränderten electriscben Spannung»
und endlich durch den Trieb zur Fortpflanzung
bewirkt zu werden. Was den Mangel an Nah-
rung anbetrifft, so* ist nicht zu bezweifeln, dafs
dieser für mehrere Vögel eintritt, so wie näm*
lieh die Sonne in das Zeichen des Widders tritt,
nimmt die Temperatur der Luft zu, die Erde
wird allmählig von dem Aequator gegen den
Wendekreis des Krebses und gegen den Nordpol
erwärmt, die Würmer der gegen den Aequator
gelegenen Länder ziehen sich tiefer in die Erde
zurück, und die von Würmern lebenden Vögel,
die Schnepfen, Brachvögel, Kiebitze uu a. ver-r
m) wie auch Aiara a. a. O. T. 3. p. 15 richtig angibt: Je
pensc avcc Buffon, que la cause generale du pasiage des
oiscaux est le besoin d'aller chercher leur nourriture, et
commc le soleil influe beaueoup sur le ptui ou le moins
d*abondance de cetre nourriture , je ne doute point que
leurt voyages ne se prolongent au dtla des Ii mit es que hi
nature a prescrits au cours du toleil, c'est a dire, que Im
latitude qu'atteiguent lei oiscaux lorsqu'ils passent d'un
pays a un autre, est egale a la de'dinaison qui change la
position de cet astre.
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598
lassen wegen Mangel an Nahrung diese Lander
ihres Winteraufenthalts, und begeben sich nach
den nördlichen Ländern, wo die Würmer all-
xnäblig mit eintretender Frühlingswärme zum
Vorschein kommen. Die Vögel der kältern Gi-
raten scheinen durch die allmählich von dem
Aequator und von den Ländern des Wendekrei-
ses in die gemäfsigten Climate des Krebses- zurück
kehrenden Haufen gegen die Pole gedrängt zu
werden, indem die Länder mit Vögeln übervöl-
kert werden, und so ein Mangel an Nahrung
eintritt. Da die Vögel der nördlichen Hemisphäre
sehr stark befiedert sind, so scheint auch selbst
die wieder eintretende Wärme sie zu nöthigen,
die Länder der gemäfsigten und kältern Clima-
ten aufzusuchen, wo eine ihren Bedeckungen
angemessenere Temperatur herrscht. Endlich
mag auch wohl der Trieb zur Fortpflanzung die
Vögel bestimmen, diejenige Sphäre von Einflüs-
sen aufzusuchen, wo sie am leichtesten und un-
gestörtesten diesem Geschäfte obliegen können.
J)ie Wandervögel kehren von dem Aequator und
von den Wendekreisen gegen die Pole entwe-
der in gröfseren Haufen und Zügen, oder mehr
vereinzelt zurück. Sehr merkwürdig ist es, tiafs
die Vögel gewöhnlich an denselben Ort zurück
kehren, wo sie gebrütet haben. Linne a) be-
obachtete ein Staaren - Pärchen, welches acht
Jahre hindurch in dasselbe Baumloch zurück
kehrte, wo es zum erstenmale genistet hatte.
Spallanzani b) band Schwalben, die in seiner
Wohnung nisteten, vor ihrer Abreise rothe Fa-
den an die Füfse, zwei Jahre hindurch kehrtei*
a) a. a. O, p. 574.
h) Voy. dans les deux Siciles. T. 6« p* 3* 6.
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599
-
diese Vögel in dasselbe Nest zurück. Wenn man
dieses Phänomen auch durch den Instinkt zu er-
klären sucht, so ist es genau genommen noch
nicht erklärt, weil der Instinkt selbst noch nicht
erklärt ist.
§• 235.
Da im Allgemeinen das Wandern der Vögel
in der Richtung von den Polen gegen die Wen-
dekreise und den Aequator, und von diesem in
der Richtung gegen die Pole zurück, von den
Bewegungen der Erde oder von dem verschie-
denen Stande derselben gegen die Sonne, und
von den hieraus auf die Erde resultierenden Ein-
flüssen abhängt, so ist es klar, dafs die Wan-
derungen der Vögel auf der nördlichen und süd-
lichen Hemisphäre im Gegensatze geschehen.
Nämlich wann die Sonne aus dem Zeichen der
Jungfrau in das Zeichen der Wage tritt, also
zur Zeit der Herbstnachtgleiche (für die nörd-
liche Hemisphäre), dann beginnen die Wände«
rungen der Vögel auf der nördlichen Hemisphäre
in der Richtung vom Nord- Pol, gegen die Län-
der des Wendekreises des Krebses und gegen den
Aequator; um diese Zeit aber wandern die von
der südlichen Hemisphäre gegen die Länder des
Wendekreises des Steinbocks und des Aequa- -
tors eingewanderten Vögel wieder in der Rich-
tung gegen den Süd -Pol aus. Und umgekehrt,
wann die Sonne aus dem Zeichen der Fische in
das Zeichen des Widders tritt, also zur Früh-
lingsnachtgleiche (für die nördliche Hemisphäre)»
dann wandern die gegen die Länder des Wen-
dekreises, des Krebses und gegen den Aequator
eingewanderten Vögel wieder in der Richtung
gegen den Nordpol aus; zu dieser Zeit aber
wandern die Zugvögel der südlichen Hemisphäre
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6oo
m derRfchtttng voft dem Südpol gegen die Län-*
der des Wendekreises des Steinbocks und des
Aequators. Demnach also findet ein stetes ab-
wechselndes Ziehen und Strömen der Vögel von
den Polen gegen die Wendekreise und gegen die
Aequator statt, und wieder von dem Aequator
und von den Wendekreisen gegen die Pole; je-i
doch im Gegensatz auf der nördlichen und süd-
lichen Hemisphäre. Während des Winters der
nördlichen Hemisphäre sind, wenn ich mich so
ausdrücken darf, die Vögel dieser Hemisphäre
gegen, den Wendekreis des Krebses und gegen
den Aequator contrahkt, zusammengedrängt;
dann aber sind die Vögel der südlichen Hemis-
phäre , als zur Sommerszeit dieser Hemisphäre,
von dem Aequator und dem Wendekreise des
Steinbocks an, gegen den Südpol expandirt, aus-
gebreitet. Umgekehrt verhält es sich während
der Sommerzeit der nördlichen Hemisphäre, dann
sind sie auf dieser ausgebreitet, und auf der süd-
lichen Hemispähre, als zur Winterzeit, zusam-
mengedrängt. Ich werde in den folgenden Ca-
piteln die Beweise der Wanderungen »der Vögel
für die nördliche und südliche Hemisphäre lie-
fern,.
$. 236.
Ich habe bisher die Wanderungen der Vögel
im Allgemeinen über die Oberfläche der Erde
nach den geographischen Graden angegeben , es
gibt aber noch Wanderungen von den Gebirgen
in die Thäler, und von diesen zu den Gebirgen
zurück. Alle auf den Alpen sich aufhaltende
Vögel ziehen sich im Herbst und Winter von den
höhern Gegenden in die niederen zurück, und
zwar in gleichem Grade wie die auf den Gebir*-
gen eintretende Kälte oder der iu Menge fallende
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6oi
Schnee ihnen die Nahrung entzieht. Das Schnee-
buhn, welches sich im Sommer auf den Grön-
ländischen a)9 Lappländischen und Europäischen
Alpen bis zur Scnneegränze aufhält, zieht sich
im Herbst bei einfallendem Schnee von den hö-
hern Gebirgsregionen .gegen die niederen herab.
Dasselbe findet auch bei der Alpenkrähe> bei
dem Bergfink u. a« statt. Die Geier- Adler und
andere Kaub vogel begeben sich im Winter eben-
falls oft in die Thäler herab, so wie die Vögel
und viele Säugthiere, von denen sie sich näh-
ren. Im Frühling , so wie der Schnee zu schmel-
zen beginnt, ziehen diese Vogel wieder gegen
die Alpen zurück. Viele Vögel Südamerikas»
welche im Sommer die Anden und Cordilleren
bewohnen , wandern bei eintretender Winterkälte
von den Gebirgen in die Thäler herab* Moli-
na b) sagt, dais der Choroi Papagei (Psittacus
cboraeus und Jaquilma (Ps. jaguilma) im Herbste
von den Cordillerien in die Ebenen herabziehe,
und dafs die Haufen dieser Vögel, welche in den
Ebenen unter dem 34. bis 45. Grad herumflie-
gen, so grois seyen, dafs sich niemand, der sie
nicht gesehen habe, einen Begriff davon machen
könne. Wenn sie ihre Züge machten, um Nah*
rung aufzusuchen, so verdunkelten sie die Sonne
und stiefsen ein unaufhörliches, betäubendes Ge-
schrei aus. Zum Glück kämen diese Vögel erst
nach der Erndte und kehrten schon wieder an
den Gebirgen zurück, sobald die Bäume anfin-
gen Knospen zu treiben. Molina c) erzählt von
dem Siu oder Bartfink (Fringilla harbata), da&
d) Crani Gtoefihnd B. 1. S# 64. IS*
*) Naturg. von Chili. S. 92g.
c) a. a. 9. S.
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I
6o2
er sich auf den Anden aufhalte» und dafs er im
Winter in die Ebenen herabziehe, im Frühling
aber wieder auf die Gebirge zurück kehre.
§. 237.
Endlich werden die Züge und Wanderungen
vieler Vögel durch die Wanderungen anderer
Thiere veranlafst, von denen sich jene nähren.
Olivier a) sagt: es wehen in Mesopotanien zu-
weilen starke Südwinde, dann werden durch die
Winde ungeheure Schwärme von Heuschrecken
herbeigeführt, in deren Begleitung immer der
Samarmar oder Samarmog (Merlerose duBuffon,
Turdus roseus L. Turdus seleucis Forskael) an-
kommt, der sich von Heuschrecken und andern
Insekten nährt. Deswegen wird dieser Vogel im
ganzen Orient verehrt, und niemand kann es
unbestraft wagen, einen dieser Vögel in Gegen-
wart eines Muselmanns zu tödten. Nach Pallas
erscheint die rosenfarbige Drossel jährlich am
Don, auch kommt sie in Sibirien am Irtisch vor,
wenn daselbst viele Heuschrecken erscheinen.
Auch ßarrow b) erzählt, dafs am Cap der guten
Hoffnung der Heuschreckenfresser, eine Drossel-
art, in Haufen zu tausenden den Heuschrecken-
zügen folge« Nach Pennant c) werden die in
ungeheuren Heeren wandernde Häringe von vie-
len Möven, Scharben und andern Seevögeln be-
gleitet, welche sich von diesen Fischen nähren.
Wenn in Sibirien und Kamtschatka die Fische
während des Sommers äus dem Meer in die
■ . 11
4t) Voy. dans l'Empire Qthoman. T. 4* P» 39*«
b) Reise ans Cap S. 302.
e) Reise nach Schottland. B. 1. S. 387.
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603
*
Flüsse in grofsen Zügen wandern, so folgen ih-
nen nach dem Zeugnisse Chappe d'Auterochesa)
und Stellers b) sehr viele Möven, Scharben und
andere Seevögel nach. So sollen auch die Pa-
radiesvögel zu gewissen Zeiten in grofsen Zügen
von Neuguinea nach der zwölf bis sechszehn
Seemeilen entfernten Insel Arou wandern , sehr
wahrscheinlich geschehen diese Wanderungen der
Nahrung wegen.
/ i % ■ «
* 4
Zweites CapiteL
Von den Wanderungen der Vogel in Europa und
im nördlichen Afrika.
So wie die Sonne sich von dem Zeichen der
Jungfrau entfernt und sich dem Zeichen der Wa-
ge, des Scorpions und des Schützens nähert,
also vom Monat August bis Ende Novembers,
gehen von Norden nach Süden grofse Verände-
rungen auf der nördlichen Hemisphäre der Erde
vor. Diese Veränderungen äufsern sich zuerst
und am stärksten in den innerhalb des nördli-
chen Polarkreises und in dessen Nähe gelegenen
Ländern/in Europa auf Spitzbergen, Lappland
und Island. Die eben genannten Länder werden
nur noch kurze Zeit von den Strahlen der Sonne
erleuchtet und erwärmt, und endlich tritt die
lange Winternacht ein, weichein Lappland über
einen Monat und in Spitzbergen vier Monate
dauert. Die Kälte nimmt zu, die Erde erstarrt,
a) Voyage en Sibirie. Paris Tfö* 4* T. 3. p. 48&
b) a. a. O. S. 183.
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■
I
6o4
und wird mit Schneebedeckt; die Pflanzen ster*
benab; die nördlichen' Meere gefrieren; und die
zahlreichen Sache, Flüsse, Seen und Moräste
Lapplands werden mit Eis überzogen. Die in
diesen Ländern sich aufhaltenden VSgel wandern»
ihrer Nahrung beraubt, in südliche Länder. Die
Schneeammern verlassen in ungeheuren Heeren
die Länder des nördlichen Polarkreises ; sie zie-
hen über die Feroerinseln , Schottland und die
Orkneyinseln nach Brittanien bis zu den Che*
viotbergen unterm 55. Gr. nördlicher Breite ; fer-
ner nach Norwegen, Schweden und Rufsland;
ja in kalten Wintern kommen sie selbst nach
Polen, Teutschland und Frankreich. / Die wäh-
rend des Sommers in den nordlichen Ländern
lebende Drosselarten, Finken, Seidenschwänze
und andere Singvögel überschwemmen mit ihren
zahlreichen Zügen die gemafsigten Länder Eu-
ropas. Die Schnepfen, Wasserläufer, Strand-
läufer, Enten, Gänse, Eistaucher und Sagetau-
eher wandern nach den Flüssen und Sümpfen
des südlichen Europas. Linne sagt in der Be-
schreibung seiner lappländischen Reise, dafs die
ungeheuren Züge der Sumpf- und Wasservögel,
welche die Heere des Xerxes übertrafen, ihn im
Herbst bei seiner Rückreise acht ganzer Tage
und Nächte begleiteten. DieMöven, Scharben,
Lummen und Alken verlassen die erstarrenden
Meere und ziehen sich an den Rüsten herab auf
gemäfsigte Meere. Viele Alken kommen nach
dem Zeugnisse Willoüghbey s a) bei ihren Waiv-
a) Ornithotog. p. 245. Atcac areticae non possunt nisi pa-
coto mari victum sibi parere, aut itcr facere ; quodsi pro-
ccllae in id. tempus forte ioeiderint, et mare turbidum
fuerit, innumeri macilenti et mortui in littora ejeeli re*
petiuntur.
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I
e
605
derungen um. Nur die Schnee* und Waldhüh-
ner verlassen Lappland und Island nicht, sie
nähren sich ärmlich von Baumknospen und von
den Beeren der aus dem Schnee hervorragenden
Gesträuche*
Noch ehe die Züge der aus dem aufsersteh
Norden kommenden Wandervögel Schweden,
Norwegen, Schottland und Irland erreichen,
haben die Schwalben diese Länder bereits ver-
lassen. In Schweden ziehen die Schwalben nach
Carlson a) gewöhnlich zwischen dem fünfzehn-
ten und einunddreifsigsten August weg. Im Mo«
nat September und Anfangs October wandern
die meisten Vögel aus dem nördlichen Rufsland,
aus Schweden, Norwegen und Brittanien weg.
Aus Schweden ziehen nach dem Zeugnisse Lin-
nes b) alle Sumpfvögel fort, die Störche, Kra-
a) Schwed. Abhandl. J. rj84- B» *<>• S. 301.
. b) de Migr. Avium p. 59$. Nos quae non descrunt, par-
tim cadaveribus vier i tan res, quales sunt Accipitrcs et Picae
plurimae, partim serainibus, frumentis, baccis juniperi vel
conif abietis, ut gallinae et passer um pars magna coniro«
st r uro per hiemem vitam inter nos, dirficulrcr licet, msti-
nere possunt. Rcliquae nutrimenti praesertim defectu co-
actae, alia in loca ad vitam illis sustinendam necessaria,
quae praebent, et quibus potiri licet, aufugiunt: anseres,
quibus in aquii degere, et in illis penum suum colligere
plurimum injunxit natura, dum lacus et amnes nostri,
mare ipsum baltbicum glacie concrescunt, ut patriam rclin-
quant, necessum habent: scolopaces, quae ex paludibut
vescuntur lectit, glacie etiampraepediuntur: passeres tenui-
rostres sive insectivori , absconditis iniectis, ipsi abscon-
duntur.
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6o6
niche, Reiher, Rallen, Schnarrer, Strandläufer,
Wasserläufer, Regenpfeifer, Säbelschnabler, Kie-
bitze, Austernfischer, Schnepfen und Brachvo-
gel; ferner von Singvögeln, die weifse und gelbe
Bachstelze, die Nachtigall, die schwarzköpfige
Grasmücke, der schieferbrüstige Sänger , derßie-
nensänger, der schwarzkehlige, der schwarz-
bäuchige Sanger, kurz alle Sänger und Gras-
mücken, mit Ausnahme des Zaunkönigs und des
Goldhähnchens: desgleichen wandern fort alle
Lerchen, Fliegenfänger, Würger, der Wiedehopf,
der Staar, die Nachtschwalbe, die Saatkrähe,
der Kirsch kernbeisser, der Gartenammer, der
Hanffink, der Buchfink, jedoch von diesem nur
die Weibchen und wenige Männchen. Von Klet-
tervögeln begibt sich der Kuckuk und Wende-
hals weg. Von hühnerartigen Vögeln ziehen die
Trappen , Wachteln und Tauben fort. Aus der
Ordnung der Schwimmvögel entfernen sich die
Seeschwalben, die Möven, die Taucher und
Steifsfüfse, selbst die Scharben, wenn der Bota-
nische Meerbusen zufriert. Endlich ziehen auch
mehrere Raubvögel weg, namentlich der Flufs-
adler, der Milan, der Mäusebussard und der
Thurmfalke. Die aus den Ländern des aufser-
sten Norden auswandernden Vögel ziehen gröfs-
tentheils nur durch Schweden, doch bleiben auch
einige hier, z. B. Schneeammern, Bergfinken,
LappländischeFinken , Hakenkernbeisser, Wach-
holderdrosseln, Eisenten u. a.
§. HO-
In Teutschland a), in Frankreich 6) , sowie
in den übrigen Ländern des gemäfsigten Europas
> ■ ■ ■■ m
a) nach Zorn, Sechstem, Neumann, Mayer u. a.
b) nach ßclon, Button, Saierne, Gerardin, Daudin u. a.
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607
ziehen im Monat August und Anfangs Septem*
ber weg, der gemeine Pirol, die Uferschwalbe,
die Mauerschwalbe, der sch warzrückige , ge-
fleckte und kleine Fliegenfänger, die Rohrdros-
sel, die gesperberte Grasmücke, der geschwätzige,
gelbbäuchige , Laub - und Rohr - Sänger, der Gar-
tenammer, die europäische Nachtschwalbe, der
Kuckuk, der schwarze und weisse Storch, der
Kampfhahn, der Waldstrandläufer, der kleine
Strandläufer, die Mittelschnepfe, der dickfüfsige
Wasserläufer, der schwarze und weisse Storch,
der Nacbtreiher, die schwarzköpfige und kleine
Meerschwalbe und die schwarzköpfige Möve.
Aus nördlichen Ländern kommen an, der Ca-
nuts- Strandläufer; und es ziehen durch , die ro-
senfarbige Drossel, die Steindrossel, der dunkel-
füfsige, rothfüfsige und grünfüfsige Wasserläufer,
der graue Sandläufer, die grauliche Möve u. a.
In der zweiten Hälfte des Septembers pfle-
gen weg zu ziehen , die blaue Racke, der roth-
köpfige Würger, die gemeine und grofse Nach-
tigall, die schwarzköpfige, graue, weifsstirnige
und fahle Grasmücke, der Schilf-, Sumpf-, Teich-
und Fitis -Sänger, die Rauch-, Haus -und Alpen-
Schwalbe, der Baumpieper, der schwarzkehlige
Steinschmätzer, die Singdrossel, die graue Am-
iner, der Wiedehopf, der Wendehals, die Tur-
teltaube, die Wachtel, der grofse und rothbäu-
ichige Brachvogel, der Kiebitz, der trillernde
• und Meer -Strandläufer, der blaufüfsige Wasser-
säbler, die grofse und kleine Rohrdommel, das
Rothfüfsige Sandhuhn, der Wiesenknarrer , das
grünfüfsige, punctirte und kleine Meerhuhn, die
Stübberische Meerschwalbe u. a.
Im Monat October ziehen gewöhnlich weg,
die Rostweihe, die Kornweihe, der rothfüfsige
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6o8
Baum -und Schlecht- Falke, die Misteldrossel,
der schwarzgraue Fliegenfänger, die weisse und
{reibe Bachstelze, der rothkehlige, schwarzkeh-
ige und Weiden -Sänger, die Feld Baum- und
Hauben -Lerche, der Wiesenpieper, der bunte
Staar, der gemeine Fink, der Citronenfink, die
Zipammer, die Ringeltaube, die Holztaube, die
Wachtel, der kleine Trappe, der graue Kranich,
der Fischreiher, der gefleckte, graue, punctirte,
Steindreher -und Alpen- Strand läufer, der roth-
hälsige und rothbäuchige Wassertreter, derdun-
kelbrüstige Regenpfeifer, der gescbäckte Austern-
fischer, die Heer - und Moor -Schnepfe, die
Wasser -Ralle, der graukehlige, dunkelbraune
und Ohren - Steifsftifs. Es kommen aus nördli-
chen Ländern an, der lappländische Fink, die
Haubenlerche, der Bergzeisig, die wilde Gans,
die weifsstirnige und Saat -Gans, der weifseund
ziehen die Roth-, Ring -und zweideutige Dros-
sel, der gehäupte und schwarzbäuchige Kiebitz,
der dumme Regenpfeifer, der dunkelbraune Was-
serläufer, der graue Kranich, die Krick- und
Schnatter-Ente.
Im Monat November wandern aus: der
Flufsadler, der rothe Milan, der Hühnerhabicht,
der Wander-, Baum- und Thurm -Falke, die
Mistel -Drossel, die Haubenlerche, die Zaun-,
Zip-, Rohr- und Sperlings- Ammer, die Wald-
schnepfe, der Goldregenpfeifer, das schwarze
Wasserhuhn, die Knack-, Krick -und Löffelente,
der Gänse- langschnäbelige und weifse Säger.
Es kommen an, die Wachholder- Drossel, der
Seidenschwanz, der Wasserpieper, der Kiefern-
Kreuzschnabel, die Scbnatter-, Trauer-, Spitz-,
Winter-, Tafel- und weifsaugige Ente. In diesem
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609
Monat ziehen gewohnlich durch, der Isländische
und Geyer - Falke, der Sperlingsammer, die
Schnatter-, Hauben -und Kolben Ente, die Schnee-
gans, die dreizehige und Sturm -Möve, die dum-
me Lumme, der schwarzkehlige, gesprenkelte,
Eis- und Imber- Taucher.
Im Monat December kommen gewohnlich
an, die europäische Habichtseule, der weifs-
rückige Specht, der Schneeammer, der lapplän-
dische Fink, der Bergfink, die Eis-, Berg-,
Schell-, Pfeif Kragen - , weifskopfige-, Sammet-
und Brillen -Ente, die Ringel - und weifs wangige
Gans.
Nicht selten bleiben einzelne Vögel der ge-
nannten Arten einheimischer Vögel bei uns zu- • .
rück, so habe ich/ mehrmals Staaren im Winter
gesehen. Während des kalten Winters des Jahrs
1812 auf 1813 hielt sich eine weisse Bachstelze
an den nicht zugefrornen Stellen der Isar auf.
Am vierten Januar des Jahrs 1809 zergliederte
ich eine Wasserralle, welche in einem Sumpfe
gefangen worden, ihr Magen war ganz mit
Crustaceen (Cancer paludosus Scopoli) angefüllt»
§. «41.
Wir wollen jetzt die Wanderungen der Vö-
gel im südlichen Europa auszuforschen suchen»
Ueber die Wanderungen der Vögel in Spanien,
Portugal! , Griechenland und Italien besitzen wif
wenige ausführliche und zuverläfsige Nachrich-
ten, um so reichhaltiger sind dagegen die Beob-
achtungen, welche der Abt Francesco Cetti a)
a) Naturgeschichte von Sardinien, aus d. Ital. Cbers. Leip-
tig 1784- 8* .
39
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n • 1 V »
über die Wanderungen der Vogel in: Sardinien
mitgetheilt hat. Ich habe bereits oben gesagt,
dafa die Zahl der auswandernden Vogel in einem
Lande um so mehr abnehmet je näher es den
Wendekreisen liege> dies nun wird bei Sardinien
vollkommen bestätigt. Die aus Sardinien gegen
die Zeit des Herbstaequinoctiums auswandernden
Vögel sind die Rauch-» Haus - und Mauer«
Schwalbe, die Nachtigall, der gelbkehlige Bie-
nenfresser, der Kuckuk und die Turteltaube. Die
Vögel der meisten Arten , welche im nördlichen
und gemäfsigten Europa wandern, bleiben hier
das ganze Jahr hindurch, z. B. der rothkehlige
Sänger, der graurückige Steinschmätzer, der
bunte Staar, die Würger, die Lerchen, dieMi-
steldrossel, die Feld- und Ringel -Taube u. a.,
indem die Erde nicht mit Schnee bedeckt wird
und die Nahrung niemals fehlt. Auch die in
Sardinien sich aufhaltende einsame Drossel (Tur-
dus cyanus) wandert nicht, die nach Spallan-
zanfs a) Angabe auch in Sicilien kein Zugvo-
gel ist. Da die Gewässer hier nicht gefrieren,
so bleiben auch diejenigen Sumpf- und Wasser-
vögel im Winter in Sardinien , welche im nörd-
lichen Europa wandern , z. B. der Wachtelkönig,
die Wasserralle, die Rohr- und Wasserhühner,
die Steifsfüfse u* a. Gegen die Zeit des Herbst-
aequinoctiums wandern sehr viele Vögel aus dem
nördlichen und gemäfsigten Europa in Sardinien
ein. Im October kommen die ersten Wachhol-
derdrosseln (Turdus pilaris) an, die meisten er-
scheinen jedoch im November, und zwar in so
g^ofser Menge, dafs Cetti die Insel Sardinien ei-
nen grofsen Krammetsvogel - Behälter nennt. Sie
a) Reite nach Sicilien. B. 5. S. 29.
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6n
erscheinen zuerst zu Terranpva* welches nord-
lich gegen die florentinischen und romanischen
Küsten liegt. Diese Vögel nähren sich vorzüg-
lich von den Beeren des Mastixbaums, welche
zu dieser Zeit reifen > von den Beeren des Lor-
beerbaums, des Wachholderstrauchs und von den
Früchten des Erdbeerbaums (Arbutus unedoL^).
Im Monat December besuchen sie die Oliven-
garten , wo sie grofsen Schaden thun. In kur-
zer Zeit werden die Drosseln bei der reichlichen
Nahrung, welche sie hier finden, sehr fett, so
dafs Cetti Sardinien für den Drosselmastplatz
hält. Im Monat März finden diese Vögel keine
hinlängliche Nahrung mehr, daher sie um diese
Zeit alle verschwinden. Ferner kommen aus dem
Norden an, viele Staaren, Kirschkernbeisser,
Ammern, Ringeltauben und Wachteln, von letz*
teren ziehen viele durch nach Afrika. Die
weissen und gelben Bachstelzen kommen sehr
zahlreich im September mit den ersten Herbst-
regen an; bei Eintritt des Frühlings ziehen sie
alle wieder weg. In Italien hält sich ebenfalls
die weisse Bachstelze im Winter auf, nach dem
Zeugnisse Olinas a). Da die durch die Herbst-
regen angeschwellten Flüsse, Bäche und Teiche
Sardiniens nicht gefrieren, so kommen hier viele
Sumpf- und Wasser- Vögel aus den nördlichen
Ländern an, denen die Kalte ihr Element und
die Quelle ihrer Nahrung geraubt hat. Die Ge-
gend um Oristano, die viele Teiche besitzt und
wo der FlufsTirsus strömt, ist ein vorzüglicher
Sammelplatz der vielen eingewanderte!* Zugvö-
gel. Die Kiebitze kommen in Gesellschaft der
Bachstelzen an, in Haufen zu hunderten ja zu
a) Uccclliera. p. 43.
39 *
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6ia
Tausenden. Uebcrall wo bearbeitete Felder sind
siebt man Kiebitze. Ferner kommen an, Gold-
und Halsband. Regenpfeifer, Strandläufer, Wach-
telkönige und Wasserrallen» Nach Cleghorns
Zeugnifs a) kommen die Wachtelkönige auf Mi-
norka gegen das Ende Octobers an, und blei-
ben den ganzen Winter daselbst. Zu Anfang No-
vembers erscheinen die ersten Schnepfen ge-
wöhnlich in grofser Menge. Sie verbergen sich
gern unter 4em strauchartigen Cistus. Anfangs
März sind sie alle wieder verschwunden« Rohr-
dommeln kommen in Menge an, siethuninden
Aalteicben grofsen Schaden, und werden daher
von den Sarden Aalraben genannt. Desgleichen
erscheint der aschgraue, der weifse und der
Nacht- Reiher. Störche kommen selten nach
Sardinien. Die Zahl der in Sardinien überwin-
ternden grünfüfsigen Rohrhühnern und schwar-
zen Wasserhühnern nimmt zu der Zeit, wann
die Herbst-Regen die Teiche und Flüsse anschwel-
len, durch die aus nördlichen Ländern ankom-
mende Schaaren ungemein zu. Sie werden in
grofser Menge gefangen. Zu Anfang März zie-
hen die eingewanderten wieder weg. Wilde
Schwäne überwintern jedes Jahr auf den Tei-
chen der Stadt und Diöces Oristano. Endlich
kommen jeden Winter viele Sägetaucher, wilde
Gänse, Schnatterenten, Pfeifenten, Knck - und
Reiher -Enten an, die hier den Winter zubrin-
gen, und im Frühling nach Norden zurück keh-
ren. Mit den Nachrichten Cetti's über die Wan-
derungen der Vögel in Sardinien stimmen die
Nachrichten von Reisenden über die Wande-
. rungen der Vögel auf Corsika* Minorka, Major-
u) Reise nach Minorka.
■ i
i
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<H3
ka, Sicilien und Maltha. überein* Sehr wahr-
scheinlich verhält es sich auf gleiche Weise mit
den, Wanderungen der Vögel in dem unter glei-
chen Breiten mit Sardinien liegendem Unter-Ita-
lien, Rumelien, Spanien und Portugall.
Forskael a) beobachtete während seines Auf-
enthaltes zu Constantinopel mehrere Zugvögel*
namentlich gi,bt er an, dafs Wachteln im August
und September auf ihrer Reise nach Egypten
durchziehen, und im April zurückkehren. Hol?^
tauben kommen in grofser Menge in der Mitten
Septembers an, sie halten sich eine Zeit lang in
Eichenwaldungen auf und ziehen dann weiter^
Schnepfe^ ziehen im September durch in der
Richtung nach Syrien; im Februar und März
kehren sie zurück. Endlich halten sich im Win-
ter viele wilde Gänse an den Flüfsen und Süm-
pfen auf, die im Frühjahr wieder wegziehen.,
• *
Ueber die Wanderungen der Vögel auf den
griechischen Inseln hat Sonnini b) mehrere Be-
merkungen mitgetheilfc, von denen ich hier da*
Wesentlichste angeben wilL Die Zeit der An-
kunft der Zugvögel auf den griechischen Inseln
richtet sich nach den daselbst herrschenden Win-
den. Zu Ende des Sommers 1707 erfolgte die-
selbe sehr spat, weil die Nordwinde, die in die-
ser Jahreszeit gewöhnlich herrschen, damals viel
später wehten als in anderen Jahren, und weil
daher die Vögel, die gegen Süden fliegen, auf
a) a. a. O. p. 7.
6) in seiner oben angeführten Reise nach Griechenland und
der Türkei.
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614
diesen Wind, der ihre, Reise wesentlich begün-
stigt, lange warten mufsten. Defswegen hielten
sie sieb nur kurze Zeit auf den Insela auf ■ denn
sie scheinen das Bedürfnifa zu fühlen „ bald in
den Gegenden anzukommen» wo ein wärmeres
Klima und ein reicher Vorrath von Lebensmit-
teln auf sie wartete» und benutzten daher zu
ihrer Abreise den ersten günstigen Wind. Eine
andere allgemeine Bemerkung ist, dafs alle diese
Vögel bei ihrem Ruckzug im Frühling in weni-
ger zahlreichen Zügen reisen und weit mehir ver-
einzelt und zerstreut sind als bei ihrer Herbst-
wanderung, Merkwürdig endlich ist auch noch,
dafs sie im Ganzen genommen im Frühling
samnitlich sehr mager, hingegen hei ihrer An-
kunft im Herbst aufserordentlich fett sind* Der
Wiedehopf besucht Anfangs August und Ende
März die Inseln der Archipels. Die Grasmucken
kommen im Monat September in der Levante
an, und werfen sich begierig auf' die Feigen, so
wie dieselben reif werden. In^ Monat Öctober
erscheinen die Rothkehlchen in der Levante;
selten findet man sie jedoch auf den nakten In«
sein, sondern sie ziehen die jnit Baumen und
Gesträuchen beschatteten vor, wie z* B. die In-
sei Scio, wo sie sich in den Gehölzen von Ma-
stixbäumen und wilden Myrthen, womit diese
prächtige Insel bedeckt ist, in Menge aufhalten*
Auch die Hänflinge sind Zugvögel auf den grie-
chischen Inseln. Die Distelfinken hingegen hal-
ten sich das ganze Jahr hindurch auf den gröf-
seren Inseln auf, und sind nur auf den kleinern
selten vorhanden, weil sie daselbst nicht Schat-
ten genug haben» Auf allen aber findet man
- eine Menge von Bachstelzen, die durch ihre Leb-
haftigkeit die oft traurigen und einsamen Gegen-
den aufheitern. Sie scheinen die Inseln nicht zu
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verfassen , denn Sonnini hat mehrmalen welche
im Winter auf nakten Felsenspitzen in der Nähe
des Meers -gefunden. Die geroeinen Lerchen sieht
man in grofsen Zügen auf allen diesen Inseln;
auch findet man die Calandra- Lerche, die ein
Zugvogel ist. Zuweilen sieht man auch auf die-
sen Inseln . zu Ende des Sommers Nachtigallen ;
sie bringen die strenge Jahreszeit in den lachen-
den Ebenen von Niederegypten und auf den
Küsten von Syrien und der Barbarei zu. Wäh-
rend ihres Aufenthaltes auf den griechischen In«
sein hört man aber durchaus die melodischen
Gesänge nicht von ihnen, wodurch sie bei uns
alle andere Singvögel übertreffen. In Natolien
und einigen andern Gegenden von Kleinasien
gibt es eine Menge Nachtigallen, die aber nie-
mals die Haine und Gebüsche verlassen, worin
sie geboren werden. Die Nebelkrähen und Doh-
len verlassen die Inseln niemals; die Mandel-
krähen hingegen sind Zugvögel, und man sieht
sie in zahlreichen Flügen an den Ufers des Mee-
res, wo sie an den todten Körpern, die von den
Wellen ausgeworfen werden, ihre Nahrung fin-
den. Während des Winters Sieht man auch sehr
viele Staare. Sobald man auf den griechischen
Inseln anfängt die Felder zu. besäen, nämlich
gegen Ende Oktobers, stellen sich von allen
Seiten zahlreiche Flüge von Holztauben ein, die
einen Theil des Getraides auffressen , das der
Landmann ausstreut; sie sind Zugvögel und
meistenteils sehr fett, ausgenommen die, welche
das ganze Jahr auf den Inseln bleiben und in
Felsenlöchern nisten» Die Turteltauben, welche
Ende Augusts ankommen, sinä sehr fett und
wohlschmeckend, sie werden von den Griechen,
besonders auf der Insel Policandro , wo sie am
häufigsten hinkommen , in außerordentlicher
Di
-
616 '
Menge getodtet und in grofsen Gefäfsen mit
Weinessig eingemacht. Im Frühling kommen sie
zurück und Weihen gegen drei Wochen auf den
Inseln. Mit den Turteltauben zugleich kommt
der Kuckuk an, den die Griechen daher den
Turteltauben- Anführer nennen. Es ist merk-
würdig, dafs dieser Vogel während seines Auf-
enthaltes in andern Ländern fast alle seine Ei-
genschaften ablegt, die er bei uns besitzt; er
führt nicht mehr das einsame Leben wie bei uns,
sondern hält sich zu andern Vögeln deiner Art
und reist sogar mit ganz fremden Arten in gros-
ser Gesellschaft ; auch läfst er durchaus seine
Stimme nicht hören, wovon er seinen Namen
erhalten hat. Bei seinem Durchzug im Frühjahr
ist er aufscrordentlich mager ; wann er aber im
Herbst wieder zurückkehrt, so ist er sehr fett,
und wird dann für eine gute Speise gehalten«
Auf den meisten griechischen Inseln Kommen
jährlich die Wachteln in zahlloser Menge an,
Sie befolgen bei ihren Zügen immer denselben
Weg und entfernen sich nur höchst selten da-
von; auf einige Inseln im mittelländischen Meer
kommen sie daher* in ungeheurer Menge, auf
andere nur in geringer Anzahl und auf einige
. ganz und gar nicht. Die- Einwohner von der
Insel Santorin, wo sich diese Vögel vorzüglich
zahlreich einstellen, machen grofse Vorräthe da-
von in Essig ein. Auf der Küste von Morea
und auf der Insel Cerigo werden sie eingesal-
zen und auf die andern Inseln im Archipel ver-
kauft« Höchst sonderbar ist es, dafs die Wach-
teln, die sich auf ihrem Zuge aus Europa nach
Afrika auf mehreren Inseln verweilen , sich nie-
mals auf der Insel Rhodus aufhalten» Da
schlechterdings niemals Wachteln dahin kom-
men , obgleich die Insel nur wenig von dem Weg
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*I7
entfernt ist, den sie zu nehmen pflegen, so isl
dieses ein Beweis, dafs diese Vögel auf ihrem
Zuge einer bestimmten Linie folgen, die so un-
veränderlich ist, wie die Jahrszeit ihrer Wande-
rung. Gewöhnlich kommen die Wachteln gegen
Ende Augusts auf den Inseln der Levante an,
bleiben fast den ganzen September dort, und
kommen dann in der Mitte des Aprils zum zwei-
tenmal, um nach den nördlichen Gegenden zu-
rückzukehren. Auf den nördlichsten Inseln im
Archipel sieht man zuweilen während des Win-
ters Fasanen ; sie kommen aus den Wäldern Thes-
saliens dahin, wo sie in grofser Menge vorhan-
den sind. Wenn der Winter recht kalt ist, so
gibt es auch auf einigen Inseln in den höchsten
Gebürgen Auerhähne, und sogar auch auf eini-
gen südlichen Inseln, wie z. B. auf der Insel Mi-
lo, sobald es aber anfängt, wärmer zu werden,
so ziehen sie wieder fort. Im Winter giht es oft
eine aufserordentliche Menge von Schnepfen auf
den griechischen Inseln ; sie sind Zugvögel und
kommen meistenteils aus den Bergen vonMo-
rea dahin, wo die Kälte wegen der Menge von
Schnee, die daselbst fällt, sehr beträchtlich ist«
Die Kiebitze reisen ebenfalls wie die Schnepfen
im Winter; sie erscheinen auf den Inseln, wenn
die Kälte, die jedoch nie empfindlich wird, an-
fängt einzutreten, das heifst im Jänner. Sie sind
nur Zugvogel und bleiben nie länger daselbst
als zwölf bis vierzehn Tage. Auf den Küsten'
von Caramanien hingegen halten sich diese Vö-
gel in Menge den ganzen Winter hindurch auf.
Auch gibt es in der schlechten Jahrszeit an den
Ufern des Meeres und in den sumpfigten Ge-
genden dieser Inseln eine Menge Enten von ver-
schiedenen Arten und viele andere Wasservö-
gel.
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♦ • * .
Endlich wollen wir noch die Nachrichten
über die Wanderungen der Vögel im nördlichen
Afrika folgen lassen, und zwar mit Egypten den
Anfang machen. Von der Mitte Augusts bis zur .
Herbsts Tag - und Nacht • Gleiche ist Egypten
vom Nil überschwammt Gegen das Ende des
Septembers verlieren sich die Wasser, und nun
kommen die Zugvögel aus nördlichen Ländern
an. Sonnini a) sah in der Gegend von Alexan-
dria zu dieser Zeit mehrere Zugvögel ankom-
men, namentlich den gefleckten und schwarz-
grauen Fliegenfänger, den rothrückigen Würger,
den. gelbkehligen Bienenfresser, die blaue Racke,
und den gelben Pirol, der während seines vier-
zehntägigen Durchzugs die Maulbeerbäume stark
besucht. Desgleichen kommen im Herbst die
Nachtigallen an, die sich den ganzen Winter
hindurch in den Gesträuchen in der Nähe des
Nils aufhalten , jedoch ihren melodienreichen Ge-
sand nicht hören lassen b). Die Wiedehopfe sind
sehr gemein, besonders zu Anfang des Winters,
sie kommen aus den nördlichen Ländern und
halten sich haufenweise an dem in seine Ufer
zurücktretenden Nil auf, wo sie viele Würmer
und Insekten finden. Auch Staaren kommen in
Menge in Egypten an. Der Kuckuk erscheint
ebenfalls im Herbst. Die aus Europa ankom-
menden Turteltauben verbreiten sich von den
* *
*) Voyage en Egypte. T« 3. p. 361.
b) — - — i T. 2. p. 57. Le teul cri qu'il y • fasse enten-
dre est l'espece de son rauque, de rllement qui, dansnos
pays, succe'de ä «oq ramage varissant, des qu'il a cesse
de chanter ses amours«
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«19
Seeufern big Cahro. Im. Monat September hal-
ten die Wachteln iiv zahlloser, Menge ihren Ein-
zug a), zuerst erscheinen sie an den sandigen
Ufera des Ausflusses des Nils. Obgleich der
runde Körper und die kurzen Flügel dieser Vö-
gel sie zytm Fluge wenig geschickt gemacht hat,
so stellen, sie dennoch regelmäßige Wanderun-
gen über d<as mittelländische Meer nach Egypten,
an. Sie streifen dabei immer auf der Oberfläche
des Wassers hin , benutzen jeden Rubepunkt,
den sie in diesem mit Inseln und Schiffen bedeckten
Meere häufig finden^ und kommen endlich von In-
sel za Insel und von Schiff zu Schiff in Egyp-
ten an. Allein freilich kommen, die zahllosen
Heere dieser Vögel bei weitem nicht ganz an;
theils werden sie von heftigen Windstöfsen in
die Wellen geschleudert» theils gereicht ihnen
die Ruhe zum Verderben, die sie auf den Ingeln
und Schiffen suchen, denn überall lauert der
Mensch auf sie. Auch die in Egypten zu vie-
len tausenden b) ankommenden ermatteten Vo-
gel werden überall in Netzen gefangen. Im Mo-
nat MiJrz und April kehren die Wachteln nach
Europa zurück, im Monat September ziehen die
Störche c) in grofse^ Menge ein, desgleichen
a) Sonnini t. Q. T. f. p. 3TJ. X. 3. p. 363. Olivier
Voy. (Uns t' Empire othoraan. T* 3» p* 65.
b) Sonnini a, a. O,. p. 363 il en arrive uoe iL grande mul-
titude aux environi d'Alexandrie que la quantite qWon y
en voit est vratment incroyable.
c) Bcllonic Observ. p. |02. Ciconiac Aegyptum tanta acte*
dunt in copia, ut agri et prata inde albcscunt ; bas tarnen
araant aegyptit, cum ranae illic tanta abundantia generen-
tur, ut nist ciconiac eas vorarent, nihil Ulis esset frequen-
tius, tum etiam quod serpentea capiant et devorent.
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Ö20
s. >
* * » * • »
auch die Kraniche; diese Vogel ziehen im April
wieder weg a)> In der Mitte September», afeo-'
zur Zeit wo der Nil fällt, kommeif die Peli-
kane nach Egypten b). Sie ziehen in gröfsei*
Haufen wie die wilden Gänse. Im Sommer hal-
ten sie sich am schwarzen Meer und an dei*
Küsten Griechenlands auf. Bei dem Zuge ver-
weilen sie einige Tage zu Smirna und an den.
Rüsten Natoliens. Einige bleiben immer zu Da-
miette und auf dem Deka; die meisten ziehen
jedoch nach Oberegypten. Anfangs October er-
scheinen die Kiebitze, welche den Winter hier
zubringen. Zu finde dieses Monats pflegen die •
Wachbolderdrosseln r) anzukommen, sie ziehen
im März wieder weg. Im Monat November kom-
men die Regenpfeifer, die Strandläufer und die
Schnepfen an; erstere halten sich an den Ufern
des Nils auf; die Schnepfen hingegen besuchen
gern die abgeernteten Reisfelder d). Endlich zie-
hen viele wilde Gänse und Enten , namentlich'
Alias boschas und penelope e) in grofsen Hau-
fen ein, sie halten sich gern £uf den Seen des
a) Schaw Voy. T. 2. Ch. 5. p. 167. Vers !e milieu d'AvTil
i*]22 notre vaisseau etifnt ators a l'ancre sous le montCar*
nie!, j'ai vu trois vols des cicognes, dont chacun fut plus
de trois hcurs a passer, et s'e'tcndoit plus d'un demi mille
en largeur. Ces cicogoes venoient de l'Egypte, parce que
les canaux du Nil et les inarais, qu'il forme tous les ans
par son debordement, etant deseches, dies se retirent au
Nord - Est.
h) Hasselquist Iter p. 338* Avium migrantnim adventus in
Aegyptum observatus anno 1750.
c) Sonnini a. a. O. T. I. p. 355.
d) a. a. O. T. I. p. 377.
e) nach Hasselquist a. a. O.
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621
• » •
Deltas auf, und ziehen zu Ende des Winters wie-
der weg. In Oberegypten in der Gegend von
JKous C25f Gr. nördl. Br.) ziehen die Schwalben
niemals weg a). In der Barbarei wandern im
Herbst wie in Egypten sehr viele aus Europa
kommende Vögel ein, welche bei eintretendem
Frühjahr wieder nach Buropa zurückkehren. So
sagen wenigstens die Nachrichten über die Bar-
barei von Shaw, Höst, Agrell u. a. aus. Wir
wollen uns jetzt noch zu südlicheren Ländern
wenden» namentlich nach Senegal und Guinea.
Adanson b) erzählt: dafs am 6. October des
Jahrs seiner Reise nach Senegal, da das Schiff
noch ohngefähr 50 Meilen von der Küste ent-
fernt war , gegen Abend vier Schwalben sich auf
das Schiff niederliefsen und sich auf die Stufen
einer Strickleiter neben einander setzten. Adan-
son fing die ermüdeten Schwalben mit leichter
Mühe und erkannte sie für Schwalben dersel-
ben Art, welche in Europa die gemeinste ist«
Während seines Aufenthalts auf der Insel Sene-
gal (ohngefähr unter dem 18. Gr. nördl. Breite)
sah er viele Schwalben der Art, welche zur
Herbstzeit ankamen, und im Frühjahr wieder
wegzogen, ohne genistet zu haben. Obgleich
die Wahrheit dieser Nachricht von Barrignton
a) Sonnini a. a. O. T. I. p. 355. Toutes se rassemblent sur
les Lacs du Dcica, qui ne sont pas loin de Rossette et de
Damictte , et y forment des troupes innorobrabies , qui nt
disparoisent qu'apres l'hiver.
b) Sonnini a. a. O. T. 3 p. 225. üne multitude d'insectet
aile's f sert en meine temps de patüre aux hirondellcs, qui
ne quittent pas un climat aussi favorable a leurt habitudcs
et a leur subsistance.
#) Reise nach Senegal. 9^.*
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02* <
u. a. in Zweifel gezogen worden ist, so verdient
sie meiner Meinung n£ch doch alle Glaubwür-
digkeit, weil auch Labillardiete a) Unter dem
20. Grad nördlicher Breite und 2%. Gr. 30 Mi-
nuten ostlicher Länge am 29. Oktober 1791 tine
Rauchschwalbe sah> difc einige Zeit lang dem
Schiffe folgte, Und dann sich in der Richtung
gegen die afrikanische Köste entfernte. Am 6.
November fing Labillardiere den graurückigen
Steinschmätzer (SaXicolä oenanthe, le motteux
de Buffon), welcher sic:h auf das SchffF nieder-
gelassen hatte. Den Nachrichten Adansons und
Labillardieres sind keineswegs die von Spallan-
zani und Forster entgegen. Spallanzani b) näm-
lich sagt, dafs man aufLipari im Winter, wenn
der Himmel klar und heiter, und die Luft süd-
lich ist, zuweilen bald eine bald mehrere Schwal-
ben dicht an der Erde will fliegen gesehen ha-
ben. Ferner sollen sich auch zu Messina einige
Schwalben im Winter aufhalten^, obgleich die
meisten im Herbst wegziehen. Forster d) gibt
von den Schwalben auf Madeira an, dafs sie
den ganzen Winter daselbst bleiben, und dafs
sie Sich nur bei kaltem Wetter auf einige Tage
in Felsen- Klüfte verkriechen und beim ersten
warmen Tag wieder zum Vorschein kommen.
Diese letztere Nachrichten sind offenbar nicht
als Gegenbeweise gegen die Wanderungen der
Schwalben nach Afrika zu betrachten, sondern
sie beweisen nur, dafs die Zahl der nach Süden
auswandernden Vögel in den warmem Landern
ä) Voy. a la recherche de la Perouse. X. 1. J>. '37»
Reise »ach Siciiien. B, 4. S. 95.
e) - — — — * B. 5. S. 24*
d) Reise um die Welt. B. t. S.-£li
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623
geringer ist. Adanson zählt noch zu den im
Wachteln, die Bachstelzen und den Milan (Falco
milvus). Endlich willAdanson auch die Wald-
schnepfe auf Senegal gesehen haben» desglei-
chen Bosman und Isert auf Guinea. Ob
diese Schnepfe hier einwandert oder nicht» ist
ungewifs. Aus allem diesem erhellet, dafs die
Wandervogel Europas sich sehr weit bis zu den
wKrmern Ländern begeben, jedoch überschrei-
ten sie den Aequator nicht, wie Catesby u. a.
geglaubt haben; mir ist wenigstens keine Nach-
richt bekannt, dals ein europäischer Vogel sich
jenseits des Acquators als Zugvogel habe sehn
lassen.
So wie die Sonne sich aflmählig von dem
Zeichen des Wassermanns und der Fische ent-
fernt, und sich dem Zeichen des Widders und
des Stiers nähert, gehen auf der nördlichen He-
misphäre grofse Veränderungen vor. In den
Ländern des nördlichen Afrikas und des südli-
chen Europas nimmt die Wärme sehr zu» und
viele im Winter durch Regengüfse gebildete Süm-
pfe trocknen aus. In den Ländern des gemäs-
sigten und nördlichen Europas wird die Erde
allmählig von Schnee befreit und das Eis der
Flüfse, Teiche und Seen löfst sich nach und nach
so wie die Sonne an dem Horizonte höher her-
aufsteigt. Die Pflanzen wachsen wieder hervor,
und die in Winterschlaf verfallenen Säugt>)iere,
Amphibien, Mollusken, Insekten und Würmer*
durch die Wärme in erhöhtes Leben zurückge-
rufen, verlassen ihre Schlupfwinkel. Jet2t wan-*
dert das geflügelte Heer der Zugvögel in uroge-
Herbst
eiernden Vögeln auf Senegal die
§. 244.
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624
kehrter Ordnung von Süden nach Norden zu-
rück, wie es zur Zeit des Herbstaä}uinoctiums
von Norden nach Süden gewandert war, näm-
lich diejenigen Vögel kommen zuerst wieder,
welche am spatesten abgereist sind, und dieje-
nigen erscheinen zuletzt, welche am frühesten
wegzogen. Die Zeit der Ankunft der Vögel in
den verschiedenen Ländern richtet sich nach der
Witterung; wenn der Frühling früh eintritt, so
erscheinen die Vögel früher; das Gegentheil er-
folgt, wenn der Frühling rauh und kalt ist. In
den Ländern des südlichen Europas ziehen die
meisten eingewanderten Vögel im Monat Februar
und März weg, und die ausgewanderten Vögel
kehren dann zurück. Die aus Schweden und
England nach Afrika gewanderten Vögel brau-
chen von dem Eintritt in das südliche Europa
bis zur Rückkehr in ihr Vaterland gegen einen
Monat und länger, dies ergibt sich wenigstens
aus der Zeit der Ankunft der Vögel in südli-
chen Ländern und aus der Zeit ihrer Ankunft
in nördlichen Ländern. Hier folgen einige Belege
für diesen Satz: nach Cettia) kommen die Nach-
tigallen in Sardinien Anfangs März an, denn schon
gegen den 10. Marz lassen sie ihren Gesang hö-
ren; in England kommen sie nach Derbam b)
und White c) zu Anfang Aprils an. Die Rauch-
und Haus - Schwalben erscheinen in Sardinien
ebenfalls Anfangs März; in Teutschland in den
letzten Tagen des Märzes oder in den ersten des
Aprils; zu Abo erscheinen sie nach Leche d) im
a) a. a. O. S. 2t t.
6) Philo*. Transact. abridg'el. T. 5.
c) Natural Hist. ol Seiborn»'
d) Einiger Zugvogel Ankunft zu Abo» 10 den Abb» ndl. der
Schwed. Akad. B. 25. S. 2^6.
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6as
Durchschnitt vom 6. bis io. Mai, zu Uleaborg
hingegen nach Julin a) vom n* bis 27. Mai.
Nach Redi b) lassen sich die Kraniche zu Pisa
vom 15. bis 24. Februar sehen, in Teutschland
ziehen sie gegen Ende März durch, in Uleaborg
kommen sie vom 14. April bis gegen den 9. Mai
an. Die Wandervögel ziehen also bei weitem so
schnell nicht als manche Naturforscher wähnen«
Daher ist es denn auch begreiflich, dafs Vögel»
welche bei eintretender warmer Witterung weg«
ziehen, oft so schnell wieder zurückkehren»
wenn Kälte und Schnee einfällt, welches namenU
lieh bei den Saatgänsen oft der Fall ist.
In Teutschland beginnt der Rück- oder Wie*
der- Zug gewöhnlich zu Ende Februars. Um
diese Zeit ziehen nach den Beobachtungen Zorn*
und Bechsteins von Voaeln, die bei uns über*
wintert haben, nach Norden fort, der Bergfink,
die Schneeammer und die Kraeenente. Es zie-
o
hen durch von südlichen Gegenden kommend,
der isländische Falk, die Härings- und dreize-
hige Möve, der langschnäbelige und weifse Sä*
gef , der Singschwan und die Schneegänse« Es
kommen gewöhnlich an die Misteldrossel; die
weisse und graue Bachstelze, die Feld - uud
Wiesen- Lerche, der grofse Regenpfeifer und def
kleine Steifsfufs*
Im Monat März ziehen nach Norden , die
Wachholderdrossel, die Haubenlerche, der läpp*
ländische Fink, der Bergzeisig, die wilde Gans>
a) Wiiterungtbeobacbtungen zu Uleaborg, ebend. ß. io. S. irSfr
*) Experiments circa variai rei naturales in f. Opuii.T.a.p. 100.
40
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«26
Äie Saatgans, die Ringel - und weifswangige Gang,
die Berg-, Schell-, Pfeif-, Löffel - und weifs-
köpfige Ente, so wie die Spiefs-, Tafel-, Win-
ter-, Sarumet-, und Kolben - Ente, die flumme
Lumme, der Eistaucher, die schwarzköpfige Mö-
ve u. a. Es ziehen durch , der Berg - und Grau-
Fink, die Berg -und Sperlings- Ammer, die Roth-
und Ring -Drossel, der dunkel - und grünfüfsige
und gefleckte Wasserläufer, der graue Kranich,
die dreizehige und Sturm-Möve, der langschnä-
beiige und weisse Säger, die Brand-, Schnatter«
und Krick* Ente und die Rothhalsgans. Es kom-
men bei uns an der Flufs- Adler, der rothe Mi-
lan, der Hühnerhabicht, der Wander-, Baum-,
Thurm - und Schlecht - Falke, der Rost - und
Korn -Weihe, der gerneine Fink, der Grau -und
Rohr* Ammer* der bunte Staar, die Singdrossel,
die Feld- und Baum-Lerche, der Wiesen -und
Baum -Pieper, der ro th kehlige, schieferbrüstige,
schwarzbäucbige und Weiden-Sänger, der schwarz-
kehlige Steinschmätzer, die Holz - Taube, der
kleine Trappe, der Fisch -und Nacht - Reiher,
die grofse und kleine Rohrdommel, der mittlere,
rothbäuchige und Zwerg -Brachvogel, die Wald-,
Heer- und Haar- Schnepfe, der Kiebitz, der Re-
genpfeifer mit dem Halsbande, die Wasserralle,
das gemeine Wasserbuhn , das grünfüfsige Meer-
huhn, der gehäubte, graukehlige und kleine
Steifsfufs, die wilde Gans, die Schmiel-, Hau-
ben - und Knack - Ente.
* mm
Im Monat April ziehen durch, der gemeine .
Seidenschwanz, der dickfüfsige Wasserläufer, der
schwarzbäuchige Kiebitz, der olivenfarbige und
Kanuts- Strandläufer, der Gold - und schwarz- I
bindige Regenpfeifer, der graue Sandläufer, der
geschäckte Austernfischer , der rothfüfsige Strand-
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627
teuter ü. s.w. Eft ziehen fort, Wald-, Heef-
ünd Haar- Schnepfen u. s. W. Bs kommen an,
der Wendehals, der Kuckuk, der Zaun-, Zip-,
Und Garten- Atafrt er, der graue und rothköpfige
Würger, der gefleckte und schwarzrückige Flie-
genfänger, der geschwätzige, schwarzkehlige,
schwarzköpfige, fehle und ßfaue Sänger, die ge-
meine und grofse Nachtigall, die Rauch-, Haus-,
Ufer- und Mauer- Schwalbe, die Ringeltaube,
die Wachtel, def kleine Trappe, ' der weisse und
schwarze Storch > die schwarzköpfige Und kleine
Meerschwalbe u. ä. -
Im Monat Mai endlich kommen an , die
blaue Racke, der Pirol, der schwarzgraue und
kleine Fliegenfänger > die Nachtschwalbe ; der
Wiesenknarrer u. a.
246. ...
Endlich will ich noch die Ankunft einiget1
V5gel in Schweden angeben, namentlich zu Abo
nach Leche ä)9 zu Skara nach Bierkanderi) und
zu Uleaborg nach Juliri c). Die Schneeammern
ziehen zu Uleaborg gegen den 24. März bis zum
II. April durch. Die wilden Gänse ziehen iß
Skara 2 wischen dem 28. März und 39. April
durch ; in dem nördlicher gelegenen Uleaborg
zwischen dem ii. und 26. April. Der Buchfink
kommt zü Skara zwischen deniö.Märä und 14.
April an; zü Uleaborg zwischen dem 13. und 30.
April- Der Goldammer kommt zu Uleaborg ge-
gen den 12; oder 15. April an. Die weisse Bach-
— *
ä) Schwcd. Abband! . Ü. 25. S. 276.
t>) — ; B. 38. S. 293.
#)Neue-^ B. id. S. 166.
46 *
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stelze erscheint zu-Skara. zwischen dem 5. unä
23. April, zu Abo zwischen dem 6. und 22. April;
zu Uleaborg zwischen dem 20. und 29. <ApriL
Der graurückige Steinschmätzer läfst sich zuSka-
ra gegen den 11. April bis 3. Mai sehen; zu
Uleaborg gegen den 8. bis 27. 'Mai. Die Feld-
lerche kommt iu Skara zwischen dem Ende Fe-
bruars und Anfangs April an; zu Uleaborg zwi-
schen den i-J. und 26. April/ Die Kraniche kom-
men *fcu~ Uleaborg zwischen dem 14. April und
9. «Mai an , der schwarzkehlige Seetaucner zwi-
schen dem 2*. April und 20. Mai. DieMöven
erscheinen zu Uleaborg zwischen den 13. unA
29. Mai, denn der Eisgang findet auf demUlea-
flufs erst gegen den 1. bis 10. Mai statt, wetd die
Scheeren sind Ende Mais vom Eise frei. Der
Kuckuk läfst sich zu Skara zwischen dem 6. und
xg. Mai hören, zu Uleaborg zwischen dem 25*
Mai und 3. Junius. Die Mauerschwalbe kommt
äu Abo^gegen den 15. Mai bis 6. Juni an. Der
Wiesenschnarrer erscheint zu Skara gegen dem
15* Mai bis 5. Juni u. s. w.
* *
Df i tt e s Ca p i t el
Won den Wanderungen der Vögel in Asien a)>
§. 247» -
Detter die Wanderungen der Vögel in Asien
besitzen wir sehr wenige in den Reisebeschrei-
bungen von Steller, Gmelin, Pallas u. a» zer-
streuteBemerkufagen, aus denen hervorgeht, dafs
im nördlichen Asien dieselben jährlichen Wan-
derungen der Vögel in der Hauptrichtung von
Norden nach Süden, und von Süden nach Nor-
den zürück, wie in Europa statt finden. In Kamt-
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6*9
■
schatka wandern im Herbst nach Stellerg ^An-
gabe fast alle Vögel au«. Die Schwalben ziehen^
hier im August weg und kommen in der Mitte
Julius zurück ; die Bachstelzen ziehen im October
fort unct kehren im Mai zurück. Wahrscheinlich
bringen diese Vögel den Winter in Japan und*
China zu. Die Möven verlassen bei Anbruch
des Winlers die Flüsse und Seen Kamtschatkas
und nehmen ihren Weg nach den südlieh gele-
genen Inseln Japans; sie kommen erst zu Ende
Mais zurück. Die meisten Wasservögel wandern
in der Richtung von Südwest aus. Dagegen soft
die B^ringsgam iin Herbste von Osten her aus
dem nordöstlichen Amerika einwandern, und im
Frühjahr aus Westen nach Amerika, zurück keb-
reu.
§-248..
Uebcr die Wanderungen der Vöger in der
Gegend von Astrachan bat Hablizl b) Beobach-
tungen mitgetheilk Äs kommen im Herbst in
dieser Gegend , welche unter dem 47. Gradnördi
Br. Hegt, ungeheure Züge von Wandervögeln aui
nördlichen Ländern an, welche im Frühling wie-
der nach Norden zurückziehen. Die Zeit, wel-
che die Zugvögel bei Astrachan sowohl bei ih-
rer Ankunft als bei ihrer Zurückkunft beobach-
ten, ist nach der verschiedenen Beschaffenheit
der Witterung verschieden. Die Ordnung aber»
in welcher sie beim Hin - und Her - Ziehen auf
einander folgen, ist alhezeit beständig. In der
Mitte Augusts kommt alle Jahr aus den oberen
Gegenden der Wolga der Thurm - Falk an , er
a) a. a. O. S. 185.
*) in Dallas Neu. Nord. Beiträg. B. 3. S. 8*
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639 '
bleibt bis September imd zieht dann weiter süd»
lieh. Im September ziehen die Schwalben, der
Kuckuk, der weisse und schwarze Storch, der
gemeine und bunte Milan weg, desgleichen die
rothe Ente (Anas ritfila), die Jirandente (A. ta-
dorna) und die Kolbenente (A. rufma). Es kom-
" men aus Norden die bunte und rotbfiilsige Nord-
gans (Anser pulchricollis et erythropus) an; sie
bleiben einen Monat und ziehen dann weiter
nach Süden. Anfangs October zieht der Wiede-
hopf, der graurückige Steinschmätzer, der Ver-
kehrtschnabel und der numidische Reiher (Ardea
virgo), weg, dagegen kommen gsofse Haufen
Trappen von Osten und Nordosten an, die in
der Richtung von Westen und Südwesten weU
ter ziehen. Jetzt kommen auch viele Meisen an,
die in der Regel weiter nach Süden ziehen, je-
doch auch bisweilen hier überwintern. Ferner
ziehen in diesem Monat weg, die Würger, Rohr-
drosseln , Rohrammern , Nachtschwalben , Heber
und Turteltauben. Desgleichen ziehen durch und
weg, die Scharben, Löffelreiher, Kiebitze, Strand-
läufer und Wasserhühner. Ende Octobers kom-
men auf dem 3uge aus nördlichen Ländern an,
die wilden Schwäne, Gänse, Pelikane, Säge-
taucher, Schnepfen, und der grofse weisse Rra-*
nich (Grus leueogeranos Pallas). Pie Sägetau-
cher überwintern zuweilen an der YVolga, In
der letzten Hälfte des Octobers kommen aus nörd-r
liehen Landern grofee Heerden von Feldhühnern
an, die in der Gegend von Astrachan den ganzen
Winter bleiben, und im Monat Februar* wieder
wegziehen. In? Monat November ziehen die See-*
möven und Enten weg, dann verschwindet auch
die gemeine wilde Ente. Im Monat Januar er-
scheinen oft viele Lerchen, worunter sieb die
grofse schwarze Lerche (Alauda nigra Callas)
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631
befindet; ferner kommt der graue und der Schnee-
Ammer an. Diese Vögel verschwinden wieder
sobald der Schnee schmelzt^.
Viele der ebengenannten Vögel bringenden
Winter an den Ufern des südlichen Theils des
caspischen Meeres zu, wenigstens traf Hablizlfl)
im Monat November, December und Januar zu
Ensteiii oder Ensily in Persien, folgende Vögel
an: Motacilla rubecula, pygmaea, trochilus,
Alauda arvensis, nigra, Turdus merula, schoe*»
mclus, Parus caeruleus, major, ater, palustris»
caudatus, Loxia coccothraustes, Fringilla cae-
lebs, carduelis, Loxia coccothraustes, Otis te-
trax, Scolopax obscura, arquata, totanus, Cha-
radrius hiaticula , Tringa hypoleucos, arenaria,
macujata, Fulica chloropus, atra, porphyrio,
Grus leucogeranos , gigantea, Ardea nycticorax,
stellaris, Pclecanus onocrotalus, carbo, minor,
Larus maculatus, canus, Anas cygnus, ke kusch -
ka, kasarka , crecca , clypeata, querquedula,
fuligula, clangula, circia, Colymbus auritus,
minutus und caspicus. Die Nachtigallen, die
Schwalben u. a. begeben sich wahrscheinlich*
nach dem südlichen Persien. fc
Beim Rückzug erscheinen, zu Astrachan zu*
erst die Seemöven, gewöhnlich in den ersten
Tagen des Februars. Nach diesen kommt mei-
stens die wilde Ente (Anas bosehas) heerdenweise
an; sie verbleibt so lange die Kälte noch anhält
an solchen Stellen der Wolga, wo der Flufs nicht
zugefroren ist, oder sie hält sich in der Nähe der
a) Bemerkungen in der persischen Landschaft Gilan, in Pal«
las neuen nord. Beiträgen. B. 4. S, 1.
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632
Salzseen auf. Sobald die Witterung gelinder wird,
zieht ein Theil der wilden Enten weiter nach
nördlichen Ländern, und die übrigen nisten an
schilfigen Gegenden. Etwas später erscheinen
die wilden Schwäne und Gänse, die Pelekane
und der grofse weifse Kranich (Grus leucogera-
nos). Der Zug dieser in grofsen Schaaren von
Süden und Südwesten nach Norden und Nord*
osten ziehenden Vögel dauert bis in die Mitte
Aprils fort. Der weisse Kranich nistet niemals
in der Gegend von Astrachan, sondern zieht
nach kurzem Aufentbalte weiter nordwärts* Von
allen übrigen aber bleibt ein Theil den Sommer
über in der dortigen Gegend. Die bunte und
rothfüfsige Nord • Gans (Anser pulchricollis et
erythropus) ziehen Ende Februars nach Norden
vorbei, auch sie nisten nicht in der Gegend von
Astrachan. Die weissen und schwarzen Störche
kommen mit den eben genannten Vögeln, sie
kalten sich beim Rückzug gar nicht auf, son-
dern setzen ihre Wanderuns gerade nach Nor-
den fort; keiner dieser Vögel bleibt in der dor-
tigen Gegend um zu nisten. Im Februar erschei-
nen auch die Kornkrähen, die Dohlen und die
verschiedenen Arten von Meisen, von welchen
die letzteren, die Beutelmeise ausgenommen,
sämmtlich nach nördlichen Ländern ziehen. Zu
Anfang des Märzes stellen sich viele Entenarten
ein , die theils hier , theils weiter die Wolga hin-
auf zu nisten pflegen* Von allen Entenarten
kommt die rothe Ente (Anas rutila Pallas) heer-
denweise, und die Bergente (Anas tadorna) paar-
weise am spätesten an, nämlich erst zu Ende
März. In diesem Monat kommen ferner die Kie-
bitze, Strandläufer und Schnepfen an, desglei«
eben die Scharben, Sägetaucher, Löffelreiher und
Wasserhühner. Von Landvögeln erscheinen zu
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*33
Anfang März die wilden Täuben und Staaren
«chaaren weise; erstere sieht man im Sommer sel-
ten, destb häufiger aber sind sie im Herbst bei
ihrem Rückzüge; letztere nisten in Menge in der
Gegend von Astrachan, sie bleiben bis nach be-
endigter Weinlese. In diesem Monat kommt auch
der Wiedehopf und der graurückigeSteinschmä-
tzer an. Die Schwalben erscheinen in der letz-
ten Hälfte des Märzes« Im April kommen noch
manche Sumpfvögel an, der Verkehrtschnabel
und mehrere Reiherarten, worunter der Jung-
fernreiher (Ardea virgo). Ki*aniche ziehen nach
Norden dtiTch. Von Landvögehi kehren jetzfc
zurüek der Kuckuk, der graue Neuntödter, die
Nachtschwalbe, die Rohrdrossel, die Rohram-
mer, die Turteltaube, die Nachtigall, der ge-
meine und bunte Milan u. a. Ende Aprils kommt
der Bienenfresser und die Uferschwalbe an.
•
Viertes Capiteh
Von den Wanderungen der. Vogel in Nordamerika a).
§. 249.
Beim Eintritt der Kälte gegen das Herbat-
Aequinoctium verlassen bei weiten* die meisten
ä) Man findet Nachrichten hierüber in Gatesby Natural Hi-
story of Carolina.
W. ßartram Travels through Nord and South-Garoli-
na, Georgia,. East- and West - Florida etc. Philadelphia
1*791. London 1792. übers, von Zimmermann im Magazin
d. roerkw. netten Reiseheschreib. B* 10.
-
B. S. Barton Fragments of the natural hiitory of Pen«
sylvania. Philadelphia 1799. fol. Diesa interessante Schrift
habe ich Uidcr nicht erhalten kennen.
Di
63-f
Arten von Vögeln die Länder des äufsersten
Nordamerikas» um sich nach südlich gelegenen
Ländern zu begeben. In Grönland wandern nach
dem Zeugnisse von O. Fabricius a; gegen den
Monat September folgende Vögel aus; Emberiza
nivalis» Fringilla calcarata, linaria, Saxicola
oenantbe, Tringa lobata, Charadrius hiaticula,
apricarius, Sterna hirundo, Larus tridactylus,
Colymbus septtntrionalis, glaci&HSt Anserspec-
tabilis, Anas bemicla, boschas, Mergus mergan-
ser und serrator. Diese Vögel müssen bei ihren
Wanderungen nach südlichen Ländern über das
Meer ziehen, unh die Küsten von Labrador zu
erreichen. Die meisten kehren im Monat April
und Mai zurück.
In den an der Hudsonsbay gelegenen Län-
dern kommen im Herbst sehr viele Zugvögel aus
den arctiscben Ländern an» welche ihre Wan-
derungen nach südlichen Ländern fortsetzen. Im
Monat September erscheinen ungeheure Schwär-
me von schwarzen Ammern (Emberiza hyema-
lis) und Schnee-Ammern (E. nivalis), welche ei-
nige Zeit verweilen, sich von Grassaamen näh-
ren, und bei eintretender gröfserer Kälte südlich
ziehen. Der gespornte Fink (Fringilla lapponica
8. calcarata) läfst sich häufig am Severnflufs sehen.
Ferner zieht die Berglerche (Alauda alpestris) in
grofsen Heerden nach den südlichen Ländern
durch. Anfangs September kommt die Schnee-
gans (Anser niveus s. hyperboreus^) in Schwär-
men ~zu lausenden an, sie bleiben bis Anfangs
October an der Hudsonsbay und ziehen dann
a) Fauna Groenlandic*.
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$35
weiter nacb Süden. In der Mitte Mays kehren
sie zurück- Von der Mitte Augusts bis zur Mitte
Octobers zieht die canadische Gans (Anser ca-
nadensis) in grofsen Haufen durch, an die sich
diejenigen anschliefsen, welche an der Hudson*«
bay gebrütet haben« Mit dem Frühling, bei den*
Aufthauen der Sümpfe und Flüsse, von der Mitte
Aprils bis zur Mitte Mays, kehrt die kanadische
Gans zu ihren nördlichen Brutplät?en in unzäh-
ligen Heerden zurück. Zu dieser Zeit werden
von den Engländern viele tausend Gänse erlegt
und eingesalzt. Die Zeit der Rückkehr der Gänse
heifet bei den Indianern der Gänsemonat a).
Aus den an der Hudsonsbay gelegenen Ländern
wandern im Herbst nebst mehreren anderen von
Norden kommenden Vögeln aus> der Tauben«
habicht (Falco columbarius), der Goldspecht (Pi*
cus auratus)* die Wanderdrossel (Turdus migra-
torius^), der gestreifte Fliegenfänger (Muscicapa
striata)» der weifsköpfige Ammer (Bmberiza leu-
cppbrysj), der Baumfink (Fringilla monticola),
der amerikanische Kreutzschnabel, die Wander«
taube ( Columba migratöria) , der Keich <• und gelb-
rothe Kranich (Grus americana et canadensis),
die Rohrdommel (Ardea stellaris), nebst mehre-
ren andern Arten yon Sumpf, und Wassecyögeln,
- ■
-
Aus Canada, Neuyork und Pensylvanien
wandern jeden Herbst viele Vögel nach südli-
* chen Ländern, welche im Frühling dahin zurück-«
kehren und brüten« Von RaubvQgeln gehören
hieiier, der Tauben - Habicht (Falco columbarius),
. »
m) Dobb übw die Hudsowbay. S, Jft,
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f<3«
der Sumpf -Habicht (F. uliginosus), und der kleine
Falk (F. sparverius)* Von Kletter vögeln wan~
dem nicht allein die Kuckuk- Arten z. B* der
braunschwingige Kuckuk (Cuculus americanus),
sondern selbst mehrere Spechte, z.B. der Gold*
dpecht (Picus auratus) , der rothköpfige undroth-
buschige Specht (P. erythrocephalas et pileatus}
sollen wandern. Besonders grofs ist die Zahl-
der auswandernden vorzüglich von Insekten le-
benden Singvögel, z.B. der graue, der tyranni-
sche, der graubauchige und grauköpfige Würger
(Lanius excubitor, tyrannus, canadensis et ame-
ricanus), der schwarzkappige, der graugrüne
und der Katzen-Fliegenfänger (Muscicapa fusca,
acadica et canadensis), die rotbe Merle (Tana-
gra rubra), welche schon im August wegzieht»
die Spott- Drossel (Turdus polyglottes), der
schwarzwangige und scbwarzköpfige Sänger
(Sylvia canadensis et ruticilla), welche auf Ja-
maika und auf den Antillen überwintern sollen«),
der rothkopfige, der goldköpfige, der himmel-
blaue, der rotbbrüstige und andere Sänger (Syl-
via petechia, coronata, caerulea, pensylvanica).
Ende Augusts pflegen die Schwalben abzuzie-
hen , namentlich die purpurfarbige, die Ufer- und
die StacheK Schwalbe (Hirundo purpurea , ripa-
ria et pelasgica), Ende Aprils oder Anfangs May
kehren sie zurück. Ende Augusts entfernen sich
auch die Tagschläfer, z. B. der scbwarzgebän-
derte Tagschläfer (Caprimulgus virginianus). Der
gemeine Kolibri, verschwindet in Canada gegen
das Ende des Sommers, wahrscheinlich hält er
sich während des Winters in Mexico, St. Do-
minga und lamaica auf, w.oCatesby undSloane
a) nach Staute. Jamarca V. 2. S. 312.
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1
# ■
637
• ■ <
zur Winterszeit Colibris gesehen haben* Die
purpurfarbige Atzel(Gracula quiscula^) zieht nach
der Brütezeit in grofsen Schwärmen von Neu-
jork nach Carolina, sie besucht die Felder des
reifwerdenden Mays; im Februar und März kehrt
sie zurück. Ferner wandern aus , der rostflecki-
ge, der schwarze» der rostfarbene und der Bal-
timore-Pirol (Oriolus phoeniceus, niger, ferrugi-
neus, baltimorus), gewöhnlich im September und
Octoberin sehr grofsen Haufen; sie ziehen wahr-
scheinlich nach Mexico, und kehren im April
und May zurück. Desgleichen zieht der mond-
tleckige Staar (Sturnus ludovicianus) , der blaue
und Cardinal- Kernbeisser (Loxia caerulea et car-
dinalis), und der Kuhfink (Fringülapecoris) weg»
Von Sumpfvögeln begeben sich nach südlichen
Ländern, der rothschnäbelige, der weisse, der
grüne, der Rohrdommel und Nacht-Reiher fAr-
dea aequinoctialis, alba, virescens, stellaris et
nycticorax), der rothe Löffler (Tlatalea ajaja),
die rothbrüstige Schnepfe (Scolopax novebora-
censis), der virginische Ralle(Rallus virginianus),
der schreiende und schwarzhäubige Regenpfeifer
(Charadrius vociferus et atricapulus) und der
rothfüfsige Austernfischer (H&matopus ostralegus).
Im Herbst kommen viele Vögel aus nördli-
chen Ländern an, welche theils in Pensylvanien
überwintern, theils* nach Carolina und Florida
weiter ziehen« Zu diesen Vögeln geboren unter
andern, der Kreuzschnabel (Loxiä recurvirostra),
der blaue Ammer (Bmberiza caerulea), der schwar-
te Ammer (Binb. hyemalis) in sehr kalten Win-
tern, die Berglerche (Alaudaalpestrisj und einige
andere Singvogel. Die Wandertauben (Columba
migratoria) besuchen die gemäfsigten und südli-
chen Provinzen Nordamerikas in großen Haufen.
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638
Ihre grofsere oder geringere Anzahl steht iiti
Verhaknifs zur Strenge des Winters; in gelin*
dem Wintern sieht man in den südlichen Pro-
vinzen wenige oder gar keine > in strengen Win-
tern aber verlassen sie ihren Sommeraufenthaltj
die Lander an der Hudsonsbay und die Wälder
an dem Flufs Onandago zu ungeheuren Haufen,
welche oft im Vorüberziehen die Sonne verdun-
keln fl), und begeben sich nach südlich gelege-
nen Ländern* selbst nach Carolina, um Eicheln,
Beeren und andere Nahrung aufzusuchen. Fer-
ner kommen viele Sumpf- und Schwimm-Vogel
an, der Keich- und gelbrothe Kranich (GrusLame*
ricana et canadensis), der schwarzschnäbelige
Schwan (Cygnus melattorhyncbus) der bis Ca-
rolina und Louisiana zieht, die canadischeGans,
welche bis gegen Südcarolinä vordringt, #0 sie
auf den Reisfeldern überwintert, die Schneegans,
die blauflügelige Gans, die Königs- Gans* die
dickköpfige Ente (Anas bueephala)* die Braut«
ente (A. spönsa), die Trauerente (A. nigra), die
Löffelente (A* clypeata)> die spitzschwänzige
Ente (A. caudacuta), die Kreichente (A. querque-
dula) u. a. ; desgleichen viele Sägetaucherj Meer*
schwalben i Möven U« & w4«
Iii Carolinä ist die Zahl* der äuswäiiderndeii
Vögel ungleich geringer als in Canada > Neu-
york Und Pensyl vanien , weil der Winter mild
ist Und Weil das Land seinen geflügelten Be-
wohnern auch in dieser Zeit Nahrung darbietet»
\ -
*) Kairos Reis«. B. a. S. 314.
Bartram Journey to Onandago p. 36.
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-
*39
Zu den Wandervögeln, welche im Herbst Caro-
lina verlassen, gehören der dunkelrückige Mi*
lan (Falco furcatus), der gemahlte Ammer (Em-
beriza ciris), der aschgraue Fliegenfänger (Mus-
cicapa virens), der blaue Sänger (Sylvia sialis),
der gemeine Colibri (Trochilus colubris), der
orangeköpfige Papagei OPsittacus carolinensis^),
der braunschwingige Kuckuk (Cuculus atnerica-
nus), dieSchWalben, die carolinische Taube (Col.
carolinensis^ , die Tagschläfer, der weisse Nim*
mersatt (Tantalus albus,), der gelbköpfige Reiher
(Ardea violacea), u. a.
m *
Auch auf Jamaika und auf den Antillen
wandern im Herbst nach dem Zeugnisse Stub-
bes a) und Dutertre s b) dieSchwalben nach süd-
lichen Ländern aus. Andere Wandervögel scheint
es hier nicht zu geben*
» «
■ •
Fünftes Kapitel.
Von den Wanderungen der Vogel auf der südlichen
Hemisphäre.
§. 253.
Es finden sich in den Reisebeschreibungelt
sehr wenige Nachrichten über die Wanderungen
der Vogel auf der südlichen Erdhälfte. Indeft
beweisen die wenigen Nachrichten * welche wit
besitzen, sattsam, dafs hier ebenfalls Wanderung
gen der Vögel statt finden * die von den Stande
der Erde gegen die Sonne und von den hierau»
I n ■ I >
a) Philos. Transact. Nro. 3$. p. 704.
*) Hist. dei ilct Ami 11« L. 3. p. 1$$<
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!
entspringenden Jahreszeiten abhangen. Die Wan-
derzeit der Zugvögel der südlichen Hemisphäre
fällt» wie ich bereits oben angegeben habe, in
die Frühlings- und Sommer - Monate der nörd-
lichen Hemisphäre, welches nämlich die Herbst-
und Winter- Monate der südlichen Hemisphäre
sind. Nach Levaillant ä) kommen die Schwal-
ben am Kap der guten Hoffnung im Frühling, in
den Monaten October und November an, nisten
daselbst und ziehen dann im Herbst wieder weg,
jedoch sind dies andere Arten von Schwalben
als diejenigen , welche im September die Länder
der nördlichen Erdhälfte verlassen. Dafs die am
Kap vorkommenden Schwalben Zugvögel sind,
bat auch Barrow b) bestätigt. Die im südlichen
Afrika sich aufhaltende Arten von Kuckuks sind
nach dem Zeugnisse Levaillant's ebenfalls Wan-
dervögel; so auch die Turteltauben c); desglei-
chen mehrere Drosselarten, namentlich eine Art,
welche LeVaiUand Griorou nennt, diese ziehen
Anfangs März in grofsen Zügen durch die Wal-
der von Ariteniquoi, zu derselben Zeit in wel-
cher sie am Kap verschwinden ; im Monat Octo-
ber kehren sie zurück.
$. *54-
In den Ländern des südlichen Amerikas,
welche zwischen dem 24. und 36. Grad südli-
cher Breite und zwischen dem 57. und 60. Grad
östlicher Länge des Pariser Meridians liegen,
gibt es nach den Beobachtungen Azaras d) we-
it) Hiit. Mtur. des Oiieaox d'Afrique. f. 5. p. 150.
b) a. a. O. S. 227.
c) a. a. O. Tom. 6» pag. 88*
d) Voyagcs dans l'Amcrique mtridionale. T. 4.
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641
nige Zugvögel. Dahin gehören mehrere Arten
von Schwalben, Nachtschwalben und Kuckuks*
Die stahlschwarze Schwalbe (Hirundo chalybea
L.), welche am häufigsten in den Häusern nistet,
zieht im Herbst weg und überwintert in den
Ländern unter, dem 20. Grad südlicher Breite.
Die Dauer ihrer Abwesenheit ist nach der Be-
schaffenheit des Winters verschieden;, ist dex
Winter mild, so ist sie kaum zwei Monate lang
von Paraguay, abwesend; im entgegengesetzten
Fall bleibt sie gegen vier Monate lang weg. Eine
neue Art brauner, von Azara zuerst beschrie-*
bener, Schwalben ist längere Zeit abwesend. Der
Urutau, eine neue von Azara entdeckte Art
Nacht&chwalben verweilt in Paraguay vom Mo-
nat,October bis Februar ; der Nacunda, eine an-
dere Art, zieht ebenfalls im Herbst weg; der
Ibiyau oder die rothöhrige Nachtschwalbe (Ca-
primulgus cayennensis} soll sich beim Eintritt
der Kälte in die Waldungen, zurückziehen. Bei
weitem die meisten Vögel Paraguays und Tu-
kimans, namentlich, dip Anis, die Tukans, die
Tanagras, die Finken, dieKernbeisser, die San«*
ger, die Tauben, die Wachteln, die Jabirus, die
Spatelreiher, die Flamingos, die Schnepfen u. a.
wandern nicht. Selbst die Kolibris bleiben das
ganze Jahr in Paraguay, in Monte Video' und
Buenos- Ayres* Auch die Papageien wandern
nicht, sondern streichen nur im Winter. Sehr
wahrscheinlich waren mehrere der von Azara
nur in den Winterraonaten gesehenen Vögel aus
dem in naturhistorischer Hinsicht so wenig be-
kannten Patagonien eingewandert.
§•255-
Endlich mufs ich noch eines Zugvogels der
sudlichen Hemisphäre Erwähnung thun, nämlich
des Alfcatrofs (DiomedeaexulansJ, welcher jähr-
41
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642
lieh von den äufsersten südlichen Meeren nach
den nördlichen Meeren wandert. Dieser Vogel
hält sich während den Sommermonaten der süd-
lichen Hemisphärb, im Monat Octoberu. s. w.,
auf den Meeren der südlichen Hemisphäre sehr
weit gegen den Südpol auf. Auf Neuseeland,
an den Küsten des südlichen Amerikas, am Cap
Korn , auf der Albatrofsinsel und auf andern In-
seln dieses Meers hat man ihn zu dieser Zeit
brütend angetroffen. Während den Wintermo-
naten der südlichen Hemisphäre zieht der Al-
batrofs in grofsen Haufen nach dem Ochotsch-
kischen Meer, nach Kamtschatka, auf die kuri-
lischen Inseln und nach dem nordwestlichen
Amerika, nach dem Norfolk- Sund u. s.w., wo
er sich in den Monaten April, Mai, Juni und
Juli in grofser Menge aufhält und den Fisch-
Wanderungen in die Ströme folgt. Gegen das
Ende des Monats Juli und in der Mitte Augusts
verschwindet der Albatrofs wieder, ohne hier
gebrütet zu haben. Dieses ist der einzige Vo-
gel, der bei seinen Wanderungen denAequator
überschreitet.
Ob in Neuholland beim Eintritt des Win-
ters Wanderungen der Vögel statt finden, ist mir
unbekannt, weil ich in keiner Schrift über die«
Ses Land Nachrichten hierüber gefunden habe.
Sehr wahrscheinlich ist es, dafs mehrere Vögel
heim Eintritt der Kälde von dem unter dem 41.
bis 43. Grad südlicher Breite gelegenen Van
Diemensland sich über die BasfesStrafae nördlich
begeben.
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643
Zusatz e
9
zur Anatomie und Naturgeschichte der V ogel.
Zu Abschnitt I. Cap. 1. vom Hirn der Vögel.
Fr id. Franke Dissertatio inauguralis medica
de avium encephali anatome. Berolin. 1812. Im
Auszug in Reil« und Autenrieth's Archiv für die
Physiologie. B. tu S. 220.
Das kleine Hirn hat nach Frankes richti-
ger Angabe nur ein Paar Schenkel, nämlich die
hinteren, zum «Rückenmark gehenden. Die seit-
lichen Schenkel, welche in Säugthieren die Brü-
cke bilden, fehlen, womit auch meine fortge-
setzten Untersuchungen des Hirns der Vögel über-
einstimmen. Der Mangel der Brücke, oder des
Hirnknotens, ist eine der vorzüglichsten Diffe-
renzen in der Bildung des Hirns der Säugthiere
und der Vögel.
T. W. J. Nicolai Dissertatio de medulla
spinali avium, ejusdemque generatione in ovo in-
cubatof Halae ign. 4. Uebersetzt in Reil's und
Autenrieth's Archiv. B. 11. S. 156.
41 *
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644
Ich habe an dem Rückenmark der Vogel
Embryonen der frühem Zeit constant einen
<lurch das ganze Rückenmark durchlaufenden
Kanal bemerkt, der eine klare, lymphartige
Flüssigkeit enthält. Der sogenannte Sinus rhom-
i>oidalis ist nur eine erweiterte Stelle des Kanals.
Die vierte Hirnhöhle, ebenfalls eine Fortsetzung
dieses Kanals, entsteht dadurch, dafs die beiden
Schenkel des Rückenmarks unter dem kleinen
Gehirn sich nach den Seiten gleichsam aus ein-
ander rollen oder sich von einander entfernen,
wodurch der Kanal des Rückenmarks zu einer
Hirnkammer erweitert wird. Selbst bei mensch-
lichen Embryonen der zwölften Woche habe ich
tlen -Kanal des Rückenmarks constant gefunden,
wie ich in einer Abhandlung über dießildungs-
geschichte des Hirns im menschlichen Embryo
ausführlich zeigen werde,
Prof. Emmert hat den Sinus rhomboidales
lies Rückenmarks der Taube beschrieben. Beob-
achtungen über einige anatomische Eigenheiten,
der Vögel, in Reils un|| Autenrieth* Archiv.
B. 10. S. 377.
Zu 31. Zehntes NeTven-Pia*.
Ich habe wiederholt an dem Magen der Hüh-
ner und Gänse gefunden, dafs die zu dem Ma-
gen laufenden Zweige des zehnten Nervenpaars
auf den die Trituration bewirkenden Muskeln
ein ungemein grofses und schönes Nerven-Netz
bilden. Diese Muskeln sind gleichsam mit einem
Nerven -Netze überzogen. Die zu dem Magen
gehenden Zweige der sympathischen Nerven lie-
gen alle auf den Magenarterien auf, und geben
keine Zweige an die Magen - Muskeln. Sollte
hieraus nicht hervorgehen, dafs die zu dem Ma-
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*45
gen gehenden Zweige des zehnten Nervenpaars
als Bewegungsnerven des Magens zu betrachten
sind, welche auf den belebt mechanischen Theil
der Verdauung influiren; dagegen die Zweige
des sympathischen Nervens auf die Secretion
der zur Verdauung nothwendigen Flüssigkeiten,
auf den belebt chemischen Theil der Verdau-
ung, und auf die Vegetation oder Ernährung der
Substanz der Magen wände selbst ?
2u 39. Sympathisier Nerv.
Das in dem Kanal der Queerfortsatze der
Hals -Wirbelbeine neben der Wirbelarterie lie-
gende Stück des sympathischen Nervens mit den
Ganglien, die es mit den Cervical - Nerven bil-
det, Jiat Prof. Emmert ebenfalls bei Eukn, Fal-
ken - Arten , Raben , bei der Gans u. a. gefunden*
Beobachtungen über einige anatomische Eigen-
heiten der Vögel, in Reil's und Autenrieth's Ar-
chiv B. 10. S» 377. Nachtrag zu den Beobach-
tungen über den Eintlufs des Stimmnervens auf
die Respiration, nebst einigen Bemerkungen über
den symphathischen Nerven bei den Säugthie-
ren und Vögeln. Ebend. B. 1 1 S. 1 17. Auch ich habe
dieses Halsstück seit der Herausgabe des letzten
Bandes, abermals bei dem weifsköpfigen Ad-
ler, bei dem schwarzen Storch, bei der Henne
und bei der Gans gefunden. Eins der hierüber
aufbewahrten Präparate werde ich gelegenheit-
lich abbilden lassen.
Zu Capitcl 3. Von den Sehorganen der Vögel.
Prof. Reim ar üs hatte in einer kleinen Ab«
handlung de Cerebro et Nervis in den Schriften
der Akademie der Wissenschaften zu München
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646
Band 3 S. 167. Jahr 181 1 und 12 in einer An-
merkung folgende Vermuthung geäussert: Cum
psittacus, uti notum est, motum pupillae habeat
voluntarium , operae pretium foret, subtili ana-
tome oculus ejusexaminare, anne ganglium istud
in illis deficiat? Diefs veranlafste Herrn Gehei-
menrath Soemmerring die Augen - Nerven des
Truthahns zu untersuchen und die Beschreibung
derselben der obigen Abhandlung beizufügen.
Aus denselben geht hervor, dafs der Truthahn
ein allein vom dritten Nervenpaar gebildetes
Ganglion ophthalmicum besitzt, und dafs erst
mit dem aus dem Ganglion hervorgetretenen Ci-
lärnerven sich ein Zweig des ersten Asts des
fünften Nervenpaars verbindet.
Aus einer von Herrn Cuvier entworfenen
Zeichnung, die er an H. Geheimenrath Soem-
merring übersendet hat, und die dieser mir mit-
zutheilen die Güte hatte, erhellet, dafs auch die
Papageien, namentlich der blaue Aras (Psittacus
ararauna), ein Ganglion besitzen , welches aber
von einem Zweig der dritten Nervenpaars und
von einem Zweig des ersten Asts des fünften
Nervenpaars gebildet wird. Auf demselben Blatte
worauf die Zeichnung der Augennerven des Aras
enthalten ist, befindet sich auch eine Abbildung
der Augennerven des Falco pygargus, welche
ein allein vom dritten Nervenpaar gebildetes
Ganglion ophthalmicum darstellt, ein Zweig des
ersten Asts des fünften Nervenpaars verbindet
sich mit dem aus dem Ganglion hervorgetrete-
nem Ciliarnerven.
Ich will nun auch die Untersuchungen mit-
theilen, welche Herr Studiosus Muck unter mei-
ner Leitung über das Ganglion ophthalmicum
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*47
der Vögel angestellt hat. Dieses Ganglion wurde
bei allen zur Untersuchung gewählten Vögeln
gefunden» namentlich bei einem Mäusehabicht»
Jbei Raben, Dohlen, Elstern, Truthühnern , Hüh-
nern, Tauben, Reihern, Sägetauchern , Enten,
Gänsen u. a. Bei den Enten und Gänsen ist es
kaum bemerkbar, und stellt nur eine kleine
längliche, graue Anschwellung eines Asts des
dritten Nervenpaars dar. Da ich die Beschrei-
bung der Au^ennerven in dem vorhergehenden
Bande nach dem an der Gans angestellten Un-<
tersuchungen entworfen hatte, so habe ich das
Ganglion opbthaJmicum übersehen, und bin in
den Irrthum verfallen, solches den Vögeln ab-
zusprechen (§ 24. 51), ein Irrthum, der durch
die bei den Vögeln bemerkbare willkührliche
Bewegung der Iris scheinbar unterstützt wurde»
Das Ganglion wird bei allen so eben genannten
Vögeln von einem Ast des dritten Nervenpaars
gebildet. Der dritte Nerve gibt nach seinem Ein-
tritt in die Augenhöhle einen Zweig au den obo
ren geraden Augenmuskel ah, dann einen Zweig
welcher zum Ganglion anschwillt, und hierauf
Zweige zum inneren und unteren geraden, so
wie zum untern schrägen Augenmuskel. Das
Ganglion hat bei verschiedenen Vögeln eine ver-
schiedene Gestalt, es ist rund bei Tauben, Hüb-*
nern* Putern; kegelförmig beim Reiher; kolbig
bei Raben, Elstern. Beim Truthahn geht ein
Zweig aus dem ersten Ast des fünften Nerven*
paars zum vorderen Theil des Ganglions; bei
einer Taube und bei einer Gans fand diefs ein-
mal Ausnahmsweise statt. In der Regel verbin-
det sich ein Zweig des ersten Asts des fünften
Nervenpaars mit den aus dem Ganglion hervor-
getretenen Ciliarnerven. Bei der Gans fand sich
einmal ein Verbindvuigszweig des ersten Asts des
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648
fünften Nervenpaars mit dem Ganglion und ein
anderer mit den Ciliarnerven. Das sechste Ner-
venpaar, welches sich gröfstentheils zum äufse-
ren geraden Augenmuskel begibt, versorgt auclv
den langsehnigen und kurzen Nickhautmuskel
mit Nerven«
Zu Capitel 4. Von den Gehörorganen der Vö'geL
Zu 70. Gehörknöchelchen.
. A. Carlisle Physiologie des Steigbügelkno-
chens, aus einer vergleichenden Uebersicht sei-
nes Baues und Gebrauchs in den Gehörwerk-
zeugen verschiedener Thiere, in d. Philos. Trans-
act. for de year 1805. Part. 2. Im Auszug in
Harles und Ritter neuem Journal der ausländ,
medizinisch -chirurg. Liter. B. 7 St. 1 S. 34.
Carlisle hat die sogenannte Columella meh-
rerer Vögel beschrieben und abgebildet.
Zu Capitel 8« Von den 'aufseren Bedeckungen»
der Haut und den Federn.
A. Meckel Ueber die Federbildung in Reffs
und Autenrieth's Archiv B. 12 H. 1 S. 37> eine
sehr interessante Abhandlung.
Zu Abichnitt II. Capitel 1. Von den Knochen
der Vögel.
C. L. Nitzsch Osteografische Beiträge zur
Naturgeschichte der Vögel. Leipzig 18H. 8. mit
2 Kupf. Diese Schrift enthält' folgende interes-
sante Abhandlungen: I. Ueber die pneumatischen
Knochen der Vogel. IL Von besonderen Ver-
hältnissen und Theilen des Kopfgerüstes einiger
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649
Vogel, Schädel der Schnepfe, des Ziegenmel-
kers u. s w. III. Beschreibung des Höckerbejns
am sklerotischen Knochenringe der Eulen. IV.
lieber die Schulterkapselbeine. V. Ueber das
Nagelglied der Flügelfinger, besonders der Dau-
men. VI. Bemerkungen üher die Knochen der
Füfse in einigen Vögeln.
Zu Abschnitt IU. Capitcl 3. Von der Speiie»
röhre, von den Magen und von der
Verdauung der Vögel.
Ever. Home hat Beobachtungen über die
Structur des Magens bei Gras fressenden Vögeln
geliefert, und hat interessante Vergleichungen
in Hinsicht der Aehnlichkeit der Verdauungs-
organe dieser Vögel mit denen der wiederkäu-
enden Thiere angestellt, in d. Philos. Transact»
Y. 18 10. P. 2. Nro. 9.
Derselbe über den verschiedenen Bau und
über die Lage der verschiedenen zur Auflösung
des Futters bestimmten Drüsen (solvent Gianda),
nämlich der Drüsen des Vormagens, in Bezie-
hung auf die Nahrungs- und Lebens- Weise der
Vögel. Nebst Bemerkungen über den Kropf ui^d
den eigentlichen Magen. Mit sehr schönen Ab-
bildungen. Ebend. Y. 1812. ,
Der nunmehrige Baronet Hottie hat seine
Untersuchungen über den verschiedenartigen Bau
der Drüsen des Vormagens fortgesetzt, in den
Philos. Transact. Y. 1813. Er hat die Verdau-
ungswerkzeuge des bengalischen Riesenkranichs>
des Erneu und des neuhollindischen Casuars be-
schrieben»
4*
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650
Derselbe über die gerinnenmachende Kraft
des Magensaftes, ebend. Y. 1813- Der Kropf
und die Magenhaut vom Hahn bringen Milch
zum gerinnen.
Zu Capitel 4. Von dem Darmkanal der Vögel.
419-
Prot Meckel über tJie Divertikel am Darm-
kanal, in Reil's Archiv. B. 9, S. 421. Er hat
ebenfalls den Anhang mehrmals bei Vögeln ge-
funden» unter andern beim Schwan S. 448» und
hält ihn für ein Rudiment des Ductus vitelli in-
testinalis.
J. Macartney über den bleibenden kleinen
Anhang (diverticulum) am dünnen Darm von Vö-
geln, an der Stelle, wo derselbe beim Embryo
im Eye mit dem duetus vitello intestinalis ver-
bunden war, in d. philosoph. Transact. for the
Year 1311. Er beschreibt die Verschiedenheiten
dieses Anhangs bei mehreren Gattungen. Der
Chylus dringt nicht in denselben, und der An-
hang scheint Schleim abzusondern*
Auch ich habe dieses Diverticulum aber-
mals gefunden, unter andern häufig bei jungen
Hühnern, bei Totanus maculatus, und bei Schne-
pfen.
Zu Capitel 7. Von der Milr.
Ich habe bei einem jungen Hahn eine Milz
mit vier kleinen Nebenmilzen angetroffen; die
gröfste der Nebenmilzen hielt anderthalb Linien
im Durchmesser, die kleinste eine halbe Linie.
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65 1
Beim Menschen kommen die Nebenmilzen be-
allein im verflossenen Jah re zweimal in männ-
lichen Leichen.
Fourcroy et Vauquelin Analise de TUrine
d' Autruche et Bxperiencea sur les excremens de
quelques autres familles doiseaux, in den An-
nales du Museum. T. 17. pag. 310. Der Harn
des Straufses ist dem Harn „des Menschen sehr
ähnlich > das Verhältnifs der Bestandtheile aber
ist abweichend, namentlich enthalt er bei wei-
tem mehr Harnsäure als letzterer. Bemerkens-
werth ist das Vorkommen der Harnsäure und
Phosphorsäure in dem Harn eines Thiers» wel-
ches sich nur von Vegetabilien nährt, Bestand-
theile, die in dem Harn der pflanzenfressenden
Säugethiere nicht enthalten sind, dagegen aber
fehlt die Benzoe -Säure in dem Harn desStraus-
ses»
Zu Abschnitt IV. Capitet 4. Von den Reipi*
rations - Organen der Vögel.
Reimarus lieber das Athmen, besonders das
Athmen der Vögel und Insekten, in Reils und
Autenrieths Archiv. B. 11 S. 229. Der würdige
Verfasser sifcht zu beweisen, dafs die mit den
Lungen in Verbindung stehenden Luftsäcke und
Luftzellen, so wie die Höhlen der Knochen
beim Ausathmen mit «Luft gefüllt, und dafs sie
fand ich sie
Zu Capitel 11» Von den Harn Werkzeugen
der Vögel.
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hingegen beim Einathmen gröfstentheils von Luft
entleert würden, indem die Luft beim Ausath-
men durch die Verengerung der Brusthöhle nicht
nur aus den Lungen in die Luftröhre, sondern
Auch durch die Oeffnungen derselben in die
Luftsäcke und in die Höhle der Knochen ein-
dringe, und umgekehrt bei dem Einathmen und
bei der Erweiterung der Brusthöhle ströme nicht
nur die äufsere Luft durch die Luftröhre in die
Lungen, sondern auch die in den Luftsäcken
und in den Höhlen der Knochen enthaltene Luft»
Ich kann dieser Meinung nur in Bezug auf die
Höhlen der Knochen beistimmen, weil diese sich
als starre, keiner Zusammenziehung fähige Höh-
len beim Athmen ganz, passiv verhalten, nicht
aber in Bezug auf die Luftsäcke und Luftzellen.
Alle in der Brust und Bauchhöhle enthaltene
Luftsäcke und Luftzellen werden bei erweiter-
ter Brusthöhle mit Luft angefüllt, wie die Er-
weiterung und Ausdehnung der Brust und des
Bauchs beim Einathmen zeigt; beim Ausathmen
hingegen wird nicht Hur die Brusthöhle verengt,
sondern auch die Bauchhöhle, weil die an den
untern Rand des Brustbeins befestigten Bauch-
muskeln sich zusammenziehen, auf die Luft-
säcke drucken und die in ihnen enthaltene Luft
gegen die Lungen und die Luftröhre auftreiben.
Die von Reimarus als Beweis seiner Meinung
angeführten Versuche an lebenden "gröfsern Vö-
geln, an Gänsen und Truthühnern, welche die
französischen Akademiker über das Athmen der
Vögel angestellt haben, und welchen zufolge
nach geöffneten Unterleibe ohne Verletzung der
Luftsacke die Luft beim Ausathmen und bei
verengter Brusthöhle in dieLuftsäeke des Bauchs
eindrang, und umgekehrt beim Einathmen und
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bei erweiterter Brusthöhle aus den Luftsacken
des Bauchs in die Brusthöhle strömte, konnten
dieses Resultat nur darum geben, weil beiOeft-
nung der Bauchhöhle die Bauchmuskeln durch«
schnitten wurden, durch deren Action die Luft
aus den Luftsäcken des Bauchs beunAusathmen
ausgetrieben wird,
. -
Die Respiration steht mit dem Fluge in sehr
genauer Beziehung, weil der Körper durch die
eingeathmete und in den Lungen erwärmte, ex«
pandirte und verdünnte Luft, welche die Luft«
säcke und Luftzellen anfüllt, den Körper des
Vogels leichter macht Fast auf dieselbe Art
wird ein Ballon zum Steigen gebracht, dessen
Luft man durch Kohlenfeuer erwärmt und ver-
dünnt. Oeffnet man an einem lebenden Vogel
einen grofsen Luftsack, so strömt die erwärmte
und expandirte Luft aus, und der Vogel sinkt
zu Boden, wie die §. 322 angegebenen von mir
wiederholt angestellten Versuche zeigen.
Zu Abschnitt V. Capttel 2. Von den weibli-
chen Zeugungrg . Organen.
Prof. Emmert hat bei mehreren Vögeln,
beim Lämmergeier, Goldadler, Mäuse-Bussard ,
Sperber, bei der grofsen Obreule und bei der
Nachteule zwei Ovarien gefunden. Bei den Ra-
ben, bei dem Reiher, bei den Gänsen, Enten»
Hühnern, Tauchern, Sperlingen u. a., fand er
niemals einen zweiten abgesonderten Eierstock.
Demnach kommen also, so viel bis jetzt be-
kannt, nur den Geschlechtern Gypaekos, Falco
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und Strix zwei Eierstöcke zu. Beobachtungen
über einige anatomische Eigenheiten der Vö-
gel, in Reils und Autenrieths Archiv. Band
10. Seite 377.
■
G. Spangenberg Disquisitio anatomica
circa partes genitales foemineas avium.. Goet-
ting. 18 13. 4. c. tab. aen.
L ands hut,
gedruckt bey Joseph Thomann.
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Verbesserung
einiger Sinn störender Fehler.
S. 390 ist durch ein Verseben der zu den neuhol ('indischen
Vögeln gehörende schwarzschwänzige Adler
Aquila australis aufgeführt worden.
S. 440 Zeile 2o statt Anas faleguta, lies Anas fuligula.
-469 — 3I—65 Giad
- 413 ""3° — Steinborn
— 55 Grad.
— Steinbock.
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